"....Als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal Thalarion in Táyarret besuchte, war ich gleichermaßen fasziniert und erschreckt über die Wildheit und das Ungestüm dieses Landes. Dichte, smaragdene Dschungel, die Granitformationen der Unayhügel, der Ticamat-See, eingebettet in die Ausläufer eben jener Granitfelsen, die Jahrtausende alten Ruinen von Ujak, die sich majestätisch über das grüne Laubdach der Wälder erheben, die insektenbevölkerten Minjob-Sümpfe, denen ein Hauch des Todes und der Verwesung anheim sind und die im Praioslicht glänzenden Fluten des Pjasob, der die Lande vom Norden bis an die Rote Bucht durchmißt. Ein Land, das auf den ersten Blick so gar nicht geschaffen ist, sich von den Menschen und den anderen Rassen unterjochen zu lassen, das fremd, ja vielleicht sogar feindselig wirkt und doch eine unglaubliche Faszination und eine kaum zu beschreibende Anmut hat. Ein Land, das so vielen verschiedenartigen Lebewesen eine Heimstatt bietet und das demjenigen, der mit offenen Augen und wachem Geist über Dere schreitet, so unzählige Geheimnisse offenbart und letztendlich mit weit ausgebreiteten Armen gibt, aber auch nimmt.
Zeichen der Zivilisation sind hier nur wenige zu finden. Djáset, an der Mündung des Pjasob, habe ich in den Jahren, die ich nun hier in Kemi bin, lieben gelernt. Das Städtchen, das sich beiderseits des Stromes an die Hügel schmiegt, wächst und gedeiht und macht seinem alten kem'schen Namen, welcher "Die Schöne" bedeutet, alle Ehre.
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| Die Ruinen von Ujak |
Nach Jahren der Unruhe und der Gefahren scheint Táyarret wieder zur Ruhe zu kommen. Die Kultisten, welche sich in Ujak verschanzt hatten, sind bezwungen, der Aufstand zu Djaset ohne tiefe Wunden zu hinterlassen, niedergeschlagen, und in dem Bemühen, das Erbe meines Vaters, Akîb Thalarion Mondglanz, fortzuführen, ist es mir bisher gelungen, mit den hier ansässigen Waldmenschen der Stämme der Mehi, der Yaru und der Syennez in friedlichem Einvernehmen zu leben und nicht wie in anderen Provinzen des Reiches, ständig fürchten zu müssen, den Zorn der Schamanen und damit der Stämme auf die weißen Siedler zu lenken. Auch die Minjob-Achaz scheinen Gefallen gefunden zu haben am Handel mit den Bewohnern Mehenevs. Eine große Herausforderung, die sich mir noch stellt, ist das endgültige Zerschlagen des "Nachtschattens", dieses unsäglichen Sklavenjägerringes, der seit Jahren die Lande an der Khefuer Bucht mit Leid und Schmerz überschüttet. Doch hege ich große Hoffnung, daß auch diese Schrecknisse in einigen Jahren der Vergangenheit angehören und nur die Geschichten darüber den Bewohnern und Bewohnerinnen Táyarrets Mahnung und Trost zugleich sind....."
