


| Einwohner/innen: | 1300 (1004 Kemi), davon 281 Bürger/innen |
| Waldmenschen: | ca. 200 (zwei Baumdörfer in Alt-Táheken, Nomaden in Alt-Ahami) |
| Achaz: | ca. 100 (andere Quellen sprechen von bis zu 200) |
| Kapitale: | Ahet (170 Ew.) |
| Weitere Städte: | Tel'Akhbar (60 Ew.), Hadra (100 Ew.), Tánrat (80 Ew.), Hoheitlich-Teernberg (60 Ew.), San Torin (544 Ew.), Al'Candiya(68 Ew.), Trus (124 Ew., davon 94 Zwerge) |
| Güter: | Fisch, Holz, Rauschkräuter, Zuckerrohr, Mohacca, Obst, Gemüse, Leder, Seidenliane, Fleisch, Hirse, Reis, Kräuter, (Rinder) |
| Landschaft: | Regenwald, Küste, Vorgebirgsland |
| Wasserflächen/Flüsse: | Kalter See, Seneb-See, K'sssar-See, Ahet, Balungu, Seneb, Merit, Torina |
| Militär: | 20 Stadtgardisten (LI. Banner) |


Dann wird der Reisende vielleicht am Ufer eines riesigen Sees auf eine kleine, verlassene Siedlung namens Tel Marbah stoßen und sich bange fragen, wer oder was für die Leere des kleinen Städtchens verantwortlich ist. Die Pest? Räuber, Diebe, Halsabschneider? Oder gar die Waldmenschen?

Lange Zeit blühte die ehemalige Tá'akîb Ahami unter der Regierung des sanftmütigen Tsageweihten Tsakin auf. Dann jedoch begab sich das schreckliche Unglück, das wohl jedem Einwohner Kemis bekannt sein sollte und über das in einer der letzten Rabenschwingen schon ausführlich berichtet wurde: Tsakin wurde von einem Dämonen besessen. Neben den unzähligen Missetaten, die er beging und die alle mehr als verdammenswert sind, beschwor er auch den K'Elc'het, den Kalten See, über seine Ufer. Der See schwoll in einer einzigen Nacht auf das Vielfache seiner Oberfläche an und versenkte über die Hälfte der Baronie in kühlen Fluten, seine Wasser reichten im Norden und Süden der Provinz bis an die Grenzen, lediglich der Westen und der äußerste Osten der Baronie wurden mehr oder weniger verschont. Das Fort Hana jedoch, in einer Senke gelegen, wurde vollständig überflutet.
Wenig später zog sich der See wieder zurück, verharrte aber schließlich auf seinem jetzigen Stand. Das Land, welches von seinen Fluten begraben wurde, war einst ein blühender Dschungel und, was sehr viel tragischer ist, auch der Großteil der Äcker Ahamis. Auch heute noch sind sie teilweise bedeckt von zerschmetterten Teilen des Waldes und von Schlamm. So ward damals nicht nur die Ernte zerstört, nein auch fast ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner der Provinz verloren ihr Leben. Fast zweihundert Seelen mußte man in dieser und den darauffolgenden Nächten beweinen.
Doch der Götter Gnade war groß: Durch den fruchtbaren Schlamm, der auf den Feldern zum Liegen kam, waren die Ernten in den folgenden Götterläufen besser je zuvor. Die Provinz konnte diesen Segen wirklich gebrauchen. Mittlerweile haben sich die Wasser des Sees natürlich aufgeheizt, so daß sein Name nun nicht mehr passend ist. Immer noch jedoch fürchten sich die Menschen vor dem Kalten See und verzichten zum Großteil darauf, seinen Fischreichtum auszunutzen, denn wer mag schon einen Fisch verzehren, der in dämonischem Wasser grpß geworden ist...
Dieser kleine See ist ein immens wichtiger Punkt Ahami Táhekens für die Achaz. Hier werden ihre Jungen geboren, und in dem Wasser des Sees verbringen sie ihre erste Zeit. Aus diesem Grund ist es den Menschen auch bei Todesstrafe verboten, sich diesem See auch nur zu nähern. Die Echsen achten, so kooperativ sie auch sonst sind, peinlich genau auf diesen Punkt, und manch ein Herumirrender mag schon seinen Tod gefunden haben, als er sich an dem Wasser des Sees laben wollte.
Mitten im Wald, zwischen Tel Akhbar und AI'Tamina (Ahet) gelegen, aber fernab des Weges, befindet sich diese heilige Stätte der Sabus. Für Nichtwaldmenschen scheint es sich hierbei nur um einen besonders alten Mammutbaum zu handeln, die Sabus aber sind davon überzeugt, daß man in stürmischen Nächten die Stimmen der Ahnen hier vernehmen kann und bringen jede Nacht Opfer dar. Die Schamanin der Sabus, Bremianista'alla, wohnt praktisch in unmittelbarer Nähe der Kultstätte. Die Mohas verteidigen Baum und Schamanin im Notfall mit ihrem Leben, wie erst wieder ein Holzfäller schmerzlich erfuhr.
Fast in der Mitte der Tá'akîb befindet sich ein felsiges Loch im Boden. Unter diesem befindet sich eine große Grotte, die durch die Überschwemmung nun fortwährend unter Wasser steht. Einmal im Jahr, zum Zeitpunkt des vollen Madamals im Mond der Rahja, erscheinen wie aus dem Nichts Tausende von Molchen in dieser Grotte und paaren sich. Danach verschwinden sie bis zum Morgen wieder auf unbekannten Wegen. Die Eier der Jungen nehmen sie mit. Die Echsen Ahami Táhekens feiern diesen Tag als einen ihrer höchsten Feiertage. Es wird ein großes Festessen ausgerichtet, dessen Hauptmahlzeit natürlich Molche sind.
Die merkwürdigste Region Ahami Táhekens ist die Region um den See K'sssar, auf dessen Grund eine unheilige Echsenkultstätte liegen soll. Deshalb gilt die Gegend unter den Einwohnern Táhekens als verflucht und wird von ihnen gemieden. Auch eine Sippe der Echsenmenschen soll dort auf dem Grund des Sees leben, aber merkwürdigerweise soll keiner der je einen der Achaz erblickt hat, lebend zurückgekommen sein um davon zu berichten.
Gerüchteweise sollen gerade in dieser Region auffällig viele Jäger und Waldläufer verschwunden sein. Beweisen kann man so etwas natürlich nicht, zumal es nicht unbedingt eine Seltenheit ist, dass jemand nicht mehr aus dem Dschungel zurückkehrt. In dieser oder einer anderen Region.
Man weiß nicht, wie viele Achaz es in Ahami Táheken gibt. Die wenig bekannten Gesichter leben meist als Sammler und Jäger in der Umgebung einer Ortschaft, um ihre Beute in den Siedlungen zu tauschen. Insgesamt gibt es wohl kaum mehr als zehn Achaz in ganz Ahami Táheken, die von sich aus den Kontakt zu den "Schuppenlosen" suchen.
Nördlich des Dorfes "Hauuta-wata" liegen einige heiße Quellen. An diesen Quellen kann man öfters elementare Erscheinungen beobachten (Elementargeister), weswegen der Ort den Tahé'Ka als heilig gilt und für alle Weißen absolut Tabu ist.
15 Meilen südlich des Dorfes "Tala-Hauuta" liegen die Begräbnisstätten der Tahé'Ka. Hier gibt es ein kleines Höhlensystem, in dem die Toten bestattet bzw. nur ihre Köpfe aufbewahrt werden. Genaueres ist nicht bekannt, nur, daß die Waldmenschen glauben, daß die Satuuls, die zerfallenden Seelen, von einem Menschen Besitz ergreifen können. Deswegen bewahren sie die Köpfe der Toten auf, damit die Satuuls weiterhin eine Wohnstatt haben.
10 Meilen nord-östlich von Dorf "Hauuta-wata" liegt eine alte Echsenkultstätte. Auf einer kleinen Klippe steht dort ein Altar inmitten eines Heptagramms. Hier wurden von den Echsen wohl blutige Anrufungen von Dämonen oder lange vergessenen Göttern vollzogen. Dieser Ort gilt den Tahé'Ka als Tabu, und keiner wagt sich auch nur in die Nähe dieser unheiligen Stätte. Hin und wieder sollen hier merkwürdige Dinge geschehen - es sollen gar die Geister von geopferten Toten umgehen.

Dieses kleine Städtchen ist die Heimat von etwa 60 Bauern und Handwerkerinnen Bürgerinnen, die sich niedergelassen haben, um in Frieden ihren Aufgaben nachzukommen. Die größte Attraktion der 'Stadt' ist ihr Marktplatz, auf dem einmal im Monat Güter aus Táheken und Táyarret angeboten werden. Ansonsten findet man unter den 22 Häusern nicht einmal ein Gasthaus, und auch eine Schenke ist eigentlich nicht vorhanden. Wenn etwas zu besprechen ist oder man Gesellschaft sucht, begibt man sich in das Haus von Halimara Berck, der Dorfvorsteherin. Sie hat diesen Posten hauptsächlich wegen ihrer besonders leserlichen Handschrift inne, und weil sie das beste Bier der Gegend braut.Ein Fremder wird hier immer mit offenen Armen aufgenommen, und wenn ihm nicht sogar ein Bett im Hause einer der Einwohner angeboten wird, so findet er zumindest in einer der 10 Scheunen Unterkunft.
In der Stadt befanden sich lange Zeit einige Dutzend Soldaten des ehemaligen Akîbs Ni Tâyab, Omjakan ibn Dalasch, der vor dem Crongericht eine Übergabe der Stadt forderte, um seine Ausgaben und Schäden zu ersetzen, die er durch den Amoklauf Akîb Tsakins erlitten hatte. Das Gericht verwies ihn an die Königin, doch bis zur endgültigen Klärung, war der Akîb ibn Dalasch nicht bereit, seine Truppen abzuziehen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß der heimliche Herrscher Ahamis, Boromil Mezkarai, es schließlich durch seinen Einfluß erreichte, daß Akîb Omjakan ohne jegliche Kompensation abziehen mußte. Akîb Permerkim war in dieser Sache seltsam untätig, wie er selbst bemerkte, habe er "wirklich andere Sorgen, als mich auch noch um diese Soldaten zu kümmern, die im übrigen seit ihrer Ankunft durchaus hilfreich waren."
Mit etwas über 100 Bewohnern deutlich größer als Tel Akhbar hat aber auch diese Stadt nichts besonderes zu bieten. Die meisten Schweine und Rinder Ahamis kommen aus der Zucht Hadras, und in der Zeit als die Felder der Siedlung mehr oder weniger vollständig unnutzbar geworden waren, konzentrierte man sich hier nun noch stärker auf die Viehzucht. Die Sabus helfen den Bäuerinnen und Bauern dabei, indem sie für einen Anteil von einem Tier pro Hof die Tiere an fruchtbare und ungefährliche Plätze des Dschungels treiben. Dies ist ein sehr großer Vertrauensbeweis beider Seiten und sicher nur möglich geworden durch die (Ehren-)Mitgliedschaft Tsakins im Stamm der Sabus.
Früher die zweitgrößte Stadt Ahamis mit fast 150 Einwohnerinnen und Einwohnern, ist Hana nun vollständig unter den Wassern des Kalten Sees verschwunden. Die Häuser dürften zerstört, das Vieh ertrunken sein. Es haben sich in den Wochen nach der Katastrophe viele Bürger und Bürgerinnen Ahamis daran gemacht, die Leichen der Ertrunkenen, die noch nicht angespült wurden, zu bergen, hatten dabei aber wenig Erfolg, weil die Wasser des Sees an dieser Stelle sehr trüb sind. So wurde für die Mehrzahl der Menschen aus Hana der Kalte See ein feuchtes Grab. Mehr Erfolg haben bis heute noch leider einige Plünderer, die einfach ihre Haken auswerfen und alles Wertvolle, das sich daran verfängt, einbehalten. Die Zeit hat es aber wenigstens gefügt, daß heute keine brave Bürgerin Ahamis mehr mitansehen muß, wie sich der Körper eines Mitgliedes ihrer Familie an einem solchen Haken verfängt.
War Al'Tamina (Ahet) schon früher die "Metropole" Ahamis, so trifft dies heutzutage nur um so mehr zu. Die Stadt ist in der Lage, 170 Personen Unterkunft zu bieten. Zur Zeit der Katastrophe befand sich aber fast die doppelte Zahl innerhalb der einfachen Stadtbegrenzungen aus Pfählen. Zelte wurden damals errichtet, um die bedürftigen Flüchtlinge der Katastrophe aufzunehmen, und rasch an allen Enden der Stadt Holzhäuser gebaut. Alle Räume waren angefüllt mit noch immer Geschwächten oder Menschen, die alles verloren hatten, was ihre Existenz ausmachte. Die anderen lagerten mit ihrem wenigen verbliebenen Hab und Gut in den Zelten. Die Nahrungsmittelverteilung ähnelte einer Straßenschlacht, und nur der Anwesenheit der Gardehauptfrau Quenadya Mezkarai und ihren Streiterinnen war es zu verdanken, daß es nicht zu Ausschreitungen kam. Durch die vorsichtige Planung Permerkims war zwar für alle das Nötigste vorhanden, aber viel mehr auch nicht. Mehr als einmal versuchte jemand, die Säcke mit dem für die Aussaat gedachten Korn zu stehlen. Die Stimmung schwankte zwischen Wut auf den alten Akîb, Resignation und offenen Aufruhr, doch wieder war es Patriarch Boromil Mezkarai, der mit seinem Einfluß das Allerschlimmste verhinderte.Die dringlichste Aufgabe der Bauern und Bäuerinnen Al'Taminas ist es immer noch, die vielen Felder wieder zu bestellen und eine erneute Autarkie der Provinz zu erreichen. Dies ist ein schweres und langwieriges Vorhaben, aber es ist nicht zu ändern!
Es dämmerte bereits als er auf den Ehret- Die- Nisut- Platz einbog. Das Kontor, soviel WUSste er, hatte um diese Zeit bereits geschlossen. Er warf einen kurzen Blick auf den tristen Platz mit dem hochtrabenden Namen. In der Mitte stand ein großer Brunnen in dessen Mitte sich ein leerer Sockel befand. "Sie haben es also immer noch nicht geschafft etwas Ordentliches aus dem Brunnen zu machen!" Am Nordende des Platzes befand sich die "Hoheitlich Ordoreische Verwaltung". Zumindest besagte das die Inschrift, die sich über dem Eingangstor des großen Gebäudes befand. Dort hatten die Nesetet und der Akib ihre Verwaltungen untergebracht, wenn man bei einer Handvoll Schreiber von Verwaltung überhaupt reden konnte! Außerdem waren dort eine Einheit der Miliz sowie ein Lagergebäude untergebracht. Das rechts von ihm liegende Kontor würdigte er keines Blickes sondern steuerte direkt auf das Anwesen zu, welches links vor ihm lag. Der ehemalige Gutshof war schon vor längerer Zeit zu einer Herberge ausgebaut worden und bot für hiesige Verhältnisse ein außergewöhnlich gutes Angebot. Gundram freute sich schon auf die Chentasu in Pilzsoße, die die Wirtin Tsaiane Ui Tammel so meisterlich zuzubereiten verstand. Und natürlich auf einen Plausch mit seinem Freund Mer`lot da Tarent, der als Schreiber des Akibs immer viel zu berichten hatte. Nicht dass dieser geschwätzig war, aber wenn man richtig zuhören konnte, sprang schon einmal die ein oder andere nützliche Information heraus.
"Na, endlich." Die Stimme ihres Küchenjungen riß Francesca aus ihren Tagträumereien, und sie blickte neugierig nach vorn. Sie hatten den Wald hinter sich gelassen und blickten auf weitausgedehnte Reis- und Tabakfelder, die sich um und an eine Anhöhe schmiegten, an deren Fuße das Dörfchen lag, welches das Gut der Familie Mezkarai bewirtschaftete. Ein gut instand gehaltener Weg führte die kleine Reisegruppe den Hügel hinauf, bis sie endlich ihr Ziel erreichten - Tánrat.
Durch ein herrlich gefertigtes, schmiedeeisernes Tor führte zunächst ein heller Kiesweg durch einen riesigen Park, der das Anwesen von allen Seiten umsäumte. Wild blühende Orchideen wuchsen inmitten von sattgrünen, dickfleischigen Sukkuvelargewächsen. Knorrige Urwaldriesen, schlanke Palmen und kleine Teiche, welche von Lotosblumen aller Arten und Farben bedeckt waren, wechselten einander ab. Zierliche Brücken über künstlich angelegte Bäche führten zu verspielten Pavillons, und schattige Wege, welche zum Lustwandeln einluden, verliefen entlang der plätschernden Bächlein, die sich in Teiche ergossen, in denen rosarote Flamingos im dunstigen Schein der Tropensonne selbstvergessen einherstelzten. Francesca war beeindruckt. Dieser Park offenbarte eine vollkommene Harmonie aus kunstfertig angelegtem Lustgarten und scheinbar urwüchsiger Natur und verriet viel von der Hingabe seiner Schöpferin oder seines Schöpfers.
(...)
Als sie sich dem Haus näherten, fühlte Francesca sich seltsam beklommen. Ein stolzes, altehrwürdiges Haus, welches in den Jahrhunderten gereift zu sein schien und nun mit Ruhe und Gelassenheit auf die jungen Gäste blickte. Ein Haus, welches von Traditionen sprach und von Stärke. Ein Haus, welches so vollkommen in dieses Anwesen gehörte, wie auch das Anwesen zu ihm. Und da sage noch jemand, Steine wären leblos, fuhr es Francesca durch den Kopf, und unvermittelt kam ihr die Arx Pallida in den Sinn. Auch dort hatte sie das Gefühl gehabt, das Haus selbst sei beseelt vom Geiste der Geschichte, und doch war es anders gewesen. Sie dachte noch darüber nach, worin wohl der Unterschied liegen mochte, während sie die weitauslaufende von Säulen gesäumte Steintreppe hinaufstieg, als es ihr mit einem Mal gewahr wurde: Auf der Arx Pallida war es so still, es gab dort kein Leben, kein Lachen. Nur schweigende Diener, die unterwürfig durch die düsteren Flure schlichen und der alte Tanith, der selbst mehr tot als lebendig schien. Dieses Anwesen hier jedoch war voller Leben. Die doppelflügelige Tür stand einladend offen, und es erschollen Stimmen, Kinderlachen, Hundegebell. Ein Kopf zeigte sich an einem Fenster, und ein Name wurde gerufen. Aus einem Nebenflügel erklang lautes Gelächter, und eine kleine Katze mit silbergrauem, seidigem Fell kam herbei und rieb schnurrend ihren Kopf an Francescas Bein.
(aus dem Reisebericht der Nesetet Ni Ordroeum, Francesca dell'Aquina)
Der Name Tánrat bezeichnet das Anwesen der mächtigsten Familie in ganz Ordoreum und Yleha, den Mezkarais. Von hier aus zieht Familienpatriarch Boromil Mezkarai die Fäden, und niemand in den Nordostprovinzen kommt an seinem Willen, durchgesetzt durch eine unerschöpfliche Vielzahl von Verwandten, vorbei. Vor kurzem erst gab die alte Kemi-Familie ihre politische Zurückhaltung auf, die sie sich selbst nach den abscheulichen Untaten ihres Vorfahren Alrigio Mezkarai auferlegt hatte. Der Griff nach den Provinzen Táheken und Ahami war bereits erfolgreich, doch damit wird sich der Rabenabt sicherlich nicht begnügen. Das Dörflein Tánrat beherbergt die Familien der Unfreien, die vor einigen Jahrhunderten um das Anwesen herum angesiedelt wurden, und damals wie heute besteht ihre einzige Aufgabe darin, das Wohlergehen ihres verehrten Patriarchen und seiner Familie zu gewährleisten.
Hoheitlich Teernberg ist eine noch recht junge Siedlung, die jedoch eine recht lebhafte Geschichte aufweist. Gegründet wurde das Dörflein im Jahre 20 S.G., als man im äußersten Süden Ahamis im karstigen Nebelgebirge riesiege Teerhöhlen fand. Die Ausbeutung der Teervorkommen zog das Militär unter Hoheit Chanya Al'Mout'pekeret an sich und forcierte diese durch den Einsatz von Sträflingen. Einige Jahre später erkor der finstere Druide Raistlin Deron nach der Niederlage von Ujak Teernberg zu seinem neuen Stützpunkt und eroberte im Bunde mit ylehischen Separatisten - unbemerkt von der kem'schen Führung - die Siedlung. Deron ließ alle Soldaten und Sträflinge massakrieren und erhob sie sodann, um sie seinen Plänen dienstbar zu machen.
Nachdem die Heilige Inquisition den Finsterling und seine ylehischen Verbündeten niedergerungen hatte, übernahm das Militär wieder die Verantwortung in der Siedlung. Heute leben in Teernberg 20 Sträflinge, 10 Soldaten und ebenso viel freie Handwerkerinnen und Handwerker.
| 1 | Südfort | 2 | Lastenaufzug | 3 | Lagerhaus |
| 4 | Abfülllager | 5 | Nordfort | 6 | Gefangenenlager |
| 7 | Borontempel | 8 | Abfüllager | 9 | Lagerhäuser |
| 10 | Zisterne | 11 | Teerhöhlen | 12 | Gefangenenlager |
"Da endlich sah ich die Stadt! Al'Candiya, das Ziel unseres Marsches. Meine Beine taten unbeschreiblich weh - die Fesseln, die mich am Weglaufen hindern sollten, hinderten mich auch am.. ja, am Laufen ganz allgemein. Kein Grund, versteht sich, für diese tumben Schlagetots sie zu entfernen, oder zu lockern. ‚Beweg Dich!' hieß es immerzu. Gerecht wäre es gewesen, hätten auch sie solche hinderlichen, gußeisernen Schmuckstücke getragen. Doch - ach! - Gerechtigkeit...
"Da endlich sah ich die Stadt!
Al'Candiya, das Ziel unseres Marsches. Meine Beine taten unbeschreiblich weh - die Fesseln, die mich am Weglaufen hindern sollten, hinderten mich auch am.. ja, am Laufen ganz allgemein. Kein Grund, versteht sich, für diese tumben Schlagetots sie zu entfernen, oder zu lockern. ‚Beweg Dich!' hieß es immerzu. Gerecht wäre es gewesen, hätten auch sie solche hinderlichen, gußeisernen Schmuckstücke getragen. Doch - ach! - Gerechtigkeit...
Al'Candiya, von den (ca. 200) Bewohnern selbst aus unerfindlichen Gründen zuweilen Cundia geheißen, hatte mich hoffen lassen, doch noch mit dem Leben davon zu kommen. Ich würde schon irgendwie entfliehen können, eine Stadt ist schließlich nicht der Urwald, da gibt es Verstecke, die auch ein urbaner Mann, wie ich nun mal einer bin, nutzen kann, ohne vor allerlei Getier und Gesträuch sich fürchten zu müssen. Stadt hatten sie es gennant, dieses Dorf, das am Ufer irgend eines Flußes, Balungu - so nannte ich fortan den kleineren dieser Handlanger, die mich hier tagein, tagaus durch den Dschungel trieben - lag, und wohl noch immer liegt, so seine Idylle nicht von dem gewaltigen Fuß Phexens zertreten worden ist, den ich jener Tage oft auf Al'Candiya, Cundia und den Balungu herabgewünscht habe. Damals traten wir aus dem Dschungel, der meinen Blick so lange fest ausgerichtet hatte, ohne Hoffnung auf eine Änderung nach meinen Wünschen, und befanden uns schlagartig auf einem weiten... Platz, hätte ich wohl in einer der wundervoll großen Städte gesagt, deren verwinkelte Gassen und Sträßchen ebenfalls ein Dschungel zu sein scheinen, doch hier handelte es sich schlichtweg um ein wohl gerodetes Areal, von kleinen Gräben durchzogen, in welchen sich eine Schlammsuppe befand.
Bewässerungkanäle wurden diese genannt, die die Felder von allerlei Nahrungsmitteln (ich entsinne mich an Melonen, Gurken, Rote Bohnen, Paprika sowie Kokosnüsse, hauptsächlich jedoch Reis, gegen den ich seit jener Zeit einen unbeschreiblichen Groll hege) mit Wasser versorgen konnten. Einen anderer wichtigen Faktor, den Handel und dergleichen betreffend stellte in diesem Al'Candiya-Nest allerdings das Holz dar. Woher ich das zu wissen glaube? Der ortsansässige Halsabschneider, in dessen Obhut ich einige Tage mich befinden zu dürfen die Ehre hatte, war recht geschwätzig - neben seinem Namen und den bereits genannten wirtschaftlichen Erzeugnissen Al'Candiyas erfuhr ich ebenso, daß ich mich auf dem Grund des Akîbates Táheken befand und mir auf dem Weg nach einer Stadt names Santorin noch eine Führung durch eben dieses Akîbat bevorstand. Dieser Herr, ein recht naher Verwandter der santoriner Drucci-Sippe, jener ehrenwerten Herren, denen ich diese erholsame Reise in Fesseln verdankte, betrieb dort eine Karawanserei, wie es sie auch im Tulamidenland gibt, und hielt mich in recht unschmucken Kellerräumen gefangen, die ebenso kalt wie trostlos waren.[...]"
An der Siedlung Al'Candiya ist an sich nichts bemerkenswertes zu finden. Von Al'Candiya aus wird das meiste Holz der Provinz exportiert. Um die Siedlung liegen noch einige Felder, auf denen Reis, Paprika und Melonen gepflanzt werden. Diese dienen aber größtenteils zur Selbstversorgung. Im Prinzip ist Al'Candiya nichts weiter als eine kleine Holzfällersiedlung.
"In der Dunkelheit liegend konnte ich bald nicht mehr nachvollziehen, wie viel Zeit ich schon dort unten verbracht hatte, und so war es fast eine Erlösung, als meine Schlagetots sich wieder präsentierten und mir wohl mit einem gewaltigen Knüppel wenig jovial auf das Oberstübchen droschen - jedenfalls erwachte ich auf einem Karren, der ruckelnd über eine Straße, einen besseren Feldweg zuckelte. Ich war umgeben von Melonen und Säcken von Reis, Hände und Füße unsanft gefesselt, den Mund mit einem widerwärtigen Tuch ungemein grober Machart verstopft. Das Land links und rechts des Weges war mit niedrigem Gesträuch bewachsen, in einiger Entfernung konnte ich mit verdrehtem Halse hinter mir - die Fahrtrichtung war von mir aus gesehen rechterhand - den Dschungel erkennen. Parallel zur Straße zeigte sich bald ein entferntes Glitzern. Die Wasser des Seneb-Sees waren es, die mir keck die brennenden Blicke des PRAios entgegenreflektierten, mich blendeten und zwangen, wieder den Hals auf ganz und gar unbequeme Weise zu verdrehen, um mir mein Augenlicht zu bewahren.
Irgendwann kündigte sich das nächste Dorf in der Ferne an - Biazzan, erläuterte Schlagetot nummer eins. Ich willigte ein, was ihn völlig verwirrte, hatte er mir doch nichts angeboten. Ungebeten breitete er eine Plane über den Waren und mir auf der Laderfläche aus, und dann erwachte ich mit einer neuen Beule, diesmal im Hinterzimmer irgendeines Etablissements. Aus dem Lärm zu schließen, der sich seinen Weg durch die Wände und das Pochen in meinem Schädel bahnte, ein Gasthaus. Biazzan stellte sich zwar als weniger dörfisch heraus, als es Al'Candiya gewesen war - immerhin vernahm ich etwas von 300 Einwohnern, Ort und Umland zusammengezählt - aber viel gaben sich die beiden Dschungelmetropolen nicht.
Hier lebte man wohl zu großem Anteil von Fischfang, denn man hatte sogar etwas davon für mich übrig, den verhaßten Dieb, den Schänder der Familienehre der Druccis, der Frevler wider.. - aber lassen wird meine Verfehlungen einmal außen vor, diese Drucci-Propaganda könnte nur die ehrenwerten Leser gegen mich selbst aufhetzen, was ja nun nicht wirklich geschehen muß!
‚Hauptstadt' soll man diese Ansammlung von Lehmhütten und Häuschen einst geheißen haben - was mir erlaubte auf den Rest dieser Provinz zurückzuschließen und mir half, mir ein - zugegeben
negativ-herablassendes - Bild von den Zuständen hier zu machen. Zuckerrohr, Hirse, Reis, Fleisch und Lederwaren... - wo hat man jemals vernommen, eine Hauptstadt müsse sich wirtschaftlich auf solch primitive Erzeugnisse stützen?! Nun denn, auch hier verweilte ich unbestimmte Zeit... [...]"
"...es inspirierte mich wie nie zuvor. Das Surren und Zirpen der Insekten! Das Zwitschern und Singen der Vögel bei ihrem Spiel. Man konnte förmlich die Fische im Wasser springen, planschen und tollen hören.
Einfach fantastisch der Ausblick, den man am Seeufer genießen konnte, ein tiefblauer See mitten im Dschungel an dessen Ufer ein malerisches Städtchen liegt. Einige Schritt weiter, hinter den Reisfeldern und Rinderweiden, das dichte Unterholz des Dschungels... Hier muss ich mich zur Ruhe setzen und meinen Lebensabend verbringen."
(Pomatio Salant, fahrender Sänger und Dichter aus dem Greifenfurtschen)
1: Borontempel und Boronanger
Hier verrichtet der Borongeweihte Melahath Kem'zen seinen Dienst. Der Tempel ist schlicht gehalten und bietet nur Platz für vier Kammern. Die Gebetshalle wird ausschließlich von Kerzen erhellt und hat nur kleine Fenster in einer Höhe von 3 Schritt. In der Mitte der Halle befindet sich ein Altar aus schwarzem Holz mit prächtigen Schnitzereien, die verschiedene Darstellungen Borons zeigen. Der Boronanger liegt direkt hinter dem Tempel und sieht sehr gepflegt aus. Melahath hat ein besonderes Auge auf den Boronanger.
2: Efferdtempel
Der Efferdtempel wird von Sirian Temath geleitet. Da in Biazzan viele Fischer leben, hat der Tempel regen Zulauf und es gibt für Sirian viel zu tun. Der Tempel ist in tiefem Blau gehalten und wird nur von einigen Qwen-Petryl-Steinen erhellt. Der Altar ist ein Delphin, der aus dem Wasser springt und sich gerade in Rückenlage befindet, eine äußerst gelungene Arbeit, sehr filigran und sehr echt wirkend.
3: Traviatempel
4. Hotel "Goldener Falke"
Das beste Hotel der ganzen Region. Hier kann man bei einem entspannenden Bad oder einer Massage die Seele baumeln lassen. Auch für Unterhaltung ist gesorgt: im Salon des Hotels spielen oft fahrende Musiker auf oder Schaustellerinnen zeigen ihr Können.
5: Taverne "Zur buckligen Piste"
Diese Taverne wird meist von Händlern aufgesucht, so dass man hier schon mal das eine oder andere Geschäft über die Bühne bringen kann. Die Wirtin des Hauses, Diraia, eine beleibte Mittvierzigerin, ist eine gesellige Person und legt viel Wert auf den Ruf ihrer Taverne.
6: Taverne "Ackermann"
Hier trifft sich der Großteil der Stadt, so sieht man hier jeden Windstag die Einwohnerinnen und Einwohner der Umgebung beim Spielen, aber auch für eher zwielichtiges Gesindel ist die Kneipe bekannt. So kann man davon ausgehen, dass man als Fremder entweder seine Geldbörse los ist wenn man die Kneipe verlässt, oder sie durch eines der Fenster verlässt - meist auch ohne Geldbörse.
7: Spezialitäten aus Thorwal
Dieser außergewöhnliche Laden wird von Halgar geführt, einem Thorwaler Mitte Fünfzig, der jedem Kunden und jeder Kundin kleine Anekdoten aus seiner Seefahrerzeit erzählt. Neben einigen thorwalschen Köstlichkeiten findet man hier hauptsächlich einheimische Lebensmittel und typisch thorwalsche (Halgar garantiert es) Kunstwerke, Talismane und Waffen. Wie es Halgar schafft, an die thorwalschen Speisen und Gegenstände zu gelangen, ist jedem hier ein Rätsel, doch wird er regelmäßig mit Nachschub beliefert. Auch wer nur gerne eine Geschichte hören möchte ist hier richtig, denn Halgar ist ein begnadeter Geschichtenerzähler. Auch Hautbilder kann man sich von Halgar hier stechen lassen, ebenfalls mit typisch thorwalschen Motiven.
8: Seiler/in
9: Zimmermann/frau
10: Grobschneider/in
11:Netzknüpfer/in
12: Grobschmied/in
13: Kerzenzieher/in
14: Bronzegießer/in
15: Palast "Rabenherz"
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Darstellung einer jungen Kriegerin in Öl von Pomatio Salant |
""Nach der üblich-unsanften Behandlung zur unkomplizierten Verfrachtung auf den üblich-unbequemen Wagen ging die Reise wohl weiter. Diesmal hatte ich einen Gast. Als ich erwachte, blickte jener mich unverwandt an. Auch er war gefesselt, saß mir ein wenig versetzt gegenüber und grinste mich an, ungeachtet des Knebels in der Größe einer durchschnittlichen Faust, der seine Visage zierte. Überdies schien er ein kleines Problem mit seinem rechten Auge zu haben, das unverwandt zuckte.
Es ist äußerst schwierig, Aggressionen abzubauen, wenn man geknebelt und gefesselt in einem Wagen liegt. Ich hatte zwar mittlerweile durchschaut, weshalb dieser Kerl grinste - irgendein Schalk hatte ihm, wahrscheinlich wegen einer bösen Lüge, die Lippen abgeschnitten, dies zudem in so kunstvoller Weise, daß er nun stets zu grinsen schien -, was jedoch diese unverschämte Grimasse in meinen Augen keinesfalls relativierte oder gar rechtfertigte, und auch von den äußerst enervierenden Zuckungen des Auges abzulenken nicht vermochte. Hätte ich die Möglichkeit gehabt, hätte ich dieser unmöglichen Person kurzerhand den Hals umgedreht. Doch so mußte ich sie wohl oder übel ertragen.
Während einer kurzen Trinkpause irgendwo in der Nähe des Allerwertesten Sumus - es schien Balungu und dem anderen, den ich mittlerweile auf Seneb getauft hatte, sehr daran gelegen, uns beide lebend zum Signore Drucci zu bringen - konnte ich die Erkundigung einholen, daß wir gen Südosten fuhren, einem weiteren Stadt-Kaff entgegen, in dem ein dritter Kandidat abzuholen sei. Auf die höfliche Frage hin, ob ich denn den Knebel für den Rest der Fahrt nicht ablegen dürfte, erntete ich höhnisches Gelächter - und einen Schlag an den Kopf. Ich schlief wohl lange und tief, wenngleich wenig erholsam, und erwachte erst, als längst wieder Baumkronen den blauen Pfad des Himmels säumten. Erstmals viel mir auf, wie schön doch diese Hinterwäldlernationgewächse waren; ich lauschte auf die Geräusche der Tiere jenseits des Straße genannten Trampelpfades und konnte mich so von Zuckigrins und den beiden Grobianen ablenken.
Hügelliges Land, Berge um mich herum! Wir krochen mit dem Karren über einen Pfad, der sich zu Füßen erhöhten Landes schlängelte! Grün und Fruchtbar erschienen seine Hänge, zuweilen erblickte ich Überreste seltsamer Bauten, Terrassen am Berg - einmal winkten gar ein paar Kinder dem Karren. Ich blickte durch halbgeschlossene Augen und gab keinen Mucks von mir - Stell Dich tot um nicht getötet zu werden - und wurde somit das erste Mal Zeuge, wie wir in eine Stadt einfuhren, und ebenso, wie mein Weggefährte mit dem Knüppel malträtiert wurde: Welche Genugtuung! Jedoch grinste er auch im Zustand der Bewußtlosigkeit...
Das Dorf, Trus oder Truso, erinnterte zum Teil an die Bilder von Zwergenstädten, die ich kannte: In die Hänge waren kleine Fenster und Türen geschlagen, viele davon hingen jedoch schief in den Angeln, oder bestanden nur noch aus den kahlen Öffnungen. Lehmhütten mit dem Aussehen eines enormen Misthaufens gab es ebenfalls. Die Menschen die ich sah, trugen, Männer wie Frauen, verschiedenfarbe Kleider am Leib, verglichen mit meiner kostspieligen und exklusiven, wenngleich ein wenig verdreckten und zerrissenen Garderobe eher Säcken ähnelnd; die Kinder sprangen entweder nackt herum oder ebenfalls mit solchen Kleidern behängt. Die einzig anständig gekleideten waren die Mitglieder des Kurzen Volkes, die ich sah. Demnach hatte ich mich doch nicht getäuscht! Es waren jedoch nicht viele Bewohner, die ich erspähen konnte (später erfuhr ich, es handele sich insgesamt um etwa einhundert).
Vor einem etwas eindrucksvollerem Gebäude, es schien gar aus Stein errichtet, hielt der Karren und wir wurden, in die Plane, unter der ich hatte durchspähen können, gewickelt hineingetragen, in den ehemaligen Akîbspalast, wie ich hernach innen erfuhr. Ein weiterer Drucci wartete dort mit einer langen Rede auf. Wie großartig sich die umliegenden Täler doch eigneten, um Rauschkraut, Tropenholz, Seidenliane, Lorbeer, und Kokosnüsse anzubauen, und wie gut doch die Bergluft dem Vieh täte, dessen Fleisch und Leder von ausgezeichneter Qualität sei - war hat in dieser Provinz eigentlich die Macht? Diese seltsame Akîbsgestalt, über die Balungu und Seneb so gerne gescherzt hatten (Witze über Hengste und Gestüte?), oder die Druccis?!
Es wäre müßig, die nachfolgenden Ereignisse genauestens wiederzugeben, jedoch so viel sei gesagt: Der dritte Drucci-Feind in unserem Bunde, ein Angroschim, wurde von Balungu rasiert. Eigentlich hatte diese Tat wohl zur Absicht, den Stolz des Zwerges zu brechen, vielmehr endete sie jedoch mit dem Tod Balungus. Der Kurze entpuppte sich als stärker als seine Fesseln, und er wußte das Rasiermesser auch effizienter einzusetzen als der Schlagetot. Mit einem halben Bart und in einem Zustand der Raserei wurden auch Seneb und der örtliche Vertreter des organisierten Verbrechens niedergemacht, was die anderen Handlanger dazu bewog, Trus zu verlassen.
Nach ausgiebiger Examination des Palastes und der darin enthaltenen Waren haben wir drei, Alrik Ohnemund, Bargosch ohne Bart und meine Wenigkeit uns auf den Weg gemacht, Santorin zu erkunden und ein wenig mit den Druccis abzurechnen. Phex schütze uns!"
Eine ebenfalls bemerkenswerte Region der Provinz liegt um die Stadt Trus, genauer gesagt ist es die Stadt selbst. Hier leben in halb in die Hügel gebauten Häusern fast 100 Zwerge. Die Zwerge sind wie fast alle ihres Volkes begnadete Handwerker und Baumeister. Die meisten verdingen sich als Prospektoren oder Handwerker. Außerdem betreiben die Zwerge hier eine der im Dschungel sicherlich selteneren Minen. In der kleinen Mine bauen sie Kohle ab und gewinnen nebenbei noch kleinere Mengen Halbedelsteine und Metallveredler (Wolfram, Mangan, Tantal). Hauptsächlich jedoch eignet sich die gute Luft, dank der erhöhten Lage, für die Viehhaltung. Und in den umliegenden Tälern, werden Rauschkraut, Seidenliane, Tropenholz und Kokosnüsse angebaut und geerntet.
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"Wenn du was erleben willst, dann kann ich dir nur empfehlen, in San Torin an Land zu gehen. Da gibt's die schönsten und besten Frauen. Die besten Rauschkräuter und diese auch noch ganz einfach auf dem Markt zu kaufen. Und im Gegensatz zu Al'Anfa musst du nicht befürchten, an der nächsten Straßenecke ausgeraubt und umgebracht zu werden."
(Seemann aus dem Süden)
Zum Schluss noch etwas über San Torin, eine Hafenstadt Táhekens von 544 Einwohnern, die auch über die Provinz- und Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Wie im gesamten Káhet ist auch in San Torin der Rauschkrautgebrauch legal, und erfreute sich insbesondere unter der Führung des ehemaligen Sahs Pierre-Syrano de Sissi-Bennain eines eifrigen Propagandisten. Der Sah befürwortete zudem exzessiv die freie Liebe, insbesondere zum eigenen Geschlecht, weswegen in der Stadt auch überdurchschnittlich viele Schänken und Bordelle zu finden sind, selbst für eine Hafenstadt. Auch finden sich hier einige Handelsniederlassungen, unter anderem auch eine der altehrwürdigen Familie Mezkarai - und der Palazzo "Rosenschön" des Sah (heute im Besitz der Familie Mezkarai) ist eine wirkliche Sehenswürdigkeit.
In seiner Tásah hatte Sah Pierre-Syrano de Sissi-Bennain das verwirklicht, was er sonst verwehrt sieht: Freie Liebe, insbesondere zum eigenen Geschlecht, freier Rauschkrautgebrauch und künstlerische Entfaltung auf allen Gebieten waren die Maximen seiner Regierungstätigkeit. Der Hauptort Táhekens ist mittlerweile ein beliebtes Ziel fremdländischer Schiffe geworden, deren Besatzung das extra-ordinäre Amusement in Anspruch nehmen wollen, das hier an allen Ecken geboten wird.
Neben dem Rahja-Tempel stehen in San Torin zudem noch Gotteshäuser des Boron und Efferd.
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Freudenmädchen aus dem Hafenviertel |

Das Seneb-Seefest hat eine lange Tradition in Biazzan. Wie lange es schon gefeiert wird weiß niemand mehr so genau. Ursprünglich, so ist zu vermuten, wurde es aus einer Tradition der Eingeborenen übernommen. Als die Siedler und die Eingeborenen sich langsam vermischten, muss das Fest wohl übernommen worden sein. Nun, nach so langer Zeit sind die ursprünglichen Gedanken lange verloren und das Fest dient nur noch dem reinen Amusement der Kemi. Auch ist von den ursprünglichen Bräuchen der Waldmenschen nichts mehr geblieben, zumindest nichts was man damit in Verbindung bringen könnte.
Dafür hat man einige eigene Traditionen entwickelt, so wird z.B. zur Eröffnung traditionell ein Wettschwimmen durchgeführt. Der Sieger oder die Siegerin wird dann zum/zur Schirmherr/in des Festes gekürt - was aber keine weiteren Folgen hat, außer das man sehr trinkfest sein sollte und eine kleine Rede halten muß. Danach folgt eine kurze Ansprache des Dorfvogtes und des Akibs, zumindest wenn er seinen Sitz in Biazzan hat, ansonsten ist es selten, dass er persönlich vorbeikommt.
Am zweiten Tag folgt nach einem Boronsdienst am frühen Morgen auf dem Festplatz (der aber trotz der Ausschweifungen am Vorabend von allen Dorfbewohnern besucht wird) das traditionelle Wettangeln.
Hier geht es darum, in einer bestimmten Zeit (2 Stunden) den schwersten Fisch aus dem See zu holen. Der Sieger darf sich über ein kleines Fass Bier freuen und der Zweite immerhin noch auf einige Freibier. Beides wird aus der Privatschatulle des Akîbs finanziert.
Am dritten und letzten Tag des Festes geht es eher gemütlicher zu. Es wird sich erst Mittags getroffen, Ausnahmen sind nur einige ganz Hartgesottene. In gemeinsamer Runde wird gespeist und dann wird das Fest langsam in den Nachmittag ausklingen gelassen. Zum Sonnenuntergang beendet der Akîb zusammen mit dem Dorfvogt offiziell das Fest.
Das Fest erfreut sich eigentlich nur regionaler Bekanntheit. So kommen neben den Biazzanern auch Gäste aus den Nachbardörfern. Selten findet man "Fremde" auf dem Fest. Im Jahr 27 S.G. befand sich erstmals der Akîb Ni Tayarret auf der Gästeliste.
von André Wiesler, Jochen Herbst, Anja Jäcke, Holger Ruhloff, Christian Sticklun und Johannes von Vacano