Klare Worte durch Mehib Liam Tem'kat'nafe'phi ni Djunizes
(Yryet/ Tâyab) - Mehib Liam Tem'kat'nafe'phi, Mehib ni Djunizes predigte diese Woche in Yryet und machte dabei mehr als deutlich, dass er weiterhin für die liberale Strömung der heiligen Boron-Staatskirche in Djunizes stehe. Er verurteilte die Versuche einer Minderheit des Klerus die Tempel und den Glauben mehr in Richtung der corvikanischen Interpretationen zu verlagern. Nach den Worten des Mehib wird er zwar weiterhin den Konsens innerhalb des Sprengels Djunizes suchen, jedoch wird er allen Versuche diesen Konsens einseitig aufzulösen vehement entgegentreten.
(THU)
Konventsgründung zu Benbukkula
Wie unsere Gazette aus verlässlichen Quellen erfahren hat, wurde jüngst auf dem Eiland Benbukkula ein Konvent zu Ehren des Herren Boron gegründet. Initiator war der dem Herren geweihte Akîb Royan Mezkarai, der damit ein Gelübde einlöste, dass er jüngst während den Aufständen der Waldmenschen auf Benbukkula und Ibekla gab. Akîb Royan Mezkarai wird dem Konvent selbst als Abtprimus vorstehen. Das kleine Kloster ist unweit von Villa Elissa im Landesinneren des Eilands gelegen und besteht aus einige aus Brabakrohr und dem Holz von Alveranspfeiler errichteten bescheidenen Gebäuden, in deren mitten sich ein kleiner steinerner Tempel des Herren über rundem Grundriss erhebt. Als Brüder und Schwester in Demut vor dem Herren haben sich zwölf ehemalige Lehens- und Würdenträger unseres Reiches der Nisut versammelt als da wären: Bran ya Rhodastan, Sekem-Neidh Morganor, Boron'tep Â'etra Pâestumai, Sondobar Boronsbart, Hobe Minet, Im'sêth sun Kem-Atèf, Alarion von Schattenfels, Borondieus Usram Ey Beyn, Anshag Bartelbaum, Alrik von Arbasim, Istram ibn Ishimeri al'Menkhauhour und Caramon Gorkas. Alle gemeinsam verbindet der Wunsch durch tiefste Demut und selbst gewähltes Schweigegelübde Vergebung für ihre begangenen Sünden zu bekommen, so sie eines Tages vor den Herren treten werden.
(MAT)
Die Heimkehr eines "wahren Gläubigen" - Logoran von Selem wieder in Morek!
Ein jeder gute Gläubige sollte regelmäßig eine Pilgerfahrt unternehmen. Und so ließ es sich auch der Abtprimus Logoran von Selem, Imát ni Morek, nicht nehmen, eine Wallfahrt in die Hallen des HERRN zu Laguana zu unternehmen.
Doch mitnichten hatte der Abt, wie so viele Pilger vor ihm, den einfachen Weg gewählt und in Re'cha nach Khefu eingeschiufft, um von dort aus gen Laguana zu pilgern. Der Abtprimus, nicht nur als Seelenkundiger und Prediger für den HERRN bekannt, sondern auch als profunder Kenner des kem'schen Sternenhimmels und der Schiffsnavigation, hatte in den letzten Monden intensiv die Schriften des Hl. Laguan und seiner Pilgerschaft studiert und stieß hierbei auf die Aufzeichnungen eines einfachen Geweihten, welcher in vormaligen Zeiten die Wallfahrt statt auf dem Landweg, wo den damaligen Pilgern der Schutz durch Begleitung von Mitgliedern des Laguana-Ordens sicher war, auf Efferds Wegen zurückgelegt hatte.
Dies inspirierte den Abtprimus in starkem Maße: eine Pilgerfahrt allein dem HERRN anvertraut, welcher sicher über seinen Schützling wachen würde! Denn sagte nicht bereits der Hl. Laguan höchstselbstens:
"Doch willst du SEIN Angesicht schauen und SEINE Nähe spüren, so verlasse dich auf dich selber; Ruhe und Einsamkeit geleite dich auf deinen Wegen, Gläubiger!"
Und so studierte der Imát ni Morek die Schriften des Pilgers aufs Genaueste und fand unter anderem Aufzeichnungen über das Gefährt, mit welchem der unbekannte Pilger Efferds Wege beschritt. So ließ der Abtprimus in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Schiffszimmermann von Morek durch seine noionitischen Schützlinge gemäß den Aufzeichnungen des Pilgers das archaische Schiffsgefährt nachbauen. Resultat war ein Gefährt, welches gar abenteuerlich anmutete, von dem der Abtprimus aber überzeugt war, der "wahre Gläubige" werde im festen Vertrauen auf den HERRN die Pilgerreise auch mit diesem Gefährt bestreiten.
Daher schiffte der Abtprimus schließlich unter großem Jubel der örtlichen Bevölkerung und mit den besten Wünschen seiner Zöglinge von Morek aus ein und nahm die weite Reise von Áaresy bis zum Festland auf sich, allein in festem Vertrauen auf den HERRN und die Hl. Noiona. Mit kärglichem Proviant verschwand das kleine Gefährt aus dem Sichtbereich der Anwesenden und so manch ängstliches Gebet wurde geflüstert…Jedermann und -frau war sich sicher, den Abtprimus zum letzten Mal gesehen zu haben, und selbst im Kloster zu Morek stellte man schon offen die Frage der Nachfolge des Abtprimus.
Lange Wochen sah und hörte man folgerichtig nichts vom Abtprimus, Imát Logoran von Selem ni Morek. Doch schließlich geschah das unglaubliche: an einem herrlichen Markttagsmorgen sah man aus der Ferne das kleine Schiffchen auf Khefu zutreiben. Jubel brandete bei den handvoll Gläubigen auf, welche zeitgleich mit dem Abtprimus von Re'cha aus mit dem regulären Schiff Richtung Khefu aufgebrochen waren. Doch schnell verebbte der Jubel, sah man doch kein Lebenszeichen in dem Boot. Tiefe Trauer und Niedergeschlagenheit machte sich breit. Beherzet Frauen und Männer nahmen sogleich einen kleinen Fischkutter in Beschlag und fuhren, das Gezeter der Fischer überhörend, dem Gefährt entgegen.
Welch Freude, als man plötzlich die beiden kleinen Rüderchen erblickte, die über die Bootskante hinaus in das Wasser platschten und regelmäßig in das Wasser eintauchten; immer streng Richtung Khefu rudernd.
Schließlich fand man einen völlig entkräfteten, aber wohlgestimmten und still lächelnden Abtprimus vor. Die Gläubigen lachten und fielen sich in die Arme beim Anblick "ihres" Imát und erwarteten seine Landung voller Ungeduld. Sonderlicherweise war der Abt, soweit erkenntlich unverletzt, ebenso wie das Schiffsgefährt ziemlich unversehrt.
So machte das Gerücht über die wundersame Überfahrt des Abtprimus die schnelle Runde durch Khefu, so dass der Hafen alsbald von Gläubigen gesäumt war und der Abtprimus so von einer großen Schar in das Haus des HERRn geleitet wurde, wo er sogleich zum Gebet niedersank und in einen tiefen und borongefälligen Schlaf versank.
12 Tage und 12 Nächte verblieb der Imát in dieserm boronsgefälligen und todesähnlichen Schlaf bis er abrupt erwachte. Nach kurzer Stärkung setzte der Abtprimus seine Pilgerfahrt nach Laguana fort, jedoch nicht allein. Mittlerweile hatte die unglaubliche Geschichte des Pilgers nicht nur in Khefu, sondern auch in der Umgegend die Runde gemacht, so dass sich ein wahrer Pilgerzug von einige Dutzend Gläubigen nach Laguana aus der Stadt heraus ergoss. Ein Pilgerzug, welcher nicht nur in seiner Ernsthaftigkeit und Gläubigkeit beeindruckte, sondern zugleich eine heilige Frohmut ausstrahlte, welche in krassem Gegensatz zu manch düster-fanalem Auszug strenger Gläubiger stand. Der Pilgerzug nahm sogar noch zu auf dem Weg gen Laguana, so dass eine erkleckliche Masse an Pilgern in Laguana eintraf, die außerhalb zentraler Feiertage selten in Laguana anzutreffen war, dem HERRn zu huldigen.
Die Rückkehr der "Pilger von Morek", wie sie mittlerweile von den Khefuern genannt wurden, gestaltete sich verhältnismäßig ereignislos, gemessen an der frommen Pilgerfahrt des Abtprimus Logoran von Selem. Zu vielen Themen befragt fungierte der Abtprimus auf der Rückreise von Khefu nach Re'cha daher als Lehrer der Regeln des HERRn und der Lehren des Hl. Laguan, als Geschichtenerzähler und "wahrer Gläubiger", wie er von seinen Mitreisenden ehrfurchtsvoll genannt wurde.
Gerüchteweise sollen sich selbst hochgestellte Angehörige der Hl. Kirche des HERRn berührt und voller Lob für den Imát ni Morek , Logoran von Selem geäußert haben. Manhce sprachen gar schon von der "Wunderpilgerfahrt von Morek". Abtprimus Logoran selbst blieb aber ganz nach seiner Art bescheiden:
"Es ist nicht wundersames, das Meer zu überqueren, wenn man fest im Glauben an den HERRn steht!", so seine lapidare Aussage: Trotz allem wird sich diese wunderhafte Wallfahrt tief in die Erinnerung und die Seele eines jeden einbrennen, welcher daran beteiligt war, oder auch nur jene Frömmigkeit schauen konnte, die in den Augen der Pilger schimmerte, immer ihrem leuchtenden Beispiel, dem Abtprimus Logoran von Selem, Imát ni Morek folgend!
Möge er euch ein Vorbild für festen und treuen Glauben sein!
Preiset den Raben!
(BPO)
Rundreise des Mehib Ni Djunizes
Liam Tem'kat'nafe'phi, der Mehib von Djunizes hat angekündigt in den kommenden Wochen eine Rundreise durch Djunizes zu unternehmen, um einen intensiven Dialog mit den Tempelvorstehern aufzunehmen. Tem'kat'nafe'phi wird dabei alle größeren Tempel des Schweigsamen Herren und auch zahlreiche der kleineren ihm geweihten Stätten aufsuchen. Als Grund für die Reise wurde aus dem Umfeld des Mehib ein "theologischer Diskurs" angeführt, denn die "Krönung der Nisut *heilig heilig heilig* und die damit verbundenen Änderungen in der Kirche notwendig erscheinen lassen. Denn der einzig wahre Glaube an den Raben ist zwar eine Feste Burg doch Erschütterungen bei einzelnen oder Gruppen durch eine notwendige Neuausrichtung sollen frühzeitig erkannt werden." Von Kritikern wird die Reise, des als liberal geltenden Mehib ni Djunizes als unsinnig bezeichnet und als reiner Versuch eines Reaktionärs. Unter den Anhängern Liam Tem‘kat‘nafe‘phis erhofft man sich durch die Reise eine geeintere und stärkere Kirche in Djunizes.
(THU)
Phex sei Dank?
- von unserem Korrespondenten Marbert v. Mörsdorff -
Am 5. FPH 30 S.G. legte die Rabenstolz, das Schiff des Mehibs Ni Neu-Prêm, im Hafen von Sefechnu Sebá an. Nach rund zehn Monden kam Mehib Kal'Tan wieder in den tiefen Süden Aaresys, um das bedeutendste Bauvorhaben der Staatskirche auf den Inseln zu besuchen. Bei seinem letzten Besuch, vornehmlich in Begleitung des Hatya Ni Chrysemis, galt es, jene unheilige Bestie endgültig zur Strecke zu bringen, die die Arbeiten am herrlichen Tempel in Taseba wiederholt schwer beeinträchtigt hatte.
Der Anlass dieser Reise aber war ein erfreulicher: seitdem die Störungen durch den Vampyr aufgehört hatten, schritten die Baumaßnahmen gut voran. Das ineinandergreifende und störungsanfällige System aus An- und Abreise der arbeitenden Pilger und Handwerker sowie der Material- und Nahrungsmittellieferungen - zum größeren Teil auf dem weiten Seewege vom Festland her - hatte gut funktioniert. Jetzt war es an der Zeit, der Mühen Lohn an den langwierigen Innenarbeiten im Haus des Raben zu besichtigen und allen Beteiligten die tiefe Wertschätzung für das Geleistete aus- und Mut für die noch bevorstehenden umfangreichen Aufgaben zuzusprechen.
Der Tempelbau hatte schon weite Vorschritte gemacht, wie der erfreute Mehib sehen konnte. Die Arbeiterinnen und Arbeiter widmeten sich ihren Aufgaben mit Feuereifer und würdigten seine Person kurz, als er vorbei schritt. Im beinahe fertiggestellten Wohnkomplex des Tempels trafen sich dann alle Verantwortlichen zum gemeinsamen Mahl, bei dem eine konstruktive Diskussion über Detailabstimmungen stattfand. Friedlich wurden die einen oder anderen Dinge geklärt, wohl sehr zur Zufriedenheit des Mehibs und so hielt er eine in Mark und Bein gehende Dankesrede an alle Beteiligten, vor allem natürlich an den hervorragenden Baumeister Boromeo Uludaz. Stürmischer Beifall war die Antwort.
Dann trat ein Gesandter der Akiljá Al'Plâne vor und übergab Kal'Tan, nachdem er ihm durch eine Verbeugung Respekt gezollt hatte, ein Geschenk der Akîbet. Sehr ruhig war es im Saal als der Mehib das Präsent überreicht bekam und er es würdevoll, wie es seine Position verlangte, aus dem Kasten nahm: Kalt fühlte sich das geschwärzte Metall an, aus dem der erhaben dreinblickende Rabe gemacht war, vielleicht ein Spann groß und zweieinhalb lang, dessen Augen zwei Topase darstellten, die wohl von einem Meister seines Faches geschliffen und eingesetzt waren. "Wahrlich! Was nützen unsere Werke vor dem Herrn Boron, wenn die innere Verbundenheit fehlt?", fragte Kal'Tan mit einem Lächeln in die Runde, "Sie würden doch nur lebloses Bekenntnis bleiben. Gerade deshalb bin ich der Akîbet besonders dankbar für dieses Meisterwerk, das nicht nur die erste Plastik sein soll, die am Tempel den ihr gebührenden Platz findet, sondern mit dem sie auch ihre tiefe Verbundenheit dem Gott des Schlafes und der Staatskirche gegenüber zum Ausdruck bringt. Es ist für alle Arbeiter, Handwerkerinnen und Künstler immer wieder wichtig, das Wohlwollen und die Unterstützung des örtlichen Adels zu erfahren - und wie hätten sie schöner vergegenwärtigt werden können als durch diese tiefe und gefühlvolle Ehrung Borons?"
Im weiteren Verlauf des Abends wurde überlegt, für den schwarzen Vogel durch einen hervorkragenden Schlussstein am Hauptportal einen würdigen Platz zu schaffen: mit seinen kunstvollen Augen auf die ein- und ausgehenden Gläubigen blickend, würde der Rabe so ein sinnfälliges Symbol für die Allgegenwart Borons sein. Gleich schon im für den am kommenden Morgen vorgesehenen feierlichen Borondienst, den der Mehib mit allen am Bau Beteiligten auf dem Vorplatz des Tempels feiern sollte, sollte der freudige Beschluss verkündet werden.
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Essen bewahrten in weiser Voraussicht Schweigen und erzählten nichts von dem Raben. So war es für alle eine große Überraschung, als am hochfeierlichen Borondienst die Nachricht verkündet wurde: die dazu gehaltene Rede des Mehibs, die noch einmal hervorhob wie wichtig die Gewogenheit des Adels auf dem Antlitz Deres war, ergriff die Anwesenden und gab den Pilgern neuen Mut. So mancher Streit soll danach vergessen und vergeben worden sein und jene Arbeiter, die aus Tásebá kamen, waren Stolz Untertanen dieser göttergefälligen Akibet zu sein.
Es wird zwar noch ein wenig Zeit brauchen, bis das Portal mit dem Schlussstein vollendet sein wird und noch deutlich länger wird es dauern, bis es dann zur Arbeit an der Inneneinrichtung und solch schönen Details wie dem Raben kommt, doch schon heute hat die borongläubige Bevölkerung einen weiteren Beweis dafür, wie sehr es sich lohnt, dass Kal'Tan und Akiljá Al'Plâne ihre diplomatischen Beziehungen pflegen und die vielen Gläubigen Tag für Tag unter diesen guten Rahmenbedingungen an dem heiligen Bauwerk Boron die Ehre erweisen können.
(MSC,AJR)
Hátyá Ni Mer'imen mit Buße belegt!
- von unserem Korrespondenten Kemet'máat -
(Zyral/Mer'imen) Das Ringen um die unrühmlichen Äußerungen seiner Erlaucht, des Hátyás Ni Mer'imen - Rhuawn Hakeem al'Mansour - in Bezug auf die Seret-Ernennung ihrer Ehrwürden Boronlyn Ni Ne'kâtre hat ein Ende gefunden.
Die ehemalige Akîbet des Câbas, Phatapi al'Menkhauhour, wünschte die Priesterin des Heiligen Raben zu ihrer Seret-Akîbet zu ernennen und informierte über dieses Vorhaben ihren Hátyá. Rhuawn al'Mansour, bekanntermaßen Anhänger des Irrglaubens an Rastullah, lehnte die Komturin mit unziemlichen Worten ab, forderte gar augenscheinlich dann ein Vertrauenspfand für die Loyalität der künftigen Seret-Akîbet. Diese Worte aus den Briefen Seiner Erlaucht wurden sodann an die Heilige Staatskirche des Boron, in personam Ihre heilige Eminenz Boronya von Nedjihit weitergeleitet. Die Erste Rabendienerin beauftragte seine Hochwürden, den Mehib Ne'mekath Ni Mer'îmen damit, Seine Erlaucht al'Mansour zu sprechen. Diesmal sei es sehr ernst, denn dies war nicht das erste Vergehen solcher Art. Schon manchesmal zuvor habe sich der junge Hátyá verbal an der Heiligen Rabenkirche vergangen, sodass diesmal die Erste Rabendienerin den Mehib aufforderte mit notwendiger Strenge vorzugehen.
In diesem Gespräch zeigte sich der Hátyá augenscheinluch uneinsichtig, denn Seine Hochwürden Ne'mekath sah sich gezwungen den Arrest über den Hátyá und den Notzustand über die Burg Zyral zu verhängen, sowie die Heilige Inquisition zu informieren. Es nahm nicht Wunder, dass der Großqinuisitor des Káhets, Seine erhabene Hochwürden Boronîan Varzîm Pâestumai sich höchstselbst dieses Falles annahm. In seinem Gefolge befanden sich der Mehib Ni Ordoreum, Boromil Mezkarai, die Rabenpriesterin Mara Tem'kat, die Akîbet Ni Rekmehi Im'seth sûn Kem'atef sowie die rechte eiserne Faust seiner Erhabenen Hochwürden, Inquisitionsrat Torquemada. Eine brisante Konstellation, bedenkt man die Feindschaft zwischen den Familien der Mezkarai zu den Tem'kat und den Pâestumai. Und nun sollten die Oberhäupter dieser drei Familien gemeinsam über einen irrgläubigen Sünder richten. Welch deutliches Zeichen, das die Erste Rabendienerin dort setzte! Eintracht der Kirche, Überbrückung weltlicher Streitereien zur Wiederherstellung der heiligen, rabengewollten Ordnung! Als habe die höchste Priesterin des Boron im Káhet nur auf eine solche Situation gewartet, die Einheit der Kirche zu demonstrieren.
Auf Zyral wurden die Teilnehmer des Tribunals schon vom Mehib Mer'imens wie auch vom zuständigen Inquisitionsrat Rouven von Jadara erwartet. Ebenfalls anwesend waren die Akîbet Ni Câbas und die Komturin ni Ne'kâtre, um gegebenenfalls ihre Aussagen zu bekräftigen.
Der Rat hörte die Worte des Hátyás al'Mansour, der seine Räumlichkeiten nicht hatte verlassen dürfen und von zwei Boronsrittern bewacht worden war. Es war nicht bekannt, wie diese Anhörung vonstatten ging, niemand war zugelassen, außer die Boronis. Doch verkündete spät am Tag seine Erhabene Hochwürden Erlaucht Boronîan Varzîm Pâestumai das Urteil über den Hátyá:
"Vor allen Borongläubigen, die das vorliegende Schreiben zu Gesicht bekommen, erlegen Wir, Boronîan Varzim Pâestumai, Tsah'desch Ram, in Gegenwart der Zeugen Boromil Mezkarai, Conseilarius und Mehib ni Ordoreum, Ne'mèkâth Boromir Âk-de Szézàr, Mehib ni Mer'imen, Cajetano Torquemarda Djenefre'ret, Semer'desch Ram, Rouven von Jadara, Semer'desch Ram, Mara Boronstreu Tem'kat, Tempelvorsteherin und Im'séth sun Kem Atèf, Schwester des Ordens der Wächterinnen und Wächter des Heiligen Raben zur Insel Laguana, dem Sünder Rhuawn Al´Mansour, Hatya ni Mer´imen, der sich nach seinem eigenen Geständnis, das er vor uns bei seiner Anhörung abgelegt hat, die Buße auf, daß er zur Sühne für seine Vergehen gegen die Alleinseligmachende Boronstaatskirche und gegen seine Vergehen gegen den Orden der Wächterinn und Wächter des Heiligen Raben zur Insel Laguana zwei scharlachrote Boronräder, die zwei Handbreit lang und breit, sowie zwei Finger dick zu seien haben, ständig auf seinem Obergewand trägt. Das eine vorn auf der Brust und das andere hinten auf dem Rücken. Das Gewand, an dem er die Boronräder trägt, darf nirgendwo sonst scharlachrot sein. Er trage das Bußgewand immer und ständig. Er lege es nur zu zweierlei Anlässen ab. A. zur Reinigung seines Körpers und B. zum Wechseln seines Bußgewandes, das die Alleinseligmachende Boronstaatskirche stets für ihn bereithält. Er trage das Bußgewand 12 Monde lang, nicht mehr und auch nicht weniger. Es sei denn, es kommt in der Zeit der Buße zu neuen Ereignissen, die das Eingreifen der heiligen Inquisition nach sich ziehen.
Man schere ihm die Haupt- und Barthaare als Zeichen der Buße, jeden Tag aufs neue, für eine Dauer von 12 Monden, nicht mehr und nicht weniger. Es sei denn, es kommt in der Zeit der Buße zu neuen Ereignissen, die das Eingreifen der heiligen Inquisition nach sich ziehen.
Am Tag der Erneuerung und zwar noch in diesem Götterlauf, erkläre er und tue öffentlich kund vor den Toren Laguanas seine Verfehlung gegen die Alleinseligmachende Boronstaatskirche sowie die Verfehlung, die er gegen den Orden der Wächterinnen und Wächter des Heiligen Raben zur Insel Laguana beging.
Er verweile 2 Tage vor den Toren ohne Nahrung und Bette und flehe um Vergebung.
Ferner soll Seine Erlaucht in einem Tempel des Herrn in einer jeden Ta'Akib Mer´imens um Vergebung bitten für seine Verfehlungen, auf daß das Volke sehe die Buße seines Hatyas.
An jedem Boron und Marbotag verrichte er einen Bußdienst in der Ordenskomturei Me'kth unter der Aufsicht der Komturin Sita'ba Man'Ka. Er verrichte diesen Bußdienst 12 Monde lang, nicht mehr und auch nicht weniger. Es sei denn, es kommt in der Zeit der Buße zu neuen Ereignissen, die das Eingreifen der Heiligen Inquisition nach sich ziehen. Der Bußdienst wird nur dann ausgesetzt, wenn Seine Erlaucht Al´Mansour gesundheitlich nicht imstande ist, diesen durchzuführen. Aber ohne daß er dabei eine Täuschung begeht! Darüber befinde ein Medikus, sowie ein Geweihter des Herrn, wobei der Geweihte des Herrn die letzte Entscheidungsgewalt inne hat. Sollte es zum Aussatz der Buße kommen, wird Seine Erlaucht diese Zeit nachbüßen, auf daß er wieder auf eine Bußzeit von 12 Monden kommt."
Fraglich ist, ob dieses kirchliche Buße die einzige Strafe für Seine Erlaucht bleiben wird. Denn wie man hört, habe er sich gar in lehnstechnischer und militärischer Sicht vergangen, indem er die Akîbet Ni Câbas mit Männern aus seiner von der Nisut zugestandenden Garde einzuschüchtern versuchte.
(NME)
Schwerter für Rekáchet?
Djerbyunet Laguana - Seltsames kam der Redaktion der Rabenschwinge aktuell aus der Klosterfreiheit Laguana zu Ohren. Ohne größere vorherige Ankündigung, wie es solchen Zeremonien angemessen wäre, fand im größten Heiligtum des Raben zu Deren eine Weihezeremonie statt. In der gemeinsam vom Dekan Îri'chem'ká Tem'kat und der Zeremonienmeisterin Nura Tem'kat'tur'anach geleiteten Zeremonie wurden ingesamt zwölf Schwerter mit dem Namen des Heiligen Raben geweiht.
Selbige Schwerter wurden in der Zeit davor von den fähigsten Schmieden der Djerbyunet Laguana unter der persönlichen Überwachung des Schmiedemeisters Rantal Ze'emkha geschaffen. Wie unbestätigt vermeldet wurde, wurde bei der Auswahl des Materiales als auch der Schmiede auf eine besondere Auswahl geachtet, die unter Schirmherrschaft von Ráneb Tem'kat vorgenommen wurde. Ebenso soll der Prozess des Schmiedens von besonderer Sorgfalt geprägt worden sein.
Gleich am Tag darauf entsandte die Imát Serija von Doorn auf Befehl der Heiligen Eminenz eine Expedition unter geistlicher Leitung von Ráneb Îri'chem'ká Tem'kat, dem Dekan der Heiligen Hallen, die elf Ritter des Ordens umfasste. Zu einer Stellungnahme zu diesen Ereignissen war man in den Heiligen Hallen nicht bereit, allein Ráneb Tem'kat antwortete auf die Frage nach dem Warum: "Für den Heiligen Raben!" und schritt weiter seines Weges.
Bisher unbestätigten Gerüchten zufolge führt der Weg dieser Expedition direkt in die terkum'er Tá'akîb Rekáchet - und dass dorten seltsame Ereignisse und Unfälle die Bevölkerung beunruhigen ist bekannt. Schon ihre Ehrwürden Mer'feri Sema'tep, die Inquisitionsrätin von Terkum ist in die betroffenen Gebiete aufgebrochen.
Rätselhaft sind die Zusammenhänge unter den Priestern und Rittern. Sind doch Ráneb Îri'chem'ká und Zeremonienmeisterin Nura als Verwandte der Hüterin des mohema'er Rabenhauses, Mara tem'kat, Teil des Corvikaner-Bundes und stehen auch der Akîb Fiorenzo Ni Rekáchet - wohin die Reise augenscheinlich führen wird - und die Familie des Schmiedemeisters Ze'emkha den Corvikanern nahe.
Was steht den Räblein bloß bevor?
Salas R'yall
(NME)