Der "Ehret die Nisut-Pokal" des Jahres 30 S.G.

Vorrunde Gruppe VII und VIII

[Texte: die Auswahlen] [Texte: das zweite Spiel] [Texte: die Endrunde]
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[Das Viertelfinale] [Das Halbfinale] [Das Finale]


Vorrunde Gruppe VII

Perlbeißer Plâne - Krokodil Qinsay 12:11
Es war ein sehr enges Spiel, das die zahlreichen Zuschauer und Zuschauerinnen geboten bekamen. Vor Beginn konnte niemand sagen, welche der beiden Auswahlen hier im Vorteil ist, die Krokodile galten zwar als recht spielstark, allerdings fehlte ihnen nach dem Rückug aus der Imman-Liga die Spielpraxis. Nicht weniger den Perlbeißern, die als Neugründung aufliefen, nachdem der erste Versuch einer Auswahl desselben Namens derart gescheitert war, daß Leyla Al'Plâne, die Unterstützerin der Perlbeißer, den Haufen schlichtweg auflöste. Dennoch ließ sich das Immanspiel auf Cháset ebensowenig verbieten als das Herz der Matriarchin kalt bleiben sollte, und so gab sie ihrer Enkelin, der Akîbet Leyla Al'Plâne Ni Cháset letztlich doch die Erlaubnis, den Haufen wiederzugründen und ins Rennen zu schicken.
Von Anfang an entwickelte sich ein gutes, munteres Spiel, bei dem keine Auswahl sich so recht abesetzen konnte. Natürlich hatte die Spielstärke der Krokodile sichtbar gelitten, in allen Teilen der Auswahl war eine gewisse Unsicherheit nicht zu übersehen. Plâne spielte engagiert und mit viel Herz, doch auch hier sorgte die - noch - fehlende Wettkampfpraxis für einige Fehlpässe und Mißverständnisse. 6:6 stand es zur Pause und die Zuschauer und Zuschauerinnen sparten nicht mit verdientem Applaus.
Leider wurde das Spiel nach dem Seitenwechsel ständig ruppiger, da keine Fünfzehn mit spielerischen Mitteln den Ausgleich erzwingen konnte, versuchte man es nun mit dem Einsatz auch unritterlicher Methoden, so daß Feldrichterin Ká'mesnu einige Sperren aussprechen mußte, darunter gar einen Turnierverweis für den qinsayer Brodosch, der mit dem Schlußgong wutentbrannt die Feldrichterin mit den übelsten Schimpfworten belegte - kurz zuvor nämlich war aus einem möglicherweise nicht ganz sauberen Zweikampf die Perlbeißerin Sherinia Lupez als Siegerin hervorgegangen und hatte mit einem satten Flachschuß das entscheidende 12:11 für die Mannen und Frauen von den Inseln erzielt. Für Rorlik Thivarson, den thorwalschen Kapitän der Krokodile, war das endgültig der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte. Genervt, daß Betreuer Gredo ihn nicht von Anfang an spielen ließ war er sowieso schon, und so warf er nach dem Schlußtumult demonstrativ seine Kapitänsbinde fort und brüllte, daß den "Scheiß doch ein anderer machen" solle.

Krokodil Qinsay - Mantikor Tásebá 25:32
Man sollte es kaum glauben, aber es gibt in der Tat Spiele, bei denen 25 Punkte zum Sieg nicht ausreichen! Kurz und knapp gesagt, das Pokalspiel von Mantikor Tásebá gegen Krokodil Qinsay war sicherlich das bisher beste Spiel des diesjährigen Wettbewerbs, ja, eines der besten Spiele im kem'schen Imman überhaupt. Beide Auswahlen setzen von Beginn an auf bedingungslose Offensive ohne dabei jedoch die Regeln der Ritterlichkeit zu mißachten - es waren trotz der Bedeutung des Spieles keinerlei Grobheiten und Tätlichkeiten zu notieren. Die Krokodile, mit einer Niederlage gegen Plâne im Rücken kämpften tapfer um jeden Fußbreit Boden - der interne Streit um den Rücktritt des Kapitäns Rorlik Thivarson schien beigelegt, zumindest rackerte der Thorwaler für zwei - während die an diesem Tag zuerst ins Turnier eingreifenden Mantikore sich auf ihre großen, technischen Fähigkeiten verließen.
Das zahlreich erschienene Publikum traute den Ohren kaum, als es nach der furiosen ersten Hälfte einen Spielstand von 13:16 ausgerufen bekam, doch nach der Pause sollte es noch besser werden. Die Krokodile verstärkten ihre Offensive noch mehr, zogen sogar ihren Torhüter nach vorn, doch letztlich fehlte ihnen das Glück, das die Mantikore hatten - deren Torhüter Ator Blitzgeschwind konnte sogar einen Fernschuß im verlassenen Tor der Qinsayer und Qinsayerinnen unterbringen. Stehende Ovationen gewährte das Publikum den beiden Auswahlen, bei denen es schwer ist, einzelner Spielerinnen und Spieler hervorzuheben, mochte der eine oder die andere mehr Punkte erzielt haben, so kamen doch auf ihre Kameradin oder ihren Kamerad die Ehre, mit gescheiten Pässen oder großem Einsatz den Weg zum Erfolg erst geebnet zu haben. Letztendlich hatte die Erstligistin die Nase vorn, auch wenn sie durch ein böses Unglück gegen Mitte der zweiten Hälfte schwer in Nachteil gesetzt wurde: Stürmer Ramirez von Brabak rutsche in vollem Lauf auf dem nassen Geläuf aus und prallte mit dem Kopf voran gegen die Torstange des qinsayer Gehäuses, so daß der herbeigerufene Medicus erst am nächsten Morgen sein Leben als gerettet verkünden konnte. Wesentlich leichter verliefen die Verletzungen des Krokodil-Bremsers Fagris Marginnen und der Mantikor-Stürmerin Jedwian Streckrecker-Riveling, die sich beide am Abend nach dem Spiel verletzten, aber nach ein paar Tagen wieder gesund sein dürften.

Mantikor Tásebá - Perlbeißer Plâne 28:18
Ein höchst einseitiges Spiel erlebten die Zuschauerinnen und Zuschauer beim entscheidenden Treffen um den Einzug ins Viertelfinale zwischen Mantikor Tásebá und den neugegründeten Perlbeißern aus Plâne. Auch wenn vor dem Spiel ein Wahrsager glorreiche Taten der Perlbeißer vorhersagte, so war davon auf dem Spielfeld nichts zu bemerken, zu deutlich war der Klassenunterschied zwischen der altehrwürdigen Traditionsauswahl aus Tásebá und den Emporkömmligen aus Cháset. Von Beginn an zeigte Mantikor eine konzentrierte Offensivleistung und machte keinen Hehla daraus, für möglichst wenig Spannung sorgen zu wollen, wie nach Belieben erzielte Tásebá Tor um Tor. Plâne bemühte sich, aber mehr als der eine oder andere Punkt sprang als Ergebnis nicht heraus, zu überlegen war die Erstligistin. Auffällig ist jedoch, daß bei Mantikor die Abwehrleistung in keinem Verhältnis zur Offensive steht, 18 Punkte gegen die Perlbeißer hinnehmen zu müssen, zeigt doch deutlich, daß für die Zukunft hier ein Hauptaugenmerk des Betreuers liegen muß, insbesondere Sumudan, Sohn des Sagurd, vor kurzem noch ein Garant für Sicherheit, wirkte wie schon gegen Qinsay unsicher und hölzern.
Letztlich bleibt von dieser wenig aufregenden Partie wenig zu sagen, alleine ein positives Fazit für beide Auswahlen ist zu ziehen: die Perlbeißer haben sich im Pokal wacker geschlagen, mehr als eine Generalprobe für die kommende Zweitligasaison war der Wettbewerb sowieso nicht für sie. Mantikor hingegen zählt nach diesem neuerlichen, deutlichen Sieg sicher zu den Favoritinnen auf den Turniersieg, auch wenn die wacklige Abwehr für einige Sorgenfalten bei Betreuer Hoffner sorgen sollte. In höchstem Maße löblich ist allerdings die Ritterlichkeit der Mantikore, die Dank der weisen Führung Betreuer Hoffners nichts mehr gemein haben, von der einstigen Skandal-Fünfzehn der ehrgeizigen Akilja Algerin.

TABELLE:

Platz

Auswahl

Sp.

Pkt.

Tore

1. Mantikor Tásebá

2

6

60:43

2. Perlbeißer Plâne

2

3

30:39

3. Krokodil Qinsay

2

0

36:44


Vorrunde Gruppe VIII

Schwarze Drachen Váhyt - Wereseter Burschen 24:5
Au weia! Die Wereseter Burschen mußten bei ihrem ersten offiziellen Auftritt gleich mächtig Tribut zollen. Im Spiel gegen die Schwarzen Drachen Váhyt kamen sie zu keiner zeit auch nur annährend an das Niveau ihrer Gegnerin heran und steckten völlig verdient eine Schlappe ein. Die Drachen begannen das Spiel ungewohnt druckvoll und offensiv und legten gleich 6 Punkte vor, ehe Wereset auch nur in die Nähe ihres Tores kommen konnte. Vor dem Spiel verdichteten sich Gerüchte, daß der Betreuer der Schwarzen Drachen, Harkon Solwes, erst gar nicht nach Váhyt zurückkehren solle, sollte seine Fünfzehn im Pokal auch keine überzeugenden Leistungen abliefern. Daß sie es im ersten Spiel dennoch tat, spricht für die Moral der Schwarzen Drachen, aber auch für die Fähigkeiten des Betreuers.
Die Burschen aus Wereset hingegen hatten vor dem spiel kurzfristig noch eine Übungsstunde eingelegt, sich hierbei aber wohl übernommen, jedenfalls wirkten sie schon zu Spielbeginn ihren Gegnerinnen und Gegnern kräftemäßig deutlich unterlegen, was noch dadurch verstärkt wurde, daß der übliche Mittagsregen an diesem Tag sehr spärlich war und somit die Áchesa-Arena in eine brütende Hitze gehüllt war.
So kamen die Zuschauerinnen und Zuschauer zu einem unterhaltsamen Zeitvertreib - so sie nicht mit dem Herzen bei den Burschen waren - und geizten bei den zahlreichen gelungenen Aktionen der Djunizer und Djunizerinnen nicht mit Applaus. Schiedsrichter Frank N. Stein, der zernarbte Riese aus Stut-Ymi'keku, hatte bei einer derartig klaren Angelegenheit keinerlei Mühe mit der Spielleitung, lediglich kurz vor Schluß mußte er noch tätig werden. Der Wereseter Hahrke Zundson ließ nämlich nach dem 24:2-Treffer der Drachen jegliche Courtesie fahren und ging mit den Fäusten auf den Schiedsrichter los, da das Tor seiner Meinung nach regelwidrig zustandegekommen war. Der feldrichter jedoch war weder für Faustschläge noch für Argumente empfänglich, schickte den Übeltäter zunächst mit einer rechten Gerade zu Boden und hernach für den Rest des Turnieres auf die Zuschauerbänke.

Wereseter Burschen - Tsantsa Chrysemis 1:4
Es war ein höchst merkwürdiges Spiel, das die wenigen Zuschauer und Zuschauerinnen beim ersten Auftritt der kem'schen Vizemeisterin Tsantsa Chrysemis geboten bekamen. Nicht. daß die Spielerinnen und Spieler hierfür verantwortlich zeigten, nein, es war der, nun, exzentrische Schiedsrichter Shepses'arût, der gegen alle Vernunft aber jeglicher Vorschrift genehm entschied, daß dieses Spiel überhaupt ausgetragen werden konnte. In der Pause nach dem ersten Spiel des Tages hatte sich der stetig wehende Wind nämlich nochmals verstärkt und dicke Regenwolken von der See ins Landesinnere gebracht, die sich sturzbachartig über der Áchesa-Arena entleerten. Das Publikum ergriff größtenteils die Flucht, ebenso die Schausteller und Schaustellerinnen und auch die Spielerinnen und Spieler der Auswahlen aus Wereset und Chrysemis machten sich bereit, in ihre Unterkünfte zurückzukehren. Der Schiedsrichter jedoch untersagte dies und kündigte an, das Spiel trotz der Überflutung des Spielfeldes zu eröffnen, bei Androhung der Disqualifikation beider Auswahlen. Es entspann sich ein lautstarker Streit, bei dem Dinjia Fjialk den Schiedsrichter als "Mistwiesel" und "irren Bürokraten" titulierte und so wenigstens nicht an den Schwimmübungen teilnehmen mußte. Denn nichts anderes erlebten die wenigen Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Platz, ein geordnetes Spiel war nicht möglich. Zeitweise schwamm der Kautschukball auf kleinen Tümpeln, so daß die Spielerinnen und Spieler mehrmals danach zielen mußten, um ihn überhaupt zu treffen - geschweige denn, daß geplante Zuspiele oder Schüße gelingen wollten. So entwickelte sich eine völlig unvorhersehbare Auseinandersetzung in einer schlammigen Sumpflandschaft, bei der dem Zufall Tür und Tor geöffnet blieb. Letztlich hatte die Vizemeisterin die Nase vorn, auch wenn Wereset noch zur Pause durch ein Eigentor der Tsantsas mit 1:0 führte.
Nach dem Spiel bedankte sich überraschenderweise der Chrysemer Serpo Lassan beim Schiedsrichter: "Gut, daß der Herr Schiedsrichter uns in der letzten Saison schon unter solchen Bedingungen spielen ließ, die Übung vom Haie-Spiel hat uns heute geholfen." Vor wenigen Wochen nämlich hatte Shepses'arût das Spiel von Tsantsa gegen die Haie unter den gleichen Bedingungen ebenfalls austragen lassen.

Tsantsa Chrysemis - Schwarze Drachen Váhyt 13:0
Auch im zweiten Spiel des letzten Vorrundentages gab es keine Überraschung. Bei strömenden Regen - Tsantsa scheint ein Garant für Wasser-Imman! - zeigte sich die Vizemeisterin von den Inseln gegen die Schwarzen Drachen Váhyt ohne Mühe. Der klare 13:0-Sieg wurde allerdings durch die Gegnerin selbst erheblich begünstigt, denn diese entschied sich kurz nach dem Beginn dafür, den Einsatz deutlich zurückzunehmen, und der Favoritin mit ungeahnter Courtesie zu begegnen. Betreuer Solwes konnte es nicht fassen, als seine Jungs und Mädels in den Zweikämpfen plötzlich ihren Gegnerinnen und Gegnern den Vortritt ließen, anstatt entschlossen einzusteigen. Mit hochrotem Kopf tobte er an der Seitenlinie entlang, immer wieder vergeblich "mehr Einsatz" und "Härte! fordernd - seine Anweisungen wurden schlichtweg ignoriert. Vielleicht ist ja etwas an den Gerüchten dran, die besagen, daß die Auswahl aus Váhyt den ungeliebten Betreuer lieber heute als morgen los hätte, eine Erklärung für eine derartig unengagierte Spielweise wäre dies allemal.
Auch Tsantsa spielte nicht sonderlich hart, dort verließ man sich offenbar darauf, daß eine zurückhaltende Spielweise sowohl das Weiterkommen als auch eine gute Ausgangslage für das Viertelfinale sichern konnte. Und so verlief das Spiel ebenso einseitig wie das vorhergegangene Treffen zwischen Mantikor und Plâne, nicht einmal zu einem Punkt konnten sich die Váhyter und Váhyterinnen durchringen. Immerhin hatten die Spielweisen der Auswahlen zur Folge, daß Schiedsrichterin Moriya Mor keine Sperre aussprechen mußte, dazu kamen auf beiden Seiten einige Blessuren, die aber auf das glitschige Geläuf zurückzuführen waren. Váhyt scheidet mit der Niederlage einmal mehr in der Vorrunde des Nisut-Pokals aus, obwohl mit angemessenem Einsatz sicher mehr möglich gewesen wäre. Tsantsa Chrysemis hingegen ist mit Mantikor Tásebá und Neseru Stut-Ymi'keku sicherlich Favoritin auf den Pokalgewinn.

TABELLE:

Platz

Auswahl

Sp.

Pkt.

Tore

1. Tsantsa Chrysemis

2

6

17:1

2. Schwarze Drachen Váhyt

2

3

24:18

3. Wereseter Burschen

2

0

6:28

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