Beschlüsse und Bekanntmachungen der Heiligen Nisut, des Hohen und Höchsten Adels, des Oberkommandos der Schwarzen Armee sowie der nisutlichen Cantzeley

Auseinandersetzung zwischen Repa Jandarasson und
Akîb Mahmut ben Abdallah Ni Mekábtá eskaliert

In der Überseeprovinz Neu-Prêm gibt es neuer Ärger. Angefacht durch den Akîb Ni Mekábtá, der in einer Note (die "Rabenschwinge" berichtete) die thorwal'schen Übergriffe im Lieblichen Feld scharf verurteilte, verlagerte sich die Auseinandersetzung bald auf die Lehensebene, indem Repa Torben Jandarasson, ein gestandener Thorwaler, sich mit den Äiußerungen des Akîb nicht einverstanden zeigte, wie der im folgenden veröffentlichte Briefwechsel deutlich macht:

"Wir, Torben Jandarason,
vor den Augen der Zwölf und von der Nisut Gnaden Fürst von Neu-Prêm
thun hiermit durch die Hand Unseres getreuen Schreibers Kanderman Sordenbrack Unseren Willen kund, welcher verkuendet ward am 12. Tage des Freimondes Tsa im 28. Jahre nach der Gründung des Reiches der Kemi in Unserer Hauptstadt Re' Cha in der Tarepa Neu-Prêm.

Höret, Euer Hochgeboren Mahmut ben Abdallah, Akîb Ni Mekábtá!

Wir erhielten per Bote Eure Stellungnahme zu Ereignissen im Norden, in welchen von Greultaten und Kampfhandlungen die Rede ist, die sich im Horas-Reich, dem Reich Unserer Verbündeten, zutrugen. Wisset, daß wir derartige Handlungsweisen, wo auch immer sie vorkommen, niemals gutheißen können und wollen. Es ist nach unserer tiefsten Überzeugung ein Frevel wider Götter und Menschen derartige Dinge zu tun oder auch nur geschehen zu lassen. Wir verabscheuen zu tiefst, was Ihr in Eurer gerechten Empörung geiselt und stimmen Euch aus vollem Herzen zu, daß solch ruchlose Taten, wer auch immer sie begangen hat, schärfstens geahnded werden müssen.
Leider können Wir zu den von Euch genannten Vorfällen keine Stellung beziehen. Zu weit ist der Weg ins Liebliche Feld, um sich die nötige Kenntnis von den Vorfällen zu verschaffen, um dann ein angemessenes Urteil zu fällen. Sollten bei diesen Übergriffen Angehörige von Euch zu schaden gekommen sein oder gar getötet worden, so möchten Wir hiermit Euch Unser tiefes Mitgefühl aussprechen.
Aber vernehmt nun die Worte Eures Lehnsherren:
Wir sind nicht glücklich, wenn ein Konflikt außerhalb unserer Grenzen, mit dem Wir zur Zeit nichts zu schaffen haben, Unruhe und Haß im Lande schürt. Wir alle von adeligem Stand, vom Repa bis zum Sah, von der Hekátet bis zur Akîbet, die Wir im Angesicht der Nisut, heilig, heilig, heilig, und vor Rabe und Reich den Lehnseid geschworen haben, sind durch diesen Eid verpflichtet, zu erst immer an das Wohl des Kahet ni Kemi zu denken und als Einheit, als Kemi, zu handeln. Wir haben Unsere Geburtsorte, Verwandte und Freunde, machmal sogar Unsere Familien verlassen, um hier den Willen Ihrer Königlichen Majestät, Peri III Setepen, zu erfüllen. Wir sind nicht länger an die Vergangenheit gebunden, sondern haben uns dieser hohen Sache verschrieben und so wollen Wir nichts höher stellen als Nisut, Rabe und Reich.
So soll es also dann sein: Wen Ihre Königliche Majestät, die Nisut, heilig, heilig, heilig in Ihrer Weisheit zum Verbündeten erwählt, der sei auch Unser aller Verbündeter, wen die Nisut aber zum Feinde erklärt, der wird von Uns unbarmherzig verfolgt und bekämpft. Das und nur das ist die Ordnung der Dinge. Wehe dem, der dagegen aufbegehrt!

Möge der Segen unseres Herren Boron Euch auf Euren Wegen begleiten, mögen die Augen der Herren Efferd und Swafnir gnädig auf Euch ruhen.
Lang lebe die Nisut!

Ecce Signum
T. J.
Repa Ni Neu-Prêm


Mahmut ben Abdallah
Akîb Ni Mekábtá

an

Torben Jandarason
Repa Ni Neu-Prêm

Lehnsherr!

Angesichts Eurer Depesche können Wir nicht umhin, einige der von Euch aufgeworfenen Fragen und Denkanstöße wiederum anzusprechen und zu diskutieren. Lasst Euch zunächst sagen, dass Wir in keinster Weise vor hatten, die Ordnung des Kemi-Reiches in Frage zu stellen. Hiermit entschuldigen wir Uns für die wohl in Rage ausgesrochenen unangemessenen Verallgemeinerungen über das Volk Thorwals, zumal wir feststellen müssen, dass keineswegs alle Angehörigen Eures Volkes Barbaren sind, auch wenn die meisten von ihnen niemals von dem einen Gott, dem herrlichen, dem prächtigen, dem strafenden und gütigen Vater Unseres Volkes gehört haben.
Desweiteren vermuten Wir, dass Unser Schreiber Unsere Stellungnahme nicht korrekt an die Redaktion der Rabenschwinge weitergegeben hat. Keineswegs forderten Wir eine Entschuldigung von allen Angehörigen des Thorwal'schen "Volkes", sondern von denen, die sich auf den vom Eurem obersten Hetmann ausgerufenen "Staat Thorwal" berufen.
Doch müssen Wir auch mit vollem Nachdruck betonen, und Wir hoffen, Ihr verzeiht Uns Unsere direkten Worte, dass Wir die Vermutung haben, Ihr würdet mit Eurem doch sehr verharmlosenden Text die grausamen Taten Eures Volkes verschleiern wollen. Eure Worte darüber, dass Ihr Gewalt in jeder Art missbilligt, sind für Unseren Geschmack sehr, ja zu allgemein gehalten. Desweiteren scheint Ihr Unserem lieben Freund, dem ehrenwerten Cavalliere Bosper ter Sindarjan zum Weidengrund seine Schilderung der Dinge nicht zu glauben. Ist das Wort eines Edelmanns nicht Beweis genug dafür, dass sich der feige Überfall tatsächlich so abgespielt hat?
Zuletzt möchten Wir noch auf Eure Äußerung eingehen, dass die Nisut alleine unsere Verbündeten wählt. Dazu nur so viel: Ist das Horasreich nun unser Verbündeter oder nicht...

Mit Hochachtung,

Mahmut ben Abdallah
Akîb Ni Mekábtá


Wir, Torben Jandarason,
vor dem Heiligen Raben und von der Nisut Gnaden
Fürst von Neu Prêm
> thun hiermit durch die Hand Unseres getreuen Schreibers Kanderman Sordenbrack Unseren Willen kund, welcher verkündet ward am 15. Tage des Freimondes Tsa im 28. Jahre nach der Gruendung des Reiches der Kemi in Unserer Hauptstadt Re' Cha in der Tarepa Neu-Prêm.

Höret, Euer Hochgeboren Mahmut ben Abdallah, Akîb Ni Mekábtá!

Lehnsmann, Eure Äußerungen haben Uns äußerst erzürnt und aus diesem Grunde befehlen Wir Euch unverzüglich gen Re'Cha aufzubrechen und vor Unserm Angesicht zu erscheinen. Es scheinen da ein paar Wissenslücken gefüllt werden zu müssen, und Wir sind Uns nicht zu schade dies selbstselbstens zu tun. Legt also Eure Lehensgeschäfte in die treuen Hände eines tüchtigen Sers und eilt Euch unserem Ruf zu folgen.
So viel sei gesagt:
Ad Primum: Wir unterstehen keinem "obersten Hetmann", denn Unser einziger Herr ist neben dem Heiligen Raben Ihre Königliche Majestät, Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig, Nisut des Kahet ni Kemi. Ihr haben Wir geschworen zu dienen bis zu Unserem Tode und Wir stehen mit Unserm Leben und Unserem Seelenheil für diesen Schwur. Wagt nicht nocheinmal Unsere absolute Loyalität gegenüber Rabe, Reich und Nisut anzuzweifeln. Darüber hinaus: "Unser Vok" hat niemandem grausame Taten angetan, denn Unser Volk ist das Volk der Kemi. Höret: Wir, Euch eingeschlossen, sind Kemi! Wir, Euch eingeschlossen, sind eine Nation! Wir, Euch eingeschlossen, haben die Brücken zu unsere Vergangenheit abgebrochen! Leider bin ich gezwungen zu wiederholen, was sich in Euer Herz gebrannt haben sollte, als ihr bei Eurem Leben den Lehnseid geschworen habt: 'Denn siehe, ich habe erkannt: Dies ist Sein Heiliges Land, das es zu verteidigen gilt mit meinem Seelenheil. Mein Sinnen und Trachten seien von nun an stets darauf gerichtet, den Wohlstand des Reiches zu mehren, sein Gesetz zu achten und Schaden von ihm abzuwenden'. Nach so einem Eid gibt es keinen Platz mehr für kleingeistigen Geburtsort-Patriotismus!
Ad Secundum: Wir wiederholen ergimmt Unsere Worte und versteigen uns trotz deren absoluten Klarheit zu einer völlig überflüssigen Erläuterung: 'So soll es also dann sein: Wen Ihre Königliche Majestät, die Nisut, heilig, heilig, heilig in Ihrer Weisheit zum Verbündeten erwählt, der sei auch Unser aller Verbündeter, wen die Nisut aber zum Feinde erklärt, der wird von Uns unbarmherzig verfolgt und bekämpft.' Die Nisut hat das Horasreich zum Verbündeten erkoren, also ist das Horasreich Unser Verbündeter! Was gibt da noch zu deuteln? Hat Euch die Disputierlust gepackt? Sprecht Ihr gar Ihrer Königlichen Majestät, Peri III. Setepen die Fähigkeit ab, nach Ihrem Ratschluß Bündnisse einzugehen, die einzig dem Wohle des Káhet dienen?
Ad Tertium: Wir wiederholen uns abermals: Wir werden nicht dulden, daß der Konflikt zwischen dem Horasreich und Thorwal, egal in welcher Konstitution, Unruhe und Hader ins Káhet ni Kemi und in die Tarepa Neu-Prêm trägt. Laßt Euch gesagt sein, was Ihre Cronprinzessliche Hoheit, Ela XV. Setepen, welche zur Zeit unter anderem zusammen mit dem Neset ni Djerres als hochgeehrter Gast in Unserer Residenz weilt, vor wenigen Augenblicken in Ihrer Weisheit gesagt hat: 'So geloben Wir hier und jetzt, dass Wir niemanden dulden werden, der diesem grossen Ziel [...die Einigkeit Kemis...] entgegensteht, sei es, weil sein Herkunftsland im Streit mit einem anderen liegt, sei es, weil seine Familie mit einer anderen verfeindet wird. Wir sind alle Kemis, keine Horasier, keine Thorwaler.' Dies sind die Worte derer, die nach dem Willen Ihrer Königlichen Majestät, Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig, unsere nächste, geliebte Nisut sein wird.
Ad Quartum et finitum: Wir dulden keinerlei Diskussion Unserer Äusserungen.

Wir erwarten Euch unverzüglich, wagt nicht zu säumen. Gehorcht!

Lang lebe die Nisut!

Ecce Signum
T. J.
Repa Ni Neu-Prêm


Mahmut ben Abdallah
Akîb Ni Mekábtá

an Torben Jandarason
Repa Ni Neu Prêm

Lehnsherr!

Abermals müssen Wir untertänigst um Verzeihung flehen und betonen, dass Uns keinerlei umstürzlerische Gedanken inne wohnen. Uns scheint, als hättet Ihr Unsere, im Nachhinein gesehen, möglicherweise doch recht harschen Worte leider in einer Weise interpretiert, die niemals, und das können Wir nur immer wieder betonen, in Unserer Absicht lag! Lasst Euch zunächst gesagt sein, dass wir, wenn Ihr diese Zeilen lest, schon längst auf einem Schiff in Richtung Re'Cha unterwegs sind! Selbstverständlich beugen Wir Uns dem Willen unseres Lehensherrn und ohne Frage halten Wir Uns an Unseren heiligen Lehenseid, auch wenn Ihr verstehen werdet, dass Uns alleine der Schwur auf Unseren Herrn Rastullah, neben dem auf unsere verehrte Nisut, als Blutschwur gilt!
Nun kommen Wir untertänigst zu Euren weiteren Äußerungen. Für die Bemerkung, Ihr würdet einem "obersten Hetmann" unterstehen, entschuldigen Wir Uns in aller Form. Jedoch müssen Wir verneinen, dass auch Wir alle Bindungen zu Unserer Heimat abgebrochen haben. Wie schon immer sehen Wir es als großes von Rastullah gegebenes Privileg, auf einer Pilgerfahrt Unseres hochverehrten Vaters nach Keft sowohl gezeugt als auch geboren worden zu sein. Niemals, niemals werden Wir unsere Herkunft verleumden, die gleichbedeutend mit der Nähe zum gütigen und stafenden Gott ist!
Wir hoffen deshalb, Ihr versteht, dass Wir nicht sehr glücklich über Eure Worte von "kleingeistigen Geburtsort-Patriotismus" sind. Ihr schmäht damit Unsere Wurzeln!
Wie Ihr auf die Idee kommt, Wir würden unserer Nisut die Fähigkeit absprechen, Bündnisse richtig zu wählen, ist Uns schleierhaft und wir hoffen, dass es sich dabei lediglich um ein Komunikationsproblem zwischen Euch und Uns handelt!
Lasst Euch desweiteren gesagt sein, dass Wir keinesfalles wünschen, dass der Konflikt zwischen dem Horasreich und den Barbaren im Kemi-Reich ausgetragen werde! Dies schrieben Wir Euch ja bereits in der letzten Depesche ausführlich!
Wir hoffen, die Differenzen bald persönlich mit Euch besprechen und aus der Welt schaffen zu können. Schon bald werden Wir in Re'Cha einreffen.

Mit Hochachtung,

Mahmut ben Abdallah
Akîb Ni Mekabta"

Man darf gespannt sein, wie die Audienz des Akîb beim Repa verläuft...
(MIK,MRA)

Kronanwältin erhebt Anklage

Wie durch Seine Hoheitliche Ehren, den Kronjustiziar, bekannt gemacht wurde, hat die Kronanwältin, Ihre aklamate Excellenz Eillyn Ardais-Arres, vor dem Krongericht Klage gegen die Mitglieder einer Organisation erhoben, die unter dem Namen "Iri-Maat" in den letzten Wochen durch gar abscheuliche Taten von sich reden machte.
Soweit bekannt wurde, zählte die Klageschrift unter anderem folgende Verstöße gegen den CCC auf: Aufwiegelung, Gröbliche Verletzung, Raub und Piraterie, Beleidigung von Herrschaften und Beleidigung, Üble Nachrede und Schwere Sachbeschädigung.
Nach Informationen der Rabenschwinge Aktuell wurden durch das Krongericht bereits KKAB- Krongerichtsbanner angefordert.
Pilan na Súwos
(PWI)

Neuerlicher Anschlag der "Iri-Maat"

Wenige Tage nach den empörenden Vorkommnissen durch die fundamentalistische Gruppierung Iri-Maat, kam es auf dem Markt in Khefu fast zu einer Feuersbrunst. Der Stand eines Händlers, der vor allem mit Erzeugnissen des Horasreiches handelt, fing aus unerklärlichen Gründen Feuer. Innerhalb weniger Augenblicke war helle Aufregung auf dem Markt. Die umliegenden Standbesitzer versuchten in wilder Panik ihre Stände und Waren in Sicherheit zu bringen. Einige der Marktbesucher versuchten sich in Sicherheit zu bringen, andere packten Eimer und Kessel und rannten zum Fluß um Wasser zum löschen zu holen. Erst die Khefuer Büttel konnten Ordnung ins Chaos und die Löscharbeiten zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Glücklicherweise gab es nur einige leichtverletzte Opfer zu beklagen. Bei den Aufräumungsarbeiten wurde in den verkohlten Überresten des abgebrannten Standes ein Stein mit eingeritzten Glyphen der Iri-Maat gefunden. Auch dieser Anschlag scheint also auf das Konto derjenigen zu gehen, die die Anschläge auf die horaskaiserliche Botschaft und den Handelsfahrer verübt haben.
(PWI)

"Thorwal, mäßige dich!"

Der Akîb ni Mekábtá nimmt Stellung

"Mit großer Bestürzung haben Wir heute von dem erneuten Überfall mehrerer Thorwaler Ottas auf die Küsten des Lieblichen Feldes erfahren. Dazu wollen wir nun im folgenden Stellung nehmen. Schon lange brennt Uns dieses Anliegen auf der Seele, doch der feige Angriff auf den Uns wohlbekannten und vormals wunderschönen Badeort Kusmarina brachte nun das Fass zum überlaufen. Wie allseits bekannt verbrachten Wir auf Weisung Unseres geliebten Vaters Unsere Studienzeit an der Herzog Eolan Universtät zu Methumis und können somit als profunder Kenner des Horasiats gelten, zumal Wir erst vor einem Jahr aus selbigem zurückkehrten. Die Brutalität, mit der Thorwaler gegen friedliche Einwohner der Küsten dieses herausragenden Landstrichs vorgehen, lässt Uns erschauern. Berichten zufolge wurde der gesamte Ort niedergebrannt, wobei die Barbaren auch nicht vor dem Mord an wehrlosen Bürgern, besonders Alten und Kindern, zurückschreckten, um sich darauf an deren Besitztümern zu bereichern. Wie feige ist es, einen Badeort mit einem Aufgebot von 200 Berserkern niederzumetzeln? Unser Studienfreund Cavalliere Bosper ter Sindarjan zum Weidengrund, der sich nur knapp aus der brennenden Stadt retten konnte, beschrieb Uns die Situation mit folgenden Worten: "Akîb! Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie es in dem Ort unserer Jugenderinnerungen aussieht. Die Thorwaler, mögen die Zwölfe und Euer Gott sie gleichsam verfluchen, fielen so plötzlich ein, dass mir kaum Zeit blieb, mein Rapier zu zücken, um mich der Übermacht entgegen stellen zu können. Bald müsste ich jedoch einsehen, dass jeder Widerstand zwecklos war und so versuchte ich, wenigstens die mir liebsten Menschen aus dem Blutrausch der Wilden zu retten. Ohne viel Worte verlieren zu wollen, kann ich Euch glücklicherweise berichten, dass es mir gelungen ist, sowohl M. L. als auch die von Euch hochverehrte F. R. sicher aus der Stadt zu bringen. Heute morgen bin ich an den Ort des Grauens zurückgekehrt, um mir ein Bild zu machen. Es sah aus wie im tiefsten Tobrien. Überall lagen die verkohlten Leichen geschändeter Frauen und Mädchen und in den Gassen schwamm das Blut. Meine Hand zittert während ich Euch diese Zeilen schreibe..." Soweit der ehrenwerte Cavalliere.
Wir, Mahmut ben Abdallah, Akîb ni Mekábtá, fordern daher Thorwal und alle seine Sprösslinge auf, dieses Morden einzustellen oder sich wenigstens einem Heer der Horas entgegen zu stellen, auf dass der stärkere gewinne. Des Weiteren forden Wir eine formelle Entschuldigung des Thorwalschen Volkes, die eine Reparationssumme in angemessener Höhe enthält. Schließlich fordern Wir die Auslieferung der an dem Überfall beteiligten Ottas samt Besatzung, um sie horasischer Gerichtsbarkeit zu übergeben.
gez. Mahmut ben Abdallah, Akîb ni Mekábtá
(MIK)

Mergyan: Erste Reaktion auf die Untat der Iri-Maat

Liebe Brüder und Schwestern, Liebe Adligen des Reiches.

Mit großer Traurigkeit vernahm ich die Kunde von dem feigen Überfall auf ein horaskaiserliches Schiff nahe der mir anvertrauten Tá'akîb Mergyan.
Es ist mir unverständlich wie Menschen, Leute mit denen wir tagtäglich zu tun haben und schon seit Jahren kennen, auf einmal anfangen alles zu zerstören wofür das Reich und seine Bewohner lange und auch blutig gekämpft haben. Was bringt diese Leute dazu mit Gewalt gegen ehemalige Freunde und Verbündete vorzugehen?
Ich muss mich an dieser Stelle noch einmal bei der Familie ya Strozza entschuldigen, daß diese Tat in Mergyan stattfand. Auch bei dem Kapitän und der Mannschaft des Schiffes für die Grausamkeiten die ihnen angetan wurden.
Wir sind ein stolzes Reich, ein Reich, dessen Glaube an den Herrn stark ist und auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Wir haben es nicht nötig zu solch feigen Angriffen zu greifen. Jeder, der mit dieser "Befreiungsfront" sympathisiert, tritt das Reich und diejenigen die vor fast 15 Jahren dafür gekämpft haben mit Füßen. Es ist eine Freveltat wenn sich diese "Befreiungsfront" mit dem stilisiertem Symbol Rethons schmückt. Niemals würde Boron solch eine Tat gutheißen. Wer sind wir denn, daß wir uns einbilden, über andere richten und urteilen zu können? Steht nicht geschrieben:
"Nur Seiner Worte Weisheit wird die Ungläubigen zu ihm führen!"
Doch was heißen diese Worte nun für uns? Sie bedeuten Toleranz anderen gegenüber und die Anweisung, mit gutem Beispiel voranzugehen. Mutig zu zeigen, wie ein borongefälliges Leben zu führen ist und anderen Seine Weisheit zu lehren. Doch niemals sagen uns diese Worte, daß wir zu den Waffen greifen sollen, um radikal gegen Dinge vorzugehen. Borons Gnade äußert sich nicht in derartigen Ausfällen.
Es ist eine Schande, daß für diese Aktion der Name Borons verwendet wurde. Wie kommen diese armen Menschen nur dazu, solch ehrbare Bürger des Reiches wie unseren Cancellarius, die beschuldigten Familien und Ricardo vom Grauenberg anzugreifen? Erst recht ziemt es sich absolut nicht, eine Frau wie die geschätzte Amene Horas derart zu bezeichnen. Eine Dame wie sie derart ehrlos darzustellen, hat nichts mehr mit dem Erreichen irgendwelcher Ziele zu tun sondern ist schlicht und einfach pöbelhaft und wirft ein ganz und gar schlechtes Licht auf unser aller Reich - das Reich, für das auch diese Separatisten kämpfen. Solch eine armselige Beleidigung kann und wird von uns nicht geduldet.
Doch was ist dies überhaupt für eine "Befreiungsfront" die sich anschickt, mit Gewalt und Angst das Reich zu "befreien"? Warum zeigen sich diese "Kämpfer für das Reich" nicht? Haben sie keine besseren Argumente als Gewalt und Terror? Wie können sie dann nur glauben, ernsthaft etwas bewegen zu können? Und was wollen sie überhaupt mit ihren Aktionen erreichen? Was führt sie zu der doch recht vagen Annahme, wir würden durch das Horasiat abhängig werden, um nicht den Begriff Sklaverei zu verwenden? Dies sind alles Fragen die sich schlecht mit einem Überfall und einem Steinwurf klären lassen.
Es ist uns allen sehr gut bekannt, daß das Reich nur durch sein Festhalten an den althergebrachten Traditionen die langen Zeiten der Besetzungen überleben konnte. Nun muss jedoch ein Umdenken stattfinden. Wenn wir unser geliebtes Káhet nun sicher in die Zukunft führen wollen, müssen uns öffnen und unsere Traditionen mit den besten Eigenschaften der restliche Welt verbinden.
Ich fordere deshalb die Schuldigen auf, sich zu bekennen und offen ihre Absichten darzulegen. Nur dann wird ihnen Gehör geschenkt und wir können gemeinsam nach einer Lösung suchen. Ein Reich, in dem Terror und Gewalt dazu eingesetzt werden, um irgendwelche nicht begründeten und illegitimen Forderungen durchzusetzen, ist nicht das Káhet, für das wir alle gekämpft haben und oftmals unsere Leben einsetzten.

Boraidan ibn Saîd,
Akîb Ni Mergyan,
Mesutép des Zer'Nimut-Ordens

Möge der Herr uns in diesen Zeiten der Unsicherheit beistehen und uns Seine Gnade erweisen, uns schützen vor Seinen und unseren Feinden, möge er Seine schützenden Schwingen über uns ausbreiten, uns lehren was zu lehren ist und über unsere Wege wachen.
(JAK)

Aufstand im Reich?

Vor wenigen Stunden erreichte uns die erschütternde Mitteilung von einem infamen und gemeingefährlichen Anschlag auf eine freidliche Handelspotte, die unter horaskaiserlicher Fahne segelte. Das Schiff hatte Gewürze von den entfernten Waldinseln geladen und sollte diese gen Khefu bringen, wo sie weiter ins wiedererstandene Bosparan gebracht werden sollten, doch dazu kam es nicht: Das Schiff, welches genauer gesagt dem Hause ya Strozza zugehörig war, lief - durch ein falsches Leuchtfeuer in die Irre geführt - des Nachts auf eine Sandbank vor Mergyan auf.
Was dann geschah, beschreibt einer der 25 horaischen Seeleute drastisch: "Ja, und wie wir da so feststeckten und überlegten, wie wir den Kahn wieder freibekommen, da enterten dann plötzlich diese Maskierten auf, alle ganz in schwarz und mindestens 100 Köpfe stark. Und ehe ich mich versah, da hatten die mich schon in die Mangel genommen, ausgezogen und windelweich geprügelt, ehe sie dann die teuren, schönen Gewürze ins Wasser geschmissen haben und uns hinterher...und unserem guten Käpt'n, ja, dem haben sie die schöne, teure Perücke in den Mund gestopft, so daß er fast erstickt wäre... gemeingefährlich war das... dauernd haben die irgendwelche Parolen gebrüllt, die ich hier nicht wiedergeben mag, weil die Beleidigen nämlich unsere horaskaiserliche Majestät..."
Von den Tätern, die zu solch einem götterlästerlichen Vergehen im Stande waren, fehlt bis zum heutigen Tag jegliche Spur. Einziger Hinweis stellt ein an Bord gefundenes Pergament dar, auf dem eine stilisierte Waage aufgemalt wurde.
Das gleiche Zeichen findet sich auch auf einem weiteren Schriftstück wieder, das um einen Stein gewickelt durch ein Fenster der horaskaiserlichen Botschaft zu Khefu geworfen wurde. Darin bekennt sich eine Organisation namens 'Iri-Maat' zu dem Attentat vor Mergyan. Gleichzeitig diene es als Manifest der neu formierten Befreiungsfront. Hiernach sei man nicht mehr gewillt, die mehr und mehr fortschreitende Versklavung durch die Horasier hinzunehmen und werde mit allen Mitteln dagegen ankämpfen. Weiter nannte das Pamphlet sogenannte Denunzianten der "Horas-Schlampe Amene", allen voran den Cancellarius de Cavazo nebst Gemahlin. Dazu kamen Ricardo von Grauenberg, die Familien Mezkarai, Al'Plâne und Bartelbaum, die sich an der Ausbeutung des "kem'schen Heimatlandes" bereicherten.
Schockiert über die Vorkommnisse zeigte sich Ihro durchlauchte Excellence ÁAkljá Algerîn-de Cavazo, die als DAP-Chefin unverzüglich Gegenmaßnahmen ankündigte. Man werde sich von einer irregeleiteten Randgruppe nicht einschüchtern lassen, wiewohl man deren Gefahr nicht unterschätzen werde und so begab sie sich in die Botschaft Bosparans, wohl zu klärenden Gesprächen mit seiner Excellence Adilron ay Oikaldiki, deren Verlauf und Inhalt uns jedoch nicht mitgeteilt wurde.
Auch Cancellarius de Cavazo nahm den Vorfall sehr ernst. "Gewisse orthodoxe Kreise in der kem'schen Kirche haben seit Jahr und den Boden für diese abscheuliche Tat bereitet. Anstatt den Fortschritt und die steigende Macht des Káhet zu fördern, erstrebt diese Seite die Rückkehr zu verstaubten Traditionen, die geradewegs in den Verfall und den Untergang führen." Laut den Worten des Cancellarius wisse man genau, "wo man die Täterinnen und Täter zu suchen habe, und diesmal sei das KKAB nicht gewillt, Gnade vor Recht ergehen zu lassen."
(MAT, ARA)

Fürstentum Sá'sekera proklamiert

Wenige Tage vor dem wichtigen kem'schen Feiertag des 1. Tag des Boronmondes wurde in einer prunkvollen Zeremonie in Djáset, Hauptstadt Chentasûs, ein neues Fürstentum innert der Grenzen des Herzoginnentums proklamiert.
Schon seit Jahren wurde allerorts im Káhet kolportiert, daß die im Thronfolgestreit zugunsten Nisut Peris erfolgte Parteinahme des umtriebigen Kanzlers und Nesets Ni Djunizes, Dio de Cavazo, mit einer Erhöhung desselben vergolten werden solle. Und so war die Feierlichkeit zu Djáset trotz der vorher ausgebliebenen offiziellen Verlautbarungen keine Überraschung für Kundige der kem'schen Innenpolitik.
Höhepunkt der zweitägigen Feier war die am Abend des ersten Tages erfolgte Krönung des Cancellarius und seiner Gemahlin Ákiljá Âlgerin-de Cavazo zum Repa und Repat der neugeschaffenen Provinz Sá'sekera. Nisut Peri III. führte die Zeremonie im neuerichteten Fürstenpalast Djásets selbselbstens durch, assistiert durch eine eher widerstrebend anmutende Hekátet Ni Chentasû, Chanya Al'Mout'pekeret. Und in der Tat, alle kostbaren Teppiche, erlesenen Speisen, teure Weine, begabte Barden und kluge Poeten mögen nicht darüber hinwegtäuschen, daß es doch weitverbreitete Bedenken gab, dem machtbewußten Kanzler nun durch diese Ernennung noch mehr Macht zukommen zu lassen. Doch die Zukunft allein wird zeigen, ob Dio de Cavazo den neugewonnenen Einfluß in unangemessener Weise für seine eigenen Ziele nutzen wird...
Einige Einschränkungen hat das neue Fürstenpaar auf alle Fälle hinnehmen müssen: Wiewohl nun die Provinzen Yleha, Djunizes und Ordoreum unter dem direkten Kommando der de Cavazos stehen, entsagten diese den Ansprüchen auf die Inselprovinz Djerres, die an Ser Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza - pikanterweise Günstling und Liebhaber der ehemaligen Nesetet Ákiljá Âlgerin-de Cavazo - fiel, als auch auf die direkte Beeinflussung des "Kanzlerlandes" Djunizes. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Übertragung der Baronie Táîmen von der den de Cavazos fürderhin als Seret dienenden Simba Tulaysunja auf den Vorstand der alteingesessenen Kemi-Familie Me'káth zu diesem Zwecke mehr beitragen kann als der Übergang der djunizer Herrscherdynastie auf Kerret Ni Náareb, der lange Jahre als Amtsrat für Provinzüberwachung einer der wichtigsten Diener des Cancellarius gewesen ist...
So bleiben nach dem zweitägigen Fest mit kostenlos Speis, Trank, Tanz und Spielen für das Volk und den Adel doch immer noch gewisse Zweifel. Vorerst jedoch ist das Fürstenpaar schon wieder abgereist, um in der Residenz des Cancellarius nahe der Hauptstadt der neuen Tá'repa, Hôt-Alem (bis zum Ende der Besatzung provisorisch Dreiwegen), den 1. Tag des Boronmondes abzuwarten, an dem diese neuerliche Reichsgrundreform Rechtsgültigkeit erlangt...

Verlautbarung

Gegeben zu Zyral mit Freude
im FPR des Jahres 28 Sa Gereh

Dero Erlaucht, der Hátya Ni Mer'imen

und

Ihro Hochwohlgeboren, die Nesetet Ni Ordoreum

bekennen und tun kund und zu wissen, vor sich, ihren Häusern, ihren seligen Ahnen, ihren Erben und Nachkommen, dem Adel des Reiches und sonst vor jederfrau und jedem Manne, welchselbige dies sehen, hören oder lesen mögen, daß dem Heiligen Raben zu Lob und Ehren und zu mehren die Verbundenheit und Freundschaft zwischen den Provinzen Mer'imen und Ordoreum, sie versprochen und gelobet haben, zu schließen den Traviabund zwischen dem altehrwürdigem novadischem Hause Al'Mansour und dem altehrwürdigem kem'schen Hause Mezkarai. Dies darzubringen, versprechen und geloben Dero Erlaucht und Ihro Hochwohlgeboren bei den Werten und Schwüren des Adel des Reiches und in Kraft und Macht Ihrer Siegel.

Die sich Bindenden bekennen, daß sie hochbetrachtet und zu Sinnen gefasset haben, welch großer Nutz und Frume ungezweifelt dem Káhet ni Kemi daraus wachset, wo guter Wille, Freundschaft und Einigkeit zwischen den Häusern Al'Mansour und Mezkarai gehalten, gemehret und gefestigt werden, wo Ehre und Pflicht Altes und Neues zusammenfügen mag, um daraus in den Traditionen des Káhets zu bewahren und zu schöpfen. Darumb und auf daß solch Verbundenheit, Einigkeit und Freundschaft von nun an zwischen den Familien als merklichen Stützen des Reiches sei, darumb und auf daß die neue Ordnung des Káhet gestärket werde und des gemeynen Nutzes willen wird der Traviabund beschlossen, abgeredet und beeidet zwischen Dero Erlaucht Rhuawn Hakeem Al'Mansour Ni Mer'imen und Ihro Hochwohlgeboren Rhonda Setchet'chá Mezkarai Ni Ordoreum.

Um so zuvorzukommen, daß Zwietracht und mancherlei Unrechtfertigkeit in diesen Landen entstehe und zum allgemeynen Nutz und Friede und zur Stärke und Stütze des Thrones des Káhets Ni Kemi und zur Stärkung der Tahátya Mer'imen und der Tanesetet Ordoreum.

Auf daß Wir und Unsere Lande und somit das Káhet in zukünftigen Zeiten davon gebessert und gemehrt mochten werden, und so versichern Wir, daß durch dieses Bündnis Wir die verwandtschaftliche Beziehungen aufrecht halten und als wichtig erachten wollen.

Der Bund werde geschlossen vor dem heiligen Raben am ersten Praioslaufe des Freien Mondes der Herrin Travia im Jahre 28 Sa Gereh, zu Tanrát, dem Stammsitz des Hauses Mezkarai in Ahami, Ordoreum.

Dem heiligen Raben zu Lob und Ehren.

Lang lebe die Nisut!

Rhuawn Hakeem Al'Mansour Rhonda Setchet'chá Mezkarai
Hátya Ni Mer'imen Nesetet Ni Ordoreum
(PWI)

Großhandelshaus gegründet

Wenige Monate nach der überraschenden, faktischen Monopolisierung des kem'schen Außenhandels durch die Familie Al'Plâne ist die Umstrukturierung des kem'schen Außenhandels praktisch abgeschlossen. Durch neue Exclusivverträge mit der über 90% des kem'schen Exporthandels dominierenden horasischen Familie ya Strozza war es Leyla Al'Plâne unter Vermittlung der Ministerin Ákiljá Algerîn-deCavazo gelungen, sämtliche Konkurrenz auf einen Schlag faktisch auszuschalten, unter anderem auch die Familien Pâestumai und Mezkarai - aber auch der Kronanteil an der Außenhandelsgesellschaft BRAKEM war über Nacht wertlos geworden. Wohl wissend, daß ihre Compagnia das freiwerdende Handelsvolumen nicht auffüllen würde können, nahm die tatkräftige Handelsherrin aus Cháset jedoch sofort weitreichende Verhandlungen mit zahlreichen Handelshäusern auf. Wie es scheint, erfolgreich...
Am 1. Tag des Freimondes der Travia 28 S.G. verkündete die Directorin der 1. Neu-Kem'sche Waldinsel-Kolonialwaren-Compagnie Neu-Prêm/Cháset, Leyla Al'Plâne, im Beisein der einflußreichen Dame Aischa Mezkarai und des Vertreters Ihrer keminisutlichen Majestät, Seiner Excellenz Hanniball von Hasenhausen, zu Plâne auf der Insel Cháset die Gründung einer neuen Handelsgesellschaft. Im Rahmen der 'Vereinigten kem'schen Handelscompagnie Per'sunet' wird ab dem 1. Tag des Boronfreimondes 28 S.G., dem Tag, an dem die neuen Verträge mit den ya Strozzas wirksam werden, die gesamte Handelsmacht der Familie Mezkarai, der Krone und der Familie Al'Plâne vereinigt werden. Auch zahlreiche kleinere Handelshäuser sind offenbar am neuen Großhandelshaus beteiligt, so beispielsweise das Haus Hèt'nâr'h aus Yleha, das Hoheitliche Handelskontor sowie die Familie Algerîn-de Cavazo. Für weitere Beteiligungen sei "frau allezeit offen", wie Leyla Al'Plâne verkündete.
Erste Auswirkungen dieser Restrukturierung des kem'schen Außenhandels sind bereits im vergangenen Mond bemerkbar gewesen. Das mit zahlreichen Vorschußlorbeeren und großem Pomp Anfang des Jahres in Kemi aktiv gewordene Haus ey Beyn kämpft nach der Schließung seiner unrentabler Kontore in Tárethon und Djunizes um das Überleben, während das Haus Pâestumai-Morganor, das nun nach dem Abzug des Kapitals der Al'Plânes und der Krone 100% der BRAKEM-Anteile hält, hofft, durch die ihm durch die Auflösung ihrer alten Verträge mit den ya Strozzas zustehenden Entschädigungszahlungen so lange Verluste vermeiden zu können, bis alternative Handelsbeziehungen aufgebaut wurde. In diesem Zusammenhang munkelt man von Kontakten der Pâestumai zu dem horasischen Haus Terdilion, des schärfsten Konkurrenten des Hauses ya Strozza.

Das KKAB warnt!

Das KKAB warnt ausdrücklich vor der Öffnung von als Geschenken aus Yleha getarnten magischen Fallen, die derzeit in noch nicht bekannter Zahl an prominente Würdenträger des Reiches versandt wurden. Wie Seine Excellenz, der Yret Ni KKAB, Dio Cardassion de Cavazo Ni Djunizes-Djerres, mitteilen ließ, enthielten die in den Geschenkkisten vorzufindenden verzierten Kästchen eine Art Kristall, der nach dem Öffnen in zahlreiche kleine Splitter zerbirst und dem Opfer so - möglicherweise auch bleibende - schwere Schäden zufügt. Auch Seine Excellenz erhielt eine solche Kiste, doch glücklicherweise konnte die doch arg plumpe Falle entdeckt werden, bevor sie Schaden anrichten konnte. Das KKAB konzentriert sich bei der Fahndung nach dem Attentäter oder der Attentäterin um eine der rudimentären echsichen Magie kundige Person. Die Primitivität und mangelnde Kunstfertigkeit der Kristallverzauberung lassen auf einen eher mäßig begabten Nachwuchsmagus schließen, der offenbar einige Zeit bei den echischen Völkern gelebt hat.

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