Neuigkeiten aus der Provinz Djunizes
Wirtschaftliche Neuordnung in Djunizes geplant
Emsiger Neset ni Náareb kündigt weitreichende Umstrukturierungen an
Nach jüngsten Verlautbarungen aus Richtung des neuen Nesets ni Djunizes soll nun, nachdem wieder alle Lehen in Djunizes besetzt wurden, auch eine wirtschaftliche Neuordnung des Landes stattfinden. So soll zunächst eine Warenschau anberaumt werden, auf welcher die unterschiedlichen Produkte Djunizes' zu sehen sein werden (ob öffentlich oder nicht liegt noch nicht vor). Zudem soll verstärkt auf den innerprovinziellen Handel hingewirkt werden, um so eine weitere Stärkung der wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten zu schaffen.
Insbesondere sollen so kostenaufwendige Projekte wie der Strassenausbau zwischen Yryet und Heryet gefördert werden, ebenso Projekte für das weitere gedeihliche Zusammenleben aller Volksgruppen in Djunizes. So sollen inbesondere die maraskanischen und echsischen Kemis noch stärker auch in das wirtschaftliche Leben Djunizes' integriert werden.
Der Neset erklärte hierzu: "Wir werden nun federführend die Wirtschaft Djunizes' neu ordnen, damit gebotene Projekte nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden muessen. Durch die stärkere Beteiligung der maraskanischen und echsischen Kemis am Wirtschaftsleben, durch die Neuordnung und durch Verbesserungen der Infrastruktur, werden der Grafschaft wohl neue Mittel zufliessen, welche sich dann hervorragend re-investieren lassen!"
Wen're H'anch
(BCP)
Me'káth im Rampenlicht
Beobachter sehen z.Zt. in Djunizes eine sehr interessante Konstellation. Durch die Einsetzung des
Akîb Kemet'amûn Me'káth scheint mehr Leben in die altehrwürdige Provinz gekommen zu sein. So munkelt man, daß er der Initiator der bevorstehenden, besonderen Einigung der Adeligen in der Grafschaft ist.
Das Weglassen seines Familiennamens in der "Rabenschwinge" habe bei ihm ein Lächeln ausgelöst und
sei mit den Worten "Die, die es angeht, wissen, von wem es kommt" kommentiert worden.
Auch seine Ernennung zum Vize-Cronanwalt, meinen Beobachter, deute auf eine offensivere Politik hin, als die Me'káth sie innert der letzten Dekaden gepflegt hätten. Wie sich dieses Streben mit dem Herrschaftsanspruch der Ni Náareb, die ja den Neset stellen, verträgt, wird die Zukunft zeigen.
(ESA)
Neuordnung in Djunizes fast abgeschlossen!
Neset in cronanwaltlicher Tätigkeit nach Yleha aufgebrochen
Nach der nunmehr fast vollendeten Neuordnung der Provinz Djunizes, wo sämtliche Ländereien an neue, tatkräftige Adlige vergeben wurden, brechen neue Zeiten für die altehrwürdige Provinz an.
Bereits in den nächsten Monden soll mit dem Ausbau bzw. der Instandsetzung der Hauptverkehrswege der Provinz begonnen werden, zudem vielfältige Neuordnungen wirtschaftlicher Strukturen vorgenommen werden. Unter der Führung des neuen Nesets und der Unterstützung durch die altgedienten Akîbs ni Sakém und Zenach soll Djunizes zu neuer Blüte geführt werden.
Neset Kerret ni Náareb wird diese Vorhaben in den nächsten Monden in Angriff nehmen, wie Seine Hochwohlgeboren unserem Blatt mitteilte.
Zunächst allerdings reist der neubestellte Cronanwalt des Kahét ni Kemi allerdings in seiner neuen Tätigkeit gen Yleha, um dort Nachforschungen zu betreiben. Näheres gab Seine Hochwohlgeboren, unter Hinweis auf die Wichtigkeit des Prozesses nicht bekannt.
Wen're H'Anch
(BCP)
Nebliges Unterfangen
Kurz nach der sechsten Stunde am Windstag kam es nahe Hôt-Alem zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Dabei wurden mehrere Mitglieder der in Tareb-Hafen ansässigen Flößergilde und ein Magus leicht verletzt. Es zeigte sich aber auch, daß die Blockade der vom Mittelreich zu unrecht anektierten Stadt lückenlos ist.
Ein eigenartiger Nebel war den Tirob hinabgewandert und verhinderte das Befahren des Flusses. Trotzdieser Hindernisse versuchte der Magier H.M. auf dem schnellsten Wege Ser-Sri-Nagar zu erreichen. Eigenen Angaben zu folge wollte er sein Schiff nach Khefu noch rechtzeitig erreichen. Indem er einen größeren Betrag bot ließen sich fünfs Flößer zu diesem waghalsigen Unterfangen überreden.
Doch schon nach kurzer Fahrt verlor man die Orientierung, denn das Ufer war von der Mitte des Flusses aus nicht mehr auszumachen. Die Männer wollten schon anlegen, aber eine weitere Zuwendung des Magus veranlaßte sie weiterzufahren.
Nach gut zwei Zeithänden Fahrt erreichte das Boot die Brücke von Dreiwegen. Hier wurde das Gefährt ausgemacht und zum Anlegen aufgefordert. Wiederrum drängte Magister H.M. zur Weiterfahrt. Mittlerweile hatte sich sein Angebot schon zu einem kleinen Vermögen gesteigert. Da sich das Floß nicht an die Aufforderung hielt, wurde die neue Sperre an der Brücke gehoben. Das schwere Tau stoppte das Gefährt aprupt ab und beförderte die Insassen unfreiwillig in den Fluß. Dabei kam es zu leichteren Prellungen und Schürfungen. Ein größerer Schaden konnte durch die schnelle Bergung der Personen verhindert werden. An dieser Stelle ist der Tirob für seine großen Piranhabestände berüchtigt.
Bis zu dieser Stunde befinden sich der Magier H.M. und die fünf Flößer im Gewahrsam der Schwarzen Armee. Eine Anfrage über den Grund des langen Gewahrsams wurde nicht beantwortet.
(SQU)
Bierfest in Alema
Alemas Hetmann lud dieser Tage, wie schon die Götterläufe davor, alles was Rang und Namen hatte zum Bierfest in Alema ein. Wie üblich ließ sich auch Akîbet Mentia Ui Paratras diesen Spaß nicht nehmen. In ihrem Gefolge befanden sich Sah Rondrian Prettstock, Magister Filenfin und Sah Weitseher. Der verwunderte Leser sollte sich hier jedoch kein thorwalsches Besäufnis vorstellen, sondern eher ein den Zwölfen gefälliges Gelage.
Die Einladungen wurden im Vorfeld kostenfrei durch die Sákemer Boten in Lande verteilt. Es konnten daher mehr Personen eingeladen werden. Damit nun der gute Hetmann nicht in arge, finanzielle Engpässe gerate, unterstützte Ihre Hochgeboren Paratras die Festlichkeit mit zwölf Suvar. Sie meinte dazu: "Das Fest möge die Zwölfe erfreuen und etwas Abwechslung kann uns nicht schaden."
Die Feierlichkeit verlief fröhlich und überraschend friedlich. Einer der Anwesenden, seinen Namen wollte er uns nicht nennen, meinte später: "Auch der lieblichen Göttin wurde am Rande häufig geopfert." Wie weit dies der Tatsache entspricht konnten wir nicht erfahren. Ihre Hochgeboren schien sich jedoch prächtig zu amüsieren.
(SQU)
Taufe zu Tareb/Tareb-Hafen
Ein freudiges Ereignis ist zu verkünden. Dem Paar Prettstock zu Tareb/Tareb-Hafen wurde vor gut fünf Praiosläufen ein Töchterchen geboren. Nun wurde es feierlich durch eine weihevolle Taufe in Dreiwegen in den Schoß der zwölfgöttlichen Kirchen aufgenommen. Die Taufe übernahm der Geweihte Boronsfeld. Unter den Prominenten der Tá'akîbet Sákem gläntzte keiner durch Abwesenheit. Auch Ihre Hochgeboren Mentia Ui Paratras kam als Patin dieses neuen Derebürgers.
Davor hatte das Paar sich für den Namen T'anescha entschieden, in Garethi würde man diesen Namen mit "Tsalieb" übersetzen. Wir wünschen T'anescha eine glückliche Zukunft, den Segen der Zwölf und viel Glück.
(SQU)
Schöne Verwandtschaft
Merkwürdige Gerüchte aus dem Umfeld des nesetlichen Paares zu Djerres und Djunizes drangen an das Ohr unserer Redaktion. Demnach weilt momentan eine entfernte Verwandte der Nesetet Algerin-de Cavazo aus dem Horasreich bei jener am Hofe von Djunizes. Dabei soll es sich um die Cavalliera Carima Justosiana von Selzin-Algerin handeln, die in ihrer Heimat des ausschweifensten Lebensstils wegen schon massiv Probleme bekam. So stellte dieser auch angeblich ihr Ende in der K. und K. Vinsalt Armee dar. Lediglich hohe Geldsummen aus den Reihen der Familie sollen es ihr ermöglicht haben, dafür eine diplomatische Karriere anzusteuern, die sie justament zum Ziele einer Weiterbildung zum Botschafter ay Oikaldike gen Khefu führte, eine Gelegenheit die sie gleich zum Familienbesuch in Dreiwegen ausnutzte. Was dort genau vorfiel bleibt uns unverraten, wir konnten jedoch in Erfahrung bringen, daß sowohl der Cancellarius als auch seine Gemahlin nur wenige Tage nach dem Eintreffen der Cavalliera von dort aufbrachen um in dringender KKAB-Mission zu operieren, zum angeblichen Leidwesen des horasischen Botschafters, zu dem die Diplomatin zugleich zurückkehrte. Augenzeugen wollen ernsthaft bezeugen, die Dame sowohl im Yah zu Khefu als auch im Blauen Bummler gesehen zu haben, wo sie in beiderlei Lokalitäten Hausverbot erhielt. Bei Nachfrage in den Etablissements konnte uns auch der Grund genannt werden: Die Dame habe im Rauschzustand mehrere Gäste hartnäckig belästigt, Bedienstete geohrfeigt, da sie nicht schnell genug neuen Bosparanjer auftafelten und Sachbeschädigung begangen. Zum Beispiel habe sie kurzerhand mit dem Florett ein Bild an der Wand des Blauen Bummlers aufgeschlitzt, es habe ihr angeblich missfallen. Zu einer Anzeige sei es aber aus politischen Gründen nicht gekommen, da sich sowohl der Botschafter ay Oikaldike als auch die Nesetet Ni Djerres-Djunizes für das unflätige Verhalten der Landsfrau bzw. Verwandten entschuldigten und mit einer großzügigen Schenkung den Schaden beglichen.
(MAT)
Tod eines Handelsherren
Der junge Akîb Arcis Weitseher ni Tâyab saß an seinem Platz. Seit er in den Stand eines Akîbs, vergleichbar mit dem eines mittelreichischen Barons, erhoben worden war, schien er immer mehr in Arbeit zu versinken. Jeder Abend war angefüllt mit langen Listen und Berichten. Auch wollten immer mehr Gemeine seinen Rat oder seinen Schiedsspruch erhalten. Daher war es nicht verwunderlich, daß der Mann, der einmal ein einfacher Bogenschütze von niederem Adel gewesen war, von Tag zu Tag mehr mit seinem Schicksal zu hadern schien. War er denn Akîb geworden, um nur noch mit der Bürokratie zu kämpfen? Zwar sehnte er sich nicht nach den "guten, alten" Zeiten zurück, denn damals hatte er zu oft bei widrigem Wetter auf der Straße leben müssen, doch vermißte er die Abwechslungen jener Zeit.
Während er so im Gedanken versunken war, fiel ihm ein Schreiben eines seiner Spitzel auf. Es war kurz gehalten und unsauber geschrieben. In jenem schien der Name Paval Orkhartinger mehrfach aufzutauchen. Jener Mann war ein Handelsherr in Yryet, der ihm schon so manchen Ärger verschafft hatte. Nicht nur, daß er ihm offen seinen Gehorsam verweigert hatte, viel mehr hatte er sich sogar laut für einen anderen Kandidaten als Akîb ausgesprochen. Wäre es nicht des Nesets Entscheidung gewesen, so hätte ihm Paval Orkhartingers Einfluß entscheidend schaden können. Doch wäre ihm das egal gewesen, hätte nicht jener besagte Handelsherr es auch weiterhin darauf abgesehen gehabt, ihm zu schaden. Aus diesem Grund hatte er sich dann auch unwillig daran gemacht, eine Verteidigung zu organisieren. Nun, nach einigen Monden, war Orkhartinger kaum mehr als ein Ärgernis. Jedoch, wie schon die Weisen sagten, "Beobachte deine Feinde mit Bedacht, dann kannst du des Nachts auch ruhig schlafen." Diesen Spruch beherzigend ließ er den Handelsherren weiterhin bespitzeln. Ein Ergebnis einer eben solchen Aktion war das vor ihm liegende Dokument. Darin hieß es, daß sich besagte "Persona" mit einer in einen weiten Umhang gekleideten Gestalt getroffen hätte. Leider sei man bei diesem Treffen nicht in der Lage gewesen die beiden zu belauschen. Denn eine ungewöhnliche Stille hätte sich an diesem Ort ausgebreitet gehabt. Nach dem Treffen seien beide wieder getrennten Wegen gefolgt. Zwar habe man versucht, der oder dem Unbekannten zu folgen, habe sie oder ihn aber in einer Seitengasse aus den Augen verloren. Paval Orkhartinger hingegen ging danach geradewegs nach hause. Weiter unten im Text waren Mutmaßungen angehängt, um was es sich bei dem Treffen gehandelt haben könnte, doch waren sie dem Akîb schon viel zu gut bekannt. Er wußte schon seit längerem von den dunklen Machenschaften Orkhartingers, konnte sie ihm aber nicht nachweisen. Wie zum Beispiel die Entdeckung einer Ladung Rauschkraut letzten Windstag. Ein schwerer Schlag für den Handelsherren, so vermutete er jedenfalls.
Seufzend richtet sich der junge Adlige wieder auf, da beim Studium des Berichts immer mehr nach vorne gesunken war. Mit sanft kreisender Bewegung versuchte er seine Schultern wieder zu entspannen. Er spürte ganz instinktiv, daß es mit diesem Treffen mehr auf sich hatte. Die Lösung schien vor ihm zu liegen, doch er konnte sie einfach nicht fassen. Mit einem leisen Brummen betrachtete er gedankenverloren eine der Kerzen auf seinem Schreibtisch. Sie flackerte lebhaft im abendlichen Lufthauch. Ihm gegenüber an einer der Wände stand ein alter Silberspiegel von einer seiner Vorgängerinnen. Er ließ das teuere Stück regelmäßig polieren, fand aber nie so richtig Gefallen an ihm. Jetzt fiel ihm am Spiegelbild etwas auf. Ganz im Gegensatz zu den meisten Einwohnern Tâyabs war er noch zu sehr Mittelreicher und konnte sich nicht daran gewöhnen mit offenen Läden ins Bett zu gehen. Auch wenn sie im geschlossenen Zustand die Schwüle noch verschlimmerten, so hatte er einfach bei geschlossenem Fenster ein besseres Gefühl. Nun war es Nacht, und er erinnerte sich, daß er das Fenster geschlossen hatte, doch jetzt stand es einen winzigen Spalt auf. In diesem Spalt war etwas gleich einem nachtschwarzer Schatten zu sehen.
Reflexartig ließ er sich zur Seite fallen. Keinen Augenblick zu früh, denn er hörte ein leises Husten und das darauffolgende Sirren eines Pfeiles. Noch im Fallen griff er unter seinen Schreibtisch. Dort befand sich eine unscheinbare Armbrust. Sie war in zwergischer Fertigung hergestellt und die Zwerge des Sturmfels waren für ihre Kunstfertigkeit berühmt. Auf lange Distanz wäre dieses kleine Meisterwerk kaum eine Gefahr gewesen, doch in den beengten Verhältnissen seines Arbeitszimmers war sie tödlich. So ergriff er sie noch im Fallen. Kaum hatte er seine Waffe gegriffen, wurde das Fenster aufgestoßen und zwei Gestalten drangen in sein Zimmer ein. Überraschend schnell griffen sie zu ihren Dolchen, die mattschwarz an ihren Gürteln hingen.
Doch der Akîb war in der Kunst des Kriegshandwerks erfahren. Ohne zu zögern zielte und schoß er in einer Bewegung auf einen der beiden Gegner. Mit einem satten Schmatzen traf der Bolzen direkt über dem Herzen sein Ziel. Ein letztes, gurgelndes Geräusch erklang, als der Attentäter tot zusammenbrach. Dieser Vorgang schien dessen Partner sehr verwundert zu haben, denn er zögerte ein paar Augenblicke. Zu lang wie sich später herausstellte. Der Adlige richtete sich in kampfbereiter Haltung auf. Ein langer Dolch, wie ihn die Waldleute im Norden verwendeten, schimmerte in seiner Rechten. Aus reiner Gewohnheit hatte er dieses gute Stück fortwährend bei sich. Es hatte ihm schon so manchen Dienst geleistet.
Stumm lauernd stand sich beide gegenüber. Arcis Weitseher, so hieß der Akîb, ließ ein kurzes Lächeln aufblitzen. Da war sie nun, seine Abwechslung.
Auf der Treppe war das Poltern von schweren Stiefeln zu hören. In diesem Augenblick schoß der Dolch des Attentäters vor. Aber Arcis hatte schon darauf gewartet und dreht sich behende zur Seite. Noch in der selben Bewegung packte er den Arm des Attentäters. Mit sanften Druck zog er an ihm. Dies brachte seinen Gegner aus dem Stand und ließ ihn stolpern. Dabei fiel jenem die Waffe aus der Hand. Bäuchlings ging der Schurke zu Boden. Mit einem leisen "uff" traf er auf. Er krümmte sich noch einmal und lag dann still.
Gleichzeitig flog die Türe auf und zwei mit Nachthemd bekleidete Angehörige der "Sákemer Boten" stolperten in das Zimmer. Erschreckt blieben sie stehen. Das Bild, welches sich ihnen bot, war geradezu bizarr. Vor ihnen stand der junge Akîb Ni Tâyab und zu seinen Füßen lagen zwei reglose Gestalten. Unter einer davon breite sich rasch ein Blutfleck aus.
Vorsichtig drehte Arcis seinen letzten Gegner mit einem Fuß um. Trübe Augen starrten ihm entgegen. Der Mund war zu einem stillen Schmerzenslaut verzogen. Direkt unter dem Brustbein steckte der Dolch seines Partners. Lautlos formte sein Mund Worte. Arcis kniete sich nieder. Mit beiden Händen packte er den vor ihm liegenden Mann und schüttelte ihn unsanft. Darauf schien er wieder etwas zu Bewußtsein zu kommen.
Arcis Weitseher, Akîb Ni Tâyab, stellte nur eine Frage, "Wer hat dich geschickt?"
Sein Blick bohrte sich in die Augen des Mannes. Blut hustend krümmte sich der Sterbende zusammen. Seine Finger packten Arcis und zogen ihn etwas zu sich herab. Unwillkürlich traten die beiden Boten näher, doch der Akîb gab ihnen Zeichen stehen zu bleiben. Leise, aber mit deutlicher Stimme, sprach der Mann, Paval Orkhartinger war es, er hatte die Gilde beauftragt ..." Er hustet noch einmal Blut und seine Augen wurden glasig. Darauf schüttelte Arcis den Mann noch einmal, doch diesmal kam er nicht mehr zu sich. Ein letztes Mal bäumte sich der Verletzte auf und hauchte dann sein Leben aus. Müden Blickes ließ der Akîb die Leiche los.
Inzwischen kam weiteres Personal. Die "Sákemer Boten" traten näher und halfen Arcis auf. Sie hatten ein schlechtes Gewissen, da sie in gewisser Weise für den Schutz ihres Herren verantwortlich gewesen waren. Aber er lächelte sie schwach an und bedeutete ihnen, ihn wieder los zu lassen. Mit fester Stimme befahl der Akîb, daß man die Büttel holen solle, um seine Aussage aufzunehmen. Im weiteren Verlauf der Nacht wurden die beiden Leichen weggeschafft und die Aussagen des Akîb und seiner beiden "Sákemer Boten" aufgenommen.
Nicht nur für die beiden Attentäter endete die Nacht unerwartet, schrecklich, auch mußte noch ein anderer die Folgen seines Tuns tragen. Denn so schnell, wie man es von den Bütteln erwartete, war Paval Orkhartinger noch in seinem Bett arrestiert worden. Er beteuerte seine Unschuld und verlangte man solle ihn wieder frei lassen. Doch die Zeugenaussagen und ein bei den Toten gefundener Zettel von seiner Hand verfaßt, belasteten ihn zu schwer.
Die Ereignisse der Nacht sprachen sich im kleinen Städtchen schnell herum. So war es nicht verwunderlich, daß sich bald eine kleine Menge vor dem Haus der Büttel versammelt hatte. Laut verlangten sie den Tod des "alten Geizhalses", denn viele hatten schon unter seinen Machenschaften Hab und Gut verloren.
Einige Tage gingen ins Land und das Gericht wurde einberufen. Da kein Saal in ganz Táyab die versammelte Menge hätte fassen können, wurde die Verhandlung kurzer Hand im Freien abgehalten. Orkhartinger war dabei überraschend geständig. In vorherigen Befragungen hatte er schon alles gestanden und auch auf Komplizen verwiesen, diese jedoch noch nicht näher benannt. Nun stand er vor seinem Richter, dem selben Mann, den er hatte umbringen lassen wollen. Mit einer übertriebenen Sündermiene sprach er von seinem Tun und wollte gerade von seinen Komplizen berichten, als ein leises Surren erklang. Mit einem schmatzenden Geräusch traf etwas auf und schleuderte den Beklagten gegen das hölzerne Geländer seines Podestes. Der Schuß war gut gezielt. Daher bäumte Orkhartinger nur ein letztes Mal auf und blieb reglos über das Geländer gebeugt liegen.
Trotz umfangreicher Suchaktionen war später der Schütze nicht zu finden. Auch konnte keiner der Anwesenden dienliche Hinweise liefern. In Anbetracht dieser Tatsache wurde die weitere Verhandlung abgebrochen. Doch war dies nicht das Ende. Posthum wurde Paval Orkhartinger des Hochverrates, des Mordversuchs, der Anstiftung zum Mord, Piraterie und einiger weiterer Verbrechen verurteilt, denn es fanden sich nach seinem Ableben viele, die bereitwillig über seine Untaten sprachen. Als Konsequenz wurde das ganze Vermögen des Verurteilten enteignet und dem Tá'akîbet zugesprochen.
(SQU)
Hochzeit in Sákem
Nun ist es bekannt und darf kund getan werden. Zu Sákem wird in zwei Götternamen der Erbe der Handelsfamilie Karilios aus Alema die liebreizende Tochter des Gastronomiebetreibers Festkessel aus Dreiwegen ehelichen. Dem zukünftigen Paare wollen wir im Namen des Raben alles Glück beschert wünschigen. Doch scheint dieser Zusammenschluss zweier großer Familien Sákems noch einen anderen Grund zu haben. Denn wie es scheinen mag geschieht dies aus rein wirtschaftlichem Interesse. Die Familie Karilios hält einen beträchtlichen Anteil an den Bier- und Weinlieferungen Sákems. Dazu würden nun noch die Gasthäuser "Wilderparder" in Tareb und "Bumbelberg" in Dreiwegen kommen. Jene sind bekannt für den guten Zuspruch in der Bevölkerung. Der daraus resultierende verbesserte Absatz der Karilios'schen Waren könnte dieser Familie eine Ausweitung ihrer Geschäfte erlauben. Dagegen scheint sich nun schon im Vorfeld eine starke Front aus Wirten und Brauern in Sákem zu formieren. Es wird gemunkelt, daß die Akîbet Paratras gebeten wurde schlichtend einzugreifen, bevor noch größere Unfriede dräuen mag.
(SQU)
Sákem führt Landgerichtsbarkeit ein!
Es sei von heute und so lange es den Göttern gefällig, verkündet und bekannt gemacht, daß dem Land und den Ortschaften ein Landgericht gegeben. Im Auftrag Ihrer Hochgeborenen Akîbet Ni Sákem Mentia Ui Paratras wird verfügt, daß, sofern das Vergehen nicht gegen Leib, Leben oder Ehre verstößt, jeder weltliche Fall dem Landgericht zu Bornis bekannt gemacht werden solle. Die durch die Gnade Ihrer Hochgeboren eingesetzten Richter werden sich um jene Fälle auf gerechte und hesindegefällige Art kümmern.
So soll Bornis auch die Kerkerhaft der Verurteilten übernehmen. Damit wird dem Dorf eine mondweise Zuwendung von 5 Suvar gewährt. Für jene die in das schweren und angesehene Amt des Richters berufen werden, wird vorausgesetzt, daß sie von redlichem Leumund sind. Des weiteren müssen Sie sich in den Kunden des Rechts und des Lesen und Schreibens als bewandert beweisen. Damit sich diese Person ihrem Amt auch mit ganzer Hingabe widmen, wird ihnen eine Zuwendung von 2 Suvar und freier Kost und Wohnen gewährt.
Da es durch göttlichem Willen dem Gemeinen nicht frei steht zu richten, wird jedes Urteil zur Bewilligung Ihrer Hochgeboren Akîbet Ni Sákem Mentia Ui Paratras vorgelegt.
Außerdem sei verfügt das jeden Mond die Richter im Lande reisen werden, um sich die Fälle derer anzuhören, die sich nicht dem Weg gen Bornis gewachsen sehen. Für eine unnötiges Verfahren wird die klagende Partei zu Rechenschaft gezogen werden.
gezeichnet zu Dreiwegen 27 SG durch
Akîbet Ni Sákem Mentia Ui Paratras
(SQU)
Eröffnung der "Grünen Gans"
Wohl mir, da ich non endtlich meinen Draum verwirklichen konnte. Es wardt nun nur wenig Tag, dat ich der Genemigung erhaltigd wurde fur den Bedriep eines Gasthuuses. Mir wardt unbandigde Freudt zuteile gewordigt. ...
Hier wollen wir einen mehr oder weniger kleinen Einschitt machen, da die von unseren guten Herrn Fleglsteg gewählte Ausdrucksweise für viele unverständlich scheinen mag. Daher haben wir, unsere Person ist Sah Rondrian Prettstock, entschieden dem armen Flegelsteg etwas unter die Arme zu greifen. Auch scheint das Bier, das wir genossen haben, etwas dazu beigetragen zu haben. Aus oben schon erwähnten Grunde haben wir daher die Geschichte der Eröffnung des Gasthauses zur "Grünen Schlange" in das Neu-Kemische übersetzt.
... Wohl mir, da ich nun endlich meinen Traum verwirklichen konnte. Es war nun nur wenige Tage her, daß ich die Genehmigung für den Betrieb eines Gasthauses erhielt. Mir war dadurch unbändige Freude zuteil geworden. Denn schon in meiner alten Heimat, der grünen Almada, war ich der Sohn, des Sohnes, des Sohnes eines Wirtes gewesen. Uns lag, so scheint es, diese Tätigkeit im Blut. Leider trieben mich einige widrige Umstände aus meiner Almada in das fast ebenso grüne Kemi (*Hier wurde ein mir selbst unverständlicher Ausdruck verwendet, also übertrug ich es meiner Meinung nach sinngemäß*) Trotz allem bin ich ein Ehrenmann, da ich ja sonst diese Genehmigung nicht erhalten hätte.
Nun hatte ich also dieses Schriftstück, daß, so muß ich anmerken, mir erst übersetzt werden mußte. Sogleich verwendete ich meine nur geringen finanziellen Mittel und kaufte das alte Merillehaus vor dem Städtchen Dreiwegen. Mit etwas Mühe und der Hilfe einiger Freunde konnte ich schon nach Ablauf dreier Götternamen die Eröffnung ankündigen. Welch Freude für meine alten, trüben Augen (*Meiner Meinung nach ist dies eine tulamidische Übertreibung seinerseits, da er gerade erst den einunddreißigsten Götterlauf gefeiert hat.*). Die vormals verfallene Vorderfront erstrahlte nun im hesindegefälligen Grün und Gelb, da ich keine Goldfarbe aufzutreiben vermochte. Kleine rote Tonschindeln bedeckten das Dach und hoben es damit aus der Masse der niedrigen Grasdächer der Umgebung hervor. Auch war der Haltepunkt an der Straße vor besagtem Schmuckstück kräftig gekiest worden.
Am Praioslauf vor dem großartigen Tag der Eröffnung, ließ ich noch einmal von meinem Gesinde die Böden auf hochglanz schrubben. Der Koch ließ seinen Gehilfen jeden Winkel und jeden Kessel auf blank polieren (* Ich muß zugeben, daß wirklich sämtliches Gerät bei der Feier geradezu glänzte, sogar das Gußeisen! *).
In der darauf folgenden Nacht fand ich dann doch keinen Schlaf und ging noch einmal meine Bestände und die Bestellungen durch. An der Theke angekommen vernahm ich ein leises Rascheln und Scheppern. Aufgeschreckt nahm den Nietenknüppel aus einer Nische an der Theke, denn man weiß ja nie, was man antrifft und ging in Richtung der Geräusche. Zu der Zeit hoffte ich nur, daß sich kein Ungeziefer eingeschlichen hatte. Es wäre nicht gerade appetitlich für einen Teil meiner Kundschaft, wenn eine Maus oder Ratte über das Essen huschen würde. Vor allem Ihr Hochgeboren ui Paratras und der Sah Prettstock sollten ein gutes Bild erhalten. So schlich ich nun auf Zehenspitzen gen Küche, denn dies schien die Richtung zu sein.
Schwungvoll stieß ich die Tür auf und hörte einen überraschten und schmerzerfüllten Aufschrei. Darauf folgte ein tiefes Brummen und Grummeln, als hätte ich einen Bornbären in meiner Küche. Im Halbdunkel konnte ich kaum etwas erkennen. Nebenbei roch ich den ranzigen Geruch einer Talglampe. Vor mir ragte ein wahrer Berg auf, vielleicht er schien es mir auch nur so, da ich mit dem Knüppel in der Hand in Deckung hinter einen großen Zuber gesprungen war. Die Gestalt drehte sich um und eine helle Schürze schimmerte schwach.
Ein Gedanke ging mir durch den Kopf und ohne daß ich etwas dagegen tun konnte, rief ich fragend, "Mirhamin bist du das?"
Ein zustimmendes Brummen kam aus der Richtung des "Ungetüms" und auf einmal klangen die Laute wieder freundlicher, "Tut mir leid, Herr. Aber was macht ihr so spät noch hier in der Küche?"
Ich stand auf und war sichtlich verlegen und doch auch etwas erregt. "Warum bist du denn noch wach?", fragte ich ohne seine Frage zu beantworten.
Verlegen betrachtete er mich und sagte dann, "Ich wollte nur noch einmal alles kontrollieren. Es soll doch alles einwandfrei sein. So wie ihr es wolltet und da ich dem Bengel nicht vertraue, habe ich selbst einmal alles kontrolliert."
Das Gespräch ging noch eine Weile weiter und eine kleinere Flasche Sakemer Traum wurde gelehrt. Ich wahr seltsam stolz darauf, daß mein Gesinde so hinter mir stand.
Der nächste Morgen, ich hatte doch nur ein klein wenig von diesem süßen Brandt getrunken, wachte ich mich niederhöllischen Kopfschmerzen auf. Nach einer Weile fand ich wieder den Punkt, an dem meine Kammer sich zu drehen aufhörte und konnte das endlich verlassen.
Nach dem Öffnen des Ladens flutete grelles Tageslicht den Raum und ließ mich erstarren. Es war nun gewiß drei Stunden nach Mittag und keiner hatte mich geweckt.
Wut überkam mich und stampfte im Nachtgewand und Hausschuhen die Treppe hinab. Unten empfing mich ein unvertrauter Anblick. In einer grün, schwarzen Ledermontur stand eine Frau und rief laut und energisch irgendwelche Anweisungen. Seltsamer Weise sprang mein Gesinde geradezu nach ihrer Pfeife herum. Sie mußte mich gehört haben und dreht sich um. Wie ein kalter Schauer überkam es mich und ich lief vor Scham rot an. Ein belustigtes Schmunzeln trat in ihr Gesicht, als sie sagte, "Mich hättest du nicht erwartet? Aber ich hab gesagt sie sollen dich schlafen lassen. Hoffentlich ist alles so wie du es selbst gewollt hättest."
Ich fand noch immer nicht meine Sprache wieder. Vor mir stand die Akîbet Ni Sakem und ich stand ihr im Nachtgewand gegenüber. Auf dem Fuß dreht ich um und hastete so schnell ich konnte in mein Zimmer. Dabei habe ich wahrscheinlich etwas die Etikette vergessen, daß wurde mir aber erst nachträglich klar. Unter großer Eile zog ich mich an und sprang geradezu die Treppe hinab. Nun war die Akîbet nicht zu sehen, aber das belustigte Grinsen im Gesicht der Anwesenden bewies mir, daß ich nicht geträumt hatte.
Zum zweiten Mal wurde ich überrascht, als mir jemand von hinten auf die Schulter schlug und mir zuraunte, "Sie ist in der Küche, Mann. Aber jetzt halt dich ein wenig zusammen."
Ich wirbelte geradezu um meine eigene Achse und schon stand vor mir ein schelmisch dreinblickender Sah Prettstock. Er nickte in Richtung Küche und zwinkerte mir zu.
Mit einem leicht mulmigen Gefühl, wie Ihre Hochgeboren auf meinen Anblick regieren würde ging ich in meine Küche. Dort fand ich Sie im Zweikampf mit meinem doch reichlich einfältigen Koch, denn wer hätte sonst gegen Ihre Hochgeboren so innig argumentiert. Wie es schien war sie nicht umzustimmen und so beugte er sich in seiner Küche ihrem Regiment. Wie als hätte sie damit genügend ausgedrückt und ohne daß ich nur einen Schimmer gehabt hätte warum es gegangen wäre, fragte sie mich, "Du stimmst mir doch zu?" Dabei zog sie ihre Stirn kraus. Ihr Anblick war gerade zu überwältigend. Man konnte fast vergessen, daß in ihr das Wesen eines Mannes steckte.
Ich war noch derart verwirrt, daß ich nur zustimmend stammeln konnte. Sie rauschte geradezu an mir vorbei wieder hinaus in den Schankraum. Diese Frau ist einfach nicht zu verstehen, schien das Achselzucken meines treuen Kochs auszudrücken, als sie durch die Tür gegangen war.
So oder ähnlich verliefen die folgenden Stunden. Mit der Zeit bekam ich heraus, daß unsere Akîbet anscheinend großen Interesse an einer baldigen Öffnung meines Etablissements hatte. Bitte mag der geneigte Leser entschuldigen, aber ich bin den neumodischen, liebfelder Wörtern nicht mächtig. Stunde um Stunde verging, während dessen ich mir keine Sorgen um Ihre Hochgeboren und Seine Wohlgeboren machen mußte. Sie schienen sich geradezu königlich zu amüsieren.
Nun endlich war es soweit und die Feier konnte beginnen. Für den Beginn hatte ich mir Mutter Tarasalander gebeten im Auftrag der gütigen Travia das Haus zu segnen. Danach sollte Diener des schwarzen Herren Boronsfeld einen Segen für meine Gäste, mich und mein Gesinde sprechen. Außerdem waren noch diverse Vertreter anderer Glaubensrichtungen anwesend. Sogar ein Diener des Phex schien anwesend zu sein, denn am nächsten Tage hatten sich ein paar Leute über das Fehlen ihres Geldsäckels beklagt.
Im Folgenden wurden mir von Mutter Tarasalander Brot und Salz übergeben, als Zeichen für mein erhofftes Glück. Danach kamen zwei meiner Schankmägde und füllten die Becher der Gäste. Unter "Wohl"-Rufen setzten alle gleichzeitig an und tranken den Inhalt in einem Schluck. Mir kam dabei sogleich die Tränen, denn der Trank brannte wie Feuer in meiner Kehle. Nachdem sich die Tränenschleier etwas verzogen hatten, blickte ich mich etwas um und sah, daß es nicht nur mir so ergangen war. Auch Ihre Hochgeboren wischte sich verstohlen einige Tränen aus den Augenwinkeln. Nur Sah Prettstock schien den Schluck genossen zu haben. Er grinste schelmisch. (* Ich muß in diesem Zusammenhang alle vorschnellen Beschuldigungen zurück weisen, die mich dieser Tat bezichtigen. *)
Und schelmenhaft ging es weiter. Unter den Gästen erklang eine leise gesummte Melodie und schon hatte Herr Luritigue aus dem fernen Vinsalt sein Beinkleid verloren. Der arme Mann stand mit hochrotem Kopf in der Menge und schien wie gelähmt zu sein. Derweil ging es mir nicht besser. Ich wußte nicht, ob ich gerade mit meinem Schicksal hadern sollte, oder eher laut lachen. Schnell entschied ich mich aber für eine weitere Alternative. Fluchs nahm ich meinen Umhang ab und reichte ihn Herrn Luritigue, da seine Hose einfach nicht oben bleiben wollte. Meine Gäste hatten sich schon von ihrer Verwunderung erholt und nun begann ein heiteres Scherzen. Nun hätte ich vermutet, daß es der letzte Sargnagel zu meinem frühen Grab werden würde, aber ich hatte nicht mit dem schrägen Vinsalter Humor gerechnet. Herr Luritigue war nicht nur nicht verärgert, sondern er lachte mit den anderen. Alles schien mir wie von Sinnen oder aus einer anderen Welt zu stammen. Kurz und gut ich verstand die Welt nicht mehr.
Dieses Bubenstück war beileibe, wie schon vorher erwähnt nicht das einzige, daß auf dieser Feier gespielt wurde. Auch Ihre Hochgeboren blieb dabei nicht verschont. Auch sie nahm was wie schon zu vor der Vinsallter Herr mit Humor. So verging der Abend in freudiger Feierlichkeit und mit einem erneuten, unheimlichen Kater meinerseits.
Am nächsten Morgen erwachte ich überraschend früh und spürte auch schon besagten Kater in meinem Kopfe hämmern. Neben meinem Bett war ein Schelmenstab gelegt und eine Nachricht. In jener Nachricht stand, "Macht nur weiter so "edler Herr" und dem kleinen Volke zum Gefallen. Dann wird's Euch wohl ergehen. Gezeichnet Ein Schelm"...
gezeichnet Travian Fleglsteg
Der Bericht verliert sich nun in einigen Nebensächlichkeiten, die zum Teil nur schwer im Kemischen wiederzugeben sind. Außerdem habe ich mir die Freiheit genommen einige Passagen des "Werkes" zu verkürzen. Gerade die peinlicheren Szenen wurden zum Schutze der Betroffenen gestrichen. Nur jene Szene bei, der Herr Luritigue das hilflose Opfer war, konnte ich doch nicht mehr entfernen. Da bei uns nun das Wort "die vinsalter Bux verlieren" für eine geradezu schelmische Freude steht.
gezeichnet Rondrian Prettstock
(SQU)
Die Scribatur für Staat und Wohlfahrt in Zenach gibt bekannt
Die Schlußbilanz des letzten Quartales hat einen Fundus baren Goldes ergehen, kraft dessen die Taàkîb Zenach bereit ist, Vorhaben commercieller oder baulicher Natur in Zenach zu fördern. Insbesondere der wirtschaftliche Aufschwung der letzten Jahre erlauben eine üppige Subvention derlei Projekte, die nunmehr per Ausschreibung nach Zenach geladen werden.
Namentlich stellt zum III. Quartalsabschluß des laufenden Jahres die SSWZ
95 Suvare
zur Verfügung, welche direct an die Bewerber ausgezahlt werden. Mit der Auszahlung verbunden ist lediglich die Auflage, daß dieses Geld in Zenach investiert werden soll. Die SSWZ betont die Attraktivität dieser prosperierenden Baronie, welche über eine Küstenstraße sowie einen Hafen zu Menev verfügt. Zenach ist vergleichsweise spärlich mit Urwald bewachsen, nämlich ein lediglich ein Viertel des Gebietes ausmachender Waldstreifen, jenseits dessen sowohl eilige Reise zu Lande (Staubeben - Passage) als auch Flußschiffahrt via zweier Ströme möglich ist. Die Paßstraßen über die Silberberge nach Yleha befinden sich (in Kooperation mit der dortigen Regentschaft) im Ausbau.Die Scribatur ruft alle commerciellen Freunde des Landes zu sich, um reichhaltige und bereitwillig zu subventionieren, was beider seiten Profit in unmittelbarer und folgender Zukunft fördern wird. Kontorsgründungen von Handelshäusern erhalten zusätzliche Baugrundoptionen.
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daß über den Subventionsrahmen hinaus die Baronie ihre Landwirtschaft erweitert und hierbei wohlfeile Quantitäten an Ackergütern und Nutzvieh zu erwerben stets gewillt ist. Interessenten wenden sich bitte an die zuständigen Stellen der Scribatur für Staat und Wohlfahrt in Zenach.
Horeb
Namens des Barons
Managarm
Cronjustitar des Reiches
Akîb ni Zenach
(TPG)