Die gegenwärtige Kirche

Conseilsprecher Rabenabt Boromil
Mezkarai betrachtet nach langer
Sitzung den Sonnenaufgang.
Auch im heutigen Kemi-Reich herrscht wie einstmals unter Nisut Peri III. eine weitestgehende Religions- und Glaubensfreiheit (was aufgrund des vorherrschenden Völkerkonglomerats unabdingbar scheint). Dennoch hat die Vorherrschaft der Alleinseligmachenden und Heiligen Borons-Staatskirche (wie man den Kult seit dem Erscheinen der bosparanischen Conquistadores nennt) überdauert. Der Einfluß der unterschiedlichen Kulte richtet sich in unseren Tagen nach dem prozentualen Anteil ihrer Anhängerinnen und Anhänger an der Gesamtbevölkerung des Königreiches, was sich wiederum in Sitzen im Heiligen Konzil zu Khefu niederschlägt.
Entgegen der Glaubenslehre der nördlichen Länder sieht man Boron keineswegs als lediglich einen Teil der Unteilbaren Zwölfe, sondern preist ihn wie in Al'Anfa als Götterfürsten - vergleichbar dem Ansehen des Herrn Praios in den Nordlanden. Die Kulte seiner "elf göttlichen Kinder" akzeptieren die Vormachtstellung des Hl. Raben, wohingegen die praiosdominierten Zwölfgötterkulte wie auch die Verehrung Rastullahs, H'Rangas oder Kamaluqs - gemäß dem Gesetz der Religionsfreiheit - als staatlich geduldete Irrlehren anzusehen sind. Sie dürfen ihren Kult frei ausüben, allerdings wird ihnen die Einziehung eines Zehnten sowie jegliche Missionstätigkeit untersagt.
Nichstdestotrotz können auch die Geweihten der genannten Gottheiten Einzug ins Heilige Konzil halten, wenn sie über eine entsprechende Schar von Gläubigen verfügen. In gemeinsamer Beratung wird dort über Probleme entschieden, für die es in den altkem'schen Überlieferungen keine Antworten gibt. In der apokalyptischen Hoffnung auf die "Sammlung der Zerstreuten", vor allem aber der unbedingte Glaube an die Gegenwart Borons (bzw. der entsprechenden anderen Götter) während der Versammlung, kam man überein, daß das Konzil seine Beschlüsse als göttlich inspiriert versteht und absolute Autorität für sie beansprucht.

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