In der südlichen Stadt Khefu, der Hauptstadt des Kemireiches (des ehemaligen Trahelien), gibt es nun seit einigen Jahren wieder eine Magierakademie, um es genauer zu nehmen, die "Nisutlich kem'sche Akademie 'Dekata' der weisen Eule der Hesinde für Magica Combattiva, Clarobservantia und Transformatica zu Khefu unter Protektion Ihrer Majestät Nisut Peri III. Setepen Ni Kemi gegründet im Jahre 15 Sá Gereh durch Seine Hochgeboren Tiftal zu Stippwitz Ni Frencaal".
In den ersten Jahren leistete Spekatbilität Olbul Drelgolar mit seinen Lehrmeistern Jooms der Hagere, Bytorix der Magier und Themistokles sowie der Lehrmeisterin Manolai Shoma ganze Arbeit. Die Akademie wurde bald schon Anziehungspunkt für die wenigen reichen kem'schen Familien, da sie ihre Kinder auf arcane Fähigkeiten hin untersuchen wollten.
Doch dann zog im Jahre 18 Sá Gereh (20 n.Hal) die große Pest über das Land und raffte die Bevölkerung dahin. Die Lehrmeister verriegelten die Akademie von innen. Nach dem Ende der Seuche wurde das Gebäude wieder geöffnet, jedoch gab es keine Spur von der Spektabilität und seinen Lehrern. Sie waren spurlos verschwunden und sind bis heute auch noch nicht wieder aufgetaucht.
Die Gastlehrer und die Schüler der höherer Semestern entschlossen sich, die Akademie vorerst mit allen Mitteln weiter aufrecht zu erhalten, jedoch war es ihnen unmöglich, neue Schüler aufzunehmen.
Im Jahre 26 Sá Gereh (28 n.Hal) erklärten sich mit den Magiern Jarrêt Dur Avarc-Syn und Myrddin Beryllius zwei respektable Vertreter der magischen Zunft dazu bereit, die Akademie wieder zu altem Ruhm und Glanz im Reich zu führen. Die beiden Spektabilitäten wurden zunächst bei unserer kemiköniglichen Majestät vorstellig, um sich deren Einverständnis zu sichern, was den Wiederaufbau der Akademie anging. Ihre kemikönigliche Majestät erklärte sich wohl sogleich ob der respektablen Qualifikation der beiden Herren bereit, ihre Protektion gegenüber dem arkanen Institut weiter zu gewähren. Dies, solange in ihrem und dem Heilgen Raben Sinne unterrichtet und gehandelt wird.
So machten sich denn beide Magier ans Werk und betrieben mit großem finanziellen und materiellen Aufwand die Renovierung des weitläufigen Gebäudes. Nach wenigen Monden schon erstrahlte die "Dekata" wieder im alten Glanz und die beiden Herren konnten zu Recht stolz auf das Geschaffene sein.
Mit Magister Myrddin kam später auch weiteres Personal in die Akademie: die Elfe Julia Capulet, der Krieger Coniaric von Neetha, Kampfmagier Talis Kerloch na Gár, der Zwergenmagier Chadrim ay Chefe und der Sternengucker Hermes Arnim Sapan.
Mit ihnen kam wieder neues Leben in die Akademie. Hinzu kam noch der Borongeweihte und Hátya ni Tárethon, Boronîan V. Pâestumai, der für die Geschichtskunde zuständig ist und Cathîna Drelgolar, die Tochter der ehemaligen Spektabilität. Wenige Monde später wurde als weiterer Lehrmeister der dunkelhäutige (!) Elf Bekiyaki ye Samian eingestellt. Die Stundenpläne für die Eleven, Novizen und Studiosi wurden erneuert, die Bibliothek, nun verwaltet von Kristin Eve von Langenfels, erweitert, und der normale Unterricht konnte wieder aufgenommen werden.
Die Akademie selbst liegt etwas abseits vom "König- Kacha-Platz", wo auch das "Crongericht" steht und ist nur durch eine kleine Gasse erreichbar. Das Haus ist in typisch südländischem Stil mit leicht tulamidischem Einschlag erbaut. Die Grösse beträgt in etwa 18 Schritt
von Südosten nach Nordwesten und 12 Schritt von Südwesten nach Nordosten. An jeder Ecke des rechteckigen Gebäudes befindet sich ein runder Turm. Der Bau ist - abgesehen vom roten Marmor, der die Aussenwände auf etwas über einem halben Schritt Breite umgibt - ganz in weiss getüncht. Die Farbe wurde gerade erneuert. Das Dach ist mit feinen Schindeln gedeckt und wurde auch an mancherlei Stelle ausgebessert, um den kostbaren Inhalt nicht zu gefährden. An den beiden Säulen, welche das Vordach zum Eingang der Akademie tragen, wurden unlängst einige Rosensträucher gepflanzt.
Die Räume der Akademie sind oft weitläufig und grossläufig angelegt. Anscheinend wurde die Akademie einst erbaut, als es noch mehr Geldmittel im Reich gab und hatte man mit einem viel schnelleren Wachstum der Einrichtung gerechnet, als dies bislang tatsächlich der Fall war.
Die Rolle des Magiers der Dekata:
Die Adepten haben eine schwere Hürde zu bewältigen, da sie nach etlichen Jahren wieder die ersten ihrer Art sind, die die Akademie Dekata abgeschlossen haben. Sie müssen nun die Akademie nach aussen hin so gut repräsentieren, wie es ihnen möglich ist, schliesslich möchte keiner der Abgänger, daß die Akademie schlecht da steht, denn das würde auf sie zurückfallen.
Aus diesem Grund wird man auf das Gelehrte und die guten Ratschläge der Professoren hören und die Fähigkeiten eines Magiers nicht unbedacht überall einsetzen, wo es möglich ist, was ihre grössere Erfahrung, welche die Akademie vermittelt, gegenüber anderen ihrer Art einen kleinen Vorteil verschafft.
Der Adept der Dekata ist sehr ruhig und ausgeglichen in den meisten Situationen, man hat ihn gelehrt, nicht zu überhastet zu agieren, da dies der häufigste Grund für Fehler ist. Er verfügt über eine breite Spanne an Allgemein- und Fachwissen, so daß er, nachdem er ein wenig zusätzliche (eigene) Erfahrung gesammelt hat, in der Lage sein wird, die meisten Probleme, die ihn auf seinem Weg durch das Leben antreffen werden, zu meistern. Gegenüber den anderen Zauberschülerinnen und Zauberschülern werden Arroganz und Zynismus nicht unbedingt zum typischen "Dekataner" gehören, dennoch unterscheiden sie sich in puncto Wissensdurst und Neugierde nicht viel. Natürlich gehört auch die typische Magierphilosophie zu ihnen, eine gerade erstellte Hypothese gleich wieder zu verwerfen, um danach erneut eine zu erstellen.
Schlussendlich müssen sich die Adepten nicht vor ihren Kollegen verstecken, denn schliesslich hat man die einzige Akademie des Kemireiches besucht, die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und darauf ist man stolz.
Kleidung und Waffen:
Die Kleidung der "Dekataner" wird meist aus luftigen Roben bestehen, um der Hitze des Südens widerstehen zu können. Hinzu kommt die übliche Ausstattung eines Magiers: der Schmuck mit arkanen Symbolen, ein Spitzhut oder stattdessen ein Kapuzenumhang, beides natürlich wunderbar bestickt, sowie der wallende Reisemantel, der für alle Wetterverhältnisse geeignet ist.
Dennoch kann es auch gut möglich sein, daß man einen der "Dekataner" auch mal mit einem wattiertem Waffenrock sieht, denn die Situation mit den benachbartem Al'Anfa ist nach wie vor unverändert.
Alle Adepten wurden in der Kunst des Stockkampfes und obendrein noch im Kampf mit dem Rapier geschult, so daß sie sich auch ohne magische Kräfte in einer Auseinandersetzung zu helfen wissen. Dazu wird ihnen auch ein echtes Magierflorett zu ihrem Abschluss der Prüfungen verliehen, aber auch ein verzierter Dolch gehört meist auch zur Ausrüstung.
Ausgestaltung der Talente:
Wie alle Adepten sind auch die "Dekataner" recht wissbegierig, aber auch in der Natur, besonders im Gebiet der Tier- und Pflanzenkunde kennen sie sich gut aus. Des weiteren hat man während ihrer Ausbildung dafür gesorgt, daß sie genügend Körperertüchtigung betreiben. Doch muß bedacht werden, daß die Adepten sehr ehrlich sind, was natürlich nicht unbedingt immer ein Vorteil sein muss, aber auch, daß sie in den gesellschaftlichen Künsten (mit Ausnahme der Etikette oder einiger handwerklicher Fertigkeiten) abgesehen von der Kunst der Heilkunde keine sonderlichen Lehrstunden genossen haben.
Ein sehr wichtiger Punkt ist, daß die Adepten die Welt hinter den Grenzen des Kemireiches kaum kennen. Al'Anfa, Brabak und die anderen größeren Städte des Südens sind ihnen sicherlich bekannt, auch vielleicht die Lebensweisen und Besonderheiten der Länder, aber der Norden und das mittlere Aventurien ist ihnen eigentlich gänzlich unbekannt. Besonders verwundert dürfte der Adept bei einer Reise nach Kuslik, Vinsalt, Punin oder gar Gareth sein. Diese Anballung von Menschenmassen hat er selbst noch nicht gesehen, wurde ihm vielleicht davon erzählt, so konnte er sich das bestimmt nicht so genau ausmalen. Es ist auf jeden Fall ein großer Unterschied zu dem, was man aus dem Kemireich kennt.
Regeltechnisches:
Frühere Überlegungen stützten sich auf den Kampf mit dem Schwerte, jedoch wurden diese bald verworfen. Statt dessen wird die Kunst der Stichwaffen weiter vervollständigt (+1) und auch der traditionelle Stab trifft keine Vernachlässigung (+1). Dabei finden stumpfe Hiebwaffen (-2) in der Ausbildung keinen Platz.
Die Akademie bedient sich der Möglichkeiten, die die Landschaft um Khefu offeriert. Der körperliche Lebensgeist wird trainiert (Körperbeherrschung +1, Selbstbeherrschung +2; Klettern +1) und so manch einer findet durch die häufigen Exkursionen Gefallen an der Natur (Pflanzenkunde +1, Tierkunde +2). Man lernt, wie man sich in ihr zurechtfindet (Orientierung und Wildnisleben je +2, Gassenwissen -1) und sich verhält (Sich Verstecken und Gefahreninstinkt je +1). Es wird jedoch keinen Wert auf Spielerei und Falschheit gelegt (Lügen,
Falschspiel und Taschendiebstahl je -2, Menschenkenntnis +1).
Das traditionelle Fach Magiekunde wird, wenn auch etwas kriegerisch angehaucht (Kriegskunst +2), natürlich auch gelehrt (+1), hinzu kommen wichtige Fächer wie Alchimie, Alte Sprachen und Sternkunde (je +1). Der starke Glaube an Boron wirkt sich im Lehrplan genau so aus (Götter und Kulte +1), wie die Nähe zu Al'Anfa, der "Perle des Südens" (Heilkunde Gifte und Wunden je +1).
Die Gebiete des magischen Studiums stützen sich im Spezialgebiet auf die Magie des Kampfes, die Haussprüche sind unterteilt in zwei Wahlgebiete, wo sich die Schüler zwischen der Hellsicht und der Verwandlung von Unbelebtem entscheiden müssen. Jeweils vier Sprüche können die Schüler aus einem dieser beiden Fächern erlernen, hinzu kommt eine wohl selten in Aventurien angewandte Lernmethode, da die Schüler des weiteren zwei Haussprüche auswählen können, welche die Lehrmeister individuell und unabhängig vom Lehrplan aus verschiedenen Bereichen der Magie anbieten.
Das Spezialgebiet wird beiden Studiengruppen gleichermaßen vermittelt. Besonders der Blitz dich find, der Gliederschmerzen Nadelstich und der Fulminictus Donnerkeil dienen als Grundlagen (je +2), der Eisenrost und grüner Spann und gar der Ignisphaero Feuerball werden ebenfalls ausgiebig behandelt (je +1). Ergänzend zum Gebiet des Kampfes werden unterstützende Zauber wie der Gardianum Paradei (+1), der Armatrutz und der Balsam Salabunde (je +2) gelehrt. Der Beherrschung brechen dient gegen Beherrschung jeglicher Art und der Foramen Foraminor stammt noch aus dem alten Lehrplan (beide +1).
Der Hellsichtzweig vermittelt den Analüs Arcanstruktur, den Eigenschaften seid gelesen, den In Dein Trachten, sowie den Odem Arcanum Senerei selbstverständlich als Haussprüche (je +2), hinzu kommt eine zusätzliche Lehrstunde für den Oculus Astralis (+1). Um an den Verwandlungszweig anzuschließen, werden der Reversalis Revidum und der Fortifex Invisbil (beide +1) in den Unterricht mit eingebracht.
Der Verwandlungszweig verfügt über die Formeln Arcanovi Zauberding, Desintegratus Pulverstaub, Fortifex Invisbil und Reversalis Revidum als Hausprüche (je +2). Der Abvenum Pest und Galle und der Objectum fix werden auch etwas mehr vertieft (beide +1). Aus dem Hellsichtzweig findet der Zauber Analüs Arcanstruktur höhere Aufmerksamkeit (+1).
Borbaradianische Formeln sind bei Strafe verboten (-2), dämonische und elementare Beschwörungen ergeht es ähnlich (-1), jedoch bleiben Furor, Blut ..., Geister austreiben und Heptagon und Krötenei, sowie der Manifesto von den Mali verschont (da beispielsweise der Heptagon sich in reversalierter Form ausgezeichnet zur Austreibung eignet). Gleichermaßen können die Abgänger nicht auf Sprüche druidischer Herkunft (außer oben genannte) zurückgreifen (-1), selbiges gilt auch für die Schelmen- und Hexenzauberei (Verwandlungen beenden und Empathie bilden die Ausnahme), auch die Zauber der Firnelfen haben Schwierigkeiten, sich im Lehrplan durchzusetzen (außer oben genannte -1).
Welche Sprüche nicht angesprochen wurden, sind weitere Haussprüche, die von den Lehrmeistern individuell angeboten werden, diese können im Laufe der Jahre auch variieren (näheres s.u.). Doch sei hier erwähnt, daß sich diese Sprüche zwar über ein weites Spektrum der Magie verteilen, dennoch nicht zu den "verbotenen" gehören. Jeder Schüler kann sich nach Belieben zwei Formeln aussuchen, in denen er dann "privat" unterrichtet wird, so daß seine Aufmerksamkeit stets vorhanden ist (beide Haussprüche jeweils +1).
Haussprüche (Bitte um Rücksprache mit den Spektabilitäten):
Die bis vor kurzem auf der Kemi Seite aufgeführten Werte der Dekata sind nicht mehr aktuell und aus den oben bemängelten Gründen gar nicht erst auf die neue Dekata Seite übernommen worden. Neue Startwerte sind im Moment in Arbeit, näheres dazu erfahrt ihr auf der Dekata-Seite oder direkt beim Lehrplan.