Neuigkeiten aus der Provinz Yleha

Akîb ni Zenach und Rabenschwinge einigen sich friedlich:
Presseverordnung wieder aufgehoben

Menev/Zenach - Zwischen dem Akib ni Zenach und der Redaktion der Rabenschwinge konnte der schwelende Streit bei einem längeren Treffen beendet werden. Der Akib hat seinerseits die Presseverordnung mit sofortiger Wirkung wieder aufgehoben und verzichtet auf eine Klage vor dem Crongericht, dafür hat sich die Rabenschwinge verpflichtet, sich bei ihrer Berichterstattung demnächst mehr zu bemühen den berechtigten Interessen der Obrigkeit gerecht zu werden.

(PCZ)

Dreister Fall von Wegelagerei in Zenach !
Los Kindunodaes plündern Händler auf der Route Yleha-Menev aus !

Völlig erschöpft erreichte der brabakische Händler Terabal di Sarakos mit seinen beiden Begleitern Menev um sofort bei der dortigen Garnison wegen des dreisten Überfall, welcher sich auf seiner Reise zugetragen habe, Anzeige gegen eine Räubergruppe namens „Los Kindunodaes“ zu stellen. Wie wir aus erster Quelle, von einem der Augenzeugen erfahren konnten, trugen die Banditen dabei die Waffenröcke der kemschen Miliz und auch die Bewaffnung glich der regulärer Einheiten, der einzige Unterschied sei ein graues Stofftuch mit einem schwarzen Raben gewesen mit welchem das gute Dutzend Spießgesellen ihre Gesichter verbarg. Jedenfalls wird damit klar, wohin die gestohlenen Waffen gewandert sind, ein Schlaglich wirft das auf die Fähigkeit dieser Lumpen, aber auch auf die Verlogenheit des Akibs ni Zenach. So behauptete dieser doch vor Erstellung dieses Beitrags noch immer steif und fest, ein Diebstahl habe nicht stattgefunden, was für eine groteske Unwahrheit.
Doch zurück zum Geschehen im Dschungel, die kleine Karawane des Händlers zog also durch den Dschungel und hatte die Staubwüste schon eine ganze Weile hinter sich gelassen, als plötzlich eine dieser Gestalten mitten auf den Trampelpfad trat und den Treck mit lauter Stimme zum Halten aufforderte. Dann erklärte der Wortführer sich und forderte eine stattliche „Zollgebühr“ für das freie Passagerecht durch den Dschungel. Der Händler soll zunächst sein Schwert ergriffen haben und wollte sich den Weg freikämpfen, aber als dann weitere Gestalten vor und hinter den drei Leuten aus dem Gebüsch traten, hat er dann doch lieber gezahlt. Danach ließ man die drei ohne Kampf ziehen, trug ihnen aber auf, in Menev davon zu berichten, was vorgefallen sei und dabei besonders auch ihren Namen zu erwähnen und deutlich zu machen, das fortan jeder der die Route zu bereisen gedenke, Zoll zu zahlen habe.
Wer sind diese Leute ? Für gewöhnliche Banditen gehen sie merkwürdig vor, vielleicht werden sie auch von einer Hand aus dem Osten gelenkt ? Handelt es sich um Separatisten ? Eine Sekte ? Waldmenschen ? oder einfach nur Flußpiraten ? Noch ist alles ungewiß, vor allem welche Reaktionen dieser Vorfall nach sich ziehen wird ?
Wahrlich, merkwürdige Dinge geschehen in Zenach, und noch merkwürdiger reagiert die Öbrigkeit, hat der Akib ni Zenach den Händler, nachdem dieser den Vorfall der Garde gemeldet hatte, sofort verbieten lassen, davon auch nur ein Wort an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Die Rabenschwinge wird nicht ruhen, bis Licht auch ins letzte Dunkel gebracht wird !

Akib ni Zenach will Klage vor dem Crongericht gegen die Berichterstattung der Rabenschwinge einreichen !

Aradjiel Kas Moiran, Akib ni Zenach ließ mitteilen, daß er sich infolge der letzten Berichterstattung der Rabenschwinge gezwungen sehe, deren Verbreitung im Gebiet der Taakib Zenach zu verbieten und darüberhinaus Klage gegen die Rabenschwinge vor dem Crongericht einzulegen, wegen Geheimnissverrats, Beleidigung von Amtspersonen sowie der allgemeinen Gefährdung der Sicherheitslage in Zenach.
Die Rabenschwinge kann ihrerseits nicht erkennen einen Fehler gemacht zu haben, entsprachen unsere Berichte doch stets der Wahrheit und wollten auch keineswegs verunglimpfen oder schaden. Sollte dieses Gefühl entstanden sein, so möchten wir uns ausdrücklich dafür entschuldigen.
Die in Kraft getretene Verordnung des Akibs kann allerdings keinesfalls rechtens sein, insofern werden wir diese keinesfalls hinnehmen und unsererseits eine Klage anstrengen, sofern sich der Akib nicht doch noch verhandlungsbereit zeigt.
Allerdings wäre der Rabenschwinge, und namentlich dem für Zenach zuständigen Redakteur an einer gütlichen Einigung wahrhaft gelegen, und so hoffen wir, daß sich hier eine für beide Seiten zufriedenstellende Regelung finden lassen wird.

Eilproklamtion des Akib ni Zenach !
Presseverordnung
gültig im Gebiete der Tá'akîb Zenach
gegeben im Jahre 33. S.G.

§ 1 [Begründung der Verordnung]

Infolge der pamplethischen wiederholten Verbreitung von Unwahrheiten und unerträglichen Beleidigungen gegen Amtspersonen tritt diese Verordnung mit sofortiger Wirkung in Kraft.

§ 2 [Genehmigunspflichten]

I Der Vertrieb von Presserzeugnissen muß genehmigt sein.

II Die Einreise von Bediensteten von Presseerzeugnissen muß genehmigt werden.

III Alle Artikel sind vor Verbreitung dem Akib vorzulegen, jeder einzelne ist zu genehmigen.

IV Das Lesen eines nicht genehmigten Erzeugnisses ist strafbar.

§ 3 [Genehmigung]

Die Genehmigungen sind zu erteilen, wenn eine genügend reichstreue Gesinnung und eine respektvolle Behandlung von Amtspersonen nachgewiesen wird oder es sich nicht sonst wie um übles Pack handelt.

§ 4 [Strafen]

I Bei Verstoßes gegen die Pflicht gem. § 2 I ist der Vertrieb zu untersagen. Bei Zuwiederhandlung ist Geldstrafe zu verhängen.

II Bei Verstoßes gegen § 2 II ist die Einreise zu untersagen. Bei Zuwiederhandlung ist das Subjekt zu verhaften, strengstens zu arretieren und zu einer Haftstrafe zu verurteilen.

III Bei Verstoß gegen § 2 III und IV kann eine Geldstrafe, bezogen auf den Reichtum des Schuldigen, bei mehrmaligen Verstoße auch eine Haftstrafe erfolgen.

IV Im übrigen bleiben sämtliche anderen Vorschriften in ihrer Wirksamkeit unberührt, insbesondere kann eine weitergehende Bestrafung des Nichteinhaltens dieser Vorschriften im Rahmen des CCC erfolgen.

§ 5 [Schlußvorschrift]

Diese Verordnung tritt mit sofortiger Wirkung für das gesamte Gebiet der Tá'akîb Zenach in Kraft und bleibt bis auf Widerruf oder Abänderung gültig.

(PCZ)

Nächtlicher Überfall auf die Garnison zu Menev !
- Rüstung und Waffen der Miliz entwendet ! - Akîb ni Zenach stinksauer !

Unfassbar, aber wahr, so oder so ähnlich soll es der leitende Offizier der Miliz in Menev ausgedrückt haben, als er feststellen musste, daß in der Nacht vor mittlerweile 2 Wochen ein Einbruch in das Garnisonsgebäude mitten am Marktplatz stattgefunden hat. Dabei wurden vor allem die Ausrüstungsgegenstände der Miliz entwendet, zwar hält sich der rein finanzielle Wert der Waren in Grenzen, allerdings steht nun ernstlich zu befürchten, daß die Diebe die Waffen zu schändlichen Zwecken einzusetzen gedenken, vielleicht sollen sie auch nur an die Ursupatorin im Osten oder gen Sylla geschafft werden. In Menev gehen jedenfalls mal wieder die wildesten Gerüchte um, woher, warum das kommt, und wohin das alles führen wird, aber etwas konkretes oder genaues lässt sich nicht wirklich ermitteln. So sind sich die einen gewiß, es könne sich nur um "eine Tat dieses verdammten maraskanischen Packs handeln", und "der Akib steckt mit denen doch unter einer Decke", wohingegen andere meinen "es könne sich nur um die Piraten und Freibeuter handeln, die gerade im Hafen lägen", wieder andere verdächtigen die Waldmenschen, die einen "großen Aufstand planten" und einige spekulieren auf die Aktivität der schwarzen Reiche, die sich nun auch in Kemi einen Stützpunkt verschaffen wollten und zuletzt, aber nicht als unbedeutenste Spekulation soll nochmals die Ursupatorin im Osten genannt werden. [Äußerungen in "-" stellen wörtliche Zitate dar und spiegeln nicht die Meinung der Rabenschwinge wieder.]
Nach den uns vorliegenden Informationen, fand in der Tatnacht ein großer Maraskenwettkampf statt, der aufgrund der größeren Gefährlichkeit, weniger wegen den Tieren selber, sondern vor allem wegen der häufig entstehenden Streitereien unter den Zuschauern stets eine höhere Präsenz der Ordnungsmacht erfordert. Deshalb war das Garnisonsgebäude nur von einer Wache gesichert. Diese wurde allerdings genau in dieser Zeit hinterhältig und hinterrücks niedergeschlagen, so daß sie sich an kein Gesicht erinnern konnte. Die Diebe müssen verdammt gut organisiert gewesen sein, denn immerhin war die Großveranstaltung nur wenig später beendet und die dort gebunden Wachen kehrten zur Garnison zurück und stellten das Desaster fest.
Der Akib soll Berichten zufolge getobt haben und in seiner Wut gar einen hölzernen Tisch mit der Faust zertrümmert haben, als er von dem Diebstahl Kunde erhielt, wenig später hat es überall in Menev Hausdurchsuchungen gegeben, alles wurde untersucht, manche Orte gar mehrmals, aber nichts...nicht mal eine Spur der Beute wurde aufgefunden, offenbar wurde die Suche nun aufgegeben, allerdings wollte der Akib hierzu keine Aussage machen, ganz im Gegenteil, er behauptete der Rabenschwinge gegenüber steif und fest, es habe nie einen Diebstahl gegeben, die kem´sche Miliz wisse ihre Magazine zu schützen, und wenn die Rabenschwinge weiter solche Lügen in Menev verbreite, werde man sich von hoheitlicher Seite überlegen müssen, wie man sich gegen solches Pressewesen wehren könne.
Die Rabenschwinge möchte nochmals darauf hinweisen, daß wir es eine Ungeheuerlichkeit finden, mit welcher Art jener Akib die Rabenschwinge und ihre Erforschungen, wo es nur geht zu behindern sucht, aber wir werden uns davon gewißlich nicht einschüchtern lassen.

(PCZ)

Akib schließt Dreivölkervertrag ab! Gemeinsamer Markt in Menev!

Menev/Zenach: Und tatsächlich hat der Akîb ni Zenach seine Androhungen war gemacht und wichtige Vertreter der Waldmenschen, sowie der Achaz in Zenach zu einem gemeinsamen Abkommen und Treffen bewegt. Er selbst war zu diesem Zwecke mehrere Wochen in der Taakib unterwegs und hat wohl zahlreiche Gespräche geführt und wohl auch einige Geschenke übergeben, jedenfalls muß sein Unterfangen wohl in Folge der Eingeborenenproblematik in anderen Gebieten als Erfolg bezeichnet werden. Zwar hat man die Pläne in Menev zunächst mit einigem Entsetzten aufgefasst. Im ersten Moment war der Schrecken, insebsondere deswegen so groß, weil der Akib beschlossen hatte, einmal im Jahr einen gemeinsamen Markt mit den Achaz und den Waldmenschen abzuhalten. Direkt zwischen den eigenen Häusern muß man sie dann doch nicht haben, mag mancher gedacht haben. Man fürchtete große Probleme und hatte auch Angst vor den Fremden. Aber als dann der erste gemeinsame Markttag staatgefunden hatte, wurden sie eines besseren belehrt. Denn dieser war ein voller Erfolg, zwar waren nur verhältnismäßig wenige Achaz und Waldmenschen gekommen, je etwa ein Dutzend, aber dennoch brachten sie einige fremdartige und durchaus begehrte Waren mit. Im ganzen wurden ein paar gute Geschäfte abgeschlossen, und vor allem kam es zu keinerlei Handgreiflichkeiten oder Streitereien. Akib Aradjiel kas Moiran war offenbar höchst zufrieden und ließ noch am selben Tag gemeinsam mit den beiden fremden Gesandeten folgende Übereinkunft verkünden:

Dreivölkervertrag

geschlossen im Jahre 32.S.G.
zwischen den Untertanen der Nisut im Gebiete der Táakîb Zenach
vertreten durch Akîb Aradjiel kas Moiran
und
zwischen den freien Achaz des freien Reiches Chh´r´zintiss Tzahh
vertreten durch Riss´charub
und
zwischen den Zenai
vertreten durch Häuptling Palla-Heng

im Glauben an eine gemeinsame friedliche und ausichtsreiche Zukunft versprechen sich die oben genannten Vertragsparteien gegenseitig zu unterstützen, die Freiheit der anderen zu achten und selbige im Notfall auch gemeinsam zu schützen.

Artikel I

Wenn einzelne Mitglieder eines Volkes einem Mitglied oder einer Gruppe eines anderen Volkes Schaden zufügt, so ist der Täter von seinem eigenen Volke zu bestrafen. Allerdings sollen die Vertreter der beiden anderen Völker zugegen sein und auch gehört werden.

Artikel II

Sollte es zu Streitgkeiten zwischen zwei Völkern kommen, so wird das dritte Volk zwischen ihnen vermitteln. Dieser Schiedspruch soll nicht angezweifelt oder in Frage gestellt werden.

Artikel III

So eine fremde Macht, eine der drei Völker angreift oder bedroht, so sind die anderen beiden zu Hilfe und Beistand verpflichtet. So nicht durch eigene Krieger, so wenigstens durch Lebensmittel und heilende Hände.

Artikel IV

Jedem Volk soll ein angemessener Teil des Landes sein. All die Teile die jedes Volk jetzt schon bewohnt sollen auch weiterhin sein Teil bleiben, so gehören den Achaz die Sümpfe, den Zenai die undurchdringlichen Dschungel, den Kemi aber ihre bestehenden Siedlungen, ihre bestehenden Wege und Pfade, sowie das Land entlang der Wasserläufe.

Artikel V

Desweitern ist beschlossen, einmal im Jahreslauf, ein gemeinsames Treffen aller drei Völker in Menev stattfinden zu lassen. Dabei sollen die Vertreter aller drei Völker ihre Probleme beraten und sich gegenseitig austauschen. Außerdem soll zu dieser Zeit ein gemeinsamer Markt zwischen allen drei Völkern stattfinden.

(PCZ)

Neue Pläne des umtriebigen Akib ni Zenach

Nun vergeht bald keine Ausgabe mehr, in der wir nicht von einer neuen, zumeist äußerst ungewöhnlichen Idee oder Handlung des Akîbs ni Zenach berichten können und auch diese Ausgabe stelllt insofern keine Besonderheit dar. Denoch höre man und staune, der Akîb plant die Häuptlinge der in Zenach lebenden Waldmenschen und der Achaz nach Menev einzuladen, wie er sagte um bereits weit im Vorfeld mögliche Probleme abzuklären und eine bessere Kooperation zu erreichen. Ob das wirklich so klug ist, kann man ernstlich in Frage stellen, gelten die Waldmenschen Zenachs, die gefürchteten Zenai doch als blutrünstige Menschenfresser, die auch nicht davor zurückschrecken sollen hochgestellte Persönlichkeiten zu verspeisen. Doch dies ist nur eine der Unternehmungen, die derzeit in Menev betrieben werden.
Aradjiel Kas Moiran ließ weiterhin mitteilen, daß er auch darüber nachdenke demnächst Tar'in Nâsar'h, Akîb Ni Antien Marét nebst Gattin nach Menev einzuladen, desweitern bemühe er sich an der großen Warenschau zu Djunzes teilzunehmen und hoffe der Hayta ni Djunzes erkläre hierzu sein Einverständnis. Immoment befindet sich der Akib hierzu in Taimen und trifft sich dort mit dem Hayta und auch mit dem dortigen Akib zu ausführlichen Gesprächen und zuletzt überlege er sich auch, wie die Entwicklung der im Hinterland Zenachs gelegenen Orte beschleunigt werden könne. Dabei dächte er einerseits an die Ernennung eines eigenen Sahs für dieses Gebiet um so die Sicherheitslage zu verbessern, anderseits an die Gründung einer neuen Minengesellschaft, die mit dem Erforschung neuer Rohstoffvorkommen nördlich von Rheged beginnen könnte. Und wie könnte es sein, auch an eine neue Verordnung werde gedacht. Der Schreiber des Akibs bestätigte das der Akib vor Gedanken und Aktionen kaum noch zur regelmäßigem Schlaf komme. Wir hoffen aber, das wenigstens unsere Leser noch ruhig schlafen können.
(PCZ)

Adoption in Menev ! Akîb kas Moiran hat jetzt einen Adoptivsohn!

Der umtriebige Akib Zenachs hat kürzlich mit einer Amtshandlung seinerseits die Adoption von Quesadjiel Dilazoab bekanntgegeben, einem gerade einmal 2 Jahre alten Kind. Fortan soll der junge Derebürger den Nachnamen des Akibs tragen.
Doch was steckt hinter dieser Adoption, warum zeigt sich der Akib plötzlich so menschfreundlich? Der Akib ließ lapidar mitteilen, daß er besagte Adoption - guter maraskanischer Tradition folgend - vorgenommen habe, im übrigen aber auch um der armen und alleinstehenden Mutter unter die Arme zu greifen, denn immerhin sei der Vater des Kindes unbekannt. Sicher, dies mag nicht verwundern, haben wir bislang besagten Akib doch stets als wahrhaftigen und redlichen Menschen erlebt, doch liegen die Gründe wohl anders. Nicht nur unter vorgehaltener Hand hält man in Menev den Akîb selbst für den Vater eben jenes Kindes. Uns so muß die Angelegenheit wohl in einem anderen Licht betrachtet werden.
(PCZ)

Ein Hofrat im Badehaus - Protokoll eines Augenzeugenberichtes

"Mein Name ist Har'ahm Nefi'chii und ich bin seit zwei Jahren, also gleich nach dem Abschluß meiner Grundausbildung bei der schwarzen Armee persönlicher Schreiber des Gardehauptmanns Tar'in Nasar'h, der zudem auch noch Akib ni Antien'Maret ist. Da ich vor meiner militärischen Laufbahn in der Schreibstube meines Vaters gearbeitet hab und weil dem Hauptmann meine Handschrift gefällt und von meiner Zuverlässigkeit überzeugt ist, schreibe ich nicht nur seine militärische Korrespondenz, sondern kümmere mich auch um seine akiblichen Schriftwechsel, worauf ich übrigens sehr stolz bin. Wie auch immer, nachdem in Yleha die großen Umbrüche im Reich und der Tod unser alles geliebten Nisut bekannt wurden, traf sich der Hauptmann mit der Hatyat. Beide hatten einen großen Widerwillen vor diesem Treffen gezeigt, die Hatyat weil dieses Treffen ihren Jagdausflug unterbrach und der Hauptmann wegen der... hm... seltsamen Umfangsformen der Hatyat. Nicht daß er vor Ihr Angst gehabt hätte, auch wenn das immer gerne behauptet wird, aber die Hatyat ist wirklich ein wenig seltsam und der Hauptmann quält sich vor jedem Treffen mit Ihr einen kleinen Becher Fischöl in den Magen, um bei den Rummengen, die er dabei trinken muß, mit halbwegs klarem Kopf zu überstehen.
Bei dem Treffen selber war ich nicht anwesend, aber anschließend diktierte mir der Hauptmann die Einladungen zum ylehischen Kronrat, wobei auch eine Einladung an Rhônda Setepens dabei war. Aber um ehrlich zu sein, seit ich in Yleha arbeite, wundert mich nichts mehr, vor allem nicht das, was auf den ausdrücklichen Befehl der Hatyat geschah. Nur daß der Kronrat im Badehaus abgehalten werden sollte, wunderte mich zunächst, aber der Hauptmann teilte mir später im Vertrauen mit, daß die Hatyat die Einrichtung des großen Ratssaales an einen Nordländer verkauft hatte, um Geld für die restlichen Befestigungsanlagen der Stadt zu erhalten.
Schließlich war es soweit, der tag des Kronrates war gekommen und ich war als Schreiber mit dabei. Und abgesehen von mir, und ein paar weiteren Schreibern, den Bademädchen und anderen Bediensteten waren noch die Hatyat, Gardegeneralin Quenadya Mezkarai und Ihr Ehemann, der Hauptmann Tar'in Nasar'h, die Äbtissin Ni Al'Areal, Ilyár Réasciya Bôronyá'h Dscher'yîn'h , Akib Aradjiel Kas Moiran ni Zenach, Inono, die Vertreterin der Catco, Zsess als Gesandter der Achaz, Kanzler Dio Cardassio de Cavazo, der Rondraprister Alrik Sandström sowie 3 Ylehsichen Händler anwesend.
Alle außer dem Kanzler saßen im großen Trog, der Kanzler hatte es sich in einem Sessel neben dem Trog gemütlich gemacht, vielleicht weil er Angst hatte, daß seine feinen Kleider und seine Perücke naß werden konnten. Ich denke, jeder außer der Hatyat, die sich meiner Meinung viel zu aufreizend im Kraäterbad räkelte, hätte gerne mit ihm getauscht, denn keiner der Anwesenden schien von dieser irrwitzigen Ratssitzung viel zu halten.
Nachdem sich alle eingefunden hatte und die fleißigen Bademädchen au dem Trog verbannt worden waren, reichte ich dem Hauptmann seine Notizen. Wir hatten am Abend zuvor mehrere Stunden daran gearbeitet und versucht, die seltsamen Vorstellungen der Hatyat in möglichst wohlklingende und nicht zu provokante Formulierungen zu verpacken, übrigens wie immer, denn die Hatyat sprach nur ungern vor hohen Herrschaften. Während diese sich nun also dem Reisschnaps widmete, verlaß der Hauptmann die drei Punkte, die wir am Abend zusammengetüfftelt hatten und war insgeheim froh, daß es die Hatyat nicht bemerkte, daß er einen vierten Punkt, der sich mit einer Art freiwilligen Militärzwangsausbildung für Bauern beschäftigte, wegließ.

Natürlich weckten diese drei Punkte die vom Hauptmann erwartete, heftige Disskusion, besonders der Akib ni Zenach, der sehr finster udn gereizt den Ausführungen des Hauptmannes gelauscht hatte, mißbilligte mit Recht den letzten Punkt: "Genug, es reicht! Was soll das heißen? Inwiefern hat Zenach einen minderwertigen Verwaltungsaufbau? Wart ihr überhaupt schon mal da ? Ich gebe zu, wir haben kein Badehaus, aber es geht auch ohne. Im übrigen, zweispuriger Karawanenverkehr, also wenn ihr zuviele Suvaren habt, man kann sein Geld auch leichter und schneller verjubeln als die Strecke Menev-Yleha/Stadt auszubauen. Völliger Unsinn so ein Plan!"

Daraufhin meldete sich der Kanzler zu Wort, wobei er besonders beim zweiten Punkt sehr viel negative Emotionen in seine Worte legte: "Erstens, Rhônda Setepen IST bereits in Acht und Bann mit all den Knsequenzen, die Ihr hier proponiert habt. Ich verstehe den Sinn einer neuerlichen Proklamation nicht.
Zweitens, ich lehne eine neue Sonderstruktur kategorsich ab. Die Schaffung eines Doppelterritoriums unter der Provinz wäre ein nicht dagewesener Sonderfall, den die Kanzlei weder für sinnvoll noch für erstrevbenswert hält. Die Begründung hierfür ist nicht einleuchtend und geht wieder bedenklich in die Richtung differenzierender, spalterischer Tendenzen. Es ist nun wirklich an der Zeit, diese ewigen ylehischen Sonderwünsche hintenanzustellen und den spalterischen Elementen nicht immer wieder ein Habitat zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen. Eine Vereinigung von Anûr mit Antien'Maret scheidet aus. Zum einen, um nicht die Beziehungen zum Bündispartner aus Sylla zu vergiften, der nach wie vor einen von der Krone nicht zurückgewiesenen Anspruch auf Anûr erhabt, zum anderen halte ich eine Verwaltung, die in ihrem Aufgabengebiet ein Kriegsgebiet und besetztes Land neben einem zwar insatbilen aber prosperierenden Territorium bearbeiten soll, für sehr unglücklich. Sollte Yleha auf einer Sonderbehandlung der Provinz Zenach und einer deutlichen Abgrenzug zu den altylehischen Gebieten bestehen, werde ich eine Vereinigung Zenachs mit Táîmen vorschlagen.
Und drittens, ich dachte, Hoheitliche Ehren Managarm hätten bereits einen beachtlichen Ausbau des Weges vorgenommen?"

Der Hauptmann, dem alle diese Argumente und Einwände natürlich schon vorher bedacht hatte und mit denen er insgeheim natürlich komplett einverstanden war, wollte gerade damit beginnen, die allgemein kochende Gemüter zu beruhigen, da flog die Tür zum Baderaum auf, ein frischer Windstoß verwirbelte die kräuterschweren Nebel im Raum und Myrada ta Al'Areal, die vertrauensvolle Beraterin des Hauptmanns in politischen Belangen, trat mit erregtem Schritt herein und flüstere der Hatyat etwas zu. Anscheinend hatte Rhônda Setepens auf ihr Einladungsschreiben, das ich bereits erwähnt habe, geantwortet und die Hatyat verlangte nun, daß dieses ungeöffnete Schreiben von Myrada geöffnet und laut vorgetragen werden sollte: "An die Hure, die sich da Hátyat von Yleha schimpft, Verräterin an der Krone und am Raben, gegeben von Nisut Rhônda IX. Setepen Ni Kemi, Hochgeweihte des Raben.
Höre, Elende!
Dein albernes Schreiben ist nicht geeigent, Uns in irgendeiner Form vom rechten Wege abzubringen oder gar in Zorn zu versetzen. Es erheitert Uns aber auch nicht, da Wir tiefstes Mitleid für Deine verlorene Seele empfinden. Es dauert Uns, daß Du weiterhin der Usurpatorin zu Ynbeth in widerwärtiger, speichelleckerischer Art und Weise zu Diensten bist, gleich wie ein Strassenmädchen, für ein paar Münzen gekauft von einem stinkenen Söldner.
Dennoch sind Wir auch weiterhin geneigt, Dir Unsere Gnade in Aussicht zu stellen: Überstelle Dich und Deinen Hoftstaat freiwillig Unserer Gnade, der Gnade der rechtmäßigen Nisut des Káhet Ni Kemi, und so werden Wir diejenigen schonen, die Dir in Verblendung gefolgt sind und für Dich selbst nach Deiner Hinrichtung beim Raben um Vergebung Deiner abscheulichen Verirrung bitten. Dein Land aber unterstelle Unserer Gewalt, auf daß Wir den bitteren Verrat an Unserem Thron rächen und allüberall die rabenbeleidigende ylehische Haeresie mit Stumpf und Stiel ausrotten können, so wie in Anûr geschehen.
Zum Zeichen Unserer Güte begnadigen Wir den veurteilten Ketzer K'hânthêp'h, der Unsere Zeitung an Dich übergeben wird, nicht jedoch die drei "Geweihten" der Visznar-Häresie, die Unser braver General Rachalton Peccator zusammen mit ihm gefangengenommen hat. Ihr loderndes Sterben ist ein Fanal für ein neues, wahrhaft borongefälliges Reich und Siegel dieses Schreibens.
Rhônda IX. Setepen,
von des Raben Gnade Nisut Ni Kemi"

Der Schreck über die Gefangenschaft zweier Geweihter war besonders bei Myrada und der Äbtissin sehr hoch, dennoch war es die Hátyat, die am lautesten über Rhônda zu schimpfen begann. Doch war es nicht das Entsetzen über dieses Schreiben, sondern viel mehr wütende Kampfeslust, die aus ihren feurigem Blick stach und alle erschreckte. Dann wandte sie sich der Gardegeneralin zu und sagte ihr etwas leise, was wohl nur die Generalin und der neben ihr sitzende Hauptmann verstand und was wohl recht entsetzlich gewesen sein mußte, denn trotz des heißen Dampfes wurde der Hauptmann bleich im Gesicht. Die Gardegeneralin jedoch antwortete zornig und laut: "Denkst Du, ich habe die alanfanische Armee zur Verfügung?"

Nachdem ein heftiges zischen und Getuschel zwischen der Generalin, ihrem Ehemann, der Hatyat, Myrada und Ilyar ausbrach, wobei die Hátyat wohl die Generalin zu einem groß angelegtem Militärschlag zu überreden suchte, lief die Generalin rot an und verließ den Rat protestierend. Dann wies sie Ihren Gatten scharf an seine Verpflichtungen als Offizier der Armee hin, ihre Präferenzen würden lauten, die Ostgrenze zu sichern und keinesfalls einen Großteil ihrer Streitkräfte in unübersichtliches, feindliches Gelände zu verlegen, in dem sie den Verteidigern hoffnungslos unterlegen sind. In Zukunft würde sie bei Anfragen zu den geplanten und laufenden militärischen Operationen nur bei direkter Anfrage Auskunft geben. Man wisse ja, wo man sie findet.
Tar'in sprang daraufhin mit einen Satz aus dem Zuber und lief seiner Gattin mit beschwichtigenden Worten hinterher, um sie zurück zu holen. Doch bevor ihm dies gelang, sprang auch die Hátyat auf und schlug mit der Faust auf den Beckenrand und schrie den immer noch entsetzten Kronratsmitgliedern in die Gesichter: "Verdammt noch mal, ist denn das für Euch verfluchten Feiglinge so schwierig, endlich dem überdeutlichem Ruf der roten Löwin zu folgen und dieser Möchtegernnisut den Arsch zu versohlen?!"
Daraufhin erhob Alrik Sandström, der anwesende Rondrapriester heftige Einwände. Doch die Hátyat ignorierte ihn, kletterte aus dem Trog, ergriff ihr Schwert und verließ wütend das Badehaus. Daraufhin entschuldigte sich Myrada, die nach diesem Schauspiel als erste wieder gefaßt war, das Verhalten der Hatyat ohne Begründung und hielt es für das beste, die Versammlung aufzulösen, bis sich alle wieder beruhigt hatten.
(BPW)

Neuste Nachrichten aus dem Kriegsgebiet - Festung Zirmo gefährdet!

Nachdem das Kampfgeschehen für eine kurze Zeit lang ruhte, während beide Seiten ich erholen und neue Kräfte zusammenziehen konnten, ist nun von einem neuerlichem Angriff der verbannten Prinzessin Rhônda die Rede.
Doch diesmal griff sie nicht mit ihren Soldaten, sondern viel tückischer, mit Gift an! Sie vergiftete sämtliche Flüsse, die ihre Quellen in dem von ihr besetzten Gebiet haben. Aus dem stolzem Be'Ôth, dem Oberem und Unterem Sjah'T und dem Namenlosem Fluß sind trüb dahinfließende, salzige Brühen geworden. Im Catcocosee sterben sie Fische, die bisher die mutigen Kämpfer der schwarzen Armee, die sich gegen die Angriffe Rhôndas gestellt haben, ernährten, die Kinderstube der Achaz ist verwüstet und ihr diesjähriger Nachwuchs grausam entstellt und mißgebildet und in der Festung Zirmo, die von der salzigen Suppe umflossen wird, sind unerklärliche Krankheitsfälle gemeldet worden. Anscheinend ist das Gift, daß sogar schon an den ehrwürdigen Planken der in Zirmo stationierten, ylehischen Flotte nagt, schon in die Brunnen der Festung eingedrungen.
Hatte schon ihr erster Angriff auf Fort Südergardt, bei dem sie sich durch die verbotenen Dschungelgebiete angeschlichen hat, von ihrer Hinterhältigkeit gezeugt, so zeigt ihr neuster Angriff ihre erbarmungslose Unehrenhaftigkeit!
Derzeit ist schon ein Spätrupp der Militärs unter der Leitung von Akib Tar'in Nâsar'h persönlich zu den Quellen der Flüsse unterwegs, um die Vergiftung zu stoppen. Sollte ihre Mission keinen Erfolg haben, würde das Nisutreich mit der Festung Zirmo ihren östlichsten Flottenstützpunkt und somit die wichtigste Verteidigung gegen Seeangriffe aus Ost-Yleha verlieren.
(BPW)

Neuste Meldungen aus dem ylehischen Kriegsgebiet: Verwirrung an der Front!

Es begann mit einer einfachen Meldung von der Front, in der Söldnertrupps erwähnt wurden, die in der Nähe der Ssrahh-zzahrrthh-Sümpfe in Yleha gesichtet wurden. Es folgen wenige verzweifelte Nachrichten über Angriffe auf Spähtrupps aus dem Wächterland, Ssrahh-zzahrrthh und den grauen Zinnen, dann blieben weitere Nachrichten aus. All dies wäre nicht verwunderlich, lägen die Stützpunkte in der Nähe des Durchzugsgebiets der verstoßenen Rhonda, jedoch liegen sie allesamt zu weit entfernt davon, um etwas mit dem Vorstoß zutun zu haben. Nein vielmehr konzentrieren sie sich auf das Gebiet, daß einst der besiegten, ylehischen Hexe besetzt gehalten wurde.
Sucht Rhônda nach dämonischen Hinterlassenschaften der Hexe, um mit deren Hilfe die Nisut zu stürzen? Oder nutzt eine dritte Partei die Kriegswirren, um die Siegel der Inquisition zu brechen und die Höhlen nach Wertvollem zu durchsuchen? Oder ist die geflohene Hexe selbst wieder zurückgekehrt?
Das Vorgehen dieser Söldnertrupps ist nunmehr nicht nur zur Quelle vielerlei Gerüchte geworden, sondern stiftet auch hinderliche Verwirrungen in der schwarzen Armee. Vom einfachen Soldaten bis zur höchsten Militärkommandantur hinauf herrscht Ratlosigkeit, Kundschafter kehren nicht zurück, wahre Informationen sind nicht von falschen Gerüchten zu unterscheiden und vor allem der eigentliche Frontverlauf ist nicht geklärt.
Die Verwirrung hat nun auch auf die ylehische Bevölkerung übergegriffen. Schon flüchten die Fischer aus dem Dorf Catco, die bisher die kämpfenden Truppen mit Fisch versorgt haben, nach Yleha/ Stadt, so daß die gesammte Tásahet H'Anyârco, in der auch die Festung Südergartd liegt, bald ohne zivile Bevölkerung sein wird.
(BPW)

Das ylehische Nachrichtenseketariat verkündet
im Namen ihrer prinzesslichen Hoheit, Annabell Chánûr'h, Hatyat Ni Yleha:

Hiermit erklären wir sämtliche Gerüchte um eventuelle Söldnertruppen, die sich nicht eindeutig oder uneindeutig zu einer bekannten oder unbekannten feindlichen Macht zuordnen lassen, für derzeitig unwahr und nicht bewiesen.
Jedes Verbreiten weiterer Gerüchte oder Informationen bezüglich dieser Södnertruppen wird als kriegsbehindernd und moralverderbend angesehen und hart bestraft, es sei denn, die Gerüchte und Informationen werden direkt und unverzüglich an zuständige, militärische Stellen weitergegeben.

Nanji' ya'k Bergström, Sekretariatsleiter
gegeben zu Yleha/Stadt
(BPW)

Hátyat erklärt Notstand in Yleha für beendet!

Noch sind die Wunden nicht geheilt, die eine Dämonenpaktiererin und Echsenschamanin, die "ylehische Hexe" genannt wird, gerissen hat. Seit über zwei Jahren trieb diese abscheuliche Gestalt ihr Unwesen in Yleha und für diesem Zeitraum ist Yleha zum Notstandgebiet erklärt worden.
Gerade als sich Yleha wieder aus dem Sumpf der da Vancha'schen Fehlregierung erheben wollte, wurde es von den dämonischen Horden der Hexe niedergeschmettert, die fortan das Land unsicher machten. Immer weitere Überfälle auf Händler und Reisende, Verschwörungen und selbst Attentate auf Adel und Kirche verängstigten das Volk, schließlich gipfelte die Hysterie in einem Bürgerkrieg gegen die unschuldigen Catco und die Achaz. Erst mit dem ruhmreichen Feldzug gegen die Hexe wurden die dämonischen Truppen zerschlagen und den finsteren Machenschaften ein vorläufiges Ende gesetzt. Doch die Hexe selbst war geflohen und lauert nun in ihrem Versteck darauf, daß sie wiederum zuschlagen kann.
Yleha leckt sich nun die Wunden und der Siegesstimmung folgte ein neuer Optimismus. Schon bei der Siegesfeierlichkeiten zu Ehren der gefallenen Soldaten wurde klar, daß sich mit dem Verschwinden der Hexe auch ein Großteil der ylehischen Sorgen und Nöte in Luft aufgelößt hatten, so endete zum Beispiel der Bürgerkrieg von einem Tag auf den Anderen in einen gerechten Frieden. Yleha hatte aus der Vergangenheit gelernt und so rief die Hátyat persönlich wenige Wochen nach dem Sieg per Erlaß das "Ylehische Nachrichtensekretariat" ins Leben. Diese neue ylehische Behörde, die direkt der Hátyat und dem ylehischen Kronrat unterstellt ist, soll in Zukunft als eine Vereinigung von geheim operierenden Bütteln, Informationssekretariat, Ylehischem Archiv und hátyatlicher Schreibstube die innere Sicherheit gewährleisten.
Dazu die Hátyat: "Ich will keinen ylehschen Geheimdienst, sondern ein von Kirche und Militär unabhängiges Sekretariat, das mir genau sagen kann, was in meinem Land vorgeht, und das noch bevor der Topf überkocht! Das Sekreatriat soll vor allem Informationen sammeln und auswerten, nicht jedoch selber eingreifen."
Einen Mond später, zum Fest der ylehsichen Regenzeitenwende hob die Hátyat dann den Notstand auf. Dazu meinte sie: "Yleha hat genug gelitten, es hatte mehr Zeiten unter direkter Bedrohung dürch außere Feinde, Militärprotektorat, Notstand oder Diktatur erlitten, als normale Zeiten. Gewiß ist es leichtsinnig, den Notstand jetzt schon aufzuheben, aber Yleha benötigt endlich wieder etwas Luft zum atmen! Handel und Wirtschaft sind inzwischen fast zum Erliegen gekommen und jeder wird wohl zustimmen, daß sich Yleha besonders auf diesen Gebieten entwickeln muß. Auch die Stimmung im Volk ist besorgniserregend, eine erschreckende Hoffnungslosigkeit und eine Gleichgültigkeit machen sich breit, vom einstigen Enthusiasmus und Stolz der Ylehis ist nichts mehr zu spüren. Das muß sich ändern, und der erste Schritt ist die Aufhebung des Notstandes. Das bedeutet aber nicht, daß die Zeiten der Wachsamkeit vorbei sind! Das Militär wird weiterhin verstärkt werden, doch wir werden uns wieder mehr auf die äußeren Feinde, vor allem in Anûr konzentrieren müssen!
(BPW)

Nachwuchs in H'Anyarcô

Wie am heutigen Tage, dem siebenundzwazigsten des Perainemondes des Jahres 28 S.G. aus Yleha verlautete, entband die Sahet Ni H'Anyarcô am gestrigen Morgen einen gesunden Knaben, der nach dem Willen der Mutter den Namen "Vîsznariô'h Boromil" tragen soll. Der Junge ist der Sohn des Akîbs Ni Antien'Maret, der sich derzeit in völliger Zurückgezogenheit des Klosters von Al'Areal befindet.

Unruhen in Yleha- AL'AREAL BRENNT!!!

Die gespannte Situation in Yleha zwischen den Catco und Achaz auf der einen und den Ylehis auf der anderen Seite hat sich in einem schrecklichen Attentat entladen: das größe Kloster Ostkemis, die Hüterin der ylehischen Religion wurde von den schrecklichen Wilden angegriffen!
Noch sitzen die Hohen und Weisen Ylehas in der Festung von Yleha/Stadt um über die Krise in Yleha, die vom Auftauchen einer dämonischen Schamanin ausgelöst wurde, zu beratschlagen, da kocht auch schon die Wut im Volk auf und entlädt sich in einer unvorstellbaren Tat: als Pilger verkleidete Achaz und Catco greifen Gläubige an, ermorden auf grausamste Weise einen Geweihten und zünden das Kloster an!
Wir erinnern uns:
Vor gut einem Jahr tauchte die schwarze Schamanin in Yleha auf, verwüstete den Jahrmarkt und stiftete Chaos, läßt Dämonen auftauchen und lästerte Boron, der hier zulande auch als Weißer Rabe bekannt ist. Nachdem sie geschlagen wurde, zog sie sich zurück und terrorisierte die Bevölkerung und die Reisenden aus ihrem geheimen Dschungelversteck heraus und brachte schließlich sogar den Adel Ylehas gegeneinander auf.
Immer mehr wuchs ihre Macht und ihre Anhängerschar und mehr und mehr machte sich das Gerücht in Yleha breit, die ylehischen Achaz und die Wilden Ylehas, die Catco seien mit der Schamanin im Bunde. Und obwohl Iume, Tochter des Häuptlings Paha Tinke und Botschafterin der Catco am Ylehischen Hof, und Zsess, Gesandter aller Achaz Ylehas diese Gerüchte bestritten, gab es immer mehr und mehr Anzeichen dafür, daß zumindest die Achaz zu dem Gefolge der Schamanin zählen. Die Catco und Achaz, die außerhalb der Autonomiegebiete lebten, waren immer mehr dem Mißtrauen und dem Haß der Ylehis ausgeliefert und viele zogen sich in den Dschungel zurück, was oft als Schuldbekenntnis angesehen wurde. Die Situation wurde immer gespannter, doch sie konnte durch das Militär und vor allem durch das Verhandlungsgeschick von Iume und Zsess kontrolliert werden. Doch als vor einigen Wochen ein Trupp Magier, noch nicht einmal Ylehis, die heiligen Grenzen der autonomen Gebiete verletzten und tief in den Dschungel zu den heiligen Städten der Catco und Achaz vordrangen, riß der gespannte Faden der Geduld und blinde Wut und Haß gegenüber den Weißen und allem, was sie geschaffen hatten, entlud sich unter den Achaz und Catco! Denn wie sonst könnte man erklären, was nun geschah?
Am Morgen des ersten Ratstages betraten zusammen mit einer Pilgergruppe aus Zenach drei Achaz und zwei Catco als Pilger verkleidet die uralten Tore des friedlichen Klosters Al'Areal, das derzeit - dem Weißen Raben sei Dank! - einem Heerlager des Laguana-Ordens gleicht, der schon seit Wochen hier, in seiner Komturei, Truppen sammelt, um die Paktiererin mitsamt ihrem Gefolge bis auf die letzte Seele auszurotten. Was dann geschah, läßt sich nur noch durch wenige Augenzeugenberichte rekonstruieren.
Die Pilger wurden von den Novizen des Klosters freundlich empfangen, gastfreundlich mit Speis und Trank versorgt und zu den Waschplätzen geführt, bevor der helle Klang des Morgengongs die Gläubigen und Geweihten zur sogenannten "Messe zur Begrüßung von Schwester Sonne" rief. Zum Glück für die braven Bürger fällt dieses einheimische Ritual mit der ersten Gebetsstunde des Laguaner-Ordens zusammen, und so befanden sich zahlreiche Ordensleute gemeinsam mit den etwa ein Dutzend Gläubiger auf dem weißen Platz vor der Kapelle des Klosters, um an diesem heiligen Ort der Messe zu lauschen und ihre Gebete zu verrichten.
Plötzlich jedoch zogen die fünf Wilden ihre versteckten Waffen und stürzten auf die Betenden los, verletzten zwei Geweihte schwer und töteten den Priester, der die Messe zelebrierte, ehe die Ordensleute ihrerseits zu den Waffen griffen und mit wildem Geschrei auf die Blasphemiker eindrangen. Diese versuchten feige, zwei Verletzte zu ihrem Schutz herbeizuzerren, meuchelten einen von ihnen jedoch sogleich, als sie bemerkten, daß die wütenden Ordensleute ihren perfiden Plan einer Geiselnahme zu verhindern trachteten. Niemand weiß genau wie, doch gelang es den Attentätern, eine Brandmischung in die Kapelle zu schleudern, ehe sie von den vor gerechtem Zorn bebenden Ordensleuten in Stücke gehauen wurden.
Die Versuche, den Brand zu löschen, wurden durch die ungewöhnlich heißen und hohen Flammen erschwert, die es unmöglich machten, in die Kapelle vorzudringen. Ein Augenzeuge, der lange auf Kriegsschiffen zur See gefahren war, berichtete später, er habe solche Feuer nur beim Einsatz von Hylailer Feuer gesehen.
Bald darauf eilten auch die Bauern des Tals herbei, um zu helfen und so waren gegen Vormittag dann nur noch Bauersleut', Laguaner und Pilger mit den Löscharbeiten beschäftigt, während die Ordens-Geweihten die umliegenden Räume und Gebäude sicherten und evakuierten. Der gegen Mittag einsetzende Regen erleichterte die Löscharbeiten ungemein und sorgte so dafür, daß das Feuer nicht auf das ganze Kloster übergriff.
Erst am späten Nachmittag erreichte die schreckliche Nachricht die Äbtissin von Al'Areal, die wie alle anderen Ratsmitglieder vertieft in die wichtige Ratssitzung war, doch sogleich, nachdem sie von den Vorfällen erfuhr, zurück zum Kloster eilte, um ihren Räbchen Trost zu spenden und tatkräftig bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Ob der Rat verschoben wurde, oder zu dieser Stunde weitergeführt wird, ist wegen der strengen Geheimhaltung nicht bekannt.
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