Beschlüsse und Bekanntmachungen der Heiligen Nisut, des Hohen und Höchsten Adels, des Oberkommandos der Schwarzen Armee sowie der nisutlichen Cantzeley
Expediton in den Dschungel von Támenev gescheitert?
Wie die Rabenschwinge durch gut informierte Kreise in Erfahrung bringen konnte ist die geplante Expedition in den Dschungel von Támenev wohl schon am vierten Tage nach der Abreise der Nedjeset gescheitert. So wurde die Dame von Hillx am letzten Kachatag bei der Durchreise von Támenev gen Praios gesichtet.
Unbestätigten Meldungen zufolge geht dieser überstürzte Aufbruch auf eine Nachricht zurück, die ein Bote der Nedjeset noch in den Dschungel lieferte. Als gesichert darf auf jeden Fall die Tatsache gelten, dass sich ein solcher nur drei Tage zuvor seinen Weg in den Dschungel bahnte.
Zumindest sorgte die Sichtung der Lehnsherrin von Támenev sogleich für allerlei Spekulationen über den Grund ihres überraschenden Abmarsches. So wird gar vermutet, dass ihre ehrenwerte keminisutliche Majestät selbst Elane zurückbeorderte, damit die im Umgang mit Achaz und Waldmenschen erfahrene Frau bei der Vermittlung zwischen eben diesen und ihrer Majestät helfen möge.
(ANP)
Elane von Hillx, Nedjeset Ni Támenev plant Expedition in den Dschungel
Laut den Angaben der támenever Verwaltung plant Elane von Hillx eine Expedition in den Dschungel von Támenev zu führen. Zur Zeit werden noch letzte Vorbereitungen getroffen, so läßt die Nedjeset verlauten, aber man hoffe in den nächsten Wochen aufbrechen zu können. Begleitet wird die Nedjeset von einigen Mohas, welche den Weg durch das unwegsame Gelände weisen sollen, und von mehreren Soldaten der schwarzen Armee, die zum Schutze der Gruppe vor den Eingeborenen dienen sollen. Des weiteren befinden sich ein Derograph, einige Kenner der kemischen Flora & Fauna, ein Historiker und ein Adeptus der Dekata zu Khefu in der Gesellschaft der Nedjeset.
Die Dame von Hillx hoffe, laut eigenen Aussagen, darauf neue Gebiete für Siedlungen erschließen und in freundschaftlichen Kontakt mit den Eingeborenen und den Echsischen treten zu können. Als erstes Ziel der Expedition wurde daher die Stadt T'zzrah Srr der Achaz gewählt, wo man hofft einen friedlichen Kontakt mit den Echsischen aufbauen zu können.
Die Rabenschwinge wird auf jeden Fall versuchen die interessierte Leserschaft auf dem laufenden zu halten.
(ANP)
Achaz zwingen Sklavenjäger zum Rückzug
Wie bereits vormals in der Rabenschwinge berichtet, haben sich die Al'Anfaner Sklavenjäger, welche nahe der Feste Zyral in Kämpfe mit Waldmenschen und nisutlichen Truppen verwickelt waren, zurückgezogen. Mittlerweile scheint auch klar zu sein, warum die Al'Anfaner trotz ihrer stattlichen Zahl so plötzlich verschwanden: Die Achaz haben, so wird aus mehreren Quellen berichtet, die Söldlinge der Pestbeule des Südens angegriffen! Späher unserer glorreichen Schwarzen berichten, sie hätten im Dschungel verstreut mehrere tote Al`Anfaner gefunden, die eindeutig von Pfeilen und Klingen der Achaz niedergestreckt wurden. Scheinbar verfolgten die Echsenmenschen ihre übliche Taktik, kleine Gruppen von Feinden, die sich zu weit von ihrem Lager entfernten, aus dem Hinterhalt zu überfallen.
Doch dem Al'Anfaner Gesindel scheint noch mehr Unbill durch die Hände der Achaz widerfahren zu sein! Nur zur Erinnerung, verehrte Leser: Das Al'Anfaner Pack hatte die Feste Zyral besetzt, um von dort aus Sklavenjagd zu betreiben. Wer die Rabenschwinge eifrig gelesen hat, weiß, dass diese Feste von unserer großen Nisut den Achaz zur Übergabe versprochen war. Und siehe da, diese schienen just, wo die Sklavenjäger sich dort eingenistet hatten, ihre Ansprüche wahrnehmen zu wollen. Wie es scheint, setzten die Achaz aus der Unsichtbarkeit des Dschungels heraus ihre geheimnisvollen magischen Kräfte gegen die Al'Anfaner ein. Späher berichten von plötzlich auftretenden, mysteriösen Regengüssen und Blitzschlägen auf das Lager der Al'Anfaner, von plötzlichen Temperaturstürzen und Sturmböen, aber auch von sich bewegenden und giftspritzenden Pflanzen. Auch sollen immer wieder wahre Massen von Insekten nach Zyral hineingeströmt sein. All das scheint dazu geführt zu haben, dass der Kommandant der Al'Anfaner die Räumung Zyrals und den Rückzug Richtung Norden angeordnet hat. Truppen unserer Armee, die wenig später die Gegend um Zyral erkundeten, stellten fest, dass nun eine stattliche Zahl von Achaz Zyral bewohnt. Unseren Soldaten begegneten diese allerdings nicht feindselig, sondern sie beobachteten sie nur von den Türmen und Mauern Zyrals herab.
Wie es also scheint, verehrte Leser, werden die Al'Anfaner Schwierigkeiten haben, sich nochmals keck so weit vorzuwagen, haben sie doch in der nördlichen Grenzregion anscheinend drei Feinde zu bekämpfen: Die Waldmenschen, unsere Soldaten - und das uralte Wissen und die Fähigkeiten der Achaz!
(LST)
Attentat in Khefu - horasische Vizeköngin knapp dem Tod entronnen!
Schwere Unruhen in Terkum - droht eine Corvikaner-Rebellion?
Die Spannungen zwischen der Krone und dem erzkonservativen Corvikanerbund streben einem neuen Höhepunkt entgegen. Während die fundamentalistischen Boronis unter der Führung Bruder Boronfrieds bereits in den letzten Regierungsjahren Nisut Peris ihre strenge Glaubensauslegung in der Provinz Terkum verfestigen konnten, trat die alle fremden Einflüsse ablehnende Lehre nun erstmals drastisch in der Hauptstadt Khefu zutage, wo eine den Corvikanern nahestehende Fanatikerin versucht hat, die horasische Vizekönigin zu erdolchen.
Das schändliche Attentat konnte in letzter Sekunde verhindert und die Täterin in Arrest genommen werden. Schon bald konnten die mit der Untersuchung beauftragte
kem'sche Boron-Inquisition die Ausmaße einer gewaltigen Verschwörung aufdecken, die sich offenbar bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft erstreckt. So soll neben einem bekannten, wohlhabenden Händler aus Khefu sogar ein hochrangiger Verwaltungsbeamter aus dem Gefolge des Großinquisitors Boronîan Pâestumais in die Tat verwickelt gewesen sein, ebenso wie andere den Corvikanern nahestehende Würdenträger. Inspiriert aber wurde die Täterin durch eine Hetzpredigt des Anführers des Bundes, Boronfried Sá'kurat, die dieser Tage vor dem Anschlag in Merkem, dem Heimatort der Verblendeten, gehalten hatte.
Noch während der Prozeß gegen die Attentäterin - zu dem keine Öffentlichkeit zugelassen und keine Informationen nach außen gegeben wurden - abgehalten wurde, taten mehrere Geweihte der Terkumer Borontempel vor ihren Gemeinden lobende Worte über die Mordgesellin kund und würdigten deren "Märtyrertat" als beispielhaft und borongefällig. Die nisutliche Kanzlei erhielt sogar offizielle Eingaben zugunsten der Angeklagten, die deren Freilassung forderten. Um die aufgewühlte Stimmung zu beruhigen, ordnete Nisut Ela XV. eine Verstärkung der militärischen Präsenz in Terkum an, doch noch bevor die Schwarze Armee die Provinz erreichte, kam es in dem Dörflein Mohema zum Eklat. Erneut war es eine Predigt Bruder Boronfrieds, die einen offenen Aufruhr auslöste, in dessen Folge nisuttreue Büttel die Ortschaft fluchtartig verlassen mußten. Berichte, wonach ein brabakischer Händler und eine horasische Forscherin vom Mob gesteinigt wurden, konnten bislang jedoch nicht bestätigt werden.
Der Aufruhr verbreitete sich derart schnell, daß die Truppenverstärkung bereits in Merkem, ganz im Westen der Provinz, von aufgebrachten Dörflern angegriffen wurde. Es kam zu einem blutigen Handgemenge, in dessen Verlauf zwei Gardisten und zehn Dörfler ums Leben kamen. Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, wurden nun weitere Truppen in die Unruheprovinz detachiert, die sich sowohl aus Osten als auch aus Nordwesten auf Mohema zubewegten. Dort angekommen kam es zu weiteren Kämpfen gegen die Zivilbevölkerung, die sich des Einmarsches der Truppen immerhin so lange erwehren konnte, bis beide Marschkeile vor den Palisaden des Dorfes aufmarschiert waren. Bei der folgenden Besetzung Mohemas kam es zu teilweise erbitterten Kämpfen, bei denen mehr als 20 Dörfler und 15 Kämpfer des nisutlichen Heeres den Tod fanden.
Inzwischen herrscht in der Provinz gespannte Ruhe, die auch nach der Festnahme Bruder Boronfrieds und der Geweihten Mara Tem'kat anhält. Vorerst wurden diese beiden Anführer des Widerstandes gegen die Nisutmacht im Borontempel zu Mohema unter Hausarrest gestellt, bis entschieden wird, wie weiterzuverfahren sei. Unbekannt ist das Schicksal der Mehibet von Terkum, Dhana Chesaî'ret, die als engste Vertraute Boronfried Sá'kurats gilt.
Nisut Ela XV. steckt in einer Zwickmühle: Geht sie mit aller Macht gegen den Aufstand vor, so ist das Ausbrechen einer Rebellion in ganz Terkum unumgänglich, agiert sie jedoch mit zu großer Milde, wird die corvikanische Insubordination nicht zu beenden sein.
(PES)
Drei-Völker-Schlacht in den Dschungeln Kani Rechtus
Táyârret - Wie das Oberkommando der Schwarzen Armee heute mitteilte, wurde vor zwei Wochen in der vom Kahet aufgegebenen Ta'Akib Kani Rechtu ein Stosstrupp aus Semjet-Jabet von al'anfanischen Sklavenjägern und Kriegern der Keke-Wanaq in Kämpfe verwickelt. Laut Gardeobristin Chephta Mezkarai vom Armeekommando Mitte war es das Ziel des Vorstosses, Gerüchten nachzugehen die besagten, Al'Anfa hätte die aufgegebenen Siedlungen und die Feste Zyral besetzt und damit begonnen, Sklavenjäger-Lager oder gar Plantagen anzulegen.
Im Gelände um die Festung Zyral fand sich auch tatsächlich ein grösseres Lager alanfanischer Sklavenjäger vom Orden des Schwarzen Löwen, denen sich weiteres Gesindel angeschlossen hatte und die bereits rund zwei Dutzend Waldmenschen gefangengesetzt hatten. In der Morgendämmerung liess die Gardeobristin, die es sich nicht hatte nehmen lassen, die Führung bei diesem Unternehmen zu übernehmen, ihr Halbbanner von Süden her angreifen.
Bereits waren die ersten überraschten Feinde ausser Gefecht gesetzt, als vom entgegengesetzten Ende des Lagers ebenfalls Kampfgeräusche ertönten. Wie sich herausstellte, waren es wohl an die Fünfzig Krieger der Keke-Wanaq, die ihre verschleppten Stammesgenossen befreien wollten. Die Alanfaner gerieten dadurch zwischen zwei Feuer und schon begann sich unter ihnen Panik auszubreiten, als sich Kemis und Waldmenschen vor den Gefangenenkäfigen trafen. War es die noch herrschende Dunkelheit oder der Blutrausch? Die Keke machten jedenfalls keinen Unterschied zwischen "verbündeten" Kemis und den feindlichen Sklavenjägern; wer eine schwarze Rüstung trug, wurde von ihnen mit Speeren, Keulen und Pfeilen attackiert. Diese Entzweiung ihrer Gegner nutzten die Al'Anfaner - von denen wohl ein weiteres Banner aus dem Zyral herausströmte - und formierten sich zu einem Gegenangriff.
So entwickelte sich ein Gefecht jeder gegen jeden und nur die Geistesgegenwart der Gardeobristin, die den sofortigen Rückzug befahl, rettete den Stosstrupp vor schweren Verlusten. Die Schwarze Armee beklagt drei Tote und fünf Schwerverwundete. Zwei weitere Soldaten werden noch vermisst.
Die Verluste der Alanfaner und der Keke-Wanaqs können nur geschätzt werden, die "Chentked Kesen", die drei Tage später vor Zyral kreuzte, konnte keine Zeichen der Anwesenheit weder der einen noch der anderen Seite ausmachen...
(FZE)
West-Mer'imen und Démyúnem aufgegeben
Wie aus dem Nichts waren sie aus dem Dschungel gekommen. Wie viele hundert Jahre mochte es her sein, dass die Untertanen Ihrer keminisutlichen Majestät eines solchen Anblicks gewahr wurden? Niemand vermochte es zu sagen.
Doch nun, wenige Wochen nach der Inthronisierung der Nisut Ela XV. zur Herrscherin des Heiligen Kemi-Landes war überall die Rede von den Achaz, dem Volk, dem die Kemi so viele Jahre hinweg verbunden waren in einer Gemeinschaft, die die dahingegangene Nisut Peri III. als "Schicksalsgemeinschaft" bezeichnet hatte. Dennoch war man sich fern geblieben, hatte alle Kontakte auf ein Minimum beschränkt; zu sehr waren beide Völker mit ihren eigenen Belangen beschäftigt.
Dann aber holte der Herr Boron Nisut Peri III. zu sich, und die beschauliche Welt des kleinen Königreiches änderte sich völlig. Zunächst, am zweiten Tage des Amtsantritts Nisut Elas traten zwei mit Regenbogengewändern bekleidete echsische Bewahrer vor die Festung, pochten an die Tore der Festung und verlangten, vor die "Zepternehmerin" gelassen zu werden, um "die Prophezeiung zu erfüllen und das Land zurückzufordern". So wurden die Bewahrer Zzseech und H'Xrran vor die Nisut geführt, und im Kreise ihrer Berater hörte Ela XV. von einem Vertrag, der vor vielen, vielen Jahrhunderten zwischen Kemi und Achaz geschlossen ward.
Wie uns allen bekannt, waren die Kemi einstmals ein treuer Bundesgenosse des alten Achaz-Reiches und diesem treu und loyal in den Kriegen gegen die wilden Waldmenschen verbunden. Doch die Echslinge WUSsten diese Treue irgendwann einmal nicht mehr zu schätzen, und so lehnten sich die Kemi, stolz und hochmütig, wie wir sie kennen, gegen diese Vorherrschaft auf. Ein Krieg tobte, der das Land letztlich in eines der dunklen Zeitalter riß und Not und Elend für beide Völker brachte. Schließlich aber wurde von Nisut Peri II. ein Friedensvertrag geschlossen, gegenseitige Glaubenstoleranz forderte und der Gebiete festlegte, die die Echslinge den Kemi zur Nutzung nach freiem Wunsch übergaben, bis "im Zeitalter der vielgestaltigen Krrrssssh'ch, da die Tochter, geboren aus dem Blut des Landes und der zungenlosen Erneuerin, das Zepter nimmt, um die Throne zu einen, das Bündnis zu schmieden und die Bresche im blutigen Berg zu schließen, die das rabengestaltige Dunkel verbirgt [...]das Land des schuppenlosen Feindes der wasserlosen Ödnis, welches gelegen sei zwischen dem Ort der großen Pyramiden [H'Rabaal] und den Zähnen des Chr'thon'cch [Regengebirge] und dem Sssrah-Fluß [Jalob] zurückgegeben werde in die Obhut der Herrlichen Wandelbaren der Sümpfe, auf daß 2 H'rrrtsssstis Frieden herrsche zwischen den Kindern des schwarzen Vogels und den Wahrern des Wissens zu Chrizzz'kar [...]".
Ela XV. war natürlich überrascht, versprach aber eine getreuliche Prüfung des Sachverhaltes und sandte umgehend Schreiben gen Laguana. Und so kam es dann, dass die Nachforschungen in den dortigen Archiven tatsächlich uralte Inschriften hervorbrachten, die sich durchaus ähnlich lesen ließen - der von den Achaz vorgelegte Vertragstext war zweifelsohne echt und schlüssig interpretiert.
Ela XV. reiste also umgehend nach Laguana, um sich dort lange mit Ihrer Eminenz zu beraten. Schließlich entschloß sich die Nisut, dem Ansinnen der Achaz nachzugeben, hält man in Kemi schließlich ausgesprochen viel auf Vertragstreue, Traditionen und Überlieferungen - immerhin wurde der Vertrag von echsischen Bewahrern und kem'schen Hohepriestern geschlossen. Und in der Tat, der Entschluß der Nisut fand allenthalben in Kirche, Beamtenschaft und zu Hofe breite Zustimmung - der Frieden zwischen der alten Hochkultur der Achaz und dem Volk der Kemi wurde und wird auch weiterhin stets sehr hochgehalten - mehr noch, diese Landrückgabe muß gar als gutes Omen für 2 Dekaden/Jahrhunderte/Jahrtausende (man ist sich nicht klar über die Bedeutung, aber bei dem echsischen Zeitverständnis vermutet man jedenfalls nicht gerade 2 Tage) Friedenszeit ansehen.
Und so wurde in den nächsten Monden gemäß dem Abkommen die Bewohnerinnen und Bewohner von Káni Rechtu und Yret Nimaat in die ost-merimener Provinzen umgesiedelt worden, Zyral wurd den Achaz intakt übergeben. Auch Démyúnem wurde geräumt und dem ehemaligen Gesandten des Káhet im Horasiat, Zir, übergeben.
Botschaften eröffnet
Wie die Administration für Außenpolitik mitteilte, ist deren Leiterin Excellence Akilja Algerin-de Cavazo gen Efferds Tränen aufgebrochen, um intensive Verhandlungen über eine ständige Vertretung unseres Reiches in Ghurenia zu eröffnen. "Seit dem kürzlich erfolgten Abschluss der Goldenen Allianz gehört Ghurenia zu den engsten Verbündeten unseres Reiches. Das Nichtbestehen einer kem'schen Botschaft in Ghurenia ist im Sinne der wünschenswerten engen Kontakte zu revidieren, " sprach Excellence Algerin-de Cavazo.
Konkret geht es bereits um den Ankauft eines passenden Objektes, das als Botschaft dienen soll. Angeblich sind nötige Kontrakte, die die gegenseitige Einwilligung zur Einrichtung ständiger Vertretungen zwischen den beiden Reichen Ghurenia und Kemi, bereits ausgehandelt und unterschriftsreif. Auch sei die Personalie, wer das diplomatische Amt des kem'schen Botschafters in Ghurenia ausüben wird, bereits abgeschlossen. Nach ihrer Rückkehr von einer mehrjährigen Forschungsreise ins Güldenland wird die ehemalige Nesetet Ni Ordoreum, Zarachat saba Ta'at den Posten übernehmen. Für Ghurenia hat bereits der Gesandte Hernán Guitierrez sein Amt in Khefu übernommen.
Des weiteren wurde heute dem Mittelreich ebenfalls gestattet, eine Botschaft in Khefu zu eröffnen, die gleichwohl durch die Gesandte Silinia von Bergen-Oberfels auch die Interessen des Fürstprotektorats Hôt-Alem vertreten wird. Seitens der Kemi vertritt Emmerich von Khefu bereits seit einigen Jahren die Interessen des Káhet in der Kaiserstadt Gareth. Zusätzlich dazu wird gemäß der Akbommen des Friedensvertrages Angil von Aralzin-Estrimanza kem'scher Gesandter in Hôt-Alem werden.
(MAT)
Iri-Maat melden sich zurück!
Am Tag der Verkündung des Thronwechsels im Káhet wurden in Khefu und anderen großen Städten des Reiches von Unbekannten Flugblätter heimlich an öffentlichen Plätzen angeschlagen. Zwar wurden die Pamphlete von lokalen Ordnungskräften schleunigst wieder entfernt, doch verbreitete sich deren Inhalt wie ein Lauffeuer: Die Untergrundorganisation der Iri-Maat rief darin zur Ablehnung und zum Aufstand eines jeden Kemi gegen die neue Nisut auf und verunglimpfte diese auf abscheuliche Weise. Möge es Ihrer Majestät Ela XV. endlich gelingen, diesen Reichsverrätern habhaft zu werden.
(MAT)
Friedensschluß im Süden
Schon seit Wochen wunderte man sich in der Hauptstadt des südlichen Königreichs der Kemi, vormals des Mittelreichs Kolonie, über die regelmäßigen Besuche nordländisch aussehender vornehmer Damen und Herren im Palast der Kronprinzessin Ela, der Tochter der Kemi-Königin Peri III. Niemals drang auch nur ein Wort oder eine Stellungnahme der Höfe in Gareth und Khefu nach außen, und die Spekulationen in der Hauptstadt des abtrünnigen Dschungelreichs kannten oftmals weder Sinn noch Verstand - sie sprachen über allerlei Dinge, vom kommenden Krieg gegen das Mittelreich war die Rede, von südlicher Hilfe gegen die Länder der Dämonenanbeter bis hin zu einem geheimen Bündnis mit der alten Kolonialmacht.
Schließlich jedoch nahm die junge Prinzessin Ela, die in wenigen Monden Königin werden soll, den Menschen die Unwissenheit. Angetan im gold- und edelsteingeschmückten Ornat der traditionsreichen Kemi-Königinnen verkündete sie selbst inmitten ihres Hofstaats in ihrem Palast in der Hauptstadt Khefu vor den versammelten Diplomaten und wichtigen Magistraten, dass fürderhin freundschaftliche Beziehungen zwischen dem Königreich der Kemi und seiner einstigen Kolonialmacht herrschen sollten, und stattete hernach dem Herrn Boron sogleich den gebührenden Dank ab.
In langwierigen und komplizierten Gesprächen hatten die kem'sche Kronprinzessin und die von einem nicht namentlich genannten, jedoch persönlich von Prinz Storko legitimierten Emissär geleitete Delegation der garethischen Gäste sämtliche zwischen den Reichen offenen Fragen geklärt, und waren schließlich zu einem Kontrakt übereingekommen, der beiden Reichen gut zu Gesichte steht und für die junge Prinzessin ein erster großer Erfolg auf dem glatten Parkett der Beziehungen zu den fremden Höfen ist.
Nach dem Vertrag gilt nun, dass das Kemi-Reich sämtlicher Ansprüche auf die Stadt Hôt-Alem und ihr direktes, in Zusatz-Passi festzulegendes Umland entsagt, freien Handel und Wandel von und nach Hôt-Alem gestattet, sämtliche Kaperbriefe gegen unter garethischem Banner segelnden Schiffen widerruft und keiner dritten Macht Unterstützung bei Maßnahmen gegen die Hafenstadt Unterstützung gewähren wird.
Im Gegenzug dafür wird das Mittelreich seine vormalige Besitzung mit allem höfischen Zeremoniell nun auch formell in die Unabhängigkeit entlassen (dies soll nach der Krönung Prinzessin Elas zur Königin zu Khefu erfolgen), sich des friedfertigen Umgangs mit den Kemi verpflichten und eine generelle Amnestie für alle der 'Rebellion' angeklagten und festgehaltenen Untertanen der Kemi-Krone erlassen. In Hôt-Alem dürfen die Kemi ihr Banner auf der zweithöchsten Zinne der Stadtmauer hissen und einen Gesandten berufen, der uneingeschränkten Zugang zum Fürstprotektor hat.
Damit ist fast genau 20 Jahre nach der kem'sche Rebellion durch einen hesindegefälligen Kompromiss endlich Frieden im tiefen Süden, was jedoch nicht bedeutet, dass damit den munteren kem'schen Spekulationen ein Ende gesetzt sei: allerorts hört man nun in unserem fieberschwangeren Land weiterhin 'glaubhafte Gerüchte', die von List und Tücke, Verrat und Krieg erzählen, aber auch von einer glorreichen, neuen Ära des Friedens.
Pire Tepesen, Schreiberin aus dem Tiefen Süden.
(PST)
Eine neue Königin und ihre Vermählung
Strenggenommen war es den kem'schen Traditionen nach noch gar nicht an der Zeit für die zweite Heb'sed-Zeremonie der Königin Peri III. Das Jubiläumsfest sollte eigentlich erst im Jahre 1030 BF, exakt 33 Jahre nach ihrer Thronbesteigung stattfinden, und es sollte der Anlass sein, zu dem die "Befreierin Kemis" die Kroninsignien ihrer Tochter Ela übergeben wollte. Dann aber wurde der Hof zu Khefu überrascht, als es hieß, dass die Krönung der neuen Königin schon früher stattfinden würde, warum, darüber wird heute noch ergebnislos spekuliert.
So also sah der Morgen des 1. Travia des Jahres 1027 BF eine in die schlichte Robe der Rabengeweihtenschaft gehüllte junge Frau vor dem Tor des Tempels zu Laguana stehen und durch dreimaliges Klopfen im Namen des Raben Einlass zu fordern. Wie es die Tradition gebot, war die Kronprinzessin alleine und zu Fuß von Khefu zu diesem heiligsten Ort der Kemi gepilgert. Unterwegs hatte sie dem Brauch nach Nahrung und Unterkunft bei einfachen, gastfreundlichen Menschen erbeten, die nicht WUSsten, wer denn diese einfache Ordenspriesterin war, die sie freigiebig bewirteten und beherbergten.
"Demut ist die borongefälligste Tugend der Ordensritterin", deklamierte die Kronprinzessin mit lauter Stimme, als sich die mächtigen Tore des Tempels im Licht der aufgehenden Sonne vor ihr öffneten.
"So bedenke, dass Du nur Staub vor Seinem Angesicht bist und tritt ein", antwortete ihr Boronya Ni Nedjhit, Hohepriesterin des Raben. Gemessenen Schrittes durchquerte die künftige Nisut unter den leisen Gesängen der anwesenden Geweihtenschaft die Säulenhalle des Heiligtums und trat schließlich vor ihre Mutter, die bleich und unbewegt unter der großen Rabenstatue thronte, eingehüllt in ein Totenhemd aus weißem Leinen. Demütig fiel die Prinzessin auf die Knie und sprach ein stummes Gebet. In ernstem Schweigen trat die Erste Rabendienerin hinzu und berührte mit einem schmalen Dechsel Augen, Ohren und Mund der Königin; ein Ritual, das es den Toten nach kem'schem Glauben in den Hallen des Raben ermöglicht, zu hören, zu sehen und zu sprechen. Sodann zeichnete sie mit einer fließenden Bewegung das Zeichen des Udját-Auges in die Luft, um der Seele auf ihrer Reise "durch das Schilf" - wie das Nirgendmeer in der kem'schen Lehre bezeichnet wird - Schutz zu gewähren und vollendete so den symbolischen Akt, der Peri III. für tot erklärte und es damit ihrer Tochter ermöglichte, vor der Zeit den Thron zu besteigen.
Schließlich erhob sich die junge Frau und wandte sich der Menge zu, woraufhin ihr die Hohepriesterin Robe und Wanderstab abnahm. "Mensch bist Du, sterblich und eitel, doch nach Seinem Ratschluss berufen für diesen heiligen Thron", sprach Boronya von Nedjit in feierlicher Würde, während sie den nackten Leib der Prinzessin mit Boronsöl salbte. "Und so geschehe Sein Wille! Fortan seiest du Nisut der Kemi, Rabentocher!" Sodann kleidete man die neue Königin in feines, schwarzes Linnen, und als sie schließlich auf dem inzwischen verwaisten Thron saß und aus den Händen der Ersten Rabendienerin die schmale silberne Krone nebst Wedel und Krummstab empfangen hatte, da fielen die Hohen und Höchsten der Priesterschaft vor Nisut Ela XV. auf die Knie und huldigten ihr unter den frommen Chorälen der Brüder und Schwestern von Laguana.
Nach dem anschließenden Boronsdienst zog die Prozession der neuen Königin aus dem Tempel aus, an der Spitze Boronya Ni Nedjhit und die neun würdigsten Ritterinnen und Ritter des Ordens des Hl. Laguan in geschwärzten Harnischen, schwer bewaffnet und mit feierlichem Gesichtsausdruck. Dahinter schritten die zehn jüngsten Novizinnen und Novizen des Ordenstempels, blumenstreuend und vom Ruhme der alten und neuen Königin kündend. In einer von acht Geweihten getragenen Sänfte folgte schließlich die neue Nisut, erhaben auf einem Thron sitzend und mit unbewegter Miene Würde und Ernst ausstrahlend. Den Abschluss der Prozession bildeten weitere zwanzig sorgsam ausgewählte Ordensleute.
So bewegte sich der Zug die nächsten Tage durch das Land, und allenthalben lief das Volk zusammen, um der neuen Herrscherin ansichtig zu werden, ihr zu huldigen und sich an freigiebig verteilten Wohltaten zu laben. Nicht wenige ließen die Mühsal des Tagwerks hinter sich und schlossen sich dem Tross an, der schließlich triumphal die Tore Khefus durchschritt und vor dem königlichen Palast der Hauptstadt sein Ziel erreichte. Dort endlich konnte der Hof der neuen Königin die Aufwartung machen, allen voran Kanzler de Cavazo, viele Dekaden lang ein treuer Diener Nisut Peris, aber auch Chanya Al'Plâne, die Heerführerin der Kemi, und da zierte erstmals ein Lächeln das bisher so strenge Gesicht der Königin Ela.
Dann endlich trat die Rabentochter vor ihre Getreuen und verkündete, was das Streben ihrer Regentschaft sei: War ihre Mutter Peri III. als "Erneuerin" gefeiert worden, so sei es nun ihr Bestreben, das wiedererstandene Reich in Besinnung auf den Glauben und die Traditionen der Ahnen zu stärken und zu einen. Die Borongeweihtenschaft wolle sie weiter stärken und als deren Oberhaupt die Spuren der Fremdherrschaft endgültig tilgen, gleichwohl aber die Fremden gastfreundlich behandeln. Auch ließ Nisut Ela keinen Zweifel daran, dass sie der "verruchten al'anfanischen Ketzerei" ebenso wie ihre Mutter die Stirn bieten wolle, und deshalb eine Festigung der Bündnisse mit Vinsalt und Brabak anstrebe. Letzteres würde schon am nächsten Tag durch ihre Vermählung mit Kronprinz Peleiston erreicht werden.
So überrascht der Hof von dieser Ankündigung war - denn bislang war man davon ausgegangen, dass Nisut Ela XV. in das Haus Firdayon einheiraten würde - so amüsiert schien der Bräutigam, der in Vertretung seines Vaters Mizirion der neuen Königin seine Aufwartung gemacht hatte. Nun trat Peleiston neben die Kemi-Königin, ein wahrhaft stattlicher junger Mann, und tat seinerseits Dankesworte kund, und seine Würde und seine Freundlichkeit nahmen wohl alle Anwesenden für ihn ein. Alsdann zogen sich Kronprinz und Königin zurück, um sich auf die Zeremonie vorzubereiten, während sich der Hof im Palastgarten in ein fröhliches Fest stürzte und das Volk in den Tavernen im Namen der Nisut frei Speis und Trank genießen konnte.
Am nächsten Morgen um die Mittagszeit waren schließlich alle Arbeiten für den feierlichen Akt getätigt: der Platz vor dem Palast war gereinigt und mit weißen Kies bestreut worden, eine mit bunten Blumen geschmückte Holztribüne bot dem Altar des Raben Platz und die Höflinge und Hofdamen drängten sich an den Rändern der Fläche in respektvollem Abstand zu den Ordensleuten, deren Aufgabe es war, für Ordnung zu sorgen. Schließlich traten Ela und Peleiston durch das Palasttor ins Freie, an der Seite der Nisut ihre Mutter Peri, nunmehr lediglich einfache Priesterin des Raben, an der Seite des Prinzen der brabakische Gesandte Masakos Theopraktas als Zeugen für den Heiligen Bund. Angetan waren Braut und Bräutigam in schlichten schwarzen Gewändern, Nisut Ela trug dazu dem alten Brauch gemäß einen Kranz aus Mes'kemet-Orchideen im Haar, die Glück, Segen und Gesundheit bringen sollen.
Schließlich trat das Brautpaar vor den Priester, der die Trauung vornehmen sollte; es war der altehrwürdige Patriarch des mächtigen Hauses Mes'ká-rê, ein durch zahlreiche Schlachten und ebenso schwierige Familienpolitik gestählter Ordensritter und loyaler Freund der Nisut Peri. Bruder Boromil sprach ein kurzes Gebet, ehe er die 12 Fragen des Lebensbundes stellte. Dann traten Kronprinz und Königin vor und legten jeweils ihre linke Hand auf den Rabenaltar. "So soll dieser Bund besiegelt werden, mit dem Blut, das in euren Adern fließt", fuhr der Priester fort, griff zu seinem Ordensdolch und ritzte mit zwei Schnitten die Handflächen des Paares. "Euer Blut soll eins werden, und es soll gesegnet sein im Namen des Raben und Seiner Töchter Rahja, Travia und Tsa. Dieses Blut kann niemand mehr trennen und dieses Band soll sein auf ewig, in diesem Leben und darüber hinaus. So schließet nun den Bund", sprach Bruder Boromil, woraufhin sich das Paar einander zuwandte, die blutenden Handflächen erhob und sie unter den segnenden Worten des Geweihten in Augenhöhe aufeinanderpresste. Dann wandten sich die Frischvermählten um, schritten Hand in Hand zurück in den Palast und überließen Hof und Volk einer weiteren Nacht der Feierlichkeiten.
Epilog
Während Nisut Ela und Kronprinz Peleiston sich ihren ehelichen Vergnügungen hingaben, konnte die Berichterstatterin am Rande des Festes noch ein interessantes Detail des auch vom horasischen Gesandten Adîlron ay Oikaldiki gesiegelten Hochzeitsvertrages in Erfahrung bringen: Wie glaubhaft versichert wurde, enthält der Ehevertrag eine Klausel, wonach das erstgeborene Kind aus der Verbindung des kem'schen und des brabakischen Königshauses mit einer angemessenen Partie aus dem Hause Firdayon vermählt werden soll.
(PST, AJA)
Kommando Ost
Gardegeneralin Quenadya Mezkarai
Zirmo, Yleha
an
die Würdenträger der angrenzenden Provinzen
zur Weitergabe an relevante Persönlichkeiten
betreffend der Lage in Yleha nach dem Südergardt-Zwischenfall
Lage in Yleha von gespannter Ruhe geprägt
Das Kommando Ost vermeldet keinerlei Kampfhandlungen. Im Mittelabschnitt der Front um Südergardt ist es zu keinerlei weiteren Kampfhandlungen mit Renegatentruppen gekommen, auch im Süden der Front in Richtung Zenach sind keinerlei Angriffe der Rebellen gemeldet worden. Weitere verstärkungen wurden von der ylehischen Zivilverwaltung in Form von Milizeinheiten ausgehoben, die Grenzbefestigungen werden unterstützt durch die Maßnahmen des Kriegsrechtes weiter ausgebaut.
Vermehrte Aufklärungsvorstöße im Norden der Front durch reguläre Einheiten unter Führung des KKAB führten zu einem klareren Bild des Lage in Anûr, dahingehend, daß zwar in der Tat die quasi-staatliche Organisation des Yantiro-Freistaats zusammengebrochen ist, eine sichere neo-corvikanische Regentschaft aber noch nicht etabliert werden konnte. Der neo-corvikanische Sieg über die yantirische Streitmacht ist dennoch vollständig, so daß eine Etablierung der Renegaten an der ylehischen Grenze binnen Jahresfrist zu erwarten ist. Sämtliches kem'sches Militärperonal als auch die Militärberater des KKAB sind geordnet und ohne Verluste auf dem Rückzug. Grund für das Scheitern des yantirischen Wiederstands ist eindeutig dessen Weigerung zur verstärkten Kooperation mit den kem'schen Autoritäten, die in Anûr als "Besatzer" diskreditiert wurden, laut KKAB erwiesenermaßen durch neo-corvikanische Agenten.
Das Kommando Ost erwartet vom zurückkehrenden Personal der Armee und des KKAB dennoch zahlreiche wertvolle Informationen zur Strutur des neo-corvikanischen Staatswesens und dessen Armee, auch einige Gefangene werden erwartet.
Des weiteren ist in den nächsten Monden mit zahlreichen Flüchtlingen zu rechnen, hauptsächlich yantirische Loyalisten und Armeeangehörigen. Hier muß auf kem'scher Seite aufgrund der tiefverwurzelten Abneigung dieser Personen gegen nisutlich-kem'sche Autoritäten mit erheblichem Unruhepotential gerechnet werden, so daß eine Verbringung der Flüchtlinge aus Yleha angeraten scheint.
Das Kommando Ost fokussiert seine weiteren Anstrengungen in der Grenzsicherung und in der Unterstützung des anûr'schen Widerstands in seinen letzten Bastionen, dem Achazland und nicht näher zu benennender Widerstandsnester unter der Befehlsgewalt des KKAB.
Gardegeneralin Quenadya Mezkarai
Kommando Ost
Schlacht bei Fort Südergardt!
Viele Opfer bei erstem Angriff neo-corvikanischer Rebellen auf nisutliches Land!
Soeben erreichen uns erste Berichte von einem blutigen Kampf zwischen nisutlich- kem'schen Söldlingen und neo-corvikanischen Rebellen im südlichen Yleha. Wie berichtet wird, kam es bei der Grenzfeste Fort Südergardt zu heftigen Kämpfen mit zahlreichen Toten auf beiden Seiten. Das Fort und die Siedlung Südergardt wurden dabei durch Brandschatzung erheblich beschädigt; unter den Opfern der grausamen Horden aus dem Osten befinden sich nicht wenige Bauern und andere Nicht-Kombattanten.
Begonnen hatte der Angriff am Morgen des 4. Tages im Hesindemondes, als von den Pallisaden Südergardts aus ein beachtlicher Heerwurm gesichtet wurde, der aus den dichten Waeldern im Osten hervorbrach. Augenzeugen zufolge hatte sich die abtrünnige Prinzessin Rhônda selbst an die Spitze der Truppen gesetzt, die sich nicht lange mit der im Fort gut verschanzten nisutlichen Truppe aufhielten, sondern selbiges und selbige umgingen und mit der Brandschatzung des Dörfleins Südergardt begannen, dort die Bevölkerung nicht schonten und Gefangene ohne Ansehen des Alters durch grausame Martern zu Tode brachten.
Also sah Hauptmann von Berendorff, Kommandant Südergardts keine andere Moeglichkeit, als den bedrängten Bauersleuten durch einen Ausfall zu Hilfe zu eilen, wobei seine Söldlinge ihre Verschanzungen preisgeben und sich mit einem an Zahl und Grausamkeit überlegenen Feind zu messen hatten.
Das Opfer der tapferen Soldaten und Soldatinnen war allerdings nicht umsonst, denn wiewohl von ihnen keine Seele mehr am Leben ist, konnte ein Großteil der unschuldigen Dörfler den Angriff der Nisutlichen zur Flucht in die umliegenden Wälder nutzen.
So gelang es den Rebellen gleichwohl, das Fort nach heftigen Kaempfen schliesslich zu nehmen, doch schon war Entsatz unterwegs, denn in die letzten Monden hatte die Generalin Quenadya Mezkarai dazu genutzt, ein System von Meldetürmen und Befestigungen entlang der Ostgrenze anzulegen. So wurde vom seligen Hauptmann von Berendorff vor dessen Aufbruch in sein letztes Gefecht ein Notfeuer entfacht, das ein nur wenige Meilen nordlich lagerndes Ordensbanner des Heiligen Laguan alarmierte, welchselbiges alsogleich in Eilmaerschen zur Wallstatt aufbrach.
Und so hatte sich die Lage am Morgen im Vergleich zum vorherigen Tage umgekehrt: die im Fort Südergardt verschanzten und arg mitgenommenen Neo-Corvikaner sahen Ordensleute des Hl. Laguan, grimmig und auf Rache brennend, heranziehen. Doch die feigen Rebellen stellten sich nicht zum Kampfe: Ehe die Ordensleute noch ihre Aufstellung in Schlachtordnung abgeschlossen hatten, zog der Feind eilends ab, nicht jedoch, ohne vorher Feuer an das Fort gelegt zu haben. Die Verfolgung der Rebellen brachte dem Orden jedoch ausser drei erschlagenen Feinden wenig Ruhm, so dass diese auch recht bald abgebrochen wurde.
Während sich also die Dörfler aus den Wäldern wieder zu ihren niedergebrannten Wohnstätten wagten, stellten die Ordensleute im zerstörten Fort Grausiges fest: Der Feind hatte die Nacht genutzt, die von ihm gemachten Gefangenen auf unbeschreibliche Weise zu Tode zu bringen, auch hat er unter Zuruecklassung der schon arg verwesten Köpfe des CONDNOR-Anührers Scadirro und des Gouverneurs von Yantiro, Kh'ôn Dîarriez'h, sowie einer persönlichen Nachricht der Abtrünnigen an ihre "verfluchte Mutter und Usurpatorin des Thrones" seine Stärke deutlich gemacht.
Es sei nun, so das Schreiben, "mit der Vernichtung der Feinde in Anûr" selbiges Land als "erste Provinz der kem'schen Krone von Fremdherrschaft und Verrat gereinigt und als Ausgangspunkt der Rückeroberung des Káhets bereitgemacht, wobei weder die illegitime Nisut Peri III. noch der ihr zu Füssen kriechende Adel mit Schonung rechnen" könne.
(PST)
Hátyát ruft Kriegsrecht aus!
Volk von Yleha, höret, was Euch Eure geliebte Prinzessin Annabel I. Chánûr'h von Yleha zu verkünden hat:
Geliebte Brüder und Schwestern vor dem weißen Raben, seit dem 4. Tage des Hesindemondes sind die verräterischen neo-corvikanischen Horden unter der Führung der verderbten Rhônda in unsere geliebte Heimat eingedrungen und sind über die Feste Südergardt hergefallen. Noch sind unsere tapferen
Brüder und Schwestern dabei, die Feste zu halten, auch sind schon Truppen zur Verstärkung eingetroffen.
Nun endlich ist es also soweit, die Zeit der Ungewißheit ist vorbei, in der wir in jeder Nacht voll Angst gewacht haben, den drohenden Angriff abwartend. Nun endlich können wir unserem Feinden in die Augen blicken und ihnen drohend den Säbel entgegen strecken!
Für die Nisut! Für Kemi! Für ein Yleha, in dem unsere Kinder in Frieden und ohne Furcht leben werden!
Gemeinsam werden wir den Neo-corvikanischen Schweinehunden in den Arsch treten!
Ab dem heutigen Tage, rückwirkend zum Morgengrauen gelten folgende Erlasse:
- Alle Reservisten, Reservistinnen und alle Mitglieder der ylehischen Bürgermiliz haben sich umgehend bei der nächsten Militärdienststelle zu melden.
- Für ganz Yleha wird eine Ausgangssperre verhängt, wer sich innerhalb der Mauern von Zirmo, Yleha/Stadt, auf den Plantagen Grand Ylehia und Plantaga Tién oder in der Nähe von militärischen Stützpunkten aufhält, ohne eine Erlaubnis des yelhische Nachrichtnbureaus oder des Armeestabs zu haben, wird als Spion behandelt.
- Wer ohne entsprechende Erlaubnis außerhalb der Siedlungen aufgegriffen wird, wird als Spion behandelt.
- Die Stämme der Achaz und der Catco haben das Betretungsverbot für ihre Autonomen Gebiete für das Militär und Personen mit gesonderter Erlaubnis aufgehoben. Ihre kämpfenden Einheiten sind der kemschen, militärischen Führung untergeordnet.
- Alle offen zugänglich gelagerten Nahrungsmittel, sowie alle kriegsrelevanten, beweglichen Dinglichkeiten und überschüssigen Last- und Reittiere werden umgehend gesammelt und entweder direkt dem Militär überliehen oder in den hatyatlichen Lagern eingelagert. Das ylehische Nachrichtnbureau wird die Verwaltung und die Zuteilung übernehmen.
- Die Häfen von Yleha/ Stadt, Shilaya und Zirmo sind für alle zivilen Schiffe gesperrt. Jedes kampftaugliche Schiff oder Boot wird hiermit inklusive der Besatzung für den Kampf auf dem Meer und den Inseln konfisziert.
- Den Oberbefehl über alle, in Yleha stationierten Einheiten, über die ylehische Bürgermiliz, die kämpfenden Einheiten der Catco und Achaz, der schwimmenden Einheiten sowie sämtlicher nichtmilitärischen, jedoch kämpfenden Truppen erhält Generalin Quenadya Mezkarai.
- Das ylehische Nachrichtenbureau sowie die restliche, ylehische Verwaltung wird unter der Aufsicht von Nan'ji ya'k Bergström komplett und ausnahmslos der militärischen Führung unterstellt.
- Die Hátyát selbst erhält ab sofort alle Rechte und Befähigungen, wie sie nach §§ 1-9 des ylehischen Kriegsrechtsgesetzes vorgesehen sind. Im Speziellen betrifft dies das gesammte Gebiet der Tá'hátyát.
- Der Akîb Ni Antien Mar'et erhält ab sofort alle Rechte und Befähigungen, wie sie nach §§ 10 - 14 des ylehsichen Kriegsrechtsgesetzes vorgesehen sind. Im Speziellen betrifft dies das Gebiet von Yleha/ Stadt, Zirmo, der Plantagen und sonstigen Siedlungen.
- Das Kloster Al'Areal, vertreten durch die komplette Geistlichkeit der Táhátyát, erhält ab sofort alle Rechte und Befähigungen, wie sie nach §
15 des ylehsichen Kriegsrechtsgesetzes vorgesehen sind. Im Speziellen betrifft dies das gesammte Gebiet der Tá'hátyát.
Im Namen ihrer Prinzesslichen Hoheit, der Hátyát Ni Yleha, Annabel I.
Chánûr'h und des Oberkommandos Ost Gardegeneralin Quenadya Mezkarai, kundgetan durch den Schreiber Nan'ji ya'k Bergström
(BPW)
Hátyát stellt Truppen auf
Nachdem sich im Laufe des ersten Kriegstages fast 100 brave ylehische Reservisten und Freiwillige beim Kommando der Schwarzen Armee gemeldet haben, um ihr Land zu verteidigen und auch in den nächsten Tagen weitere 100 Ylehis erwartet werden, gehen nun die Vorräte an Waffen, Uniformen und Ausrüstung zur Neige.
Tar'in Nâsar'h, der als Gardehauptmann und Akîb Ni Antien'Maret nicht nur die Lage in den Städten Zirmo und Yleha überwacht, sondern auch für die Rekrutierungen an der Küste zuständig ist, schildert die Lage wie folgt: "Es ist kaum verwunderlich, daß die Ylehis so eifrig zu den Waffen greifen wollen, wissen sie doch wie kaum ein anderes Volk im Reich, wie kostbar der Frieden ist und wie schwer man dafür kämpfen muß! Es melden sich jedoch auch Viele, die für einen Kriegsdienst nicht geeignet sind, weil sie keine militärische Ausbildung haben, weil sie schon zu alt oder noch zu jung sind, ja selbst Kinder kommen zu uns, weil schon ihre Väter gekämpft haben. Andererseits haben wir aus den letzten Kämpfen gelernt, daß es besonders in diesen Zeiten wichtig ist, daß die fehlenden Hände auf den Fischerbooten, den Feldern und auf den Plantagen ersetzt werden. Sonst wird dem Schmerz und dem Tod der Hunger folgen! Daher schicken wir viele zurück in ihre Dörfer oder behalten sie in den Städten und Festungen, um für ausreichend Lohn in den Ställen, Lagern, den Lazaretten oder Werkstätten zu arbeiten. Nur etwa die Hälfte aller Freiwilligen, nur die, die mit dem Säbel umgehen können und die wir guten Gewissens in die Schlacht schicken können, nur die gesund sind und kräftig, die bekommt von uns den Wappenrock der Armee."
Doch ist es in dieser Zeit noch möglich, derartig wählerisch zu sein? Muß man nicht alle Kräfte, die ein Land hergibt, gegen den Feind schicken? Auf diese Frage antwortete Myrádâ tá Al'Areal, die Seret-Akib und Sprecherin der ylehischen Kirche: "Genau das darf man nicht, auch wenn die Not noch so groß ist. Denn so schwächt man ein Land, macht es langfristig wehrlos. Wir wissen, daß Rhônda seit Jahren diesen Feldzug vorbereitet hat und wir dürfen nicht denken, daß es bei einem einzigen Angriff, den man leicht niederschlagen kann, bleiben wird. Gewiß kämpft sie zusätzlich auf anderen, finsteren Wegen, versucht, durch Spione und Verräter das Reich zu zermürben, wir müssen uns also auf einen längeren Krieg vorbereiten und vor allem auch die Kriegsschauplätze hinter den offiziellen Fronten decken. Außerdem ist sie nicht die einzige Gefahr, die uns droht, die ylehische Hexe ist immer noch nicht aufgefunden und auch Al'Anfa lauert nur darauf, daß Kemi durch den Krieg geschwächt ist."
Es ist also mal wieder Krieg in Yleha, mal wieder wurde das Kriegsrecht ausgerufen und mal wieder fegen Tod, Schmerz und Leid durch das Land. Hat Rhônda gerade deshalb in Yleha angegriffen, um die Schwäche und die Verweiflung der Ylehis auszunutzen? Dazu ihre prinzessliche Hoheit, die Hatyat Annabel Chánûr'h: "Ach, alles Quatsch! Wenn es so ist, dann ist diese Rhônda blöder, als wir dachten! Die Ylehis sind weder schwach noch verzweifelt! Klar, seit Generationen kennen sie nur den Krieg, aber gerade das macht sie stark. Sie sind gewissermaßen... daran gewöhnt, sie wissen genau, was sie machen müssen, wo sie sich zur Not verstecken können, fast jeder kann mit einer Waffe umgehen, die Dörfer werden von Anfang an sehr wehrhaft gebaut, die Lagerhäuser für Reis und Zuckerrohr sind voll, gut versteckt und gesichert. Fast in jeder Familie gibt es einen Haufen an Verwandten, die in irgendeinem Krieg gefallen sind. Stolz ist darauf keiner mehr, aber die Ylehis haben daraus gelernt, in die Zukunft zu blicken. Klar, es gibt nicht wirklich viele Ylehis mehr, aber die, die übrig geblieben sind, sind an ihrem eigenem Blutzoll gewachsen. Wie sonst läßt sich wohl erklären, daß sich fast jeder vierte sofort gemeldet hat, um sein Land zu verteidigen? Ehrlich gesagt, wenn Rhônda irgendwo der Arsch aufgrissen wird, dann hier... und wenn sie von hier aus einfach nur weiter ins Reichsinnere ziehen will, meinetwegen... von Hinten kommt man besser an den Arsch ran!"
(BPW)
Hoheit Chanya Al'Mout'pekeret ernennt Seret
Nachdem seit vielen Monden schon über Ihrer Hoheit Chanya Al'Mout'pekeret wachsenden Unwillen bezüglich der politischen Verpflichtungen ihres Herzoginnen-Titels gemunkelt und spekuliert wurde, machte Ihre Hoheit zum 15. Hesindetag des Jahres 30 S.G. zu Ihrer Residenzstadt Djáset in Táyârret endlich Nägel mit Köpfen - eigenwillig wie immer.
Ihre Hoheit war nämlich ohne jede Vorankündigung unerwartet auf der Nachsitzung des Bürgerrates in der Taverne "Splitterndes Waskirfaß" erschienen. Nach ein paar Humpen guten Bieres erkannte Hoheit den ebenfalls anwesenden Schreiber der "Rabenschwinge", meine werte Person, und tat sich ihm mit den Worten hervor, daß es gut sei, daß jemand des eloquenten Schreibens Befähigter anwesend wäre, denn sie hätte zu verkünden, daß sie nun nach dem "Kömödienstadel in Mer'imen" endgültig die Nase voll von der Politik habe und sich fortan hauptsächlich ihren kriegerischen Pflichten widmen möchte. Alldieweil sie aber als Herzogin Pflichten und Rechte habe, wolle sie diese auf eine Seret übertragen, und als solche käme für sie nur ihre Adoptivtochter Sayada Al'Plâne in Frage.
Auf die überraschte Frage des Schreiberlings, wann denn die offizielle Ernennung der nämlichen Adjutantin Ihrer Hoheit erfolgen würde, antwortete Hoheit nicht weniger überrascht mit der Frage, ob ich denn "Bohnen in den Ohren" hätte, und daß es wohl genug sei, wenn ich das, was eben gesagt wurde, in ein paar Zeilen festhalten und verkünden würde. Sodann wurde die Aufmerksamkeit Ihrer Hoheit abgelenkt von Ihrer eben eingetroffenen wundervollen Gemahlin, Ihrer Gnaden Khirva Tanoram, so daß ich, der unbedarfte Schreiberling, kein weiteres Zeugnis mehr von Ihrer Hoheit Exzentrizität ablegen kann.
Diese Ernennung sei also hiermit offiziell verkündet, mag sie auch an gewissen Stellen mitnichten auf Verständnis und Beifall stoßen. Die Dame Sayada, die nicht nur Adpotivtochter Ihrer Hoheit, sondern auch deren Geliebte und Vertraute in militärischen Dingen ist, hat nun also einen weiteren Höhepunkt ihrer persönlichen Macht erklommen und mag fürderhin im Spiel um Einfluß und Macht eine stets zu beachtende Größe sein. Es darf als sicher gelten, daß ihr nicht unumstrittender Ehrgeiz und ihre delikaten Fähigkeiten im Strippenziehen in Zukunft noch für einige Aufregung sorgen werden. Einen ersten Hinweis darauf gibt es schon: bereits einen Tag nach der geschilderten denkwürdigen Zusammenkunft traf die frischgebackene Seret zu Djáset mit Repa Dio de Cavazo Ni Sá'sekera, dem Cancellarius der Kemi, zu einem Gespräch zusammen.
(Doctor E. R. Barmin)
Krisensitzung in der Dekata?
Zum 09. Boron 31 S.G. fand in der Nisutlich kem'schen Dekata eine Sitzung der Amtsträger Dio Cardassion de Cavazo, Repa Ni Sá'sekera, Cancellarius der Kemi, Boronîan Varzim Pâestumai, Hátya Ni Tárethon, Großinquisitor des Kemi-Reiches, Managarm, Akîb Ni Zenach, Mer-senet, Cronjustitiar der Kemi, Charîm Veset Mezkarai, Ser-Nesetet Ni Ordoreum, Jarrêt Dur Avarc-Syn, Spektabilität der Dekata zu Khefu, und Myrddin Beryllius, Spektabilität der Dekata zu Khefu, statt. Sie wurde von den Spektabilitäten der Dekata einberufen und ist augenscheinlich eine Sitzung enormer Wichtigkeit, wie man anhand der anwesenden Personen erkennen kann. Die Themen wurde jedoch vor der Sitzung nicht öffentlich genannt. Die Amtsträger wollten dazu auch keine Aussagen gegenüber der Rabenschwinge machen.
Der Verdacht der Redaktion, dass es sich um die seltsamen Träume, welche Anfang Boron Geistliche und Magier in einflussreichen Positionen des Káhets heimsuchten, sowie die Vorkommnisse in der Tá'akîb Antien'Maret handelte, wurde erst nach der zwölfstündigen Sitzung vom Großinquisitor Boronîan Varzim Pâestumai bestätigt. Es konnte jedoch nicht ermittelt werden, wer die Träume versendet hatte. Nach Aussagen des Dio Cardassion de Cavazo, Cancellarius der Kemi, ist man sicher, dass jemand versuchte, wichtige Persönlichkeiten im Káhet mit einer Vorgaukelei einer nicht vorhandenen Macht einzuschüchtern. Dies sei jedoch nicht gelungen, so Managarm, Cronjustitiar der Kemi, vielmehr ist man auf ihn aufmerksam geworden. In Kürze werden weitere Hinweise folgen, so dass das frevlerische Verhalten entsprechend bestraft wird.
(ANE)
Geburt im Hause Sêkemát !
Der Administrator D.I.A. Sá'hotep Sêkemát und seine Frau schätzen sich glücklich mitteilen zu können, daß vor kurzem ein Sohn geboren wurde. Die Freude über das Geschenk der ewigjungen Göttin Tsa ist tatsächlich groß, denn bislang war die Verbindung kinderlos und nach dem Tode des Adoptivsohns des Administrators war kein Nachfolger für das Familienoberhaupt mehr in Sicht. Auch machten Gerüchte die Runde, das Oberhaupt der Sêkemát selbst sei zeugunsunfähig, doch diese übelsten aller Verleumdungen wurden aufs eindeutigste widerlegt. Das Kind, das den Namen Sákem erhalten hat, soll einst Nachfolger von Sá'hotep werden.
Gefeiert wurde jedoch nur im engsten Kreis der Familie, anscheinend hat der Administrator eine Abneigung gegen größere Menschenansammlungen, nach dem Attenat auf seine Exellenz verständlich. Von unserer Seite wünschen wir dem Kind natürlich auch alles Gute und hoffen das die Götter und allen voran der Herr Boron es fortan durchs Leben führen werden.
(PCZ)
Frau des Administrators D.I.A. zurück im Káhet !
Meriban Sêkemát, die Frau des Administrator Sá'hotep, die wie sich aufmerksame Leser sicher erinnern können zum Schutze ihres Privatvermögens das Königreich verlassen hatte, ist wieder zurückgekehrt. Auf eine kurze Anfrage erklärte sie lediglich, daß die Dinge besser ständen als jemals zuvor, von einer Pleite der Familie, wie von ihr noch bei der Abreise bestätigt, wollte sie nun nichts mehr wissen. Der Administrator selbst war nicht zu sprechen, es hieß er befinde sich auf einer wichtigen Schiffsreise.
Offenbar haben die Bemühungen des Administrators zur Rettung seiner Familie Früchte getragen. Immer wieder haben wir Gerüchte über angebliche Treffen des Familienoberhauptes mit anderen einflussreichen Familien und wichtigen Personen vernommen, doch die meisten hielt man bis vor kurzem wohl für Propaganda der Sêkemát. Nun scheint ein Durchbruch erreicht worden zu sein, wahrscheinlich eine Einigung mit den Gläubigern, glaubt man zumindest. Doch die Dinge liegen gänzlich anders. Wie uns ein nichtgenannt werden wollender Zollbeamter bestätigte, hatte die Frau des Administrators nicht unerhebliche Reichtümer bei sich. Diese Rückkehr läßt die Dinge sozusagen in ganz neuem Licht erscheinen.
Fragt sich bloß, wohin den Administrator seine (angebliche ?) Schiffsreise führt. Will er mit den Al´Planes oder einer ausländischen Händlermacht verhandeln oder befindet er sich gar unterwegs in höchst geheimen Staatsgeschäften, wer weiß ? Jedenfalls bleiben wir sozusagen am Ball.
(PCZ)
Provinz Hápet aufgegeben!
Wie die Kanzlei des Káhet Ni Kemi heute kundtat, wird die in der Bucht von Port Corrad liegende Provinz Hápet zum 1.Efferd 30 S.G. aus diversen Gründen als kem'sches Cronland aufgegeben.
Zum einen sah Ihre Majstät, Nisut Peri III., die enormen Kosten zur Aufrechterhaltung der Besatzung nicht länger als tragbar an, zumal der strategische Vorteil eines Hafens auf der Insel durch den eingebrochenen Osthandel längst keiner mehr war.
Zum anderen wären in den kommenden Monden verstärkte militärische Anstrengungen notwendig geworden um Háept weiter für das Káhet zu sichern, denn die Schergen des unsäglichen Honak-Ketzers hatten ihrerseits vor wenigen Monden einen Stützpunkt im Westen der Insel errichtet, um die Schifffahrt zu ihrer Kolonie Port Corrad zu sichern. Ein Ausgreifen der al'anfanischen Eroberungsstrategie auf den Ostteil der Insel war damit sehr wahrscheinlich geworden. "Hápet" ist nicht das Blut einer einzigen kem'schen Soldatin wert", bekräftigte auch Gardekriegsherrin Chanya Al'Mout'pekeret ihre Abneigung gegen einen sinnlosen Verteidigungskampf so viele Meilen nördlich des kem'schen Kernlandes.
Unmittelbar nach Bekanntgabe dieses Erlasses sind auf Hápet die ersten Maßnahmen zur vollständigen Zerstörung der Infrastruktur sowie zur Evakuierung der Insel in Angriff genommen worden, am Abend des 15. Rondra stand bereits ein großteil der Stadt Khorim in Flammen. Die Bevölkerung unter Akîb Alrik Al'Mansour soll schnellstens ins Kernland zurückgebracht werden und dort in der neugeschaffenen Provinz Jalob Jábet mit Land und Aufbauhilfe unterstützt werden.
Doch wird der geringfügige Verlust wertlosen Landes durch einen Gewinn ungleich größerer Art mehr als nur aufgewogen: Wie weiter bekanntgegeben wurde, gibt der Erzfeind Al'Anfa im Gegenzug zur Räumung Hápets den "Raben von Peri" an das Káhet zurück. Die wundertätige, aus dem Basalt des Vulkans Záw gefertigte Rabenstatue soll der Legende nach vom Heiligen Laguan selbst dem Basalthaus der süd-tárethoner Stadt gestiftet worden sein und war im Zuge der Flucht der al'anfanischen Besatzungstruppen aus dem Káhet von diesen geraubt worden.
Kem'sche Truppen besetzen östliches Támenev
Im Rondra-Mond des Jahres 30 S.G. haben Ordenstruppen des Heiligen Laguan und Seesöldlinge der kem'schen Flotte an zwei strategisch wichtigen Punkten in der Reichsmark Támenev/Ost mit dem Bau von Forts begonnen. Auf einer Insel in der Jalobmündung errichteten die Seesöldlinge das Wehrdorf Wereset, während die Ordenskrieger und -kriegerinnen auf dem Dämmerrücken Fort Resyt errichtet haben. Das Fort kontrolliert sowohl den Unterlauf des Jalob als auch den Balungu-Fluß und soll zusammen mit dem Stützpunkt Wereset das Eindringen von Gesindel in das Herz des Káhet verhindern. Von dort aus kam es in den letzten Monden vermehrt zu Übergriffen auf die inneren Provinzen des Reiches, da sich die Eingeborenen mehr und mehr unwillig zeigten, die Piraten von der Jalob-Mündung fernzuhalten, und, im Gegenteil, diesen oftmals gegen Bestechungsgeschenke den Weg ins Innere der Reichsmark wiesen.
Im nächsten Mond werden kem'sche Truppen vorrangig das Aufstöbern und Vernichten von Räuberlagern an der Grenze des Reichs zur Reichsmark und die Sicherung der neugeschaffenen Provinz Jalob Jábet als Aufgabe haben. Die Provinz wird als Ausgleich zur Abtretung Háepts der Táhatya Mer'imen angegeliedert und Akîb Alrik Al'Mansour unterstellt.
Wir, Peri III. Setepen, Nisut Ni Kemi tun hiermit Unseren Untertanen kund und zu wissen:
Wir sind in hoechstem Masse veraergert ueber die Worte des Hátya Ni Mer'imen, Rhuawn Al'Mansour, wonach eine Mitgliedschaft im Orden des Heiligen Laguan keine Empfehlung fuer hoehere Aemter sei. Diese Worte, geboren aus laengst gesuehnten Verfehlungen einzelner Mitglieder unserer
Gemeinschaft aus ferner Vergangenheit, beleidigen nicht nur Uns, die Wir eine Schwester des Ordens sind, sondern auch die vielen aufrechten und tapferen Kaempinnen und Kaempen, die tagein, tagaus Leben und Gesundheit fuer dieses Land und seine Menschen riskieren.
Wir sind veraergert, weil der Hátya fuer die Zustimmung zur Einsetzung einer Ordensritterin als Seret von dieser ein Treuepfand forderte, als sei sie eine Person, die des Verrats verdaechtig sei! Uns ist die Mitgliedschaft im Orden vortrefflichster Garant fuer Treue und Loyalitaet!
Unser Aerger ist begruendet in der Tatsache, dass Hátya Al'Mansour bekraeftigte, dass er den Einfluss der Staatskirche in Mer'imen gering halten moege! Wie kann er die, ueber die er herrscht, darin behindern, ueber den Glauben den Weg zur Erloesung zu suchen? Diese Worte sind
Widerworte gegen Uns, die Wir doch anlaesslich der letzten Cronratssitzung eben kundgetan haben, dass der Glaube die Voraussetzung fuer hoechtse Aemter sein soll.
Er hat Unseren Aerger erregt, indem er seine ihm von Uns zugebilligte militaerische Autoritaet und seine ihm von Uns zugestandene Garde eingesetzt hat, um eine Akibet einzuschuechtern und zu bedrohen, die einzig und allein borongefaellig ihre Pflicht tat und Uns die ungeheuerlichen Aussagen des Háyta kundtat.
Aus diesem Grunde billigen Wir die Untersuchung, die Mehib Ne'mekath mit Unserem Wohlwollen gerecht und weise durchgefuehrt hat und unterstuetzen den Entschluss, den Hátya einer Seelenpruefung zu unterziehen: Wir wuenschen die Wahrheit uebr dessn Treue und Loyalitaet zu Unserer Krone und den Fundamenten, auf denen das Reich beruht, zu ergruenden.
Alldieweil ergehen folgende Befehle: Die Amtsgeschaefte des Háyta Ni Mer'imen werden einstweilen vom Ser-Hátya Ni Mer'imen, Haldjin ed Djasuhr, uebernommen. Alle Soldatinnen und Soldaten, Miliz oder regulaere Truppen, haben weiterhin den Befehl, alle Massnahmen zur Aufrechterhaltung von
Koeniginnenmacht in Mer'imen zu ergreifen, das beinhaltet expilizit die Unterstuetzung der kirchlichen Massnahmen zur Klaerung des Falles. Nun mag die Weisheit des Entschlusses erkannt werden, wonach es im Reiche keiner Person erlaubt ist, eigene Truppen zu unterhalten: so mag nun kein Adeliger dazu verfuehrt werden, sich in abscheulich hochverraeterischer Weise gegen Unseren Willen zu stellen. Wir verfuegen weiterhin, dass sich der gesamte Kleinadel Mer'imens zu Ihrer Hoheit Chanya Al'Mout'pekeret nach Ychet zu begeben hat um dort seinen Eid auf Unsere Krone zu erneuern und getreulich Bericht zu erstatten, was sich auf jenem Treffen des mer'imener Adels zugetragen hat, von dem Uns berichtet ward.
Wir sind trotz Unseres Zornes der Milde Unseres Glaubens verpflichtet, und so wollen Wir keinen Bittsteller, sei es der Hátya oder der geringste Bürger des Reiches, abweisen.
PIIIS.
(PST)
Sitzt der Administrator der DIA bald im Schuldturm?
Schon lange kursierten Gerüchte, daß die Geschichten vom großen Familienschatz der Sekemat mehr oder minder erlogen wären, doch nun nach gescheiterten Expeditionen in den Urwald und der tiefen Zerstrittenheit der Familie scheint der Punkt erreicht an dem auch die Gläubiger nicht länger auf einen baldigen Aufschwung bauen. Der Stern der Sekemat scheint sich vielmehr als kurzlebige Sternschnuppe zu erweisen, die bald schon wieder hinter dem Horizont verblassen könnte. Der Administrator machte zu den Gerüchten keine Aussage. Meriban Sekemat, die noch mit dem Administrator verheiratet ist, bestätigte allerdings, daß die Sekemat Schulden hätten. Die Ansprüche der Gläubiger wären um einiges größer als der gesamt Besitz der Sekemat. Deshalb sagte die gebürtige Tulamidin, sehe sie sich auch gezwungen das Kahet zu verlassen. Sie verlässt das Kahet wohl auch, um ihr eigenes Vermögen vor den Pfändern zu retten. Die Kanzlei des Káhet bestätigte, daß man erwäge, sich von dem derzeitigen Administrator zu trennen. Man schloß aber nicht aus, nach einer Bereinigung der privaten Probleme seiner Exzellenz, über einen neuen
Posten nachzudenken.
(JEF)
Üble Verleumdungen gegen die Shepses-Familie
Der Adel des Reiches scheint von Paranoia besessen zu sein. Offensichtlich wird befürchtet das die bekannte Schreiberfamilie alle Geheimnisse des Reiches kennt. Es gelang uns ein Gespräch des Mehibs ibn Saîd mit weiteren Adligen mitzuhören. In diesem hetzt der Mehib: "... eigentlich müssten die Shepses-Wiesel die einflussreichste Familie des Reiches sein. All die Geheimnisse die sie bereits aufgeschrieben haben und deshalb kennen und dennoch sollen sie stets Neutral sein und noch nicht für ihren eigenen Vorteil gearbeitet haben?" Dies waren in etwa seine Worte. Werden nun die Shepses-Schreiber alle arbeitslos?
(JKR)
Neuerliche Drohbriefe der Iri-Maat
Es war lange still geworden um die Iri-Maat. Zu lange vielleicht? Glaubte das Reich schon von dieser Plage befreit zu sein, ohne jemals einen entscheidenden Schritt gegen die verbrecherische Organisation geleistet zu haben? Vor wenigen Tagen gingen zeitgleich Schreiben in der horaskaiserlichen Botschaft zu Khefu und in der fürstlichen Residenz zu Khefu ein. Es handelte sich dabei um Drohbriefe, gerichtet an seine wohlgeborene Excellence Adilron ay Oikaldike, horaskaiserlicher Botschafter in Kemi und ihre durchlauchte Excellence Akilja Algerin-de Cavazo, Repat Ni Sá'sekera. Beide wurden in den Pamphleten des Verrates am Reiche der Kemi bezichtigt und angedroht, die Iri-Maat würde sie des Lebens berauben wollen.
Von offizieller Stelle aus zeigte man sich hierauf besorgt und kündigte einmal mehr verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an. Derweil wurde aber auch Kritik am KKAB laut. Seine Durchlaucht, der Kanzler, hätte bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Erfolge gegen die Iri-Maat vorzuweisen und es versäumt, mittels entscheidender Schritte die Organisation und ihre Hintermänner zu entlarven und ihrer gerechten Strafe zuzuführen.
(MAT)
Die Kanzlei des Káhet Ni Kemi tut im Namen Ihrer Keminisutlichen Majestät kund und zu wissen, daß die Nisut des Káhet nach Beratung mit dem Cronrat folgendes befiehlt, bestimmt und verkündet:
- daß es niemals in Kemi ein "Recht der ersten Nacht" geben soll, da dieses den göttlichen Prinzipien spottet und diese beleidigt.
- daß fortan die Heilige Inquisition Befugnis hat, Vergehen gegen die Lehren und Geweihten der elf Boronskinder mit all ihrer Macht und Kompetenz zu verfolgen und zu ahnden.
- daß die Normen des CCC dahingehend erweitert werden sollen, daß festgeschrieben steht, daß im Heeresschild untergeordnete Personen übergeordnete Personen angemessene Gastung gewähren müssen, wie es der Rang des Besuchers oder der Besucherin sowie den Möglichkeiten des Gastgebers oder Gastgeberin zupaß kommt.
- daß kein Adeliger und keine Adelige des Reiches - außer vor der Nisut und jenen, die für sie untersuchen - Rechenschaft abzulegen hat für die finanziellen Aufwände der Regentschaftsausübung.
- daß fürderhin eine jede Provinz oberhalb der Tá'akîbs und Tá'akîbets eine Provinzkasse einzurichten hat, in die die direkt untergeordneten Entitäten regelmäßig einen vom jeweiligen Provinzregenten bestimmten Geldbetrag einzuzahlen oder aber Naturalien im Gegenwert der Forderung abzugeben haben. Die Verwaltung der Kasse obliegt den Provinzregenten, die zu gerechter und sinnvoller Besteuerung im Hinblick auf die Situation in der betreffenden Provinz angehalten werden, worüber Seine Excellenz, der Reichszehntprüfer zu wachen hat.
- daß es für den Abschluß von Verträgen zwischen zwei politischen Entitäten des Reiches keinerlei Zustimmungspflicht des übergeordneten Adels geben soll. Es wird weiter bestimmt, daß sämtliche abgeschlossene Verträge umgehend nach Abschluß als Abschrift mit Brief und Siegel an den zuständigen Vertreter des nächsthöheren Standes übersandt werden müssen, der oder die dann die Pflicht hat, diese Verträge zu prüfen und, falls nötig, gegen sie Einspruch zu erheben. Die Versäumnis dieser Pflicht - der Übersendungs- und Prüfungspflicht! - soll im CCC mit Strafe bedroht werden.
- daß die Einführung einer Devotionssteuer zur Bereitstellung von Mitteln zur Verehrung einzelner Hoachadelspersonen in scharfer Form abzulehnen ist, weil nämlich die Erhöhung lebender Personen den rabenkirchlichen Lehren von der Demut und der Eitelkeit allen menschlichen Seins widerspricht und somit Rabenlästerung wäre.
- daß die Erhebung einer Sondersteuer zum Zwecke des Erwerbs eines Hochzeitsgeschenkes für Ihre cronprinzesslichste Hoheit Ela XV. Setepen weder von Aktualität noch von Borongefälligkeit ist. So Ihre cronprinzesslichste Hoheit zu ehelichen gedenkt, soll diese Zeremonie die besten Tugenden der Rabenkirche im Schilde führen und abseits von Prunk und Verschwendung stehen.
- daß die Krone neubelehnten Adeligen ausreichende Kenntnisse in kem'scher Sprache, Geschichte und Tradition unterstellt und somit die Abhaltung von diesbezüglichen Prüfungen vor der Erhebung in den Adelsstand ablehnt. Wiewohl sei es den Provinzregenten und -regentinnen allerdings gestattet, besagte Prüfungen bei Adeligen zur Überprüfung ihrer Befähigung abzuhalten, wenn denn berechtigte Zweifel an der Kompetenz derselben auftreten. Ihre nisutliche Majestät bekräftigt ausdrücklich, daß selbige Kenntnisse oder das Bemühen, solche zu erlangen, Grundvoraussetzung für eine borongefällige und damit kem'sche Regentschaft sind.
- daß jeder und jede Adelige des Káhet die Lehren und Dogmen der Heiligen Boronskirche als Grundlagen seiner oder ihrer Regentschaft anerkennen und diesbezüglich das nötige Wissen aufweisen muß. Es kann dort keine Herrschaft geben, wo diese Prinzipien unbekannt, und so sei es Kompetenz der Heiligen Inquisition, die hierin Unwissenden zu ergründen, zu belehren und - wenn denn nötig - als ungeeignet für ihr Amt einzustufen.
- daß die Adeligen des Káhet ihre rechtsprechende Gewalt im Einklang mit den Normen des CCC wahrzunehmen haben. Das Crongericht wird angewiesen, hierzu Gerichtsinspektoren und Gerichtsinspektorinnen zu benennen, die die Qualität der Rechtsprechung der Lehnsherren und - herrinnen überprüfen. Des weiteren wird das Crongericht Vorschläge unterbreiten, wie mit für die Wahrnehmung der Gerichtsbarkeit ungeeigneten Adeligen zu verfahren ist.
- daß dem Hochadel ein sogenanntes "Branntweinmonopol" verweigert wird, um dadurch die wirtschaftliche Entwicklung des Káhet zu fördern.
- daß fortan von allen neubelehnten Adeligen folgende Eidesformel zu schwören ist: Im Namen Borons, des Götterfürsten, gelobe ich, [Name und Titel des Neubelehnten], Treue dem Káhet Ni Kemi, Ihrer Majestät, der Nisut, Rabentochter, und der Alleinseligmachenden Heiligen Boronstaatskirche. Ich schwöre bei Boron [und eventuell persönlicher Gottheit], meinem Lehnsherrn [Name und Titel des Lehnsherren] und dem Provinzherrn, [Name und Titel des Provinzherren], bedingungslos zu gehorchen und mit meiner ganzen Kraft und, wenn es dem Allmächtigen Raben gefällt, mit meinem Leben für Reich und Recht, Provinz und Lehen einzustehen. Denn siehe, ich habe erkannt: Dies ist das Heilige Land des Raben, behütet durch Seine nisutliche Tochter, das es zu verteidigen gilt mit meinem Seelenheil. Mein Sinnen und Trachten seien von nun an stets darauf gerichtet, Wohl und Gedeih des Reiches zu mehren, sein Gesetz zu achten und Schaden von ihm abzuwenden. Dies schwöre ich, so wahr mir der Heilige Rabe, Götterfürst, [und eventuell persönliche Gottheit] helfe.
- daß fürderhin Anhänger und Anhänger der Irrlehren keinerlei Lehensgewalt mehr über Provinzen oberhalb einer Tásah/et ausüben dürfen, da das Gottesreich der Kemi dem Götterfürsten lehnspflichtig ist und keiner dem Raben als sein Lehnsherr oder seine Lehnsdame treu sein kann, welche oder welcher Seine Natur nicht anerkennt. Eine Ausnahme bilden die bisher in Amt und Würden befindlichen Lehnsherren und -herrinnen, auf ihnen ruht trotz ihres Irrtums der Segen des Göttergottes.
- daß Irrlehrigen weiterhin tolerant und schützend begegnet werden soll, sofern diese nicht danach trachten, ihren Irrtum zu verbreiten.
- daß die Bezeichnung "Irrlehre" und "Irrgläubige" erhalten bleiben soll, da die derart bezeichneten Lehren und Personen im Irrtum sich befinden. Es ist jedoch untersagt, jene Bezeichnungen in beleidigender Form zu gebrauchen, denn dies widerspricht der Toleranz, die uns der Rabe lehrt.
- daß Ihre Majestät das Bündnis mit dem Horasischen Kaiserinnenreich in seiner derzeitigen Form bestätigt und die Soldatinnen und Soldaten der Kaiserin, die ihrer Einladung nach Kemi gefolgt sind, als Freunde und Freundinnen betrachtet.
- daß folgende Wegverbindungen des Káhets ab sofort die Bezeichnung Cronstraßen tragen und fürderhin aus den Provinzkassen auf drei Schritt Breite freizuhalten und trittsicher zu machen sind: die Küstenstraße von Jaldosh in Wachtelfels nach Fort Sesechem in Zenach, die Küstenstraße von Zirmo in Yleha nach Zyral in Káni Rechtu, die Nord-Süd-Verbindungen von Fort Sesechem nach Zirmo, von Djáset in Tayârret über Biazzan in Táheken nach Kolchis in Semjet, von Merkem in Terkum nach Badjalob in Mercha, die Mer'imen-Passage von Zyral in Káni Rechtu nach Ychet in Câbas sowie alle Wege, die zu militärischen Grenzbefestigungen führen. Auf den Inseln sind dies die Áaresy-Passage von Morek in Táni Morek bis Shilât in Tásebá sowie auf Cháset der Weg von Daijnan nach Uru.
- daß auch weiterhin die Beisitzerinnen und Beisitzer des Crongerichts von diesem alleine nach rechtlicher Kompetenz und nicht nach Adelsrang oder durch Wahlgremien besetzt werden sollen.
- daß die Diskussion über die Abschaffung und Verbeamtung des Kleinadels sowie die Reformierung der Konvente auf die folgende Cronratssitzung vertagt wird.
DIES VERFÜGT IHRE MAJESTÄT, DIE NISUT NI KEMI, PERI III. SETEPEN, RABENTOCHTER. NIEMAND WAGE ES, BEI DER ERFÜLLUNG DER ANORDNUNGEN IHRER MAJESTÄT ZU SÄUMEN, ZU ZAUDERN ODER ZU ZAGEN!
Lebenslange Einkerkerung im Bergwerk für Julia Capulet und Awe Thorfinnason!
Es war der erste Fall, dem sich die vom Cronjustitiar zu seiner Vertreterin ernannte Nesetet ni Ordoreum, Rhonda Set'chet'chá Mezkarai - widmete.
Angeklagt waren die beiden Lehrmeister der Dekata-Magierakademie zu Khefu, Julia Capulet und Awe Thorfinnason, die sich in schändlicher Weise über die bestehenden Lehensgesetze und die Regularien des Assoziationsvertrages mit Yleha hinwegsetzten und in die Autonomiegebiete der Catco eindrangen und damit eine Gefährdung für den Frieden mit den Waldmenschen Ylehas darstellten. Mit ihrer eigenmächtigen Tat verstießen die beiden Magister nicht nur gegen die Regularien des ylehisch-kem'schen Assoziationsvertrages, sondern auch gegen von Ihrer königlichen Majestät gestützten Anordnungen der Hekatet Ni Chentasu und der Hátyát Ni Yleha. Aufgrund der besonderen Schwere der Verbrechen bestand die Cronanwaltschaft unter Kerret Ni Naareb, Neset Ni Djunizes, auf einer besonders harten Strafe: Beide Magister sollten lebenslang im Bergwerke unter Tage für ihre Verbrechen büßen!
Resolut unterhielt ihre Hochwohlgeboren Ni Ordoreum die Verhandlung. Erschienen waren neben den beiden Angeklagten und deren Fürsprecher der Cronanwalt des Kahét Ni kemi, Kerret Ni Naareb, sowie als Zeugen Ihre Hoheit Chanya al'Mout'pekeret ni Chentasu, Exzellenz Dom Aramis Conssarrio, seines Zeichens Hofmagus der Hekatet sowie Ihre Erlaucht Hátyát Annabel Chanûr'h Ni Yleha. Rasch und zügig vernahm die Nesetet sowohl die Angeklagten, als auch die Zeugen, ließ die Cronanwaltschaft und die Verteidigung ihrerseits relevante Fragen stellen und duldete keinerlei Unruhen im Saal.
Im Plädoyer wich Cronanwalt Ni Naareb keinen Fingerbreit von seinem bisherigen Strafmaß ab und plädierte auf lebenslange Minenarbeit aufgrund der besonderen Härte der verbrechen die für die Provinz Yleha auch deutlich schlimmere Konsquenzen hätte haben können. Eine Verstimmung der Catco würde die bisherige Ruhe zerstören und die beiden Magister hätten diese Konsquenzen dann zu verantworten gehabt: Krieg in dieser zerrütteten Provinz!
Die Verteidigung unternahm einen kläglichen Versuch, die Angeklagten zu retten und bat die Nesetet die besondere Dringlichkeit der durch die Angeklagten durchzuführenden Untersuchungen zu berücksichtigen. Ein vorheriges Einholen der benötigten Dispense hätten einen eklatanten Zeitverlust bedeutet.
Überraschend war das Urteil nicht:
"In nomine iudici, verkünde ich folgendes Urteil: Professora Julia Capulet und Professor Awe Thorfinnason,beide Lehrkörper der Dekata werden wegen vorsätzlichen Entgegenhandelns gegen eine Anordnung einer Herrschaft die geeignet war, eine Gefahr abzuwenden (strafbar gem. § 7a Absatz 2, Art.4 , Teil 2 Ius Criminalis; Art.2 Absatz 1 Teil 1 Ius Criminalis in Verbindung mit dem Prolog über die Heeresschilde) und zudem wegen Betreten der Autonomiegebiete der Catcos (strafbar gem. Art.2a, 2b, 2e Assoziationsvertrag zwischen Kemi und Yleha) zu einer Einkerkerung auf Lebenszeit mit Arbeitsdienst im Bergwerke verurteilt!" Die Nesetet setzte sich wieder.
Die Urteilsverkündung hatte die beiden Magier hart getroffen, das sah man ihnen an. Doch die Gründe für dieses Strafmaß waren ersichtlich. "Eine Anordnung von Adligen, die dazu dient, eine Gefahr für Provinz und Reich abzuwenden, ist bindend - auch für Lehrmeister der Magie." Erklärte die Vorsitzende Mezkarai. "Selbst dringende arkane oder wissenschaftliche Untersuchungen haben den Anordnungen der Hekatet und der Hátyát keinen Vorrang, im Gegenteil. Und da die möglichen Konsquenzen für die Táhátyát Yleha von großer Brisanz gewesen wären, ausgelöst durch übereifrige Magister, kommt das Gericht nicht umhin, dem Antrag der Cronanwaltschaft zu entsprechen."
Damit war das Urteil über die beiden Magier gesprochen!
Sallas R'yall, Korrespondent der RS aktuell
(NME)
Bekanntmachung:
Nisutlich kem'sche Gardemilizkommandantur
Gardemilizmarschall Abdul ibn Meheb
Gegeben zu Djáset
Zu Händen aller Adeligen und Gardemilizoffiziere des Tánesetet Odoreum
Zu Verkünden auf allen öffentlichen Plätzen ab dem 1. Praioslauf des Freien Monats Tsa des Jahres 29. S.G. eine Woche lang jeden Abend.
Anordung des Gardemilizmarschalls:
Betreffende Regionen: Tásenetet Odoreum
Zweck: Allgemeine Miliz- und Gardeübung
Zeitpunkt: 8/9. Praioslauf des Freien Monats Tsa
In meiner Funktion als Befehlshaber aller Garden und Milizen wird hiermit eine allgemeine Übung aller Gardemilizen und Stadtgarden im gesammten Tásenetet Odoreum angeordnet, die am 8. und 9. Tsa stattfinden wird.
Zweck dieser Übung wird es sein, die allgemeinen, die Dschungelkampf- und die logistischen Fähigkeiten der Milizen und Garden zu erproben und zu verbessern. Zu diesem Zwecke werden die Milizen zwei Tage lang unter dem Kommando ihrer Offiziere das errichten befestigter Stellungen, den Dschungelkampf und den normalen Formationskampf üben, während die Garden die Verteidigung von Befestigungen und strategisch wichtigen Plätzen üben werden.
Auf auftretende Belästigungen kann im Sinne von Kehét und Nisut keine Rücksicht genommen worden. Die befehlshabenden Offiziere sind aufgerufen darauf zu achten das diese nicht im Übermaße entsteht.
Für auftretende Beschädigungen im Zuge der Übung werden die verursachenden Subjekte und deren Offiziere zur Rechenschaft gezogen werden, sämtliche Beschädigungen in Zuge der Übung sind dem Gardemilizkommando zu melden.
Zeichen und Siegel,
Abdul ibn Meheb
Gardemilizmarschall, Akîb ni Táyârret
(CAG)