Autonomes Gebiet Wächterland
Allgemeines
Alle autonomen Regionen Ylehas sind fast ausschließlich von den Ureinwohnern Ylehas besiedelt. Den Ylehi und ankommenden Neusiedlern ist es seit der Erstanerkennung der autonomen Gebiete in der Zeit des Freiheitsrates von Yleha unter Androhung hoher Strafen verboten sich in diesen dort anzusiedeln, dort Raubbau zu betreiben und allgemein, die Grenzen der Autonomiegebiete ohne Erlaubnis bzw. triftige Gründe zu verletzen.
Aus dem Assoziationsvertrag zwischen Yleha und dem Káhet Ni Kemi:
# Artikel 2/a:
Die Autonomie der Catco und der Achaz von Yleha ist unbedingt zu wahren.
# Artikel 2/b:
Den Catco und den Achaz wird jeweils ein, seit alter Zeit als Autonomiegebiet bestehender, Teil des ylehischen Territoriums als Autonome Region zugedacht, deren Grenzen nur mit Erlaubnis des betroffenen Volkes überquert werden dürfen.
Innerhalb dieser Autonomen Gebiete herrscht eine absolute interne Autonomie - sowohl die Legislative, als auch die Exekutive sind der kem'schen Krone gegenüber vollkommen und uneinschränkbar souverän.
An der Grenze zu Anûr und Zenach liegt das jüngste Autonomiegebiet der Catco. Es wird im Osten vom breiten Be'Ôth, im Südwesten durch die Elâni, im Westen durch Ssrahh-Zzahrrthh und im Norden durch den "Goldenen Fluß" begrenzt. Die sowohl malerische, als auch tödliche Dschungellandschaft wird vom "Einsamen Wächter" und den "Graunen Zinnen" überragt und vom "Oberen Sjah'T" durchflossen.
Landschaft
Der Einsame Wächter
Um den "Einsame "Wächter", den - mit fast 950 Metern Gipfelhöhe - imposantesten und mächtigsten Berg Ylehas, ranken sich die unterschiedlichsten Legenden, Sagen und Mythen. Jede Volksgruppe Ylehas hat ihre ganz eigenen Geschichten über den riesigen, abrupt aus dem Dschungel aufragenden Berg zu erzählen. Von dem "Einsamen Wächter" als Diener im Namen Visznars bzw. Borons berichten sie ebenso, wie von legendären, aber vergangenen Städten an seinem Fuße...
Wer den steilen und unerklimmbar scheinenden Berg zum ersten Male sieht, der kann die Entstehung so vieler Mythen um den schwarzen, basaltenen Koloß nachvollziehen: Einsam und trotzdem unbesiegbar scheinend erhebt der "Wächter" sich aus dem Urwald Ylehas.
An seiner Ostseite entlang schlängelt sich klein und unscheinbar der Sjah'T. Das idyllische Bild wird nicht einmal von den kleinen, rauchenden Schloten entlang des seit Jahrhunderten und Jahrtausenden schlafenden Vulkans gestört - sie fügen sich wie alles in dieser einmaligen Gegend in das perfekte Ganze ein.
Der Obere Sjah'T
Der echsische Name Sjah'T - "Mutter/Ei/Nest/Sicherheit/..." - bezeichnet einen so seltsamen wie schönen Fluß. Der "Obere Sjah'T", der über weite Strecken hinweg seltsam klar, bisweilen auch blendend blau bis türkis (wie die Bucht von Yleha auch) gefärbt ist, weitet sich auf ihrer Reise von den versteckten Quellen in den Grauen Zinnen am Fuße des "Einsamen Wächters" vorbei und dann vom Be'Ôth und seinen schlammigen Massen bis zum Bersten gefüllt, zu einem breitem Strom (für die bescheidenen Verhältnisse Ylehas) aus.
Bezeichnenderweise trägt der Fluß übrigens im Catco den Namen "Inát-catco", der am ehesten mit "Knappe/Schildträger/Herold" übersetzt werden kann. Eine Analogie zum "Einsamen Wächter" darf wohl angenommen werden...
Die Grauen Zinnen
Der Name "Graue Zinnen" ist wirklich unglaublich euphemistisch - zwar besteht diese Kette aus grauen Felsen- und Hügelformationen, zwischen denen der dichte Regenwald wächst, aber als "Zinnen" kann man diese 150 Schritt Höhe kaum überschreitenden Felsen nur mit viel Phantasie bezeichnen...
Die Ruinenstadt
"Die Ruinen am südvestlichen Fuße des Schwarzen Berges seyen ein wunderbares Example für eine suedaventurische Festungsstadt aus vorbosparan'scher unt gar aus vortulamid'scher Zeit. Wohl mag sie von den Catco gegründet worden sein, auf den Ruinen einer Achaz-Stadt ... wohl vielleicht auch auf gar zweien oder dreien Orten, die zuvor an ihrer Stelle lagen."
(Aus den Reiseberichten des Geometers, Prospektors und mehrmaligen Expeditionsleiters Albrin Ui Lannaint, 944 n.BF.)
Am Fuß des "Einsamen Wächters" liegt - nunmehr auch Teil der autonomen Gebiete der Catco und somit vor dem Zugriff weißer "Forscher" geschützt - ein Ruinenfeld, das einst einmal eine große Festungsstadt am "Oberen Sjah'T" gewesen sein muß. Strategisch perfekt gelegen - jeweils eine basaltene, glatte Steilwand des "Wächters" im Rücken und an den Seiten, nach Vorne hin durch den Fluß geschützt und über eine mächtige Mauerzu verteidigen - war sie sicherlich über lange Zeit hinweg schlicht uneinnehmbar. Erst ein Ausbruch des "Einsamen Wächters" soll ihr den Tod gebracht haben, aber es gibt auch einige der wenigen "weißen" Quellen, die behaupten, daß die Stadt zu jener Zeit schon fast unbewohnt und größtenteils verfallen war.
Keiner weiß, wann und warum die Stadt begründet wurde - nur, daß hier anscheinend die Catco eine Siedlung auf den Ruinen einer noch älteren Siedlung erbauten, angeblich einer Stadt der Achaz.Genaueres war und ist nicht zu erfahren. Gerade was den "Einsamen Wächter" und die Ruinen an seinem Fuß angeht, sind die Catco - und die Achaz - noch verschwiegener als üblich. So ist auch in keiner Kultur Ylehas ein Name überliefert, den die Stadt einstmals getragen hat und der mehr als nur einigen wenigen Eingeweihten bekannt ist.
Der Be'Ôth
Träge fließen die braunen Schlamm- und Wassermassen des flachen und ungewöhnlich breiten Be'Ôth dahin, bis sie nach ihrer Reise aus dem Dschungel Ost-Ylehas durch die Mangroven der Grünen Hölle des Wächterlandes die Wasser der Sjah'T um einiges mehren. Der Unterlauf des Be'Ôth mit seinen vielen kleinen Buchten, Inseln und dem nicht genau erkennbaren Ufer ist kaum erforscht und besonders seit der Teilung Ylehas nicht mehr im Blickpunkt der Kartographen, so daß genauere Informationen über die Umgebung und auch den Lauf des Flusses selber nicht vorhanden sind. Und da das Gebiet den Catco überlassen wurde, scheinen Expeditionen in Sümpfe am Unterlauf nicht mehr möglich.
"Be'Ôth" ist ein ylehischer Name und bedeutet soviel wie "Onkel". Woher der Name ursprünglich stammt ist unklar, denn eine Erklärung dafür, warum jemand einen Fluß "Onkel" taufen sollte, ist bisher niemandem in Yleha eingefallen.
Der Goldene Fluß
Im Süden der ehemaligen Tásah Perisia liegt der Ursprung des "Goldenen Flußes", der in den "Unteren Sjah'T" mündet. Er hat seinen Namen von einer Eigenschaft, die er jedoch schon vor einem Jahrhundert verloren hatte. Damals waren einige Goldfunde im Fluß und in seiner Umgebung gemacht worden, worauf er schlagartig berümt wurde. Doch schon nach wenigen Jahren stellten sich die Funde ein und das Land mit dem Fluß wurde wieder den Catco überlassen.
Die Elâni
Wie man unschwer erkennen kann, wurde der Fluß nach Nisut Ela XV benannt. Die Elâni entspringt in den dicht vom Wald bewachsenen und geheimnisumwitterten Süderbergen, passiert dann nach einigen breiten Wasserfällen das weite Tal, das ihren Namen trägt, und erreicht schließlich die "Dunklen Marschen" und den Catcocosee. Auf ihrem Weg wird die Elâni von zahllosen Rinnsalen und ihrem zweiten "Quellfluß", dem Dayôr zu einem unerwartet breiten und tiefen Fluß angefüllt.
von T. W. und Bettina "Pony" Wiese