Auf Einladung unseres ehrenwerten Sechas, Thorn M.Margatnep, fanden sich auch die meisten Adeligen des Reiches in der Stadt Khefu ein, wo der Konvent in den Konferenz-räumen des Akîbs Roban Rondrian stattfinden sollte. Betrüblich allerdings, daß fast ein Sechstel der Adligen sich anscheinend nicht für den Ruf Ihrer Majestät interessierte und dem Konvent fern blieb. Obwohl zum Teil recht übernächtigt wirkend, er-schienen am Morgen des Konventums alle Adligen pünktlich zum Beginn des eigentlichen Hoftages, nachdem viele am Vortage wohl den Freuden der Hauptstadt ein wenig zu viel gefrönt hatten. Den Vorsitz führte seine Hochgeboren Thorn M. Margatnep, welcher bis zum Schluß noch offen gelassen hatte, ob er erneut für das Amt des Secha kandidieren würde. Der Konvent wurde sodann mit der Diskussion darüber eröffnet, ob fürderhin nur Geweihte des Boron den Thron der Kemi besteigen dürften oder nicht. Dieser Punkt war kein Gegenstand größerer Diskussionen, der Großteil der Anwesenden war sich einig, daß nicht eine Religionszugehörigkeit über den Herrscherinnen-thron entscheiden sollte, und so einigte man sich schnell, Ihrer Majestät Peri III. vorzuschlagen, daß man diese altehrwürdige Tradition zugunsten der Cronprinceß Ela XV.aufheben sollte.
Einen rechten Schlagabtausch ergab der nächste Punkt der Tagesordnung, nämlich die Vorgehensweise der Schwarzen Armee in Bezug auf die vom Mittelreich geschundene und besetzt gehaltene kem´sche Stadt Hôt-Alem. Während die einen für einen sofortigen Sturmangriff plädierten, versuchten andere, welche den ehrenwerten Geweihten Tsakin von Ahami als Sprachführer hatten, für eine friedliche Lösung einzutreten und schlugen einen Abbruch der Belagerung und Verhandlungen mit den Barbaren aus Gareth vor. Vor allem aufgrund der klugen Argumentation unseres hoch-wohlgeborenen Cancellarius Dio C. de Cavazo aber wurden diese Gedanken schnell vom Tisch gefegt. Viele Adelige wollen ebenso wie Seine Excellenz für die Aufrechterhaltung kem´scher Ansprüche auf die größte Hafenstadt der aventurischen Südwestküste einstehen und den Mittelreichern nicht einen Deut ihrer Aggression verzeihen. Nach langer, aufreibender Diskussion einigten sich die Adligen darauf, die Belagerung Hot-Alems weiterzuführen, den Aggressoren aus Gareth jedoch huldvoll die Hand entgegenzubieten und Verhandlungen anzustreben.
Weitere Diskussionen folgten, deren Ergebnisse die die Interessierten aber bitte der untenstehenden Tabelle entnehmen möchten. Allgemein ist aber leider anzumerken, daß es im Reiche der Kemi nicht viele Personen zu geben scheint, die sich tatsächlich mit der Politik auseinanderzusetzen wünschen. Die Diskussion wurde oftmals nur von einigen wenigen Persönlichkeiten getragen, deren Meinung sich die Masse lediglich anschloß. Ob man dies als Zeichen dafür werten soll, daß es mit der Unterstützung für unsere Majestät durch ihren niederen Adel nicht allzu weit her ist, oder ob dieses Faktum einfach auf der Unwissenheit vieler Lehnsleute beruht, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Für die Interessen des Reiches würden aber beide Möglichkeiten eine ernste Gefahr darstellen und vielleicht sollten sich die zuständigen Stellen einmal geeignete Gegenmaßnahmen überlegen.
Zum Abschluß des Konvents wurde dann der Secha für das Jahr 24 S.G. vom Kleinen Konvent bestimmt. Zur Wahl gestellt hatten sich seine Hochgeboren Ne´mekath Boronmir Ák-de Szésár, Akib Ni Mergyan, und der bisherige Secha, Thorn M. Margatnep, Akib Ni Seku Kesen. Die Wahlreden eröffnete der Akib Ni Mergyan mit einer überaus patriotischen und zu Anfang auch mitreißenden Rede, welche allerdings durch ihre Langatmigkeit viele der Anwesenden eher zum Gähnen anregte, schon aus dem Grunde, weil die langen Diskussionen des Konvents die Zuhörerinnen und Zuhörer zusehends ermüdet hatten. Der Zardek konterte mit den Worten:" Um dann endlich zum Punkt zu kommen, schlage ich vor, jetzt zur Abstimmung zu schreiten, Worte sind hier nicht wichtig, Ihr alle kennt meine Taten, was bedarf es da langer Erklärungen," was angesichts der erschöpften Adeligen sofort zu spontanem Applaus führte. Das Ergebnis war dann auch mehr als deutlich. Mit 63 zu 31 Stimmen (bei 22 Enthaltungen) wurde der alte Secha in seinem Amte bestätigt, ein großer und verdienter Erfolg des tatkräftigen Seku Kesers.
Punkt 2: Was soll in Bezug auf die besetzte Stadt Hot-Alem unternommen werden?
Punkt 3: Sollen Verstöße gegen das Söldlingsgesetz der Nisut auf jeden Fall des Hochverrates angeklagt werden, oder soll von Fall zu Fall unterschieden werden?
Punkt 4: Soll es den Baronen des Reiches gestattet sein, Söldlinge zu unterhalten?
Punkt 5: Sollen nötige Geldmittel für eine bessere Ausrüstung der Milizen durch die jeweiligen Lehnsleutee oder durch die Krone aufgebracht werden?
Punkt 6/7: Soll die Infrastruktur weiterhin Sache der Barone sein, oder soll die Krone Entscheidungen diesbezügl. übernehmen?
Außerdem beschloß der Kl. Konvent den Secha fürderhin nur noch auf ein Jahr zu bestimmen!