Das autonome Gebiet Ssrahh-Zzahrrthh

Ser Catco-See Der Ancoco-See Die Dunklen Marschen Namenloser Fluß

[Allgemeines] [Catcosee] [Ancocosee] [Dunkle Marschen] [Namenloser Fluß]

Allgemeines

Alle autonomen Regionen Ylehas sind fast ausschließlich von den Ureinwohnern Ylehas besiedelt. Den Ylehi und ankommenden Neusiedlern ist es seit der Erstanerkennung der autonomen Gebiete in der Zeit des Freiheitsrates von Yleha unter Androhung hoher Strafen verboten sich in diesen dort anzusiedeln, dort Raubbau zu betreiben und allgemein, die Grenzen der Autonomiegebiete ohne Erlaubnis bzw. triftige Gründe zu verletzen.

Aus dem Assoziationsvertrag zwischen Yleha und dem Káhet Ni Kemi:

# Artikel 2/a:
Die Autonomie der Catco und der Achaz von Yleha ist unbedingt zu wahren.
# Artikel 2/b:
Den Catco und den Achaz wird jeweils ein, seit alter Zeit als Autonomiegebiet bestehender, Teil des ylehischen Territoriums als Autonome Region zugedacht, deren Grenzen nur mit Erlaubnis des betroffenen Volkes überquert werden dürfen.
Innerhalb dieser Autonomen Gebiete herrscht eine absolute interne Autonomie - sowohl die Legislative, als auch die Exekutive sind der kem'schen Krone gegenüber vollkommen und uneinschränkbar souverän.

Das Autonome Gebiet der Achaz wurde im Assoziationsvertrag den tributfreien Achaz Ylehas als autonomes Gebiet zugesichert.
Es ist hauptsächlich auf Sumpf, Morast und Mangrovenwald entlang des Catcocosees, des Ancocosees, der "Dunklen Marschen" und des "Namenlosen Flusses" beschränkt.

Der Catcosee

Der größte See Ylehas ist gleichzeitig sein absolut geheimnisvollster und seltsamster. Alleine der Umstand, daß der See keinen sichtbaren natürlichen Abfluß zum Meer hat (obwohl behauptet wird, daß der Catcocostrudel sich in das Meer entleert) und trotz dieser Tatsache nur sehr selten nach starken Regenfällen über die Ufer tritt, hat scho ganzen Generationen ein ängstliches Frösteln beschert...
Der Catcocosee ist durchzogen von Sandbänken, kleinen Inselchen, Mangrovenwald, Schwimmgrasflächen, gefallenen und vermodernden Bauriesen sowie Ruinen alter und prunkvoller Gemäuer aus der Blütezeit der Catco oder anderer Völker, die lange vor deren Aufstieg das Parkett der aventurischen Geschichte wieder verlassen hatten. Der See, von dem aus oft dichter Nebel ins Hinterland zieht und bisweilen sogar noch auf gespenstische Weise die Sonne über Yleha, Djardyon und Balîno verhüllt, wird von den Catco, wie auch den Achaz gleichermaßen in Teilen beansprucht - beide sehen ihn als einen Platz, der ihre Vergangenheit verbirgt...

Im nördlichen Teil des Sees befindet sich der gewaltig Catcocostrudel, der immerhin einen Durchmesser von fast fünfzig Schritt erreichen kann. In den alten Tagen sollen sich mutige Krieger der Catco in den Strudel gestürzt haben, um durch ihn zum Götterraben selber zu gelangen. Andere Quellen wissen allerdings zu berichten, daß Feinde der Catco in den Strudel geworfen wurden, wo sie seither von einer unglaublichen Entität von Ewigkeit zu Ewigkeit gequält werden. Wieder andere Quellen behaupten, daß die mutigsten Catco-Krieger sich damals in den Strudel stürzten, um zu sehen, wer von ihnen die Reise durch ihn (anscheinend unterirdisch zum Meer) überleben würde. Die selbe Quelle behauptet, daß die Überlebenden zu Führern des gesamten Volkes der Catco erhoben und als derische Sendboten des Rabens anerkannt wurden.

Auch heute fahren die Catco an Festen zum Strudel hinaus - in den Catcocostrudel gesprungen ist allerdings seit langer, sehr langer Zeit kein lebender Catco mehr. Ihre Toten bestatten zumindest einige Familien der Catco, die den Strudel als Tor zum Reich des Rabens sehen, auf Schilfflößen im nördlichen Catcocosee. Wenn sie dann in den Sog des Strudels geraten, gelangen sie der Legende nach direkt in die Paradiese des Rabens unter den Göttern...
Ein Experiment, das während der Besatzungszeit durch die Alanfaner mit Sklaven durchgeführt wurde, konnte keine genauen Erkenntnisse liefern - vielleicht auch, weil man die Sklaven in den Strudel warf und sich erst eine Woche später aufmachte, um in der Bucht von Yleha nach ihren Leichen zu suchen...

Bei den Achaz von Yleha gilt das Gebiet um den Strudel als so gefährlich, daß man ihm keinen Namen zubilligt. In ihren Legenden heißt das Gebiet in der direkten Nähe des Strudels übersetzt soviel wie "Namenloses/Verstoßenes Reich/Gebiet/Tor/...", ein Umstand, der zum Nachdenken anregen sollte...

Der Ancoco-See

Der See, den die Catco "Ancot'asar" ("Ursprung der Echsen") nennen, ist der größte unter den Nachbarseen des Catcocosees. Bis vor einigen Jahrzehnten war der See ein Teil seines größeren Bruders, trennte sich dann jedoch nach jener mächtigen Flutkatastrophe von ihm. Vor wie auch nach dieser Abtrennung waren bzw. sind die grünen, öligen Gewässer der Ancocobucht/des Ancocosees eine Brutstätte für Echsenwesen aller Art. Bisweilen kann der Betrachter sogar eine der seltenen Fischechsen erblicken, um die sich in Yleha schon seit Jahrhunderten Sag Mythen und Legenden ringen - und von denen einige immer noch behaupten es gäbe sie nicht...

Die Dunklen Marschen

"Die Dunklen Marschen" ist der Name, den ein kaiserlicher Karthograph sich seinerzeit bei einer Erkundung Ylehas ausdachte - anscheinend hatte die Sumpflandschaft im Süden, Südosten und Osten des Catcocosees mit ihren vermodernden Baumriesen, den weiten Flächen aus schwimmendem Gras und den vereinzelten verwitterten Felsen dazwischen beträchtlichen Eindruck auf ihn gemacht. Vielleicht lag es daran, daß die Hälfte seiner Begleiter in den Tiefen der Sumpflöchern verschwand...
Die "Marschen" sind Territorium der Achaz, hier, wo sich Moskitoschwärme tummeln und Alligatoren auf Opfer warten sind sie die wahren Herren. Es wird wohl niemanden geben, der ihnen diesen Anspruch jemals streitig machen will ...

Der Namenlose Fluß

Keinesfalls auf dem Namenlosen, jener Entität, die in Yleha glücklicherweise so gut wie unbekannt ist, sondern auf einem einfachen Informationsproblem basiert der doch sehr ungewöhnliche Name des Flußes, der wie die Sjah'T in den Grauen Zinnen entspringt.
Als das Gebiet der Achaz vor einigen Jahrzehnten rudimentär karthographiert werde sollte, stellte sich heraus, daß auf den Karten der vorhergehenden Jahrhunderte ein Fluß ignoriert worden war - der "Namenlose Fluß". Da die Erkunder nur sehr schlechtes Echsisch und schon gar nicht den örtlichen Dialekt selbigens sprachen, beschlossen sie den "unaussprechlichen" Namen des Flusses (über den die Achaz sich übrigens bis heute nicht einig sind - am häufigsten kursieren Namen, die übersetzt ungefähr "Fluß" bedeuten ...) wegzulassen. Sie notierten also als Namen "Namenlos". Jene Notiz führte schließlich über die flinken Hände eines geistig leicht inkompetenten Kartenzeichnersin Yleha zu dem Ergebnis, daß in den offiziellen Karten "Namenloser Fluß" stand.
Um weitere Querelen zu verhindern, wurde verfügt, den Namen "Namenloser Fluß" beizubehalten (angeblich wurde dies beschlossen, nachdem man über dreißig verschiedene echsische Versionen des Namens gehört hatte und feststellen mußte, daß alle unaussprechlich sind). Auch die Catco hatten nie einen Namen für den Fluß - anscheinend kannten und kennen sie seine Lage aber sehr gut.
Der "Namenlose Fluß" mindestens genauso grauenerregend und angsteinflößend wie die beiden Gebiete, die er durchquert: die Grauen Zinnen und die Dunklen Marschen. Kaum vom düsteren, bedrohlichen Sumpf zu unterscheiden, die Stämme von gefallenen Baumriesen und die Wurzeln von Mangroven umschlingend, durch den Sumpfwald in ewiges Zwielicht getaucht und stellenweise wie eine Kloake stinkend wälzen sich die trägen Fluten des "Namenlosen Flusses" in Richtung des Catcocosees dahin. Zwischen dem trügerischen Morast der Marschen und dem weitaus trügerischeren Morast des Flusses dümpeln gut versteckt Massen von Krokodilen und Alligatoren, Kaimanen und Raubechsen vor sich hin - immer auf Beute wartend. Wahrlich, der "Namenlose Fluß" mit seiner lebensfeindlichen Flora und Fauna, seinen morastigen Ufern und den Millionen und Abermillionen von Moskitos, die über seiner schlammig-ölige Oberfläche schweben, ist kein sonderlich einladender Fluß - für Menschen jedenfalls, denn die Achaz scheinen ihn zu lieben.

von T. W. und Bettina "Pony" Wiese

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