Meri'mârina Ze'emkha

Medját'ahes des Laguana Ordens


Vor vielen Jahren zog die noch junge Tochter verarmter Bauern aus dem heutigen Dju'imen aus, um mit ihrem frisch vermählten Ehemann, aus der Familie Ze'emkha, gen Laguana zu pilgern. Aus der einfachen Pilgerreise wurde ein inzwischen langjähriges Verweilen auf den Inseln vor Tárethons Küste und während es ihr Mann, aufgrund des Wissens und Könnens, welches ihm sein Vater vor den schweren Kriegen gegen die Pestbeule des Südens beibrachte bevor er starb, zum hohen Schmiedemeister des Heiligen Ordens der Wächterinnen und Wächter des Heiligen Raben zu Laguana schaffte, dauerte es seine Zeit, bis auch Meri'mârinas Zeit anbrechen sollte. Der Aufstieg der einstigen Imát Serjia von Doorn zur Mesát, zur Großmeisterin des Ordens, sollte auch für Meri'mârina eine neue Zeit einläuten.
Als fleißige und beharrliche Dienerin am Herrn Boron wurde man früh auf die bildschöne Tochter aus einfachem Hause aufmerksam. Ihre beflissene Ausführung der vorgeschriebenen Riten und ihre Ernsthaftigkeit während der Predigten und Verlesungen der seinen Worte, machten dem aufmerksamen Beobachter schnell klar, dass es sich bei dieser in Bild und Blut urkem'schen Frau um eine der glaubensfestesten Personen auf den Heiligen Inseln handeln musste. Das Studium alter Texte und Papyrusrollen verschaffte ihr auch baldigst den Ruf, sehr um die religiöse Bildung ihrer selbst bemüht zu sein. Das hartnäckige Bestreben, ihren in der Jugend beschränkten Wissensschatz nun aufzufüllen, machte eben auch die heutige Großmeisterin auf sie aufmerksam.
Die gestrenge Führung zu Laguana, wie sie unter der einstigen Imát von Doorn und jetzigen Mesát an der Tagesordnung war, ist und sein wird, so wie die ihre tatkräftige Unterstützung der archaischen Abmahnungen, welche die Ordensgroßmeisterin gegenüber den Schwestern und Brüdern bevorzugt, die gegen die festgeschriebenen Riten und Auferlegungen des gesalbten Lebens verstoßen, machten Meri'mârina zur geradezu perfekten Stellvertreterin von Serija von Doorn hinsichtlich der Wahrung der Riten des Glaubens und der Züchtigung der unaufmerksamen Mitglieder der geweihten Schwestern- und Bruderschaft.
Mit ihrer Ernennung zur Medját'ahes obliegt es der Verantwortung von Meri'mârina über das geistliche Personal des Ordens zu wachen. Novizen und Priesterinnen stehen unter ihrer gerechten Fuchtel und müssen sich ganz in der Tradition der vorherigen Imát wahrlich archaischen Bestrafungen aussetzen, sollten sie doch einmal gegen den Ritus des Herrn Boron verstoßen. Seit Meri'mârina ihre zweite Weihe erhalten hat, die sie zur Dekanin des Ordens machte, hat ihr einziges Kind, ihre Tochter Frey'zêra Ze'emkha, die Inseln verlassen. Hinter vorgehaltener Hand munkelt man, dass das Kind, welches mehr und mehr das rebellische Auftreten ihres Onkels und Ohms der Familie, Vitus Ze'emkha, geerbt zu haben scheint, der mütterlichen Strenge zu entfliehen versucht. Entgegen dem Willen von Rantal und Meri'mârina, versucht die im Aussehen ihrer Mutter ebenbürtige junge Schönheit eben gezielt nicht den Weg einer Geweihten zu gehen.

von Rasco Troch

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