Boraidan ibn Saîd, Akîb Ni Mergyan, Mehib Ni Tárethon:
Meine Brüder und Schwestern des Reiches.
Wir ihr wisst steht der Kleine Konvent bevor und es wird Zeit das wir uns regen. Ich hoffe ihr alle habt Euch schon Gedanken gemacht was uns denn alle bewegt.
Mich, Akîb Ni Mergyan, interessiert brennend die Frage, wie es denn um die Neo-Korvikaner steht. Zu lange schon war nichts mehr Neues davon zu hören. Doch das am meisten bedrohliche an der Sache ist für mich weniger die Tatsache daß die Neo-Korvikaner existieren, nein, vielmehr die Stille mit der auf diese Situation reagiert wird. Keiner im Reich scheint Fragen zu stellen
noch sich Gedanken zu machen. Niemand scheint aufzustehen und laut zu sagen, daß wir etwas unternehmen müssen, vielmehr scheinen im Reich die Duckmäuser und Sesselpuper überhand zu nehmen. Verzeiht meine Ausdrucksweise, doch anders vermag ich es wohl nicht mehr vielen verständlich zu machen. Die meisten sind vielmehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und schauen nicht über den Rand der ihnen anvertrauten Lande, ausser es geht an ihre persönlichen Privilegien oder schränkt sie sonst irgendwie ein. Doch dieses Denken wird nicht auf Dauer erfolgreich sein, wir sind EIN Reich und als solches müssen wir auch ZUSAMMEN arbeiten. Es kann nicht angehen das viele die Gefahr nicht sehen, nur weil sie nicht unmittelbar vor ihrer Tür steht. Sicher, wir haben alle den Bann gegen Rhonda befürwortet und unterstützt, doch mit Worten ist es nicht getan. Davon wird sie sich kaum beeindrucken lassen, ja sie wird eher über uns Bürokraten und Schwätzer lachen als uns ernstzunehmen.
Nicht die Neo-Korvikaner, die Dämonen, die Al'Anfaner oder die Iri-Maat sind unsere größten Feinde sondern unsere eigene Untätigkeit, das Schweigen, welches sich beim Nieder-Adel breit macht. Mit großer Sorge und Traurigkeit muss ich dabei auf mein heimisches Tárethon blicken. Doch es gibt auch anderswo die Fatalisten. Menschen, die meinen ihre Stimme zähle nichts, die denken sie könnten nichts bewegen. IHR IRRT! Ihr wurdet nicht als Ja-sagende Verwalter in eure Lehen bestallt, um alles auf euch zukommen zu lassen. Allein schon, wenn ihr Eure Meinung kundtut könnt, offen Position gegen die Missstände bezieht, könnt ihr viel bewegen. Ihr seid nicht allein, habt den Mut Euch zusammenzufinden und zusammen mit den anderen für die Nisut und das Reich einzutreten. Geeint können wir alle Probleme beseitigen und in eine glorreiche Zukunft = blicken. Doch ihr müsst nicht nur lauthals Eure Probleme und Meinungen rauss= chreien, ihr müsst auch einander zuhören. Eine Fähigkeit, die zu schwinden beginnt.
Eigenbrödlerei und Selbstgefälligkeit sind zwei der größten Feinde die wir je haben können.
Auch kann es nicht im Sinne der Nisut sein, daß viele nicht über ihren heimischen Rand hinaussehen und nur in ihrer unmittelbaren Umgebung tätig werden - wenn überhaupt. Es kann zum Beispiel nicht sein, daß die Inseln von vielen auf dem Festland eher belächelt werden und daß man nur unzureichend über die Vorgänge am anderem Ende des Reiches Informiert ist. Die Probleme der anderen könnten schon morgen Eure Probleme sein. Und wer soll Euch dann noch helfen? Es reicht nicht einfach, nur passiv im heimischen Lehen zu sitzen, wir können und müssen aktiv werden. Nur so können wir unser Reich, das Reich der Nisut und Borons, zu Größe führen.
Verzeiht meine doch recht schroffen Worte, doch dieses musste meiner Ansicht nach gesagt werden. Zu lange wurde schon geschwiegen und es scheint, daß nur noch laute Worte manche von uns wachrütteln können.
Auch möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen daß wir alle feierlich erklärten, dieses Jahr mit mindestens 12, aber keinesfalls 13 zu diskutierenden Themen aufzuwarten. Ja, mir liegen die Worte noch sehr gut im Ohr. Und jeder, der gewillt ist sich über die Beschlüsse des letzten Kleine Konventes zu informieren kann dies auch tun. Falls es bei
manchen nicht das Schweigen sondern die Vergesslichkeit ist. Ebenfalls steht dieses Jahr die Wahl des Sechas an. Die Amtszeit des bisherigen Sechas Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr läuft aus, und er hat schon angekündigt, daß er aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidieren
wird. Es liegt an uns, einen geeigneten neuen Secha zu erwählen, einer, der die Angelegenheiten des Niederadels über persönlichen Ruhm und Vorteil stellt.
Quenadya Mezkarai, Sahet Ni H'Anyarco:
Liebe Freunde und Freundinnen in Amt und Würden!
Leider, und das meine ich mit vollem Ernst, kann ich meinem Vorredner, dem hochgeschätzen Mehib
Ni Tárethon, nur zustimmen. Der Kleinadel des Reiches ist seiner Rolle in den letzten Jahren in keinster Weise gerecht geworden! Seht, man lacht doch nur über uns! Und das nicht einmal zu Unrecht!
Boraidan ibn Saîd, Akîb Ni Mergyan, Mehib Ni Tárethon:
Brüder und Schwestern,
heute melde ich mich, aus gegebenem Anlaß, bezüglich der anstehenden Secha-Wahl bei Euch, und ich hoffe das ihr mir Gehör schenkt. Wie ihr wisst, müssen wir einen geeigneten neuen Secha erwählen. Einer, der das Reich und vor allem den Niederadel kennt und würdig vor unserer Nisut
und dem Hochadel vertreten kann. Doch es geht bei dieser Wahl nicht um einen Popularitäts-Wettbewerb. Nicht die schönen Reden sollten Euch beeindrucken, sondern die Persönlichkeit und die Taten der Bewerber.
Es ist nicht die Sache der Kandidaten sich in dem besten Licht darzustellen wie sie es nur können und mit zuckersüßem Munde zu sprechen und Euch mit Worten benebeln. Es ist Eure Aufgabe die Anwärter nach bestem Wissen und Gewissen zu prüfen und sie aus allen Perspektiven zu
betrachten. Nicht auf ihre Worte und Versprechungen kommt es an, sondern auf das, was sie vertreten wollen, wofür sie sich einsetzen wollen. Ein würdiges und ehrbares Verhalten ist nicht an das Amt des Sechas gebunden. Ein würdiger und ehrbarer Kandidat wird sich auch ohne ein Amt, ohne offizielle Bestätigung, ohne die Pflichten des Secha-Amtes ohne Blick auf Ruhm und Anerkennung richtig verhalten.
Auch wird es allein mit der Wahl eines geeigneten Mannes oder einer geeigneten Frau nicht getan sein. Wir müssen den neuen oder die neue Secha/t auch weiterhin unterstützen und ihm ermöglichen, sein Amt auch pflichtgemäss auszuüben. Es muss nicht der Secha erahnen, welche Probleme ihr haben könntet und Euch darauf ansprechen, nein, ihr müsst ihm mitteilen was euch bedrückt, was euch auf dem Herzen liegt und ihr unserer geschätzten Nisut gerne mitteilen wollt. Oder reist ihr von Tag zu Tag durch Eure Lehen und fragt jeden Bauern was ihn bedrückt? Habt nicht auch ihr Eure Vertreter, die Euch über die Situation informiert halten? Genau so verhält es sich mit dem Secha-Amt. Ihr seid die Vertreter unseres Sechas, ihr helft ihm bei seiner großen Aufgabe, dem Niederadel Gehör zu verschaffen. Das Secha-Amt ist nicht geschaffen worden um die privaten Ansichten und Meinungen des Amtsinhabers vor der Krone zu präsentieren, sondern um Eure Interessen zu vertreten. Doch wenn ihr auch wollt, daß ihr gehört werden, so müsst ihr auch in der Lage sein, eure Gedanken jemandem mitzuteilen. Dafür wurde das Amt des Sechas geschaffen. Jemand, der Eure Interessen vor der Krone vorschlägt wo sie dann durch die Gnade unserer Nisut auch angehört werden.
Durch eben diese uns zugestandene Gnade ist es überhaupt erst möglich, daß auch ihr Gehör finden könnt. Unsere Nisut erschuf das Amt des Sechas aus Güte zu uns, nicht weil sie es musste. Wollt ihr etwa diese Gnade, dieses Recht welches Sie und zugesteht einfach unbeachtet lassen, euch selbst die Möglichkeit nehmen einen Vertreter vor der Krone zu haben dem ihr eure Gedanken, Hoffnungen, Probleme, Befürchtungen, Wünsche und Meinungen mitteilen könnt und der sie dann treu und mit großer Sorgfalt vor der Krone vorträgt.
Aus ebendiesen Gründen muss Eure Wahl wohlüberlegt sein. Lasst euch nicht von Äusserlichkeiten beeindrucken, schaut in das wahre Wesen jedes noch kommenden Kanditaten und wählt mit Bedacht. Fällt eure eigene Entscheidung, und lasst euch auch von niemandem in dieser wichtigen Frage beeinflussen. Solltet ihr dies jedoch nicht tun, tretet ihr eure eigenen Priviliegien mit Füssen. Es geht hierbei nicht, ich kann es gar nicht oft genug wiederholen, um Ruhm, Macht oder sonstige Bereicherungen, sondern um die Zukunft von uns allen. Es ist nicht eine Frage des Geldes oder der familiären Unterstützung sondern einzig um die ehrenvolle Aufgabe den Niederadel würdig zu vertreten und ihm Gehör zu verschaffen.
Ich habe oft gesagt: "wir sind ein Reich", und daß wir nur zusammen stark werden können. Doch auch ein Reich besteht aus vielen. Bei der kommenden Aufgabe müsst ihr selbst, für euch allein eine Entscheidung treffen. Niemand kann und darf Euch dabei behilflich sein, ihr müsst nach euren eigenem Gewissen enscheiden wen ihr für dieses Amt geeignet haltet und wer nur aus rein persönlichen Gründen kandidiert. Die Vielseitigkeit ist nicht unsere Schwäche, sondern unsere Stärke. Was wir brauchen ist eine gemeinsame Identität. Diese Identität heißt Kemi!
Falls jetzt jemand erwartet, daß ich euch nun in meinen Augen geeignete Kandidaten nenne, so muss ich Euch enttäuschen. Diese Wahl, wer geeignet ist, muss von Euch getroffen werden und ich werde niemandem diese Entscheidung abnehmen.
Ich danke euch für eure Zeit, die ihr mir geliehen habt und hoffe, daß wir es mit der Unterstützung Boron schaffen werden, einen neuen Secha zu erwählen.
"Wir leben mit Borons Wundern in Bewahrung und Befreiung auf Hoffnung.Davon wollen wir singen, in alten und neuen Liedern, mit unseren Herzen und Stimmen, in unserem täglichen Leben."
Tahark Anchhabos, Akîb ni Seku Kesen
Die meisten unter Euch werden mich nicht kennen, denn viele Jahre war ich aus der Heimat fort und erst seit kurzem zahle ich zu diesem Kreis, doch muß ich sagen das mich die Worte des Boraidan ibn Saîd tief bewegt, aber auch angespornt haben. Noch viele Vorgänge im Lande entziehen sich meiner Kenntnis und zu meinem Bedauern muß ich auch zugeben, daß ich noch nicht sonderlich uber die Grenzen meiner eigenen Ta'akîb, gar nicht zu reden von den Grenzen der Táneset Djunizes, hinausgesehen habe. So muß ich bekunden, daß mir die Neo-Korvikaner, Iri-Maat oder die Dämonenplage wohl als Begriffe bekannt sind, doch Begriffe die für mich bis jetzt kaum eine Bedeutung hatten, ich sage bewußt bis jetzt, denn das Schweigen und das Desinteresse muß gebrochen werden, genauso wie der werte Akîb Ni Mergyan bekundet hat.
Nun, um auf die 12 strukturierten Themen zu kommen, hierbei muß ich erklären, daß ich hierzu keine Beitrag leisten kann, denn wie eingangs schon erwähnt bin ich noch neu in diesem Kreis und noch immer dabei die Note und Wänsche der Menschen in meinem eigenen Lehen zu erkunden. Doch habe ich mich trefflichst uber die letzten Beschlusse des Kleinen Konventes informiert und kann nur sagen ich bin schockiert. Wie konnte es soweit kommen, das jemand diese unser Gremium als Nutzlos bezeichnen kann? Wie tief ist der Adel unseres Landes gesunken, daß man ihn auf solche wei?e an seine Pflicht erinnern muß?
Der letzte Punkt meiner kleinen Antwort soll sich mit der Wahl zum neuen Secha beschaftigen, auch hier kann ich nur den Worten des Boraidan ibn Saîd zustimmen. Gerne würde ich meine eigene Person fur dieses Amt zur Verfügung stellen, doch leider muß ich bekunden, das ich mich selbst noch für unfähig halte, fur die Gesamtheit des kemschen Niederadels zu sprechen. Deshalb kann ich mich nur den Aufruf anschließen und sagen, die,
die ihr euch für befähigt haltet, stellt euch zur Wahl und tragt Sorge dafür, daß das Ansehen des Niederadels in unserem eigene Lande wieder steigt.
Dio C. de Cavazo, Sah Ni Sjepenhusen und Langrep:
In der Tat, liebe Kleinadelige, ich bin beeindruckt. Wenn ich mich hier im Rund umsehe, dann stelle ich mithin fest, daß bei einem Thema, das eure ureigensten Reste angeht, lediglich EIN Akîb, der "nur" Akîb ist, das Wort ergriffen hat... wahrlich eine beeindruckende Leistung. Und es ist für mich wenig erstaunlich, daß dieser mutige Mann aus Djunizes kommt, die Provinz, die bisher die einzigen fähigen Sechas hervorgebracht hat...
Der Mehib von Tárethon, die ehemalige Miltärgouverneurin von Yleha, sie waren es bisher, die dieses untote Gremium künstlich belebt haben, obschon man wahrlich meinen sollte, ihre kirchlichen beziehungsweise militärischen Pflichten würde ihre Zeit zu sehr in Anspruch nehmen, um sich um den Kleinadel zu sorgen...
Ihr aber, von den terkumer Wachteln angefangen, die letztjährig noch vollmundig zwölf Themen versprochen haben und die nun vermutlich den Aufschub des Branntweinmonopols bis zur Besinnungslosigkeit gefeiert haben, bis zu den sogenannten Inselwichten, die vornehmlich mit dem theoretischen Trockenlegen von Sümpfen glänzen, seid ihr wahrhafte Prachtexemplare... nein, nicht von der Sorte "Adeliger", sondern von der Sorte, die man neukem'sch seit einiger Zeit als "Wachteln" bezeichnet...
Aber sorgt Euch nicht. Denn ich, obschon ebenso wie meine hochgeehrten Vorredner mit wichtigeren Pflichten als die Rettung dieses Gremiums betraut, will es sein, der das erste Diskussionsthema in den Raum stellt: Schaffen wir den Secha ab, den Kleinen Konvent dazu, und entziehen wir dem Kleinadel das Adelsprädikat, um die Akîbs und Akîbets, wie in den glorreichen Zeiten kem'scher Vergangenheit in die Beamtenschaft einzureihen... eingedenk der in jener Schicht wohl vorherrschenden Abneigung gegen aufgabenfremde Fragestellungen und kreativen Lösungen...
Managarm, Kronjustitiar des Reiches, Meister der Bruderschaft der Wissenden,
Rechtsgutachter der Krone, Reichrat a.D., Baron von Zenach:
[lächelt wie eine Anakonda] Mein lieber Graf, oh Pardon... wir wollen ja niemandem in diesem regen Kreise auf die kleinadeligen Schnabelschuhe treten: mein werter Edler, Ihr sprecht eine Änderung der kemischen Reichsverfassung an... ein beklagenswerter Versuch, einen wie auch immer gearteten Enthusiamus hervorzurufen... zum Scheitern verurteilt, wie die ganze obsolete Farce, welche seid Jahr und Tag die Krankheit verschleppt, anstelle sie auszumerzen. Wir haben doch schon die unterschiedlichsten juristischen Kurpackungen und Schlammbäder unterfangen, und haben festgestellt, daß gerade hierbei immer der größte Aktionismus, precärerweise: widersächlicher Natur, entflammte.
Tahark Anchhabos, Akîb Ni Seku Kesen:
Bravo, bravo kann ich nur sagen, [böse in die Menge starrend] wieder ist es also soweit, man zweifelt dieses Gremium in seinem innersten an und verlangt von uns, unseren eigenen Konvent für immer aufzulösen. Nein, nicht nur das, auch noch den Status des Adels will man uns aberkennen und uns zu niederen Dienern des Kahet degradieren, nein nein wie konnte es nur soweit kommen? Ist es denn von uns zuviel verlangt einmal im Jahr offen und frei unsere Meinung zu sagen? Nun wie der verehrte Repa Dio Cardassion de Cavozo meint ja. Auch wenn unser Cronjustiziar zu bedenken gibt, daß es dazu erst einer Verfassungsänderung bedarf! Doch
wie lange wird der Hochadel brauchen, um eine solche durchzusetzen, wenn wie es ja offensichtlich ist auch auch der Cronjustiziar auf der Seite der Ablehner dieses Gremiums steht.
Mentia Ui Paratras, Akîbet Ni Sákem:
Verehrte Schwestern und Brüder vor dem Herrn,
es betrübt mich, so viel Unzufriedenheit unter dem Niederadel des Reiches zu sehen. Aber es ist leider eine traurige Wahrheit, dass viele unter uns ein politisches Desintresse entwickelt haben. Manche mag diese Aussage verwundern, da sie oder er doch tätig dort agieren, wo die Weisheit unserer heiligen Herrin sie oder ihn eingesetzt hat. Es genügt leider nicht!
Möge der Segen des Herrn auf Euch liegen!
Myrádâ ta al'Areal, Seret ni Antien'Marét:
Myrádâ ta al'Areal, Seret ni Antien'Marét bat nach der letzten Rede um Gehör: "Verehrter Kleiner Konvent, verehrter Kleinadel, der ewige und holde Rabe, möge sein weißes Federkleid schützend über uns sein, sei gepriesen! Auch wenn ich erst seit kurzem zu dieser hohen Runde gehöre, denn es es ist kaum einen Mond her, daß ich das Kloster verließ und von meiner Hatyat zu diesem Amt berufen wurde, will ich doch vor Euch sprechen.
Managarm, Akîb Ni Zenach:
[mit geschlossenen Augen, fast genießerisch] "Auch so kann man es wohl ausdrücken... aber einen Secha wählen, zum Zwecke, daß er um seine eigene Entlassung nachsuchen möchte...?"
Akîb Lirobal ni Ladrón ni Táyab:
[sich kurz räuspernd und dann ein wenig unsicher aufstehend, um sich auch zu Wort melden] "Nun, auch ich gehöre erst seit wenigen Monden zu dieser erlauchten Runde, und nachdem ich mir so das bisherige angehört habe, brennt meine Zunge darauf, auch meine Meinung kund zu tun. Zu allererst muss ich mein Erstaunen eingestehen. Wohl hat die Mehrheit des hier anwesenden Kleinadels das Anliegen, dem Hochadel eins auszuwischen, seine Macht zu verringern. Und doch, [dabei schweift sein Blick über die Anwesenden] wer von euch hegt nicht insgeheim den Wunsch, selbst in eben diesen Hochadel aufzusteigen?!? Und ich bin überzeugt, dass ein jeder Baron der hier und heute die Macht des Hochadels verringern will, sobald er selbst
von eben jener Macht gekostet hat, sie auszubreiten versuchen wird.
Man denke an die Groteske beim Stimmenthaltungsverbot - wieviele haben leidenschaftlich dafür gekämpft, sich enthalten zu dürfen... Mein guter Graf, glaubt Ihr ernstlich, die Drohung der Auflösung führt zu etwas...?
Nemo posse ultra obligatur. Der Konvent wird soviel Gärung immer haben, um sich im Bottich der Politik zu halten, aber ein rechter Most wird nie daraus werden. Eine Abstimmung über die Umwandlung des Kleinen Konventes in eine Verwaltung wird immer negativ ausgehn, sie liegt schon zu offensichtlich im Bereich des Nachteiligen (was die letztjährige Ablehnung des Antrags, ob 2
Sechas gekürt werden sollen, offenbar nicht war, sancta simplicitas...).
Ich werde diesen Konvent genauestens beobachten. Die Verspottung der Verfassung: Zu Rat und Entscheidung ruft die Nisut zum Kleinen Konvente!! wird das Krongericht ohne weiteres nicht mehr sich fassungslos anschauen. Wenn Unser Eindruck als Rechtsgutachter der Krone, als welcher Wir jedem Reichsgremium ebenfalls beiwohnen, so ungünstig sein wird, wie die letzten Jahre, werden Wir eine entsprechende Verfassungsnovelle ausarbeiten, die Euren Vorschlag, Graf Cavazo, aufgreifen wird, dem Großen Konvent und der Nisut vorlegen, und gutheißen, daß dieser Trauerspiel endlich zum wohlverdienten Schlußakte gelangt. Und nun, unterhaltet Euch über Staßenbau, Biersteuer und Mückenplagen, es könnte das letzte Mal sein.
Nun, ich muß bekennen, ich weiß es nicht. Doch muß ich auch bekennen, daß ich mich in einem anderen Punkt getäuscht habe, sehr wohl kann ich zu den 12 geforderten Themen etwas beitragen und wie ich sehr hoffe wird uns der verehrte Cronjustitiar des Reiches in seiner unermeßlichen Weisheit [Sarkasmus triefend] sicherlich über die Rechtmäßigkeit und Durchführbarkeit dieses Vorschlags informieren. Vielleicht liege ich auch wieder mit meinen transmonarchistischen Vorstellungen zu weit vom göttlichen Weg entfernt, falls dies der Fall ist hoffe ich doch auf einen Hinweis von unserer Kirche, doch hiermit stelle ich zur Diskussion den Vorschlag zur
Restauration und Stärkung des Kleinen Konventes:
Von nun an soll jeder Niederadlige, der in diesem unserem Gremium stimmberechtigt ist, seine
Stimme auf einen anderen Stimmberechtigten übertagen können, auf daß seine Stimme nicht im Schweigen der Untätigkeit untergehe, sondern von solchen hier geführt wird, die sich bereitfinden laut aufzuschreien und hier vor aller Öffentlichkeit ihre Meinung zum Wohle des Reiches kundzutun. Verzeiht, wenn sich dies nach einem Anfall von Wahnsinn anhört, mitnichten will ich den Einfluss einzelner im Konvent brechen, doch ist es doch eine Tatsache, wer nicht mitdisputiert, dem fehlt der tiefe Einblick in den Sachverhalt und so sollte er seine Stimme bei der Abstimmung auf jemand übertragen, dessen Urteil er vertrauen schenkt.
Doch nun zu Ende, den wie ich bemerke, habe ich mich wieder in Rage geredet. So ende ich mit dem Aufruf: ERHALTET DEN KONVENT!
Wir sind jene die sowohl für das einfache Weib oder den einfachen Mann in unseren Ländereien sprechen. Unser Wille ist ihr Wille, oder sollte es jedenfalls sein, denn wir wiederum sind unserer heiligen Herrin verpflichtet. In ihrem Namen führen wir unsere Lehen. Wie kann es also sein, wenn wir ihr verpflichtet sind, dass wir ihr nicht mit Rat und Tat beiseite stehen? Denn wer ist ein guter Verwalter? Einer der sich auf seiner Aufgabe ausruht und das restliche Dere Dere sein läßt, oder jener, der nicht bestem Wissen und Gewissen auch auf das Andere eingeht? Auch mir ist viel Zeit verloren gegangen und vieles in meinem Lehen beansprucht mich über alle Maßen. Doch Zeit zu finden, um auch jenes zu beachten, welches außerhalb meiner Tá'Akibet liegt, muß eine größere Bedeutung erhalten.
Verehrte Sahet Quenadya Mezkarai Ni H'Anyarco, kaum einer wird über den Niederadel lachen, viel mehr werden sie betrübt sein, darüber wie wir unser Verhalten. Anschuldigungen und Worte alleine werden uns nicht aus diesem Trauertal erlösen. Taten uns Vorschläge sind zu treffen und zu
unterbreiten und ein Mensch alleine ist dazu wahrlich nicht in der Lage. Sie oder er kann nur einen Anstoß liefern und danach versuch das zu lenken, was darauf folgen wird.
Hochverehrter Dio C. de Cavazo tut es not, so auf den Adel verbal einzuschlagen, steigert das nicht, den vielleicht vorhandenen Mißmut? Wie ich schon im Bezug auf Sahet Quenadya Mezkarai
erwähnt habe, Worte und vorallem solche Worte, werden die Anteilnahmslosigkeit nicht mindern. Was schlagt ihr vor, wenn ihr schon in diesem Maße zu verfahren gedenkt? Anklagen sind um ein Vielfaches leichter aus Gesprochen, als die Taten um ihnen den Boden unter den Füßen zu entziehen. Laßt uns somit gemeinsam voranschreiten und auch gemeinsam unsere Probleme lösen. Gemeinsam sind wir stark genug, um auch für das Reich stark zu sein. Der Ingrimmsstich für einen Erfolg muß aus uns selbst kommen!
Da meine Person nun in erster Linie dem Wohl der heiligen Herrin und meiner Tá'akîbet Sakem verpflichtet ist, aber ich auch nur wenig Bestreben auf der Seite meiner Schwestern und Brüder sehe ihre Bedürfnisse gegenüber dem Reich zu vertreten, will ich mich als Kandidatin für das Amt der Sechat aufstellen lassen. Doch eines muß zu fürderst erwähnen, in diesem Amt würde ich unsere Anliegen vertreten, jedoch darf es dabei nicht zu einer Vernachlässigung meiner sonstigen Pflichten kommen. Wir sind zu allererst Verwalter und Vertreter unserer heiligen Nisut und dann erst eigene Personen!
Es schmerzt mich mitzuerleben, wie der Wunsch und das Wort der Boronstochter, HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge der weiße Rabe seine Schwingen über sie halten, daß die Boronstochter von euch derartig respektlos behandelt wird, wie Ihr es tut. Ihr Wunsch war es, Ihren Kleinadel in einem Konvent geeint zu sehen und durch den Mund eines gewählten Vertreters zu hören. Also ist es unsere heilige Pflicht, diesem Wunsch zu entsprechen! [energischer] Aber Ihr, Ihr
spottet ihr, indem Ihr über den Sinn uns Zweck dieses Konvents diskutiert! Woll Ihr wirklich über den Sinn heiliger Anweisungen diskutieren? Das ist Blasphemie!"
[ruhiger] "Aber wenn sie Nisut, HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge Ihr göttlicher Vater ihre Täume bewachen, meint, ihr eigenes Wort zurück nehmen zu müssen, so sollten wir uns schämen, denn wir waren nicht in der Lage, diesen göttlichen Auftrag zu erfüllen! Und wie ich hier sehe, sind wir nicht in der Lage, den Wunsch der Nisut zu entsprechen, denn wir pervertiern den Konvent zu einer Affengauklerei! Wir haben unsere göttliche Nisut, HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge der weiße Rabe Ihr Haupt küssen, enttäuscht! Wir sind es nicht wert, uns niederer Adel zu nennen.
Deshalb schlage ich vor, anstelle über Brandweinmonopole oder andere Lächerlichkeiten, die wir uns nur ausdenken, um das Maß an Themen zu füllen, zu reden, sollten wir in diesem Götterlauf nur einen Vertreter wählen, dessen einzige Aufgabe es sein soll, sich demütigst für unser Versagen bei der heiligen Boronstochter HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge der ewige Rabe ihr Weisheit auf all Ihren Wegen schenken, zu entschuldigen und um die Auflösung dieses Konventes bitten. Zudem soll er sie bitten, über das weitere Schicksal des Kleinadels zu entscheiden, denn eins ist klar: So geht es nicht mehr weiter!" [mit geschlossenen Augen und zur Decke erhobenen Handflächen]
"Möge der weiße Rabe über unser Schicksal wachen und möge seine Tochter HEILIG! HEILIG! HEILIG! uns weise leiten!"
Was die Wahl des Sechas betrifft, so muss ich sagen, dass er auf keinen Fall abgeschaffen werden darf, genauso wenig wie auch der Konvent oder der Baronien-Status. Ist es denn nicht so, dass Männer und Frauen, welche mit irgendwelche hochtrabenden Titel und Befehlsgewalten ausgestattet sind, viel eher motiviert und aktiv am Wohle des eigenen Staates gelegen sind, als wenn sie nur einer unter vielen und auswechselbaren Beamten sind?
Und ich glaube, so eine Art von Rechtsreform kann keinesfalls dem Wohle des Staates dienen, sondern dem Eigennutz des Hochadles, der damit noch mehr Macht kosten kann. Und die Nisut kann nur von einem Konvent wie diesem profitieren, stehen wir Akîbs dem Volke doch näher und können so sein Leid, aber auch seine Freude weiterleiten. [hält inne, setzt sich geräuschlos und lauscht weiter aufmerksam]
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