Djedêfre Awapèt Pâestumai

Direktor des Altreich-Departements
der PaestMorga-Compagnie


Djedêfre wurde am 21. Tag im Monat des Götterfürsten 2 vor Sá Gereh geboren. Viel ist über den jungen Pâestumai nicht bekannt. Vor einigen Götterläufen erschien der Fähnrich zur See mehr oder weniger überraschend in Kemi und hat seither für einiges Aufsehen gesorgt. Wie einigen engen Freunden des Hauses Pâestumai zu entlocken war, ist er das dritte Kind aus einem Familienzweig, der schon Jahre zuvor durch interne familiäre Streitigkeiten an Bedeutung verloren hatte. Sein Vater war der um einige Götterläufe jüngere Bruder Seiner Wohlgeboren Tanîth Pâestumai, Seine Wohlgeboren Awapèt Pâestumai. Die Mutter, welche später bei der Fehlgeburt eines vierten Kindes verstarb, war Néfra Semch´kâ Pâestumai, die Tochter eines einflußreichen kem`schen Sippenoberhauptes in Frencaal. Djedêfre wuchs zunächst auf Arx Pallida, dem Stammsitz des Hauses Pâestumai auf. Sein sich häufig auf reisen befindlicher Vater überließ die Erziehung überwiegend den häuslichen Bediensteten und Lehrern. So kam es, daß Djedêfre bereits recht früh intensiveren Kontakt zu den übrigen Familienmitgliedern hatte. Er verbrachte wohl eine unbeschwerte frühe Kindheit auf dem altehrwürdigen Anwesen nahe bei Zut`hedsch. Ganz besonders sein Onkel nahm sich seiner an und seit Djedêfres Vater nach einem Piratenüberfall im Perlmeer als verschollen und tot gilt, adoptierte Tanîth Pâestumai den jüngsten Sproß der Familie und zog ihn fortan ganz nach seinen Wünschen und Vorstellungen auf.
Als der Unabhängigkeitskrieg in Kemi ausbrach, wurde Djedêfre außer Landes ins Alte Reich gebracht, wo er bis zu seiner Rückkehr ins Káhet nahezu ständig weilte. Er hat eine der besten Erziehungen genossen und machte unter anderem Seinen Abschluß als Seeoffizier an der Kaiserlichen Akademie zu Grangor. Doch was er in den einzelnen Götterläufen neben seiner Ausbildung im Alten Reich gemacht hat, liegt fast gänzlich im dunkeln.
Seit Djedêfre Pâestumai ins Reich zurückgekehrt war, wurde sein Name meist in Zusammenhang mit Ihrer Hochwohlgeboren Francesca dell´Aquina Ni Ordoreum genannt. Zwischen dem jungen Pâestumai und der liebreizenden Halbelfe war eine tiefe Zuneigung entbrannt, aus der sie nur kurze Zeit ein Geheimniss machten. Es schien sogar eine Beziehung, die höchstes Wohlwollen genoß, denn die Gardekriegsherrin Chanya Al´Mout'pekeret, ernannte den jungen Pâestumai zum persönlichen Sicherheitsbeauftragten Ihrer Hochwohlgeboren Ni Ordoreum.
Doch mit der Bekanntgabe der Vermählung seines Cousins - Seiner Erhabene Hochwürden, Erlaucht Boronîan V. Pâestumai - mit einer Tochter des Hauses der Morganor - Chem´ra Morganor - wurde Djedêfre immer mehr - und vielleicht früher als er es sich dies erträumen konnte oder es wollte - in die Geschäfte des Hauses Pâestumai und seines Onkels eingebunden. Spätestens seit der Vermählungsfeier des Neset Ni Terkum mit einer Tochter aus dem Haus Al'Mansour stand fest, daß er dereinst die Geschäfte der Südmeerhandelskompanie übernehmen würde. Dort trat er nämlich als offizieller Vertreter Tanîth Pâestumais auf, der sich wegen körperlichen Gebrechens entschuldigen ließ. Schon jetzt arbeitet Djedêfre eng mit - mittlerweile verstorbenen - Oboto Morganor zusammen, der seinerseits die Geschäfte seines greisen Vaters Calzin Morganor übernommen hatte.
Doch was zunächst wie unabwendbares Schicksal aussah, änderte sich sehr schnell. Die politischen Entwicklungen im Reich machten dem jungen Paar das Leben schwer: Die Rückkehr der Familie Mezkarai auf die politische Bühne des Káhets und ihre guten Beziehungen nach Ynbeth verändern das Gefüge und die Bedeutung der traditionellen alt'kemschen Häuser. So kam es aus verschiedenen, bis heute nicht ganz klaren, Gründen zum Bruch zwischen den beiden Verliebten. Beide im Gewirr politischer Intrigen und ihren eigenen Verpflichtungen gegenüber Reich und - für Djedêfre zusätzlich - zur Familie gefangen, schafften sie es nicht, sich daraus zu befreien. So verließ der junge Pâestumai das Reich nach wenigen Monaten der Intrige und leitet seitdem die Handelsgeschäfte der Pâestumai-Morganor Südmeerkompanie im Alten Reich. Wie zu hören war, wohnt er in einem ansehnlichen Stadthaus in Grangor zusammen mit einer entfernten Verwandten aus Brabak. Von dort aus zieht er die Fäden der pâestumaischen Handelsgeschäfte, die auch hier nicht selten etwas mit Politik zu tun haben. Die Leitung der Gesamtgeschäfte der PâestMorga hat er nach dem Tot des Familienoberhauptes jedoch nicht übernommen. Dies oblag seinem älteren Bruder, Tanith Pasqua d.J..
Bislang ist Djedêfre noch unverheiratet geblieben. Gerüchten zufolge soll er das Geschäftsbündnis zwischen den Terdilion und den Pâestumai mit einer Hochzeit zwischen ihm und einer angesehenen Tochter des Hauses stattfinden. Doch scheint es zumindest so, als ob der greise Tanith Pâestumai vor seinem Ableben nicht mehr dafür sorgen konnte, diese Hochzeit einzurichten.

Charakter und Auftreten Djedêfre Awapèt Pâestumais

Nach außen wirkt Djedêfre eigentlich mehr wie ein Altreicher als ein traditionsbewußter Kemi. Und in der Tat ist sein Familien- und Traditionsbewußtsein bei weitem nicht so verbissen ausgeprägt, wie dies bei den meisten seiner übrigen Verwandten der Fall ist.
Seine Kleidung entspricht in Grangor seinem Stand in der Gesellschaft. Im Káhet gewandet er sich eher traditionell, so wie einige seiner Familienangehörigen das tun. Seine Erziehung und sein Aufwachsen in vornehmen altreichischen Kreisen hat ihn bereits früh an einen gewissen Luxus gewöhnt, so daß er sich während seines Aufenthaltes im Reich bereits mehr als einmal gut in die Gefühle der meisten Nordländer rein versetzen konnte, welche das Káhet mit seinem unerträglichen Klima und mit seinen Unwägbarkeiten mehr als Qual wie als alles andere empfinden. Doch liebt er seine Heimat sehr. Ebenso, wie für eine standesgemäße Ausbildung gesorgt wurde, hat man auch für das entsprechende Bewußtsein für Stand und Herkunft Sorge getragen.
Djedêfre ist in vielerlei Hinsicht nicht so, wie die meisten übrigen Familienmitglieder. Zum einen ist er der Alleinseligmachenden Heiligen Boronstaatskirche nicht so mit Herz und Blut verbunden, wie dies seine - nachvollziehbarer Weise - geweihten Verwandschaftsmitglieder sind. Den Herrn Boron verehrt er und er ist, auch wenn er bislang kaum einen Lebensmonat im Káhet war, dem Kult des Raben im Reich angehörig. Doch des Alleinseligmachenden Geschwister Efferd, Phex und Rahja gilt seine größere Huldigung.
Seine politische Unerfahrenheit hat er nach seinen Erfahrungen im Reich weitgehend überwunden. Er widmet sich seinen Aufgaben nun mit großem Engagement und auch mit einigem Erfolg. Seine gute Ausbildung hat ihm auch ein gutes Gespür für Menschen gegeben und er dürfte oftmals merken, wenn man ihn über den Tisch zu ziehen versucht.

von René Böcker (Version 30 S.G./2002)

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