

An:
Dio de Cavazo,
Kanzler des Káhet Ni Kemi
Khefu in Frencaal
Ireth, 7.FHE.16
Werter Meister,
mein Landesherr und Kollege, Reichskommissar Farnion Bardo Finkenfarn, beauftragte mich, da er selbst bereits in Staatsdingen unterwegs ist, Euch folgende Kunde zu bringen:
Seine Excellenz dankt vielmals für die ihm zuteil gewordene Ehre, dieProvinz Djerniako verwalten zu dürfen - einen Landstrich wie er ihn besser sich nicht hätte wünschen können! [...]
Nun folgt eine kurze Darstellung der Provinz, wie wir sie bei unserem Einteeffen vorfanden, respective wie wir sie in naher Zukunft in einem geographischen Kompendium zu beschreiben gedenken. Sollten sich einige unserer neugewonnen Eindrücke als falsch erweisen, so bitten wir Euch, der Ihr doch unbestreitbar über das größte Wissen betreffend die Landeserschließung verfügt, uns dies umgehend mitzuteilen, womit Ihr uns keineswegs düpieren würdet, sondern vielmehr der Wissenschaft einen großen Dienst erweisen könntet...
(Gerdus Cordobá, Schreiber des Reichskommissars Farnion Finkenfarn)
| Wappen | Kombinierte Wappenschilde Edelstein auf Schwarz und Tiger auf Rot |
| Lage | Provinz von Tárethon |
| Verwaltungssitz | Ireth (600 Einwohner/innen) |
| Akîbsresidenz | Villa Pâestumai (in Ireth ) |
| Einwohnerzahl | 1650 Köpfe (Census 32 S.G. ) |
| Bevölkerungsstruktur | 1200 Siedlerinnen und Siedler kemscher oder gemischter Abstammung (wovon 200 freie Bürger/innen sind ), rund 400 assimilierte Waldmenschen vom Stamm der Syennez |
| Wichtige Familien und Geschlechter | Familie der Pâestumai (alteingesessene kem’sche Familie) |
| Wichtige Ortschaften | Ireth (600), Djett (530), Yah'kesen (150), Mehyt (150), Grünbruch ( 100), Nehet (50), Sehsahî (50), Unebkem (30) |
| Besonderheiten | Ruinen von Terkum, Amphitheater zu Ireth, "Arena" zu Ireth |
| Tempel | Boron-Tempel in Ireth, Djett, Sesahî, Yah'kesen und Unebkem, Efferd-Tempel in Ireth und Seshaî, Rahja-, Peraine- und Travia-Tempel in Djett, Rondratempel in Mehyt, Ingerimm-Tempel zu Grünbruch, Phex-, Boron-, Travia- und ein Peraine-Schrein in Nehet |
| Landschaften | Küste der Südsee, Urwälder, Bergland im Zentrum und im Osten, Ach'irtyu-See, Astarîth-Stromlandschaft |
| Exportgüter | Fisch, Reis, Holz, Erze, Edelsteine, Gestein |
| Garnisonen | 50 Stadtgardisten des XI. Banners in den Städten, ca. 50 wehrfähige Veteranen der Schwarzen Armee in Mehyt wechselnde Anzahl an Laguana-Ordensritterinnen und - rittern |

Der große Strom des Astarôth fließt von den Sieben Toren herab, von Sákem aus kommend durch Djett hindurch und mündet schließlich im Zeni Ach'irtyu, von wo aus er in Richtung Khefu, der Prächtigen, weiterzieht. Dieser See weist neben der heiligen Insel der Syennez-Moha auch einen schier unerschöpflichen Fischreichtum auf, und die Fischerinnen kommen oft mit wohlbeladenen Booten heim, wenn sie die Netze ausgeworfen haben. Sein dunkles, fast schon schwarzes Wasser ist vielen Geschöpfen Heimat, auch Echsen sollen darin wohnen. Im Süden liegt der Rote Cha, so genannt wegen seiner rötlichen Farbe, die wohl aus den Bergen herabgewaschen wird. Die Waldmenschen halten hier oft ihre Rituale ab, anscheinend ist ihnen dieses Gewässer heilig, während der See von den Echsischen als das "Böse Auge" tituliert und gemieden wird. Die Grenzen Laratusais ragen noch ein gutes Stück ins Südmeer hinaus. Dort gehen die Fischerinnen aus Sesahî ihrer Arbeit nach.
Wirtschaftlich entscheidend ist die Küstenstraße, die sich in Djerniako in einem gut ausgebautem und gepflegtem Zustand befindet, oder sich streckenweise noch im Ausbau befindet. In Djerniako wird dieser Abschnitt der Küstenstraße wie zu bosparanischen Kolonialzeiten 'kemi maximus' genannt und zeugt vom Stolz der Bewohner. Reisende und Händler finden in jeweils eines tagesmarsches Abstand eine Post- und Raststation. Hier findet der Reisende Schutz vor der Nacht, eine deftige warme Mahlzeit, sowie einen geräumigen Schlafsaal um frische Kraft für die Weiterreise zu tanken.
Eine weitere ausgebaute Straße führt in den gefährlichen Urwald. Sie wird 'Pâestumai maximus' genannt und verbindet Ireth mit den Städten Grünbruch und Nehet innerhalb der Provinz und stellt eine wichtige Verbindung zu den Provinzen im Osten her. Wie auf der kemi maximus findet der Reisende auch auf der Pâestumai maximus innerhalb eines Tagesmarsches Schutz in einer eigens errichteten Post- und Raststation.

Hauptstadt der Baronie und früherer Verwaltungsort der Grafschaft Terkum ist das kleine prosperiende Städtchen Ireth, äußerst verkehrsgünstig gelegen an der von Khefu kommenden Küstenstraße und abgeschirmt durch das gefährliche Südmeer und die mehrere hundert Schritt hohe schroffe Felsenkonstelation der Frencaal - Kette.
Djett ist die Hauptstadt der ehemaligen Provinz Laratusaî und heute zweitgrößte Stadt des Territoriums Djerniako. Die Siedlung ist eine Gründung kem'scher Pioniere, die in den ersten Tagen der Regierungszeit Gouverneurs von Halberg in den Dschungel östlich von Khefu zogen, um dort unbehelligt von der wachsenden Bürokratie der Hauptstadt ein ungebundenes und freies Leben zu führen. Im steten Kampf gegen Wilde und den feindlichen Dschungel ist ein renitenter und rauher Menschenschlag erwachsen, der nur mit viel gutem Willen und Nachsicht vom Gouverneurspalast (3) aus regiert werden kann.
Yah'kesen war einst ein Fort, das hier die Grenze des damaligen Kemi-Reiches bewachte. Noch immer erhebt sich das alte Gemäuer in der Mitte der winzigen Ansiedlung empor, doch nun zum Gasthaus umgestaltet.
Yah'kesen ist der Stammsitz der Familie Morganor, einer der traditionsreichsten kem'schen Familien, die sich einer sehr engen Bindung zur tárethoner Hátyasfamilie Pâestumai rühmen können, ist doch die Tochter des Familienpatriarchen Calzin, Chem'ra Morganor, die Gemahlin des Hátyas Boronîan V. Pâestumai Ni Tárethon. Im Jahre 26 stieg die Bevölkerung des kleinen Ortes durch die durch den Untoten Merikara vertriebenen Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung Unebkem für einige Jahre stark an. Neuerdings hat die Familie Morganor eine Schnapsbrennerei in Yah'kesen errichtet, die sowohl Reis- als auch Zuckerrohrschnaps herstellt. Die Edukte stammen zum Großteil aus der Alt-Laratusaî, bei schlechten Ernten werden aber auch mal Pflanzen aus dem Norden Djerniakos eingeführt. Die Brennerei hat für einen Aufschwung gesorgt, da Vermarktungsprobleme nicht auftraten. Die Siedlung hat seinen Lieferanten auch auf die Familie Morganor umgestellt, da bei dieser nur minimale Transportkosten anfallen.
Gelegen an der Küste im Golf von Khefu ist Yah'kesen der Sitz einer der ältesten Familien des Káhet Ni Kemi. Ebenso alt wie die Familie, deren Ursprung der - bislang nicht einmal von der Familie Pâestumai anerkannte - mythische Zauberer und Berater des ersten Nefers, des Heiligen Kacha - Mor'gath'nôr ist, kann Yah'kesen selbst eine lange Geschichte erzählen.
Yah'kesen - yah ist das Alt-Kemi-Wort für Mond, kesen steht für schlimm. Weshalb die Perle am Südlichen Meer diesen Namen trägt, das ist heute nicht mehr zu ergründen. Womöglich wurde es als Zufluchtsort der Erben Mor'gath'nôrs gegründet, als der Mond nicht am Himmel schien?
Eine alte Legende besagt, dass hier einst ein Zauberer lebte. Ob dieser Beherrscher dunkler Kräfte vom Blute der Morganor war, das liegt in den Nebeln des Vergessens. Doch er trug die Kraft in sich, die Mada, die Göttin des Mondes, die nebet ni yah, dereinst in die Welt entließ. Und er formte mit seinen Kräften nicht Gutes, sondern Schlimmes. Ist dies die Erklärung des Namens? Keiner weiß es mehr…
Herr über Yah'kesen ist Calzin Morganor, T'aar des uralten Hauses der Morganor, Schwiegervater des Hátyás Ni Tárethon und der Imát Ni Memento Mori. Er ist der Sah Ni Yah'kesen und der Nebet Ni Nep'amar, dem Zufluchtsort aller Mitglieder der Familie.
Nep'amar:
Nep'amar - Heimat der Morganor, Ursprung der Morganor. Hier residiert der T'aar, von hier aus lenkt er die Geschicke seiner langsam aber sicher untergehenden Familie.
Das weite Anwesen ist eingerahmt von bizarren, unendlich langen Mauern, besteht aus etlichen schmalen Ebenen und ein jeder Spaziergang, der allein der Lust und der Ruhe dient, birgt für jedes Familienmitglied und noch mehr für einen jeden Gast immer etwas neues zu entdecken. Weites Grün ist überall zu finden, wohlgepflegt das Gras und weit draußen schimmern das Meer und zur anderen Seite die frischen Reisplantagen …
Selbst vor den uralten, wuchtigen Mauern, auf deren Zinnen onyxschwarze Statuen, die das Antlitz Taar'kara'teps zeigen, der grimmig auf die feinde schaut, die vor den Mauern dräuen.
Ein mulmiges Gefühl überkommt den Wanderer, der den Weg an Nep'amar vorbei sucht oder suchen muss, denn ein jeder Drache scheint ihn mit den nachtschwarzen Augen zu verfolgen, ja: zu verschlingen.
Und dazwischen immer wieder Krieger der Sh'kara, der Kriegerkaste des Hauses Morganor, die gerüstet und bewaffnet neben den Bildern Taar'kara'teps auf den Mauern stehen.
Mittelpunkt des Ganzen Anwesens und Mittelpunkt aller Morganors in ihrem Leben ist das Heiligtum Vesers. Wachsam und auch einladend, erhaben und ewig thront es mitten in Nep'amar, trotzend den Ungläubigen, beschützend die Erben Mor'gath'nôrs. Veser, der auch Boron ist, steht wie für alle Kemi im Zentrum des Glaubens bei den Morganor. Und so ward vor Urzeiten der erste Felsblock für dieses archaische Heiligtum gelegt, das so manches Unwetter, so manchen Kauca und auch die gewaltsame Phase der Priester des Praios als Herrscher des Neuen Reiches überstand.
Hier, in den dunklen Gewölben des Tempels dem Heiligen Raben und dem Beschützer aller Morganors zu Ehre, findet man die Le'ga'tar, die Vermittlerin zwischen den Lebenden und den Toten. Sie spricht über das, was sie sieht, hört, spürt und ihr Wort hat Gewicht - selbst beim T'aar.
Die Nähe des Götterfürsten - denn er ist allzeit da, in SEINEM Haus zu Deren - inspiriert sie.
Archaisch ist das Bauwerk, es scheint aus einer anderen Zeit, ja aus einer anderen Welt zu stammen. Wo sah man je solch einen Tempel des Herrn? Und doch… ein jeder Priester spürt, sobald er die Stufen des Heiligtums betritt, die Nähe des Raben. ER waltet auch hier, hier auf Nep'amar.
Nur die Seite, die gen Osten weist, dem Sonnenaufgang entgegen, und die Seite, die den Westen grüßt, den Sonnenuntergang, verfügen über wuchtige Stufen. Nur hier kann der Gläubige in den Tempel treten, denn nur zum Sonnenauf- oder zum Sonnenuntergang öffnen sich die Türen des Tempels, dessen Heilige Halle in den Gewölben liegt, dorthin, wo nur wenig Licht dringt. Und doch fühlt man den Heiligen Raben auch hier, unter dem steinernen Dach des Tempels.
Den Palast des Heiligen Raben hier im Lande der Morganor umgeben weitläufige Parks, Grünflächen und die Gebäude, in denen die Mitglieder dieser äonenalten Familie leben und werken. Der Duft des Meeres weht herüber, der Wind kühlt die Luft ab und frischt die Gemüter auf. Hier können die Brüder und Schwestern des Hauses Ruhe und Muße finden, hier werden sie von den Soldaten der Sh'Kara bewacht. Innert der uralten Mauern wird den Morganors nichts geschehen, dafür sorgt die Krieger-Kaste.
Allerorten findet man drollige Springbrunnen, deren Drachenfiguen Wasser in den Brunnen speien oder Alveraniare aus geweihten kelchen Wasser schütten. Allerorten findet man beschauliche Pavillons, wo man sich zur Muße und zum Dispute trifft. Verhängt von feinen seidenen Netzen sperren diese Enklaven der Ruhe und des Friedens die geflügelten, vielbeinigen Plagegeister aus, die das Blut der Menschen saugen. Hier ist man völlig für sich - doch nicht, wenn ein Familienmitglied Neugierde verspürt.
Nur wenige wuchtige Pylone gewähren dem Reisenden Zugang in diese Insel der alten Geschichte. Nicht vom Westen her, denn dort schlagen die Wellen an die Klippen. Nur im Osten, im Norden und im Süden sind begrenzt von jeweils zwei schmalen Türmen schwere doppelflüglige Portale zu finden, bewacht von grimmen Sh'Kara-Söldnern, die nur dem Einlass gewähren, der keinerlei Feindseligkeit gegen das Haus Morganor hegt.
Und wieder wird der Reisende von den basaltenen Drachen beäugt, die vor den Türmen ihre stete Wacht halten. Taar'kara'tep wacht auch hier, wo der Gast Einlass findet. Doch nicht alle Portale stehen jedem Offen. Einzig das Tor des Sonnenaufgangs kann von Reisenden genutzt werden, denn das Tor des Mittags und das Tor der Mitternacht werden nur dann geöffnet, wenn es notwendig scheint. Und das geschieht oftmals nur auf alleinigem Befehl des Tàar. Das Tor des Sonnenaufgangs… nur kurze Zeit zu Fuß gen Meer muss der Reisende aus Yah'kesen marschieren, um vor das größte der drei Tore zu gelangen. Dort erwarten ihn wieder dräuende Abbilder Taar'kara'teps, dessen Walten ganz Nep'amar durchzieht.
Obzwar dieses Tor nur des Nachts verschlossen ist, findet man hier nicht einfach einen Durchgang. Hier wachen stets Krieger der Sh'kara-Kaste in Schurz, mit Holzspeer und Lederschild bewaffnet, die noch intensiver ihre Augen und Ohren wachsam halten, auf dass kein Feind der Familie unentdeckt herein gelange. Ein jeder Besucher wird angehalten von den Wächtern und beäugt.
Denn im östlichsten Gebäude, dem erhabenen und eindrucksvollem Palast lebt nicht allein die engste Familie des T'aar, sondern auch der T'aar selber. Calzin Morganor residiert hier und spricht Recht und Strafe über seine Familie und die Bewohner der Tásah Yah'kesen - die dem Tàar selbst untersteht.
Sichtbares Zeichen der Macht des T'aar ist der Thron Chanuras, des T'aars, der durch ein Katar'rah'osch an die Macht kam und der Kirche des Boron zwei Drittel des morganor'schen Familienbesitzes übereignete. Er war es, der den Thron schaffen ließ, denn er wollte zeigen, welche Macht der T'aar des Hauses Morganor damals besaß. Chanuras Thron - ein prunkvolles, ja geradezu protzendes Relikt aus der Zeit, da Kemi von äußeren Mächten unterdrückt war und die Herrschaft im Inneren doch durch die Stärke der alt-kem'schen Sippen lebte.
Von den Bewohnern Nep'amars:
Viele der Morganor leben hier auf Nep'amar, in ihrem Herzen, ihrem Ursprung. Calzin Morganor, T'aar des Hauses und Sah des nahen Yah'kesen residiert hier in der Pracht der Morganor und richtet über die lebenden Brüder und Schwestern des Hauses.
Auch Chiakâ Morganor, geheimnisvolle Le'ga'tar lebt hier, doch in den tiefen Gewölben des Veser-Tempels. Sie sieht man nicht sehr häufig zu Gesicht, denn sie hält sich zurück und hüllt den Schleier des Mystischen um sich.
Sehr häufig weilt auch die gutherzige Herrscherin Tárethons hier, die Hemet-Hátyá Chem'ra, Tochter des T'aar und Gemahlin des Großinquisitors Boronîan Pâestumai. Ebenso wie U'rave Morganor, Gemahl der Imát Rabana Pâestumai, zieht es die stolze Hemet oft an ihrem Ursprung zurück, damit ihre Kinder, die Enkelkinder des T'aar den verblassenden Glanz der Familie spüren können.
Auch die Mun'rah der Kasten leben hier und beraten ihren T'aar. Tût'karep, Erster der Arasch'ha, Aswân, Oberster der Het'khra, Karatep, Anführer der Sh'kara und Wawara, die Hüterin des Murî Ka'sá bewohnen den Östlichen Palast nebst ihres T'aar.
Besucher auf Nep'amar:
Nur wenige Fremde zieht es hierher, denn es heißt, nur wer auf Einladung der Morganor auf die Nep'amar kommt, wird nicht von den Ahnen bestraft. Und die Morganor hüllen sich in einen Nebel, sich und Nep'amar und ihre Geschichte. Selten sieht man hier einmal Gäste, die nicht aus dem nahen Yah'kesen stammen. Selten einmal zog es den verstorbenen Patriarchen der Familie Pâestumai - Tanîth - hierher. Als Initiator des Häuserbündnisses zwischen den Pâestumai und den Morganor und somit als Schwiegervater der Hemet-Hátya wurde er stets als erhabendester Gast auf Nep'amar begrüßt. Auch Seine Erhabene Hochwürden Erlaucht, Hátyá Boronîan Pâestumai ist - sofern er Nep'amar aufsucht - ein gern gesehener Gast. Doch schon für die Geschäfte mit Kaufhändlern, anderen Adligen oder deren gesandten und weiteren Bittstellern bezieht der Sah und T'aar eine kleine Villa in Yah'kesen, auf dass nicht der unreine Fuß das Anwesen beschmutze.
Zweitgrößter Ort der Baronie ist unzweifelhaft der Marktflecken und Verkehrsknotenpunkt Nehet.
Hier ist der Sitz des Junkers Savertin von Nehet, der es bislang durch phexens-fleissige Hand verstanden hat, seine relative Eigenständigkeit von der irether Zentrale zu wahren. Savertin verstand es, den Bedürfnissen des Akibs nachzukommen und in seinem Sinne, eine kleine Mercatore Metropole, mitten im Dschungel, zu begründen. An großen Markttag preisen hier neben den Neheter Bäuerinnen und Bauern,auch zahlreiche Händler und Händlerinnen aus Ahami, Táyab und Laratusaî ihre Waren an, wo sich seit lämngerer Zeit herumgesprochen hat, daß man in Nehet lukrative Geschäfte machen kann.
Besonders erwähnenswert wäre hierbei die norbadische Sippe der Kiekows, die hier ein eigenes Fuhrunternehmen mit drei schweren Ochsenkarren betreibt, sowiei die Fischerssippe Cordobá, die auf dem kleinen Zara-See ihrem Tagwerk nachgeht.
"Es war einmal ein weißer Mann, der hieß Quevvian Vrammyr und war nach Grünbruch gereist, um Edelsteine zu finden. Er glaubte fest daran, dass Edelsteine ihm zu großem Wohlstand verhelfen würde. Dummerweise fand er keine. Also zog er weiter, nach Süden in die unwegsamen Gebiete. Dort verbrachte er seine Tage, heiratete eine Syennez, durchstreifte mit ihrem freundlichen Stamm die Wildnis, fischte und es ging ihm gut.
Heute vor 106 Jahren, lagerten Quevvian Vrammyr und zwei seiner waldischen Verwandten an einem kleinen Bach in der Frencaal Bergen. Und da sah Quevvian plötzlich, wie sich ein paar Meter weiter, am Rand des Baches, der Schein des Feuers in einem daumennagelgroßen Smaragd spiegelte. Die drei gingen hin und entdeckten, dass im Wasser viele dieser Smaragde lagerten. Am nächsten Morgen machten sie sich auf in die nächste Ortschaft, Grünbruch, um ihren Fund registrieren zu lassen. Viele Glücksritter brachen dorthin auf und schürften, gruben Stollen in die Berge und ließen den Sand durch die Pfannen rinnen. Und sie taten gut daran. Anderswo pries sich ein Smaradggräber glücklich, wenn er fünf Silberlinge pro Pfanne aus dem Boden holen konnte. Am "Grünbruch" holten sie 500 Silberlinge pro Pfanne. Die Smaragde machte Quevvian vermögend, er ließ seine Frau sitzen, nahm sich eine passendere Weiße und lebte als angesehener Bürger der Stadt Ireth, bis ihn anno 30 vor S.G. Boron sich ihn zu sich rief."
(Unter Glücksrittern populäre Geschichte aus den Tavernen Grünbruchs)
"Skookum Raah war auf eine Kröte gestoßen, die in ein Loch gefallen war. Er befreite die Kröte, säuberte sie von Schmutz und ließ sie frei. In der folgenden Nacht erschien Skookum Raah im Traum eine wunderschöne Frau. Sie sei die Krötenkönigin, sagte sie, und dankte Skookum Raah, dass er sie gerettet hatte. Als Belohnung versprach sie ihm großen Wohlstand und ein leichtes Leben, er dürfe aber niemandem davon etwas erzählen. Als Skookum Raah aus seinem Traum erwachte, lag da frisches Essen vor seiner Hütte. Von nun an erhielt Skookum Raah täglich von unsichtbarer Hand eine warme und wohlschmeckende Mahlzeit, und er hatte großen Wohlstand davon und ein leichtes Leben, und er erzählte es niemandem. Eines Nachts erschien ihm wieder die Froschkönigin im Traum. Er solle hinabgehen zum Fluss und am Rand des Wassers nach grünglänzenden Steinen suchen. Und wieder sollte er niemandem davon etwas sagen. Skookum Raah ging hin und suchte, und tatsächlich waren da grünglänzende Steine im Fluss. Aber Skookum Raah hatte keine Ahnung, was die schönen Steine für die Weißen bedeuten und wozu diese sie brauchten. So zeigte er sie einem weißen Mann. Der nahm die Steine gerne und gab Skookum Raah glänzende Holzperlen dafür. Skookum Raah hatte aber auch keine Ahnung, was glänzende Holzperlen sind und was man mit ihnen machen kann. Doch weil sie so hübsch aussahen, flocht er sie in die Wände seiner Hütte."
(Taya der Syennez-Waldmenschen)
Grünbruch ist der Traum manch armen Tagelöhners, der davon träumt, über Nacht zu einem wohlhabenden Bürger Djerniakos zu werden. Der eigentliche Wohlstand Djerniakos hat nämlich andere Gründe als der rege neheter Handel es vortäuschen mag: Seit vor einigen Jahren in einer Höhle in der nahegelegenen Frencaal-Kette ein fast kirschengroßer Smaragd gefunden wurde, ziehen Tag um Tag ganze Scharen vormals rechtschaffener Bürgerinnen und Bürger, mit Spitzhacke und Schaufel bewaffnet, ins Gebirge, wo sie - obwohl es bisher nur wenige Funde zu vermelden gab - mit der Energie von Wühlschraten zahllose Stollen in den Fels treiben. Um den langen Anmarschweg zu sparen (und um die besten Reservate frühzeitig in Beschlag nehmen zu können) haben knapp 50 unentwegte Glücksritter gleich vor Ort ein armseeliges Lager aus Holzhütten und Zelten errichtet, dem sie den wenig einfallsreichen, aber passenden Namen "Grünbruch" gegeben haben. Heute sind diese Menschen durchweg bei der mächtigen tárethoner Familie Pâestumai verschuldet, die aus der Not der Glücksritterinnen und Glücksritter Profit geschlagen hat und diese nun zusammen mit verelendeten Waldmenschen als "Kontraktarbeiter" ihren kargen Lohn verdienen läßt. Grünbruch symbolisiert in besonderem Maße die Aufbruchstimmung im kem'schen Reiches. Kein anderer Ort kann wohl die Fantasie so erregen wie Grünbruch.
bestehenden Mannschaft, verkünden lassen, "die Anordnungen eines spitzohrigen, neureichischen
Gecken gingen ihm mindestens 1000 Meilen am A.... vorbei" - eine Provokation die Farnion natürlich
nicht hinnehmen konnte. Dem Elfen gelang ein Übereinkommen mit dem Piratenkapitän, der fortan seinen
Beutanteil an Ireth ablieferte und dafür in Ruhe gelassen wurde.


"Höchstlöblicher Herr,
untertänigst ersuche ich Euch, das Gebiet von Terkum mit einem Banne zu belegen. Unserseits ergehet dies untertänigst Gesuch, so doch von dorten erneut ein im Geiste höchst verwirrter Mensch aufgegriffen wurde. Itzo ist dies bereits der dreizehnt Fall binnen eines Götterlaufs."
Die Bürgermeisterin Sahama Ijahata von Mehyt an den Gouverneur König Mizirions II.
"In der toten Stadt der Weißen leben die Toten und sterben die Lebenden."
Sprichwort der Syennez-Moha.
"Und es zürnten Seine Diener dem weltlichen Herrn. Feuer und Tod sollte kommen über das verderbte Reich. Der König aber ward böse und grausam, so er befahl, den Priester zu haschen, und Sein Haus zu schließen. Der treue Diener des Herrn, Sabar war sein Name, genannt in Ewigkeit, beduftet mit dem Rauch des Rosenholzes, umschmeichelt vom Honig Seines Segens, aber war behütet und so trotzte er dem König. Ein Fluch sollte aber kommen über jenen Herrscher, der dereinst das Reich zugrunde richtet. Und so soll Jener auf ewig kämpfen seine letzte Schlacht gegen die Barbaren."
Kemi-Inschrift auf Laguana, 1.Zwischenzeit.
"So zürnet uns der Herr, mit ewiger Rache! Wisset denn, Bürger des Reiches, Terkum ist gefallen! In vorletzter Nacht noch triumphieren die Barbaren mit Plünderung und Tod. Das Reich ist erloschen. Doch schon kommen die Gefallenen aus ihren Gräbern und üben garstige Rache an den Uberlebenden! Geister und Untote hausen nun in Terkum, gerade so, wie es prophezeit wurde, ein Fanal den dekandenten Königen, die das Reich ins Verderben führten."
Der Kemi-Priester Halemhab, undatierter Papyrus zu Laguana.
"Verlustbilanz der Suchaktion des 47.Banners/Kor-Söldner nach trahelischen Rebellen im Terkum-Gebiet:
Tote: 39, Verletzte: 7 (davon 6 geistig verwirrt)
Kein Gefechtskontakt mit trahelischen Söldnern."
Hauptmann Isidar Holkan an den al'anfaner Cefechtsstab in Khefu, im Jahre 13 S.G..
Die Ruinen von Terkum sind wohl neben dem Sphärenriß bei Ujak der geheimnisvollste und gefährlichste Ort Kemis. Einstmals bezeichnete dieser Ort die Kemi-Hauptstadt Terkum, eine wahre Perle inmitten des dichten Waldes. Von hier aus regierten zahllose Herrscher und Dynastien das einstmals so große Reich. Feld- und Raubzüge gegen die Moha-Stämme wurden geführt, und Terkum sah so manchen Triumphzug eines Kemi-Königs, der beladen mit Gold und Silber, zahllose Sklavinnen und Sklaven im Troß, aus den Barbarengebieten heimkehrte. Neben vielen weisen und guten Herrscherinnen und Herrschern waren aber auch üble Despoten und Tyrannen auf dem Kemi-Thron zu finden, doch erduldete das Volk diese mit geduldigem Gleichmut. Die grausame Herrschaft des Königs Neserkara II. ließ aber schließlich die Geweihtenschaft aufbegehren, so daß der Despot anordnete, den damaligen Hohepriester Sabar zu verhaften. Nach tumultartigen Unruhen und lokalen Aufständen gab der König aber nach und ließ den Priester weiter gewähren.
Sabar aber zog sich für mehrere Monde in den Tempel zurück und beschwor dann nach Gebeten, Selbstgeiselung, Meditation und Opferriten jenen Fluch, der bis heute noch wirksam ist. Jener Herrscher, jene Herrscherin, der oder die dereinst die Hauptstadt Terkum an die Mohas verlieren wird, soll an diesem Ort auf ewig mit seinen Getreuen die letzte Schlacht gegen die "Barbaren" kämpfen.
Am 13.ING. 1960 v. S.G. war es dann soweit. Die Armeen Setepen IV. konnten dem Moha-Ansturm nicht mehr wiederstehen, ein Jahr lang wurde Terkum bereits belagert. Der unfähige König und seine schwachen, tyrannischen Vorgänger hatten das Reich verloren.
Seit dieser Zeit wollen die Berichte nicht enden, die in den verfallenen Resten der Stadt Terkum kämpfende Untote, nach Erlösung flehende Geistwesen und auf ewig verdammte Gespenster gesehen haben wollen. Ob unter der Ägide der Kaiser aus Bosparan oder unter der Herrschaft der brabaker Könige Mizirion, immer wieder wurden Versuche unternommen, das Rätsel um die Ruinenstadt zu lösen, doch ebenso oft mußte zugegeben werden, daß der Fluch Realität und ungebrochen war.
Unter den Einheimischen war der 13.ING. seit langer Zeit als Ter'kem-Tag im Gedächtnis geblieben, der im Südwesten mehr noch als die Tage des Namenlosen gefürchtet wurde, und so manche Dörflerin, so mancher Dörfler bis nach Peri hinunter berichtete, daß an jenem Tage auch in seiner Siedlung die Toten der damaligen Zeit die Gräber verlassen hatten, um ruhelos umherzuwandern. Es wird berichtet, der Fluch von Terkum dehne sich solange aus, bis daß die Restauration des Kemi-Reiches erfolgt sei.
Im Jahre 1 schließlich befahl Graf Ossi von Halberg, der damalige Herrscher im Kaiserlichen Protektorat Südmeer, den Ter'kem-Tag zum Feiertag zu erheben, um der Bevölkerung Gelegenheit zu geben, der Verfluchten zu gedenken. Die höchstlöbliche Königin Peri III. bestätigte dies, und so ist der 13.FIN. in ganz Kemi der Tag der Einkehr und der Besinnung auf ein gottgefälliges Leben.
von Nils Mehl, Stefan Tschierske, Perry Steven, Ulf Tenholte und Jochen Waurig