"Auf der gesamten Syllanischen Halbinsel, am südlichsten Ausläufer Aventuriens, lebt der Stamm der Tschopukihua ("schwarze Gesichter laufen mit Stärke"), ein kriegerisches Volk, das grausame Bräuche pflegt und finstere Götzen anbetet. Die Tschopukikuha haben wenig mit den anderen Stämmen der Waldmenschen gemein.
Ihr einziger Lebensinhalt scheint der Kampf zu sein, es sei gegen die Unbilden der Natur, gegen die nur wenig friedlicheren Keke-Wanaq oder gegen die Siedler Traheliens und Syllas. Auf dem Kriegspfad verwenden sie gewohnheitsmäßig das tödliche Lianengift Kukris, und währen die meisten anderen Waldmenschen auch Blaßhäuten gegenüber das "Hand um Hand, Kopf um Kopf" einhalten - so daß ein Kriegszug üblicherweise nur mit ein oder zwei Toten enden muß - vernichten die Tschopukikuha immer wieder ganze Dörfer, um einige Gefangene zu machen. Sie selbst haben keine Dörfer, sondern leben halbnomadisierend, und oft kann man sie mit Tragen und Bündeln durch den lichten regengrünen Wald oder über die weißen Sandstrände des Feuermeeres ziehen sehen.
Auch äußerlich unterscheiden sie sich vom anderen Waldvolk, ihre Haut ist dunkler, und sie sind meist größer. Ersteres ist nicht nur auf das utulische Erbe zurückzuführen, sondern auch darauf, daß sie ihre Körper mit Kakaobutter dunkel färben, denn ihren Legenden zufolge sind nur Dunkelhäutige eines Tapams würdig. So kommt es, daß die Haut ihrer ältesten Krieger eine fast schwarze Färbung hat. Am Kopf tragen sie üblicherweise drei parallele kurze Scheitelbürsten, den Rest des Haares aber lang.
Ihr Geister scheinen besonders blutrünstig zu sein, sind doch ihre Krieger ständig auf der Suche nach neuen Opfern, um sie zu besänftigen. Ob es unter den Tschopukikuha Menschenfresser gibt, ist nicht eindeutig zu beantworten. Jedenfalls wird ritueller Kannibalismus praktiziert, bei dem Herz, Leber oder Hirn getöteter Feinde verzehrt werden, um erwünschte Eigenschaften aufzunehmen."
(Traviageweihter und Derekundiger Rhajalieb Levthansfell oder die Al'Anfa-Box)
"Die Sippen der Tschopukikuha leben im ganzen Süden des Kahét ni Kemi und auch noch weiter in Richtung Praios auf der syllanischen Halbinsel findet man ihre Krieger."
(Nareb Emano Zornbrecht zu einem seiner Sklavenjäger)
"...und während meiner Novizenzeit wollte man mir erzählen, wir hätten die
Mohas gezähmt..."
(Aodh Galciano Castanyeda, Akîb ni Sarslund, Ritter des Ordens des Hl.
Laguan im Angesicht eines Kriegstanzes der Lunda-Tschopukikuha)
"Die Tschopukikuha verstehen sich selbst den anderen Stämmen gegenüber als die wahren Brüder Kamaluqs, dies ist auch einer der Gründe für ihr zurückgezogenes und wildes Wanderleben."
(halbblütiger Pfadfinder der schwarzen Armee des Kahét ni Kemi)
"Bei den Wilden im Süden Traheliens gibt es höchst abstruse und götterlästerliche Riten. So haben sie gar abscheulich blutige Fruchtbarkeitsrituale, zu welchen sie Tiere opfern und sich wie die Tiere neben ihre Feuern paaren. Travia schütze mich..."
(Traviageweihter und Derekundiger Rhajalieb Levthansfell
von Jan Behler