"Das könnt Ihr nicht machen! Den weiten Weg haben wir hierher gemacht, die beschwerliche Reise... die hohen Kosten... Das gibt ne Meuterei!"
Geknickt sah Logoran seinem Kapitän Gellibert Tadsch'daun in die Augen. "Wer konnte denn sowas ahnen. Im ersten Spiel... und dann gleich fünf Ausfälle. Wir können nicht mal die Positionen besetzen. Du als stärkster Spieler fehlst, Sebilia, Boronian, Aleta...und Ighistan zudem."
"Ein Spiel, ein einziges Spiel! Wir schaffen das! Glaubt mir, Ehrwürden! Alle sind ganz heiß, erst recht, nachdem diese verdammte KKAB-Truppe..." Gellibert presste die letzten Worte hervor, biß sich dann jedoch auf die Lippen, während Logoran unauffällig aus den Augenwinkeln heraus die benachbarten Tische der Taverne musterte.
"Ihr wollt weiter spielen? Alle? Denk an die Meisterschaft nächstes Jahr! Wir können es uns nicht erlauben, weitere Ausfälle zu produzieren."
"Das war doch kein Ausfall, der vorherzusehen war! In der Meisterschaft lief bisher alles - naja fast alles - mit rechten Dingen ab. Hier ist es eben anders...dennoch: Bedenkt folgendes: Die Jungs und Mädels brennen darauf, den Moskitopfürzen hier mal zu zeigen, wie man in Morek Imman spielt, sonst hätten die mich doch nicht zu Euch geschickt - wir gewinnen das nächste Spiel-..."
"Das MÜSSEN wir auch!-"
"...und dann sind im Viertelfinale wieder alle an Bord!! Dann kann es nur noch besser werden."
Logoran leerte mit einem tiefen Zug den Halbliterkrug und stellte das Holzgefäß sanft, beinahe zärtlich auf die Tischplatte zurück. Atemlos wartete der Immankapitän die Reaktion seines Betreuers ab. Er wußte, er hatte ihn überzeugt, Logoran würde seine Entscheidung, vorzeitig das Turnier zu verlassen, rückgängig machen. Dieses Spiel ging an ihn, den Kapitän und Vorzeigespieler des Noionitensturms. Was noch blieb, war, seiner Truppe ihren Mumm wieder zu geben, nachdem er im Alleingang den Abt zum Verbleib überredet hatte...
(THE)
Niemals hatte man in Khefu erwartet, daß bereits nach dem ersten Spiel des diesjährigen Nisut-Pokals die Gastgeberin Áchesa Khefu aus dem Pokal ausscheiden würde! Sicher, man war sich bewußt, daß die Auswahl von Kalter See Ahami eine harte Kokosnuß sein würde - in den letzten Jahren waren die Ordoreer und Ordoreerinnen immer weit gekommen und hatten jedesmal favorisierten Auswahlen hinter sich gelassen - aber der Heimvorteil und die Aufstiegseuphorie schien Garant genug, ohne größere Mühe ins Achtelfinale einziehen zu können.
Nun kam es aber ganz anders, Ahami steigerte seine Leistung im Vergleich zum 20:8-Auftaktsieg gegen die Sicheln noch und behielt glücklich mit nur einem Punkt Vorsprung gegen Áchesa Khefu die Oberhand - für die Áchesas ist das Turnier damit schon nach dem ersten Spiel zuende.
Auch Tage nach der Niederlage war keine Spielerin und kein Spieler zu einem Kommentar bereit, schnell hatte man sich in alle Winde zerstreut und bemühte sich, dem täglichen Tagwerk nachzugehen, ohne auch nur an Imman zu denken. Anders als nach ähnlichen Mißerfolgen fehlten diesmal gänzlich die trotzigen Kommentare oder Schuldzuweisungen an das Glück, den Schiedsrichter oder das Wetter, so daß man für die kommende Erstliga-Saison das Schlimmste befürchten muß. Ganz nach alter Áchesa-Tradition ist nicht auszuschließen, daß diese Niederlage weitreichende Auswirkungen haben wird - womöglich ist der Höhenflug der traditionsreichsten kem'schen Immanauswahl bereits beendet, ehe er seine hochgesteckten Ziele - Klassenerhalt und in absehbarer Zeit gar die Meisterschaft - auch nur annähernd erreicht hat.
Nach einem fulminanten Auftaktsieg über die Krokodile aus Quinsay zeigten sich Spieler und Spielerinnen sowie die Verantwortlichen von Mantikor Tásebá sehr zufrieden über den Auftaktsieg. Besonders die 32 erzielten Tore erfüllten die Herzen der Insulaner mit Stolz. Auf der anderen Seite drücken jedoch über 20 gefallene Gegentreffer die Gemüter von Torsteher Ator Blitzgeschwind und Betreuer E'anst Hoffner doch sehr. Daher will man sich im Spiel gegen die alten Feinde aus Plâne in gesondertem Maße auf die Verteidigung konzentrieren, um mit einem Sieg nicht nur ins Viertelfinale einzuziehen, sondern gleichfalls zu demonstrieren, wer die erste Inselauswahl Kemis ist.
(MAT)
Das erste Spiel gewonnen, zufrieden brummte Harkon Solwes in seinen Bart. Vielleicht geht es ja doch wieder aufwärts und eine weitere Immansaison in Váhyt würde ihm doch gut gefallen. Als wenn er eine andere Wahl gehabt hätte. Während er in seinen Bart schnaubte, betrat er die Unterkunft der Drachen und sah sich missmutig um "Weg mit dem Saufen" dröhnt seine Stimme durch den Raum. "Seit's ihr jetzt entgültig blöd geworden?" seine Stimme klang herausfordernd. "Wenn wir gewonnen haben könnt ihr Euch volllaufen lassen, wenn wir draußen sind könnt ihr euch volllaufen lassen, aber vorher nicht!" Den letzten Satz hatte er geschrieen und so konnte er sich der kompletten Aufmerksamkeit aller Männer und Frauen sicher sein. Das fröhliche Treiben hatte ein jähes Ende gefunden. "Es gibt keine Siegesfeiern mehr, jetzt geht's nur noch ums vorwärtskommen, ausgeruht wird hinterher." Jetzt war der Betreuer der Drachen eindeutig in Rage und auf den Gesichtern der Spieler und Spielerinnen machte sich teilweise Häme, aber auch eindeutig Reue sichtbar. Man wollte je was tun um den Anhänger daheim einen Erfolg zu bescheren, möge dieser auch noch so klein sein, aber musste Solwes immer gleich so übertreiben. "Raus jetzt, wir üben jetzt, damit das beim zweiten Spiel genauso rutscht wie beim Ersten!" Damit war die Entscheidung gefallen. Murmelnd ließe die Immanauswahl Váhyt ihr Becher stehen, zog die Eschenholzschläger unter den Betten hervor und trabte auf die Wiese vor der Unterkunft.
"Hacketau!"
(THU)
Nach der knappen Niederlage holte Trainer Gredo die Auswahl zu sich und lobte seine Männer und Frauen. In Anbetracht dessen, daß man sich trotz fehlender Spielpraxis gegen einen aktiven Haufen so gut verkauft hatte, rechnete er an. Der Ausfall von Brodosch schmerzt, doch das kommt vor.
Für Nene-Tonku versuchte er einen Heiler aufzutreiben um ihn zum nächsten Spiel wenigstens als Ersatzmann wieder fit zu bekommen. Er schwor die Fünfzehn darauf ein, gegen die Mantikore nochmal alles zu geben, konzentriert, ohne jedoch übermotiviert zu sein.
Was seinen zurückgetretenen Kapitän Rorlik Thivarson betrifft, so holte Übungsleiter Gredo diesen zu sich und ließ ihm "mit Schaum vor dem Mund" eine Sonderpredigt zukommen. Man hörte Worte von ihm wie: "....Taktik bestimme immer noch ich...", "...will nicht mehr hören was ich glaubte mit dem Schlussgong gehört zu haben...", "...Fünfzehn hat gekämpft und alles gegeben und du nörgelst wie ein Kind...", "...gegen die Mantikore will ich 'nen Sieg, und du wirst der Kapitän sein...", "...du wirst von Anfang an die Auswahl führen...", "...und es wird schwer, weil wir offensiv spielen werden, dann kannst du beweisen was du drauf hast, wenn du es schaffst, die Abwehr zusammenzuhalten wenn's brennt...", "...ich will in die nächste Runde und du wirst den Haufen führen, kapiert? Abmarsch! Ach ja, und keine übermotivierten, überharten Attacken."
Trainer Pedresco Gredo setzte darauf, daß die Mantikore recht wechselhaft spielen und die letzten Spiele zugunsten der Krokodile ausgingen, wenn mann die Matikore unter Druck setzen konnte. Da er in die nächste Runde will, muß ein hoher Sieg her, so setzte er auf die Offensive. Eine starke Deckung in der Mitte mit einem motivierten und konzentrierten Kapitän und schnellem Angriff über die Flügel mit einem flexiblen Mittelfeld.
(GDR)
Nach dem überraschend hohen, jedoch alles andere als unverdienten Sieg gegen die Wachteln sollte man denken, die Männer und Frauen von K.I.S. Khefu befänden sich im Freudentaumel und würden feiernd durch die Viertel Khefus ziehen. Weit gefehlt, schließlich handelt es sich bei den Säbelzahntigern ja um eine Auswahl von Soldatinnen und Soldaten der Schwarzen Armee, deren große Tugenden Disziplin, Durchschlagskraft und Ausdauer sind. So nimmt es denn nicht wunder, wenn Torben Torbensson, der Pottwal, Torsteher, Kapitän und Betreuer in Personalunion seine Mannen und Frauen nach dem Sieg statt zum fröhlichen Umtrunk zu einer harten Übungseinheit aufforderte: "Wir wollen hier den Pott holen und den gewinnt man im Imman und nicht im Müßiggang. Gesoffen wird später. Jawohl!"
(MAT)
Daß Abends im Lager der Auswahl aus Ahami eine ausgelassene Stimmung herrschte kann man sich gut vorstellen. Akîb Menadis versuchte dann auch die gute Stimmung anzuheizen, indem er ankündigte, daß man nun den überheblichen Hauptstädtern von N.I.B. Áchesa Khefu "eines auf die Nase geben" werde. Ein zusätzlicher Motivationsschub dürfte dadurch entstehen, daß die bei der Fünfzehn beliebte Nesetet von Ordoreum, Rhonda Mezkarai angekündigt hat, in den nächsten Tagen Übungsstunden und v.a. Spiele von Kalter See Ahami zu beobachten und die Auswahl zusammen mit den Trommlern von den Sabus im Spiel gegen Khefu nach vorne zu peitschen! Daß die Fünfzehn trotz der offensichtlichen Feierlaune bereits früh in die Betten ging, ist ein weiteres Indiz dafür, daß sie das Turnier sehr ernst nimmt.
Bezüglich der Taktik wird sich wohl nichts ändern. "Die Aufstellung einer erfolgreichen Auswahl sollte man nicht ändern!" wird Akîb Menadis Mezkarai zitiert. Dennoch verdichten sich die Gerüchte, daß der Akîb im Spiel gegen Khefu selbst ins Geschehen eingreifen wird, um dem Spiel die richtige Richtung zu geben!
N.I.B. Áchesa Khefu, gebt Acht!!
(SBR)
Khefu / Dreiwegen: Trotz der Auftaktniederlage gegen Semjet ist der Einstand der Militärauswahl beim Ehret-die-Nisut-Pokal 30 S.G. bestens gelungen. Die knappe Niederlage gegen einen höchstens gleichwertigen Gegner hat die Auswahl laut Betreuer Gerwan Alrum bestens verdaut und sieht nun der Aufgabe gegen den Noionitensturm aus Morek gespannt entgegen. "Hauptsache, die Jungs und Mädels haben sich anständig präsentiert und die Symphatien für sich gewonnen! Bei so einem phantastischen Publikum werden wir gegen den Sturm sicherlich einen Sieg einfahren können!", so Gerwan Alrum. Tatsächlich lag die äußerst unglückliche Niederlage wohl vor allem am völlig überforderten Schiedsrichter der Partie, der gesunde Härte und unnötige und unritterliche Brutalität nicht voneinander trennen konnte. Jedoch spricht es für die Fünfzehn aus Dreiwegen, daß sie sich ritterlich gaben, und den Semjetern zu ihrem Sieg gratulieren konnten.
In der Tat schien man in der geliebten Hauptstadt überrascht von der djunizeer Auswahl und ihrer zwar teilweise rustikalen, jedoch allzeit im Rahmen bleibenden Spielweise. So manch einer hatte wohl anderes erwartet von dieser Militärauswahl...
Bleibt daher nur zu hoffen, daß die Jungs und Mädels aus Dreiwegen auch weiterhin soliden und unterhaltsamen Immansport zum Besten geben und auch ihren verdienten Lohn, einen Sieg nämlich, einfahren können.
Wen're H'Anch
(BCP)
Nach einem fulminanten Auftaktsieg in einem, abgesehen vom Ergebnis, miserablen Spiel drängt sich die Frage nach einem Weiterkommen von Telori geradezu auf. In dem Pokalmodus sind allerdings zum sicheren Weiterkommen zwei Siege von Nöten, somit ist dieser Sieg nur der erste Schritt. Ein zweiter muß getan werden, und zwar gegen die Haie Táîmen, eine ungleich schwerere Aufgabe. Der Erstligist hat im Pokal noch an keiner Partie teilgenommen, aber er bringt mit Sicherheit genügend Spielpraxis aus der ersten Liga mit, daher kann man wohl getrost davon ausgehen, dass eine so elende Auswahl wie Telori nicht weiterkommen wird.
Der Betreuer Marek Arkeb wollte nichts über die taktische Einstellung seiner Auswahl bekannt geben, die bisherige defensive Taktik wurde hart kritisiert. Die Haie werden sich nicht so einfach geschlagen geben. Aber immerhin, ein Achtungserfolg ist der Sieg allemal und wie jedes Kind weiß hat der Pokal seine eigenen Gesetze.
Und vielleicht behalten Betreuer und Kapitänin doch recht und es kommt mehr heraus..., viel mehr als jetzt noch denkbar. Es wäre allerdings für die Auswahl schon ein großartiger Erfolg überhaupt weiter zu kommen.
(PCZ)
Nach dem Schlussgong im Spiel gegen Áchesa schien das Jubeln kein Ende zu nehmen. Die Spieler und Spielerinnen von Kalter See Ahami waren vollkommen aus dem Häuschen und des war vor
allem Danrat Helm, welcher den Siegtreffer erzielt hatte, der von seinen Mitspielern gefeiert wurde. Als sich die Hochstimmung etwas gelegt hatte schaute der Akîb suchend durch das Stadion. Als er der Kapitänin der Áchesas gewahr wurde, ging er auf diese zu um ihr die Hand zu reichen. "Seid nicht zu traurig über diese Niederlage. Heute hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Fünfzehn gewonnen. Wenn ihr weiter so herzerfrischendes Imman spielt, wird euch das Glück in der nächsten Saison auch in solchen Spielen hold sein und ihr werdet weiterhin die Herzen eures Publikums erfreuen." Er schaute der Kapitänin tief in die Augen. "Wie wäre es, wenn die beiden Auswahlen heute abend zusammen ein Bierchen oder mehr auf meine Kosten trinken würden?"
Alicia Borg fand vor Tränen keine Worte und nickte nur.
(SBR)
Eine ausgelassene Feier untermalte eindrucksvoll die gute Stimmung, die nach dem Wahnsinnssieg gegen Semjet in der Auswahl Moreks herrschte. Alle waren frohen Mutes, auch das nächste Spiel, immerhin das Viertelfinale, gegen Djett zu gewinnen und so der Erfolgsgeschichte des Noionitensturms ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Und wenn nicht - was machte das schon... In Anbetracht der Umstände, die vor dem zweiten Gruppenspiel herrschten, konnte man in jedem Falle stolz auf sich sein.
Logoran hielt eine seiner gewohnt kurzen, prägnanten Reden vor den Spielern und Spielerinnen und einigen Gästen, anschließend wurde ein Weinfaß angestochen, um der gröhlenden Menge ihr wohlverdientes Sieggeld auszuzahlen. Alles blickte an diesem Abend versöhnlich in eine rosige Zukunft, voller Überraschungen - gewiß - doch rosig.
Dem Fest folgte eine ausgefeilte Übung, um noch weiter an der Technik zu arbeiten. Schußübungen, Slalomlauf mit der Kugel und weitere Übungen, kombiniert mit lockeren Laufübungen standen auf der Tagesordnung und alle eiferten wie gewohnt um die Wette, wer dem Tormann die ominösesten "Dinger" andrehen konnte.
Die Stimmung könnte besser nicht sein und so warten wir alle gespannt auf den Ausgang des ersten K.O.-Spiels.
(THE)
Mit grimmiger Entschlossenheit bereiten sich die Spieler und Spielerinnen von Neseru Stut-Ymi'keku für das Halbfinalspiel des diesjährigen Pokalwettbewerbs vor. Es geht gegen niemand geringeren als den Erzfeind von Mantikor Tásebá, der grosssprecherischen Inseltruppe aus Djerres, deren Ansprüche bislang noch immer deutlich hinter der in der Tat meisterlichen Prahlerei zurückstanden. Nie hatte Mantikor auch nur annähernd in Konkurrenz zu den 'Grossen Neserus' treten koennen, im Gegenteil: Immer noch steht der 39:0-Finalsieg Neserus gegen Mantikor als einer der höchsten jemal erungenen Siege in den Annalen der kemschen Immangeschiche.
Nun wollen sich die 'kleinen Neserus' ihren Vorläufern als würdig erweisen und über Mantikor das Pokalfinale erreichen. Wie wichtig das Spiel für die junge Fünfzehn ist, zeigt die Rückkehr von Elandriel Morgenwind, aber auch die Worte von Torfrau Men'kare: 'Für den Sieg gegen Mantikor würde ich sogar den Finalsieg aufgeben.' Man darf also gespannt sein.
(PST)
Grandios, wie sich der Noionitensturm in dieser Spielserie zeigt: Erst die überraschende Leistung im Ligabetrieb, dann im Pokal das Erreichen des Halbfinales. Alle Beteiligten überlegten fieberhaft, wann es das zuletzt gegeben hatte und kamen einstimmig zu dem Entschluß, daß es sich hier wohl um ein erstmaliges Ereignis besonderer Tragweite handeln mußte!
Wenn das mal nicht ein Fest wert war... Noch eines? Die Spieler und Spielerinnen mußten nicht lange überlegen, um sich eine Alternative auszudenken. Mit überwältigender Mehrheit stimmte die Auswahl für die Austragung eines gemeinsamen Borondienstes am nächsten Tag, gemeinsam mit der Erzfeindin aus Chrysemis...
Logoran dachte lange über wohlgesetzte Worte nach, um niemanden zu verletzen und so wurde der Tag des Halbfinales ein ehrwürdiger Tag, an dem der Rabe sein Wohlgefallen finden sollte. Jetzt noch ein kleiner bescheidener Sieg und das große Finale konnte kommen...
Nach dem doch etwas überraschenden Sieg gegen Chrysemis saßen die Spieler und Spielerinnen mit ihrem Betreuer Logoran beisammen. Die Meute war sprachlos ob der vielen Wendungen, die das Pokalturnier genommen hatte. Während man einerseits insgeheim mit dem eigenen Ausscheiden rechnete, wähnte man die haushohe Favoritin Neseru wie jedes Jahr schon vor dem Turnier im Finale. Aber, so kam man überein, der Pokal hat eben seine eigenen Gesetze.
So konnte die Stimmung nicht besser sein, nachdem die Möglichkeit des Turniersieges gegen den Insel-"Nachbarn" Mantikor Taseba wenn schon nicht sprunghaft, so aber doch in bedeutendem Maße gestiegen war. Der Abtprimus hatte sichtliche Mühe, seine Helden und Heldinnen im Zaum und vor allem am Boden zu halten. So griff er kurzerhand in seine Trickkiste und verordnete für alle eine gemeinsame Meditationsstunde in den Quartieren, bei gleichzeitigem Redeverbot. Wer die Autorität kennt, die Logoran bei seiner Auswahl genießt, weiß, daß es kein Entrinnen gab. Was gesprochen ward, war Gesetz.
Nach einem stillen Nachmittag trafen sich alle zur letzten Übung in der Arena, wo man weiterhin an der Spieltechnik und vor allem am Torabschluß drechselte und feilte, bis auch der letzte Stürmer begriffen hatte, wie das Holz zu führen und der Ball zu schlagen war.
Denn nachdem Logoran gezwungen war, Bruder Boronmir Tar'antula, den Ersatztorhüter, als Stürmer einzusetzen, um auf die erforderliche Anzahl von fünfzehn Spielern zu kommen, wollte man nichts dem Zufall überlassen. Greifbar nah war die Sensation.
Für das Spiel selbst aber wurde ein ganz anderes Geschütz aufgefahren: Um den Göttervater zu ehren und ihm für seine große Gunst zu danken, rieben sich alle, vom Betreuer bis zur Ersatzbank, mit Kohle das Gesicht schwarz ein, um die Verbundenheit mit Boron zu zeigen und in aller Demut auch für das letzte und entscheidende Spiel seine weise und gerechte Führung zu erbitten.
(THE)
Zum fünften Mal in der Geschichte von Mantikor Tásebá stehen die Insulaner und Insulanerinnen nun im Finale des Nisut-Pokals. Anders als in den vorangegangenen Abschlusspartien, in denen man gegen Neseru klare Außenseiterin war, ist nun laut khefuer Buchmacher Mantikor in der Favoritenrolle. Die Männer und Frauen aus Aáresy scheinen nach einer langen Durststrecke ohne zählbare Titel - die letzte und einzige Meisterschaft wurde 25 S.G. gewonnen - vor dem größten Erfolg in der Auswahlgeschichte. Entsprechend ernsthaft wird man sich auch auf die bevorstehende Partie gegen den Noionitensturm aus Morek vorbereiten. Dazu betreuer E`anst Hoffner: "Wer meinte, wir würden das Finale schon als gewonnen betrachten, der hat sich getäuscht. Auch wenn Morek mit einem Spieler weniger als wir antreten wird, so wissen wir genau, dass der Sieg nur über Moral, Disziplin und hervorragender Technik zu erringen ist."