Neuigkeiten aus der Provinz Djerres
Mehib Kal'Tan beendet Besuch auf Tásebá
Sefechnu Sebá, 30 FTS 28. S.G. - Unmittelbar nach der Festnahme des vermutlichen Märders Ragnar Hjalvarsons in der Nacht vom 29. auf den 30. FTS verließ der gesundheitlich stark angegriffene Mehib noch im Morgengrauen auf seinem Schiff die Hauptstadt Tásebás. Sein Sprecher, Giacinto di Mastai-Chiaramonti teilte mit, dass es dem kirchlichen Würdenträger ein wichtiges Anliegen gewesen sei, solange in Taseba zu bleiben, bis der furchtbare und bestürzende Zwischenfall zwischen zwei Arbeitern am Werk Borons aufgeklärt worden sei. Da der vermutliche Täter nun aber ermittelt sei, und der Mehib ganz auf das Vermögen und die Weisheit seines Freundes Akib Gorthin von Oppstein und des örtlichen Boroni Boromeo Uludaz vertraue, breche er nun zu einem Treffen auf den nördlichen Inseln auf. Um was für ein Treffen es sich handelt, wollte Giacinto di Mastai-Chiaramonti allerdings nicht mitteilen.
(MSC)
Mörder gefaßt
Sefechnu Seba, 30. FTS 28. S.G. - Der Streit von Thorwalern und Liebfeldern hat bekanntermaßen dieser Tage auch das entfernte Tásebá erreicht und in Aufruhr versetzt. Am Morgen nach den Feierlichkeiten mit Mehib Kal`Tan, wurde ein Bürger des Imperium Renascenti Horasi grausam erschlagen aufgefunden. In seinem Haupt steckte noch die Skraja, die ihn über das Nirgendmeer geschickt hatte.
Nachdem der Akîb Gorthin von Oppstein intensive Nachforschungen veranlasst hatte, wurde der vermeintliche Täter schnell gefunden: Ragnar Hjalvarson hatte sich einige Zeit vor der Tat mit dem Opfer um ein Mädchen gestritten und dabei dieselbe an den Horasier verloren. Der Nordmann beteuerte jedoch, nichts getan zu haben. Zumindest könne er sich nicht daran erinnern, da er am Abend der Tat vollkommen betrunken war und gar auf dem Heimweg eingeschlafen war.
Da von Seiten der Horasier harte Vergeltungsmaßnahmen gefordert wurden, kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Throwalern und Liebfeldern, die oft zu einigen Verletzungen führten. Der Akib hatte mit seinen Bewaffneten alle Mühe, eine Eskalation der Situation zu vermeiden. Jeder Schänkenwirt betete darum, von Angehörigen beider Völker verschont zu bleiben, zumindest aber von einem Zusammentreffen der beiden.
Der Boron-Geweihte Boromeo Uludaz aber vermutete einen anderen Hintergrund der Tat. Und rasch machten Gerüchte die Runde, dass Boron seinem Diener einen Weistraum gesandt habe. Die Rabenschwinge wird ihre Leser über die heiklen Vorgänge auf dem Laufenden halten!
(RFE)
Mord in Sefechnu Sebá
In den frühen Morgenstunden des 29. FTS 28 S.G. wurde nahe des Lagers jener Arbeiter, die mit dem Bau des großen Boron-Tempels beschäftigt sind, ein Leichnam entdeckt. Es handelt sich dabei um eine Mann horasischer Abstammung, der erst vor wenigen Monden auf die Inseln gekommen war um am Tempelbau mitzuwirken. Jener Mord ist deshalb von nicht zu unterschätzender Brisanz, da im Schädel des Toten eine thorwalsche Skraja steckte, eine jener Äxte, die wohl jeder Thorwaler mit sich führt. Unter den Arbeitern befinden sich bekanntlicherweise sowohl Thorwaler als auch solche liebfeld´scher Abstammung. Vom Täter fehlt bislang jede Spur, doch wird dieser wohl in den Reihen der Thorwaler zu suchen sein, und es wird wohl kaum lange dauern bis die zuständigen Stellen den Mörder ausfindig gemacht haben. Es bleibt zu hoffen, daß dieser Vorfall keine Auswirkungen auf die Situation im Lager der Arbeiter haben wird. Die "Rabenschwinge" wird über die weiteren Erhebungen und Ereignisse zu berichten wissen.
(CPA)
1. Neu-Kem'sche Waldinsel-Kolonialwaren-Compagnie Neu-Prêm/Cháset
mit neuen Erfolgen
In Cháset kamen diese Tage die wichtigsten Würdenträger der Insel im Palazzo Al'Haranija der Leyla Al'Plâne zusammen, die die Geschäfte der 1. Neu-Kem'schen Waldinsel-Kolonialwaren-Compagnie Neu-Prêm/Cháset führt.
Allerlei Dinge ließen sich dort erfahren, so die Tatsache, daß der ebenfalls anwesende Vertreter des horasischen Handeslhauses ya Strozza auf Vermittlung der Nesetet Akilja Algerin-de Cavazo Ni Djerres-Djunizes einen Exclusiv-Handelskontrakt mit der Familie Al'Plâne abgeschlossen hat.
Was dies bedeutet, mag man daran ermessen, daß das Haus ya Strozza zu 90% den kem'schen Exporthandel ins Horasiat beherrscht. Leyla Al'Plâne bestätigte mit einem Schmunzeln, daß das Haus ya Strozza alle anderen Verträge mit kem'schen Gesellschaften aufkündigen wird und diese durch Verträge mit dem Hause Al'Plâne ersetzen wird. Dadurch wird vor allem die Familie Pâestumai schwer getroffen, deren horasischer Export nahezu zum Erliegen kommen wird. Bis die Pâestumai alternative Vertriebswege aufgetan haben werden, kann einige Zeit vergehen, Zeit, die Leyla Al'Plâne zu nutzen verstehen wird. Alldieweil freut sich die Matriarchin über
die Geschäfte des Pâestumai-Kontores in Morek, denn nach der kürzlich verfügten Verlängerung der "Erschließungssteuerpflicht" bis ins Jahr 50 S.G. durch die heilige Nisut selbselbstens, wird auch diese Einrichtung 25% ihres Gewinnes an das Haus Al'Plâne abführen müssen.
Doch Leyla Al'Plâne ist nicht müßig, ihre Verpflichtungen gegenüber Reich und Krone zu erfüllen, so finanziert sie die Fertigstellung des Leyla-Al'Plâne-Kanals bei Plâne, auf daß die Tá'akîb Cháset endlich über einen Hochseehafen verfüge, schloß die Planungen zur Errichtung einer Werft in Morek ab, empfing eine Erkundungsexpedition, die eben erst aus Nova Aurandis zurückgekehrt ist, und ließ umfangreiche Rodungen und Reisanpflanzungen in Tásebá in Angriff nehmen.
Angesprochen auf die Aufregung um das sich in Kemi neu ansiedelnde Handelshaus Ey Beyn schüttelte die Matriarchin nur überrascht den Kopf. Sie könne sich eine strategische Partnerschaft mit Ey Beyn zwar vorstellen, aber es sei gewißlich nicht so, daß das nun einflußreichste kem'sche Handelshaus den Bedingungen einer Gesellschaft folgen müsse, deren Bilanzsumme in Kemi im Vergleich zu der der Al'Plânes völlig unbedeutend sei, insbesondere deshalb, da sich die Verluste der ey Beyns in ihren djunizer Kontoren langsam in "schmerzhaften" Bereichen bewegten.
Profitable Geschäfte auf Bilku
In einem Gespräch mit der "Rabenschwinge" äußerte sich Leyla Al'Plâne, Besitzerin der auf den Inselprovinzen dominierenden 1. Neu-Kem'schem Waldinsel-Kolonialwaren-Compagnie Neu-Prêm/Cháset, äußert zufrieden mit den ersten sechs Monden der Betätigung ihrer Unternehmung im horasischen Neu-Bosparan auf der Waldinsel Bilku. Wie die Matriarchin bestätigte, sei das durch die diskrete Einwirkung der horasischen Signora und Nesetet Ni Djerres, Ákiljá Algerîn-de Cavazo ermöglichte Kontor der kem'schen Handelsfamilie im Praiosmond erstmals in der Lage gewesen, einen Gewinn abzuwerfen. "Wir helfen den Horasierinnen mit unserer weitreichenden Erfahrung, was die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Waldinseln angeht; sie erlauben uns dafür anständige Verdienstmöglichkeiten", erklärte die Aranierin lächelnd. "Unsererseits ist die Kooperation ein voller Erfolg, und die Zufriedenheit unserer Compagnoni der Familie ya Strozza läßt eine auf Dauer angelegte, profitable Geschäftsbeziehung erhoffen."
Versunkenes Echsenreich?
Seit ein paar Wochen sind in den Hafenkneipen des Kemireiches, Brabaks und Syllas "Schatzkarten" im Umlauf, nach denen die kleine Insel Nova Aurandis in Wirklichkeit nur die Spitze einer größeren, versunkenen Insel sei, auf der Pyrdacor seinen Hort versteckt gehalten habe. Die große Anzahl von bestimmt bald hundert im Umlauf befindlichen Karten läßt vermuten, daß es sich dabei um einen groß angelegten Schwindel handelt mit der simplen Absicht, den gutgläubigen Seeleuten das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Nachdenklichere und vielleicht auch mehr eingeweihte Leute erinnern stattdessen an die merkwürdigen Vorkommnisse auf der Insel, bei denen Echsen eine Rolle gespielt haben sollen. Außerdem gibt es seit neuestem das Gerücht, in Wirklichkeit seien es genau neun mal neun Karten, die sich alle in kleinen Details voneinander unterscheiden. Nehme man die Unterschiede zusammen, dann erhalte man erst die wirkliche Schatzkarte! Die ersten Sammler dieser Schatzkarten sind jedenfalls schon gesichtet worden.
Jiacomo Aurandis, Akîb von Nova Aurandis, zeigte sich von diesen Ereignissen überrascht. Ihm zufolge kann es sich nur um einen Schwindel handeln. Außerdem habe er die Insel nicht gegen Schatzsuchende gesperrt.
(RDR)
Tempelbau geht voran
Endlich waren die schrecklichen Namenlosen Tage vorüber und die Arbeiten konnten weitergehen. Zwar gab es keine größeren Zwischenfälle in den fünf Tagen des Bösen, dennoch waren die Priester in höchster Wachsamkeit, auf dass nicht die Ränke des Dreizehnten den ohnehin in der Vergangenheit schwierigen Tempelbau behindern mögen.
Nun konnten die Arbeiten also wieder beginnen. Überall sah man die vielen Pilger freudig zum Bauwerk strömen und gehorsam die Befehle der Baumeister entgegennehmen. Seine Hochwürden Boromeo Uludaz beaufsichtigte persönlich die Arbeiten, waren doch die meisten der Entwürfe auch von seiner eigenen Hand verfasst.
Immer mehr Pilger strömten nach Tásebá um beim Bau des Tempels Läuterung für ihre Seelen erfahren zu dürfen. Während man jedoch zu Beginn des Freiwilligenstroms den Einwohnern von Tásebá noch hatte ansehen können, dass sie über das Eintreffen der Pilger erfreut waren, da sie durch diese doch nicht mehr allein mit dem gewaltigen Bauvorhaben gelassen waren, wuchs mit der Zahl der vom Festland und auch den anderen Inseln Eintreffenden das Misstrauen, der Unmut ihnen gegenüber. Und immer öfter kam es zu teilweise gar gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen frommen, aber hitzköpfigen Pilgern und Alteingesessenen. Die Wachen des Akîbs waren stets in höchster Wachsamkeit. Erst nach einer mahnenden Predigt seiner Hochwürden inmitten des Baufeldes und einem gemeinsamen Aufruf mit Akîb Gorthin von Oppstein beruhigten sich die Gemüter etwas, auch wenn es immer noch zu Spannungen kommt: die Pilger werden in großen Lagern bei der Baustelle untergebracht und viele pflegen auch hier ihre kulturellen Eigenheiten, die sie aus dem jeweiligen Teil des Kahet ni Kemi mitgebracht haben. Nicht zuletzt daran entzünden sich die Reibereien.
Zunehmende Probleme bereitet auch die Versorgung der hilfswilligen Pilger. Einerseits sind vom Festland gewaltige Spenden gekommen um den Bau zu unterstützen, andererseits hat wohl niemand mit einem so großen Pilgerandrang gerechnet: so hat die Kirche manche Schwierigkeit, für alle Arbeitswilligen genügend Nahrungsmittel zur Verfügung zu stellen - für einige der eingesessenen Händler werden die kommenden Zeiten jedenfalls einträgliche Geschäfte bringen.
Alles in allem schreitet der jedoch Bau gut voran. Und vielleicht waren die unseligen Zwischenfälle, die das Projekt ganz zu Anfang behindert hatten, doch ein Segen, wurde doch erst durch sie die Aufmerksamkeit des ganzen Káhet auf Tásebá gelenkt, sodass die breite Unterstützung einsetzte.
Sichtlich stolz schreitet daher seine Hochwürden allmorgendlich über die Baustelle und besichtigt das vorige Tagwerk. Sehr oft sieht man ihn dabei in angeregtem Gespräch mit dem Akîb und wer noch vor Wochen vermeinte, zwischen diesen beiden für das Vorhaben höchst wichtigen Personen Abneigung erkannt zu haben, der musste sich nun eines besseren belehren lassen. Es heißt, dass seine Hochwürden mit dem wiedererrichteten Tempel viel vorhat und ihn zum wichtigsten Zentrum des Kultes auf den Inseln machen will. Da dies auch die Bedeutung Tásebás an sich steigern würde, kann man davon ausgehen, dass der Akîb ihn hierbei nach Kräften unterstützt.
Wahrlich, goldene Zeiten werden anbrechen für Tásebá und den Kult des Herrn auf den Inseln.
Rondrigo Delamuez, Tempelschreiber
Sefechnu Seba, am 23 FPR 28 S.G. - anlässlich der Feier des Aáresy-Tages
(RFE)
Spatenstich für Plantagen in Djunizes und Djerres
Wie Seine Excellenz der Kanzler des Káhet Ni Kemi jetzt verlauten ließ, wurde in Djerres der Spatenstich für insgesamt vier Obstplantagen vorgenommen. Zunächst einmal sollen auf Cháset zwei Plantegan angelegt werden, ehe dann in den táîmener Landen in Djunizes zwei weitere Plantagen folgen werden.
Die Anlage der Pflanzungen ist zurückzuführen auf den Kaufmann Ekron Feldsitt, einen Händler aus Ilsur, Tobrien, der nach der Besetzung Tobriens durch die Heptarchen hier nun eine neue Existenz aufbauen will. Außer den Plantagen soll in Djunizes noch ein Kontor entstehen.
Der Spatenstich wurde vor den Toren der Stadt Plâne in Gegenwart von dero Hochwohlgeboren Akilja Algerin-de Cavazo und Leyla Al'Plâne, in deren Lizenz die Felder bewirtschaftet werden, sowie einigen lokalen Honoratioren vorgenommen. Das Projekt - welches vom Kanzler tatkräftig unterstützt wird - soll als Vorbild für weitere Projekte dienen.
Die Anlage der Pflanzungen wird voraussichtlich in vier Monden abgeschlossen sein.
(ELS)
Deutliche Worte in Tásebá
Sefechnu Seba, am 14 FTS 27 S.G.: Die spontane Unmutsäußerung der breiten Bevölkerung über das riesige Bauvorhaben der Staatskirche auf Tásebá im Anschluss an die Feierlichkeiten zum Tag der Lobpreisungen hat in Re'cha und Laguana für Empörung, ja Zorn gesorgt. Um kirchlichen oder staatlichen Einrichtungen keinen Anlass zu offiziellem Eingreifen zu geben, begab sich der Mehib Ni Neu-Prêm unverzüglich an den Ort des Geschehens, wo er am heutigen Morgen gemeinsam mit dem Akîb Ni Tásebá zur Bevölkerung sprach.
Als der Akîb Gorthin von Oppstein, der Mehib Kal`Tan und der Tempelvorsteher Boromeo Uludaz auf den Balkon der akîbischen Residenz traten und ihre Blicke über die Menschenmenge schweifen ließen, die sich vor dem Anwesen versammelt hatte, verstummten die Gespräche urplötzlich. Der Akîb hob an:
"Geliebtes Volk von Tásebá, ehrfürchtige Gläubige vor dem Herrn! Gar unglücklich waren die unglückseligen Ereignisse, die am Tag der Lobpreisungen unsere geliebte Heimat erschütterten. Ausgehend von einigen unbelehrbaren Wirrköpfen wurden auch unbescholtene Bürger zu einem ganz und gar ungehorsamen Benehmen verleitet. Natürlich weiß ich, daß die meisten ihr Verhalten zutiefst bereuen und gerne eine Wiedergutmachung leisten würden. Aus diesem Grund habe ich Euch hergerufen. Seine Hochwürden Uludaz möchte baldmöglichst mit den Arbeiten fortfahren. Zwischenzeitlich ist auch genug Geld eingetroffen, um die Arbeiten weiter zu finanzieren. Somit sollten sich genug finden lassen, die frohgemut zur Arbeit schreiten. Vor allem bedenkt das Wohl für Euer Seelenheil! Ich werde die Bauarbeiten künftig in erhöhtem Maße von Gardisten überwachen lassen und mich auch immer stets über den Fortschritt unterweisen lassen. Gemeinsam werden wir dem Herrn ein neues Haus errichten! (Verhaltener Jubel stieg auf) Ehrwürdiger Mehib, Ihr wollt sicher..."
"Selbstverständlich. Volk von Tásebá! Am Tag der Lobpreisungen habe ich das große Glück gehabt, eine wundervolle und ergreifende Feier in Taris zu erleben. Lange wird sich das Volk von Aeltikan an diesen Tag erinnern - und häufig wird er, wenn von bewegenden Ereignissen die Rede sein wird, erwähnt werden! Überhaupt wird dieser gleichzeitig auf den Inseln begangene Tag denkwürdig bleiben... auch auf dem Festland, wo man ebenfalls von ihm vernommen hat.
Aber welche Erinnerung wird man an den Tag der Lobpreisungen haben, wenn der Name Tásebá fällt? Das frage ich Euch! Die Schönheit und Gesammeltheit dieses Tages war auch hier entfaltet und ist erinnerungswürdig. Aber die Ereignisse werden überschattet durch eine sehr bedauerliche Entwicklung... einen Irrweg, auf den viele von Euch schuldlos gelangt sind! Es ist für mich nicht erträglich, dass das Gute und Wertvolle dieses Tages auf Ewig verborgen bleiben soll unter der Erinnerung an dunkles, ja unheiliges Geschehen! Und noch unerträglicher wäre es für mich, wenn in Re`Cha oder Laguana die Aufmerksamkeit so sehr in Erbitterung auf Taseba gelenkt würde, dass es zu maßregelndem Eingreifen käme! Aber nichts Schlechtes kann Platz ergreifen, das nicht überwunden werden könnte. Und deshalb ist nun die Zeit für tätige Reue gekommen.
Genau wie Euer Akîb habe ich tiefste Achtung vor euch und ich bin stolz auf euch als verlässliche Bürger und Gläubige. Ich habe auch immer wieder gesagt und geschrieben, dass Staat und Staatskirche nicht um ihrer selbst willen da sind, sondern nur für euch... die Gesellschaft und die Gemeinschaft der Gläubigen. Andererseits kommen diese aber auch nicht ohne eine Organisation, eine Führung aus - weder in den Dingen des Lebens, noch in jenen des Glaubens. Ihr bedürft also der fürsorgenden Führung, wir aber bedürfen eures Vertrauens und eurer Zuneigung Also bin ich gekommen, um um euer Vertrauen und eure Zuneigung zu werben und um euch die fürsorgliche Führung anzubieten, die in den Glaubensdingen zu eurem Wohl ist. Seid gewiss, dass der Temeplbau zu Ehren unseres Herrn Boron nicht einzig auf euren Schultern lasten wird! In Kürze wird euch das ganze Reich zu Hilfe kommen... leistet bis dahin euren ehrenvollen Dienst... und bedenkt: das ganze Reich wird den Tempel in gemeinsamer Anstrengung erbauen, aber ihr allein werdet dieses Juwel in eurer Mitte haben!"
Hiernach wurden die Jubelrufe doch etwas lauter. Zufrieden blickte der Akîb in die Menge, zwar war die religiöse Ergriffenheit bei weitem nicht überschwenglich, aber die beiden Ansprachen schienen ihre Wirkung nicht völlig zu verfehlt zu haben. Denn es machten sich sogar einige Gläubige gleich auf den Weg zum Tempel, um dort ihre Hilfe anzubieten. Und als sich die Menge verlaufen hatte, war eines sicher: die Arbeiten würden weitergehen.
(von unserem Korrespondenten Marbert v. Mörsdorff)
(MSC)
Der Tag der Lobpreisungen -
Frömmigkeit und kirchenfeindliche Ausschreitungen in Tásebá
In Taris hatten am 4. Tsa dieses Götterlaufs die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Lobpreisungen auf den Inseln stattgefunden. Da die Feiern hier mit Aufgang der Praiosscheibe begannen, waren alle Gläubigen die dies wünschten, bereits am 3. Tsa aus den Nachbarorten Meden und Kerry nach Taris gebracht worden. Noch bevor die ersten Praiosfinger die Lagune vor Aeltikan erhellten, hatten sich mehrere hundert Menschen am Strand zum Borondienst versammelt: mit dem ersten, langsam rahjawärts aufkommenden Licht erschienen in feierlichem Zug auch die Boronis der Insel, um den Strandborondienst beginnen zu lassen. An den Feiern unter der Leitung des von den fünf Boronis Aeltikans begleiteten Mehibs Kâl`Tân, nahmen auch so hohe Persönlichkeiten wie der Ser-Repa und der Hátya Ni Chrysemis teil. Dieser überreichte nach der Prozession, die im Anschluss an den Borondienst stattgefunden und ihr Ende in einem Volksfest auf einem kleinen Hügel gefunden hatte, vor den Augen der fröhlichen Menge eine großzügige Spende über 100 Suvar an den Mehib: seinen Beitrag zum ehrgeizigen Tempelbau in Tásebá. Der Ser-Repa aber zeichnete sich über den gesamten Verlauf der Feierlichkeiten durch sein aktive Rolle aus. Schon zu Beginn des Borondienstes verlas er einen kontemplativen Text. Ebenso kam es ihm an einigen Stationen während der Prozession zu, besinnliche Texte vorzutragen. Aber auch sein übriges Verhalten war ganz so, als ob er sich durch sein freudig-engagiertes Mitwirken von einer Last dem Herrn Boron gegenüber befreien wollte.
Stellvertretend für die vielen Feierlichkeiten auf den anderen Inseln, sei das Geschehen auf Cháset angeführt. Am frühen morgen versammelte sich in Plâne eine große Menge, zu der auch viele aus der näheren und weiteren Umgebung gekommene Gläubige zählten, vor dem Borontempel. Gemeinsam mit Akîbet Ishila Al`Plâne wollten die Anwesenden an dem von Tempelvorsteher Borodrigo Al`Plâne geleiteten Festgottesdienst und der anschließenden Prozession teilnehmen. Die allein schon durch die Anzahl der Beteiligten beeindruckenden Festlichkeiten waren eingerahmt von der großzügigen und angemessen inszenierten Spende Leyla Al´Plânes an den Tempelvorsteher vor dem Festgottesdienst und den reichlich von ihr nach der Prozession für die Gläubigen vor dem Tempel bereitgestellten Speisen und Getränken. So wurde an diesem freudigen Tag die Einheit von Staat, Boronkirche und Bürger überdeutlich.
Etwas anders stellte sich der Abschluss der Feierlichkeiten auf Tásebá dar. Hier endete die Prozession nämlich vor der riesigen Baustelle des im Bau befindlichen Tempels. Und als der Boroni Boromeo Uludaz auf dieses Bauvorhaben zu sprechen kam, den Lob des Herrn Boron mit der Errichtung des übermäßigen Baus verband, schwang die bisher so freudige und andächtige Stimmung rasch in ihr Gegenteil um: Zornige Ausrufe wurden aus der Menge dem Boroni entgegengeschleudert. Der Bau wurde als irrsinnig und hochmütig bezeichnet. Er knebele die Bevölkerung durch die enorme Belastung. Nichts habe dieses Joch mit dem Lob des Herrn Boron zu tun! Kurz bevor die Situation nicht mehr zu kontrollieren war, flüchtete der Boroni in die eben erst fertiggestellten Gemächer für die Geweihten des Tempels. Auch der Akîb Ni Tásebá war mit seinem Gefolge verschwunden. Es ist sicher einem Wunder des Herrn Boron zuzuschreiben, daß die aufgebrachte Menge die Baustelle nicht verwüstete, sondern nur unter wütenden Beschimpfungen auseinanderging.
(MSC)
Neset von Djerres amüsiert
Eine erste Reaktion auf die Verlautbarung Seiner Hochgeboren Falk Arres Ni Táni Morek seitens des Nesets Ni Djerres, Dio de Cavazo, ließ selbigen sein "ungeteiltes Amüsement" über die Stellungnahme des Barons ausdrücken.
Wie der Neset sagte, erheitere ihn das "Gewachtle" Seiner Hochgeboren umso mehr, als daß sich dieser "Tag für Tag umentscheide, ob er denn nun das Kloster Morek verschenkt habe oder nicht". Immerhin gebe der "minderbefähigte Akîb" inzwischen zu, daß seine "tölpelhafte Verhandlungsführung seiner Provinz entscheidend geschadet" habe. Aus diesem Grund blickt der Neset zuversichtlich in die Zukunft, denn nach dem "gescheiterten Arres könne die vorgeschlagene Nachfolgerin die Amtsgeschäfte zu Morek nur noch besser leiten."
Bekanntmachung des Ser-Repas ni Neu-Prêm, Seiner Excellenz Falk Arres
Werte Brüder und Schwestern des Adels des Kahét ni Kemi;
Höret, Bürgerinnen und Bürger dieses Reiches,
vielerlei Gerüchte machten die letzten Monde ihre Runde in diesem, unserem Lande. Einige wahr, einige fälschlich wiedergegeben.
So höret, was ich Euch zu sagen habe!
Falsch ist, ich hätte in meiner Funktion als Ser-Repa ni Neu-Prêm das Kloster der hl. Noiona zu Morek verschenkt, zum Schaden meiner Tá'akîb Táni Morek.
Richtig ist hingegen, daß es das ausdrückliche Bestreben sowohl des Hochadels Djerres wie auch meines war, der Kirche das zu überlassen, was der Kirche gehört, um so den Glauben in unseren Landen zu stärken.
Bedauerlicherweise fand sich die Kirche nicht zu einem direktem Ausgleich bereit, so daß nun in der Tat die Wirtschaft der Region arg geschädigt wurde.
Wahr ist aber auch, daß bereits vielfältige Anstrengungen unternommen wurden und noch unternommen werden, um ein jedem Bewohner unserer Lande ein Auskommen zu ermöglichen, sei es auf den neuen Reisplantagen, im ausgebauten Hafengebiet oder in anderen Teilen unserer florierenden Wirtschaft.
Zudem wurde von verschiedenen Seiten kolportiert, ich habe die Belange meiner Tá'akîb vernachlässigt.
Richtig ist, daß es zeitweilig ungemein Zeitraubend ist, gleichzeitig die Belange der Repat, sowie der Tá'akîb zu verfolgen.
Daher habe ich mich entschlossen, zu meiner Entlastung meine Nichte Fareszha Arres-Rikkel als Seret-Akib ni Táni Morek vorzuschlagen, um so den Belangen meines Amtes als Ser-Repa besser nachkommen zu können.
Weiterhin möchte ich folgendes nochmals feststellen:
Nachdem es Verwirrungen bezüglich der Einsetzung des Inselrats gab, will ich nochmals kundtun, daß der Rat seine Arbeit aufnehmen möge.
Da nun, entgegen ersten Vorstellungen, nicht nur über Lehensinterna, welche nur die Akîbs und Sahs anging, gesprochen werden soll, sondern vor allem auch über Fragen des Glaubens und des Militärs, ist einer Bestallung des Rates in der vorgeschlagenen Zusammensetzung nichts mehr entegegenzusetzen.
Der Segen des Rabens möge über diesem Rate liegen!
Gez. Falk Arres,
Akîb ni Táni Morek,
Ser-Repa ni Neu-Prêm
(BPO)
Neue Akîbet Ni Cháset lässt alanfanische Spione arretieren!
Nach der Absetzung des alten Akîb Kasim Sturmfels, nunmehr Sah Ni Achin, wurde vorigen Mond die 20 Götterläufe junge Ishîla Al'Plâne von der Nesetet Ni Djerres zur Herrin von Cháset ernannt. Erst vor kurzem hat die Akîbet ein mehrjähriges Auslandsstudium der Staatskunde und des Rechts im fernen Horasreich hinter sich gebracht und sei nun eigenen Aussagen zur Folge mehr als bereit und willig "Cháset aufblühen zu lassen".
Mit der jungen Akîbet stellt die einflussreiche Händlerfamilie Al'Plâne nun neben der Hekátet Chanya Al'Mout'pekeret Ni Chentasû ein weiteres Mitglied des kemschen Adels.Der erste große Erfolg ihrer Amtsausübung ist die vor kurzem erfolgte Aufdeckung eines Ringes von Spionen der 'Pestbeule des Südens'.
Der Sprecher der Akîbet, Oberhofsecretarius Martius di Yaladân:
"Es ist fraglich, wie lange der Feind unentdeckt in der Tá'Akîbet agieren konnte und wieviele Geschehnisse der Vergangenheit auf sein Konto gehen. [...]Allein die Tatsache, daß ganze sieben Agenten des Feindes wohl schon monde-, wenn nicht gar seit jahrelang (es sei hier angemerkt, daß es den Ermittlern der Akîbet in nur zwei Wochen gelang, die Spione zu entlarven) zu Zeiten des Kasim Sturmfels ungestört ihren schädlichen Aktivitäten nachgehen konnten, zeigt uns, wie 'gewissenhaft' der ehemalige Akîb seine Aufgabe als Bewahrer der Insel Cháset erfüllte... [...] Die fünf Diener der 'Pestbeule des Südens' wurden vorerst in den Kerkern der Stadtgarde untergebracht, wo zur Zeit Experten der Akîbet versuchen, die Spione zu befragen. Es ist jedoch anzuzweifeln, daß diese Versuche von Erfolg gekrönt sein werden: Der Feind versteht es durchaus, seine Diener zu konditionieren, so konnte auch nicht verhindert werden, daß sich zwei weitere Spione vor ihrer Ergreifung durch Gardisten unter Hauptfrau Charya Al'Plâne selbst über das Nirgendmeer sendeten. [...] So die Befragungsexperten ihre Arbeit beendet haben, werden die Feinde vor das chasétsche Gericht unter dem Vorsitz Ihrer Hochgeboren gestellt werden."
Die Rabenschwinge wird die Leserschaft auf dem aktuellen Stand der Dinge halten.
Möge der Herr Boron die neue Akîbet lange und weise herrschen lassen!
(DSC)
Neues Kontor in Morek
Anfangs des Freimondes Travia 27 S.G. geschah in der Ta'akîb Táni Morek ein kleines, womöglich jedoch bedeutungsvolles Ereignis: die Paestumâi haben auf den Inseln ein Kontor eröffnet. Ein wirtschaftspolitisch hochinteressanter schritt, wenn man die Quasimonopolstellung des Handelshaus Al'Plane auf den Inseln in Betracht zieht...
Vielleicht ist es noch lohnenswert den Blickwinkel zu vergrössern; auf dem Festland tut sich, wenn man gut unterrichteten Quellen glauben mag, in Sachen Handel auch einiges. Dort drängt das khunchomer Haus Ey Beyn vehement auf den Markt. Vorallem in Terkum, aber auch in Djunizes scheinen sie Fuss zu fassen. Steht uns ein Handelskrieg bevor? Die Al'Plane ihrerseits haben sich bis anhin noch recht zurückhaltend gegeben, wie lange noch?
Doch wollen wir unser Augenmerk noch einmal auf Morek richten. Diese Kontoreröffnung scheint nicht unbedingt direkt mit den neuesten Vorfällen in Zusammenhang zu stehen. Das ganze scheint schon lange geplant zu sein, geht doch das Gerücht um, dass die Vorverhandlungen noch mit dem unseligen vormaligen Akîb, Bomil Arres geführt wurden. Allgemein lässt sich jedoch feststellen, dass sich beide seiten, Seine Hochgeboren Falk Arres wie auch die Paestumâi, über Einzelheiten ausschweigen. An der Einweihungsfeier war auch verhältnismässig wenig Prominenz zu sehen. Neben dem Akîb und der Vertretung der Familie (bestehend aus Hjanar Enibes Paestumâi, einem Bruder Djedefre A. Paestumâis, und dem Bankier der Re'Cha'schen Filiale, Kallayt Sonbast) liess sich nur noch der Ser-Nesetet Ni Djerres, Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza sehen.
Was die Paestumâi mit diesem Kontor erreichen wollen, und was die verstärkten Aktivitäten der Handelshäuser bringen, wird wohl erst die Zeit zeigen...
Geshàt té Phran, fahrender Schreiber der Rabenschwinge
(LLU)
Aus einem Schreiben von Chiram von Keft, Vogt von Nova Aurandis, an seinen Akîb Jiacomo Aurandis in Khunchom
(MEISTERINFORMATION)
Geehrter Herr,
der vordringlichste Grund sei zuerst genannt: gebt in Khunchom kein Geld mehr für den teuren und unnützen Rat von Magiern aus. Ich habe erfahren, daß in den nächsten Wochen der Grauenberg mit Ordensleuten auf die Insel kommen will, um die Echsenvorfälle zu untersuchen! Die sind allemal billiger als die Khunchomer.
Ansonsten gibt es nur noch Kleinigkeiten zu berichten. Aber da dieses Schreiben nun einmal seinen Weg zu Euch finden wird, werde ich sie trotzdem ausführlichst erläutern.
Die Brabaker Magier haben einem festen Liefervertrag für den bei uns abgebauten Schwefel zugestimmt. Der Preis ist mehr als zufriedenstellend und wir müssen die Ausbeute erhöhen. Doch dazu später. Als ich mich mit den Brabakern unterhielt und Euren Namen erwähnte, fragten sie mich, ob Ihr mit einem "Haran Dis" verwandt seiet. Mir sagt der Name nichts, und als sie merkten, daß ich nichts wußte, wurden sie plötzlich sehr schweigsam. Nur soviel fand ich heraus: es muß sich wohl um einen sehr begabten Schwarzmagier handeln, der wohl in der Khom oder Umgebung lebt und seit mindestens fünfzig Jahren mit der Akademie korrespondiert. Sie haben einen gehörigen Respekt vor ihm. Vielleicht könnt Ihr, wenn Ihr schon soweit im Norden seid, Euch etwas umhören?
Von den Sträflingen, die den Schwefel abbauen, sind vier erkrankt. Sie haben Atemprobleme. Wahrscheinlich sind die Dämpfe im Krater der Gesundheit abträglich. Ich habe sie abgezogen. Ersatz habe ich auch schon: bei einer Einkaufsfahrt mit Freunden stieß ich in der Nähe von Benbukkula auf eine unterbesetzte alanfanische Bireme. Wir brachten sie auf und steuerten Nova Aurandis an. Die Galeerensträflinge wurden freigelassen und haben sich beim Hafenbau verdingt - ohne Geld werden sie schließlich nicht wieder von der Insel wegkommen. Kraft meines Amtes als Euer Stellvertreter verurteilte ich die Alanfaner zu fünf Jahren Schwefelabbau, ich hoffe, das war in Eurem Sinne. Die Bireme haben wir unweit vom Strand an abgelegener Stelle versenkt. Ohne genaue Suche ist das Schiff nicht zu finden. Wenn es auf den Strand gezogen und das Loch abgedichtet wird, können wir es auch wieder nutzen, wenn ich auch Zweifel daran hege, daß wir eine Bireme besetzen können.
Einer der Waldmenschen ist aus dem Dschungel wieder aufgetaucht, Ihr wißt schon, die die Ihr zuerst hierhergebracht hattet. Mit einem Rohopal bezahlte er eine Passage zum Festland. Wenn er den Stein auf Nova Aurandis gefunden hat, könnten wir damit vielleicht noch Gewinn machen. Viel gesagt hat er nicht. Er suche eine Frau, sagte er. Vielleicht kann man dieses faule Pack von Waldmenschen doch noch zu etwas gebrauchen?
Um noch einmal auf den Grauenberg zurückzukommen: das Tor zu den Echsen ist immer noch vermauert. Sie haben sich bislang nicht wieder bemerkbar gemacht. Es wäre mir lieb, wenn Ihr mir Anweisungen geben könntet, was ich mit dem Grauenberg anstellen soll. Falls er Schwierigkeiten macht, könnte ich ihn durch das Tor schicken und hinter ihm wieder zumauern lassen.
Phex zum Gruße
Chiram von Keft
(RDR)
Nesetet hält Wort
Ihro hochwohlgeborene Excellence Akilja Algerin-de Cavazo verkündete unlängst, Táni Morek werde trotz der Entlassung des Noionitenklosters Morek in die Schirmherrschaft der Kirche fürderhin nicht mehr Hunger leiden. Hierfür wollte sie persönlich Sorge tragen. In der Tat leitete sie auch entsprechende Schritte ein. Mit der Matriarchin des Kolonolialwarenhandelshauses Al`Plâne schloß sie einen Vertrag ab. Hiernach verpflichtet sich dieses, eine Werft in Prisehafen Morek zu errichten. Nach Angaben von Leyla Al`Plâne sei dies die lukrativste Art der wirtschaftlichen Investition in Morek. Freibeuterschiffe die ihre Prise an die Krone abgeben, liefen zumeist beschädigt im Hafen ein und würden nur allzu gerne die Dienste einer Werft nutzen. Gleichzeitig lobte die Mutter unserer hoheitlichen Gardekriegsherrin den Einsatz der Nesetet Ni Djerres-Djunizes, die durch Finanzierung aus ihrer eigenen Schatzschatulle heraus dieses Vorhaben erst ermöglichte und Perspektiven ins nördliche Siedlungsgebiet Aáresys mit Weitsicht einbringen würde, ganz im Gegensatz zu Akîb Falk Arres der sich offensichtlich lieber in schweigsame Ideenlosigkeit hüllt.
(MAT)
Bekanntmachung des Ser-Repa Ni Neu-Prêm
An den Adel Neu-Prems und des übrigen Reiches!
Boron zum Gruße, Brüder und Schwestern.
In letzter Zeit kam es zu einigen Unstimmigkeiten bezüglich der Besetzungdes Inselrates Neu-Prêms. Dieser Rat sollte nach dem Vorschlag der Nesetet ni Djerres und des Hátyásni Chrysemis wie folgt besetzt sein:
2 Adelige aus Chrysemis
2 Adelige aus Djerres
1 Vertreter des Bürgertums
1 Vertreter der Armee
1 Vertreter des KKAB
1 Vertreter der Kirche
1 Vertreter der Inquisition
1 Vertreter der Waldmenschen
1 Vertreter der Echsen
1 Vertreter des Horasreiches (nur beobachtend)
Hierzu möchte ich nochmals folgendes betonen:
Soweit in diesem Rat lediglich lehensinterne Dinge, also die wirtschaftliche Zusammenarbeit oder die Kommunikation zwischen einzelnen Adligen, wie esunlängst im Chrysemis-Rat geschah, besprochen werden sollen, ist es vonmeiner Warte aus nicht ersichtlich, warum die Kirche, die Inquisition, die Armeeoder das KKAB hier teilnehmen sollten.
Schließlich bestand auch beim Chrysemis-Rat kein Wunsch dieser besagten Stellen, hieran teilzunehmen. Es ist nämlich nicht ersichtlich, wieso besagte Stellen dem Kleinadel beim Abschluß von lehensübergreifenden Handelskontrakten oder Austauschaktionen (wie z.B. beim Hesa-Reis) über die Schultern schauen sollten.
Sofern hier aber vorgesehen ist, über lehensübergreifende Dinge,insbesondere über Themen der inneren Sicherheit, des Glaubens oder ähnliches gesprochenwerden soll, so ist natürlich eine Teilnahme besagter Stellen unverzichtbar.
Insofern stimme ich natürlich der Nesetet ni Djerres und dem Hátyá ni Chrysemis bei der Besetzung des Rates zu. Schließlich soll mitnichten eine der beteiligten Parteien aus diesem Beratungsgremium ausgeschlossen werden. Dies wäre einem förderlichen Miteinander aller Instituitonen des Reiches nicht zuträglich.
Zudem möchte ich hier darauf hinweisen, daß ich diese Haltung bereits durch die Schenkung des Klosters Morek an die Kirche evident und konkludent zum Ausdruck gebracht habe.
Insofern möchte ich mich entschuldigen bei allen Beteiligten, welche meine Äußerungen als Wiederaufflammen alter Streitigkeiten verstanden haben wollen. Niemals war es meine Absicht, den alten Zwist neu zu entflammen, oder gar die Armee oder die Kirche benachteiligen zu wollen. Als Buße wegen meiner Verkennung der borongefälligen Ordnung habe ich daher beschlossen, eine von der Kirche festzulegende Pilgerfahrt im Namen des Herrn zu begehen.
Möge Marbo allseits ihre schützende Hand über euch halten!
Hochachtungsvoll,
gez. Falk Arres, Ser-Repa ni Neu-Prêm
(BPO)
Ser-Repa Arres von allen guten Geistern verlassen?
Merkwürdige Kunde dang an das Ohr unserer Redaktion als wir hörten, der Hochadel der kem`schen Kolonien plane die Einführung eines Inselrates mit beratender Funktion. Ganz nach dem Vorbild des Cronrates, sollten darin neben Adeligen der jeweiligen Provinzen auch Vertreter der Exekutiven unserer Majestäz Nisut Peri III. Setepen (Heilig! Heilig! Heilig!) vertreten sein, die da wären Inquisition, Kirche, KKAB und Schwarze Armee. Was offensichtlich als progressiver Schritt eines göttergefälligen Regierungssystemes erscheint, wurde in Vertretung des Repas von dessen Vogt mit schwerem Bedenken bedacht. Ihm nach haben jene Institutionen mit der Verwaltung eines Lehens nicht gemein und seien aus einer solchen Angelegenheit herauszuhalten. Dies führte schon bei der Gardekriegsherrin zu einer argen Verstimmung, die, so lauten Gerüchte, dessen Verstandeskultur daraufhin stark anzweifelte und ihn gen Djáset zitierten. Auch das KKAB ließ pikanter Weise durch seine Propagandaministerin Algerin-de Cavazo, gleichzeitig Nesetet Ni Djerres-Djunizes verlauten, man könne und wolle die Gedanken des Ser-Repas nicht nachvollziehen und werde Untersuchungen ob des Grundes der Ablehung anstellen. Angeblich soll dies von höchster Stelle selbst erfolgen. Mögliche Spekulationen ranken sich darum, Marschall Zar sei höchstselbst gen Inseln aufgebrochen, um diese Angelegenheit auf direktem Wege zu lösen.
(MAT)