Neuigkeiten aus der Provinz Terkum

Borontempel zu Lofran nicht länger vakant

Lofran, Mitte Boron - Vor fast einem Jahr, genauer gesagt Ende Boron 30 S. G. ereignete sich in Neu-Sziram der Mord an Bruder Gorfin, jenes furchtbares Verbrechen, das die Diener des Götterfürsten erst auf die Spur des rekácheter Geistes brachte. In wenigen Tagen jährt sich dieser Schicksalstag nun zum ersten Mal und hier und da scheint sich unter den Bewohnern von Neu-Sziram und Lofran Unruhe breit zu machen.
Gut zwei Wochen vor dem ersten Jahrestag erreichte nun eine Priesterin des Götterfürsten Thergas und bat darum, bei der Komturin Shesib Mehyem'ká vorsprechen zu dürfen. Es sollte nicht lange dauern, bis sich die Ankunft der Geweihten in Thergas herumgesprochen hatte und die ersten Gerüchte die Runde machten, erinnerten sich doch viele an das Geschehen während der Namenlosen Tage. Zudem ist für viele in Thergas, und dies obwohl es hier ein Haus des Götterfürsten gibt und Wachtelfels nun schon einige Jahre zum Káhet gehört, der Anblick der Diener des Raben und die Allgegenwärtigkeit der Kirche noch immer recht befremdlich, um nicht zu sagen unheimlich.
Allen Gerüchten wurde bereits am nächsten Tag die Grundlage für weitere Spekulationen entzogen, sah man doch die Komturin Shesib zusammen mit der unbekannten Geweihten abreisen. Es sollte nicht viel länger dauern, bis ein schwatzhafter Tempeldiener das Geheimnis löste und verriet, dass es sich bei der Geweihten um Neb'chet Chthon handeln würde, der neuen Priesterin des Tempels zu Lofran und diese nun zusammen mit der Komturin auf dem Weg zu ihrer neuen Gemeinde sei.
In Lofran selbst zeigte man sich einige Tage später sehr erfreut darüber, dass das Gotteshaus nun nicht länger verwaist wäre und sich eine Dienerin des Raben um die Gemeinde kümmern würde, vor allem aber um den angrenzenden Boronanger, wenngleich sich dies niemand zu sagen traute. Noch am selben Tag hielten die beiden Priesterinnen gemeinsam einen einfacher Borondienst ab, schon am nächsten Tag verließen sie allerdings Lofran wieder, galt es doch auch bei der Gemeinde in Neu-Sziram vorstellig zu werden. In Neu-Sziram zeigte man sich angesichts der vergangenen Ereignisse noch erfreuter über die Tatsache, dass der Tempel zu Lofran wieder besetzt wurde. Nun, so war man sich sicher, würde es wieder regelmäßige Borondienste geben, denn der letzte Besuch von Bruder Ashar aus Jaldosh lang schon zahlreiche Tage zurück. Dies, so klärte die Komturin die Bewohner Neu-Szirams auf, wäre wohl auf den Umstand zurückzuführen, dass Bruder Ashar an Bord der Rabenfeder Piraten jagen würde, zumindest ging sie davon aus.
Auch in Neu-Sziram hielten die beiden Priesterinnen einen Borondienst ab. Am nächsten Tag brach die Komturin Shesib allerdings wieder gen Thergas auf, während Schwester Neb'chet noch einige Tage in der Siedlung bleiben und zusammen mit den Bewohnern den kommenden Jahrestag begehen wollte.
(SRI)

Efferdsliebe geplündert - erneuter Piratenüberfall vor Thergas

Morelos-Inseln, Mitte Rondra - Nachdem Mitte Ingrimm die Krone von Sylla nur knapp dem Angriff eines Piratenschiffs entkommen konnte, hatte die Efferdsliebe nun einige Monate später weniger Glück und wurde durch das fremde Schiff aufgebracht und geplündert.
Der Segler des Handelshauses Terkum hatte seine Fahrt fast beendet und befand sich bereits wieder auf dem Weg gen Thergas, dem Heimathafen des Schiffs, als auf Höhe der Morelos-Inseln ein Segler den Weg der Efferdsliebe kreuzte. Die Mannschaft der Efferdsliebe berichtete später einhellig, dass der fremde Segler förmlich hinter dem Südkap von Barora, der zweitgrößten der Morelos-Inseln, hervorflog und rasch Fahrt aufnahm. Capitan Yali schien dies recht befremdlich, erinnerte er sich doch an den versuchten Überfall auf die Krone. So ließ er den Kurs der Efferdsliebe ändern, um Barora nördlich zu passieren und von dort quer über die Morelos-Bank zu entkommen. Dies war wegen der zahlreichen Untiefen durchaus ein gewagtes Manöver, doch Capitan Yali versprach sich davon, seinen knappen Vorsprung bis Thergas retten zu können, denn der fremde Segler musste so Barora auf ganzer Länge passieren.
So gut die Idee zunächst auch war, erwies sie sich leider recht schnell als nutzlos, denn trotz des längeren Weges holte der fremde Segler schnell auf. Die Efferdsliebe umrundete Barora nördlich und machte sich an die Überquerung der Morelos-Bank, schon bald war die fremde Lorcha aber herangekommen und signalisierte der Efferdsliebe die Segel zu streichen, was Capitan Yali sogleich ausführen ließ. Das Piratenschiff ging schließlich längsseits und sogleich flogen die ersten Enterhaken hinüber zur Efferdsliebe. In windeseile zogen die Piraten ihr Schiff an den Handelssegler und ebenso schnell setzten sie schließlich zu diesem über. Die Mannschaft der Efferdsliebe führte keine Waffen und ergab sich den Seeräubern, doch gab es in Folge des Übergriffes einige Verletzte und einen Toten auf Seiten der Efferdsliebe zu beklagen. Als die Seeräuber nur wenig Beute fanden - der Segler des Handelshaus Terkum hatte fast ausschließlich Lebensmittel geladen - eskalierte die Lage und vier weitere Mannschaftsangehörige der Efferdsliebe verloren ihr Leben. Erst danach hielt der Capitan der Lorcha seine Flibustier zurück und befahl ihnen, die wenige Ware von Wert umladen zu lassen. Nachdem dies erfolgt war, ließ er noch zehn junge und kräftige Männer und Frauen aus der Mannschaft der Efferdsliebe heraussuchen und diese unter Deck der Lorcha sperren, dann wurden die Enterhaken gelöst und das Piratenschiff vom Handelssegler abgestoßen, um Segel in Richtung Barora zu setzen. In Thergas angekommen, eilte sich Capitan Yali Akîb Maraladil und Sahet Shesib von dem Überfall zu berichten. Der Unmut der beiden über diesen Bericht war groß, wie zu erwarten war, und beide versprachen Abhilfe zu verschaffen, doch sahen sie sich vor das Problem gestellt, den Unterschlupf der Flibustier zu finden und das war schier unmöglich, bietet die Küste von Wachtelfels und die vorgelagerten Inseln doch unzählige Versteckmöglichkeiten. Noch am selben Tage entsandte Akîb Maraladil mehrere Boten, die Kunde von diesem Geschehen zu den Freibeutern von Jaldosh und dem Neset in Merkem bringen und gleichzeitig wohl um Hilfe bitten sollten.

Kampf den Flibustier

Jaldosh, Ende Rondra - Getreu dem Motto: "Feuer bekämpft man mit Feuer", hatte Akîb Maraladil die Freibeuter aus Jaldosh um Hilfe bei der Suche nach den Barora-Piraten, wie sie seit dem Überfall auf die Efferdsliebe genannt wurden, gebeten. Es sollte allerdings noch einige Tage dauern, bis auch die Sturmfalke unter dem Befehl der Capitanja Caljina Han s'Olo, der Sahet ni Jaldosh, nach mehrmonatiger Fahrt wieder in ihrem Heimathafen Jaldosh einlief. So schnell hatte die Capitanja ohne Zweifel nicht mit dem erneuen Auslaufen der Sturmfalke gerechnet, doch schnellstens wurden Frischwasser und Nahrung aufgenommen und das Schiff für die weitere Fahrt gerüstet. So waren wertvolle Tage vergangen, bis die Bitte des Akîbs die Capitanja erreichte und diese sich wie schon die Rabenfeder an der Suche nach den Piraten beteiligen konnte. In den Morgenstunden des folgenden Tages brach die Sturmfalke daher sogleich zu Ihrer Suche auf und setzte Kurs auf die Morelos-Inseln, um dort mit der Suche zu beginnen.

Die Sturmfalke setzt ihre Suche fort

Thergas, Ende Boron - Gegen Ende des Boronmondes, des Monats des Götterfürsten, lief die Rabenfeder unter Befehl der Capitanja Celissa in Thergas ein, um Frischwasser und Nahrungsmittel an Bord zu nehmen und um, und dies war umso betrüblicher, die bisher erfolglose Piratensuche zu vermelden. Während die Mannschaft also die Vorräte der Rabenfeder auffüllte, berichtete deren Capitanja Akîb Maraladil und Sahet Shesib kurz und knapp von der bisherigen Suche der Rabenfeder. Diese hatte sich hauptsächlich auf die vor der jaldosher Küste liegenden Waraninseln bis hinüber zur Küste des brabak'schen Vinays erstreckt. Nachdem die Capitanja geendet hatte, berichtet die Sahet ihrerseits kurz vom Überfall auf die Efferdsliebe und dankte der Capitanja für ihre bisherige Hilfe. Im gleichen Atemzug äußerte sie anschließend die Bitte, die Rabenfeder möge sich weiterhin an der Suche beteiligen und diese vor der thergasser Küste fortsetzen. Da der Überfall auf die Efferdsliebe vor Barora erfolgte, hat die Sturmfalke bereits mit der Suche bei den Morelos-Inseln begonnen und wird diese in Richtung der Perleninseln fortsetzen. Die Rabenfeder sollte daher, so schlug die Sahet vor, mit ihrer Suche bei den Ulawa-Inseln beginnen und sie von dort aus ebenfalls in Richtung der Perleninseln fortsetzen. Die Capitanja nickte der Bitte und dem Vorschlag kurz zu, bevor sie sich auch schon wieder verabschiedete. Es sollte nicht viel länger dauern und die Rabenfeder lief mit Kurs auf die Ulawa-Inseln wieder aus.

(SRI)

Seltsame Neuigkeiten aus Lofran

Lofran, Ende Peraine - Wie jedes Kind in Wachtelfels weiß, unterhält das Handelshaus Terkum einzig in der Küstensiedlung Thergas ein Kontor. So sind die in regelmäßigen Abständen durch die übrigen Siedlungen reisenden Händler des Handelshauses nicht nur bei den Erwachsenen gern gesehene Gäste angesichts der benötigten Waren und Güter, die sie mit sich bringen. Nein, auch bei den Kindern sind sie ebenso gerne, wenn nicht sogar noch lieber gesehene Gäste, wissen die Händler doch auch stets Neuigkeiten aus den übrigen wachtelfelser Siedlungen und den fernen Provinzen des Reiches zu berichten.
In Lofran, so WUSsten die Händler nun zu berichten, als sie wieder zurück in Thergas waren, war Anfang Peraine einer der Reisbauern gestürzt und hatte sich den Kopf dabei so schwer angeschlagen, dass er verstarb. Zudem verschwanden wenig später ein junger Mann und eine junge Frau, doch WUSsten die übrigen Dorfbewohner zu berichten, dass die beiden sich wohl auf und davon gemacht hätten, um in einer der großen Städte gemeinsam ein neues Leben zu beginnen. Doch dies allein sollte es noch nicht gewesen sein, erzählten die Händler doch hinter vorgehaltener Hand, dass auch das Gerücht eines Irrlichtes, eines heimtückischen Sumpfgespenstes in Lofran die Runde machen würde. Die meisten Bewohner der Siedlung schienen allerdings zu glauben, es handele sich dabei nur um einen harmlosen FeuerWUSel und nicht um einen gefährlichen Spuk.
Die Neuigkeiten aus Lofran verbreiteten sich in Thergas recht zügig und schon bald schien sie ein jeder gehört zu haben. Nicht wenige gab es, die meinten in Bruder Rianos den Verantwortlichen für dieses Durcheinander in Lofran gefunden zu haben, nun, da Bruder Gorfin nicht länger für das Seelenheil der Gemeinde sorgen konnte. Bruder Rianos hatte es doch auch nicht verstanden, so WUSsten einige zu erzählen, die Bewohner vor einer Rattenplage zu bewahren, die erst kürzlich über die Siedlung hereingebrochen war.
Wann immer der Name Bruder Rianos fiel, mussten sich die Bewohner von Thergas ein Schmunzeln verkneifen, erinnerten sich die meisten doch noch gut daran, wie eben dieser Rianos vor einigen Jahren urplötzlich in Thergas aufgetaucht und ebenso rasch wieder verschwunden war. Stehenden Fußes hatte er sich damals daran gemacht, in einer unmittelbar am Marktplatz gelegenen Hausnische einen Tempel für die Frau Rahja zu errichten. Nun, den meisten Bewohnern von Thergas war dieses Bauvorhaben schlichtweg egal, war Wachtelfels doch noch nicht allzu lange Teil des Kemi-Reiches, dem alten Akîb Zéthos jedoch, waren die Absichten Bruder Rianos zuwider. Nach Kräften hatte sich der Akîb bemüht, zu den Leuten durchzudringen und ihnen wieder und wieder von der Allmacht des Herrn Boron berichtet. Diese Arbeit sah er nun zunichte gemacht und daher jagte er schließlich den Bruder kurzerhand mit einigen wohlgezielten Fußtritten davon, den Aushub für das Fundament des Tempels schüttete er gar eigenhändig wieder zu. Den Akîb hatte daraufhin ein schlimmes Fieber niedergeworfen, welches ihn Jahr für Jahr wieder ereilte. Nicht wenige tuschelten daraufhin heimlich, dass dies eine Strafe der Götter sei, andere waren sich sicher, dass das Fieber auf einen Fluch Bruder Rianos zurückzuführen sei und daher waren sie recht froh, dass der Akîb ihn davongejagt hatte.
Nach einigen Tagen verschwand das Interesse an den Neuigkeiten und Gerüchten wieder, doch nur so lange, bis die Händler des Handelshauses wieder neue Kunde aus den übrigen Siedlungen bringt.
(SRI)

Piratenüberfall vor Thergas

Thergas, Mitte Ingerimm - Am späten Nachmittag des 16. Tages lief völlig unerwartet ein unter syllanischer Flagge segelnder Kauffahrer in den Hafen von Thergas ein, tatsächlich eine ungewöhnliche Begebenheit für die Bewohner von Thergas, da der weitaus größte Teil der vor der Küste kreuzenden Segler eher in Merkem oder im brabakschen Nardis und Vinay Station macht. Für die kleine Siedlung war es daher schon ungewöhnlich genug, dass die fremdländische Thalukke hier anlegte. Doch noch während die Krone von Sylla in die thergasser Bucht einlief oder besser gesagt durch ihr Beiboot gezogen wurde, waren schon aus einiger Entfernung die Beweggründe des Kapitäns nur allzu deutlich zu erkennen. Allein an der Takelage offenbarte sich die gesamte Notlage, in der sich die Thalukke befand. Die Segel hingen zum Großteil in Fetzen herunter, Seile und Taue baumelten durchtrennt und zerfranst an den Rahen, deren Holz an zahlreichen Stellen gesplittert und daher nicht weniger schlimm in Mitleidenschaft gezogen war.
Der Kapitän der Krone sprang, kaum das sie am Anleger festgemacht hatte, von Bord und sprach in der Hafenmeisterei vor, berichtete mit sich überschlagenden Worten, dass sein Schiff in den frühen Morgenstunden von einem Freibeuterschiff angegriffen und schließlich aufgebracht wurde. Der alte Schreiber der Sahet, der den gewichtigen Posten des Hafenmeisters innehatte, WUSste gar nicht wie ihm geschah, als der aufgebrachte Kapitän in sein geruhsames Kämmerlein eindrang und ihn aufs stürmischste bedrängte. So kritzelte er sich rasch einige Notizen aus den Worten des Kapitäns in seine Kladde und brachte den sich noch immer heftig ereifernden Kapitän zur Sahet ni Thergas. Im Anschluss an die Unterredung mit Sahet Shesib sah man Kapitän Mukaba den Schrein des Herrn Efferd aufsuchen, wo er geraume Weile im stillen Zwiegespräch verharrte, schien er offensichtlich mehr als nur dankbar für das Erreichen eines sicheren Hafens zu sein. Sodann sprach er bei den Zimmerleuten vor, die ihm die zerschossenen Rahen der Krone ausbessern sollten, wie auch beim Handelshaus Terkum, bei dem er Segeltuch erstehen wollte.
Noch während der Kapitän im Gebet vertieft war, hatte Sahet Shesib Akîb Maraladil über die Geschehen unterrichtet und anschließend in seinem Namen eine Botschaft an Neset Tiàmar aufgesetzt, wie auch einen Boten gen Jaldosh entsandt, um die Capitanias Caljinia und Celissa anzuweisen, ihr Augenmerk vorerst verstärkt auf die wachtelfelser Küste zu richten.
Es sollte noch einmal weitere acht Tage dauern, bis die Rahen der Krone so weit ausgebessert waren, dass sie wieder Segelwerk tragen konnten. Eine vollständige Ausbesserung der Thalukke war in Thergas nicht möglich und so entschloß sich Kapitän Mukaba, nun, da die Bordwände notdürftig ausgebessert waren und er nicht mehr fürchten musste, mit der Krone in der endlosen Weite des Südmeeres zu stranden, alsbald auszulaufen und die Heimreise gen Sylla anzutreten.
(SRI)

Heiligenverehrung in Neu-Sziram

Neu-Sziram, Ende Rahja - Wenige Tage vor Ende des Monats erreichten die ausgezogenen Händler der Handelshaus Terkum wieder das thergasser Kontor und brachten wie so oft Neuigkeiten aus den übrigen, kleineren Siedlungen mit nach Thergas.
So WUSsten sie auch diesmal etwas zu berichten, hatte doch am Tag ihrer Abreise aus Neu-Sziram eine wandernde Priesterin des Götterfürsten die Ortschaft erreicht. Viele der Dorfbewohner hatten die Schrecken um die Ermordung Bruder Gorfins noch immer nicht vergessen und da der nächste Borondienst erst in einigen Tagen mit Schwester Shesib abgehalten werden sollte, wandte sich so mancher mit seinem Schmerz trostsuchend an die reisende Geweihte. Diese spendete Trost und Ermunterung wo sie nur konnte und sprach den Leuten Mut zu, nicht zu verzagen. Wieder und wieder erzählte sie die Geschichte der Heiligen Tijakool, die in langer Vorzeit durch ihre Anteilnahme und ihre Barmherzigkeit, durch ihr grenzenloses Mitgefühl den Menschen die Sorgen und Ängste nahm, sie ihre Nöte vergessen ließ.
Die Geschichte der Heiligen Tijakool sprach sich rasch unter den Dorfbewohnern herum und so kamen schließlich auch die heran, die bislang noch nicht bei der Geweihten vorgesprochen hatten. Das gesamte Dorf war schließlich auf den Beinen und bat die Boronpriesterin eindringlich, ihr mehr aus dem Leben der Heiligen zu erzählen. Sie priesen und lobpreisten die Heilige für ihre Taten, hatte sie doch, so hatte es die Priesterin mehrfach erzählt, ihren daniederliegenden Brüdern und Schwestern nach einer großen Schlacht gegen die finsteren Barbaren aus den Dschungel unentwegt und beharrlich Trost gespendet, ihnen Mut zugeredet oder ihnen während der letzten Augenblicke zur Seite gestanden und sie geleitet, obwohl sie selber schwer verwundet und dem Tode näher denn dem Leben war.
Mehr WUSsten die Händler nicht zu erzählen, denn sie waren schon kurz darauf aufgebrochen und hatten so den weiteren Taten der Heiligen nicht lauschen können. In Thergas wunderte man sich nun, dass Schwester Alea bislang niemals von der Heiligen Tijakool berichtet hatte, wenngleich sich auch niemand so recht daran erinnern konnte, dass hier jemals solche Not wie in Neu-Sziram geherrscht hätte. So hofften die Bewohner von Thergas, dass vielleicht Schwester Shesib in einer ihrer gelegentlichen Messen einmal von der Heiligen berichten würde, andere wieder hofften darauf, dass die umherziehende Priesterin auf ihrer Wanderschaft auch in Thergas einkehren würde.
(SRI)

Glückliche Wendung in Lofran

Lofran, Anfang Phex - Nachdem die kleine Siedlung am Ufer des Taton vor wenigen Wochen die eher unerfreuliche Gesellschaft einer Hundertschaft hungriger und deshalb äußerst aggressiver Ratten gemacht hatte, wurde es in der nachfolgenden Zeit wieder ruhig um die Siedlung. Der Neset persönlich hatte, kaum das ihn diese und die Nachricht einer Nahrungsmittelknappheit erreicht hatte, einen Wagenzug mit Lebensmitteln zusammengestellt und diesen zur Linderung der ärgsten Nöte gen Lofran geführt.
Inzwischen waren auch die Bewohner Lofrans nicht untätig gewesen und hatten sich daran gemacht, ihre Heimstatt gegen die Plage zu verteidigen. Sie erschlugen die Ratten, wo sie sie fanden, doch sobald sie eine Ratte erschlugen, kamen wenig später drei neue Ratten aus dem gleichen Versteck hervor. Fast schien es, als gäbe es ein großes Nest unterhalb Lofrans, das Ratte um Ratte gebar und den Bewohnern Lofrans vor die Füße spuckte. Unzählige Ratten wurden erschlagen und fast täglich brannte ein wenig außerhalb der Siedlung ein Scheiterhaufen mit deren Leibern. So sehr sich die Bewohner Lofrans auch mühten, der Rattenplage wurden sie nicht Herr und allmählich verschlimmerte sich die Lage in der Siedlung. Die Ratten fanden ohne Mühe einen Durchschlupf in die Scheunen und Speicher, wo sie sich über die dort gelagerten Lebensmittel hermachten, doch damit war ihr Hunger nicht gestillt und so fielen sie in den Nachtstunden immer wieder über die Schläfer her. Infolge dieser Übergriffe erkrankten nicht wenige Bewohner Lofrans an den Bissen der Ratten und die Heilerin Támeri hatte zusammen mit Seiner Gnaden Rianos größte Anstrengungen zu bewältigen, um schlimmere Übel zu verhindern.
Weitere Wagenzüge waren nötig, um den Bewohnern Lofrans zumindest die nötigsten Lebensmittel zu bringen und damit ihr Überleben zu sichern. Dann, zur Verwunderung aller, verschwand die Rattenplage so plötzlich, wie sie aufgetreten war. Einige Tage später erreichte Lofran die Nachricht von der Austreibung des Geistes in Rekáchet und nicht wenige waren der Meinung, dass die Rattenplage auf den Geist zurückzuführen sei und mit dessen Bannung deshalb auch die Plage ein rasches Ende fand.
(SRI)

Ein neuer Akîb für Wachtelfels

Thergas, Mitte Tsa - Die noch junge Tá'akîb Wachtelfels, die erst im Jahre 24 S. G. an das Káhet fiel, hat vor wenigen Tagen einen neuen Lehnsherren erhalten: Akîb Maraladil Láiron al Emirdáin. Dieser ist, man höre und staune, bereits der vierte Akîb in der jungen, gerade einmal sechs Jahre zählenden Geschichte der Tá'akîb.
Doch was war dieser Ernennung vorausgegangen? Vor gut drei Monaten, im vergangenen Boron, kam es in Thergas zu einem Angriff des rekácheter Geistes auf Akîb Câl'lest, der den Geist, noch bevor dieser größeres Unheil anrichten konnte, vertrieb. Den Schutz der Gemeinschaft und der Siedlung dem eigenen Wohl voranstellend, hatte Akîb Câl'lest dem Geist den Zutritt verwehrt und diesen an seinem schändlichen Treiben gehindert, doch zahlte Akîb Câl'lest für diese Tat einem hohen Preis. Die herbeigeeilten Ordensstreiter fanden den Akîb ohnmächtig vor der Pforte des Borontempels, entkräftet und bleich, dem Tode näher denn dem Leben. In den folgenden Tagen verbesserte sich Akîb Câl'lest Zustand nicht und die Sahet ni Thergas, Shesib Mehyem'ká, sorgte sich um seine Gesundheit, wie auch um das Wohlergehen der Gemeinschaft und der Siedlung.
In diesen schwierigen Tagen traf der jetzige Akîb Maraladil in Thergas ein, wurde er doch durch Neset Tiàmar zum Ser-Akîb von Wachtelfels ernannt, um anstelle Akîb Câl'lests für Ordnung in der Tá'akîb zu sorgen. Da sich der Zustand Akîb Câl'lests auch in den folgenden Tagen und Wochen nicht besserte und schließlich drei Monate ins Land gegangen waren, entschloß sich Neset Tiàmar dazu, den ungewissen Status des Lehens nicht länger aufrechtzuerhalten und ernannte den bisherigen Ser-Akîb Maraladil zum neuen Akîb ni Wachtelfels.
(SRI)

Bruder Gorfin zur Ehre

Neu-Sziram, Anfang Firun. Die Siedlung Neu-Sziram, in der vor einigen Monaten Seine Gnaden Gorfin ermordet wurde, jenes schier unglaubliche Verbrechen, dass die Dienerschaft des Raben erst auf die Spur des rekácheter Geistes führte, hat nun nach etlichen Wochen des stummen Ausharrens wieder einen Schrein des Götterfürsten.
Der alte Schrein, so erinnerte man sich mit Grauen, wurde damals während der Ermordung Seiner Gnaden aufs frevlerischste geschändet, so dass er durch Seine Gnaden Redan mit einem Bannfluch versiegelt wurde. Erst Tage später wurde er durch den eingetroffenen Inquisitor Pe'ku'hep wieder geöffnet, der die Schandtat von Neu-Sziram untersuchte. Es sollte noch einmal zahlreiche weitere Tage dauern, bis diese Untersuchungen abgeschlossen waren, erst dann gab der Inquisitor den Schrein für eine Neuweihe frei.
Die erneute Weihe des Schreins wurde durch die anwesenden Dienerinnen des Götterfürsten, namentlich Ihre Gnaden Shesib und Ihre Gnaden Alea eilig, doch in aller Würde vorangetrieben. Zu jener Zeit weilten noch weitere Diener der Kinder des Götterfürsten in Neu-Sziram, war die Seelennot der Bewohner doch noch immer groß und so halfen zahlreiche Hände bei den Vorbereitungen der Schreinweihe. Innerhalb kürzester Zeit waren alle diese Vorarbeiten erledigt und so begann die Weihe des Schreines schon nach wenigen Tagen. Zahlreiche Bewohner Neu-Szirams wohnten der mehrstündigen Zeremonie stumm bei, die in den späten Abendstunden begann und aufgrund der äußerst sorgfältig und intensiv durchgeführten Riten und Gebete bis in die Dämmerungsstunden des folgenden Tages andauerte. Anschließend schien es fast so, als hätte der Herr Boron diese Weihe mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen, denn an den folgenden Tagen fanden mehr und mehr Bewohner Neu-Szirams ruhigeren Schlaf.
(SRI)

Grenzübertritt in Terkum!

( Djuîmen/ Tns. Terkum ) In der Tá'akîb Dju'îmen gelegen an der Grenze zum benachbarten Königreich Brabak, kam es zu einem überraschenden und wohl auch zuerst erschreckenden Grenzübertritt.
Der wachhabende Soldat in Fort Westerheim berichtete seinem Vorgesetzten vom Auftauchen eines bedrohlich erscheinenden Zuges aus dem Dschungel. Eine schwere Sänfte in Schwarz und Grün, begleitet von fünf in schwarze Lederpanzer gerüstete Soldaten und einem ebenfalls gerüstetem Echsenmenschen, erschien am anderen Ufer des Tatôn. Das Banner, welches ein Soldat voran trug, zeigte eine grüne Schildkröte auf schwarzem Grund. Soldat Tá'kem meldete dies sogleich den Vorgesetzten, erfuhr dann aber einen Augenblick später, wer denn da auftauchte. Ein Offizier verkündete den Soldaten des Forts an der Grenze, dass sich ihre vizekönigliche Majestät, Avvizadyl IV. Consuela Balatravis Charazzar, Herrscherin des Vizekönigreiches H'Rabaal in der Sänfte befände und die Gastfreundschaft der kem'schen Soldaten erbat.
Verwunderlich war der vorher unangemeldete Übertritt der kem'sch-brabakischen Grenze durch ein Mitglied des höchsten Adels Brabaks. Waren doch bislang immer diplomatische Anfragen Usus. Sogleich bat die Vizekönigin den Garnisonskommandanten eine Depesche gen Merkem - in die Hauptstadt der Táneset - und gen Khefu zu senden, um ihr unerwartetes Auftauchen zu melden.
Dort hingegen verursachte der überraschende Besuch hektische Geschäftigkeit. Zusätzliche Soldatinnen und Soldaten wurden von der Gardekriegsherrin ebenso nach Westen detachiert wie Spezialtruppen des KKAB. Während das Oberkommando keinerlei Stellungnahme abzugeben bereit war, war man in Dreiwegen sichtlich verärgert: Die Sicherheit des Gastes in der labilen Westprovinz ließe sich wegen der kurzen Vormeldung des Besuches nur schwer garantieren. Das mag man sich gut vorstellen, wenn man bedenkt, in welchen Zeiten eine Angehörige der immer wieder mit unheiligen Machenschaften in Verbindung gebrachten Familie Charazzar ausgerechnet um Gastung im ultraorthodoxen Terkum ersucht. Es wird wohl nicht lange dauern, bis die ersten fanatischen Prediger ihre Sicht der Dinge dem Volke kundtun werden.
Sallas R'yall, Dr. Erbarmin
(NME,ARA)

Daimonische Machenschaften in Wachtelfes

Dämonenschiff im Hafen von Thergas!

Thergas - Es hätte eigentliche eine sehr angenehme Nacht werden sollen in Wachtelfels, aber plötzlich zog eine Nebelbank von Brabak her die Küste entlang. Ein Ereignis, das so ungewöhnlich es war, sogleich die Runde machte. Welche düsteren Ereignisse sollten nun, nach den Wochen des bangen Wartens noch kommen. War man doch gerade froh gewesen, dass wieder etwas Ruhe in Terkum eingekehrt war.
Binnen weniger Augenblicke war ganz Thergas vom Nebel eingehüllt und nur wenige haben sich nicht in ihre Hütten eingeschlossen. Unter diesen wenigen Mutigen waren natürlich Akîb Câl'lest Ze'emkha ni Wachtelfels, Komturin Shesib Mehyem'ká ni Brabacio, Sahet ni Thergas und ihre Gnaden Alea Tem'kat ni Thergas, sowie die Ritterinnen und Ritter des Laguana-Ordens, die vor den Toren des Tempels ausharrten, von wo aus sie über den Marktplatz hinweg bei besseren Sichtverhältnissen den Hafen und die See überblicken konnten. Bange Augenblicke vergingen und dann endlich teilte sich der Nebel und gab den Blick auf eine schreckliche Erscheinung frei. Ein uraltes Schiff fuhr dort mit zerrissenen Segeln aus einem ledrigen, bleichen Material, das der oder die fachkundigen Anwesenden wohl als Haut von Menschen identifizierten. Allerlei bleiche Gebeine verzierten auf obszöne Weise dieses Schiff und an einigen Stellen schien es gar, als würde das Schiff nur durch diese bleichen, spröden Gebeine zusammengehalten. Auf Deck konnte man niemanden erkennen, aber als das Schiff näher kam, hörte man ein underisches Stöhnen und Wehklagen. Als die letzten treuen Bürger von Thergas dies sahen, liefen sie schreien von dannen und die Ordensritter und Priester fielen auf die Knie und flehten zu ihren Herren um Hilfe, denn dies, was sie dort sahen, war eine Verhöhnen des allmächtigen Totengottes.
Kaum hatten sie die ersten Zeilen der uralten und machtvollen Anrufungen rezitiert, da vielen vom Himmel herab zwölf tote Raben direkt vor die Tempelstufen. Selbst die als sicher in den Lehren geltenden und durch nichts aus der Ruhe zu bringenden Adligen und Priester waren schockiert und hielten kurz inne, während die Ritter aufsprangen und ihre Schwerter blank zogen. De Raben erhoben sich zu einem makaberen Reigen und sangen mit einem Krächzen: "Bedenket, dies ist erst der Auftakt, den euere Götter, die sind schwach. Denn wenn euch nun das Grauen packt, ein Traum aus dem ihr nie erwacht. Flieht ihr Narren, flieht."
Ohne Zögern griffen die Ritter an, doch wo auch immer sie einen der Kadaver zerschlugen, stand er wieder auf. Câl'lest Ze'emkha, Shesib Mehyem'ká und Alea Tem'kat rissen derweil ihre geweihten Amulette empor und schrien unisono den Bannfluch aus den heiligen Schriften: "Und jene, die da mit ihrem todten und nicht lebenden Leyb freveln dem Herren, sollen spüren Golgaris Zorn, und sollen fühlen seyne todtbringenden Krallen in ihrem sterblichen Leyb uns seyen gesegnet im Namen Borons, des Herren der Knochen. So sei es!" Sogleich zerfielen die Raben zu Staub und alle murmelten ein Dankgebet, doch als sie wieder nach dem Schiff Ausschau hielten, war diese verschwunden und auch der Nebel lichtete sich wieder und machte einer eigentlich sehr angenehmen Nacht Platz.

Die Nacht der lebenden Toten!

Kanchera - Nur Stunden nachdem sich die Nebelbank vor der Küste von Wachtelfels wieder aufgelöst hatte, begann sich der Nebel nun aus Richtung Brabak um die beschauliche Siedlung Kanchera zu legen. Nun war eine Nebelbank für das am Rande eines Mangrovensumpfes gelegene Kanchera keine Seltenheit, aber selbst die ältesten und hartgesottesten Fischer und Matrosen hatten es noch nicht erlabt, dass eine so angenehme und sternenklare Nacht sich so schnell in ein trübes und graues Nebelgewand hüllte. Nun, aber auch wenn es ein wenig ungewöhnlich war, so störte es doch die wenigen wachen Fischer, die sich nun einfach endgültig in ihre Hütten verzogen, oder die Piraten, die einfach weitersoffen und feierten nicht. Die Tatsache, dass all' die kleinen Äffchen, die für einige hier schon fast zur Plage wurden, verschwunden waren, kümmerte keinen. Ganz im Gegenteil freuten sich einige sogar, dass die Tiere nun endlich einmal Ruhe gaben.
Nur zwei Personen scheinen dem Frieden nicht zu trauen. Mirhiban saba Yashima, die Sahet ni Kanchera und Kapitänin der Rabenklaue, und Celissa von Keres, die Kapitanja der Rabenfeder, durchstreifen vorsichtig das Dorf. Irgendetwas schien mit dem Nebel nicht zu stimmen, das konnte die Sahet selbst ohne die Hilfe ihres Vertrauten, der Räbin Shila, die nicht von ihrer Schulter wich, spüren. Es lag etwas magisches in ihm. "Irgendetwas stimmt hier nicht. Was meint ihr, Kapitanja, sollen wir unsere Männer alarmieren?"
"Bestimmt nicht. Wenn wir sie jetzt vom feiern abhalten und es passiert nichts, dann werden wir alle Mühe haben, den Spott über das ängstliche Weibsvolk wieder in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich spielt das Wetter nur wieder verrückt, wäre ja nach dem Schneefall nichts neues mehr. Wenigstens ist der Nebel hier die Gegend noch normal", entgegnete Celissa.
"Ihr irrt, Kapitanja. Weder der Nebel, noch der Schneefall sind natürlichen Ursprungs."
"Ach,", sprach Celissa und machte eine abwertende Handbewegung, "wahrscheinlich wieder eine Moha-Hexerei, wie der Schnee auch."
Die Kapitanja funkelte ihre Begleiterin, die sich bereits nach ihren ersten Worten abgewandt hatten und in den Nebel hinausstarrte, mit in die Seiten gestemmten Armen an. "Hört Ihr mir überhaupt zu, liebste Sahet?"
"Habt ihr das gesehen, Kapitanja? Da hinten hat sich etwas bewegt sich was."
"Lenkt jetzt nicht ab, kleine Sahet. Das ist wahrscheinlich nur wieder einer dieser Affen oder eines dieser Urwald-Viecher."
"Die Affen sind schon seit fast einem Sandührlein still und die Tiere des Waldes schweigen auch. Da ist etwas a...." Die letzten Worte blieben Mirhiban vor Schreck im Halse stecken. Vor den beiden Frauen tauchten aus dem Nebel mehrere Gestalten auf. Die einen fahlhäutige und aufgedunsene Wasser- und Sumpfleichen, die anderen mit bleichen Gerippen und grinsenden Schädel schien die Schwelle des Todes schon ein wenig länger überschritten zu haben. Langsam schlurften die Untoten auf die beiden Frauen und das Dorf zu. Der Moment des Schreckens währte nur kurz bei den beiden Frauen. Schnell ergriff die Kapitanja ihre Ballestrina und zog ihren Säbel blank, während die Sahet ihren Kampfstab mit beiden Händen fest umklammert und ihrem Rabenvertrauten telepatisch den Befehl gab, den Alarmgong zu schlagen. "Alarm!", schrie die Sahet.
"Zu den Waffen!", rief die Kapitanja. Schon bald darauf hörte man den Gong schlagen, der dem Dorfe entweder Neuigkeiten oder Gefahren verkündete. Langsam lichtete sich der Nebel zum Meer hin und gab den Blick auf ein uraltes Schiff mit zerrissenen Segeln aus einem ledrigen, bleichen Material frei. Allerlei bleiche Gebeine verzierten auf obszöne Weise dieses Schiff und an einigen Stellen schien es gar, als würde das Schiff nur durch diese bleichen, spröden Gebeine zusammengehalten. Auf Deck konnte man niemanden erkennen, aber als das Schiff näher kam, hörte man ein underisches Stöhnen und Wehklagen. Nun ist es ja so, dass die gerade die Bewohner von Kanchera und die Piraten ein abergläubiges Volk sind. Hier sahen sie sich von zwei Seiten aus von einem Feind, den sie bisher noch nie gesehen und der deutlich übernatürlichem Ursprungs war, bedroht. Das reichte aus, daß die meisten der herbeigeeilten Seeleute und Dörfler schleunigst das Weite suchten. Diejenigen, die mutig, oder dumm, genug waren zu bleiben, stellten sich an die Seite ihrer Anführerinnen. Die Kapitanja führte den ersten Streich wider die unheiligen Kreaturen. Noch ehe sie heranwaren, schoß ihre Ballestrina los und traf eines der Skelette direkt in die Stirn. Der bleiche Schädel wurde ruckartig nach hinten gerissen und fast schien es so, als würde der Untote fallen, aber dann schob sich das grinsende Knochengesicht langsam wieder nach vorne und der Kochenmann setzte seinen Weg fort.
Nach dieser Demonstration schierer Unverwundbarkeit, ergriff auch die Mutigsten die Angst, aber weiter konnten sie nicht zurückweichen, die Kreaturen hatten den Dorfrand bereits erreicht und so stellte man sich zum Kampf. Ein wilder Schlagabtausch begann. Zuerst schaute es so aus, als würden die Verteidiger ihren Mut mit dem Leben bezahlen, aber dann, als mehr und mehr der Geflohenen beim Anblick ihrer tapferen Anführerinnen, die sich mit Magie und Schwertgeschick der Angreifer erwerten, zurückkehrten, wendete sich das Schlachtenglück immer mehr zu ihren Gunsten. Nach und nach viel ein Untoter nach dem anderen, aber sowohl Kanchera, als auch die Rabenfeder und die Rabenschwinge hatten viele Verletzte zu beklagen. Nur wenige Augenblicke, nachdem der letzte Untote zu Boden gegangen war, begann sich der Nebel wieder aufzulösen und es wurde wieder eine angenehme Nacht über Kanschera. Vom Geisterschiff fehlte jede spur.
Was mag es wohl mit dem Schiff auf sich haben? Ist es eine neuerliche Schandtat der finsteren Schwarzmagiere aus Brabak? Kam das Schiff nicht genau aus dieser Richtung? Jeder weitere Vorfall wirft mehr Fragen auf, auf die unsere Heilige Inquisition hoffentlich bald eine Antwort findet.

Erneut düstere Vorfälle in Thergas! Akîb in Komtureihospitz eingeliefert!

Thergas - Erneut erreicht heute die Redaktion der Rabenschwinge eine erschütternde Meldung aus dem ohnehin schon arg gebeutelten Wachtelfels. Als wäre nicht schon genug Unheil geschehen, wurde uns heute berichtet, dass Akîb Câl'lest Ze'emkha ni Wachtelfels unter mysteriösen Umständen, die zur Zeit noch unter den Mantel des Schweigens einer Inquisitionsuntersuchung fallen, in das Ordens-Hospitz der Komturei eingeliefert wurde, wo auch schon Iresha Amre, das arme Räblein, daß damals den toten Ordensbruder Gorfin aus Lofran in Neu-Sziram fand, behandelt wird. Weder die Komturin und Sahet ni Thergas Shesib Mehyem'ká, noch die Tempelvorsteherin Alea Tem´kat waren zu einer Stellungnahme bereit, doch von einigen der in der Nähe des Tempels wohnenden Thergassern konnten wir einiges erfahren, was wir an dieser Stelle zusammentragen wollen. An diesem Abend fand sich der Akîb zur Meditation und zum Gebet alleine im Tempel ein, etwas, was er seit dem Anfang dieser schrecklichen Ereignisse täglich zu tun pflegte. Doch an diesem Abend war irgendwann seine laute Stimme zu vernehmen, anscheinend war er nicht mehr alleine. Wir wollen hier seine Worte, die wir aus den Aussagen gesammelt haben wiedergeben: "Du kannst nicht vorbei. Ich bin ein Diener des göttlichen Raben, des Gebieters über Alveran und Dere." Stille. "Das Dunkle Feuer wird dir nichts nützen. Zurück zu den Schatten." Wieder ein kurzer Augenblick der Ruhe, dann schrie er die letzten Worte heraus: "Du kannst hier nicht vorbei!", die dann auch die Aufmerksamkeit der Ordenskrieger erregte, die ihn dann an der Pforte des Tempels zusammengebrochen, entkräftet und bleich vorfanden. Vor der Pforte des Tempels fand man in den Stein gestampfte Krallenabdrücke, die am Tag vorher nicht zu sehen waren. War hier eine zweite Tempelschändung, ein zweiter Priestermord geplant? Mit wem sprach der Akîb? Wollen wir abwarten, welch schrecklichen Tatsachen die Inquisition noch herausfinden mag.
(HOD)

Hungersnot in Terkum?

Rattenplage in Lofran

Lofran - Eine wahre Rattenplage führte im beschaulichen Rahjadörfchen Lofran zu einer Nahrungsmittelknappheit. Die kleinen Nager haben binnen Tagen die Speicher und Vorratskammer geplündert, so dass die Vorräte langsam knapp werden. Doch damit nicht genug, beginnen die Ratten nun auch schon die Bewohner anzugreifen. Ein Säuglinge wurde von den Nagern im Schlaf angefallen und erst am nächsten morgen totgebissen in der Wiege gefunden. Schnelle Hilfe tut Not und so wurden bereits Hilfsgesuche gen Fort Westernheim, Thergas und Merkem gesandt.

Händler verweigern ihren Dienst

Merkem - Die Händler des Handelshauses Terkum weigern sich nach den neuerlichen Vorfällen in Wachtelfels/Rekachet und der erhöhten Präsenz der Waldmenschen, von deren Seite aus es in letzter Zeit immer wieder übergriffe gab, diese Lehen weiterhin anzufahren. Bisher hat der Neset und Leiter des Handelshauses noch nicht reagiert, aber ein schnelles Eingreifen, gerade ob der Situation in Lofran, tut Not.
Im'sêth sun Kem-Atèf, die Akîbet Ni Rekmehi, äußerte sich zu der Weigerung der Händler des Handelshauses Terkum folgendermaßen:
"Sie sollen nicht vergessen, welche Aufgabe Ihnen Unser Aller Herr zuteilte. Sie sind dafür verantwortlich, daß der Handel und Wandel, der Fluß der Waren in Seinem Lande aufrecht erhalten wird. Diese Aufgabe wurde Ihnen zuteil, und diese Aufgabe haben sie zu erfüllen. Nichts desto trotz wurde auch uns, den Akîbs und Akîbets eine Aufgabe zuteil. Wir haben dafür zu sorgen das alle Räblein in unseren Provinzen ungefährdet ihrem Tagwerk nachgehen können. Ich für meinen Teil werde diese Aufgabe erfüllen. Ich weiß nicht, wie meine Brüder aus Rekáchet und Wachtelfels dazu stehen, aber für mich gibt es da Nachdenken.
Wenn die Händler also der Meinung sind, das sie ihre Aufgabe nicht ohne Gefahr für Leib und Leben erfüllen können, so werde ich dafür sorgen, das Ihnen militärischer Geleitschutz gegeben wird. Noch heute werde ich mich mit Komtur Tem'kat darüber beraten."
Schon nach dem Ende des Gesprächs äußerte die Akîbet noch einen Zusatz: "Dies ist ein weiterer Beweis dafür, das wir das Militär in Seinem Lande stärken müssen. Dieser Geleitschutz wird eine ernste Belastung für die Truppen werden. Abr wir werden alle Aufgaben trotzdem erfüllen, wie es uns der Rabe aufgab. Wie lange das möglich ist ... nun, das liegt in Seinen Händen."
Wie bereits bei der Hilfsaktion für das gebeutelte Yleha, so lässt der Neset ni Terkum jedoch auch heute die Zügel im wahrsten Sinne des Wortes nicht locker. An der Spitze eines kleinen Wagenzuges lenkte er selbst eines der Gespanne aus den Toren Merkems heraus. Begleitet wurde er hierbei von Ser-Neset Maraladil Láiron al Emirdáin ni Terkum, dem Akîb ni Démyúnem, der Akîbet Im'sêth sun Kem-Atèf ni Rekmehi und dem Komtur Hetep Mer'ká Tem'kat, Sah ni Merkem, die ihrerseits einen der Wägen lenkten. Zur Sicherheit der Hohen Adligen und Kirchenleute wurden die Ochsenkarren von Ordensrittern des Laguana-Ordens.
Vorrausgegangen waren lange Besprechungen mit dem Ser-Nest, der akîbet und dem Komtur, nachdem die düsteren Ereignisse in den Provinzen Wachtelfels und Rekáchet, sowie der Handläerstreik bekannt wurden. Als Ziel des Wagenzuges gab der Neset Lofran an. "Dort,", so der Neset, "tut eine möglichst schnelle und unverzügliche Hilfestellung Not. Die anderen Ereignisse sind zwar äußerst beunruhigend, aber hier habe ich vollstes Vertrauen in unsere Helige Inquisition, sowie die Adligen und Ordensbrüder- und Schwestern vor Ort."

Heilige Inquisition an der Küste unterwegs

Nach den Sichtungen eines Geisterschiffes an der Küste Terkums hat sich die Heilige Inquisition unter Mer'feri Semá'tep nach Süden begeben. Ebenso verließ Inquisitor Pe'kuhep Szarish den Ort Neu-Sziram um sich in Thergas mit ihrer Ehrwürden Sematep zu beraten. Es wird gesagt dass demnächst Kunde nach Merkem gelangen wird, möglicherweise wird sich die Inquisitionsrätin auch persönlich in den Hauptort Terkums begeben, um dort ihre Erkenntnisse an den Neset und die Mehibet weiterzugeben.
(HOD,RGR,JMA)

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