Beschlüsse und Bekanntmachungen der Heiligen Nisut, des Hohen und Höchsten Adels, des Oberkommandos der Schwarzen Armee sowie der nisutlichen Cantzeley
Sekretarius der Nisut tot aufgefunden
Bericht von Ambar v. Wildantor, Khefu - Und wieder ist ein Mensch zu Boron gegangen. Oder besser gesagt: geschickt worden! Denn auch dieser Tote, der Sekretarius Farus Galben aus der nisutlichen Kanzlei, wurde mit durchschnittener Kehle und einer sehr schweren Blutvergiftung gefunden. Zwar war er noch am Leben als man ihn in der Nähe des Basalthauses fand, aber nur wenige Minuten darauf verstarb er. Auffällig ist die große Ähnlichkeit zu einem Mord in Sendsh´gerhi vor wenigen Wochen. Es scheint sich dabei mit großer Sicherheit um die oder den selben Täter zu handeln. Weiters war der Inhalt seiner Tasche solcherart auf dem verregneten Boden verteilt als daß man annehmen muß, das etwas gesucht wurde. Aus dem Umkreis des Opfers war nicht viel zu erfahren, ebensowenig vom KKAB.
(MBÖ)
Aus dem Brabaker Blätterwald:
Vorbereitungen auf Staatsbesuch fast beendet
Der Príncipal de Ceára und Marescal del Imperio, Rondrigo Pedresco de Cortez hat seine Vorbereitungen für die Auslandsreise in das Káhet ni Kemi fast beendet. In einigen Praiosläufen wird er per Schiff von Brabak aus nach Sendhs'gerhi reisen, um dort seine Kem'sche Kollegin Chanya Al'Mout'pekeret zu besuchen und mit ihr Teile der Kem'schen Schwarzen Armee zu inspizieren. Aus gut informierten Kreisen drang das Gerücht, der Marescal del Imperio wolle sogar das Bürgerkriegsland Yleha bereisen.
Jugos de Morandor, Adelsexperte der "Neuen Brabaker"
(ROH)
Verlautbarung des Kemiköniglichen Affairenbuereaus
Beginnend mit dem ersten Tage des Freimondes des Boron im Jahre 29 S.G.wird die Dame Yohîl Mezkarai die Pflichten und Rechte einer Residentin des Yret Ni K.K.A.B. für die Provinz Ordoreum und die Familie Mezkarai wahrnehmen.
Die Aufgabe der Residentin besteht darin, die gegenseitige Information des Bureaus und der in Ordoreum ansässigen maßgeblichen Personen zu gewährleisten und beiderseitig auf die Einhaltung von Rechten und Pflichten wachen. Alle Adeligen der Provinz, vom Sah bis zur Nesetet, sind dazu aufgefordert, Anfragen an das Bureau einzig und allein bei der Residentin von Ordoreum einzureichen, wiewohl das Buereau ausschließlich durch die Residentin Auskunft und offizielle Stellungnahmen erteilt.
Siegel des Yret Ni K.K.A.B.
Dio C. de Cavazo
Dankesadresse der Oberkommandierenden der
Ostgruppe der keminisutlichen Schwarzen Armee
Hiermit stattet Gardegeneralin Quenadya Mezkarai, Oberkommandierende der Ostgruppe der Schwarzen Armee im ylehischen Antien'Maret im Auftrage der Oberkommandierenden Chanya Al'Mout'pekeret all jenen ihren persönlichen Dank ab, die unseren dort in stetiger Wachsamkeit und Bereitschaft diensttuenden Soldatinnen und Soldaten reichlich Unterstützung materieller und geistiger Art zur Verfügung gestellt haben.
Insbesondere gilt der Dank der Armee dem Akîb Ni Rekmehi, Tiamar Tem'kat'nafe'phi, der als Hauptorganisator der Hilfslieferungen als erster den Hilferuf der das Reich vor der jederzeit möglichen Invasion der Neo-Corvikaner schützenden Armee gehört hat.
Das Oberkommando bedauert jedoch zutiefst die entwürdigenden und peinlichen Versuche von in kleinlichen Streitigkeit verhafteten Dummköpfen, die diese noble und ehrenwerte Tat dadurch entweihen, indem sie diese in Verkennung der Tatsachen zu Hilfslieferungen für das notleidende Volk von Yleha umzudeuten versuchen.
Allen Helfenden sei hiermit versichert, daß die gespendeten Güter voll und ganz der auf Wacht stehenden Truppe in Yleha zugute kommen. Das Volk von Yleha bedarf dieser Güter dank der klugen und vorausschauenden Politik der Hátyát Ni Yleha, Prinzessin Annabell Chánur'h, und der selbstlosen Hilfe und Unterstützung der Heiligen Borons-Staatskirche, der Krone und der Familie Mezkarai in keinster Weise.
Möge der Rabe mit uns sein!
Quenadya Mezkarai, Gardegeneralin
Kem'scher Kronjustitiar reist nach Thegûn
Vergangene Woche begab sich der Kronjustitiar des Königreichs der Kemi, Se. Hoheitliche Ehren Managarm, Baron von Zenach nach Thegûn im Horasiat, um dortens im Vorfeld der anstehenden Klage gegen Donna Lutisana ay Oikaldiki sich mit den Anwälten der Comtessa zu beraten.
Gestern legte die Galeere in Menev wieder an. Der Kronjustitiar ließ einige Truhen sogleich von Krongerichts-KKAB-Bannern nach Khefu überstellen. Dort ließ er sich seinerseits vom Reichschatzmeister die Übergabe quittieren und reiste ohne weitere Worte zurück nach Zenach.
(Den ausführlichen Bericht findet Ihr in den Prozeßakten.)
(TPG)
Nachwuchs für das Repa-Paar von Sá'sekera
Wie heute der Sprecher seiner Excellenz des Cancellarius und Repas Ni Sá'sekera bekanntgab, wurde Seiner Excellenz am 5. Tag des Rahjamondes 28 S.G. durch seine Gemahlin, Repat Akilja Algerîn-de Cavazo, eine zweite Tochter geschenkt. Kind und Mutter befinden sich wohlauf und werden die nächste Zeit unter ständiger Betreuung der Hofmedici Tarkunew und Gomez de Garejo im nisutlichen Schloß zu Khefu zubringen. Die zweitgeborene Tochter des Fürstenpaares trägt den Namen Alisha Elara Akilja Algerîn-de Cavazo und ist - ebenfalls wie ihre ältere Schwester Komira Boronya - mit arcaner Kraft gesegnet.
Veteraninnen und Veteranen verabschiedet
In einer feierlichen Zeremonie wurden heute in der Hauptstadt der Táhekatet Chentasû die ersten Veteraninnen und Veteranen der Schwarzen Armee nach der Inkraftsetzung des neuen Armeegesetzes in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Den Verabschiedeten ist gemein, daß sie alle ihre Dienstverträge im Jahre 3 S.G. unterzeichnet und nach Ablauf der zwanzigjährigen Dienstpflicht um weitere 5 Jahre verlängert hatten. Die meisten von ihnen haben in den frühen brabakischen Kriegen, auf den Inseln und im Unabhängigkeitskrieg gegen Al'Anfa für das Káhet Ni Kemi gekämpft.
Schon am Morgen des Tages war der Marktplatz Djáests für die Zeremonie vorbereitet worden. Auf einer kleinen Bühne, verziert mit Lanzen, Standarten und Bannern, war ein kleiner Tisch aufgebaut worden, auf dem einundzwanzig gesiegelte Pergamentrollen lagen. Das oberste Kommando der Schwarzen Armee unter der Führung der Fédàykîm-Gardekriegsherrin war nahezu vollzählig angetreten, um den in tadelloser Uniform und Disziplin angetretenen einundzwanzig Männern und Frauen in einer letzten Zeremonie für ihre Taten für das Reich und das Volk der Kemi zu danken. Und so geschah es dann auch. Pünktlich nach dem Mittagsregen marschierte der kleine Trupp unter der Führung der einundfünfzigjährigen Hauptfrau Merit'semát in bester Ordnung auf die Tribüne zu, um direkt vor der Tribüne stillzustehen und die anwesenden Offizierinnen und Offiziere zu grüßen. Gardekriegsherrin Chanya Al'Mout'pekeret erwiderte den militärischen Gruß kurz und knapp und bat die Hauptfrau auf die Tribüne. Dort verlaß die Frau Gardemajorin Quenadya Mezkarai eine kurze Zusammenfassung der Laufbahn der alten Kämpin, die hernach aus der Hand der Oberkommandierenden ihre Entalssungsurkunde entgegennehmen durfte. Eine letzte Umarmung durch die Oberkommandierende, ein letzter Salut vor der Standarte ihres XXIV. Banners, und die Seesoldatin verließ die Bühne als Zivilistin. So wurde diese kurze, aber würdige Zeremonie für jede der Zwanzig wiederholt, deren Weg sich nach einer privaten Feier im "Waskirfaß" - das das Oberkommando für diesen Zweck anmietete - nach Tel'Akhbar in Ahami führen wird, wo sie ein Stück Land zur Bewirtschaftung und Besiedelung erhalten haben.
Seret Ni Chentasû verstorben
Dumpf hallte der Tempel-Gong in den frühen Morgenstunden des 16. Tages des Ingerimmmondes im Jahre 28 Sá Gereh über der Djáseter Bucht - Boronsstunde. Gemessenen Schrittes, unter den getragenen Totengesängen der Priesterschaft des Raben, zog der Trauerzug zur Tempelinsel der táyârreter Hauptstadt, um der heimkehrenden Seele das letzte Geleit auf ihrem Weg in das Land des Schilfes zu geben. Francesca dell'Aquina, Seret von Chentasû, Tochter des großen Thalarion Mondglanz, ist tot.
Wir erinnern uns: Vor wenigen Monden wurde die Sahet von Erim und enge Freundin der Hekátet Chanya Al'Plâne bei einem Gefecht gegen heimtückisches Piratengesindel an der cabâser Küste schwer verwundet, und folgt man den Worten des jungen Ulmion Rübe, Tempeldiener zu Djáset und enger Freund der Verstorbenen, so sei "die Franzi bereits beim Herrn Boron gewesen, und nur weil ich es mir so sehr gewünscht habe, ist sie dann nochmal wiedergekommen, aber danach war sie gar nicht mehr die Franzi, wie sie vorher war". Eingeweihte können bestätigen, daß die Seret nach jenen Vorfällen von einer tiefgreifenden Veränderung erfaßt war, so wirkte die zuvor lebensfrohe und offenherzige junge Halbelfe nur noch wie ein Schatten ihrer Selbst. Schweigsam und verschlossen, den Körper verhüllt, der Blick von allem Derischen entrückt, hatte die Edle an der Versammlung des Kleinen Konvents zu Khefu teilgenommen und sich jeweils frühzeitig zur Meditation in den Tempel zurückgezogen. Am Abend des letzten Konventstages schließlich fand man sie tot vor dem Altar des Basalthauses, den Körper auf dem steinernen Boden ausgestreckt wie zu einem letzten Gebet, die Augen geschlossen, das Antlitz von einem tiefen Frieden erfüllt. Schwester Merit Am'sherî, Hüterin des Khefuer Basalthauses, bestätigte, daß die Seele der Toten sanft auf Golgaris Schwingen entschwebt sei und selbst die schwere Wunde, die sie in jenem schicksalhaften Kampfe erlitten und von der sie nie wieder recht genesen war, sich im Tode geschlossen habe.
Zahlreiche Adlige, Freundinnen und Anverwandte ehrten das Andenken der Verstorbenen bei ihrem Begräbnis auf dem Boronanger zu Djáset, und beteten für die Seele jener edlen Dame, welche in den letzten Jahren die politische Entwicklung des Reiches entscheidend mitgeprägt hat, nicht zuletzt als vormalige Nesetet von Ordoreum, als sie durch ihre Mesalliance mit dem jungen Pâestumai-Erben Djedêfre Awâpet das ‚Wiedererwachen' der hochgeehrten Familie Mezkarai auslöste. Und so mochte es vielleicht nicht verwundern, daß an der Seite der Hüterin des djáseter Basalthauses und engen Freundin der Toten, Ihrer Gnaden Khirva Tanoram, Hochwürden Rabenabt Boromil Mezkarai, Mehib von Ordoreum, höchstselbst die Totenmesse zelebrierte und in eindringlichen und bewegenden Worten die Gnade des Götterfürsten für den ewigen Frieden der heimgegangenen Seele herbeiflehte.
Mit dem Tode der Francesca dell'Aquina endet eine Ära für Táyârret, einer Provinz, die wie keine zweite von dem Wirken der Familie der Verstorbenen geprägt worden ist. Denn nach dem mysteriösen Verschwinden des hochgeachteten elfischen Akîbs Thalarion Mondglanz, welcher in den Kämpfen gegen die namenlose Brut zu Ujak sein Schicksal fand, und dem frühen Tode seiner Tochter Francesca, zog sich auch der junge Bruder und Nachfolger der ehemaligen Akîbet, Barrió dos Santós dell'Aquina von seinem Amte zurück, um fürderhin "in Harmonie und Einklang mit allem Lebendigen dem Lied der smaragdgrünen Wälder zu lauschen". Zurück bleibt die erst wenige Götterläufe zählende Tochter der Seret, Alessia dell'Aquina, deren Vater nicht bekannt ist und die, nach Aussagen ihrer Patin Chanya Al'Plâne, bei der Familie ihrer Großmutter im almadanischen Ragath aufwachsen soll. Zum neuen Akîb von Táyârret wurde der verdiente Gardemilizmarschall Abdul ibn Mehib berufen, und somit scheint sich der Kreis zu schließen, war er doch jener tapfere Kämpe, welcher vor über fünfzehn Götterläufen an der Seite des Thalarion Mondglanz nach Kemi kam.
(AJA)
Was geschah mit Eillyn Ardais?
Chaos in Terkum! Ganz Kemi rätselt über das seltsame Verschwinden der Cronanwältin! Wo mag die Seret von Terkum sein? Wurde sie entführt oder verließ sie fluchtartig das Reich? Fragen über Fragen! Doch was ist geschehen?
Tatsache ist, daß wir nichts mit Sicherheit wissen. Was wir wissen ist, daß die Cronanwältin und Seret Ni Terkum vor kurzem noch damit befaßt war, die Crongerichtsklage gegen die in Yleha festgehaltenen Dekata-Magier vorzubereiten. Doch am 1. Tag des Ingerimm-Mondes erreichte uns die Nachricht, daß die Mehibet Ni Terkum, zusammen mit drei Ritterinnen des Laguana-Ordens die Wohnstatt der Cronanwältin verlassen vorfand, offenbar aber deutliche Zeichen einer übereilten Abreise festellte. Wenige Tage später ein sich offenbar in Eile befindlicher Cancellarius zu Khefu mit Ihrer Majestät zusammen, doch nach seiner Abreise veranlasste der sichtlich gereizte Repa keinerlei Anstregungen, das K.K.A.B. mit der Suche nach der Verschwundenen zu beauftragen, im Gegenteil: Kurz nach dieser ominösen Audienz wies die Krone Cronjustitar Managarm an, das Amt der Cronanwältin neu zu besetzen.
Was ist geschehen? Warum wollte die Mehibet Ni Terkum zusammen mit drei Ordensritterinnen der Cronanwältin einen unangekündigten Besuch abstatten? Warum wird nach der Verschwundenen nicht gesucht? Weshalb soll eine neue Cronanwältin benannt werden? Ist Eillyn Ardais tot?
Die Beteiligten schweigen...
Nachwuchs für Merimen und Ordoreum
Was die Gerüchteküche in der Táhatya und der Tánesetet schon lange brodeln ließ, wurde nun von den Herrscherhäussern Merimens und Ordoreums offiziell bestätigt. Die Nesetet Ni Ordoreum befindet sich in guter Hoffnung. Ein gutes Omen sei es, ist überall zu vernehmen.
Die Verbindung zwischen dem altkemschen Hause Mezkarai und dem novadischen Hause Al'Mansour stehe unter dem Segen der Götter und daß dem jungen Paar schon so bald ein Erbe oder eine Erbin geschenkt wird, sei ein Zeichen dafür, daß die Verbindung zwischen Altem und Neuem der rechte Weg sei, das Kahet zu neuer, alter Größe zu führen.
Mögen der Herr Boron und der Herrin Tsa über Elterm und Kind wachen.
Die Redaktion der Rabenschwinge bittet auf diesem Wege um die Gunst, dem hochedlem Paar die besten Glückwünsche übermitteln zu dürfen.
Pilan na'Suwos
(PWI)
Wieder Iri-Maat: Bubenstück gegen horaskaiserliches Expeditionskorps
Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Iri-Maat wieder von sich hören lassen sollten. Nun ist es geschehen: Wenige Tage ist her, da brach von Khefu aus ein Nachschubstrupp für die horaskaiserlichen Truppen die im Gebiet von Mer'imen stationiert sind auf. Wie die Kommandantur Südmeer mitteilen ließ, handelte es sich dabei hauptsächlich um Güter des täglichen Bedarfs, Proviant, Heimatpost und eben auch der alle zwei Monde ausgezahlte Sold. Eben jener war es, der bei dem Eintreffen des Trosses bei den Bosparanern fehlte. Allerdings nicht gepanzerte Kassette, in der der Lohn der Kämpen in blinkenden Münzen aufbewahrt wurde. Nein, vielmehr schien sie in eben dem Zustande, in dem sie beim Beginn der Reise war. Das einzige, was die verdutzten Horasier beim Öffnen vorfanden, war ein kleines Pergamentstück, versehen mit einer Glyphe - der Glyphe der Iri-Maat, darunter, in fehlerfreiem Bosparano ein höhnisches "Herzlichen Dank!"
Großes Unverständnis und Rätselraten beginnt nun um die neuerliche Tat der Organisation. Wie konnten sie sich unbemerkt Zugang zur Soldkasse verschaffen, diese öffnen, den Inhalt entwenden und anschließend wieder unversehen schließen? Der horaskaiserliche Botschafter zu Khefu, Seine Excellence Adilron ay Oikaldiki, zeigte sich in einer offiziellen Stellungsnahme überrascht und gleichzeitig natürlich auch getroffen von der dreisten Tat, forderte schnelle Aufklärung und energische Maßnahmen gegen das wilde Treiben. Das KKAB hielt sich wie immer bedeckt, doch ließ man dort durchblicken, daß mit der Verhaftung eines Schankwirts in Andju eine heiße Spur aufgetan wurde.
Wieder einmal mehr kam es also zu einem Übergriff der Iri-Maat und diesmal war er erfolgreicher als das letzte Mal. Diesmal waren es die Goldmünzen der Horasier, die sie an sich rafften, doch ist es nicht eine Frage der Zeit, bis sie in ihren Aktionen skrupelloser werden und diese sich zu blutigen Anschlägen wandeln?
(MAT)
Klage gegen die "Iri-Maat" erweitert
Wie aus dem Krongericht zu vernehmen war, liegt dem Cronjustiziar bereits die erweiterte Klageschrift der Kronanwältin im Falle "Iri-Maat" vor. Nach der versuchten Entführung Ihrer Hochwohlgeboren, der Nesetet Ni Ordoreum wurde der Liste der Klagepunkte noch versuchte Freiheitsberaubung und Nötigung von Herrschaften des Reiches und Gröbliche Verletzung von
Herrschaften des Reiches hinzugefügt.
Pilan na Súwos
(PWI)
Friedensedikt von Neu-Prêm erlangt Gültigkeit in der Táhekátet Chentasû
In Hinblick auf diesich zunehmend verstärkenden Spannungen zwischen Kemis horasischer und thorwal'scher Herkunft, im Sinne des inneren Friedens, zu Ehren der Weisheit der fürstlichen Worte des Repas Ni Neu-Prêm, nach der Zustimmung Ihrer kemiköniglichen Majestät Peri III. Setepen (Gesundheit, Leben, Stärke) verfügen Wir, Hekátet Chanya Al'Mout'pekeret die Gültigkeit folgender Worte für das gesamte Gebiet unserer Lehnslande. Wir geloben, den Frieden und die Ordnung innert der Grenzen Chentasûs mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu wahren.
Wir,
Ihre Hoheit Chanya Al'Mout'pekeret Al'Plâne, Hekátet Ni Chentasû
und im Namen Unserer Lehnsleute
Seine Durchlaucht, Dio C. de Cavazo, Repa ni Sá'sekera
Ihre Durchlaucht, Akiljá Âlgerin-de Cavazo, Repat ni Sá'sekera
Ihre Erlaucht Annabell Chánur'h, Hátyat ni Yleha
Seine Erlaucht Rhuawn Al'Mansour, Hátya ni Mer'imen
Seine Hochwohlgeboren Rhônda Mezkarai, Nesetet ni Ordoreum
Seine Hochwohlgeboren Kerret Ni Náareb, Neset ni Djunizes
verkünden hiermit Unseren Willen, welcher von Heute an Recht und Gesetz in der Táhekátet Chentasû sei:
Ad primum: Wir alle setzten unser unerschütterliches Vertrauen auf unsere geliebte Nisut, ihre königliche Majestät, Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig und ihre designierte Nachfolgerin in Amt und Würden, ihre cronprinzessliche Hoheit Ela XV. Setepen. Wir legen unser Schicksal in Ihre Hände und vertrauen blind gehorchend auf ihr Urteil. So sei der, den Sie als Verbündeten erwählt, auch der unsere, und den, den Sie als Feind benennt, ebenfalls der Unsere.
Ad secundum: Für alle Adeligen und in den Adelstand Erhobenen der Táhekátet gilt, daß die Verpflichtungen des Lehnseides gegenüber Nisut, Rabe und Reich schwerer wiegen als die Verpflichtungen durch Blut oder Herkunft. Wer gegen diesen Grundsatz verstößt und vermeintliche Blutsbande höher stellt als die Gebote der Nisut wird des Hochverrates angeklagt und hat mit aller Härte des Gesetzes zu rechnen.
Ad tertium: Es mag ein jeder Adelige oder in den Adelstand Erhobene mit seinem Gewissen zu Rate gehen ob dieser Grundsätze, und er mag darüber entscheiden, ob es ihm unter diesen Gesichtspunkten möglich sei, vor sich und den Göttern weiterhin der kemschen Krone Gefolgschaft zu leisten. Wenn er aber zu dem Schlusse kommt, daß es ihm unmöglich ist, weiterhin seinen Lehnseid zu erfüllen, so mag er ehrenhaft vor der Nisut um Entlassung aus seinem Amt ersuchen und für immer dieses Reich verlassen und niemals wiederkehren.
Verkündet am 18. Tage des Freimondes Phex im 28. Jahre nach der Gründung des Reiches der Kemi in Unserer Hauptstadt Djáset in der Táhekátet Chentasû.
Chanya Al'Mout'pekeret
(MRA,ARA)
Iri-Maat verübt Attentat auf Nesetet Ni Ordoreum
War es die letzten Monate über fraglich, wo die Iri-Maat stehen, so ist es nun gewiss. Sie sind eine skrupellose Vereinigung von Reaktionären, denen jedes Mittel recht ist, wenn es um die Durchsetzung ihrer Ziele geht. Jüngstes Opfer ihrer Machenschaften war die Nesetet Ni Ordoreum, Hochwohlgeboren Rhônda Mezkarai.
Die Nesetet Ni Ordoreum war auf der Heimreise von Mer'imen gen Ahami und machte Station in Táheken. Dort entschied sich Akîb Antaris Mezkarai aus einer Laune heraus, sie zusammen mit einigen berittenen Wächtern ein Stück des Weges zu begleiten. Etwa auf der Hälfte kam es dann zu dem folgenschweren Zwischenfall. Auch wenn dieser bis zum jetzigen Zeitpunkt nur lückenhaft rekonstruiert werden kann, soll doch versucht werden, die Ereignisse so genau als möglich an den Leser weiterzugeben.
Zunächst war der Eindruck ein harmloser, es schien lediglich zu einer kleinen Verzögerung der Reise zu kommen, als der schmale Weg durch den dichten Dschungel durch einen umgestürzten Wagen versperrt war. Beim vorsichtigen Näherkommen entpuppte sich dieser aber als Hinterhalt, denn plötzlich stürzten aus dem dichten Wald eine große Anzahl verwegen aussehender Gestalten, allesamt maskiert und mit einer Bewaffnung und Ausrüstung ausgestattet, die sie von gemeinen Strauchdieben deutlich abhob. "Halt", brüllte deren Anführer, wiewohl ihm die Überraschung deutlich anzumerken war, die Nesetet mit so massiver Bedeckung vorzufinden. "Legt die Waffen nieder und ergebt Euch! Im Gebüsch sitzen weitere aufrechte Kemi und haben vergiftete Bolzen auf Euch gerichtet! Wir wollen Ihre Hochwohlgeboren!"
Doch Akîb Antaris, Veteran zahlreicher Schlachten, reagierte geistesgegenwärtig. Als er die Täuschung - von wegen weitere Banditen im Gebüsch! - des Anführers durchschaute und dessen Verunsicherung erkannte, brüllte er Nesetet Rhonda Mezkarai "Reite" zu, versetze ihrem Pferd auch noch einen Klaps und versuchte dann zusammen mit einigen der Söldlingen die Angreifer in einen Kampf zu verwickeln, während die Ordoreerin zusammen mit zwei Leibwachen erfolgreich den sich immer enger ziehenden Gürtel der Schurken durchbrechen und fliehen konnte.
Es hätte für sie sicherlich ein dunkles Ende genommen, denn sogleich nahmen einige der Angreifer die Verfolgung auf, wäre es nicht zu einer gar heroischen Tat gekommen. Hochgeboren Menadis Mezkarai, Akîb Ni Ahami, war nämlich seiner Verwandten aus seinem Lehen entgegengeritten, um, wie er sagte, "Rhônda eine kleine Überraschung zu bereiten", und konnte nun so dieser buchstäblich in der letzten Minute zur Hilfe eilen, als sich Hochwohlgeboren schon nahezu von den Schergen eingeholt sah. Diese ergriffen rasch die Flucht, als sie die Verstärkung aus Ahami mit wüsten Geschrei auf sich zustürmen sahen, ebenso wie die Gruppe der Banditen im Norden, die es nicht auf ein ernstes Handgemenge mit Akîb Antaris Mezkarai und seinen Soldaten ankommen lassen wollten.
Glücklicherweise sind keine Todesfälle zu vermelden. Neben etlichen Blessuren von mittlerer bis leichter Art unter den Söldlingen der kem'schen Barone ist aber auch eine schwerere Hiebverletzung des Akîbs Ni Táheken zu vermelden, die er wohl nicht ohne bleibende Schäden überwinden wird.
Ein Angreifer konnte allerdings niedergestreckt werden, wie wir inzwischen wissen, handelt es sich um einen gewissen Justinio Alripel ein schon seit Monden gesuchter Verbrecher. Der frühere Hauptmann der Schwarzen Armee war im ganzen Land als Deserteur steckbrieflich gesucht und als Mitglied der Neo-Corvikaner vermutet, weswegen zunächst davon auszugehen war, diese seien für das Blutvergießen verantwortlich zu machen.
Doch nur kurze Zeit nach der Verübung des Gewaltaktes lieferte beim KKAB zu Dreiwegen ein Bote ein Pergament ein, das die Spur weg von den Neo-Corvikanern und hin zu Iri-Maat lenkte. Darin wurde die Familie Mezkarai übelst verunglimpft und als "opportunistische Vereinigung von Horaskriechern" bezeichnet. Mit dem Anschlag, der auf die Entführung des hochadelige Familienmitglieds Rhônda Mezkarai zielte, sollte ein Zeichen gesetzt werden.
Wie lange müssen wir noch die Geißelungen dieser Bande über uns ergehen lassen? Bis jetzt scheinen sie völlig frei agieren zu können, ohne dass die exekutiven Arme der Nisut auch nur eine Spur für sie haben. Sollte Iri-Maat weitermachen können wie bisher, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die ersten Opfer zu beklagen sind - es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die Opfer noch einmal durch so viel göttlichen Beistand mit dem Leben davonkommen werden...
(MAT)
Proklamation
Höret,
Akîbets und Akîbs, Sahets und Sahs der Tarepa Neu-Prêm!
Volk von Neu-Prêm!
Die unglückseligen Vorkommnisse im Norden, zwischen Unserem Verbündeten, dem Reich der Horas, und dem Volk von Thorwal, und die damit aufkommenden Unruhe in der Tárepa, erfüllen Uns mit Sorge. Wir sind aber der festen Überzeugung, daß Wir alle vereint sind im Káhet ni Kemi unter der schirmenden Hand des Götterfürsten und Ihrer königlichen Majestät, Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig. Wir sind ein Volk, das Volk der Kemi, und wir haben uns hier aus dem ganzen Derenrund in Eintracht versammelt um SEIN Werk zu tun. Eingedenk des geleisteten Lehenseides mag jeder und jede seine eigenen Interessen hintenan stellen, denn das Wohl eines einzelnen wiegt weniger, als das Wohl vieler und Unser großes Ziel steht über allem!
Also sehen Wir Uns veranlaßt, folgende Beschlüsse zu erlassen:
Wir,
Seine Durchlaucht Torben Jandarason, Repa ni Neu-Prêm
und
Seine Excellenz Falk Arres, Ser-Repa ni Neu-Prêm
Seine Erlaucht Rodrigo Diaz de Vivarya con ya Sermo, Hátya ni Chrysemis
Seine Hochwohlgeboren Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza, Neset ni Djerres
verkünden hiermit Unseren Willen, welcher von Heute an Recht und Gesetz in der Tárepa Neu-Prêm sei:
Ad primum: Wir alle setzten unser unerschütterliches Vertrauen auf unsere geliebte Nisut, ihre königliche Majestät, Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig und ihre designierte Nachfolgerin in Amt und Würden, ihre cronprinzessliche Hoheit Ela XV. Setepen. Wir legen unser Schicksal in Ihre Hände und vertrauen blind gehorchen auf ihr Urteil. So sei der, den Sie als Verbündeten erwählt, auch der unsere, und den, den Sie als Feind benennt, ebenfalls der Unsere.
Ad secundum: Für alle Adeligen und in den Adelstand Erhobenen der Tárepa gilt, daß die Verpflichtungen des Lehnseides gegenüber Nisut, Rabe und Reich schwerer wiegen als die Verpflichtungen durch Blut oder Herkunft. Wer gegen diesen Grundsatz verstößt und vermeintliche Blutsbande höher stellt als die Gebote der Nisut wird des Hochverrates angeklagt und hat mit aller Härte des Gesetzes zu rechnen.
Ad tertium: Es mag ein jeder Adelige oder in den Adelstand Erhobene mit seinem Gewissen zu Rate gehen ob dieser Grundsätze, und er mag darüber entscheiden, ob es ihm unter diesen Gesichtspunkten möglich sei, vor sich und den Göttern weiterhin der kemschen Krone Gefolgschaft zu leisten. Wenn er aber zu dem Schlusse kommt, daß es ihm unmöglich ist, weiterhin seinen Lehnseid zu erfüllen, so mag er ehrenhaft vor der Nisut um Entlassung aus seinem Amt ersuchen und für immer dieses Reich verlassen und niemals wiederkehren.
Verkündet am 10. Tage des Freimondes Phex im 28. Jahre nach der Gründung des Reiches der Kemi in Unserer Hauptstadt Re' Cha in der Tárepa Neu-Prêm.
Ecce Signum!
T. J.
(MRA)
Neuerlicher Kontrakt mit dem Horasreich unterzeichnet
Das Bündnis zwischen unserem Káhet Ni Kemi und dem Reich der Horas zeichnet sich dadurch aus, dass es komparativen Vorteil schafft, also beide Seiten gleichzeitig davon profitieren. Durch Militärlieferungen sorgte das Bosparanische Reich so grundlegend dafür, dass die Häfen Kemis sicher und mit guter Fortifikation ausgerüstet wurden. Auf der anderen Seite finden Handelsschiffe aus dem Bündnisland einen festen Anlaufpunkt bei ihrer Fahrt zu den Überseeprovinzen.
In jüngster Zeit gerieten die horasischen Kolonien zunehmend unter Druck, da das Alte Reich seine Militärpräsenz im Nordmeer verstärkte und auch Handels- und somit lebenswichtige Lieferungen auszubleiben drohten. Das schon propagierte Unheil, die Inseln wie etwa Neu-Bosparan müssten sich für etwa ein Jahr selbst versorgen, wurde abgewendet, wieder einmal durch eine vorbildliche Zusammenarbeit: Hiernach unterzeichneten im Auftrag von allerhöchster Stelle Seine wohlgeborene Excellence Adilron ay Oikaldiki, Botschaft des Alten Reiches in Kemi und ihre durchlauchte Excellence Akilja Algerin-de Cavazo, Repat Ni Sá'sekera und Administratorin D.A.P., einen Kontrakt nach langwierigen Verhandlungen, die im Palazzo Dschinzibar zu Djáset geführt wurden. Demzufolge übernimmt im Auftrag des Káhets die Handeslkompagnie Per'sunet die lebenswichtigen Lieferungen für die Überseeprovinzen Bosparans, so dass deren friedliche Existenz weiter gesichert und eine Prosperität ermöglicht ist. Im Gegenzug verpflichtet sich das Horasreich durch großzügig bemessene Geldaufwendungen die entstehenden Kosten und Aufwände abzudecken. Die Verpflichtungen sind bis auf einen Götterlauf limitiert, können aber durch gegenseitiges Einvernehmen eine Verlängerung erfahren.
Die Unterzeichnung des jetzt schon als Wohlstands-Kontrakt bezeichneten Vertrages stellt einen weiteren Meilenstein in der Bündnispolitik der Nisut Peri III. da, die damit allen unrühmlichen Gegenrufen zum Trotz, man denke da nur an das Aufkommen der Iri-Maat, eine breite Kooperation ganz zum Vorteile Kemis fortführt.
(MAT)