Die Geschichte des Kemi-Königreichs
vom
Anbeginn der Zeit bis zum heutigen Tage

Die Vorzeit

Wie alles begann...

Der Hl. Kacha erwürgt den
Hund des R'karoth.
Die Ursprünge des Königreichs der Kemi lassen sich aufgrund der Funde auf der Insel Laguana bis weit in die Vergangenheit zurückdatieren, so man das Land als den Nachfolger des heute fast ausgelöschten Kulturvolkes der Kemi sehen mag. Die Gründung des Kemi-Reiches liegt im Dunkel der Mythen und Legenden verborgen. Dieses Ereignis fiel in die Zeiten, in denen in Aventurien das Chaos herrschte. Damals sei der Gott Veser (der auch als Beren bezeichnet wird und mit Boron identisch ist) aus einem für ihn kurz währenden Schlafe erwacht und habe gesehen, daß Seine Schöpfung Unordnung war. So habe Er einen Menschen erwählt, der Ihm als geeignet schien, jenes Chaos zu ordnen. "Und so ward der erste Nefer der Kemi gekürt und sein Name war Kacha" - die erste Dynastie war begründet. Nefer Kacha herrschte nur zehn Jahre, doch wird von ihm berichtet, daß er zehn große Taten vollbracht hatte, die ihm den Aufstieg an die Seite des Herrn erlaubten. Welcher Art diese Taten waren, ist nicht überliefert, doch scheint der Nefer wahrhaft Unmenschliches geleistet zu haben, denn sein Nachfolger erbte "ein blühendes Land, in dem der Überfluß herrschte".

Das Alte Reich

Heldinnen, Daimonen und Barbaren...

Die böse Zauberin-Nisut
Nesereka.
Erst wieder 3757 Jahre vor der Staatsgründung kommt Licht ins Dunkel der Geschichte. Dort nämlich bestieg die Nisut Peri I. den Thron der Kemi, eine "Heldin, stark wie der Tiger, strahlend wie die Sonne und mächtig wie der Fels." Die Nisut, die gegen die "Horden der Ungläubigen auszog" und diese in "den Wäldern jagte" war nur sehr selten im Lande, denn wie berichtet wird, habe Ihre Majestät "ihre Grenzsteine gen Ost bis ans Meer gesetzt" und "gen Norden das große Gebirge erspähet". Die Herrschaft der 3.Dynastie ermöglichte eine Blüte der Baukunst und Wissenschaft. So wurde unter Nisut Nebeka II. die Grabanlage zu Laguana errichtet. In den entlegenen Gebieten des Reiches wurden Tempel und astronomische Beobachtungstürme errichtet; ihre Überreste findet man gar in den Wäldern um H'Rabaal. Auch wird von einer großen Bibliothek im Ort Terkum berichtet.
Die ruhige Zeit ging mit dem Thronraub der Nisut Nesereka vorüber, die ihrem Vater Djesar I. "das Herz durch bösen Zauber entriß." Der Herrscherin blieben jedoch ebenfalls nur zwei Jahre, dann wurde sie von Djesar II., dem Bruder des gemeuchelten Nefers", auf ihrem Lager durchbohret, bis das Leben aus ihr wich." Doch Djesar II. "siech fortan dahin, gram vor Trauer um seinen Bruder, so daß das Reich darniederging und die Barbaren den Kemi gar viel Blutzoll abforderten." Djesar II. verschied nach nur zwei Jahren im Amt und seine Tochter Chuni erbte die Herrscherinnenwürde. Die Nisut rüstete gleich zum Kriege gegen die "Barbaren", doch erlitt sie in ihrem Feldzug mehrere vernichtende Niederlagen und fiel schließlich bei der Eroberung von Terkum durch die "Barbaren, die die Stadt niederbrannten und alle Einwohner umbrachten. Der Leib der Nisut aber wurde von den Wilden zerstückelt, ihre Glieder kochten sie, alsdann sie verzehret wurden. Die Knochen aber sammelte ein heiliger Mann, auf daß sie bestattet würden an heiligem Orte."
Die Hl. Peri (II.) streitet wider den
Daimonen-Herzog Okhonnokh
Die drei folgenden Dynastien vermochten nicht, den Niedergang des Reiches aufzuhalten. So sind auch die Aufzeichnungen aus dieser Zeit wenig aufschlußreich, überliefert ist lediglich ein langer Klagemonolog des Nefers Menakhor, der sich bitterlich darüber beklagt, daß seine Katze zu Tode gestürzt sei, während vor den Toren seiner Hauptstadt die Horden des Dämonensultans, den die Kemi Okhonnokh nennen, brandschatzten. Doch noch einmal sollte dem Kemi-Reich eine Gnade des Herrn widerfahren, der die unsägliche "Nisut Merira II., mit Blitz und Donner erschlug und den Menschen die Heldin Peri schickte."
Diese zog an der Spitze ihres Heeres aus und drängte den Feind bis an das "große Meer von Sand". Dieser Feldzug mag Jahrzehnte gedauert haben, denn es wird kein Ereignis überliefert, welches die Nisut Peri II. auf dem Gebiete des heutigen Kemi-Reiches lokalisiert. Nach einer vierundneunzigjährigen (!) Regierungszeit - der Herr muß die Herrscherin wahrlich gesegnet haben - stirbt die Nisut am Rande der Khom-Wüste, als "sie dem Verderber Okhonnokh selbst gegenüberstand. Die Herrin war nackt und bloß, doch mit der Macht Borons, der Dämon ward von seinem Dienern, den zwäölf Fürsten der Niederhöllen, unterstützt. Nach drei mal drei Tagen des grausamen Kampfes ward der Herrin Triumph zuteil, denn der Verderber wurde in die tiefsten Abgründe hinabgestoßen. Die Herrin aber ward zum Herrn berufen, und so begann ein lautes Wehklagen." Nachfolgerin der Nisut wurde deren Schwester Merira III., die sich aber dem Namenlosen zuwandte, weil sie der Dämonensultan vor seinem Sturz noch in seinen Bann schlagen konnte. Merira III. herrschte mit so großer Grausamkeit daß sie nach fünf Jahren von ihrem Diener erschlagen wurde.

Das erste Interregnum und das Neue Reich

Déjà vu...?

Nefer Monthu I. in
traditioneller, das
Gesicht verbergender
Priesterrobe.
Da die Nisut keine Erben hinterlassen hatte, versank das Reich ins Chaos der 1.Zwischenzeit, in der sich unzählige Fraktionen um die Neferwürde stritten. Während der Wirren verlor das Reich alle Gebiete, die es während der Zeit der Nisut Peri II. gewonnen hatte, und im Jahre 3010 standen die "Barbaren" bereits wieder vor dem heutigen Djett. Das Interregnum wurde beendet, als sich "die Kemi ob des Ansturms der grausamen Barbaren zusammenfanden und beschlossen, daß Monthu ihr neuer Nefer sein solle. Nefer Monthu I., ein "Diener des Herrn", einte das Volk und kämpfte erfolgreich gegen die Barbaren. Als dessen Urenkelin ohne Erben starb, hatte man wohl die Lehren aus der Vergangenheit gezogen und befragte die Priester ob der Nachfolge. So konnte die Nisut Chepeka schließlich den Thron besteigen, eine Herrscherin, deren Weisheit bis heute gerühmt und die vor allem als gütige und kluge Richterin verehrt wird. Die von ihr begründete 8. Dynastie konsolidierte das geschrumpfte Reich, das nun alle Territorien zwischen Mohema und Alema umfaßte.
Der erneute Verfall des Reiches wurde von Nefer Neserkara II. eingeleitet der in seiner 24-jährigen Amtszeit vermutlich mehr Menschen umbrachte, als bisher durch die "Barbarenangriffe" gefallen waren. Die Nachfolger des Nefers, der einen Kerker "groß wie eine Stadt und eine Arena errichten ließ, in der die Angeklagten auf Leben und Tod gegeneinander zu kämpfen hatten", waren seiner Grausamkeit durchaus ebenbürtig, von Sekemra X. wird gar berichtet, er habe die Opfer seiner Wut gar bei lebendigem Leibe verzehrt. Als der Despot schließlich - wie die Inschrift auf seinem Grabe mit Ironie bemerkt - an einem verschlucktem Knochen starb, wurde dessen Tochter Kameses Nisut des Kemi-Reichs. Diese stand ihrem Vater und seinen Vorfahren in unversöhnlichem Haß gegenüber, starb aber bereits nach fünf Regierungsjahren an einer langwierigen und abscheulichen Krankheit, die der Dämonenfäule sehr ähnelt - wie es heißt, sei sie von ihrem sterbenden Vater verflucht worden. Mit der folgenden 12. und 13.Dynastie begann für das Reich wieder ein Aufschwung, der erst unter dem Nefer Setepen I. in der 15.Dynastie beendet war.
Nefer Meranepa
nebst Gemahlin.
In die Zeit der 12. und 13.Dynastie fallen so große Könige wie Djutemes III., der ein begnadeter Feldherr war und die Reichsgrenzen bis zum Jalob und bis nach Táheken ausdehnte, die Königinnen Imhetep III. und Imhetep IV., beide großartige Bauherrinnen, deren Zeugnisse noch in Ruinen überall im kem'schen Regenwald zu begutachten sind und die die Grabgewölbe zu Laguana zu dem zauberhaften Ort umgestaltet haben, der er bis heute geblieben ist, und auch die Nisut Ela IV., die dem Reich ein geschriebenes Gesetz geschenkt hat und erstmals die Grundlagen der Kemi-Sprache in mehreren Inschriften festhalten ließ. Nefer Meranepa war als ein Förderer der Künste bekannt; unter seiner Herrschaft brachten es die Malerei und die Bildhauerkunst zur Blüte. Der Stil der 13.Dynastie erfährt mit seiner klassisch-realistischen Darstellungsweise heutzutage eine Wiedergeburt. Nachdem Nisut Ela V. nach kurzer Regierungszeit ohne Erben starb, da herrschte im Kemi-Königreich "keine Not; Mangel und Hunger waren unbekannt, die Barbaren waren befriedet."
Die folgende 14. Dynastie ist als Zeit der Stagnation bekannt. Zwar regierten auch die folgenden Herrscherinnen durchaus geschickt - unter Nisut Ela VI. wurde gar eine Invasion der "Barbaren" abgewehrt - doch entwickelte sich das Reich nicht weiter. Die größte Tat dieses Herrscherinnengeschlechts ist zweifellos die Ausdehnung des Kemi-Reiches auf einige der Waldinseln, so wurden z.B. auf Aeltikan Zeugnisse aus dieser Zeit gefunden.
Die Könige der 15.Dynastie, die alle den Namen Setepen tragen, werden als dekadent, grausam und goldgierig beschrieben. Von Nefer Setepen III. ist gar überliefert, daß er mit seinem Hofstaat Orgien im Veser-Tempel zu Ujak, der damaligen Haupt- und Residenzstadt, zu feiern pflegte. Nefer Setepen IV. ließ Tempel plündern und die Bevölkerung durch immer höhere Steuern auspressen, um einen "Berg aus Gold anzuhäufen, der höher sei, als der höchste Berg im Königreich." Nefer Setepen II. fiel dadurch auf, daß er höchstselbst mit "großer Freude jenes Amt, das dem Blutrichter zu eigen ist, auszuüben pflegte." Jener Nefer soll gar damit geprahlt haben, daß er mit den Köpfen seiner "Feinde" eine drei Schritt hohe Mauer um seine Residenz errichten könne.

Das Ende der Unabhängigkeit - Die Bosparaner Kolonialherrschaft

Des Horas Gier

Als dann im Jahre 1960 die Waldmenschen das Reich in großer Zahl angriffen, war die demoralisierte Armee der Kemi-Könige nicht mehr in der Lage, den Ansturm aufzuhalten. Binnen weniger Jahre waren die wenigen Überlebenden des einstmals mächtigen Kemi-Volkes in West-Frencaal zusammengedrängt worden. Im Jahre 1867 schließlich besetzten Truppen des Kaisers Belen-Horas den Südaventurien und herrschten fortan über die Reste des Kemi-Volkes. Die Regierungsgewalt wurde durch die dortige Militärgarnison ausgeübt, die für eine Befriedung des Gebietes sorgen konnte. Während der Zeit Belen-Horas kam es zu einem Aufstand der Kemi, als im Zuge des Ogerkrieges die südliche Garnison verringert wurde. Dieser Aufstand, der nach seinem Anführer als "Surans Krieg" bezeichnet wird, brach aber bald zusammen, Hurkha Suran fiel im Kampf. In der Zeit der Klugen Kaiser erholte sich das Kemi-Reich von seiner Niederlage gegen die Waldmenschen und drängte diese in die Wälder zurück. Der Militärgouverneur des Südmeerprotektorats, Oberst Zitanio Guggenheim, war beim Volke sehr beliebt, und so wurde seine Abberufung durch Kaiser Fran-Horas sehr bedauert. Sein Nachfolger, Hauptmann Calmerio Alvonzo, sorgte für die getreue Auslegung der Anordnungen seines Herrn, und so ward dem Kemi-Volke eine neue Leidenszeit beschert.

Der 1.Unabhängigkeitskrieg

Nisut Rhônda I siegreich...

Nisut Rhônda I. nach der
Eroberung Khefus.
Im Jahre 1561 schließlich erhoben sich die Kemi unter der Führung einer jungen Soldatin, die mit ihrem jugendlichen Elan und vielen Heldentaten schließlich das Volk zum Sieg über die bosparanischen Truppen führte. Alvonzo wurde nach seiner Gefangennahme von der aufgebrachten Bevölkerung in Stücke zerrissen; die Führerin des Aufstandes, Rhonda Cherep-Sechen, proklamierte sich zur Nisut Rhonda I.. Die neue Nisut begann sofort mit der Reorganisation ihres Reiches. Die Spuren der Fremdherrschaft wurden beseitigt, das Kemi als Verkehrssprache obligatorisch und in mehreren Vorstößen gegen die Waldmenschen das Reich ausgeweitet. Als die Nisut nach 27 Regierungsjahren starb, umfaßte das Kemi-Reich das Gebiet des heutigen Tárethon. Die ihr folgenden Herrscherinnen und Herrscher der 17.Dynastie erwiesen sich bis auf den Einjahreskönig Chetpet, dessen Beinamen "der Trinker" sein vorrangiges Interesse klar herausstellt, als fähig und weise, so konnten die Truppen des Nefer Kacha IV. gar eine Invasionstruppe Kaiser Olruk I. zurückweisen. Als schließlich mit Nisut Rhonda IV. die 18.Dynastie ihre Herrschaft antrat, da erbte diese ein Reich, das im Westen bis Merkem und im Osten bis Yryet reichte. Die neue Nisut wurde aber gleich mit einer schrecklichen Dürre konfrontiert, von der es heißt, "daß das ganze Reiche verbrennet sei, kein Halm, kein Korn, keine Frucht zur Ernährung der Menschen zu finden ist." Bei dieser Katastrophe seien "gar zahlreich' Menschen und Wesen verendet, leer ist das Land, von Ost gen West, von Süd gen Nord." Die Nachfolgerinnen der Herrscherin hatten es ebenfalls nicht leicht. In die Zeit der Nisut Rhonda VII. fiel eine furchtbare Sturmflut; Nisut Rhonda VIII. erlebte einen gewaltigen Ausbruch des Vulkans Zaw, bei dem die "Sonn' nicht ward zu sehen, bis daß der dritte Mond vergangen war. So ward das Reich entleeret von Leben jedweder Art bis hin zum Meere in Nordwest, als des Zaw grimm'ge Fluten strömten über das Land."

Die Garether Kolonialzeit

Tausend Jahre bis zur Freiheit...

Hochwürden Praionor von Khefu studiert
das Richtbuch, in dem sämtliche zum
Tode verurteilten Kemi-Ketzer
verzeichnet sind.
So erwies es sich für die Söldlinge der Obra-Horas als leicht, das verwüstete Land erneut ihrer Herrschaft zu unterstellen. Die zweite Bosparanische Periode erwies sich als friedliche Zeit, in der der Wiederaufbau des Reiches als vorrangiges Ziel ins Auge gefaßt wurde. Die Gouverneure aus Bosparan hatten kein Interesse, das Reich für sein Aufbegehren zu bestrafen, und so fügten sich die Kemi der Fremdherrschaft, die erst nach fast 1000 Jahren zu Ende gehen sollte. Als im Jahre 997 Hela-Horas starb, erklärte sich südaventurischer Gouverneur Reo Sarski zum "Fürsten von Quehmy" und nahm den Titel Reo I. an. Der Fürst erklärte sich zum Neuen Reich loyal und wurde nach nur drei Jahren seiner Regentschaft von Adran Hadji ermordet, der als Fürst Adran I. bekannt wurde. Auch dieser unterstellte sich dem Kaiser in Gareth und verschaffte dem Neuen Reich so die fast tausendjährige Herrschaft über ein Gebiet, von dem die Kaiser oft kaum mehr wußten als den Namen. Mit der Machtübernahme von Fürst Reo II. begann ein dramatischer Verfall der Sitten. Die Tempel blieben leer, die Steuern wurden erhöht, um den Fürsten ein Leben in Prunk und Luxus zu ermöglichen, mißliebige Personen verschwanden auf ewig in den unzugänglichen Straflagern des Fürsten Xerber II.. Von Fürst Ogdan II. wird berichtet, daß er zu einer seiner Geburtstagsfeiern 100 (!) Kurtisanen aus den umliegenden Städten zu einer mehrwöchigen Orgie heranschaffen ließ.
So bejubelte das Volk schließlich den Tod des Fürsten, der ihn aus der Hand des Praios-Geweihten Praionor ereilte. Doch bald schon sollte sich der Jubel der Menschen als verfrüht erweisen, denn grausamer und gieriger als von den priesterkaiserlichen Gouverneuren wurde das Kemi-Reich noch nie verwaltet. Unerbittlich wurde die Kemi-Religion verfolgt, die als "übelste Ketzerei" bezeichnet wurde, sämtliche Geweihte des Herrn, derer man habhaft wurde, wurden grausam zu Tode geröstet, die Sprache und Schrift der Kemi war bei Todesstrafe verboten, das Volk wurde bis aufs Blut durch den "Gottesdank" ausgepreßt, wer nicht bezahlen konnte, mußte sich als Sklave oder Sklavin der Geweihten verdingen. Auch im Fürstentum war das Ende der Priesterherrscher durch den Machtantritt Rohals gekommen, doch verlief hier der Machtwechsel nicht so unblutig wie im Reich, denn bis der Abgesandte des Weisen sein Herrschaftsgebiet erreichte, waren die Praiosgeweihten vom Volk erschlagen und ihre Köpfe auf langen Stangen aufgespießt worden. Die folgende Zeit, in der des Rohals Verweser das Fürstentum regierten, blühte das Kemi-Reich erneut auf.
Boron, der Herr, manifestiert sich
Magister Zenubal-Arcanus.
Die Grenzen des Reiches wurden auf das Gebiet Tárethons festgelegt, die Sprache und Schrift der Kemi wurde wieder zugelassen, doch wurde sie nur noch zu rituellen Handlungen und im Gottesdienst verwendet, zu drastisch waren die Maßnahmen der Priestertyrannen gewesen - das Volk hatte seine Sprache vergessen.
Nach dem Verschwinden Rohals zu Gareth ergriff der Magus Zenubal-Arcanus die Macht und verwaltete das Lehen - wie er stets betonte als Untertan der Herrscher zu Gareth, wer immer das sein möge - derart geschickt, daß das Blutvergießen der Magierkriege dem Kemi-Volk nur bloße Erzählung blieb. Der vom Volk geliebte Magus folgte schließlich widerstandslos dem "Befehl" des Kaisers Eslam I., die Herrschaft dem neu benannten Fürsten Ettel I. zu übergeben. Jener aber erwies sich wie sein Herr zu Gareth als kraftlose Gestalt, und so nahm das Banditentum im Fürstentum rasch überhand. Zur Zeit seines Nachfahren Ettel III. war es des Nachts nicht möglich, das Haus zu verlassen, sollte man sein Leben nicht in Gefahr bringen wollen. Von Fürst Elix II. wird gar behauptet, er habe dem Banditenhauptmann Urrkuth Schutzgelder bezahlt, damit er an seinem Hofe unbelästigt verweilen konnte. Kaiser Eslam II. war es schließlich, der im Zuge der Neuordnungen seiner südaventurischen Besitzungen das Fürstentum in zwei "Grafschaften" aufteilte und auch die Waldinseln Aeltikan, Pet'hesá (Javalasi) und Mikkan aus der Verwaltung des Lehens löste. Damit war das Reich der Kemi in drei Teile zerstückelt, eine für die Menschen unerträgliche Situation, die erst durch die segensreiche Regentschaft Ihrer Majestät Nisut Peri III. bereinigt wurde. Die Gräfinnen und Grafen des "Nördlichen Südmeerprotektorats" erwiesen sich als genauso unfähig wie ihre Vorgänger, von Gräfin Isida IV. wird gar berichtet, daß sie trotz ihres offensichtlichen Wahnes ihr Amt drei Jahre lang ausüben konnte. Auch heute noch sorgen Anekdoten über die "verrückte Isida" für Heiterkeit; so soll sie dereinst befohlen haben, daß keine Person mehr einen Namen tragen dürfe, die Bevölkerung der Grafschaft sollte fürderhin durch Nummern gekennzeichnet werden.

Das Brabaker Interregnum

Der letzte brabaker Gouverneur,
Don Alvarez Castillo, vor einem
Bildnis des KönigsMizirions II.

Mizirions Großmachtträume...

Die Gräfin wurde schließlich bei einer Schlacht gegen Brabaks Söldlinge getötet, die kürzlich erst ihre Unabhängigkeit vom Neuen Reiche proklamiert hatten und sich nun mit diesem im Kriegszustand befanden. Der Krieg gegen Brabak, das bereits Jahre vorher auch das "Südliche Südmeerprotektorat" erobert hatte, dauerte bis zum Jahre 95, als es den Truppen des Königs Mizirion I. gelang, die gräfliche Hauptstadt Maihehm einzunehmen. Gräfin Isida V. wurde gefangengenommen und starb nach langer Haft in einem brabaker Gefängnis. Die 73-jährige Regierungszeit der brabaker Könige Mizirion I. und Mizirion II. war geprägt von einer Ausplünderung des Kemi-Reiches zugunsten des sumpfigen und armen Brabak, das nunmehr als "Provinz Maihehm" wiedervereinigte Kemi-Reich verarmte zusehends. Großen Ruhm erwarb sich zu dieser Zeit die kem'sche Nationalheldin Sherit Îskat, die mit ihren im Dschungel versteckten Getreuen erfolgreich Widerstand leistete, ehe sie durch Verrat gefangen und schließlich im Jahre 23 v. S.G. in Khefu gehängt wurde.

Zweite Phase der Garether Kolonialherrschaft

Gouverneur-Protektor Graf
Osidor Alberich Siegismut
von Halberg.

Gareth kehrt zurück...

Als in Gareth Kaiser Reto den Thron bestieg, ging er sofort daran, sein Reich um jene Gebiete zu erweitern, die unter der Ägide seiner unfähigen Vorgänger verspielt wurden. So kam es, daß bereits im ersten Jahre seiner Regentschaft ein Kriegsschiff vor Maihehm kreuzte und die Brabaker nach kurzer Verhandlung aus dem für sie kaum mehr lohnenden Landstrich abzogen. Leider machte Kaiser Reto die unselige Reichsgrundreform Kaiser Eslams II. nicht rückgängig, und so blieb das Kemi-Reich weiterhin geteilt. Im nördlichen Teil wurde mit dem Grafen Draken I. ein kränkelnder Mann eingesetzt, der bereits nach zwei Jahren im Amte starb. Sein Sohn Draken II. übernahm sein Amt und wurde aufgrund seines Regierungsstiles als "der freundliche Herr" bekannt. Als er im Jahre 1 ohne Erben starb und Kaiser Hal Graf Osidor Alberich Siegismut von Halberg zum Gouverneur-Protektor ernannte, war der Weg zur Unabhängigkeit des wiedervereinigten Kemi-Reiches vorgezeichnet, denn der Graf trat nach nur einem halben Jahr Regierungszeit - von seinem zwielichtgen Kanzler Dio de Cavazo und dem ebenso sinistren Hohepriester des Boron, Charus, desavouiert und ausmanövriert - zurück und überließ sein Amt der jungen Boroni Peri, die den beiden Intriganten als Marionette auf dem Thron geeignet schien.

Nisut Peri III. besteigt den Thron

Die Abspaltung beginnt...

Seine Eminenz Charus bei der
Brandkatstrophe in Khefu im Jahre 3 S.G.
Die kränkliche Missionarin war auf Vorschlag des einflußreichen Hohepriesters Charus zur neuen Gräfin bestimmt worden, und heute kann als sicher gelten, daß diese dem Charus nur als Marionette dienen sollte, hinter deren Rücken er die wahre Herrschaft im Reiche ausüben wollte. So veranlaßte der Hohepriester die neue Herrscherin, den Namen "Setepen" ("Erwählte") anzunehmen und die Grafschaft zum Königreich zu proklamieren, um so an die glorreiche Vergangenheit zu gemahnen. Der Hohepriester wurde zwar nach seinem schmählichen Sturz so verteufelt, wie sonst nur der Gouverneur an Honaks Statt, Merkan, doch kann man nicht umhin, seiner "heimlichen" Regierung Voraussicht und Tatkraft anzurechnen. Bereits wenige Tage nach der Inthronisierung der Nisut Peri III., erließ diese - auf Veranlassung ihres Mentors - ein Gesetz, wonach die Sklaverei und die Unterdrückung anderer Rassen und Kulte ("Toleranzedikt") im Kemi-Reich nicht statthaft sind. Diese tolerante Haltung verhinderte, daß sich das Völkerkonglomerat des Kemi-Reiches bei der erstbesten Gelegenheit in einem Bürgerkrieg aufzureiben drohte.
Oberst Chanya Al'Mout'pekeret auf den Zinnen
der Stadtmauer von Setepen. Vor ihr der gefallene
Oberst der Leibgarde des Generals Marcoz.
Eben diese Situation ergab sich 6 n.H. im "Südlichen Südmeerprotektorat", wo der damalige Fürst aufgrund wieder und wieder erhöhter Steuern und zahlreicher Erlasse zum Nachteil der eingeborenen Völker ein schreckliches Blutbad auslöste, das ihn schließlich sein Amt kostete. Sein Nachfolger, der General Marcoz, regierte aber ganz im Stile seines Vorgängers weiter, so daß sich der Konflikt an der Südgrenze des Kemi-Reiches zunehmend verschärfte. Kaiser Hal, besorgt über die Heftigkeit der Kämpfe, gestattete es daraufhin der Armee Nisut Peris, derart einzugreifen, daß die Lage beruhigt würde. So begann am 13. Boron 6 n.H. der Wiedervereinigungsfeldzug, der nach nur vier Tagen den Sieg der Nordarmee brachte. Marcoz wurde verhaftet und verbannt, das Kemi-Reich umfaßte nun mit dem Segen des Kaisers wieder die ganze Westhälfte der Halbinsel von Hôt-Alem. Doch dem Reich blieb keine Zeit der Ruhe gegönnt.
Gerade hatte man auf der Insel Laguana den Grundstein zu einem monumentalen Borontempel gelegt, überfielen Kaperpiraten des Königs von Brabak Südkemi. In blutigen Kämpfen gelang es den Kemi zwar, diese zu vertreiben, doch standen diese Scharmützel ganz im Zeichen einer fast tödlich verlaufenden Wundfiebererkrankung Nisut Peris. Es hätte keinen Zweifel gegeben, daß im Falle eines Ablebens der Nisut der neue Herrscher Charus geheißen hätte. Doch der Stern des Hohepriesters war bereits im Sinken begriffen. Als im Jahre 8 n.H. erneut ein brabaker Invasionsversuch scheiterte, kamen - wohl von Kanzler Dio de Cavazo gestreute - erste Gerüchte auf, wonach Charus ein heimlicher Agent Mizirions sei. Ein mißlungenes Attentat auf die wenige Wochen zuvor geborene kem'sche Kronprinzessin Ela gab dann schließlich den Ausschlag zum Sturz des Priesters, der bald darauf auf dem Scheiterhaufen endete - Nisut Peri III. hatte sich im Bündnis mit Dio de Cavazo ihres mächtigsten Rivalen entledigt.

Der Weg zur Unabhängigkeit

...unangefochtene Regentschaft Peris

Generalin Chanya Al'Mout'pekeret
nach der Eroberung von Cháset
und Aáresy.
Das folgende Jahr brachte dem Reich einen erneuten Gebietsgewinn. Während in Gareth die neue kem'sche Hohepriesterin, Boronya von Nedjhit erfolgreich über die Wiedervereinigung der kem'schen Festlandsprovinzen mit den früheren Kemi-Inseln Aeltikan, Javalasi und Mikkan verhandelte, entdeckten kem'sche Seeleute südlich dieses Archipels die Inseln Cháset und Aáresy, die bald darauf durch die Schwarze Armee für das Kemi-Reich in Besitz genommen wurden.
Als im Rahja-Mond 9 n.H. schließlich eine neuerliche brabaker Invasion nach vier Monde dauernden Kämpfen abgewehrt werden konnte und Nisut Peri gar ein Bündnis mit den großen südaventurischen Waldmenschenstämmen zuwege brachte, befand sich die Herrscherin auf dem Höhepunkt ihrer Macht; zahlreiche hohe Staatsgäste, v.a. aus Aranien, dem Bornland und Vinsalt, bezeugten der Nisut ihren Respekt.
Das Jahr 12 n.H. ging schließlich als das "Drei-Kriege-Jahr" in die kem'sche Geschichte ein. Es brachte der Nisut und ihrer neuen Heerführerin Chanya Al'Mout'pekeret durch drei großartige Siege einen zusätzlichen Prestigegewinn ein. Brabak erlitt furchtbare Niederlagen in der Seeschlacht von Re'cha und auf der Insel Aáresy, auf Aeltikan versuchten sich vergeblich die charypser Vasallen Tar Honaks. Letztere Schlacht stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte des Kemi-Reiches dar, ohne den die folgende Entwicklung nicht zu verstehen ist. Sowohl Kaiser Hal, der sich aufgrund der Hinrichtung aller auf Aeltikan gefangengenommenen charypser Piraten äußerst verärgert zeigte, als auch der Patriarch Tar Honak, der die kem'sche Inselprovinz beanspruchte, nahmen nun der Nisut gegenüber eine eindeutig feindselige Haltung ein. Als Hal im Jahr 13 n.H. die Einrichtung eines kaiserlichen Inquisitionsamtes in Khefu anordnet, und die kem'sche Borongeweihtenschaft aus Inschriften aus den vor kurzem auf Laguana entdeckten Gräbern der Kemi-Herrscher und Herrscherinnen die "heilige Pflicht zur Sezession und zur Restauration des Kemi-Reiches" postulierte, weigert sich Nisut Peri kategorisch, dem Kaiser erneut Lehenstreue zu schwören.

Der 2.Unabhängigkeitskrieg

Sieg im Regenwald!

Als trotz intensiver Verhandlungen kein Kompromiß gefunden werden konnte, erklärte Nisut Peri III. das Kemi-Reich am 30. Rahja 13 n.H. zum "unabhängigen Königreich". Bereits wenige Tage nach der Proklamation forderte der Patriarch von Al'Anfa die Nisut auf, sich und ihr Reich zu unterwerfen, ansonsten die Waffen sprechen müßten. Der kem'sche Unabhängigkeitskrieg begann auf beiden Seiten mit der Suche nach Verbündeten.
Kem'sche Truppen besetzen Hôt-Alem.
Während Al'Anfa sich schnell mit dem Königreich Brabak einig war und Sylla zur Neutralität zwang, versuchte die Schwarze Armee durch einen Vorstoß auf Hôt-Alem Protektor Salpikon II. zum Einhalten des vor einigen Jahren geschlossenen Bündnisvertrages zu zwingen. Das Mittelreich aber verhielt sich abwartend, hatten die Herrscher von Al'Anfa und Brabak dem Kaiser doch versprochen, das eroberte Kemi-Reich gegen eine geringe Gegenleistung wieder seiner Hoheit zu unterstellen. Bald schon kam es zu ersten Kämpfen der Schwarzen Armee mit brabaker Truppen, bei denen die Söldlinge Mizirions vertrieben werden konnten. Doch noch bevor die mittlerweile in Hôt-Alem eingerückten Al'Anfaner ersten Feindkontakt zu den Söldlingen Peris hatten, war der Krieg für das Kemi-Reich schon verloren. Einer Agentin Honaks gelang es nämlich, die beiden kem'schen Prinzessinnen zu entführen, und so kapitulierte Nisut Peri III. am 20. Boron 15 n.H.. Die neue "Südprovinz" wurde dem kem'schen Boroni Merkan - einem skrupellosen, machtgierigen Tyrannen - zur Verwaltung übertragen. Während sich Nisut Peri und die Heerführerin Chanya Al'Mout'pekeret in Al'Anfa der Gnade Honaks auslieferten, zog sich die Schwarze Armee in die undurchdringlichen Wälder des Südens oder auf die entlegenen Inseln der Überseeprovinz zurück; viele Flüchtlingen folgten ihnen.
Vizepatriarch Merkan verurteilt
einen kem'schen Rebellen zum Tode.
Bald kamen aber erste Gerüchte auf, wonach die Nisut in Freiheit sei, jedoch von ihrer Heerführerin, die ein al'anfaner Kommando im Khom-Krieg bis vor Keft führte, verraten worden sei; der Beginn eines grausamen und blutigen Untergrundkrieges der kem'schen Schwarzen Armee gegen die Besatzungstruppen war unausweichlich. Während die verbündeten Kemi und Waldmenschen in den Wäldern große Erfolge verbuchen konnten, gelang es "Vizepatriarch" Merkan in den Städten und Küstengebieten durch blutige Massaker und massive Repressionen, die Lage mehr und mehr zu seinen Gunsten zu beeinflussen. So erlangten die Kemi zwar in zwei Großoffensiven die Kontrolle über den zentralbrabaker Regenwald südlich von H'Rabaal, doch wurden sie von den Besatzungstruppen binnen weniger Monde gänzlich vom Vorkriegsterritorium des Kemi-Reiches vertrieben. Einzig die Festung des Laguanerordens auf der Insel Laguana hielt den Belagerern stand, doch die Boronsritterinnen und -ritter waren es auch, die mit ihrer Weigerung, sich dem Befehl der Exilregierung unter dem zwielichtigen Kanzler de Cavazo zu unterstellen, die Zersplitterung des kem'schen Widerstandes auslösten. Durch die Niederlagen der Widerstandsarmee im kem'schen Kernland unzufrieden gewordene Söldlinge unter der Generalin Shila de Dragoncourt stürzten nämlich bald darauf de Cavazo, der sich aber mit ihm ergebenen Truppen nach Mikkan absetzen konnte. Die Eilande Cháset und Aáresy wollten die Generalin auch nicht als neue Exilherrscherin akzeptieren und erklärten ebenfalls ihre "Unabhängigkeit". Doch zum Glück für die zerstrittenen Kemi kamen sich auch die Besatzer bald ins Gehege, denn "Vizepatriarch" Merkan forderte König Mizirion und Protektor Salpikon ultimativ auf, sich dem al'anfanischen Reiche zu unterwerfen. Als beide sich diesem "Befehl" verweigerten, schritt der Tyrann zur Tat.
Von Vizepatriarch Merkan erhobene Untote.
(Propagandadruck der Widerstandsarmee)
In einem Großangriff seiner Truppen wurde das gemäß des Abkommens zwischen Al'Anfa und Brabak bei Khefu stationierte Kontingent der brabaker Pikeniere - die Widerständler behaupten, daß Merkan zu diesem Zwecke gar Tote erhob - völlig vernichtet. Als der "Vizepatriarch" kurz darauf auch noch Hôt-Alem besetzen konnte, stieg sein Ansehen bei seinem al'anfaner Herrn mehr noch als durch die Wiedereinführung der Sklaverei und des Al'Anfaner Boronritus in der gesamten "Südprovinz".
Am 12. Firun 17 n.H. gelang der Widerstandsarmee aber die Eroberung H'Rabaals; der Wendepunkt des Krieges war erreicht. Am 3. Peraine 17 n.H. wurde die Belagerung Laguanas aufgehoben, da die al'anfaner Truppen nach dem Tode Tar Honaks in Mherwed an anderen Fronten dringender gebraucht wurden. Bald wurde auch bekannt, was sich in der Kalifenstadt zugetragen hatte: Dort nämlich hatte die mächtige Nahema mit Hilfe Nisut Peris den Patriarchen Tar Honak bezwungen und damit den Vormarsch Al'Anfas in der Khom in einen hastigen Rückzug verwandelt. Unter diesem Eindruck versöhnten sich die kem'schen Widerstandsführerinnen und -führer und erwarteten geeint die Rückkehr ihrer Herrin. Inzwischen war es dem "Vizepatriarchen" aber gelungen, seine durch Bestechung brabakischer Söldner vergrößerte Streitmacht aus kem'schen Kollaborateuren und alanfanischen Söldlingen, die mit den Siegen bei Khefu und Hôt-Alem bewiesen hatte, daß sie durchaus als kampfstark einzuschätzen ist, noch mehr zu verstärken.
Am 22. Praios 18 n.H. begann die Schwarze Armee unter der Führung Nisut Peris mit dem Feldzug gegen die Besatzungstruppen. In relativ kurzer Zeit konnte nach Hôt-Alem und Südkemi gegen nur geringen Widerstand auch Nordkemi befreit werden, einzig die Hauptstadt Khefu wurde weiter von Merkan kontrolliert. Am 11. Travia 18 n.H. begann die Entscheidungsschlacht des Unabhängigkeitskrieges, als die bisher zurückgehaltene Hauptmacht der Merkan-Truppen - durch - wie man sagt, unheilige - Zauberei unsichtbar gemacht - den Belagerungsring um die Hauptstadt völlig überraschend angriff. In unbeschreiblichen Kämpfen wehrten sich die Kemi gegen die drohende Niederlage, und so gewannen sie am 5. Kampftag endgültig die Oberhand. Mit der Eroberung von Khefu war dieser Krieg dann auch beendet, er hatte den verbündeten Waldmenschen und Söldlingen Peris zwar die Kontrolle eines riesigen Gebiets beschert, doch auch das Leben von 2500 Kemi auf beiden Seiten gefordert.
Zudem gelang dem ehemaligen Unterdrücker Merkan noch eine Schandtat, die bis heute noch nicht bereinigt ist. Als seine Niederlage nämlich offensichtlich wurde, da wandte er sich endgültig Belharhar zu und erflehte von seinem neuen Herrn ein weiteres dämonisches Wunder. So gelang es ihm, das Aussehen der Laguaneroffizierin Serija von Doorn annehmen und in die Gewölbe des großen Tempels auf Laguana eindringen. Heute sind diese ein Hort der Dämonen, Untoten, Geister und Teufel, und kein einziger der zahlreichen Abenteuerlustigen, die dort hinabgestiegen sind, tauchte jemals wieder auf.

Kemi nach der 'Dunkelheit der Fremdherrschaft'

Nach dem Sieg - der Wiederaufbau

Die Zerstörungen im Kemi-Reich waren gewaltig. In Khefu lagen ganze Stadtviertel in Schutt und Asche, mehrere kem'sche Weiler waren gänzlich ausradiert worden, die Felder lagen brach und viele heil gebliebene Häuser standen nun leer und waren dem Verfall preisgegeben. Im ganzen Land fahndeten Stadtgardisten und Boronsinquisition nach Kollaborateuren und Verräterinnen. Doch Nisut Peri verlor keine Zeit und machte sich tatkräftig an den Wiederaufbau. Das eroberte Gebiet wurde in Provinzen aufgeteilt und im Verlaufe des nächsten Jahres auch an ausländische Aventurierinnen und Aventurier zur Verwaltung übergeben. Den Flüchtlingen wurde - vor allem von der Boron-Kirche - großzügig geholfen, ob sie nun wieder aus der Überseeprovinz heimkehren oder lieber dort bleiben wollten. Das Bündnis mit den Waldmenschen wurde feierlich erneuert, hatte man doch erkannt, daß das riesige eroberte Gebiet - von dem weite Teile den Waldmenschen-Verbündeten zugesprochen wurden - nur dann gehalten werden könne, wenn man die Freundschaft mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der undurchdringlichen Wälder - die wie gesehen die bestmöglichen Bedingungen für einen Untergrundkrieg bieten - weiter ausbaut.
Orks plündern eine mittelreich'sche Burg.
Außenpolitisch knüpfte die Nisut fruchtbare Kontakte zu reich'schen Baronien, so z.B. zu Cres, Dubios und Bragahn - als der Usurpator Answin in Gareth den Thron bestieg, sandte Nisut Peri zur Unterstützung der almadaner Aufständischen gar Waffen und ihre Oberkommandierende dem Baron Danilo von Cres zur Unterstützung. In Zorgan und Vinsalt sprachen die inoffiziellen Gesandten des Kemi-Reiches für die Anerkennung dessen Unabhängigkeit vor, und in H'Rabaal begannen Friedensverhandlungen mit Brabak, Chorhop und Sylla. Der kem'sche Außenhandel wurde von der Krone monopolisiert und mit Hilfe der bragahner Händler Stippwitz in die neugegründete Brakem-Südmeerkompanie eingebracht, die einen wesentlichen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leistete.
Am 1.Praios 18 n.H. verbanden sich Brabak, Sylla und das Kemi-Reich in der "Südmeerliga". Als Folge dieses Vertrages wurden große Territorien im Südwesten und Osten des Kemi-Reiches der gemeinsamen Verwaltung der Vertragsnationen unterstellt. So schickten Mizirion von Brabak und Dailam al'Sylla nicht nur Gesandte nach Khefu, sondern auch einflußreiche Gouverneure für die "Bündnisterritorien". Mit dem einstigen Erzfeind Mizirion verband Nisut Peri III. bald schon gar eine persönliche Freundschaft; in hohen Kreisen wurden hier erste Sondierungen zur Vermählung des brabaker Kronprinzen Peleiston mit der kem'schen Kronprinzessin Ela gemunkelt. Auch die Zusammenarbeit mit Sylla ist recht intensiv, einzig Patriarch Zeforika von Chorhop setzte sich mehr und mehr von der "Südmeerliga" ab.
Die auch weiterhin bestehende Verbundenheit der kem'schen Nisut zum Kaiserhaus in Gareth wurde erneut in den Jahren der großen Orkeninvasion bewiesen, denn wiederum entsandte Nisut Peri III. ihre Oberkommandierende gen Cres, auch waren neben einem Banner Ordensleute von Laguana noch reguläre kem'sche Freiwillige - wie einstmals auch an der Trollzackenpforte gegen die Oger - im Einsatz. Ein kurioses Ereignis "erschütterte" das Reich im Jahre 18 n.H., als unbekannte Denunzianten den kem'schen Ritter Bert von Greuelfingen fälschlicherweise als den gesuchten Verbrecher Radegast, der eine Vereinigung der "Königreiche" Nostria und Andergast betreibt, identifizierten. In der Folgezeit waren die Sicherheitskräfte permanent damit beschäftigt, den Edlen vor andergast'schen und nostrischen Spionen, Glücksritterinnen, Kopfgeldjägern und ähnlich zwielichtige Gestalten zu schützen.

Die Konsolidierungsphase

Krise und Bürgerkrieg - Schwierigkeiten eines jungen Reichs

Nisut Peri III. vor einer Karte der
umstrittenen Provinz. Links Hátya
Garion Eisenfaust von Chrysemis.
Die schwerste außenpolitische Krise des Kemi-Reiches nach dem Kriege war jedoch im Boronmond 19 n.H. auf dem Höhepunkt, als ein bosparaner Flottenverband vor Khefu kreuzte. Die neuernannte Kaiserin Amene forderte nämlich von Nisut Peri die Übereignung der Überseeprovinz an Vinsalt, da sich kem'sche Marineeinheiten angeblich an der Forschungsexpedition des Landherrn von Malur vergangen hatten. Da die Provinz jedoch für das Überleben des Kemi-Reiches unverzichtbar ist, konnte Nisut Peri dieses Ansinnen nur zurückweisen, nicht jedoch, ohne Kaiserin Amene massive Zugeständnisse bezüglich der anderen, von kem'schen Handelshäusern bereits infiltrierten, Waldinseln zu machen. Schließlich konnte aber ein Kompromiß gefunden werden, in dem dem Südreich die Anerkennung seiner Unabhängigkeit und seiner Ansprüche bezüglich der umstrittenen Überseeprovinz zugestanden wurde. Doch kurz vor der Unterzeichnung des "Vinsalter Vertrages" verlangten die Kemi plötzlich Nachverhandlungen, denn Nisut Peri war es im Verlauf der Krise nicht gelungen, einflußreiche Persönlichkeiten des kem'schen Hofs auf ihre Seite zu ziehen. Hauptgegner des Vertrages war Kanzler Dio de Cavazo, ein glühender Anhänger eines einigen Südimperiums, der schon bald nach dem Kriege mit dem al'anfaner Großexekutor Irschan Perval ein entspanntes Verhältnis zuwege bringen konnte. So traf er diesen gar in Al'Anfa und konnte dort den Austausch der letzten Kriegsgefangenen erreichen. Auch die Borongeistlichkeit des Reiches nahm eine mehr und mehr feindliche Haltung Amene gegenüber ein, da die Missionstätigkeit der Geweihten im Neuen Bosparan arg behindert wurde. Doch durch die Loyalität der nisutlichen Geliebten und Oberkommandierenden der Schwarzen Armee fiel die Entscheidung zugunsten des Abkommens, denn Chanya Al'Mout'pekeret trug auch diese Entscheidung der Königin mit.
Der Reichsverräter Arion Paligan.
Doch die nächsten Schicksalsschläge sollten nicht lange auf sich warten lassen. Kaum zwei Jahre nach dem Sieg im Unabhängigkeitskrieg schlug der al'anfanische Erzfeind wieder zu. In Gestalt des reichen Händlers Arion Paligan kamen die Schrecken des Bürgerkrieges über das Territorium Táyarret. Waldmenschen in großer Zahl griffen die Hauptstadt Djáset an, da der schurkische Paligan heimlich und in aller Dreistigkeit mit Sklaven handelte. Doch noch bevor der Grund des Waldmenschen-Kriegszuges von kem'scher Seite ergründet werden konnte, besetzten al'anfanische Söldner im Schutze einer Galeere weite Teile Táyarrets und nur unter hohen Verlusten konnte die Schwarze Armee die Eindringlinge vertreiben und Táyarret wieder unter ihre Kontrolle bringen.
Held dieser Schlachten war zweifellos der junge Laguaner-Ritter Boronîan Pâestumai, dessen Selbstbewußtsein durch diesen Erfolg jedoch in unermeßliche Höhen stieg. Nur wenige Monde nach seinem Erfolg begehrte er gegen Reich und Krone auf, sammelte ihm ergebene Söldlinge und Ordensleute und zog - gegen den Befehl von Kirche und Krone - aus, um die bosparanischen Waldinseln zu besetzen. Auf Benbukkula kam es dann zu einem folgenschweren Zwischenfall: Ordensprior Pâestumai verletzte Chanya Al'Mout'pekeret, die im Auftrage der Nisut den Rebellen festzunehmen hatte, so schwer, daß sie mondelang mit dem Tode rang. Marquis Pâestumai aber wurde in die reich'sche Baronie Cres ausgeliefert, wo ihm unter abenteuerlichen Umständen schließlich die Flucht und Rückkehr ins Kemi-Reich gelang. Inzwischen ist Boronian Pâestumai wieder voll und ganz rehabilitiert, und letztendlich trug er sogar nach aranischem Ritual auch gegenüber Chanya Al'Mout'pekeret seine schwere Schuld ab.
Die Folgen des sogenannten Laguaner-Aufstands waren kaum abzuschätzen: Abtrünnige exkommunizierte Ordensleute töteten auf ihrer Flucht zwei Akîbs und hielten eine Dritte lange Zeit in schmachvoller Gefangenschaft, ehe sie endlich gestellt und unschädlich gemacht werden konnten.

Das Unheilige Zeitalter

Das Kemi-Reich vor dem Untergang

Die dämonische Entität von C'Rymneh.
Zu diesem Zeitpunkt geschah es auch, daß sich das unheilige Zeitalter im Kemi-Reich zu offenbaren begann: Großes Aufsehen erregte eine blutig verlaufene Expedition in die semjeter Ruinenstadt C'Rymneh, die mittlerweile unter einem streng überwachten Bann steht, da in den Trümmern der einstigen Dschungelmetropole eine mächtige daimonische Entität ihr Unheil treibt.
Schlimmer jedoch war der Untergang eines bosparanischen Schiffes in der Bucht von Khefu, der zunächst Piraten zugeschrieben wurde. In der Aufregung um Grenzscharmützel mit dem Königreich Brabak blieb dieser Vorfall lange Zeit unbeachtet, obwohl von spinnenartigen Wesenheiten, die das Schiff angegriffen hätten, und seltsam entstellten und verfärbten Toten berichtet wurde. Als schließlich die ersten Menschen erkrankten - Seeleute, die die toten Bosparaner nach Khefu gebracht hatten -, war es schon zu spät. In einem rasenden Tempo verbreitet sich die Dämonenpest über die Hauptstadt und das ganze Reich, Tausende Kemi, darunter viele namhafte Würdenträger, starben.
Und der Schrecken sollte seine Fortsetzung finden: Durch die starke Präsenz unheiliger Energie wurde das sphärische Gefüge im Süden Aventuriens massiv gestört, so daß sich das in den Ruinen von Ujak befindliche Tor zur Siebenten Sphäre kurze Zeit öffnen konnte. Ein dadurch entflohenes Wesen bemächtigte sich des Körpers des Barons Tsakin von Ahami und richtete in der Gestalt des weisen, friedfertigen Tsa-Geweihten ein Blutbad unter der Bevölkerung der einst so idyllischen Dschungelbaronie an. Durch die geschlossene Anstrengung sämtlicher arcan begabter Persönlichkeiten des Reiches gelang es zu Seku Kesen, das unheilige Wesen zu bannen.
Unterdessen war es aber Dienern des Dreizehnten gelungen, sich in Ujak festzusetzen und die völlige Öffnung des Tores vorzubereiten. Ihr 'Heer' aus erhobenen Untoten und besessenen Kemi sowie die unnatürlichen Veränderungen der Dschungelwelt und die Gefangenname kem'scher Würdenträger schien sie bereits triumphieren zu lassen, als unter der Führung der Ordensleute des Hl. Laguan dem unheiligen Treiben durch die tapferen Söldlinge der Schwarzen Armee ein Ende bereitet wurde: Kaum ein Würdenträger, der nicht an der Seite der Nisut stritt, kaum eine Bürgerin, die - obwohl nur mit Dreschflegel oder Sense bewaffnet - dem großen Kampf abseits stehen wollte.
Der Anführer der Kultisten des Namenlosen,
Raistlin Deron, erhebt Untote.
Die Ruinen der alten kem'schen Hauptstadt
Ujak.

Verrat und Krieg...

Rückschläge auf dem Weg zu neuem Glanz...(?)

Die Seeschlacht von Tra'falgâr.
Ein kem'scher Seesoldat kämpft
gegen einen Sonnenkrieger.
Doch dem Reich war keine Erholungspause gegönnt. Diesmal waren es derische Feinde, die - während die Buhlen des Namenlosen zu Ujak noch fröhlichen Unstände feierten - dem am Boden liegenden Reich einen weiteren Schlag versetzten, und die Umstände, daß sich eben dies nach einem Kampf gegen unheilige Wesenheiten und ausgerechnet an einem 30. Boron, dem heiligsten kem'schen Tag, zutrug, wird das Reich seinem einstmaligen Kolonialherren nie vergeben können. Am 30. Boron des Jahres 19 S.G., neunzehn Jahre nach der Krönung Peris III., besetzten mittelreichische Truppen Hôt-Alem und hielten die Stadt bis zum Friedensschluß im Jahre 32 S.G. in einem erbarmungslosen Würgegriff. Im Zeichen dieser Niederlage, die vor kurzem gar das Leben der Repat von Neu-Prêm, Iskra Smorebrod - sie starb in einer Seeschlacht gegen garethische Konvoischiffe -, forderte, kam es auch im Inneren des Landes zu einer prekären Situation. Aufgestachelt durch die den Weißen zugeschriebenen daimonischen Umtriebe gelang es dem Keke Wanaq-Häuptling Anopathawa, die Stämme Kemis zu einen und die Weißen mit Krieg zu bedrohen.
Keke Wanaq-Häuptling Anopathawa.
In einer aufsehenerregenden Versammlung am heiligen Berg Kaulata gelang es dem vormaligen Besessenen Tsakin, nunmehr genannt 'Büßer', das Schlimmste zu verhindern. Doch der Preis für den Frieden ist hoch: Die Kemi mußten nicht nur ihr Vordringen in den Dschungel aufgeben, sondern auch alle Siedlungen im Landesinneren räumen. Doch auch gegen dieses Abkommen wurden schnell Stimmen laut, die die Annullierung dieses 'Schandvertrages' forden, denn das Reich schien wieder erstarkt: Auf Aeltikan wurden die Al'Anfaner bis vor die Tore Port Honaks zurückgedrängt, Ujak wurde glanzvoll zurückgewonnen und das Tor zu den Spähren verschlossen, Port Emer in der Bucht von Hôt-Alem wurde besetzt, Thergas im Osten fiel dem Reich zu, und es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die durch den Borobarad-Krieg in schwerer Bedrängnis lebenden Mittelreicher Hôt-Alem preisgeben mußten...
Doch es kam anders. Im Jahre 26 S.G. betrieb der damalige Hátya da Vancha immer entschiedener im Geheimen die Loslösung seines Lehens Yleha von Kemi, um es alten ylehischen Traditionen gemäß zum unabhängigen Königreich auszurufen. Der Schurke plünderte sein Land aus, um über die horasische Familie ay Oikaldiki Waffen zu kaufen, doch der perfideste Teil seines Planes war die Gefangennahme der Hl. Eminenz. Die Kirchenführerin wurde durch eine Magierin ersetzt, die die Weisung hatte, das Reich in einen blutigen Bürgerkrieg zu stürzen - dann wäre die Zeit für ein unabhängiges Yleha gekommen!
So heizte die falsche Krähe bewußt die Thronfolgekrise an, indem sie die Kirche gegen die von der Nisut proklamierte Cronprincess Ela aufbrachte und schließlich, auf dem Höhepunkt der Krise im Perainemond 26 S.G., Nisut und Cronprinceß exkommunizierte - die Royalisten und Kirchentreuen in Kemi waren bereit, gegeneinander in den Krieg zu ziehen! Schon hatte Hoheit Chanya Al'Mout'pekeret den Angriffstermin gegen die tárethoner Kirchenbastionen festgelegt, da gelang es, den Schwindel aufzudecken, die falsche Krähe und den Verräter da Vancha zu fassen, der unterdessen das gesammte Vermögen seines Lehens in den Oikaldiki-Landen verprasst hatte.
Da Vancha wurde zum Tode verurteilt und enthauptet, und in den aufgewühlten Zeiten kamen sowohl die Kanzlerfraktion, während des Krieges treu auf der Seite der Nisut, und die Boronskirche zu dem Schluß, daß die Auseinandersetzungen so nicht weitergehen konnten. So schlossen die Fraktionen Frieden und ordneten sich bedingungslos der erstarkten Königin unter. Doch das Kalkül Kanzler de Cavazos, die Boronskirche durch diese Krise zu schwächen, ging nicht auf. Denn die vormals der Kirche sehr reserviert gegenüberstehende Cronprinzessin Ela gewann durch die schwere Krise neue Einsichten in die Bedeutung des Rabenkultes für den inneren Frieden des Reiches. So fand Ela schließlich zum Glauben und zu aufrechter Frömmigkeit und verkündete bald den "brennenden Wunsch", die Weihe zur Geweihten des Raben als Angehörige des Laguana-Ordens entgegennehmen zu dürfen.
Ein weiteres prominentes Opfer hatte die Krise zu beklagen: Thorn Murgor Margatnep, der angesehene Baron von Seku Kesen und langjähriger Sprecher des Kleinadels, verlor nach dem Verlust des alten Feindbildes den Verstand und wurde ins Kloster Morek eingeliefert, aus dem er im Frühjahr 27 unter noch ungeklärten Umständen verschwand.
Schlimmer noch als der Verrat da Vanchas wiegt aber der der Prinzessin Rhônda. Eifersüchtig auf ihre ältere Tochter Ela und begierig auf den Nisutthron, war sie es, die hinter den schlimmen Taten da Vanchas und der falschen Krähe stand. Doch noch ehe sie gefangengenommen werden konnte, gelang ihr die Flucht, und lange Zeit wußte niemand, wo sich die Abtrünnige aufhielt.

(weiter)


Eine Lagebesprechung im Park der Feste Ynbeht:
Kanzler Dio C. de Cavazo, Oberst Tana-Haza, Torben Jandarason,
Cron-Princeß Ela XV. Setepen (mit Laute), Bert von Greuelfingen,
Oberst Amir Battaî, Nisut Peri III. Setepen, Chanya Al'Mout'pekeret.

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