Die Tásahet H'Anyârco
Lage
Die südlichste Tásahet von Antien'Marét ist überwiegend mit dichtem Dschungel bedeckt. Das Gebiet erstreckt sich vom Catcocosee mit dem Dorf Catco, dem Yleha-Pfad folgend bis zu den Süderbergen an der Grenze zu Zernach. Die Geschicke von H'Anyârco sind eng mit der gleichnamigen Akademie verknüpft, den der jeweilige Leiter, zur Zeit ist es Quenadya Adilyai Mezkarai, ist automatisch der Sah, bzw. die Sahet der Gegend.
Ihrer Majestät Kemiköniglich Ylehische Akademie für Strategie, Taktik und moderne Kampfeskünste zu H'Anyârco
Wo sich noch nicht allzu langer Zeit die Trümmer des altehrwürdigen Schlosses H'Anyârco aus dem dichten Dschungel Ylehas über die Nebelbänke am Anyôr ragten, dort haben Schwarze Armee, Táhátya Yleha und unzählige Mäzen aus kem'scher und vor allem yleh'scher Wirtschaft und Politik gemeinsam die erste und bisher einzige Militärakademie des Kemi-Reiches aus dem Urwaldboden gestampft.
In den nach frischer Farbe riechenden Hallen und Lehrsälen des durch Palisaden, Wälle und Mauern sorgsam geschützten Campus' werden ab dem fünften Rondra des Jahres 1021 BF die angehenden und die vorhandenen Offiziere - den neuesten Plänen der Akademieleitung und des Marschallsstabes zufolge aber auch die 'normalen' Mannschaften - der Kemiköniglichen Schwarzen Armee aus-, weiter- und fortgebildet.
Dem gepflegten, allerdings noch immer an eine große Baustelle gemahnenden Schloß, dem Campus der Akademie, angeschlossen sind geheimdienstliche Ausbildungsstätten für die Sondertruppen des KKAB, ein medizinisches Institut, eine Waffenschmiede und ein Militärmuseum sowie der Stab der Kemiköniglichen Milizen (I. Regiment der Schwarzen Armee), welcher durch rege Bauvorhaben in dem zugewiesenen Schloßteil und außerhalb der dicken Mauern andeutet, daß die bisher errichteten Verwaltungsgebäude erst der Anfang gewesen sind. Sogar von einer 'Grundausbildung' für alle neu ausgehobenen Truppen Kemis auf H'Anyârco und in seinem Umfeld wird offen diskutiert, wobei die Milizen kurioser Weise den größten Anteil der auszubildenden Truppen bilden sollen.
Wahrlich, H'Anyârco hat sich gemausert - von einer Ruine zu einer Militärakademie ersten Ranges; einer Akademie, die die Feinde Kemis noch zu fürchten lernen werden.Arane Bonhá, Marschall-Inspekteurin der Kemiköniglichen Militärschulen, und Quenadya Adilyai Mezkarai, General-Obristin und Akademieleiterin, können mit ihrem Sitz H'Anyârco vollauf zufrieden sein; selbst, wenn dieser Sitz noch lange nicht fertiggestellt ist.
Ein Einblick
"Liebster Torquin,
ich schreibe Dir nach Monden zum ersten Male. Zu hart ist die Ausbildung hier, als daß uns Zeit für Briefe an die Liebenden bleibt. Doch bin ich froh hier zu sein. Stetiger Drill und stetige Züchtigung, mehrmals täglich Läufe auf den Waldpfaden, Klettern über drei Schritt hohe, senkrechte Mauern, Waffenübungen am Morgen und Unterricht am Nachmittag, karges aber gutes Essen, ein Gefühl der Kameradschaft und der Freundschaft, weniger der Konkurrenz und der Feindschaft (wie ich sie erwartet hatte), aber auch der Zwang sich unterzuordnen und das zu tun, was einem die Ausbilder sagen, das ist es, was H'Anyârco ausmacht.
So schwer es mir fällt das zuzugeben: Es gefällt mir hier. Die Ausbilder zeigen uns nicht nur wie man kämpft, sondern auch wie man denkt. Man zeigt uns nicht alleine den Kampf im Dschungel und die Waffen unserer Armee, sondern versucht uns zudem auf das vorzubereiten, was uns an anderem Orte erwartet; andere Waffen, andere Armeen, anderes Wetter, andere Sprachen. All das habe ich kennengelernt in unzähligen Stunden des schieren Sitzens und Zuhörens ... des Dasitzens und Versinkens in den Geschichten erfahrener Krieger, weitgereister Kartographen und von Abenteuern gezeichneten Questadores.
Sie zeigen uns hier nicht nur den Weg zu Kämpfen. Sie zeigen uns auch den Weg zu Überleben. Und ich bin stolz und froh zugleich hier mein blutiges Handwerk zu lernen. Auf das ich und meine späteren Untergebenen von den Schlachtfeldern siegreich und zahlreich zurückkehren werden ..."
Aus einem Brief der Offiziersanwärterin Delia Velchin, H'Anyârco, 1021 BF.
Ihro Wohlgeboren, die Sahet H'Anyârco
Privileg der heutigen Akademieleiterin, Generalobristin Quenadya Adilyai Mezkarai, sowie aller jener tapferen Männer und Frauen, die ihr folgen werden, ist das Amt des Sahs respektive der Sahet Ni H'Anyârco. Diesem Adelsrange, der der Tá'akîb Antien'Marét, Hátya Ni Yleha wie auch Hekátet und Nisut die Lehnstreue schuldig ist, untersteht das Gebiet des Anyôrtales als Lehen - zugleich Übungs- und Manövergebiet der Akademie und unumstrittener Einflußbereich der berühmten und berüchtigten Catco...
Der Lehrplan
Egal was es zu erlernen gilt für den üblichen Soldaten, den Feldscherer, den Offizier der Armee Kemis - es ist in H'Anyârcos Angebot. Der Lehrplan ist weit gestreut und umfaßt mannigfaltige Fächer, Seminare und Lehrgänge. Bereits im Lehrjahr 25 S.G. wird den Wissensdurstigen vom militärgeographischen Seminar über rechtskundliche Lehrgänge und militärische Diskussionsforen bis hin zu "Strategie und Taktik IV', einer Spezialausbildung für den Offizier im Dschungelkampf so ziemlich alles angeboten, das Soldaten der Erfüllung des Mottos der Akademie näher bringt:
QUID NON PRO REGINA ET PATRIA?
('Was nicht für Königin und Vaterland?')
Das Wappen der Tásahet H'Anyârco
Das Wappen der neu gebildeten Tásahet H'Anyârco, welche der jeweiligen Akademieleiterin oder dem jeweiligen Akademieleiter (derzeit Quenadya Adilyai Mezkarai) Ihrer Majestät Kemiköniglich Ylehischer Akademie für Strategie, Taktik und moderne Kampfeskünste zu H'Anyârco zufällt, entspricht dem Wappenzeichen der Akademie.
Im Allgemeinen handelt es sich dabei um ein Schwert mit geflammter Klinge, vor dem das Wappen der Táhátya Yleha als kleiner Wappenschild dargestellt wird.
Neben genannter Ursprungsform wird zu repräsentativen Zwecken und in offiziellen Dokumenten neuerdings üblicherweise die folgende Anordnung genutzt:
Wappen unterteilt durch ein breites Rotes Kreuz (als Zeichen des Blutflusses Anyôrs und des rondragetreuen Schwertes) in vier schwarze Randfelder. In den beiden oberen Randfeldern je ein weißer Rabe (als Zeichen Ylehas). Im Inneren des Roten Kreuzes und zugleich in der Mitte des Wappens befindet sich ein geflammtes Schwert.
Zusätzliche Wappenattribute:
Darüber der Sahetsreif, von einem schwarzen (kem'schen) Raben gehalten,dahinter ein Ebenholzbaum (als Zeichen Borons und Betonung der Edlen Ausbildung; zudem als Bezug auf den Ebenholzhain, der H'Anyârco umgibt), hinter welchem sich wiederum zwei gekreuzte Schwerter, ergänzt durch zwei Hellebarden (als Zeichen der Offiziers- und Gardedienste) befinden.
Schildhalter sind Schattenleuin (auf der Linken) und Rabe (auf der Rechten) als Zeichen von Kriegsgöttin und Reichsgott. Unter dem Schild das Motto:
QUID NON PRO REGINA ET PATRIA?
('Was nicht für Königin und Vaterland?')
Siedlungen
Catco
| Einwohner/innen: |
40 |
Einrichtungen: |
1 Gasthaus
kein Markt |
| Bewohner/innen: |
Catco, Holzfäller |
| Erreichbar über: |
Ylehapfad |
| Produkte: |
Holz (viel) |
Wenn es eine Siedlung gibt, die im Zentrum Ylehas liegt, dann ist das sicherlich Catco. Die kleine Anzahl mehr oder minder schäbiger Hütten und Häuser in denen mehrheitlich Catco wohnen (daher auch der Name "Catco") die einzige bedeutende Siedlung in weitem Umkreis. Begründet von einwandernden Siedler (zum Beispiel aus Sylla) und den Catco, entwickelte sich die Siedlung über Jahrhunderte hinweg recht gut - kurz nach Tar'Chîns Machtübernahme sorgten seine Schergen allerdings dafür, daß von Catco nur noch rauchende Trümmer übrigblieben. Das Schicksal des ersten Catco sollten die nachfolgenden Orte gleichen Namens immer wieder nachleben: Von Al'Anfanern besetzt, gebrandschatzt, geplündert und niedergebrannt - die Bewohner dahingeschlachtet, versklavt oder vertrieben.
Was sich heute Catco schimpft, ist eine recht kleine Siedlung, die vor einigen Jahrzehnten auf den Ruinen eines al'anfanisch-mengbillanischen Sklavenfängercamps gegründet wurde. Es überdauerte seither nicht nur die letzte al'anfanische Besatzung, sondern auch den Umstand, daß örtliche Catco sich teilweise entschlossen "heimzukehren in den Wald aus dem sie kamen".
Ihren Lebensunterhalt verdienen die Bewohner und Bewohnerinnen Catcos, das auf einer Lichtung am Ufer des Catcocosees liegt, mit dem Anbau von etwas Getreide, ein wenig Gemüse, dem Fischen und dem Anfertigen von "Kunstgegenständen" aus Catco-Hand.
Vor allem das Einschlagen des kostbaren Holzes der Umgebung bringt dem Weiler gutes Geld ein, so daß man sich in den außen recht schäbig und unscheinbar wirkenden Hütten und Häusern einen guten Lebensstandard leisten kann.
Fort Südergart
| Einwohner/innen: |
6 |
Einrichtungen: |
Schänke
2 Mienen
1 Esse
1 Grobschmiedin
1 Waffenschmiedin
1 Schwertfeger
Gasthaus
Fort
|
| Bewohner/innen: |
Jäger |
| Erreichbar über: |
Ylehapfad |
| Produkte: |
Wild (mäßig) |
Die südlichste Festung Antien'Maréts am Elâni beschützt vor allem den Handelsverkehr auf dem Ylehapfad und überwacht die Grenze zum Wächterland, einem autonomen Gebiet der Catco.
Fort Südergart ist eigentlich nicht mehr als eine lockere Ansammlung von Schuppen mit tiefen Kellern, in denen es das ganze Jahr über recht kühl ist und die so zur Zwischenlagerung von Handelsgütern genutz werden, von einem gemauertem Turm, der der die eigentliche Festung darstellt und über die Wipfel der hohen Bäume reicht und einem kleinem Gasthaus, wo man neben Speis und Trank auch saubere Betten und frische Packtiere finden kann.
Das Fort ist auf einer Lichtung am Ylehapfad errichtet und wird von einer hohen Palisadenwand geschützt. Dies und die wenig ständig hier postierter Soldaten haben seit der Befreiung von den al'Anfanischen Besatzern bis jetzt genug Sicherheit vor den Gefahren der Dschungels und verirrte Übergriffen der Catco und zudem Schutz und Unterkunft für Reisende und Waren geboten.
Anyôr und das Anyôrtal
| Einwohner/innen: |
39 |
Einrichtungen: |
1 Schenke
1 Handwerkerin
Kriegerakademie
1 Bauer |
| Bewohner/innen: |
Jäger
Holzfällerinnen |
| Erreichbar über: |
Dschungelpfad |
| Produkte: |
Holz (viel)
Wild (viel) |
"Cá'h yâra" ("Heiliger Fluß des Blutes") ist der Name, den die Catco "ihrem" Fluß gegeben haben.
Einmal im Jahr, direkt vor Beginn der Rondra-Regenzeit, färbt sich der Anyôr aus einem unbekannten Grund blutrot.Wenn der Anyôr sich rot färbt, kann man in ganz Yleha über Tage hinweg die Trommeln der Catco hören - ein Zeichen für alle Feinde der Catco, das "die Kinder des Rabens" noch immer da sind. Traditionsgemäß werden an jenem Tag Feinde der Catco in ganz Yleha ermordet.
Der Ylehapfad
Dieser breite Pfad erschließt die Tásahet und verläuft, von der Stadt Yleha kommend, durch das Dorf Catco, an Fort Südergart vorbei und durch die Süderberge nach Zenach. Er ist gut befestigt und wird regelmäßig gepflegt und vom Dschungel zurückerobert, da er eine wichtige Handelsroute nach Zenach darstellt. So ist er fast schon als eine Straße anzusehen.
Berge und Flüsse
Der Dayôr
Zwischen den Süderbergen stürzt der Wildbach - und nichts anderes ist er - in seltsamen und äußerst filigranen Kaskaden hervor. Hunderte Schritt legt der "Fluß" in wenigen weiten Sprüngen zurück. Ein wahrhaftig atemberaubendes Schauspiel, das sich den Reisenden auf dem Yleha-Pfad aus der Ferne zeigt.
Die Süderberge
"Süderberge" ist der ylehische Name für die nordwestlichsten Ausläufer der "Silbernen Ströme", deren Hauptkamm entlang der Grenze zu Zenach, kurz außerhalb des ylehischen Gebietes, verläuft. In den allerhöchstens 400 Schritt Höhe erreichenden Süderbergen wurde in der Zeit Tar'Chîns massiver Tagebau betrieben. Viele Sklaven ließen in den unsicheren Gruben ihre Leben für jenes Silber, das Tar'Chîns Reichtum ausmachte und bis in heutige Tage in den einstmals prächtigen, aber heute verfallenen Palästen und Prunkbauten Ylehas fortbesteht.
von Armin Abele, Bettina Pony Wiese und T. W.