Das Autonome Gebiet Catco'Ourtco
Allgemeines
Alle autonomen Regionen Ylehas sind fast ausschließlich von den Ureinwohnern Ylehas besiedelt. Den Ylehi und ankommenden Neusiedlern ist es seit der Erstanerkennung der autonomen Gebiete in der Zeit des Freiheitsrates von Yleha unter Androhung hoher Strafen verboten sich in diesen dort anzusiedeln, dort Raubbau zu betreiben und allgemein, die Grenzen der Autonomiegebiete ohne Erlaubnis bzw. triftige Gründe zu verletzen.
Aus dem Assoziationsvertrag zwischen Yleha und dem Káhet Ni Kemi:
# Artikel 2/a:
Die Autonomie der Catco und der Achaz von Yleha ist unbedingt zu wahren.
# Artikel 2/b:
Den Catco und den Achaz wird jeweils ein, seit alter Zeit als Autonomiegebiet bestehender, Teil des ylehischen Territoriums als Autonome Region zugedacht, deren Grenzen nur mit Erlaubnis des betroffenen Volkes überquert werden dürfen.
Innerhalb dieser Autonomen Gebiete herrscht eine absolute interne Autonomie - sowohl die Legislative, als auch die Exekutive sind der kem'schen Krone gegenüber vollkommen und uneinschränkbar souverän.
Die letzten Ausläufer der Feuerberge mit ihren besonders aktiven Schloten gehen hier in das dichte Grün des Dschungels über und bilden eine unwirkliche Landschaft voller Gegensätze. Der bizarr geborstene Vulkan Anteken und der Vulkan Asim mit seiner unwirklichen Lavalandschaft scheinen regelrecht mit den Dschungel zu ringen, aus dem irgendwo weit im inneren des Gebiets der geheimnisvolle Monolith "Visznars Tafel" aufragt.
Der Anteken
Der Anteken, nahe der Quelle der Isinya gelegen, ist ein etwa 500 Schritt hoher, an seiner Nordflanke quasi "zerbrochener" und teilweise abgerutschter Vulkankegel, der früher wohl beträchtlich höher war. Eine Katastrophe von beträchtlichen Ausmaßen hat den Vulkan - den Chroniken der Catco zufolge - im ersten Jahrhundert vor dem Fall Bosparans zerfetzt und den gesamten Regenwald nördlich der Feuerberge in Brand gesetzt. Die heutigen Ausbrüche des Anteken halten sich in Grenzen, richten aber am Oberlauf des Isinya regelmäßig schwere Verwüstungen an, die gelegentlich durch Bergstürze zusätzlich auch noch dem gesamten Isinya-Tal schwere Flutkatastrophen beschehren.
Der Asim
Der Vulkan ist bekannt für seine seltenen, aber heftigen Ausbrüche, bei denen er dann in relativ kurzer Zeit riesige Mengen an Rauch, Gasen und kleinen Lavabrocken auswirft. Glücklicherweise beschränken sich die Ausbrüche des 650-Meter-Vulkans Asim auf seine nähere Umgebung. Diese ist allerdings bekannt dafür, daß sie stellenweise eine wahre Mondlandschaft darstellt - ein unwirtlicher Platz also, der aber durch reiche Erzfunde am Fuß des breiten Vulkankegels für einige lebensmüde Prospektoren durchaus einen Reiz hat.
Visznars Tafel
"Visznars Tafel" ist der Name eines mächtigen schwarzen Monolithens, der mit fast 150 Schritt Höhe und rund 50 Schritt Breite wie ein Zeichen der Götter aus der Grünen Hölle hervorragt. Den Eindruck, daß hier ein Gott vor Äonen eine Schrifttafel verloren hat, verstärkt sich durch riesige, kaum als solche zu erkennende, Schriftzeichen auf dem Felsen. Von ihnen wird behauptet, daß sie der Ursprung des Catco sind - der Ursprung einer der seltsamsten Sprachen des Südens...
Der Felsen ist wohl eins der wichtigsten Monumente der Catco, ihres Glaubens und ihrer glorreichen Geschichte. An seinem Fuß liegen die riesig, ja, gigantisch wirkenden Ruinen einer archaischen Tempelanlage, die angeblich einer der Haupttempel der alten Catco war.
"Visznars Tafel" wird seit alter Zeit von den besten Kriegern sowie angeblich auch einer Gruppe von Schamanen der Catco mit ihrem Leben bewacht - nie hat ein unerwünschter Eindringling jemals wieder das Gebiet an der "Tafel" verlassen. Daher ist "Zu Visznars Tafel gehen." eine Redewendung der Ylehi, deren Bedeutung etwa mit "Verschwinden ohne die geringste Spur zu hinterlassen." oder auch "Eine wirklich selbstmörderische Tat begehen." vergleichbar ist...
Die Kriegerstadt
Unterhalb von "Visznars Tafel", unweit der Ruinen der Tempelanlage, liegen die Ruinen einer Stadt, die - so man den Legenden der Catco glauben will - einst einmal der Sitz der "Kriegerorden" der alten Catco war. Am Fuße der "Tafel" lernten auf großen Plätzen die Krieger der Catco die hohen Künste ihres Berufes.
Von den basaltenen Mauern der Stadt, die vom Dschungel überwuchert wurden und vielfach bis auf die Fundamente verfallen und zerstört sind, führen durch den dichten Dschungel drei aus dem Felsen geschlagene Pfade hinauf zu "Visznars Tafel" und dem riesigen archaischen Tempel zu deren Füßen.
Einstmals Heim der Krieger der Catco, ist die Stadt an "Visznars Tafel" heute nicht mehr als ein Trümmerfeld, das den Catco als heilig gilt, weil hier vor unglaublich langer Zeit die letzten Krieger der Catco eine Übermacht des Bösen vernichteten - nachdem ihre Stadt ausgelöscht worden war.
Derzeit leben irgendwo zwischen "Visznars Tafel" und der Stadt, deren Name aus Respekt vor den toten Kriegern nur den Catco selber und einigen wenigen privilegierten Nicht-Catco bekannt ist, eine Gruppe von Kriegern und angeblich auch eine Gruppe von Schamanen der Catco, doch wer kann das schon beurteilen - in Anbetracht dessen, daß noch nie ein Unerwünschter das Gebiet von Stadt und Felsen wieder verlassen hat.
von T. W. & Bettina "Pony" Wiese