


"Die Waldmenschen Táhekens, die Tahé'Ka, sind ein blutrünstiges Volk. Sie opfern Menschen zu Ehren ihrer grausamen Götter. Sie durchstreifen den Dschungel, um Weiße zu fangen, die sie dann foltern und opfern. Sie sind unbarmherzige, grausame Krieger und Kriegerinnen. Sie tragen die Köpfe ihrer getöteten Gegner als Schmuck an ihrem Gürtel."
(Geschwätz eines betrunkenen Dschungelläufers)
Es gibt schätzungsweise an die 100 Waldmenschen vom Volk der Keke-Wanaq im nördlichen Teil der Provinz Ahami Táheken. Die Sippe, die in diesem Gebiet lebt, nennt sich Ordoru, die Familie der in Táheken ansässigen Ordoru nennt sich Tahé'Ka. Die Waldmenschen hier verhalten sich meist friedlich und sind relativ umgänglich, solange man sich von ihren heiligen Orten, Tabu-Zonen und Jagdgebieten fernhält. Dennoch sind die Keke Wanaq berüchtigt und in der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass sie kaum zu besänftigen sind, wenn sie sich erst einmal im Krieg befinden. Sie treiben Handel mit den hier lebenden Kemi und man hat gelernt sich gegenseitig zu respektieren und voneinander zu profitieren, auch wenn die meisten Dörfler, den Tahé'Ka, wie allen Waldmenschen, mit gewissem Aberglauben und gewissen Vorurteilen gegenüberstehen.
Die Tahé'Ka von der Sippe der Ordoru vom Stamm der Keke-Wanaq leben in Baumdörfern die in den Wipfeln versteckt liegen. Von einem ungeschulten Beobachter vom Boden aus sind sie nicht zu erkennen.
Von Haus zu Haus gelangen sie entweder über Hängebrücken oder indem sie sich mit Lianen von einem ort zum anderen schwingen.
In Táheken gibt es zwei Dörfer der Tahé'Ka, die in Frieden miteinander auskommen. Das Dorf "Hauuta-wata " liegt einen viertel Tagesmarsch entfernt vom Seneb-See am Seneb-Fluss. Das zweite Dorf, "Tala-Hauuta" (Dorf das ewig gesucht wird{wurde}?/ keine genaue Übersetzung bekannt), liegt mitten im Dschungel zwischen den beiden Straßen nach Ahami und Táyârret.Die Tahé'Ka sind wie alle Keke-Wanaq gefürchtet, sowohl unter den weißen Siedlern und Siedlerinnen als auch unter den anderen Stämmen der Waldmenschen. Sie sind gefürchtet als furchtlose, unbezähmbare und gnadenlose Kämpferinnen und Kämpfer, was sie in der Vergangenheit schon oft bewiesen haben. Man sagt ihnen nach, sie würden blutige Rituale mit Menschenopfern abhalten und seien immer auf der Suche nach Nachschub. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen haben sie viele Verbündete - nicht nur unter den anderen Sippen der Keke-Wanaq.
Momentan herrscht Frieden zwischen den Tahé'Ka und den weißen Siedlern und Siedlerinnen Táhekens. Aber wer weiß schon, ob dieser Frieden von Dauer ist. Die Tahé'Ka sind sehr unstet, wie alle Keke-Wanaq, und ihre Meinung über den momentan Frieden kann sich sehr schnell ändern. Die Tahé'Ka leben von allen Ordoru am engsten mit den weißen Siedlern und SIedlerinnen zusammen. Dies liegt nicht etwa daran, daß sie Kontakt suchen würden. Es liegt einfach daran, daß ihr Dorf "Hauuta-wata" ("Dorf am Wasser") mit seinen Jagdgründen (nordwestlich von Biazzan) nahe bei Biazzan liegt. Ihr Gebiet umfaßt auch einen Teil des Seneb-Sees und des Seneb-Flusses, den sie zum Fischen nutzen. Das Jagdgebiet um das zweite Dorf liegt mitten im Dschungel, wo die Hauptnahrung der Waldmenschen aus erlegtem Wild und den Früchten des Dschungels besteht. Die Weißen achten die Grenzen der Tahé'Ka; die Tahé'Ka ebenso, und so kam es in der letzten Zeit nie zu größeren Zwischenfällen zwischen beiden Völkern.
Nicht sehr viel weiß man über die Rituale der Tahé'Ka, zumindest nicht viel Bestätigtes. Es gibt natürlich die wildesten Gerüchte über die blutigen Rituale der Tahé'Ka, glaubt man jedoch nur der Hälfte, so dürfte es in Alt-Táaheken keine weißen Siedler und Siedlerinnen mehr geben.
Bekannt ist, daß es ein großes Reinigungsritual gibt, bei dem die Krieger, Jägerinnen und Häuptlinge ihren Tapam reinigen. Dieses Ritual findet einmal im Sonnenlauf statt, immer zu Beginn der großen Sommersonnenwende. Die Kriegerinnen, Jäger und Häuptlinge der beiden Dörfer Táhekens treffen sich dann am Seneb-Fluss. Das Ritual steht unter Aufsicht der Schamanen der beiden Dörfer, ob sie selbst daran teilnehmen oder es ausführen, ist nicht bekannt, ebenso wenig darüber wie dessen genauer Ablauf.
Weiterhin ist bekannt, daß es ein Ritual zur "Segnung" der Krieger und Kriegerinnen gibt, wenn sie in einen Krieg ziehen. Ob dieses Ritual mit Blutopfern verbunden ist, weiß man nicht genau, aus Erfahrungen mit den Orks ist es aber naheliegend.
Auch die Vermählung zweier Liebenden ist ein Ritual. Das Pärchen wird an Händen und Füßen zusammengefesselt und muss über einen Steg laufen, ebenso tauschen sie auch ihr Blut miteinander. Früher fand dieses Ritual in den schwindelnden Höhen des Dorfes statt, heute aber nur noch symbolisch einen Schritt über dem Boden.
Über das Ritual zur Mann- oder Frauwerdung eines mündigen Kriegers oder einer mündigen Kriegerin (im Alter von 12 Jahren) ist nichts bekannt, es ist offenbar ein großes, gut gehütetes Geheimnis der Tahé'Ka.
Zu ihren Festen bemalen sich die Krieger und Kriegerinnen der Tahé'Ka in den buntesten Farben und tragen große Hüte mit den vom Vorderschädel geschorenen Haaren darauf. Die große Ehre tanzen zu dürfen, wird bei diesen Festen nur den zehn besten Kriegern und Kriegerinnen zuteil.
Die Tahé'Ka tragen als Kriegsbemalung zwei gelbe Striche auf der linken und einen roten Strich der einen gelben Kreis durchbricht auf der rechten Wange. Sie führen wie alle Waldmenschen meist Speere, Dolche und Blasrohre. Im Kampf tragen sie Krallen an den Händen, die mit Schnüren befestigt werden; dem Kampfhandschuh "Orchidee" sehr ähnlich.
Ihre Haare tragen sie vorne etwa bis zur Hälfte des Schädels kurzgeschoren und den Rest lang. Oft findet man auch bunte Bändchen darin eingeflochten, zwei gelbe links und ein rotes rechts. Dies scheint eine Art Erkennung der einzelnen Dörfer unter den Tahé'Ka zu sein. Eine Besonderheit ist, daß die Tahé'Ka regen Handel mit den Weißen treiben, ansonsten kann man sie nur als feindselig und argwöhnisch gegenüber den weißen Siedlern und Siedlerinnen bezeichnen. Die Gewinne des Handels sind sicher mit ein Grund, warum es bisher nie zu großen Zwischenfällen zwischen den Weißen und den Tahé'Ka gekommen ist.
Im Westen Ahamis ist der Stamm der Sabu ansässig, der - obschon zwar klein - bis in die jüngste Vergangenheit Krieg gegen die Kemi führte. Erst ein massiver Einsatz von Laguna-Ordensrittern konnte die Waldmenschen endgültig befrieden.

Von Hardis Bekowan, Zugvogel des Aves
"An Wohlgeboren Refardeon Berethas von Goldengrund
Geehrte Wohlgeboren,
dies soll ein kleiner Zwischenbericht sein, wie meine Forschungen verlaufen und auch sonstigen geneigten Lesern den Dschungel des Südens näherbringen. Ich verbringe nun schon fast zwei Jahre damit, die Pflanzen- und Tierwelt des Dschungels zu erforschen, zu katalogisieren und für die Nachwelt festzuhalten.
Bei meinen Vorbereitungen entschloss ich mich, meine Forschungen im Königreich Kemi zu betreiben, da ich dort weniger als in anderen Südstaaten befürchten musste, meine Arbeit im Dunkeln betreiben zu müssen.
Als Stützpunkt wählte ich zunächst die Hafenstadt San Torin, da der dortige Sah als sehr aufgeschlossen gilt und die Stadt ein beliebter Anlaufpunkt für Schiffe ist. Ich hoffte so, genügend mit Schreibmaterial und anderen eher exklusiven Waren versorgt zu sein.
Dies stellte sich bald in zweierlei Hinsicht als Trugschluss heraus, denn der Dschungel war in der näheren Umgebung von San Torin nicht zu finden. Es handelte sich zwar um einen recht dicht bewaldeten Küstenstreifen aber nicht um einen Dschungel, wie man ihn sich vom Hörensagen vorstellt. Desweiteren war es fast unmöglich die Waren, die ich benötigte, zu zahlbaren Preisen zu bekommen. So entschied ich mich nach zwei Wochen, meinen Standort zu verlegen, und zwar nach Biazzan, dem Baronssitz der Baronie, oder, wie es die Kemi nennen, Tá'kîb Táheken. Dies hatte zweierlei Gründe: Erstens liegt Biazzan weit im Landesinneren, so dass ich hier wohl meinen Dschungel finden würde, und zweitens gab es ganz in der Nähe ein Dorf der Mohas, so daß ich weiterhin hoffen konnte, vielleicht mit einigen der Ureinwohner des Dschungels sprechen zu können, vielleicht sogar sie zu beobachten.
Biazzan war ein kleines Dorf mit knapp 300 Einwohnern und Einwohnerinnen, sehr malerisch an einem See, dem Seneb-See, gelegen. Sobald man die weiten Reisfelder hinter sich gelassen hatte, begann der Dschungel. Dicht und undurchdringlich erschien er mir aber ich täuschte mich, sobald man die ersten 15-20 Schritt hinter sich gelassen hatte, was unter Umständen mehrere Stunden dauern konnte, konnte man sich recht frei bewegen. Zwar war die Vegetation immer noch dicht, aber man musste nur noch selten die Machete benutzen um vorwärts zu kommen.
Offensichtlich war der Bewuchs nur an den Ausläufern so undurchdringlich, dies bestätigte sich in den nächsten Wochen - je weiter man in den Dschungel vordrang, desto weniger ausgeprägt war der Bewuchs. Desweiteren war auffällig, daß die Vegetation nicht geringer wurde, sie schien sich einfach nur zu verlagern. Weiter im Dschungel stellte ich fest, daß der Pflanzenbewuchs oft erst in vielen Schritt Höhe begann. Die Pflanzen wuchsen auf und an den Stämmen der gigantischen Dschungelbäume, offensichtlich suchten sie die Nähe des Praiosgestirns. Die ganzen Baumwipfel waren von Lianen überwuchert, und manchmal konnte man den Himmel nicht mehr sehen, so dicht war das Geflecht der Lianen. Man hatte das Gefühl, wenn man einen Baum fällen würde, so könnte er nicht umstürzen, und bisweilen fand ich abgestorbene Bäume, die wirklich nur von dem Lianengeflecht in der Luft gehalten wurden.
Meine Forschungen erwiesen sich als kompliziert, da sie fast immer mit waghalsigen Kletterpartien verbunden waren. Aber ich nahm das Wagnis auf mich, schließlich wollte ich nicht mit leeren Händen zurückkehren.
Zu den Lianen bliebe noch zu sagen, daß es hier unglaublich viele unterschiedliche Arten gibt. Oft fand ich im Inneren eine klebrige Substanz, manche waren giftig und nicht selten hatte ich ätzende Wunden, manche scheinen aber auch heilende Wirkung zu haben. Alleine meine Aufzeichnungen über die verschiedenen Arten und Variationen der Lianen umfassen mittlerweile schon über drei Dutzend Arten und könnten schon ein halbes Lehrbuch füllen. Eine sonderbare Art, die ich entdeckte, sind die Bandlianen. Sie werden bis zu einem halben Schritt breit, wobei sie nur eine Handbreit dick sind. Ich habe versucht herauszufinden, wie lange sie werden, gab aber nach 30 Schritt entnervt auf, da es kein Ende zu geben schien und ihnen zu folgen in großer Höhe einfach unmöglich war.
Langsam lernte ich die Bewohner und BewohnerinnenBiazzans näher kennen und fand bald einen Waldläufer, der bereit war, in meinen Dienst zu treten. Sein Name war Heke, ein Kemi, in dessen Adern offensichtlich Mohablut floss, das zumindest verriet seine bronzefarbene Haut. Er machte mich auf viele Dinge aufmerksam, und nach und nach traute ich mich tiefer und tiefer in den Dschungel. Nach kurzer Zeit bat ich ihn, mir Mohisch beizubringen, doch ich musste mich sofort belehren lassen, daß es das "Mohisch" überhaupt nicht gäbe. Vielmehr handelt es sich bei dieser Sprache um viele Dialekte, von denen es hunderte geben muß. Er sagte mir, daß es sogar innerhalb von einzelnen Sippen oft schon Dutzende unterschiedliche Dialekte gäbe. Inwieweit sich diese Dialekte unterscheiden, vermochte Heke mir nicht zu sagen. Doch noch während meiner Versuche, diese Sprache zu erlernen, erkrankte ich an einem Fieber. Es dauerte über drei Wochen, ehe ich mich erholt hatte, und eine zeitlang war ich Nahe an Borons Hallen. Sobald ich wieder in der Lage war in den Dschungel zu gehen, nahm ich meine Forschungen wieder auf.
Die Tierwelt des Dschungels - auch sie ist einzigartig! Zunächst einmal gibt es kaum Artenvielfalt im Vergleich zu den Pflanzen, und im Verhältnis dürfte es sich um höchstens 1/15 der schieren Anzahl im Vergleich zu den Arten handeln, sprich, es gibt nicht nur wenig Arten, sondern überhaupt wenig Tiere im Vergleich mit der Vielfalt der Flora.
Hauptsächlich findet man Tiere, die sich in den Bäumen oder durch die Luft bewegen können: Affen und Vögel, aber auch Katzenartige (Panther und Jaguare habe ich schon aus der Ferne beobachten können). Es gibt zudemr auch rehähnliche Tiere, Antilopen genannt, und Wildschweine, die durch den Dschungel ziehen. Neben dem Wild findet man auch Reptilien, da wären Eidechsen in allen Größen und Formen, ebenso Schlangen und Krokodile, Frösche und Kröten, und in den Seen und Flüssen die unterschiedlichsten Fischarten. Allgemein kann man sagen, daß die Tiere im krassen Gegensatz zu den Pflanzen und den Tieren im restlichen Aventurien sehr viel kleiner sind. So erreicht eine Antilope gerade mal die Größe eines Maultieres - und die meisten Pflanzenfresser werden kaum größer als oben genannte Antilopen.Das Klima hier im Dschungel ist fast unerträglich, es ist heiß und feucht, obwohl einem wegen der Feuchtigkeit die Hitze nicht so zusetzt. Anfangs fiel es mir schwer, mich überhaupt längere Zeit fortzubewegen. Aber man gewöhnt sich nach einigen Wochen daran; man sollte vor allem auf leichtere Kleidung achten. Es ist mir völlig schleierhaft, wie es die Soldaten und Soldatinnen der Schwarzen Armee schaffen, hier in voller Montur durch den Dschungel zu ziehen. Die Temperaturunterschiede sind tagsüber oft gravierend. während sie sich über das Jahr kaum ändern. Während des Tages regnet regelmäßig zwei Stunden um die Mittagszeit, so daß man oft stundenlang durchnässt durch den Regen zieht. Auffällig ist, daß es noch tropft, wenn es schon längst aufgehört hat zu regnen - bei dem dichten Blätterdach des Dschungels aber nicht verwunderlich.
Wohkgeboren, ich hoffe, daß ich Euch einen kleinen Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt des Dschungels geben konnte und hoffe auch weiterhin auf Eure Unterstützung. Eine Abschrift meiner gesamten Aufzeichnungen werde ich Euch nach Abschluß meiner Forschungen persönlich überreichen.
Die Zwölfe mit Euch!
Hardis Bekowan, Zugvogel des Aves"
(Der Brief eines Avesgeweihten an seinen adligen Gönner aus dem Horas Reich)

Tarek Sfandini:
Tarek ist ein kleiner (1,51 Schritt) Mann mit wildem zersausten grauem Haar und einem wahrhaften Akademikerblick. Er stammt aus Almada, und was ihn hierher verschlagen hat, weiß niemand so genau. Es ist ihm offenbar unangenehm darüber zu reden. Er hatte sich als Schreiber des Akîb Antaris Ni Táheken bewährt und war ein enger Vertrauter desselben. Er hat sich hier prächtig eingelebt und es gefällt ihm in Biazzan. Tarek hat eine diskrete Art, ohne dabei gleich zu unauffällig zu sein, was der Akîb sehr an ihm schätzte. Er ist vertrauenswürdig und verschwiegen, wenn es um die Geschäfte geht - ansonsten ist er einem kleinen Plausch nicht abgeneigt. Tarek kleidet sich für gewöhnlich in etwas teurere Stoffe um sich von der Allgemeinheit abzuheben, so ist er meist in seidenen Gewändern anzutreffen. Heute leitet er das Kontor der Familie Mezkarai im Palast Rabenherz zu Biazzan.
Zitate:
"Na los! Hochgeboren wird bald zurück sein, und ihr laßt zu, daß er sein Haus in diesem Zustand vorfindet..."
(zu den Dienern des Palacio)
"Was? Du hast diese Depesche noch nicht übersandt? Aber ich sagte doch, daß es eilt! Hochgeboren wird..."
(zu einem Boten)
"Ja, da habt Ihr schon recht, aber ich werde Euch leider eine genaue Erklärung schuldig bleiben. Die Geschäfte meines Herrn sind natürlich streng vertraulich!"
(zu einem Schreiber)
Rashida saba Ayrin al Fenneq qel Ayadan:
Rashida wurde am 12. Efferd 10 v.S.G. in Jergan geboren. Sie ist eine 1, 82 Schritt große Tulamidin mit pechschwarzem Haar, das sie lang und offen bis zur Schulter trägt und ebenso tiefschwarzen Augen. Ihr Gesicht wirkt eher zierlich und wird geprägt von einer langen Narbe, die sich von der linken Augenbraue über das linke Auge bis fast zur Oberlippe zieht. Ihr Auge hat diesen Schlag unbeschadet überstanden. Rashida hatte Glück, hätte sie dieser Khunchomer-Schlag voll getroffen und nicht nur gestreift, wäre sie wohl nicht mehr am Leben. Rashida ist von eher unauffälliger und zierlicher Figur und glänzt im Kampf eher durch ihre Gewandheit und Geschicklichkeit als durch rohe Kraft. Nichtsdestotrotz wäre sie durchaus in der Lage, eine Axt oder kleineren Zweihänder zu führen.
Rashida ist von ruhigem Gemüt, nicht aufbrausend und nicht von unnötigen Gefühlen belastet. Sie ist äußert berechnend und gefühlskalt. Dies alles trifft zu wenn sie kämpft oder ein Kommando führt. Lernt man sie dagegen genauer kennen, könnte man manchmal meinen, eine komplett andere Person vor sich zu haben. Fürsorglich, voller Wärme und zärtlich ist sie, wenn man sich privat mit ihr trifft. Ein Fremder würde nie im Leben denken, daß sie das raue Leben einer Söldnerin führt und in Mhanadistan berüchtigt für ihre Präzision und ihre skrupellose Art ist. Rashida lässt sich nicht von Gefühlen oder Vorurteilen leiten. Sie kämpft ebenso an der Seite eines Orks wie auch an der eines Menschen, Zwergen oder Elfen. Sie hat auch keine Hemmungen zu töten wenn es zum Kampf kommt, egal ob Mensch, Zwerg, Ork oder was auch immer. In solchen Situationen ist der Auftrag alles was zählt. Trotz dieser Eigenschaften ist sie sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Frauen und Männern beWUSst und fordert nie mehr als sie selbst tun würde. Nie würde sie ihre Frauen beWUSst in den Tod schicken oder einen aussichtslosen Kampf führen lassen. Alles in allem ist sie prädestiniert für ein Söldnerleben, wobei ihr dieses Umschalten ihrer Gefühle doch oft Schwierigkeiten bereitet.
Rashida trägt privat gern weite helle Stoffe aus gutem Leinen, zu besonderen Anlässen auch Seide oder Samt. Meist zieht sie Hose, Hemd und einen Kaftan aranischer Art an, man hat sie aber auch schon in schönen, verzierten Kleidern gesehen. Wenn sie auf Reisen ist oder einen Auftrag erledigt, trägt sie meistens eine Variante des Hartholzharnischs der persönlich auf sie zugeschnitten wurde und eine lederne Hose dazu. Zusammen mit ihren schweren Stiefeln, den Panzerhandschuhen macht sie dann trotz ihrer zierlichen Figur einen furchteinflössenden Eindruck. Dies wird noch unterstützt dadurch, daß sie auf ihrer rechten Wange zwei blutrote Striche trägt. Diese Marotte hat sie sich von einem Ork abgeschaut mit dem sie einige Zeit in einer Einheit diente. Dazu kommt dann noch ihr Eisenhelm in Form eines Totenschädels, der das Bild der grausamen Söldnerin abrundet.
Schon seit 15 Jahren zieht Rashida schon durch Aventurien und hat schon einiges erlebt. Anfangs verdiente sie ihr Geld als Geleitperson für fahrende Händler in Mhanadistan und Aranien. Doch nach einiger Zeit zog es sie in die Fremde. So wanderte sie gen Norden. Dort fand sie im Svelltland schnell ein zweites zu Hause. Sie wohnte in Lowangen und war bei der Händlerfamilie Bellentor angestellt um die Wagen auf der Fahrt zu bewachen und das Haus. Später wurde sie der Bewachung des Sohnes von Gandolf Bellentor, Roisin, zugeteilt. Roisin war das Nesthäkchen der Familie und Rashida hatte nicht viel zu tun. So verließ sie das Svelltland wieder. Sie durchstreifte das Orkland und Thorwal, um schließlich nach Süden zu ziehen. Sie verbrachte eine gewisse Zeit in Neetha. In Drôl schloß sie sich dann einer Söldnereinheit an, bei der sie die nächsten Jahre verbrachte. In Drôl lernte sie auch Antaris kennen mit dem sie einige Zeit zusammen diente. Die zwei kamen sich schnell näher und fingen eine leidenschaftliche Liebelei an. Doch Antaris zog es wieder in seine Haimat und Rashida hatte andere Pläne. So trennten sich ihre Wege wieder und erst Jahre später trafen sie sich wieder.
Nachdem sie nun fast zehn Jahre von zu Hause fort war und schwanger von Antaris, sehnte sie sich zurück nach Khunchom. So kam sie ihrer Sehnsucht nach und ging zurück in ihre Geburtsstadt. Dort gebar sie ihre Tochter Radjana. Ihr war klar, daß es ihr unmöglich sein würde, ihr normales Leben weiterzuführen, so entschloss sie sich eine kleine Söldnereinheit aufzubauen, die sie nur verwalten würde. Nach einiger Zeit hatte sie zehn Frauen und Männer zusammen, die sie auf die verschiedensten Missionen schickte. Die Einheit, "Kors Mantikore", war mehr ein Zusammenschluß verschiedener Söldnerinnen und Söldner unter Verwaltung Rashidas. Nach einigen Jahren hatte Rashida einen so guten Ruf, daß sie sich die Leute förmlich aussuchen konnte, ebenso ihre Auftraggeber. Die Einheit war mittlerweile auf fünfundzwanzig Frauen und Männer angewachsen.
Doch dann erfuhr sie, daß ihr geliebter Antaris im Kahét Ni Kemi wieder von seiner Familie aufgenommen worden war und nun ein wichtiger Mann war. So entschloss sie sich, einen Brief an Antaris zu schreiben und ihm von ihrer gemeinsamen Tochter zu berichten. Antaris Antwort überraschte sie, er bat sie zusammen mit Radjana zu ihm nach Táheken zu kommen. So tat sie es auch und lebt seitdem in Biazzan. Ihr und auch Antaris ist völlig bewußt, daß sie nie den Traviabund schließen können, dazu würde der Rabenabt, dass Oberhaupt der Familie Mezkarai, nie seine Einwilligung geben. So halten sie ihre Liebe geheim und nur einige wenige enge Vertraute des Akîbs wissen bescheid über Rashida und Radjana. Obwohl Antaris im Zuge seiner militärischen Beförderung in die Inselkolonie gezogen ist, lebt Rashida immer noch in Biazzan, das ihr zur zweiten Heimat geworden ist.
Zitate:
"Geschlagen ist nur der, der den Glauben daran verliert wofür er kämpft."
"Hundert Schafe von einem Löwen geführt sind gefährlicher als hundert Löwen von einem Schaf geführt."
"Los Frauen, Männer, jetzt wird Kor wieder Blut sehen."
"Laßt Euch nicht so feiern, schließlich habt ihr nicht Al'Anfa eingenommen."
"Es ist doch egal, ob er ein Elf ist, er hat hinterrücks einen meiner Männer gegrillt [Fulminictus]! Dafür werde ich ihm seine Ohren abschneiden."
"...du glaubst ich wäre zwei Menschen, mal skruppellos und mal sanft und einfühlsam? Nein, ich habe nur zwei Berufe: mal Söldnerin, mal Mutter und Freundin!"
(zu einem guten Bekannten)
Hauptfrau Iala Viracocha:
Iala ist eine schlanke athletische Kriegerin; ihre blonden Haare trägt sie meist in einen Pagenschnitt. Tiefblaue Augen und eine befehlsgewohnte Stimme zeichnen sie aus. Wenn man Iala sieht, würde man nie meinen, daß sie erst Mitte 30 ist. Ihr wettergegerbtes, gebräuntes, von Narben gekennzeichnetes Gesicht lässt sie um einige Jahre älter aussehen. Iala ist eine stolze Kriegerin und überzeugte Gläubige des Raben. Sie ist es gewohnt, Befehle zu geben und ihrerseits nicht lange nachzufragen, wenn sie welche erhält.
Sie redet offen und verabscheut Leute, die viel reden aber nie etwas sagen. Sie ist für klare Verhältnisse und macht daraus auch keinen Hehl. Sie ist nun schon fast vier Jahre in Biazzan stationiert und kommandiert seither die 20 in Táheken stationierten Milizionäre der Schwarzen Armee. Sie versteht sich gut mit den Bewohnern.
Meist ist Iala in ihrer Uniform anzutreffen. Privat sieht man sie, wenn auch selten, in praktischen und bequemen Lederkleidern, jedoch immer ihr Sichelschwert "Schwester" an ihrer Seite. Zu offiziellen Anlässen trägt sie gerne eine tadellos polierte Rüstung.
Zitate:
"Los, Frauen, wir haben einen Auftrag von höchster Stelle, da wird nicht gemault..."
(zu ihren Soldaten/innen)
"Was!? Das nennst du Strammstehen? Meine Großmutter hatte geradere Beine und 'ne bessere Haltung und die ist über 80 Götterläufe. Und dann noch frech werden wollen... Runter und zeig' mir zwanzig... Eins, Zwei, Zweieinhalb..."
(zu einem Rekruten)
Nifrita Ni Biazzan, Gesandte bei den Tahé'Ka:
Nifrita ist die Tochter des Familienoberhauptes der Ni Biazzans. Sie erwies sich in jungen Jahren schon als sehr redegewandt, und auch schon vor ihrer Ernennung zur Chat bei den Tahé'Ka hat sie dadurch und durch ihr Interesse und ihre Kenntnisse über die Tahé'Ka Eindruck hinterlassen. Wäre sie nicht mit diesem Amt betraut worden, hätte sie wohl ihre Karriere in ihrer Familie, als Händlerin fortgesetzt.
Nifrita ist eine nicht gerade hübsche Frau. Ihr Gesicht ist vernarbt durch die Pocken, die sie vor 4 Jahren hatte und überlebte. Sie ist sehr klein, nur 158 Halbschritt groß und hat schwarze Haare. Ihre Augen sind braun und wirken sehr klein und gedrängt. Sie ist mittlerweile 36 Jahre alt.
Warum sie dieses Amt annahm hängt mit ihrer Leidenschaft zusammen. Sie interessiert sich leidenschaftlich für die Gebräuche und die Geschichte der Waldischen. So erfüllte sich mit der Anfrage Antaris' ein Traum für Nifrita. Dieses Amt gibt ihr Gelegenheit einen tiefen Einblick in die Kultur und Geschichte der Waldischen zu erlangen, so hofft sie.
Meist trägt Nifrita lange Gewänder. Jetzt wo sie zu den Tahé'Ka soll, sieht man sie aber häufig, in zweckmäßiger Kleidung für den Aufenthalt im Dschungel. Sie ist in Sachen Mode nicht festgelegt, sie kleidet sich der Aufgabe entsprechend. Früher bei ihren Forschungen im Dschungel hat sie gelernt, dass zweckmäßige Kleidung gerade im Dschungel sehr helfen kann. Natürlich auch bei Verhandlungen mit anderen Händlern, wer will schon mit einem Bettler einen Vertrag abschließen? Aber wer will mit einem reichen Schnösel, in seidenen Gewändern und Maniküre-Set, in den Dschungel ziehen?
Zitate:
Das müsste mindestens einhundert Jahre sein und ist eindeutig ein Machwerk von Waldmenschen. Und das hier... was man wohl daraus schließen kann... aber um das Datum genau zu bestimmen brauche ich mehr Zeit.
Aber nicht doch? Ihr wollt mich doch nicht beleidigen!! Mindestens zwölf von Hundert für unsere Vertragspartei. Darunter werden wir nicht ins Geschäft kommen.
Cankun-catka ("Flinke linke Hand"):
Der amtierende Kriegshäuptling ist eine eher unauffällige Gestalt, allein sein besonderes Geschick mit dem Speer und sein taktisches Urteilsvermögen haben ihm wohl den Rang eines Kriegshäuptlings eingebracht. Ansonsten weiß man nicht viel über ihn, da im Moment kein Krieg herrscht und er erst kurz dieses Amt bekleidet. Er scheint ein begnadeter Jäger zu sein, was ebenfalls für ihn spricht. Man sagt ihm nach, er würde Blut trinken und wäre besonders grausam.
Cankun-catka ist 154 Halbfinger groß, hat schwarze Augen und Haare. Seine Statur ist sehnig und athletisch. Er weiß seinen Speer mit tödlicher Präzision zu führen. In einem Kampf verzichtet er völlig auf lähmende Gifte, da dies seiner Auffassung zuwiderläuft. Er will in einem Kampf seine Stärke und Überlegenheit beweisen, und das kann er nicht, wenn sein Gegner unter der Wirkung eines Giftes über seine eigenen Füße fällt - dies ließe auch ihn auch eher lächerlich wirken.
Auch seine recht beeindruckende Trophäensammlung spricht von seinem Können. Da findet man eine Kette aus Alligatorzähnen, den Schwanz eines schwarzen Panthers und dazwischen die eine oder andere Waffe eines Weißen. Auch einige Schrumpfköpfe getöteter Gegner kann er vorweisen.
Tasa-tonwam ("ewig Berauschter"):
Der Friedenshäuptling Tasa-tonwam ist ein ruhiges Gemüt, weswegen er auch für diesen Posten prädestiniert ist. Daß seine Ruhe aus dem übermäßigen Schnapskonsum herrührt, stört eigentlich keinen. Im Gegensatz zu vielen anderen wird Tasa-tonwam nicht aggressiv im Rausch sondern bei ihm ist es eher umgekehrt. Unter den Keke-Wanaq sind die Friedenshäuptlinge nicht sonderlich geachtet und ihrem Wort wird auch nur selten Gehör geschenkt. Eigentlich ist es schwer, einen Friedenshäuptling zu finden - keiner will dieses wenig beachtete Amt haben.
Da kam Tasa-tonwam gerade Recht, da er ständig betrunken ist - und zwar stark! Er könnte sowieso nicht kämpfen oder jagen und wäre dabei nur hinderlich. So machte man ihn kurzerhand zum Friedenshäuptling. Tasa-tonwam hat es aber trotz seinem eher geringen Einflusses geschafft, daß sich die Tahé'Ka an den Frieden mit den Weißen halten. Dies tut er, um den Handel aufrecht zu erhalten - damit immer genug Schnaps für sich abfällt und weniger um des Friedens willen.
Tapa-wah ("Den die Geister schützen"):
Der Schamane Tapa-wah ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Seine Ausstrahlung ist erdrückend. Wenn er spricht, wagt es niemand ihn zu unterbrechen, sein Wort gilt den Tahé'Ka als Befehl. Sein Einfluss bei den Tahé'Ka ist so groß, daß wenn man etwas will und er es befürwortet, man es schon hat. Tapa-wah lebt eher zurückgezogen und mischt sich auch nur selten in die Angelegenheiten der Häuptlinge ein, weswegen sein Wort noch mehr gilt.
Tapa-wah ist erst seit zwei Götterläufen Schamane des Dorfes, er nimmt sein Amt sehr ernst und die Geister scheinen ihm gewogen. Bisher meisterte er alle Herausforderungen. Warum sein Vorgänger und sein Mentor verschwand, weiß niemand so genau. Eines Tages war er spurlos verschwunden. Es gehen viele Gerüchte unter den Waldmenschen um. Vom Freitod, weil ihm die Geister nicht mehr gewogen waren, bis zum gewaltsamen Tod durch Tapa-wah oder auch die Geschichte, daß Tapa-wah so mächtig geworden war, daß sein Mentor freiwillig in den Dschungel zog, um ihm nicht länger im Weg zu sein (diese Variante wird jeder Außenstehende zu hören bekommen).
Der Rat der Alten:
Der Rat der Alten besteht aus den vier ehemals herausragendsten Kriegern und Jägern des Stammes - je zwei eines jeden Dorfes. Der Rat hat rein beratende Funktion bei den Häuptlingen, aber ihre Vorschläge werden immer mit einbezogen und gehört, allein schon aus der Tatsache heraus, daß man ihre vergangenen Leistungen würdigt, aber auch, weil sie wegen ihrer reichlichen Erfahrungen als weise gelten.