Während der langjährigen Besatzungszeit wurde diese Tradition mehr und mehr aufgegeben, unter den Priesterkaisern war den Kemi gar ihre eigene Sprache verboten, so daß mehr und mehr südländische, garethische und horasische Namen in Kemi Einfluß gewannen; unter diesem Druck verschliffen sich auch alte kem'sche Namensformen zu den heute bekannten Familiennamen (z.B. Pâestumai, Morganor, Mezkarai, etc.)
Die Vornamen in der traditionellen kem'schen Weise bestehen meist aus zwei bis vier Silben, die nach Gutdünken von den Eltern ausgesucht werden um dem Sproß gewisse Eigenschaften zu geben oder auf ein bestimmtes Ereignis hinzuweisen, wobei grammatikalische und orthographische Abänderungen der Silben aus ästhetischen Gründen üblich sind. In der garethischen Transkription aus der traditionellen, kem'schen Glyphenschrift werden diese Silben meist mit einem Apostrophen, oft auch einem Bindestrich, getrennt. Lange Vokale werden mit Akzenten "^" bzw. "´" transcribiert. Dennoch ist zu beachten, daß die Transkriptionen keinesfalls einheitlich sind. So wird beispielsweise aus dem Kemi-Wort "Firmament" nach der Übertragung aus den Kemi-Glyphen in garethische Schrift einmal "câbas", ein anderesmal aber "khábás".
Silben:
1. einsilbige Glyphen: á, a, b, d, dj, f, g, h, kh (q), ch, i, k, l, m, n, m, p, r, z, s, sh, t, tsh, w (o, u, v), y.
2. zweisilbige Glyphen (z.T. mit Übersetzung): áb, ách (Geist), áu (groß, Säule), adj (in Sicherheit sein), ak (eintreten), bá (Seele), beh, hu, djá, djed (dauerhaft, beständig), djer, dju (Berg, das Schlechte), gem (finden), há (hinter), hedsh oder hedj- (Silber), hem (Majestät), hen, her (Gesicht), hes, khá, chet (Holz), cha (sich erheben), chu, há, chem (heilig), chen (rudern), cher, in, ir (machen), is, iw oder iv, ká (Seele), kem (schwarz), ked (Schlaf, schlafen, Bauwerk, bauen), kes (Knochen), má, meh, mi, men, mer (lieben, Pyramide), mes (gebären), met, mu, neb (Herr, Gold), nedsh oder nedj- (mahlen, jemanden eine Gunst erweisen), neh, nem (Zwerg), nen, nes (Zunge), nu, pá (fliegen), peh (angreifen, erreichen), per (Haus), ru, zá (Schutz, Sohn), sá (hinter, nach), sek (umkommen), sen (Bruder), set (schießen, werfen), su, shá (reisen), shed (lesen, aufziehen, fortnehmen, verjagen), shen (Baum), shes (Alabaster, Seil), shu (leeer, trocken), tá (Land), ti, tem (vollkommen sein), tshá (Vögelchen), tshes, wá, wa (einzig), wedsh oder wedj-, un, up, ur (groß).
3. dreisilbige Glyphen (z.T. mit Übersetzung): aha (Lebenszeit, aufstehen, stehen), ankh (Leben, Spiegel), ashá (Eidechse, viel, zahlreich), hát, heká (Fürst, Regent), hetep (zufrieden sein), cheper (Gestalt), chenem (sich vereinigen), cheru (Stimme), i'un oder iwen oder iven, menech (Holzmeissel, wirksam), mut (Mutter, Gewicht), mût (Tod), nedjem (süß), nefer (schön), netjer (Gott), rudsh oder rudj- (fest, kräftig, verwalten), sebá (Stern), si'á (weise, wissen, erkennen, empfinden), sekhem, semá (zusammenfügen, vereinigen), sendsh oder sendj- (fürchten), ty'u oder ti'u (wahr), wádsh oder wadj- (grün, Papyrus), wáh (lange leben), wás, wehem (wiederholen), veser (Boron, stark, mächtig).
Häufige Namensbestandteile:
amûn [Beiname des Boron], abet (Wunsch), akîb (Vertrauter), ákh (Papyrus), ám (Flamme, verbrennen), apy [Beiname des Praios], andju (Sonnenaufgang), bik (Falke), depet (Boot), depi (Krokodil), dja (Sturm), gereh (Nacht), ger (schweigen), heru (Tag), heh (Ewigkeit), hesep (Garten), cheb (tanzen), chesti (Barbar, fremd), yah (Mond), ib (Herz), ky (Affe), ká (Seele, denken), keku (Finsternis), keri (Gewitter), ken (der Tapfere), kenet (die Tapfere), mût (Tod), mefkát (Türkis), meshru (Abend), pet (Himmel), rem (weinen, Fisch), ra (Sonne), set (Frau), sedjem (hören), shemu (Sommer), shebu (Nahrung), tut (Statue), uben (glänzen), ábi (Panther), áchet (leuchtend), á'ut (Geschenke), bá (Seele), djed (dauerhaft), hát (Grab), hedsh, (Silbermetall), nisut (Königin), hem'ká (Priester), Binse (heni), hesti (Gunst), khábás (Firmament), chus (bauen), chenet (Fahrt), ineb (Mauer), yret (Auge), îri (Bewahrer), isu (Schilfrohr), iwenn (Tempelraum), kemet (Kemi, zum Land gehörend), kem (schwarz), ked (Schlaf), kesen (schlimm), máat (Wahrheit, göttliche Ordnung), mehyt (Nordwind), mehy (Wächter), menu (Bauwerk), merut (Liebe, Geliebte), mu (Wasser), neheh (Ewigkeit), nehbet (Lotusknospe), neidh [Beiname der Rondra], nemes (Krone), neset (Thron), pehty (Kraft), pehu (Sümpfe), per-ankh (Haus des Lebens), sát (Tochter), záw (Zauberer), seku (Schlacht), senet (Gattin, Schwester), sháshát (Halskette), shepses (würdig, vornehm), sheser (Pfeil), shut (Sonnenlicht), ity (Herrscher), tjesu (General), wát (Weg), unut (stunde), uneb (Blume), uputy (Bote), háty (Herz), hekát (Herrschaft, Zepter), cheruyt (Krieg), menechu (vortrefflich), netjeret (Göttin), rudjet (Sandstein),sebáyt (schriftliche Lehre), sekhmety (Königskrone), sendjet (Furcht), wádsh-ur (Ozean), wáhyt (Getreide).
Beispiele:
Tá-meri (geliebtes Land, Kemi, die/der vom Land Geliebte), Me'wehem Â'meset (nochmals Geborene), Quenadya (die mit der Tapferkeit des heiligen Krokodils), Kemet'amûn (Diener des Götterfürsten), Sekem-neidh (der von der Kriegsgöttin beschützte), Shepses'ká (würdige Seele), Setepen (der/die Erwählte), Ankhsa (die das Lebendige schützende), Hati'hesá (grimmiges Herz), Abet'amûn (Borons Wunsch), Merut'sát (Tochter der Liebe), Merit'ká (Geliebte der Seele), Pet'nehem (Freude des Himmels), Nebîb (goldenes Herz), Uneb'nemes (Blumenkrone), Neferi (die Schöne), Sekem-Veser (Boron ist vollkommen)