Der Orden der Wächterinnen und Wächter
des Kultes des Hl. Raben zur Insel Laguana

Lieder

Keine Träne mehr

Lob sei dem Herrn, liebe Tochter,
für die Toten, die ich kaum gekannt,
knie ich hier und bet' zum Herrn,
denn ich weiß, sie danken's uns.

Werd' nun rasch die Kerz' entzünden,
hell und klar scheint ruhig das Licht,
werd' mich gut an sie erinnern,
denn dies ist gut, denn dies ist recht.

Weine nicht! Weine nicht!
Und wenn ich hundert Jahr' noch leb',
keine Träne wein' ich mehr...

Denn wenn wir sie vergessen,
und die Opfer, die sie gebracht,
wird das Böse und der Zorn
in unsern Herzen wiedererstehen.

Doch tanz' glücklich nur im Sonnlicht
trink den süßen Wein auf Frieden,
weine Tränen voll von Freude,
halt die Trauer fern von Dir!

Weine nicht! Weine nicht!
Und wenn ich hundert Jahr' noch leb,
keine Träne wein' ich mehr...

In mir schweigt still der Zorn,
in mir schweigt still die Wut,
fühl' Freude, fühle Glück,
keinen Schrecken, keinen Schmerz.

Weine nicht! Weine nicht!
Und wenn ich hundert Jahr' noch leb',
keine Träne wein' ich mehr...

Weine nicht! Weine nicht!
Und wenn der Herr mich nun zu sich ruft,
liebste Tochter, weine nicht.

(traditionell kem'sch, 18. Dynastie)
(Melodie: 'Como estais amigos', Iron Maiden, Adaption P.Steven)


Die Schlacht am Pjásob

Vor Ne`charka-re Tá Praios in Efferds Fluten versinkt
der Rab´ aus seinem Nest sich schwingt
schwarze Reiter fliegen durch die nacht,
töten ehe der Tag erwacht!

Klingen der Nacht aus härtestem Stahl
erschlagene Feinde ohne Zahl
des Stromes Fluten rot vor Blut
der Rabe stößt hinab in Wut!

Die brennende Stadt erleuchtet in des Feuers Schein
ein jeder stirbt für sich allein
bevor die Sonne sich aus dem Meer erhebt
das Rabenbanner stolz über der Asche weht!

(Gedicht des Ordensbruders Merenptah nach dem Sieg
über die al'anfanischen Invasoren bei Djáset)

von Stefan Tschierske

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