Fran Mekajev, offizieller Vater unserer heiligen Nisut, ist trotz seines fortgeschrittenen Alters noch immer eine stattliche Erscheinung. Großgewachsen, wettergegerbt und mit einer lauten, dröhnenden Stimme ausgestattet, läßt der uralte Seebär keine Gelegenheit zu einer zünftigen Feier aus. Ganz im Gegensatz zu seiner sagenumwobenen und mysteriösen Gemahlin wirkt Fran, der nach der Heirat mit Derya Liza Setepen deren Namen annahm, ausgesprochen bodenständig und in den derischen Angelegenheiten verhaftet. Daß, was nur er, seine Gemahlin und die Nisut selbst wissen, er nicht der leibliche Vater Peris ist, tut seiner Liebe zu seiner Ziehtochter und deren Kinder keinen Abbruch.
Fran Setepen ist ein alter Veteran aus den Anfangszeiten der garether Südmeerprovinz. Als Navigator auf den Handelsschiffen seiner bornischen Familie hatte er diesen Landstrich schon bereist, als seine Ziehtochter noch nicht geboren war, und er war es - neben seiner Gamahlin - später auch, der die junge, neugierige Novizin Peri im heimischen Bornland durch seine Geschichten und Erzählungen aus dem dampfenden Süden auf ihre Bestimmung aufmerksam machte. Als sich Peri schließlich dazu entschloß, in diesen heidnischen Landen zu missionieren, da gefiel ihm dieser Plan zwar nicht sonderlich, doch in der Tiefe seiner Seele zögerte er keinen Moment, Frau und Kind in diesen sumpfigen Winkel zu folgen.
Im Laufe der Jahre, Peri war bereits zur Nisut gekrönt, focht er gegen die Wilden auf den Inseln und in Tárethon, half mit, die Brabaker aus dem Lande zu werfen, und segelte während der al’anfanischen Besatzung eine Karavelle der Rebellenarmee.
Er hat sich nie für die Politik interessiert, doch ist ihm eine gesunde Abneigung gegenüber Höflingen wie den Kanzler und gegen religiösen Fanatiker wie den Grand-Inquisitiorius zu eigen. Eines ist gewiß: Ebenso wie Nisut Peri kann sich Nisut Ela jederzeit auf die unverbrüchliche Treue ihres "Großvaters" bauen, und alle, die sehen, wie überschwenglich Fran sein "kleines Mädchen" bei den eher seltenen Treffen umarmt, werden dies eingestehen müssen.
von Perry Steven