Der "Ehret die Nisut-Pokal" des Jahres 30 S.G.

Vorrunde Gruppe III und IV

[Texte: die Auswahlen] [Texte: das zweite Spiel] [Texte: die Endrunde]
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[Das Viertelfinale] [Das Halbfinale] [Das Finale]


Vorrunde Gruppe III

Golgaris Schwingen Setepen - Feuervogel Djett 3:10
Not gegen Elend, etwas anderes fällt dem Chronisten zu diesem Spiel nicht ein. Der Sieg der Feuervögel war in erster Linie der starken Abwehr zu verdanken, die den gegnerischen Stürmern und Stürmerinnen keinen Raum zur Entfaltung ließ. Bei strömenden Regen auf glitschigem Geläuf vertraute die Außenseiterin aus Djett auf konsequente Defensive, die die in der letztjährigen Zweitligesaison so überzeugenden Schwingen zu keinem Zeitpunkt in Gefahr bringen konnte. So entwickelte sich ein schwaches Spiel, dessen Ablauf häufig vorgetragene Angriffe der Schwingen sah, welche sich aber immer wieder in der dicht gestaffelten Abwehr der Feuervögel festliefen. Es wirkte zu keinem Zeitpunkt so, als könne Setepen vor dem Tor Djetts Gefahr heraufbeschwören, und auch der Mittelfeldreihe der Schwingen gelang es nicht, Akzente zu setzen. Die Männer und Frauen aus der Hauptstadt Sarslunds spielten extrem verhalten und schienen sich bereits für das nächste Spiel schonen zu wollen - ein grober Fehler im Pokalwettbewerb, in dem es nicht unbedingt auf den langen Atem ankommt, sondern vor allem daran, von Beginn an den maximalen Einsatz zu bringen. Zur Pause führte Djett also bereits mit 1:5, und die Zuschauerinnen und Zuschauer schickten schon Stoßgebete zum Himmel, um eine interessantere zweite Halbzeit sehen zu können. Das Spiel jedoch lief so weiter wie es begonnen hatte, so daß die Außenseiterin letztendlich einen verdienten Erfolg davontrug, der ihr nun weiter alle Chancen im Pokal läßt. Die in der Liga so überzeugenden Schwingen allerdings müssen nun schon ein Wunder vollbringen, um in diesem Wettbewerb noch eine Rolle spielen zu können.
Lobend erwähnt werden muß noch die Ritterlichkeit des Spieles, Schiedsrichter Cato mußte nur selten Ermahnungen und Feldverweise aussprechen. Schlimm für die Feuervögel könnte sich jedoch ein Streit zwischen der Stürmerin Yatila Komira und dem sie über Gebühr kritisierenden Betreuer Ugdalf auswirken, in dessen Folge Yatila Komira ihre Sachen packte und aus der Hauptstadt abreiste. Sie wird in diesem Wettbewerb nicht mehr für die Auswahl aus Djett auflaufen.

Feuervogel Djett - Luchse Táyârret 6:4
Das Spiel zwischen den Feuervögeln aus Djett und den Luchsen aus Táyârret sollte in die Annalen des Káhet Ni Kemi eingehen, doch mitnichten als Glanzpunkt des Immanspiels, sondern doch eher unter der Rubrik "Bürgerkrieg". Was beide Auswahlen den Zuschauern und Zuschauerinnen hier boten, hatte nur wenig mit Imman zu tun, es war ein einziges Hauen und Stechen, Schlagen und Treten, dem der überforderte Schiedsrichter Mantero Benzheim auch mit noch so vielen Sperren nicht Herr wurde. Beide Auswahlen hatten von ihren Betreuern eine defensive Marschroute vorgegeben bekommen, doch als die Feuervögel bemerkten, daß sich der Erstligist vor ihnen einigelte und wirklich kein Mittel scheute, Tormöglichkeiten zu verhindern, warf man dort kurzerhand die taktische Ausrichtung über Bord und spielte fortan frech und offensiv auf. Die Luchse, aus der vergangenen desaströsen Saison höchst verunsichert, gerieten durch unfaßbare Fehler daraufhin schnell in Rückstand, welchen sie durch eine noch mehr gesteigerte Brutalität auszugleichen versuchten, anstatt sich auf ihre alten Tugenden Disziplin und Ritterlichkeit als auch auf ihr zweifellos noch vorhandenes technisches Können zu verlassen. So eskalierte das Spiel mehr und mehr, denn die Feuervögel ließen sich nichts gefallen. 5:4 führte die Außenseiterin zur Pause, und ein wütendes Pfeifkonzert lohnte hauptsächlich den Luchsen ihre blamable Leistung.
Auch nach Wiederbeginn fiel Táyârret nichts gegen die auch nicht immer stabile Deckung der Feuervögel ein, so daß diese leichtes Spiel hatten, ihren Vorsprung zu verteidigen. Neben dem finalen Schlußakkord ist nur noch die Szene aus der zweiten Hälfte erwähnenswert, in der ein Anhänger der Feuervögel geradewegs aufs Spielfeld rannte, als seine Auswahl einen der seltenen Konter ansetzen. Feuervogel-Stürmer Kianauken nutzte die Verwirrung beim Tormann der Luchse und traf mit einem Fernschuß zum 6:4 - was zum Höhepunkt des "Spieles" führen sollte. Der Schiedsrichter gab den Treffer nämlich, und so vergaß Luchse-Spieler Yassafer Klopfbüttel alle Zurückhaltung und drosch mit beiden Fäusten auf seinen Gegenspieler ein. Als hätten sich beide Auswahlen nicht sowieso schon genügend dezimiert, kam es zu einer Massenschlägerei, die immerhin das Publikum mehr unterhielt als das Spiel, und mit acht Sperren für die Luchse und fünf Feldverweisen für die Feuervögel endete. Das Spiel plätscherte danach ohne Höhepunkte dem Ende zu und bedeutet mit dem Weiterkommen der Feuervögel und dem Ausscheiden der Luchse nach dem Ausscheiden der Gastgeberin Áchesa Khefu gegen Ahami die zweite große Überraschung des Pokalwettbewerbs.

Luchse Táyârret - Golgaris Schwingen Setepen 12:0
In einem bedeutungslosen Spiel konnten sich die Luchse gegen die in der letzten Zweitligasaison so überraschend guten Schwingen aus Setepen wenigstens teilweise rehabilitieren. Das 12:0 spiegelte an diesem Tag recht genau den Leistungsunterschied wieder und das, obschon beide Auswahlen nicht in der Áchesa-Arena antreten konnten, sondern das Spiel auf eine Wiese vor der Hauptstadt verlegt werden mußte. Die Arena nämlich mußte aufgrund der sich dem Ausscheiden der Sendsh'gerhi-Tiger anschließenden Ausschreitungen wegen erst wiederhergestellt werden, noch lagen zahlreiche Ton- und Holzsplitter, zerbrochene Ausrüstungsgegenstände und sogar einige improvisierte Waffen kreuz und quer zwischen den Trümmern. Die Stadthauptfrau de Vil hatte zudem verfügt, daß die verletzten an Ort und Stelle versorgt werden sollte, so daß es bis zum späten Nachmittag dauern sollte, ehe die Arena wieder für den Spielbetrieb zur Verfügung stehen sollte.
Vom Spiel selbst gibt es wenig Besonderes zu berichten, die einseitige Angelegenheit wurde von den Luchsen mit mehr Engagement verfolgt als von den Schwingen, diese hatten nach der Niederlage gegen Feuervogel Djett offenbar weniger Rehabilitierungsgrund gesehen. Übel aufgestoßen ist dem Publikum jedoch die neue, sehr unritterliche Spielweise der Luchse, die bereits im Auftaktspiel gegen Djett in sieben Sperren mündete und auch gegen Setepen in diesem bedeutungslosen Spiel beibehalten wurde. Wieder mußt Schiedsrichter Cato einige Sperren aussprechen und mehrere Male deutliche Worte für die Luchse-Spielerinnen und -Spieler finden. Wenn diese brutale Schlägertaktik in der Liga beibehalten werden wird, dann kann man dort für Táyârret rabenschwarz sehen.

TABELLE:

Platz

Auswahl

Sp.

Pkt.

Tore

1. Feuervogel Djett

2

6

16:7

2. Luchse Táyârret

2

3

16:6

3. Golgaris Schwingen Setepen

2

0

3:22


Vorrunde Gruppe IV

Seedrachen Semjet - Vorwärts Dreiwegen 21:17
Für die mit nisutlicher Sondererlaubnis wiedergegründeten Seedrachen aus Semjet wollte es offenbar eine bizarre Laune des Schicksals, daß sie in ihrem ersten offiziellen Spiel geradewegs gegen die Nachfolgerin ihrer frühere Nemesis anzutreten hatten. Wegen inszenierten gewalttätigen Auseinandersetzungen (bei denen es gar zu Übergriffen auf Adelspersonen kam!) anläßlich eines Spiels gegen die vom KKAB aufgestellte Auswahl der Kobras Hôt-Alem waren die Seedrachen nämlich vor etlichen Jahren als "reichsfeindliche Gruppierung" aufgelöst und verboten worden, und nun ging es ausgerechnet im ersten Pokalspiel gegen die neugegründete KKAB-Truppe von Vorwärts Dreiwegen. Vielleicht lag es daran, daß die Semjetis sehr verhalten begannen und sich mit dem Einsatz sehr zurückhielten. Dreiwegen hingegen kannte keine Skrupel und legte von Anfang an sehr offensiv und recht rustikal los und konnte so von Anfang an vorlegen - was das Publikum gerne sah, hatten die Djunizer und Djunizerinnen dieses doch mit einer wohlinszenierten Geschenkverteilung auf ihre Seite gebracht.
In der zweiten Hälfte wurde das Spiel dann immer ruppiger, die Seedrachen legten mehr und mehr den Respekt vor den Vertretern und Vertreterinnen der Reichsmacht ab und kamen recht rasch zum Ausgleich, wobei deutliche Defizite in der Abstimmung der djunizer Auswahl ersichtlich wurden. Das Spiel entwickelte sich so mehr und mehr zu der üblen Holzerei, die man von Anfang an befürchtet hatte. Ausgangspunkt der Eskalation war sicher die theatralische Schauspieleinlage des Semjeter Spielers Waskir Salgarsson, der sich nach einem harmlosen Zusammenprall mit dem Dreiweger Ert Berniesson so lange kreischend am Boden wand, bis der Feldrichter den Djunizer endlich des Feldes verwies. Die empörten Vorwärts-Spieler und -Spielerinnen sahen diesen unritterlichen Akt dann in der Folgezeit als Grund an, nun ihrerseits den Regeln nicht mehr übertriebene Beachtung zu schenken. Ungesehen vom Feldrichter brachte zunächst per Stockstich Denja Heirich den Semjeter Dario und schließlich kurz vor Schluß die djunizer Stürmerin Maja ter'Onth den Semjet-Tormann Olk Okenheld durch einen gezielten Handkantenschlag aus dem Spiel. Genutzt hat es den Djunizerinnen und Djunizern letztendlich jedoch nichts, am Ende hatte Semjet knapp die Nase vorn. Dies konnte allerdings den Semjeter Ersatzspieler Tonkowan Kistenmacher nicht mit dem Schiedsrichter versöhnen. "Ich machen Sarg und dich nageln lebendig hinein, dann vergraben", drohte er dem Schiedsrichter nach dem Schlußgong an - Tonkowan ist für das nächste Spiel gesperrt.

Vorwärts Dreiwegen - Noionitensturm Morek 8:15
Auch das zweite Spiel des heutigen Tages glänzte weniger durch aufsehenerregendes Imman als durch unritterliche, ja gemeingefährliche Aktionen der Mannen und Frauen aus Djunizes. Vor dem ersten Gong hatte die KKAB-Auswahl noch in bester und höfischster Manier aufgetrumpft, sogar den anwesenden Kindern mit allerlei Großzügigkeiten die herzen geöffnet, doch sobald Schiedsrichter Shepses'arût das Spiel freigab, ließen die schlimmen Schergen aus Dreiwegen ihre Maske fallen. Morek drehte nämlich von Beginn an mächtig auf, im Rausch der überaus gelungen letztjährigen Erstligasaison spielte man temperamentvoll und überlegt aus einer sicheren Abwehr heraus und schloß ein ums andere Mal mit Torerfolgen ab. 1:6 führte man sehr schnell, dann aber begann das Verhängnis seinen Lauf zu nehmen. Sebilia von den Sternen wand sich plötzlich schreiend am Boden, umgeben von gestikulierenden Morekern und Morekerinnen. Doch der Schiedsrichter hatte wohl bemerkt, was geschehen war, denn flugs wies er zwei Dreiwegener vom Feld und konnte so das Spiel wieder beruhigen.
Nach der Pause aber häuften sich die mehr und mehr unsauberen Methonden der Djunizer und Djunizerinnen, einmal brachten sie den Moreker Der-immer-in-den-Wald läuft dazu, fluchtartig das Weite zu suchen, ein anderes Mal wand sich Dariana Fürchtnix zitternd unter einer Holzbank, nachdem der Dreiwegener Thorn Thornsson ihr etwas ins Ohr geflüstert hatte. Schiedsrichter Shepses'arût tat sein Bestes, um die zahllosen Unritterlichkeiten zu ahnden, aber letztlich war er von deren schierer Zahl überfordert. Dreiwegen konnte so das Spiel mehr und mehr ausgeglichen gestalten und bis kurz vor Schluß sogar auf 8:9 herankommen, doch dann schaffte der durch zahlreiche Tätlichkeiten inzwischen bis zur Weißglut gereizte Gellibert Tadsch'daun mit einem fulminanten Fernschuß das entscheidende 8:12, das zugleich auch das Ausscheiden von Vorwärts Dreiwegen aus dem diesjährigen Pokalwettbewerb bedeutete.
Der Eklat fand jedoch nach dem Spiel eine Fortsetzung: zahlreiche Spielerinnen und Spieler des Noionitensturm waren nämlich urplötzlich von dringenden Bedürfnissen gepeinigt, und Betreuer Logoran von Selem bestand darauf, aus zuverlässiger Quelle erfahren zu haben, daß der Betreuer von Vorwärts während einer der zahlreichen tumultartigen Szenen einen Trank in das Pausenwasser des Noionitensturm gemischt zu haben. Der Schiedsrichter hatte das jedoch nicht gesehen, so daß Morek nun auch noch im nächsten, entscheidenden Spiel einen bleibenden Eindruck von Vorwärts Dreiwegen haben dürfte.

Noionitensturm Morek - Seedrachen Semjet 20:5
Einsatz ist ja in Ordnung, aber übertriebener Einsatz kann auch schädlich sein. Diese Weisheit schien bei den Noioniten aus Morek vergessen, denn obschon es nur noch wenige Stunden bis zum entscheidenden Spiel um den Gruppensieg waren, setzten sich die Spielerinnen und Spieler gegen den Rat ihres Betreuers Logoran durch und veranstalteten noch eine harte Übungsstunde - zu wütend war man über die Vorfälle aus dem Auftaktspiel gegen Vorwärts Dreiwegen, als die Rabauken-Truppe aus Djunizes mit allen unritterlichen Methoden versuchte, Morek aus dem Wettbewerb zu kegeln. Doch schien im dann wieder in der Arena ausgetragenen Spiel die Wut und Entschlossenheit gegen die Müdigkeit zu siegen, denn Morek legte los wie der Wirbelwind. Die Seedrachen konnten einem leid tun, so ungenügende Mittel hatten sie gegen den Angriffswirbel Moreks zur Verfügung. Die heute wegen - wie sie sagte - Alpträumen völlig von der Rolle spielende Semjet-Bremserin Jurga Faenwulf ebnete dem Noionitensturm dabei durch ihre ängstliche und unentschlossene Spielweise den Weg, indem sie alle Gegentore zum 5:0 in den ersten Augenblicken des Spieles verschuldete. Morek nahm die Geschenke dankbar an und steigerte sich dadurch in einen wahren Spielrausch, besonders Sebilia von den Sternen und Answin von Selem - der Betreuer Logoran davon überzeugen wollte, daß er mehr als Ersatz ist - zeigten dabei eine hervorragende Leistung. So konnte es für die Seedrachen beim Pausenstand von 13:1 nur noch darum gehen, den Schaden in Grenzen zu halten, was ihnen auch Dank der zunehmenden Müdigkeit der Moreker und Morekerinnen auch gelang. Letztlich aber konnte es dem Noionitensturm egal sein - das Viertelfinale wartet, und letztlich war es die richtige Entscheidung, trotz der Gemeinheiten Dreiwegens das Turnier nicht abzubrechen.

TABELLE:

Platz

Auswahl

Sp.

Pkt.

Tore

1. Noionitensturm Morek

2

6

35:13

2. Seedrachen Semjet

2

3

26:37

3. Vorwärts Dreiwegen

2

0

25:36

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