Die Konvente

Die Versammlungen des Akîbs und Sahs sowie die Beratungen im Cronrat verdienen durchaus Aufmerksamkeit. Die auf den Konventen diskutierten Themen hatten und haben einen großen Einfluß auf die Tagespolitik des Kemi-Reiches. Exemplarisch seinen die Reden und Entscheidungen der Konvente der Jahre 24 - 29 S.G. aufgeführt.

 

Der Kleine Konvent war die Zusammenkunft aller niederen Provinzverwalter des Káhet Ni Kemi. Die Entsprechung des Kleinen Konvents für die höheren Provinzverwalter war der Große Konvent. Der Kleine Konvent wählte alle zwei Jahre den Secha, der Große Konvent den Vezir, die die Aufgabe hatten, im Cronrat, dem Beratungsorgan an der Seite Ihrer nisutlichen Majestät, für die Provinzen zu sprechen.
Nisut Ela XV. löste die Konvente nach ihrer Krönung auf und rekonstituierte den Cronrat. Er besteht nun aus sechs ständigen Mitgliedern (die die maßgeblichen Insitutionen des Reiches repräsentieren) und vier von den Provinzverwaltern frei wählbaren Räten.

 

Der Kleine Konvent im Jahre 24 S.G.

 

Die Tagung des Kleinen Konvents zu Khefu im Jahre 24 S.G.

 

Im Efferdmond dieses Jahres folgten die Akîbs und Sahs, Akîbets und Sahets des Reiches dem Ruf unser allernisutlichsten Königin Peri III., sich in Khefu zum Kleinen Konvent einzufinden, um sich auf einen gemeinsamen Konsens zu einigen, welcher Ihrer Majestät hilfreich bei ihren fürderen Entscheidungen zur Seite stehen sollte.

 

Auf Einladung unseres ehrenwerten Sechas, Thorn M.Margatnep, fanden sich auch die meisten Adeligen des Reiches in der Stadt Khefu ein, wo der Konvent in den Konferenz-räumen des Akîbs Roban Rondrian stattfinden sollte. Betrüblich allerdings, daß fast ein Sechstel der Adligen sich anscheinend nicht für den Ruf Ihrer Majestät interessierte und dem Konvent fern blieb. Obwohl zum Teil recht übernächtigt wirkend, er-schienen am Morgen des Konventums alle Adligen pünktlich zum Beginn des eigentlichen Hoftages, nachdem viele am Vortage wohl den Freuden der Hauptstadt ein wenig zu viel gefrönt hatten. Den Vorsitz führte seine Hochgeboren Thorn M. Margatnep, welcher bis zum Schluß noch offen gelassen hatte, ob er erneut für das Amt des Secha kandidieren würde. Der Konvent wurde sodann mit der Diskussion darüber eröffnet, ob fürderhin nur Geweihte des Boron den Thron der Kemi besteigen dürften oder nicht. Dieser Punkt war kein Gegenstand größerer Diskussionen, der Großteil der Anwesenden war sich einig, daß nicht eine Religionszugehörigkeit über den Herrscherinnen-thron entscheiden sollte, und so einigte man sich schnell, Ihrer Majestät Peri III. vorzuschlagen, daß man diese altehrwürdige Tradition zugunsten der Cronprinceß Ela XV.aufheben sollte.

 

Einen rechten Schlagabtausch ergab der nächste Punkt der Tagesordnung, nämlich die Vorgehensweise der Schwarzen Armee in Bezug auf die vom Mittelreich geschundene und besetzt gehaltene kem´sche Stadt Hôt-Alem. Während die einen für einen sofortigen Sturmangriff plädierten, versuchten andere, welche den ehrenwerten Geweihten Tsakin von Ahami als Sprachführer hatten, für eine friedliche Lösung einzutreten und schlugen einen Abbruch der Belagerung und Verhandlungen mit den Barbaren aus Gareth vor. Vor allem aufgrund der klugen Argumentation unseres hoch-wohlgeborenen Cancellarius Dio C. de Cavazo aber wurden diese Gedanken schnell vom Tisch gefegt. Viele Adelige wollen ebenso wie Seine Excellenz für die Aufrechterhaltung kem´scher Ansprüche auf die größte Hafenstadt der aventurischen Südwestküste einstehen und den Mittelreichern nicht einen Deut ihrer Aggression verzeihen. Nach langer, aufreibender Diskussion einigten sich die Adligen darauf, die Belagerung Hot-Alems weiterzuführen, den Aggressoren aus Gareth jedoch huldvoll die Hand entgegenzubieten und Verhandlungen anzustreben.

 

Weitere Diskussionen folgten, deren Ergebnisse die die Interessierten aber bitte der untenstehenden Tabelle entnehmen möchten. Allgemein ist aber leider anzumerken, daß es im Reiche der Kemi nicht viele Personen zu geben scheint, die sich tatsächlich mit der Politik auseinanderzusetzen wünschen. Die Diskussion wurde oftmals nur von einigen wenigen Persönlichkeiten getragen, deren Meinung sich die Masse lediglich anschloß. Ob man dies als Zeichen dafür werten soll, daß es mit der Unterstützung für unsere Majestät durch ihren niederen Adel nicht allzu weit her ist, oder ob dieses Faktum einfach auf der Unwissenheit vieler Lehnsleute beruht, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Für die Interessen des Reiches würden aber beide Möglichkeiten eine ernste Gefahr darstellen und vielleicht sollten sich die zuständigen Stellen einmal geeignete Gegenmaßnahmen überlegen.

Zum Abschluß des Konvents wurde dann der Secha für das Jahr 24 S.G. vom Kleinen Konvent bestimmt. Zur Wahl gestellt hatten sich seine Hochgeboren Ne´mekath Boronmir Ák-de Szésár, Akib Ni Mergyan, und der bisherige Secha, Thorn M. Margatnep, Akib Ni Seku Kesen. Die Wahlreden eröffnete der Akib Ni Mergyan mit einer überaus patriotischen und zu Anfang auch mitreißenden Rede, welche allerdings durch ihre Langatmigkeit viele der Anwesenden eher zum Gähnen anregte, schon aus dem Grunde, weil die langen Diskussionen des Konvents die Zuhörerinnen und Zuhörer zusehends ermüdet hatten. Der Zardek konterte mit den Worten:" Um dann endlich zum Punkt zu kommen, schlage ich vor, jetzt zur Abstimmung zu schreiten, Worte sind hier nicht wichtig, Ihr alle kennt meine Taten, was bedarf es da langer Erklärungen," was angesichts der erschöpften Adeligen sofort zu spontanem Applaus führte. Das Ergebnis war dann auch mehr als deutlich. Mit 63 zu 31 Stimmen (bei 22 Enthaltungen) wurde der alte Secha in seinem Amte bestätigt, ein großer und verdienter Erfolg des tatkräftigen Seku Kesers.

 

Die Beschlüsse des Kleinen Konvents

 

Punkt 1: Soll das ungeschriebene Gesetz, nachdem nur Geweihte des Boron den Thron der Kemi besteigen dürfen, aufgehoben werden?

 

Ja: 46 Stimmen
Nein: 28 Stimmen
Der Kl. Konvent rät dem Kronrat, das Gesetz aufzuheben.
 

Punkt 2: Was soll in Bezug auf die besetzte Stadt Hot-Alem unternommen werden?

 

Es sollen keinerlei Verhandlungen angestrebt und die Belagerung soll aufrechterhalten werden: 30 Stimmen
Die Belagerung soll aufrechterhalten, aber gleichzeitig Verhandlungen angestrebt werden: 44 Stimmen
Die Belagerung soll aufgehoben werden: 8 Stimmen
Der Kl. Konvent rät dem Kronrate die Stadt Hot-Alem weiterhin zu belagern und Verhandlungen mit den Mittelreichern anzustreben.
 

Punkt 3: Sollen Verstöße gegen das Söldlingsgesetz der Nisut auf jeden Fall desHochverrates angeklagt werden, oder soll von Fall zu Fall unterschieden werden?

 

Auf jeden Fall des Hochverrates angeklagt werden: 27 Stimmen
Von Fall zu Fall unterscheiden: 47 Stimmen
Der Kl. Konvent rät dem Kronrate bei Verstößen gegen das Söldlingsgesetz von Fall zu Fall zu unterscheiden.
 

Punkt 4: Soll es den Baronen des Reiches gestattet sein, Söldlinge zu unterhalten?

Ja: 33 Stimmen
Nein: 31 Stimmen
Der Kl. Konvent rät dem Kronrate, den Baronen zu erlauben, Söldlinge zu unterhalten.
 

Punkt 5: Sollen nötige Geldmittel für eine bessere Ausrüstung der Milizen durch die jeweiligen Lehnsleutee oder durch die Krone aufgebracht werden?

 

Der Kl. Konvent verzichtet auf die Erörterung dieses Punktes.
 

Punkt 6/7: Soll die Infrastruktur weiterhin Sache der Barone sein, oder soll die Krone Entscheidungen diesbezügl. übernehmen?

 

Der Kl. Konvent meint, daß die Krone wichtigere Aufgaben zu erfüllen hat, als daß sie sich auch noch um die Aufgaben kümmern sollte, wofür sie ihre Lehensleute eingesetzt. hat
 

Außerdem beschloß der Kl. Konvent den Sechafürderhin nur noch auf ein Jahr zu bestimmen!

 

Die Wahl des Secha für das Jahr 24 S.G. ergab folgende Ergebnisse:

 

 

GESAMT (143 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

63

54,3 %

Ne´mekath Boronmir Ák-de Szésár

31

26,7 %

Enthaltungen

22

19,0 %

 

Der Kleine Konvent im Jahre 24 S.G.

 

Der Niedere Adel des Káhet hat sich entschieden. Erneut wird der Akîb Ni Seku Kesen, Thorn M. Margatnep, die Akîbets, Akîbs, Nedjesets, Nedjes, Sahs und Sahets im Cronrate vertreten. Damit tritt der Djunizer zu seiner dritten Amtszeit an. Beachtlich ist aber auch das gute Ergebnis seines Hauptkonkurrenten, Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo, das umso mehr Respekt hervorruft, als der ehemalige Akîb Ni Ibekla erst seit wenigen Monden im Reich in Amt und Würden ist. Auch der dritte Kandidat, Sah Abdul ibn Meheb Ni Mehenev, zeigt sich über sein Ergebnis hocherfreut.
Drei Adelige wurden von der Abstimmung ausgeschlossen: Phelippa dela Salmoranes, ehemalige Akîbet Ni Antien'Maret und Secha-Kandidatin, gegen die in Kürze ein Urteil wegen hochverräterischer Reden bekanntgegeben werden wird, Sah Gerdorn Wolf Ni Nechet, der als zum Tode verurteilter Ketzer im Gewahrsam der Boronskirche bleibt, und Sah Demian Düsterior, der seit einigen Monden ohne ein Lebenszeichen verschollen ist.
Die Stimme der Sahet Beskania von Beskan (Djunizes) liegt zwar vor, wird aber noch auf ihre Gültigkeit überprüft.

 

GESAMT (156 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

72

46.2 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

55

35.3 %

Abdul ibn Meheb

25

16.0 %

Suspendiert

4

2.6 %

 
Die Abstimmungsergebnisse der einzelnen Provinzen:
 

Táhatya Mer'imen (26 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

17

65.4 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

5

19.2 %

Abdul ibn Meheb

3

11.5 %

Suspendiert

1

3.8 %

Tánesetet Ordoreum (19 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

10

52.6 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

1

5.3 %

Abdul ibn Meheb

7

36.8 %

Suspendiert

1

5.3 %

Táhátyá Yleha (4 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

0

0 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

0

0 %

Abdul ibn Meheb

2

50.0 %

Suspendiert

2

50.0 %

Táneset Djunizes (17 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

17

100.0 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

0

0 %

Abdul ibn Meheb

0

0 %

Suspendiert

0

0 %

Táhátya Tárethon (25 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

4

16.0 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

15

60.0 %

Abdul ibn Meheb

6

24.0 %

Suspendiert

0

0 %

Táneset Terkum (19 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

3

15.8 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

12

63.2 %

Abdul ibn Meheb

4

21.0 %

Suspendiert

0

0 %

Klosterfreiheiten (8 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

0

0 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

8

100.0 %

Abdul ibn Meheb

0

0 %

Suspendiert

0

0 %

Táhátya Chrysemis (14 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

3

21.4 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

11

78.6 %

Abdul ibn Meheb

0

0 %

Suspendiert

0

0 %

Tánesetet Djerres (24 Stimmen)

Stimmen

%

Thorn Murgor Margatnep "Zardek"

18

75.0 %

Rodrigo Diaz Vivarya con ya Sermo

3

12.5 %

Abdul ibn Meheb

3

12.5 %

Suspendiert

0

0 %

 

Der Kleine Konvent im Jahre 26 S.G.

Wahlrede Wohlgeboren Jassafer Al Mansours:

Ew. Hochgeboren, Ew. Wohlgeboren,

den meisten unter Euch wird die Familie Al`Mansour ein fester Begriff im dynastischen Gepräge unseres geliebten Reiches sein. Doch für all jene, die mich und die Meinen nicht kennen, will ich mich zunächst vorstellen.
Im Jahre 16 SG ereilte mich der Ruf der geliebten Nisut und ich wurde als Akîb ni Yret Nimaat in den Stand des Niederadels empor gehoben. Zeitgleich trat ich in die Schwarze Armee ein, in der ich inzwischen den Rang eines Fedaykîm-Gardehauptmanns bekleide und ich die Ehre habe dem Generalstab der Schwarzen Armee vorzustehen. Im Jahre 22 SG erhob mich die Nisut zur Nachfolge der im Kampfe gefallenen Junivera von Perricum als Hátyá ni Mer´imen. Diese hohe Position habe ich nunmehr an meinen ältesten Sohn Rhuawn Hakeem Al`Mansour übergeben und Ihre nisutliche Majestät geruhte mich zu Ehren vergangener Verdienste mit dem Edlengut Karadagh in Yret Nimaat zu belehen.

Anläßlich der in wenigen Monden stattfindenden Sechawahl habe ich mich entschlossen für das Amt des Sechas zu kandidieren. Meine Kandidatur mag stehen für eine Politik jenseits des Fraktionskampfes. Nicht für die eine, noch für die andere Seite mag ich stehen. Der Secha muß ein Sprecher für alle Angehörigen des Niederadels sein, ein Mittler zwischen konkurrierenden Parteien, ein Sprachrohr im Cronrate für die Wünsche und Forderungen des Niederadels in seiner Gesamtheit.
Kanzlei, Kirche, Royalisten - nimmermehr spreche man von diese Fraktionen. Diese Worte mögen vom Begriff "Nisuttreue" verdrängt werden, denn nicht gegeneinander sondern miteinander sei unser aller Streben!
Und diesem einenden Streben mag ich meine Zeit widmen, solltet Ihr, liebe Kollegen in Amt und Würden, mir Euer Vertrauen aussprechen. Denn nicht in der Gegnerschaft zum Hochadel sehe ich unsere Bestimmung, sondern gemeinsam mit den Angehörigen des Hochadels mögen wir die Nisut nach bestem Wissen und Gewissen beraten, auf das unser geliebtes Reich in Einigkeit zu der Stabilität und Kontinuität gelange, die für uns in Anbetracht der geographischen Nähe zu Al`Anfa geboten ist. Zu diesem hohen Ziel mögen die dynastischen Verbindungen des Hauses Al`Mansour zu den Provinzen Ordoreum, Terkum und Yleha von gleichem Nutzen sein, wie meine nicht geringen persönlichen Beziehungen.

Solltet Ihr Euch mit meinen Absichten einverstanden erklären, dann beweist mir diese Gunst durch Eure Stimme bei der nächsten Wahl.

Lang lebe die Nisut!

gez. Jassafer Al`Mansour

 


 

1. Wahlrede Hochgeboren Bomil Arres'

Wertes Káhet Ni Kemi,
Ew. Hochgeboren und Ew. Wohlgeboren,

Vielen von Euch mag mein Name noch kein Begriff sein, doch ich denke, daß sich dieser Mißtand schon bald legen wird.Denn schließlich habe ich mich entschlossen, für das Wohl Unseres Reiches für das Amte des Sechas zu kandidieren.

Weder meine Herkunft noch mein Wirken in diesem, Unserem Reiche möchte ich besonders hervorheben, alldieweil meine Taten für das Reiche bekannt sein dürften.Meiner Ansicht nach geht es bei der Wahl des Sechas nicht um persönliche Erfolgsbilanzen, wie sie uns der Generalstabschef der Schwarzen Armee, Jassafer Al'Mansour unterbreitet. Vielmehr geht es darum, daß der Kleinadel auch weiterhin ohne Einflußnahme von außen seine Entscheidungen treffen kann, um somit der Nisut (heilig!heilig!heilig!) ein getreuer Ratgeber sein zu können.

Doch, meine geliebten Brüder und Schwestern, wie soll das gelingen, wenn dem Kleinadel jemand vorsteht, der in einer dermaßen exponierten Position steht, wie Hochgeboren Al'Mansour?Steht nicht zu befürchten, daß Hochgeboren die Stimme des Kleinadels zu seinen eigenen Gunsten zu benutzen versucht; gibt er doch freizügig zum Bekenntnis, daß er seine Einflußreichen Beziehungen nutzen wird???Kann Uns ein solcher Secha den ein guter Secha sein?Ich denke nein!
Was ich in Hochgeboren Ausführungen vermisse, sind jegliche Ansätze seiner Arbeit als Secha. Hochgeboren parliert darüber, was er alles nicht tun wird, und wie er dies zu erreichen gedenkt, nämlich mit seinen persönlichen Beziehungen, doch läßt dies in mir eher den Verdacht aufkeimen, daß der Kleinadel lediglich als Marionette des Generalstabschefs dienen wird, Sollte er Unser Secha werden.Und wie es sich für den Generalstabschef gehört, wird er auch nicht müde, uns vor der Bedrohung der Schwarzen Schlange Al'Anfa zu warnen. Nun, werte Hochgeboren und Wohlgeboren, ich halte Al'Anfa eher für eine Blindschleiche, ist der Stadtstaat doch im Moment mit ganz anderen Problemen beschäftigt...und hat unsere glorreiche Armee Unsere Feinde nicht schon einmal in Schimpf und Schande aus dem Reiche vertrieben?
Alles in allem denke ich, daß Wohlgeboren Al'Mansour seine persönlichen Kontakte auch weiterhin bei einem guten Täßchen "Tulamidengold-Tee" pflegen, und den Kleinen Konvent nicht mit seinen egoistischen Motiven zu korrumpieren versuchen sollte.Vielmehr sollte er sich weiterhin dem widmen, zu dem er ersehen wurde, nämlich um unserer Armee auch weiterhin ein hervorragender Generalstabschef zu sein!
Denn ein guter Secha, werte Hochgeboren und Wohlgeboren, bemißt sich nicht an seinen Orden oder seinen Ruhmestaten, für die Wohlgeboren Al'Mansour ja berühmt ist.Vielmehr steht mir eher der Sinn nach einem handlungsfähigen Kleinen Konvent, der auch weiterhin sein eigene, wenn auch vom Hochadel abweichende Meinung, kundtut, und somit der Nisut als alternativer Ratgeber dienen kann.Insofern kann ich Wohlgeboren nicht zustimmen, daß der Kleine Konvent bisher "gegen" den Hochadel gehandelt hätte; vielmehr ist hierin die Eigenständigkeit des Kleinen Konvents zu sehen. Mir ist nicht klar, warum unterschiedliche Meinungen plötzlich schädlich sein sollen. Ist ein Ratgeber, welcher der Kleine Konvent ja ist, denn nicht jemand, der alternative Lösungsvorschläge anbietet, und dem Beratenen nicht nach dem Munde redet?
Somit scheint mir, hat Wohlgeboren die Aufgabe des Kleinen Konvents und des Sechas nicht verstanden.So Ihr also, werte Hochgeboren und Wohlgeboren, Eure Stimmen beim nächsten Konvent nicht unter der dräuenden Fuchtel eines Sechas abgeben wollt, der zugleich auch Generalstbschef der Schwarzen Armee ist, und der Euch mitnichten ein Gleicher unter Gleichen, wie es der Secha eigentlich sein sollte, ist, dann lasst Eure Stimme auf mich fallen.

Denn ich werde Euch ein starker und nur von Eurer Meinung abhängiger Secha sein, ein Gleicher unter Gleichen, der Eure wohlgeschätzten Stimmen dem Großen Konvent und der Nisut (helig!heilig!heilig!) zutragen wird.

Den Zwölfen zum Gruße!

Lang lebe die Nisut!

gez. Bomil Arres

 


 

2. Wahlrede Hochgeboren Bomil Arres':

Sehr geehrter Adel des Kahet ni Kemi,
werte Hochgeboren und Wohlgeboren!

Nachdem sich weitere Kandidaten für die Wahl des Secha-Amtes zur Verfügunggestellt haben, möchte ich auch über meine werten Konkurrenten das einoder andere Wort verlieren.

Erstaunt nahm ich zur Kenntnis, daß sich ein Mann zur Wahl stellt, der unsallen in guter Erinnerung sein sollte. Die Rede ist hier von RachaltonPecator, Akîb ni Djerniako. Ist es doch zu begrüßen, daß sich mehr fähigeMänner zur Vertretung der Angelegenheiten des Kleinadels berufen fühlen,hinterläßt die Kandidatur von Hochgeboren Pecator doch ein mulmigesGefühl. War er es nicht, der auf Knien rutschend zum letzten Konvent desKleinadels erschien, da die Alleinseligmachende Boronstaatskirche ihnwegen seines dekadenten Lebensstils abkanzelte? War er es nicht, der beiUnserer Nisut (heilig!heilig!heilig!) in Ungnade fiel, da er seineDienstboten hungern und schlagen ließ? War er es nicht, der von seinerFamilie wegen seiner geschäftlichen Unfähigkeiten und seinesunkooperativen Verhaltens anderen gegenüber verstoßen wurde, und ihm damitdas Recht entzog, sich fürderhin Rachalton Paestumai zu nennen? Wollt Ihr,werte Hochgeboren und Wohlgeboren, einen Mann, der seinen Platz in unsererGesellschaft nicht kennt, der immer wieder gegen Konventionen desZusammenlebens verstößt, der seine Stellung anderen gegenüber ausnutzt,wollt Ihr so einen Mann wirklich als Euren Vertreter, als den VertreterEurer Interessen im Kronrate wissen? Denn wisset, er trat die Interessenanderer bereits mehrmals mit Füßen, und nun soll er Unsere Interessenplötzlich anderen gegenüber vertreten können? Wie können wir sicher sein,daß er die Meinung des Kleinadels berücksichtigen wird? Wird Hochgeborenseine Stellung nicht vielmehr ausnutzen, um sich selber wieder insRampenlicht zu begeben, um seine persönliche Eitelkeit, die er jawiederholt zur Schau gestellt hat, und wegen der er von der Kircheöffentlich gerügt wurde, endlich wieder befriedigen zu können?
Ich denke nicht, daß Hochgeboren die Interessen des Kleinadels, unseregemeinsamen Interessen, im Kronrat vertreten kann!

Doch damit nicht genug, daß sich eine solche höchst desintegre Person zurWahl stellt, nein, auch Hochgeboren Thoran Mâlveel, Akîb ni Marlan, möchtesich zur Wahl stellen. Ein löbliches Unterfangen, doch man fragt sich, obHochgeboren überhaupt weiß, was für eine Last das Amte bedeutet. Immerhinist Hochgeboren erst seit wenigen Monden in unsrem Reiche, doch kann erwohl kaum behaupten, sich mit den Gepflogenheiten, geschweige denn mit denProblemen des Kleinadels auszukennen. Doch müssen wir unserem Secha nichtvertrauen, ihm unsere Probleme mitteilen, und auf seine kompetente Hilfevertrauen können? Unser Secha muß unser Reich kennen und die Nöte dereinzelnen Provinzen kennen und respektieren, doch was weiß Hochgeborenschon von den Problemen des Adels des Festlandes, geschweige denn, daß erihm persönlich oder namentlich bekannt ist. So scheint es mir vollkommenindiskutabel, Hochgeboren Mâlveel als unseren neuen Secha begrüßen zudürfen.

Zudem scheint es mir, als ob Hochgeboren Mâlveels Protégeé hinterdieser Wahl steht, der amtierende Secha Rodrigo Vivarya con ya Sermo. Manfragt sich, ob Erlaucht diese Wahl des Sechas für seine persönlichenZwecke ausnutzen möchte, indem er seinen Vertrauten, Hochgeboren Mâlveelin den Wahlkampf schickt. Nun, wie dem auch sei, wir wissen alle, was wirvon einem Manne halten können, der bereits nach wenigen Monden das Amteeines Hátyás bekleidete, und es sodann wagte, der Kronprinzessin seinenTreueschwur zu verweigern.

Deshalb bitte ich Euch, werte Hochgeboren und Wohlgeboren, wählt mich zuEurem Secha! Denn ich verspreche Euch folgendes:
Ich werde Euch ein Secha sein, der sich der Probleme jedes einzelnenannimmt und löst, ich werde den Kleinadel würdig im Kronrate vertreten unddem Kleinadel ein kompetenter Ansprechpartner sein. Ich werde Euch nur einGleicher unter Gleichen sein, ohne Standesdünkel, doch respektvollgegenüber der göttlichen Ordnung. Mit Feingefühl, doch ohne Nachlässigkeitin meiner Arbeit; ohne Zaudern und mit fester Stimme die Meinung desKleinadels kundtun, um damit unserem Reiche und unserer Nisut zu dienen!

Lang lebe die Nisut!

gez.Bomil Arres, Akîb ni Táni Morek

 


 

Wahlrede Hochgeboren Thoran Mâlveels:

Ew. Hochgeboren, Ew. Wohlgeboren,

viele werden mich noch nicht kennen, da ich erst vor wenigen Monden meinAmt als Akib antreten durfte.

Zu meinem Bedauern muß ich sagen, daß ich noch nie ein Mann der großenReden war, ich schritt lieber zur Tat. Um dies tun zu können, kandidiereich somit zur Wahl zum Secha.

Ich möchte jedoch nicht wie Hochgeboren Bomil Arres, Akîb ni Táni Morek,darauf eingehen, was unser bisheriger Secha geleistet oder nichtgeleistet hat, wozu er fähig und wozu er nicht fähig war. Ein anderesZeitalter hat nun begonnen, Taten sind nun gefragt und ich möchte eheretwas zu dem sagen, was ich gedenke als Secha zu leisten.

Auf dem Conventus Chrysemis hatte ich diesen Punkt schon angesprochen.Es ist der Handel, der forciert werden muß, nur so mag es uns gelingen,das, was bisher erreicht wurde, zu festigen und weiterhin auszubauen.Ich bin zwar kein Händler, dennoch verfüge ich über hervorragendeKontakte zu einer Handelskette, welche gemeinsam mit den bestehendenHandelskompanien arbeiten möchte. Die Verhandlungen sind noch am Beginnund so manches muß noch besprochen werden. Doch dies ist nur ein Punkt,den ich mich widmen möchte.

Ein weiterer Punkt, zu dem ich ansprechen möchte, ist die Gefahr, dieAl'Anfa und die Piraten dar-stellen. Die Aktivitäten Al'Anfas sinderheblich weniger geworden, ich denke, daß die "Pestbeule" viele eigeneProbleme hat, als mit uns eventuell einen neuen Krieg anzufangen.Dennoch sind die Nachtschatten nicht völlig harmlos geworden, weitereKonzentration sollte also bestehen bleiben. Im Gegenteil, die Gefahr istpräsenter denn je, wie die Ereignisse der letzten Götterläufe zeigten.Auch stehen nun, wie Informationen aus nördlichen Ländern besagen, dieWaldinseln vor einer neuen Gefahr. Aventurien konnte den DämonenmeisterBorbarad bannen, seine Streitmacht zum Rückzug zwingen, dennoch sindviele Feldherren und ihre schwarzen Schergen die Flucht gelungen. AuchMaraskan ist immer noch von schwarzen Horden beherrscht und wer weiß,wie lange es dauert, bis jene den Drang verspüren, ihr Reich zu weiten.Wer nun sagen möchte, Maraskan liegt viel zu weit abseits von denWaldinseln, dem sei gesagt, daß übernatürliche Wesen auch zuÜbernatürlichem fähig sind, wie es am mittelreichischem Verlust Tobrienszu sehen war. Aufgrund dieser Gefahr hin, wäre die vorhin genannteHandelskette bereit, Sicherungsmaßnahmen zu tätigen, wie z.B. dieErrichtung eines Schutzwalles für eine Stadt.

Zuletzt möchte etwas ich zm Amt des Secha sagen. Ein Secha sollte keineanderen Verpflichtungen als jenes Amt und ihr oder sein Amt als Akîb,Akîbet, Sah oder Sahet ausüben, denn so könnte die Konzentration, diehierfür sehr wichtig ist, darunter leiden oder die Entscheidungen vonanderen Einflüssen in eine andere Richtung gelenkt werden. Zu denAufgaben eines Séchas soll auch das Gespräch zählen, die Kommunikationunter den Brüdern und Schwestern im Amte zu fördern und ihnen Ratgeberund Freund zu sein in der Verwirklichung der eigenenEntscheidungsfähigkeit.
Darüber hinaus sollte ein Secha stets für diejenigen da sein, die ervertritt, jenen stets ein guter Freund sein und auch stets ein offenesOhr für sie haben, egal, welches Anliegen besteht.So sei versichert, daß dies nicht bloß leere Worte waren und es mir einAnliegen und Bedürfnis ist, den ruhmreichen kem'schen Kleinadel nachbesten Wissen und Gewissen tatkräftig zu vertreten und zu unterstützen.

Lang lebe die Nisut!

gez.Thoran Mâlveel, Akîb Ni Marlan

 


 

1. Kommentar Wohlgeboren Né`mekâth B. Âk-de Sézàrs:

Hochgeboren Arres,
geschätzte Schwestern und Brüder des Niederen Adels!

Nun habt Ihr schon zweimal das Wort an uns gerichtet und ich finde, eswird einmal Zeit, daß man dazu etwas sagt: Eure Kandidatur in allenEhren, doch statt über Eure Konkurrenten herzuziehen, solltet Ihrvielleicht mal etwas konkreter sagen, was Ihr denn nun zu tun gedenkt! Ihr kritisiert es bei anderen, daß sie keine klaren Aussagen treffen, doch selber fühlt Ihr Euch nicht dazu berufen.

Ihr sprecht davon, daß Ihr uns ein Secha sein werdet, der sich derProbleme jedes einzelnen annimmt und löst. Und wo seit ihr jetzt, dadas Reich in Problemen erstickt? Ihr sitzt fern ab in Eurem Palast aufTáni Morek und schreibt gewichtige Reden, statt auf Eure Schwesternund Brüder zuzugehen und sie zu fragen, was ihre Probleme sind und wasIhr für sie tun könnt. Und das soll sich ändern, wenn ihr erst einmalgewählt seid? Wem wollt Ihr das weis machen, Hochgeboren? Wer sollEuch das glauben? Bis daß Euch einmal ein Schreiben vom Festlanderreicht hat, haben sich die Dinge entweder von selber gelöst, oderaber ins unlösbare gesteigert!

Ihr wollt dem Kleinadel ein kompetenter Ansprechpartner sein? Wiebitte wollt Ihr das schaffen? Was zeichnet Eure Kompetenz im Vergleichzu anderen aus, wenn man mal den gefallenen Pâestumai außen vor läßt?Worin soll man diese erkennen? In der Art und Weise, wie Ihr EuerLehen führt? Wohl kaum, denn das macht manch ein anderer gleich gutoder besser! Aufgrund Eurer Erfahrung im Reich etwa? Wo war EureStimme denn in der Vergangenheit, wenn es darum ging, Stellung zu denbrisanten politischen Fragen zu beziehen, die unser Reich derzeitbeschäftigen? Wo waren weise, beschwichtigende und besänftigendeWorte, die wir gebraucht hätten, als unser wunderbares Reich durchZwistigkeiten um die Thronfolge an den Rand der bewaffnetenAuseinandersetzung getrieben wurde? Wo wart Ihr da? Ich will es Euchsagen, falls Ihr dieses dunkle Kapitel schon verdrängt habt: Ihr habtmit in diesen gefährlichen Chor eingestimmt! Als kluger Mensch wohlwissend, daß Ihr mit dreierlei Gerede am Sachverhalt vorbeiredet undaußer größeren Zwistigkeiten nichts erreicht. Wenn Ihr um dieDinge im Reich wißt, dann hättet Ihr auch wissen müssen, wie dieser Sachverhalt zu handhaben gewesen wäre. Doch entgegen dem habt Ihr Euch verhalten! Von Eurer angeblichen Kompetenz ist bis nach Mer´imen nichts vorgedrungen und um die Dinge im Reich wißt Ihr reichlich wenig!

Ihr wollt respektvoll gegenüber der göttlichen Ordnung sein? Das istschön von Euch zu hören, wurde doch der Respekt gegenüber demAlleinseligmachenden bisher auf Táni Morek nicht sonderlich hoch geachtet. War es nicht dort, wo die Namenlose Brut eines ihrer schrecklichsten und andauernden Lager aufgeschlagen hat, Götterläufe lang unentdeckt, bis daß seine Ehrwürdige Hochwürden Neith dem ein Ende setzte? War es nicht auf Táni Morek, wo sich die "Tsaraben" gründeten und niederlassen wollten? Dem Heiligen Raben zum Spott und Seiner Lehre zuwider? Und war es nicht Eure Familie die dies auch noch zu dulden gedachte?

Mit fester Stimme wollt Ihr die Meinung des Kleinadels kundtun, umdamit unserem Reich und unserer Nisut zu dienen. Fein, fein, aber das ist nichts neues, denn so ist es der einzig richtige Weg. Das ist eines Sechas Aufgabe, ohne Zweifel. Deswegen haben es schon alle anderen Kandidaten in der ein oder anderen Weise vor Euch gesagt! Mag es auch zu ihrem Erfolg oder Fall geführt haben. Was hat es uns, den Niederadligen, letztendlich gebracht? Große Worte werden Immer wieder gesprochen, doch von wirklichen Taten sind sie selten gefolgt!

Ihr unterstellt Hochgeboren Thoran Mâlveel, Akîb Ni Marlan, daß ervielleicht nicht wisse, was die Last des Amtes des Secha bedeute. Dochwißt Ihr es? Jetzt schon nehmt Ihr mit Euren, zwar geschmetterten aberdennoch halbherzigen Reden nicht das an Belastung auf Euch, waserforderlich wäre. Euch kann und will ich zu diesem Zeitpunkt nichtmeine Stimme auf dem Konvent zusagen. Ihr gebt nicht mehr von Euch,als jeder Eurer Vorgänger auch. Ihr kennt genauso wenig die Nöte dereinzelnen Provinzen wie Ihr das Hochgeboren Mâlveel unterstellt!! Waswißt Ihr denn schon vom Festland?

Es scheint mir derzeit vollkommen indiskutabel, Euch zum Secha zuwählen. Vielmehr kann ich nur den Mut und die Einsatzbereitschaft vonHochgeboren Mâlveel loben. Er zeigt Einsatzbereitschaft für dasReich. Er ist bereit sich in kurzer Zeit in unbekanntes Terraineinzuarbeiten, sich der Herausforderung zu stellen. Seid Ihr das auch,Hochgeboren Arres? Statt Euch mit wilde Mutmaßungen seine Kandidaturbetreffend und voreilige Äußerungen bezüglich Seiner Erlaucht zubrüsten, solltet Ihr Taten folgen lassen, die Vertrauen in Eure Personschaffen!

gez.Né`mekâth B. Âk-de Sézàr

Sah ni Sechen Land
Mehib ni Mer´imen
Jáut Sab des Zer-Nimut Ordens ni Peri

 


 

1. Entgegnung Hochgeboren Bomil Arres':

An Wohlgeboren Né'mekath Âk-de Sézàr,
und den Niederen Adel des Kahet ni Kemi

Wohlgeboren, Ihr enttäuscht mich!Nicht nur, daß Ihr Euer Talent im Redeschwingen so vergeudet, nein, vor allem, da Ihr nicht in der Lage oder Willens seid, die Wahrheit darzustellen, und mich damit in ein übeles Licht stellt!Eure bornierte Arroganz zeigt sich schon, indem Ihr mich beschuldigt, in meinem "Palast" in Táni Morek zu sitzen. Offensichtlich habt Ihr keine Ahnung, wie hart das Leben hier auf den Inseln ist, und da werden mir alle Adligen der Inselprovinzen zustimmen!Adlige, wie wir kämpfen Götterlauf für Götterlauf gegen die Unbillen der Natur und können uns mitnichten einen "Palast" leisten, wie vielleicht der ein oder andere Adlige des Festlandes.

Aber nicht nur, daß Ihr mich persönlich verleumdet, Ihr werft mir vor, weitab vom Geschehen in Kemi zu sein, seid aber begeistert von Hochgeboren Mâlveel, der aber ebenfalls von den Inseln kommt. Eine sehr einseitige Moral habt Ihr da, Wohlgeboren!
Schließlich steht es mir als Adligem in den Überseeprovinzen auch nicht zu, jeden Secha zu kritisieren, der nicht von den Inseln kommt. Außerdem scheint mir, daß man doch im allgemeinen recht zufrieden mit dem provisorischen Secha, Rodrigo con ya Sermo, ist, der ja ebenfalls von den Inseln kommt.
Ganz ehrlich, Wohlgeboren, aber Eure Kritik in diesem Punkte ist einfach lächerlich, wenn nicht sogar der Einheit des Reiches abträglich!

Weiterhin bezweifelt Ihr mein Tun für die Krone...Blinden Populismus nenne ich das! Mein Wirken für die Krone ist als Mitarbeiter des KKAB wohl über jeden Zweifel erhaben. Und wenn ich nicht über meine Taten prahle, wie der ein oder andere dies tut, dann beruht das ganz einfach auf meinem bescheidenen Wesen, und das könnt Ihr mir ja wohl nicht ernsthaft vorwerfen, oder?
Zudem scheint Ihr die Realität gerne zu verbiegen, so, wie sie Euch genehm ist, nicht wahr?Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals in einen Chor eingestimmt zu haben, der den Bürgerkrieg in diesem unserem Reiche unterstützt hat, Wohlgeboren, dies ist eine klare Lüge!Beschmutzt nicht mein Ansehen mit Euren Lügen!

Nur um Eure Dreistigkeit in dem Verdrehen der Wahrheit aufzuzeigen, Wohlgeboren:
Ihr bezweifelt allen ernstes meinen Respekt vor der göttergewollten Ordnung, indem Ihr Fakten anführt, die noch nicht einmal in die Zeiten meiner Regierung über Táni Morek fallen? Jene Namenlosen Horden, welche sich hier breitmachten, habe ich mitnichten zu verantworten, schließlich weilte ich noch nicht einmal in Kemi!
Zu jener Zeit war mein Bruder der Akîb ni Táni Morek, und wenn Ihr die Namenlosen Umtriebe irgendjemandem anlasten wollt, dann bitteschön ihm.Jetzt werft Ihr mir schon Dinge zu Zeiten vor, in denen ich noch nicht einmal im Reiche war...
Bravo, Wohlgeboren!

Zudem bezweifelt Ihr, daß ich die Last des Amtes auf mich nehmen könnte.Könnt Ihr Euch überhaupt vorstellen, wieviel Verantwortung ich als Mitarbeiter des KKAB übernehme?Ich glaube kaum, daß diese Bürde der des Sechaamtes unähnlich ist. Ich fühle mich mehr als gewappnet, das Amt zu übernehmen!

Nun Wohlgeboren, ich kann nicht behaupten, daß von Euren Kritikpunkten viel übriggeblieben ist, das für Euch schmeichelhaft ist.Aber ich hoffe Ihr erkennt an, daß ich mich, entgegen Eurer Meinung, sehr wohl Eurer Kritik angenommen habe.
Und genauso werde ich mich auch jedweden Problems annehmen, daß andere Adlige an mich herantragen.
Und um meinen guten Willen zu demonstrieren, werde ich nun feierlich eine Reise durch die Provinzen Kemis ankündigen, welche mich in die Lage versetzen soll, mich umfassend aller Adligen Kemis annehmen zu können.

Wohlgeboren, Eure Ausführungen haben mich gekränkt, entbehren sie doch teilweise jeglicher Wahrheit. Und wäret Ihr nicht ein so achtbarer Mann, Wohlgeboren, müßte ich Euch ob Eurer Lügen zur Verantwortung ziehen...

Hochachtungsvoll.
Bomil Arres,
Akîb ni Táni Morek,
Mitarbeiter des KKAB

 


 

2. Kommentar Wohlgeboren Né`mekâth B. Âk-de Sézàrs:

Geschätzte Schwestern und Brüder im Amt und Glauben!

Tobende Worte sprecht Ihr, Hochgebohren. Gleich der stürmischen Seemit hohen Wellen und TIEFEN Tälern. Es mögen mir all jene Anwesenden,welche sich auf die Seefahrt mehr verstehen als ich das tue, verzeihen,wenn ich diesen Vergleich gewählt habe. Aber eine Frage, die michweitaus mehr beschäftigt und die auch Euch, Schwestern und Brüder,mehr als mein vielleicht mißlungener Vergleich beschäftigen soll istjene: Werdet IHR, Hochgeboren eigentlich auch als Secha so rasch ausder Haut fahren, wenn Euch Steine im Weg liegen? Dann kann ich Euchnur eines sagen: Es werden Euch sehr viele Steine in den Weg gelegtsein. Denn zu zahlreich sind die Probleme, welche Ihr als Secha zulösen habt, zu zahlreich die Aufgaben, welche Ihr zu bewältigen habt,als daß man nicht auf zahlreiche Steine stoßen würde. Steine, wieanscheinend meine letzten Worte und vielleicht auch diese.

Ihr sagt, ich hätte Euch in ein übles Licht gestellt? Nun, das war mitnichten meine Absicht, und Lügen wollte ich auch nicht verbreiten. Dochbevor ich mich für das, was ich Eurer Meinung nach getan habe, ggf.entschudlige, möchte ich doch noch die ein oder andere Sachefesthalten:
Von bornierter Arroganz sprecht ihr schon, wenn Ihr meine Rhetoriknicht verstanden habt?! Reichlich früh muß ich sagen, doch will ichEuch den Sinn etwas näher erläutern, auf daß kein schlechtes Licht aufuns beide fallen mög: Ich sprach davon, daß Ihr fern ab in Eurem"Palast" auf Táni Morek sitzt und gewichtige Reden schreibt, STATT aufEure Schwestern und Brüder zuzugehen und sie zu fragen, was ihreProbleme sind und was Ihr für sie tun könnt. Ihr konzentriert Euchauf´s Reden, Hochgeboren, statt auf´s Handeln. DAS war der Worte Kern.Ihr dagegen habt Euch die oberflächliche Kleinigkeit meiner Worteherausgepickt, die EUCH betraf, Hochgeboren, aber nicht das, was denNiederadel betraf. Ihr, Hochgeboren, habt durch Eure letzten Wortemeine Aussageabsicht noch einmal verschärft. Denn zu einer Rundreise,die Ihr nunmehr feierlich ankündigt, gereicht es Euch erst jetzt, mehroder weniger erst nach meiner Aufforderung. Immerhin das habt Ihrverstanden.

Ich weiß sehr wohl um die Unbillen der Natur, gegen welche die tapferen Adligen der Inseln anzukämpfen haben. Sehr wohl weiß ich das,habe ich mir doch selber ein Bild davon gemacht. Und ich habegehandelt, Hochgeboren. Ich habe mich bei Ihrer Heiligen Eminenz dafüreingesetzt, daß die Heilige Mutter Kirche den Armen dort mehr ihreAufmerksamkeit schenkt. Und so ist es geschen. Selbst habe ich Reisunter der Bevölkerung und den maraskanischen Flüchtlingen verteilt.

Aber vermutlich werdet Ihr diese bloße Darstellung wieder als einebesondere Hervorhebung, gar als Prahlerei, meiner Person bezeichnen.Wisset, Hochgeboren, wenn man in Worten etwas Negativeshineininterpretieren will, dann fällt das nicht unbedingt schwer. UNDauf´s hineininterpretieren scheint Ihr Euch vortrefflich zu verstehen.

So interpretiert Ihr auch freizügig eine Begeiesterungsfähigkeitmeiner Person für Hochgebohren Mâlveel. Doch mitnichten habe ich dasgetan. Ich habe lediglich seinen Mut gelobt, den ich bei Euch aufgrundEures Verhaltens vielmehr als Leichtsinn interpretieren möchte. Ichhabe ihn lediglich mit Euch verglichen, weil Ihr das tatet. Er hatebensowenig meine Stimme, wie jeder andere Kandidat derzeit auch. Ichhoffe, Ihr habt das "derzeit" jetzt und beim letzten mal schon gutverstanden, denn der Würdigste soll es werden, nicht der, über den maneine vorgefertigte Meinung hat oder sich diese justament noch schnellanfertigt. Hochgeboren, da spielt es nicht mehr die entscheidendeRolle, von wo im Reich sie oder er nun kommt.

IHR stellt Euer Wirken als Mitarbeiter des KKAB über jeden Zweifelerhaben, Hochgeboren? Und anderen werft Ihr vor, mit ihren Taten zuprahlen? Im selben Atemzug noch erwähnt Ihr Euer bescheidens Wesen??So laßt Euch gesagt sein, Hochgeboren: Der wahrhaft Bescheidene kämeniemals auch nur auf die Idee das zu erwähnen, denn seineBescheidenheit und seine Demut werden weithin von jedem erkannt. Esist dies der Weg, wie man dem Herrn am gefälligsten dient,Hochgeboren.

Von Lügen sprecht Ihr allenthalber immer wieder. Ihr bezichtigt michder Lüge noch und nöcher und gleichzeitig der Eigenschaft, die Dingeso hinzubiegen, wie sie mir genehm sind? Hochgeboren, mir liegt esfern, Euer Ansehen zu beschmutzen, denn dies allein schafft Ihr - demes als einzigen gestattet sein soll - schon vortrefflich! Ihr machtErlaucht ya Sermo noch Vorwürfe, obwohl Ihre kemiprincessliche Hoheitlängst seinen Standpunkt respektiert hat und ihn rehabilitierte. Dasvernünftige Gespräch, die Klugheit zweier Menschen scheint hier weitergeholfen zu haben. Nicht die Polemik war es, die Ihr anderen Vorwerft,aber selber so vortrefflich zu führen wißt! Es ändert also nichtsdaran, daß angebrachte Taten Eurerseits seinerzeit gemangelt haben!

Ihr solltet nicht zu sehr auf die Dinge eingehen, welche in EurerFamilie stattgefundne haben, Hochgeboren. Zum einen tut das nichtswesentliches zur Politik und zum anderen könnte es Fragen aufwerfen,die besser zugedeckt bleiben! Große kirchliche Leistungen auf TániMorek, dem HERREN und seinen Kindern wohlgefällig, sind noch nicht nachMer´imen und auch nicht ins Kirchenkonzil vorgedrungen.

Wenn Ihr Euch ebenso eines jedweden Problems annehmen wollt, das Adlige an Euch herantragen, wie ihr Euch meiner Kritik angenommen habt...

... dann steh der HERR uns allen bei, Schwestern und Brüder!

gez.Né`mekâth B. Âk-de Sézàr

Sah ni Sechen Land
Mehib ni Mer´imen
Jáut Sab des Zer-Nimut Ordens ni Peri

 


 

Kommentar Wohlgeboren Serpo Lassans:

Geschätzte Angehörige des Kleinadels,

auch ist es nun an mir auf die von Hochgeboren Bomil Arres getätigtenAussagen zu reagieren.

Hochgeboren, ich muß sagen es empört mich zutiefst, wie Ihr versucht mitPolemik und Verleumdungen verdiente Personen unseres Landes in den Staubzu ziehen und zu besudeln, nur weil Ihr euch dadurch einen Vorteilerwartet, wo immer dieser Eurer Meinung nach auch zu finden sein mag.

Daß Ihr scheinbar ein gestörtes Verhältnis zu Euch höher gestelltenPersonen zu haben scheint, deuteten ja bereits Eure Andeutungen auf derSchiffsreise nach Merkem an. Wart Ihr es doch der da lapidar meinte einTurnier wie jenes von der Krone ausgerichtetes sei lediglich etwas fürPöbel und Pack, obwohl Ihr wohl wußtet oder zumindestens ahnen konntetwer an diesem Turnier teilzunehmen gedenkt.

Scheinbar seid Ihr wohl in der Meinung etwas Besseres zu sein, aber diessoll Euer Problem sein. Doch kann ich mir nicht im Entferntestenvorstellen, daß eine Person die derart von sich selbst eingenommen ist,ein guter und würdiger Vertreter des Kleinadels sein kann. Dies wiederumist meine Meinung. Ich kenn Euch persönlich und ich muß Euch offen undehrlich sagen, für mich seid Ihr in keinster Weise qualifiziert dieswürdevolle Amt des Secha auszuüben. Dies Amt erfordert genau jeneAttribute, die Ihr nicht vorweisen könnt, als da sind Toleranz,Selbstlosigkeit, Ruhe und Besonnenheit.

Bezeichnend ist wohl auch, daß Euer eigener Bruder, der Ser-Repa Ni NeuPrem mit Euch im Zwiste liegt. Nun meine Frage an euch werte Angehörige des Kleinadels, wollt ihr einerPerson eure Stimmen geben, der nicht einaml der eigene Bruder, daseigene Fleisch und Blut, vertraut? Ich kenne meine Antwort darauf!

Lang lebe die Nisut!
Der Herr mit euch!

Gezeichnet:Serpo Lassan, Sah Ni Boronsport

 


 

Kommentar Hochgeboren Jariella Aarenburgs:

Werte Brüder und Schwestern im Amte,

auch ich möchte nun meine Meinung zur anstehenden Wahl des Sechakundtun. vier Kandidaten stellen sich bislang der Wahl, so konnte ichbislang vernehmen. Als da wären Seine Wohlgeboren Jassafer Al Mansour,über den sich meine Kenntnisse in Grenzen halten. Seine HochgeborenRachalton Pedacor hat es bisweilen verabsäumt, sich uns mitzuteilen. Alsnächstes sei nun Seine Hochgeboren Bomil Arres genannt. Dieser wiederumwird nicht müde sich uns mitzuteilen, wofür ich ihm sehr dankbar bin,weiß ich doch nun gewiß, daß er meine Stimme nicht erhalten wird. Erwird nicht müde uns zu berichten welch schlechte Kandidaten doch seineGegner wären. Ich meine, daß derartige Hetze und Polemik nichts verlorenhat im Gedankengut eines würdigen Secha. Vielmehr sollte er über sichberichten und was er für uns zu unternehmen gedenkt. Doch diese Passagenfallen, wenn überhaupt, durch unangebrachte Kürze auf. Und auch daraufmuß er hingewiesen werden, was er denn tun könnte. Dies alles gereichtdem Akib Ni Tani Morek wahrlich nicht zum Ruhme.
Auch ist von einem respektvollem Verhalten gegenüber der göttlichenOrdnung die Rede. Wart es nicht Ihr Hochgeboren, der der Erhebung zumMehib Ni Neu Prem fernbliebt, da Ihr Euch Eurer Rosenzucht widmenmußtet?

Auch ist zu vernehmen, Seine Hochgeboren ist als KKAB-Mitarbeitergewohnt eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen. Dasmag sein. Doch frage ich Euch Hochgeboren, wollt Ihr, so Ihr Sechawerdet, den Dienst beim KKAB quittieren? Denn ich denke nicht, daß esmachbar ist, zwei derart verantwortungsvolle Aufgaben zu erfüllen. Undich möchte nicht eine Person als Secha, die nur mit halber Kraft fürunsere Sache da ist, ebenso wenig wie ich mir einen KKAB-Mitarbeiterwünsche, der seine Aufgabe nur halbwegs erfüllen kann. Ich meine, beideswäre nicht vereinbar und es würden beide Aufgaben darunter leiden. Wasnicht sein darf.

Seine Hochgeboren Thoran Mâlvel kenne ich persönlich. Er ist einverantwortungsbewußter respektvoller Mann voller Tatendrang und Ideen.

Lang lebe die Nisut!
Möge der Herr mit euch sein!

Gezeichnet:Jariella Aarenburg, Akibet Ni Ibekla

 


 

2. Entgegnung Hochgeboren Bomil Arres':

Werter Adel des Kanhet ni Kemi,
werte Bewerber um das Amte des Sechas,

bestürzt nahm ich die harschen Worte Wohlgeborens de Sézàr auf, welchemich persönlich tief trafen. Aber nicht nur er, auch der Hátyá niChrysemis, Rodrigo Vivarya con ya Sermo, und Wohlgeboren Lassan ließen dasKáhet Wissen, welch ein übeler Mensch ich wohl sei...

Ich muß gestehen, ich dachte einen Moment lang, wegen dieser ungeheuerlichen Anschuldigungen meine Bewerbung um das Amte des Sechaszurückzuziehen. Doch auf solche falschen Äußerungen, wie sie aus den ebengenannten Kreisen, mit meinem Rücktritt zu reagieren, schien mir zueinfach. Dabei möchte ich mich besonders bei meinem Bruder, Excellenz FalkArres, Ser-Repa ni Neu-Prem, für seine Unterstützung bedanken. Dennschließlich stand er mir bei, als Durchlaucht con ya Sermo behauptete,mein eigener Bruder läge mit mir im Zwiste. Doch mitnichten, Durchlaucht!Versucht nicht, mein eigen Fleisch und Blut gegen mich zu wenden! MeinBruder stand immer, und wird auch immer auf meiner Seite stehen! Auf jenerSchiffsreise, welche Ihr ansprecht, habt Ihr in schändlicher Art und Weiseversucht, einen Keil zwischen mir und meinen Bruder zu treiben, undversucht nun, mich als Außenseiter darzustellen. Eine selten perfide undgemeine Lüge, Durchlaucht!

Zudem bezweifeltet Ihr meine Fähigkeit, Einigkeit im Kleinadel herzustellen.Aber seid an folgende Begebenheit erinnert, Durchlaucht:
Wer wollte denn, als Zeichen des guten Willens und der Zusammenarbeit, alsGesandter der Nesetet ni Djerres am Konventus Chrysemis teilnehmen, um dieAnsichten des Kleinadels zu hören, und somit eine bessere Kommunikationzwischen den Provinzen Chrysemis und Djerres herstellen, Durchlaucht? Undwer verweigerte mir dieses in seiner enstirnigen, bornierten undlimitierten Deresicht, Durchlaucht? War ich es nicht, der Euch in allerForm bat, als Beobachter Djerres' Eurem Konvente beiwohnen zu dürfen, umdamit bessere Einsicht in die Sorgen des Kleinadels erhalten zu können?Und habt Ihr mich nicht barsch, von Provinzialstolz verblendet, persönlichgekränkt, indem Ihr mir nicht nur beschiedet, mich nicht zum Konventezuzlassen, sondern mir sogar die Einreise nach Chrysemis verbietenwolltet?
Dies alles und noch viel mehr gilt es zu bedenken, wenn Durchlaucht meint,mich persönlich angreifen zu müssen.

Zudem ist es nachgerade lachhaft, mir unterstellen zu wollen, ich hätteein "gestörtes Verhältnis" zu mir höhergestellten Persönlichkeiten. Wiewir alle wissen, wart Ihr es doch, der der nisutlichen Prinzessin zunächstden Treueid verweigern wolltet, und dafür, zurecht, wie ich meine, vomRepa sowie von der Nisut höchstselbsten zurechtgewiesen wurdet! Bevor Ihralso einem dienstbaren Geiste Unseres Reiches wie mir solchergleichenVorwürfe macht, kehrt doch bitte vor Euren eigenen Tür!

Zudem beschmutzt Ihr meinen Ruf, wenn Ihr behauptet, ich könne den Dienstbeim KKAB und den Dienst als Secha nicht gleichzeitig ausführen!Vielleicht mag das auf Eure limitierten Fähigkeiten zutreffen, doch ichtraue mir dies schon zu!

Doch nun zu Wohlgeboren Né`mekâth B. Âk-de Sézàr, Sah ni Sechen/Land,welcher sich ja ebenfalls meinte zu Wort melden zu müssen. Offensichtlichseid Ihr Euch gar nicht bewußt, welch dreiste Lügen Ihr über michverbreitet habt, Hochgeboren. So wollt Ihr dies denn auch nichteingestehen, sondern erzählt fröhlich um den heißen Brei herum, und sagtmir, DAS habet Ihr ja nun nicht gemeint, was WIRKLICH gemeint gewesen war,wäre von mir nicht verstanden worden, etc. blahblah! Ehrlich, Hochgeboren,ich hatte erwartet, daß Ihr offen zu Eurem Worte steht, und wenigstens dieCourage habt, mich zu beleidigen und dabei auch zu bleiben. Statt dessenredet Ihr über "der Rede wahrer Kern", von der "Oberflächlichkeit derWorte" und ähnlichem...Ihr solltet doch besser auf den Fasarer Bazargehen, und dort Eure Geschichten zum besten geben, Hochgeboren. Wenn manausteilt, Hochgeboren, dann sollte man auch bereit sein, einzustecken;aber dazu seid Ihr ja offenbar nicht bereit!

Aber in einem Punkte muß ich Euch Recht geben, Hochgeboren:Vielleicht war ich vorschnell mit meiner Beurteilung über die bisherigenKandidaten der Secha-Wahl. Trotzdem bleibe ich dabei, daß man mit seinerMeinung nicht hinter dem Berg halten sollte und durchaus die Punktekritisieren sollte, welche berechtigterweise zu kritisieren sind. So halteich auch weiterhin an meiner Meinung bezüglich Jassafer Al'mansours fest,genauso, wie an der über Hochgeboren Rachalton Pecator. Ich denke nicht,daß der Generalstabschef der Schwarzen Armee befähigt ist, als unser Sechazu fungieren, genausowenig, wie der verstoßene Rachalton Pecator, ehemalsPaestumai. Ich hatte mitnichten vor, Hochgeboren, jene Personen zubeleidigen, jedoch mußten diese Dinge mal gesagt werden. Und bezüglichHochgeboren Malveel, halte ich es ähnlich: nicht seine persönlichenEigenschaften nahm ich aufs Korn, sondern lediglich den Umstand, daß ererst seit kurzer Zeit in Kemi ist, und sich unmöglich ob seinerUnerfahrenheit als Secha anbietet. Und wenn Ihr mir gar diese, doch imKern berechtigte Kritik verweigern wollt, dann, Hochgeboren, warumbetreiben wir dann überhaupt Wahlkampf?

Doch wenn ich jemanden persönlich beleidigt haben sollte, so bitte ich inaller Form um Vergebung!

Und Euer Kritikpunkt, ich hätte bisher zu wenig dargelegt, warum ich michfür den besten Sechakandidaten halte, sehe ich als überflüssig, alldieweildie anderen Kandidaten bisher noch gar nicht zu Ihren StandpunktenStellung genommen haben.

Und nochmals:Ihr solltet aufhören, mich persönlich beleidigen zu wollen, denn erstdamit, Hochgeboren, nicht durch meine berechtigten Zweifel an den anderenKandidaten, ruft Ihr Zwist und Hader zwischen meinen treuen Unterstützernbei dieser Wahl, und den anderen Kandidaten hervor, denn wenn Ihr mich inderart infamer Art und Weise angeht, so tut Ihr das auch bei meinenAnhängern. An dieser Stelle möchte ich nochmals dem Adel Neu-Prems danken,welcher mich bisher in vorbildlicher Art unterstützt hat. Und eben jenekönntet Ihr mit Euren Appellen arg verprellen, Hochgeboren!

Ausgenommen natürlich Durchlaucht Rodrigo Vivarya con ya Sermo, der, wiemir scheint, einen unbändigen Haß gegen mich schürt, und mich und meinenBruder auseinander zu bringen versucht! Schämt Euch, Durchlaucht undHochgeboren Lassan!

gez.Bomil Arres,Akîb ni Táni Morek

 


 

Entgegnung Erlaucht Rodrigo con ya Sermos: :

Geschätzte Angehörige des Kleinadels,

nun muß auch ich ein paar Zeilen an euch richten. Glaubt mir, es lag mirfern mich in den bestehenden Wahlkampf einzumengen, da ich trachtetediesen in keiner Form beeinflussen zu wollen. Deshalb reagierte ich auchnicht auf die unglaublichen Vorwürfe des Akib ni Tani Morek, Bomil Arres.Vielmehr wollte ich dies auf sich beruhen lassen um nach der Wahl dies zuklären. Dennoch scheint seine Hochgeboren derart von persönlichen Haßgegenüber meiner Person durchseelt zu sein, daß es mich schaudert. Inseiner blinden Wut wirft er mir vor, ihn verbal attackiert zu haben. Esentsetzt mich wie weit der Haß bei einer Person gehen kann. Soweit sogar,daß er nicht mehr fähig ist die Realität wahr zu nehmen. Hochgeboren,nicht ich sondern seine Wohlgeboren Serpo Lassan, richteten die Worte derKritik an Euch, ebenso Ihre Hochgeboren Jariella Ahrenburg.

Von meiner Person ward bislang keine Zeile gegen Euch oder EureKandidatur zu vernehmen. Ich hielt bislang an dem Prinzip der Fairneßfest. Eurer durch nichts begründeter Zorn geht sogar soweit, daß Ihr nichteinmal mehr in der Lage seid meinen Namen richtig zu formulierengeschweige denn die Anrede. Dies sind zwar nur Nebensächlichkeiten, jedochin Verbindung mit den Haßtiraden und Verleumdungen die Ihr meiner Persongegenüber vorbringt ergibt sich ein erschreckendes Bild. Kann Haß so blindmachen, daß man alles vergißt und Fakten durcheinander bringt. Wenn diesder Fall ist seid Ihr ein armer Mann und habt mein Mitleid. Lediglichverletzter Stolz, weil Ihr nicht an dem Konventus teilnehmen durftet, solldafür Auslöser sein. Das ist entsetzlich. Umso erfreulicher ist es zuhören, daß Ihr Euch mit Eurem Bruder, den ich sehr schätze, ausgesöhnthabt. Ich denke Ihr braucht jemanden dem Ihr Euch anvertrauen könnt undder zu Euch steht.

Überdenkt meine Worte Hochgeboren, ich suche nicht den Zwist mit Euch,doch werde ich ihm auch nicht länger aus dem Wege gehen so ihr Euch weiterderart zu benehmen gedenkt. Möge der Herr geben, daß Ihr Euch besinnt undEuch wieder dem Wahlkampf widmet. Denn glaubt mir, für die geschätztenAngehörigen des Kleinadels ist es wenig von Interesse, was Ihr von mirhaltet, vielmehr wollen sie wissen welches Eure Bestrebungen und Zielesein mögen solltet Ihr gewählt werden. Und noch eines auf den Weg,Hochgeboren, ein wohlgemeinter Rat. Von Haß getrieben kommt man nichtweit, sowohl in der Politik als auch sonst.

Möge der Herr mit Euch sein.

Lang lebe die Nisut!

Gezeichnet:
Rodrigo Diaz de Vivarya con ya Sermo,
Hátya Ni Chrysemis,
Secha der Kemi

 


 

Entgegnung Hochgeboren Jariella Aarenburgs:

Werte Angehörige des Kleinadels,

die neuerliche Veröffentlichung seiner Hochgeboren Bomil Arres bestätigtdie Worte seiner Wohlgeboren Lassan und die meiner Person. Jemand derderart blind vor Haß um sich schlägt kann kein würdiger und guterVertreter für uns sein. Und auch verhält es sich bei weitem nicht so wieseine Hochgeboren Arres es uns glauben machen will, daß der gesamte AdelNeu-Prêms hinter ihm stehen würde. Dies, so könnt ihr mir glauben, ist beiweitem nicht so. Auch wenn er sich dies wünschen würde.

Boron mit euch.

Lang lebe die Nisut!

Gezeichnet:Jariella Ahrenburg,Akibet Ni Ibekla.

 


 

1. Entgegnung Wohlgeboren Jassafer Al Mansours:

Werte Leser dieser Zeilen,

nachdem ich in den letzten Wochen Wahlrede um Wahlrede des Herrn BomilArres, Akîb, lesen mußte - oder vielmehr durfte, war es doch ein herrlichkurzweiliger Zeitvertreib - finde ich nun die Zeit gekommen, einige wenigeWorte an diesen Herrn zu richten. Wie der aufmerksame Leser der inzwischenwohl an die 100 verfaßte Schriften des Akîb Bomil Arres bemerkt hat,befaßte sich das ursprüngliche Schreiben dieses liebenswerten Menschenfaßt ausschließlich mit meiner Persona. Und richtig, ich überlege derzeitnoch, wie ich dem Herrn Akîb seine so überaus höflichen und schmeichelndenWorte vergelten kann.

Wie sagte er doch gleich so treffend: "So Ihr also [...] Eure Stimmen beimnächsten Konvent nicht unter der dräuenden Fuchtel eines Sechas abgebenwollt, der zugleich auch Generalstabschef der Schwarzen Armee ist [...]dann lasst Eure Stimme auf mich fallen."

Wie ich gestehen muß, dieser Satz hat mich ob seines Inhaltes zunächstsowohl überrascht, als auch verwirrt. Doch dann schenkte mir die Weisheitdes Alters den nötigen Scharfsinn, um zu erblicken, daß der Adel einemAkîb, der zugleich auch noch KKAB Angehöriger ist natürlich viel mehrVertrauen entgegenbringen muß als man das einem Offizier gegenübererwarten kann - Ehrenkodex hin oder her.

Ich bin wirklich überzeugt davon, daß Rastullah diesen jungen Mann mitherausragenden Fähigkeiten geradezu gesegnet hat. Wenn ich allein dieSchärfe seines Verstandes betrachten, so vermeine ich zu erblinden, sobestechend trennt dieser Akîb die wahre Rede von der Lüge. Und gerade indieser Unterscheidung scheint der Akîb besonders befähigt zu sein,entlarvt er doch sogar einen bislang als so rechtschaffen angesehenenBoroni wie Né`mekâth als einfachen Lügenbold. Mich hingegen durchschaut derAkîb alleine aufgrund einer von mir verfaßten Wahlrede und durchblickt,daß ich als Secha es natürlich nur auf Machtmißbrauch abgesehen habe.Erstaunlich, wirklich erstaunlich.

Daher möchte ich nun unsere geliebte Nisut - heilig - von ganzem Herzenbeglückwünschen, einen derart begabten jungen Mann in den Stand des Adelserhoben zu haben. Verfolgt er weiterhin eine ähnliche Strategie, wird eres sicherlich noch weit bringen. Möglicherweise bis nach Khefu.

Nur: Palast oder Kerker?

gez. Jassafer Al`Mansour

 


 

3. Entgegnung Hochgeboren Bomil Arres':

An den Adel des Kanet ni Kemi!

Werte Brüder und Schwestern,

nichts bekümmert mich dieser Tage mehr, als der Vorwurf, der immer wiederaus den uns bekannten Richtungen auftaucht, ich würde den ein oder anderenAdeligen gezielt beleidigen wollen. Nochmals, Erlaucht con ya Sermo:mitnichten möchte ich Euch beleidigen, doch wenn Ihr schon versucht, indiese Wahl mit der Kraft Eures Amtes einzugreifen, so stellt doch bittedie Dinge richtig dar. Und wenn Ihr mir noch vorwerft, in meinem blindenHaß die Namen derer zu verwechseln, welche sich zu Worte meldeten, sowollt Ihr mir dies bitte nachsehen, Erlaucht, denn ein jeder weiß, daßWohlgeboren Lassan und Hochgeboren Aarenburg Euch loyal untergeben sind,und Euch gewißlich niemals widersprechen würden...

Jedoch bin ich bereit,dieses leidige Thema ein für alle Male zu beenden, denn schließlichsollten wir, die wir doch aus der selben Tárepa kommen, uns nichtgegenseitig Vorwürfe machen, sondern uns endlich geschlossen um dieProbleme des Káhet kümmern, nicht wahr, Erlaucht? So werde ich denn auchaufhören, Euch Eure Fehler der Vergangenheit vorzuwerfen, da Ihr diesemittlerweile mit Sicherheit eingesehen habt. Nur, um ein jedem im Káhet zubeweisen, daß ich sehr wohl ein kompromißbereiter und fairer Mann bin, wasmir ja einige unter uns vehement absprechen, möchte ich Euch die Handreichen, damit wir in Zukunft zusammen an dem Wohl unseres Reichesarbeiten können, und uns kraftraubende und unnütze Auseinandersetzungensparen. Ich biete Euch hiermit meine Hand und meine Freundschaft an,Erlaucht! Nutzt diese Chance! Vergeßt Eure Dünkel und seid bereit, endlichmit mir zusammen, und nicht gegen mich, zum Wohle unseres Reichesvorzugehen!

Doch nun zu einer Sache, welche mich sehr beschäftigt.Der Generalstabschef der glorreichen Schwarzen Armee, Jassafer Al'Mansour,richtete das Wort an mich und warf sogleich mit dem Fehdehandschuh nachmir. Wirklich, Excellenz, Eure Reaktion überrascht mich nicht.Augenscheinlich seid Ihr nicht fähig, Euch in adäquater Form auszudrücken;mit uns zu kommunicieren, wie der Bosparaner sagt. Doch ich werde meineMeinung über Euch nicht revidieren, und wenn Ihr nicht in der Lage seid,Euch auf geistiger Ebene mit mir auseinanderzusetzen, so werde ich micheben auf Euer Niveau herabbegeben, und Euch gerne eine Lektion erteilen,die Ihr Euer Leben lang nicht vergessen werdet, Excellenz.

Glaubt mir, ichbedaure es sehr, daß ein Bewerber um das Secha Amt derart schnell "aus derHaut fährt", wie Wohlgeboren de-Sézàr sich ausdrücken würde, undder eine derart limitierte Weltsicht an den Tag legt, daß die Problemewirklich nur mit roher Gewalt zu lösen sind. Habt Ihr eigentlich vor,Excellenz, bei Meinungsverschiedenheiten mit den Adligen des KleinenKonvents ähnlich zu reagieren, und Kritiker mundtot zu machen, indem Ihrsie zum Duell fordert?!? Kurios, kurios, Excellenz, aber bezeichnend... Sokann man natürlich ebenfalls Einigkeit unter den Adligen erzielen!

Mit freundlichsten Grüßen,

Bomil Arres,
Akîb Ni Táni Morek

 


 

2. Entgegnung Erlaucht Rodrigo con ya Sermos:

Werte Angehörige des Kleinadels,

in der Hoffnung mich in jener unleidigen Angelegenheit nun zum letztenMale das Wort ergreifen zu müssen, wende ich mich abermals an euch. Nocheinmal, ich möchte einen fairen Wahlkampf und somit sind nun alleaufgerufen und aufgefordert sich daran zu halten. Was bringen die ewigenSchuldzuweisungen? Nichts. Vielmehr sollten wir uns darauf konzentrierenwas unsere Sorgen und unsere Nöte sind. Nicht die vermeintlichen Fehlerder Anderen gilt es aufzulisten, nein, Vorschläge, Lösungen unddergleichen sind gefragt. An Euch Hochgeboren Ni Táni Morek sei gesagt,ich kann die von Euch getätigten Worte und Verwechslungen nicht gut heißennoch kann ich sie verstehen, denn Ihr solltet Herr Eures Verstandes undEurer Sinne sein, umso mehr Ihr für dies Amt kandidiert. Und glaubt mirHochgeboren, Wohlgeboren Lassan und Hochgeboren Aarenburg sind in der Tatloyal zu mir und überdies auch Freunde, nichts desto trotz haben sie eineeigene Meinung und können diese auch nach Belieben kundtun. Ist das soüberraschend für Euch? Aber ich werde Eure Hand nicht ausschlagen und soIhr Euch entschuldigen mögt für Euer ungestühmes Benehmen so bin ichbereit Euch diesmal zu vergeben. So soll dies auch ein Zeichen sein fürZweifler und Ewiggestrige. Nur die Einigkeit macht uns stark und nur wennwir an einem Strang ziehen werden wir besseren und blühenderen Zeitenentgegentreten. Und so sei jeder aufgerufen seinem Nachbarn, egal ob ermit diesem im Zwiste stand die Hand zu reichen und den Zwist zu begrabenauf daß er mit ihm gemeinsam vorwärts schreiten mag für ein starkesblühendes Káhet Ni Kemi!

Lang lebe die Nisut!

Möge der Herr mit Euch sein!

Gezeichnet:

Rodrigo Diaz de Vivarya con ya Sermo
Hátya Ni Chrysemis,
Secha der Kemi

 


 

Kommentar Tesut Simin Al'Djabar-Pervals:

Simin Al'Djabar-Perval
Tesut des Laguan-Ordens
Seret-Repat ni Tá'chem
an den Adel des Káhet ni Kemi
und insbesondere an Seine Hochgeboren Bomil Arres ni Táni Morek

Werte Schwestern und Brüder in Amt und Würden, Hochgeboren!

Nun verfolge ich seit geraumer Zeit Euer eifriges Mit- und Gegeneinander zur Thematik der Sechatwahl, doch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß dies inzwischen zu einer wahrhaften Schlammschlacht ausgeartet ist. Bedauerlicherweise stelle ich jedoch ein recht einseitiges Aufwiegeln seitens Seiner Hochgeboren Arres fest, das ich nicht länger unkommentiert stehen lassen moechte, zumal er ehrenvolle Gebräuche undTraditionen in einer solch impertinenten Art und Weise verunglimpft,daß ich mich zu fragen beginne, ob er noch ganz Herr seiner Sinne ist.

Zunächst einmal ist ein Duell, ausgetragen mit dem Schwerte oder einer anderen Waffe der Ehre, ein übliches und ehrenvolles Vorgehen, welches mit einer Satisfaktion beschlossen oder aber zu weiteren Forderungen führt. Diese Tradition ist mitnichten allein in diesem Reiche beheimatet, sondern in den meisten zivislisierten Gegenden Deres, auch in Eurer Heimat, Hochgeboren Arres. Wenn Ihr nun dieser Tradition - möglicherweise aufgrund Eurer Hingezogenheit zur Herrin Tsa - nicht zugeneigt seid, so ist dieseine Sache und durchaus verständlich und entschuldbar, es ist jedoch eine ganz andere, Personen, welchselbige diesen ehrvollen Traditionen fest verbunden sind, diese als mangelnde Kommunikationfaehigkeit und gar Kriegstreiberei auszulegen. Dies ist impertinent und - wenn man Euch Übles wollte - gar eine ehrabschneidende Äusserung, die rechtliche Schritte nachsich ziehen koennte.

Man könnte also Eure Abscheu vor dem Gebrauch der Waffe als gegeben hinnehmen und somit diese Argumentation nicht weiter verfolgen, wenn Ihr Euch nicht im gleichen Atemzug auf eine derart unflätige Weise über die Anwendung dieser angeblich so von Euch verpönten Methode an Fádàykîm-Gardehauptmann Al'Mansour verbreiten würde. Es trieft geradezu das Blut aus Eurem letzten Pamphlete, gewürzt mit einer Prise rustikalen, um nicht zu sagen pöbelhaften Ausdrucke, welcher einemsolch friedliebenden Schöngeiste wie Euch so gar nicht zu Gesichte stehen möchte. Überdies würde ich mich fragen, ob Ihr denn im KKAB - und über Eure Zugehörigkeit zu dieser Institution habt Ihr Euch ja schliesslich mehr als einmal ausführlichst und unverholen stolz geäußert - reineVerwaltungstätigkeiten zu erfüllen habt und Euer militärischer Rang eine reine Zierfunktion trägt, denn andernfalls dürfte sich ein Einsatz Eurer Persona bei einem militärischen Kommando - so will es scheinen - als äußerst gefährdend für Euer geistiges Wohl gestalten. Nun, wie gut für Euch, daß Euer Bruder, Gardeleutnant Falk Arres, bereit ist, für Euch Euer Ehrenhändel auszutragen, sonst müßtet Ihr am Ende gar von der Rosenschere zum Schwerte greifen. Doch offensichtlichist die Rosenzucht auf Táni Morek ein überaus anstrengendes und delikates Metier, denn nicht nur, daß Ihr wegen der Pflege Eurer Pflänzlein die Salbung Seiner Hochwürden Kal'Tan versäumen mußtet, nein, offensichtlich habt Ihr Euch nun auch bei der hingebungsvollen Beschneidung der zarten Schösslinge ein Rückenleiden zugezogen. Ihr solltet ein wenig auf EureGesundheit achtgeben, Major ehrenhalber, das Amtder Sechat ist kein Erholsames.

Simin Al'Djabar-Perval

 


 

Kommentar Äbtissinprima Caja Sá'kurat Ni Ujak:

Dem Herrn zum Gruße, möge Er den Adel dieses Reiches mit Weisheit segnen!

Ich habe nunmehr schon über viele Wochen den Wahlkampf für das Amt des Sechas verfolgt, und, unbestritten, daß es mich erfreut, daß sich so viele Adelige des Reiches mit großer Vehemenz um dieses Amt streiten - ist dies doch den lethargischen, wenig aufschlußreichen Debatten der Vergangenheit deutlich vorzuziehen - doch bin ich entsetzt über die Worte, die Wohlgeboren Arres von sich gibt. Mir scheint dieser Mann eine Person zu sein, die ihre Lebensgrundlage auf Beleidigungen und Lügen baut, ein feines, doch offensichtliches Gespinst aus Worten und Andeutungen, die nicht mehr als kaum verhüllte Drohungen und Unwahrheiten sind. Ich wende mich mit Abscheu von einem solchen Manne ab!

Doch mitnichten vereinfacht dies die Enscheidung, die ich als Angehörige der Heiligen Kirche zu treffen habe. Ich bezweifle nicht die Integrität Wohlgeboren Al Mansours, eines Mannes, dem Ehre, Mut und Tatkraft anheim sind und der meinen allergrößten Respekt innehat , doch ist er aufgrund des Irrglaubens, dem er anhängt, kein idealer Repräsentant des Adels Seines Reiches. Imdsikutabel ist auch der eitle ehemalige Pâestumai, der derzeit im Kloster Ujak Buße tut ohne diese zu seinem eigenem Ruhme zur Schau stellen zu können. Nein, auch diesem Manne, der der Götzendienerei der Selbstanbetung frönt, will ich meine Stimme nicht geben.
So bleibt Wohlgeboren Mâlveel, den ich als Adeligen und Person sehr schätze, doch stelle ich mir die Frage, ob es denn schon an der Zeit für ihn ist, dieses doch für den Kleinadel so wichtige Amt auszufüllen. Wir alle wissen um die Feinheiten und Winkelzüge der kem'schen Politik, das ist wahr, doch durchschauen diese Kabalen selbst langjährige Adelige nicht auf Anhieb. Deshalb bin ich skeptisch, was Hochgeboren Mâlveel angeht - sollten wir ihm nicht noch ein wenig Zeit geben? Ich kenne aber einen Mann, dem ich unbesehen, mit vollstem Vertrauen und größter Ehrerbietung meine Stimme geben würde, ein Mann, der schon einmal kandidierte, aber durch finstere Lügen und Intrigen am gerechten Sieg gehindert wurde. Auch in diesem Konflikt sprach er bereits zu uns, weise und bedachte Worte. So will ich ihn hier, vor dem versammelten kem'schen Adel bitten: Wohlgeboren Né`mekâth B. Âk-de Sézàr, Bruder unseres Ordens, stellt Eure Person uns allen zur Wahl!

Caja Sá'kurat Ni Ujak
Äbtissinprima

 


 

1.Wahlrede: Né`mekâth B. Âk-de Sézàr

Werte Schwestern und Brüder im Amte,
Hochgeboren Arres!

Euer Hochgeboren, ich muß Euch ein Lob aussprechen: Die Art und Weise,wie ihr Angebot und Ohrfeige in einem Absatz zusammenfügt, allein umEuch weiter zu demontieren, ist schon eine Meisterleistung. Auf dereinen Seite reicht Ihr Seiner Erlaucht con ya Sermo größzügigst die Handzum Bruderschluß, auf der anderen Seite klingt durch Eure Worte derUnterton der Drohung hindurch. BRAVO!

Doch nun zu weitaus gewichtigeren Dingen, als Euren rhetorischenSpielerein, Hochgeboren!

Ihr gesteht selber, daß Ihr einen Moment lang Eure Kandidatur um dasAmt des Sechas zurückziehen wolltet?
Hochgeboren hättet Ihr es dochbesser getan. Nicht, daß ich den Disput mit Euch nicht sehr schätzenwürde, denn Ihr tragt eifrigst das Eurige dazu bei. Nein, allein dieSchlammschlacht zu welcher er durch Eure Art zu werden droht, läßtdoch einiges an Würde und Anstand der Sache angemessen zu wünschenübrig. Euer Bruder hat Euch unterstützt? Hochgeboren Arres, daserfreut mich sehr, denn wenn auch wir hier alle seine unterstützendenWorte nicht vernahmen und auch sonst keines aus irgendeinem Munde, sofreut es mich doch, daß Ihr noch nicht gänzlich alleine dasteht.
Esgibt anscheinend noch jemanden, der Euch auch zurückhalten wird, wennIhr weiter so schlecht an Eurem Image arbeitet. Dies ist geprägt vonHochmut, falschem Stolz, Widersprüchen und bloßem Abstreiten mit demWorte "Lüge". Hochgeboren, es mangelt Euch an nahezu jedweder sachlichen Grundlage!!

Wenn es Euch nicht paßt, daß sich meine Person zu Worte meldet, dannwettert dagegen so viel Euch beliebt. Ändern könnt Ihr es nicht. Esgibt nun mal keinen Kleinen Konvent, der nur aus Euch besteht. Somithabt auch nicht nur Ihr das Recht, Eure Stimme zu erheben. Wenn esEuch in Euren Reihen - auf die Ihr Euch ja so oft bezieht - anverbaler Unterstützung fehlt, dann ist das nicht mein Problem, Bruderim Amte. Und wenn es Euch an rhetorischem Geschick mangelt, wie diesanscheinend der Fall ist, so macht es bitte nicht mir zum Vorwurf.Denn allein Ihr seid derjenige, welcher so spricht! Allein Ihr,Hochgeboren!

Bezüglich Hochgeboren Malveel nahmt Ihr in der Tat nicht seinepersönlichen Eigenschaften aufs Korn. Nein, Ihr warft ihm etwas vor,was Ihr wenige Absätze später von Euch selber sagt. Nämlich, daß Ihrselbst vor ungefähr einem Götterlauf noch nicht im Káhet wart. Wielange muß man eigentlich Diener Ihrer kemiköniglichen Majestät derNisut sein, um Eurer Meinung nach angemessen lange im Amt zu sein? Essei nur noch hinzu gefügt, daß seine Erlaucht con ya Sermo selber gerademal etwas über einen Götterlauf im Lande weilt und von der Nisutselbstselbstens zum kommissarischen Secha bestimmt wurde. Bislang kannich nicht erkennen, daß er sich mit seinem Amt wegen seiner Neuheit imKáhet überfordert zeigt. Und soll ich Euch etwas sagen, Schwestern undBrüder: Was seine Erlaucht bietet, ist allemal besser als das, wasHochgeboren Arres bislang von sich gegeben hat!

Zum Schluß mag ich Euch, Hochgeboren Arres, noch die Fragebeantworten, warum wir denn überhaupt Wahlkampf betreiben: Damitunsere Schwestern und Brüder erkennen, wie Menschen wie Ihr,Hochgeboren Arres, sich ohne weiteres in Schimpf und Schande redenkönnen und ihr wahres Gesicht offenbaren! Deshalb betreiben wir unteranderem Wahlkampf!

gez.
Né`mekâth B. Âk-de Sézàr
Sah ni Sechen/Land
Mehib ni Mer`imen
Jaut Sab des Zer Nimut Ordens ni Peri

 


 

2.Wahlrede: Né`mekâth B. Âk-de Sézàr

Geschätzte Schwestern und Brüder im Amte,

es mehren sich die Stimmen unter Euch, die mich dazu auffordern, daß ich mich zur Kandidatur um das Amt des Sechas stellen soll. Der Ehrenwerte Sah Al`Mansour ist sogar bereit, von seiner Kandidatur zurückzutreten, wenn ich antrete. All diese Worte schmeicheln mir sehr, denn wie Schwester Caja zu recht sagt, waren die Umstände meiner ersten Kandidatur um dieses ehrenvolle Amt nicht gerade freundlich. Und dennoch haben zahlreiche meiner Schwestern und Brüder erkannt, was ich für sie zu tun gedenke und mir damals ihre Stimmen gegeben. Zahlreiche unter Euch waren seinerzeit unschlüssig, wem sie ihr Vertrauen aussprechen sollen und enthielten sich ihrer Stimme. Niemals zuvor gab es eine solch große Zahl an Enthaltungen. Heute ist die Zeit abermals für jene, die mir damals schon ihre Vertrauten entgegenbrachten, gekommen, mir ihre Stimme unter Umständen zu geben. Heute ist die Zeit für jene, welche damals noch unschlüssig waren, gekommen, über meine bisherigen Taten zu urteilen. Denn ich leiste den Bitten meiner Schwester und meines Bruders Folge und stelle mich zur Wahl!

Zahlreich waren meine Worte bezüglich der übrigen Kandidaten schon. Ich mag dem Gesagten zum jetzigen Zeitpunkt nichts mehr hinzufügen. Doch ist es an der Zeit, etwas über mich zu sagen. Ich möchte über das, was ich mit Euch und für Euch zu erreichen gedenke sprechen, wenn ich diese Wahl gewinne.

Ich sage Euch, es wird nichts anderes, als ein hartes Stück Arbeit, welches vor uns liegt. Vieles ist in der Vergangenheit nämlich versäumt worden. Das Hochgeboren Malveel den Handel fördern möchte und dazu seine Kontakte nutzbringend für alle einsetzen möchte, ist sehr löblich und auch wichtig für unser Reich. Und so sage ich: Hochgeboren, laßt uns gemeinsam Eure Kontakte zum Wohle des niederen Adels einsetzen, unabhängig davon, wer nun die Wahl gewinnt. Da Euch offensichtlich sehr viel am Wohle des Niederen Adels gelegen ist, laßt uns gemeinsam zum Wohle des Niederen Adels arbeiten.

Ich möchte und werde, die in den letzen Monden aufgekommenen Unstimmigkeiten zwischen dem Niederen und dem Hohen Adel nach bestem Gewissen und Können zu schlichten versuchen. Hochgeboren Margatnep und auch andere haben es durch ihre unvorsichtigen und unkluge Vorgehensweise perfekt verstanden, Hoch- und Niederadel voneinander zu trennen. Ich gedenke dagegen vorzugehen. Dazu möchte ich nicht nur eng mit dem Vezir zusammenarbeiten, sondern auch konkret vor Ort, wo immer das nötig sein mag. Ich sage Euch Schwestern und Brüder, in diesem Reich hat ein jeder seine durch des Heiligen Raben Ordnung gefügte Stellung. Diese bringt sowohl Rechte, als auch Pflichten mit sich. Euer Recht ist es, durch mich und auch selber zu sprechen, damit Eure gerechtfertigten Interessen vertreten und auch realisiert werden. Aber Eure Pflicht ist auch der Dienst und Gehorsam gegenüber Götter, Nisut und Hochadel. Ich werde die Worte Ihrer kemiköniglichen Majestät nicht vergessen, welche jeden unter Euch aufgefordert haben, zu sprechen, wenn ihm Unrecht widerfährt. Und so soll es sein, Schwestern und Brüder. Wir werden sprechen. Nicht mit der Stimme der Arroganz und des Hochmuts, die keinem vor der Götter Antlitz zusteht, sondern mit der Stimme der Vernunft und Demut. Mit einer Stimme der Zukunft und des Aufbruchs, denn als ein Zeichen des Aufbruchs soll meine Kandidatur angesehen werden.

Schwestern und Brüder, Wohlgeboren Al`Mansour hat völlig Recht, wenn er sagt, daß das Reich von finsteren Wolken bedroht ist. Wolken, die aus seinem Innern heraus kommen. Die Ereignisse der letzten Monde haben gezeigt wie finster diese Wolken sind und ich war von je her darum bemüht zu schlichten. Dies bin ich auch weiterhin, denn Ihre Heilige Eminenz und Ihre kemiprincessliche Hoheit tagen zu Laguana und dort wird die Entscheidung getroffen, welche für unser Reich entscheidend ist. Nicht in irgendeiner polemischen Rede, irgendwo schnell geschrieben oder improvisiert.

All diese Worte seien eine Vorausschau dessen, was ich zu tun gedenke, wenn ich von Euch zum Secha gewählt werden sollte. Da ich bereits das Funkeln in Hochgeboren Arres Augen sehe, mag ich nun ihm und Euch das Feld überlassen. Redet frei heraus, fühlt meinen Vorstellungen auf den Zahn, tretet mit Wünschen und Forderungen an mich heran und wir werden gemeinsam sehen, was man tun kann.

Gez.
Ne`mekath B. Âk-de Sézàr

Sah ni Sechen Land
Mehib ni Mer´imen
Jáut Sab des Zer Nimut Ordens ni Peri

 


 

Kommentar: Haniball von Hasenhausen

Haniball von Hasenhausen
Reichsschatzmeister

Verehrteste Mitglieder des niederen Adels!

Mit großem Interesse über die Wortgewalt, in vielerlei Hinsicht, habe ich die Reden zur anstehenden Secha Wahl verfolgt. Um nicht nach der Wahl dazustehen und zu sagen "hätten wir doch, warum haben wir denn nicht...", ohne mir das Recht dazu verdient zu haben indem ich mich im Vorhinein schon dazu äußere.

Zu möglichen politisch diplomatischen Befähigungen der einzelnen Kandidaten möchte ich mich hier nicht äußern, denn ich denke, Worte zu dieser Thematik haben schon genug die Runde gemacht, und auch solch frappante Themen können hinter zu vielen Worten in den Limbus der Unklarheiten entrückt werden, so daß ich den Informationsgehalt, den meine Worte umhüllen sollen, auf finanzielle und wirtschaftliche Befähigungen reduzieren will.

Akib Arres, könnt ihr ruhigen Gewissen, in Anbetracht der Aufgaben die ihr mit einer Tá'akîb übernommen habt, auch noch für das Amt des Secha kandidieren?
Denn nach sämtlichen Informationen, die mir vorliegen, ist Táni Morek von Eurer Peron nicht sehr gut geführt und entwickelt worden, die Landwirtschaft liegt am Boden, die Handelsstruktur kann ebenso als nicht existent beschrieben werden und von der Infrastruktur kann man nicht positiv reden, ebensowenig wie von der Stadt, dessen best- und vielleicht einzig gepflegtes Gebäude Eure Residenz sein wird (aber das ist nur eine Mutmaßung meiner Person) - aber aus all dem Zahlenwerk will ich noch nicht einmal die Unfähigkeit Eurer Person ableiten, sondern was mich zweifeln läßt an Eurer Befähigung zum Amte des Secha ist die Tatsache, daß Ihr nach meinem Wissen, und solches kann praktisch nicht ohne das meine geschehen, noch nicht einmal versucht, die Umstände in dem Euch anvertrauten Landen zu verbessern, abgesehen von dem durch die Krone finanzierten Hafen, der aber auch nicht die Ernte verbessern wird, höchstens den Schiffen, die nötig sind, um die Güter, v.a. die Nahrungsmittel, die die Tá'akîb am Leben halten, die Anfahrt erleichtern. Und da frage ich, welchen Sinn macht es, für seinen Erstgeborenen nach der Geburt schon einen Platz an der Akademie sicher zu wissen, wenn Ihr nicht einmal sicherstellen könnt, daß dieses Kind ernährt werden kann und somit das Alter erreicht, in dem es keiner Pflege Eurerseits mehr bedarf.

Sicher, die Bedingungen auf den Inseln mögen nicht einfach sein, aber der Akîb Mârveel zeigt, wie man es machen kann, wenn man mit Einsatz sich den Aufgaben widmet, die einem übertragen wurden von höherer Stelle, sich somit der Aufgabe dadurch würdig erweist und nicht auf seinen Lorbeeren ausruht. Abgesehen davon, daß die Tá'akîb des Mâveel besser entwickelt ist - was sicher auch zum großen Teil seinem Vorgänger anzurechnen ist - habe ich aber Projekte und Planungen in meinem Amte vorliegen, die die Situation auf diesem Eiland noch mehr verbessern sollen und somit belegen, daß eine Bestrebung im Amte sichtbar wird, eine Handlung, die der Familie Arres scheinbar nicht als fruchtbar erscheinen mag. Vielleicht hält man es auf Táni Morek auch so sehr mit Boron, daß man das asketische Leben - worüber ich hier auf keinen Fall ein Urteil abgeben will - für erstrebenswert hält, für so erstrebenswert, daß man das Land verkommen läßt und seine Möglichkeiten nicht ausnutzt.

Bitte, Akîb Arres, nehmt Eure Kandidatur zurück; versucht nicht, Eure Fähigkeiten, die Ihr auf Táni Morek in zweifelhaftem Maße bewiesen habt, auf das ganze Reich auszudehnen. Mit Problemen, die das Káhet schon ohne Euch hat, sind wir im genügenden Maße ausgestattet.

i.a. Haniball von Hasenhausen
Reichsschatzmeister

 


 

Wahlrede: Rachalton Pecator

Boron zum Gruße, Brüder und Schwestern des Adels des Káhet Ni Kemi,

leider kann ich erst jetzt zu euch sprechen, da mich wichtige Angelegenheiten ins Horasreich geführt haben.
Doch was mußte ich hören als ich zurück ins Reich kam? Ich wäre in Ungnade vor der Nisut geraten und hätte den Namen Pâestumai ablegen müssen, wie es ein gewisser Herr Arres von den Insel-Provinzen behauptete. Ich finde, Ihr solltet euch erst einmal informieren, bevor ihr solche bösartigen Gerüchte verbreitet, werter Akîb.

Denn ich bin keineswegs vor unserer Nisut - der HERR möge Ihr ein langes Leben bescheren - in Ungnade gefallen. Auch wie Ihr darauf kommen möget, ich hätte den Namen der Familie Pâestumai ablegen müssen, ist mir unklar, denn ich habe zwar nach einigen Unstimmigkeiten den Namen Pecator angenommen, aber ich tat es von mir aus.

Doch um zur Sechawahl zu kommen, so kann ich nicht verstehen, daß daraus ein regelrechter Wettkampf gemacht wird, denn wollen wir nun den Adeligen in den Kronrat wäheln, der am besten gegen andere schimpfen und sich dabei in ein besseres Licht rücken kann, oder wollen wir, so wie ich es gerne hätte, denjenigen aus unserer Mitte wählen, der unsere Interessen zu vertreten sich zum Ziele gemacht hat?

Nun, auch ich habe mich entschlossen für des Volk der Kemi oder, besser gesagt, für seinen Kleinadel einzutreten, und hoffe nun auf Euch - nicht, daß Ihr bei der Wahl Euch von üblen Reden anderer beeinflussen laßt, sondern nur auf Euren eigenen Verstand und vor allem auf Euer Herz hört, damit wir auch im nächsten Götterlauf einen Secha haben, der uns zufrieden stellt.

Mögen der HERR BORON und die anderen ELFE uns einen guten Secha und einen segensreichen Götterlauf bescheren.

Boron zur Ehr !!!HEILIG! HEILIG! HEILIG!!

Rachalton Pecator

 


 

Kommentar: Dhana Chesaî'ret

Ranebet Dhana Chesaî'ret
Sahet Ni Nedjes

an:
Raneb Rachalton Pecator
Akîb Ni Djerniako

in Reaktion auf dessen Pamphletum zur Secha-Wahl

Sünder!

Du beschmutzt unseren Orden mit deinen schmählichen Lügen und bringst Schimpf und Schande über unser stolzes Volk. Vor Monden fordertest du Satisfaktion, als ich dich einen Verräter nannte. Nun beweist du erneut deine niedere Gesinnung. Du bist unwürdig, die Insignien des Ordens zu tragen. Du bist unwürdig des Kemi-Blutes, das in dir fließt. Du bist unwürdig gar des Namens, den man dir nahm.

Möge der Herr dich für deine Suenden strafen.

D.

 


 

Rücktrittserklärung: Jassafer Al Mansours:

Jassafer Al`Mansour
Sah ni Karadagh

An
den Adel des Kahets ni Kemi

Werte edelgeborene Damen und Herren,
werte Freunde,

wie ich bereits in einer früheren Rede unter gewissen Voraussetzungen angekündigt habe, möchte ich nun auch offiziell meinen Rücktritt von meiner Sechakandidatur erklären.

Da sich nun mit dem sehr geschätzten Ne'mekath, dem Mehib ni Mer´imen, ein einender Geist gefunden hat, will nun ich aus dem Lichte der Öffentlichkeit einen kleinen Schritt zurück machen.

Möge Ne'mekath die Wahl gewinnen und danach als großer Friedenssecha in die Geschichte unseres geliebten Reiches eingehen.

Dies ist mein Wunsch.

gez. Jassafer Al`Mansour

 


 

4. Entgegnung Hochgeboren Bomil Arres':

Werte Brüder und Schwestern,
werter Adel des Káhet ni Kemi!

Nach langem Siechtum möchte ich mich nochmals zu der bevorstehenden Wahl zum Secha äußern. Sicherlich ist Euch bekannt, daß Wohlgeboren Jassafer Al'Mansour mich vor einiger Zeit zum Duell forderte. Mit Bedauern mußte ich feststellen, daß es Wohlgeboren wohl nicht genehm war, sich mit meinem Bruder zu duellieren, um somit vielleicht seine Ehre wiederherzustellen oder, was meines Erachtens wahrscheinlicher war, in den Staub des Duellplatzes zu sinken.
Nun, Wohlgeboren ließ mir übermitteln, daß er keine Satisfaktion fodern würde, sollte ich mich bei ihm entschuldigen. Doch, Brüder und Schwestern, was habe ich denn gesagt, daß ich vom Generalstabschef der Schwarzen Armee mundtot gemacht werden soll? Ich sage es Euch: unbequeme Wahrheiten habe ich präsentiert! Aber Boronseidank hat sich Wohlgeboren ja dazu entschlossen, nicht mehr zu kandidieren...
Aber um des allgemeinen Friedens Willen werde ich mich nun nicht lumpen lassen und unterbreite Wohlgeboren folgendes Angebot: für etwaige persönliche Beleidigungen, die ich Euch zugeführt haben sollte, werde ich mich hiermit entschuldigen. Nicht jedoch kann ich meine sachlich gerechtfertigte Kritik zurücknehmen, daß das Secha-Amt und das Amt des Generalstabschef nicht in eine Hand gehören. Aber insoweit hat mich die Rücknahme der Kandidatur Al'Mansours ja bestätigt.

Was ist nun aber vom neuen Liebling Kemis zu halten, dem Favoriten der Kirchenfraktion, dem wohl designierten Secha Ne`mekath Boronmir Ak-de Sezar?
Zunächst beleidigt er mich, indem er mir Feigheit vorwirft, da ich wegen meiner körperlichen Gebrechen leider nicht in der Lage war, ein Ehrenhändel durchzuführen. Hochgeboren, ich hätte nicht erwartet, daß Ihr derart ausfallend sein könnt. Demnächst solltet Ihr zunächst das Gehirn einschalten, bevor Ihr unbedachte Äußerungen tätigt, welche Euch vielleicht einmal sehr leid tun könnten...schließlich hat Meister Tsakin mir höchstselbstens Kampfverbot erteilt, und Ihr wollt doch nicht etwa Meister Tsakin einen Lügner schimpfen, indem Ihr mir vorwerft, zu simulieren?!?
Zudem werft Ihr mir vor, mich nicht genügend um meine geehrten Brüder und Schwestern im Amte zu kümmern? Nun, dann muß ich Euch aber sagen, daß ich bislang von Euch diesbezüglich auch nichts vernommen habe. Lediglich haltloses und inhaltsloses Geplapper über Einheit und Friden etc. Nun, ich würde sagen, daß diese Dinge Grundlage unseres Zusammenlebens sind, und daß niemand ernsthaft diese Werte in Frage stellt. Doch genau dies unterstellt Ihr mir wieder!
Wieso tut Ihr das? Darf ich nicht einmal mehr meine differierende Meinung kundtun? Muß ich nun im konformistischen Ja-Sager-Chor mit einstimmen, wie es dieser Zeit so viele unseres Adels tun, insbesondere aus der sogenannten Kirchenfraktion?
Ich dachte, daß unsere geliebte Nisut die Fraktionen zerschlagen hat, so wie unserer geehrter Kanzler, der nunmehr all seine Tatkraft allein für unsere Nisut hingibt. Doch noch immer gibt es jene verbohrten, engstirnigen Geister, welche entgegen des Willens der Nisut unter dem Deckmantel der Gläubigkeit ihre persönliche politische Einflußnahme ausweiten...

Hört mir gut zu, Hochgeboren Ne`mekath Boronmir Ak-de Sezar, denn ich werde mich nicht wiederholen: es liegt mit fern, Euch drohen zu wollen, aber seid davor gewarnt, das Sech-Amt, welches Ihr wohl demnächst bekleiden werdet, jemals zu Euren politischen Zwecken mißbrauchen zu wollen, indem Ihr dem Kleinadel vorschreibt, wie er im Sinne der Kirche abzustimmen hat! Bisher sind wir nämlich mit einem unabhängigen Secha, wie es der Zardek war, äußerst gut gefahren.

Mögen die Zwölfe Euch in diesem Sinne auf einem guten Wege leiten!

gez. Bomil Arres
Akîb ni Táni Morek
KKAB-Resident

 


 

1. Kommentar: Jassafer Al Mansour

Jassafer Al`Mansour
Sah ni Karadagh
Generalstabschef der Schwarzen Armee

An den Adel Kemis,
insbesondere an Thoran Malveel und Ne´mekath B. Âk-de Sezar

Neuer Aufbruch in Kemi!!

Liebe und sehr verehrte Mitglieder des Adels des Kahet ni Kemi,

der Wahlkampf um das so verantwortungsvolle und bedeutungsreiche Amt des Sechas hat nun den wahren und einzig richtigen Charakter des Adels gezeigt. Sieht man einmal von einigen wenigen unverbesserlichen Dummschwätzern ab, so zeichnet sich nun mehr und mehr ab, daß der ehemals durch Fraktionen gespaltene Niederadel zu einer Einheit zusammen wächst. Als bestes Beispiel mögen hier die Wahlkonkurrenten Thoran Malveel und Ne´mekath Âk-de Sezar dienen, die gewisslich unterschiedliche Ansichten über die Ausübung des Secha-Amtes haben, dessen ungeachtet sich allerdings nicht gegenseitig Unfähigkeit vorwerfen - wie an dieser Stelle früher von anderen zu lesen war - sondern sich gegenseitig den notwendigen Respekt zollen.

Hier geht es nicht um Kampf gegeneinander, sondern um die Entscheidung, wer den Niederadel Kemis in den nächsten wichtigen Monden am besten zu führen und zu einen versteht.
Dieses zarte Pflänzlein der Eintracht und des Respektes, gerade erst jung erblüht, muß nun weiter wachsen und gedeihen. Und daher sei nun ein jeder aufgerufen seine Taten und Äußerungen genau zu bedenken, sie ausschließlich zum Wohle von Nisut, Volk und Reich zu verwenden und durch Bedachtsamkeit und Weitsicht das Pflänzchen zu hegen und zu schützen.

Daher möchte ich hier an dieser Stelle mein Unterstützungsangebot, daß ich Seiner Wohlgeboren Ne´mekath machte, auch auf Seine Hochgeboren Thoran Malveel ausdehnen.
Einer dieser beiden ehrenhaften Herren, beispielhaft für viele von uns, möge nach meinem Wunsch von der Mehrheit aus unseren Reihen zum neuen Secha gewählt werden. Überlegt meine Worte, ich bin sicher, es steckt einige Wahrheit in ihnen.

Anläßlich der sehr bedauerlichen Unterbrechung der Verhandlungen Ihrer nisutlichen Hoheit, Cronprinceß Ela, und Ihrer Eminanz bezüglich der Thronfolge möchte ich den Niederadel dringend aufrufen, Ruhe und Frieden zu bewahren und Bedachtsamkeit walten zu lassen. Gewiß wird sich ein jeder im Stillen seine eigene Meinung bilden und für sich beschließen, wem die eigenen Sympathien gehören - das ist das gute und billige Recht eines jeden von uns -, doch warne ich dringend vor übereilten aggressiven Aktionen gegen Adlige mit einer anderen Auffassung der Dinge - dies würde alte Mauern errichten, die gerade erst eingerissen waren.

Wir sind alle Untertanen Ihrer nisutlichen Majestät Peri III. Setepen! Jede Unbedachtsamkeit gegen einen Kollegen des Niederadels ist auch ein Ungehorsam gegen unsere geliebte Nisut.

Daher mag die Nisut neue Verhandlungen mit Ihrer Eminenz anstreben, um in würdevollen Gesprächen einen unwürdigen Bruderzwist zu vermeiden.

Mit Grüßen

gez. Jassafer Al`Mansour

 


 

2. Wahlrede: Hochgeboren Thoran Malveel:

Werte Schwestern und werte Brüder,

es ist an der Zeit, noch einige Worte zu meiner Kandidatur als Secha zu sagen. In der Tat, ich kann es nicht von mir weisen, daß mir einige Erfahrung bisher verwehrt geblieben war, doch sind mir die Probleme des Kleinadels wohlbekannt. Jene Probleme gilt es aus der Welt zu schaffen und aus diesem Grund kandidiere ich ja auch für das Amt des Sechas.

Mit Wohlgeboren Né`mekâth B. Âk-de Sézàr hat sich nun eine hoch geschätzte Persönlichkeit zur Wahl gestellt. Eine Persönlichkeit, gegen die wohl kaum einer der anderen Kandidaten erfolgreich bestehen vermag. Gegen ist hierbei wohl aber ein falsches Wort. Ich habe großen Respekt vor ihm und werde ihm auch nach der Wahl, unabhängig vom Ausgang jener, hilfreich zur Seite stehen. So antworte ich:
Eure Wohlgeboren, es wäre mir eine Ehre, mit Euch gemeinsam die unseren Kontakte zu nutzen, um das Wohl des Niederadels zu stärken.

Von dem Rücktritt meiner Kandidatur zum Secha sehe ich jedoch zunächst ab. Ich möchte nicht all jene enttäuschen, die sich bisher für mich entschieden haben. Dies wäre, meiner Meinung, nicht der richtige Weg.

Und Euch werter Jassafer Al`Mansour, Sah ni Karadagh, Generalstabschef der Schwarzen Armee, möchte ich für Euer Kompliment betreffend meines Charakters danken. So hoffe ich, daß ich dem gerecht werde.

Thoran Malveel

 


 

1. Wahlrede: Hochgeboren Savertién Mierfink

Wählt Savertién Mierfink !

Ihr kennt mich, Euren Genossen im Amt und Würden, als zuverlässigen Verwalter der Ta'akîb Semjet sowie als Ratgeber und Stellvertreter der Nesetet ni Ordoreum. Nicht umsonst sollt Ihr fragen: "Warum sollten wir unsere Stimme jenem reichstreuen, der Nisut loyalen Manne geben, auf daß er uns als Secha im Kronrat auf's Beste vertrete ?" Denn wie ein kluger Mann einst richtig feststellte: "Sind wir nicht alle Diener der Nisut ?" Treue und Loyalität allein sind noch kein Beweis der Befähigung zum Sechaamte. So will ich nicht die unzweifelhaften Verdienste und die Ehre der anderen Bewerber in Frage stellen, sondern erläutern, warum es sich lohnt, Savertién Mierfink zum Secha zu wählen.

Ich kann, will und werde kein utopisches Wahlprogramm aufstellen. Jeder von Euch weiß, wie schwer der Prozeß der Beschlußfindung in einem hohen Gremium wie dem Kronrat ist, in dem der Secha sitzt, und auch daß mit nur einem einzigen Vertreter der Niederadel dabei allenfalls das Zünglein an der Waage sein kann. Umso wichtiger ist es, daß der Vertreter mit einer Stimme spricht, der Stimme derer, die ihn gewählt haben und ihm vertrauen, der Stimme des Niederadels. Dies mit all meinem Wissen und meiner gesamten Erfahrung zu tun verspreche ich bei den Zwölfen, so wahr mir Boron helfe.

Bildung, Redegewandheit und vor allem Erfahrung sind notwendig, um den im Range niederen Adel gut zu vertreten, und all dies nenne ich in ausreichendem Maße mein eigen. Meine Tatkraft, mein Wille, zu tun, was getan werden muß, wider alle Hindernisse, führte Semjet in eine Zeit der Ruhe, Ordnung, Stabilität und Wohlfahrt. Nicht zuletzt bin ich einer derjenigen Adeligen, die ihr Amt am längsten inne haben: Mehr als zehn Götterläufe sind vergangen, seit mich ihre Majestät, die Nisut, für die ich stets eingestanden bin, in den Adelsstand erhob. In dem festen Willen, Nisut, Reich und Euren Interessen, geschätzte Adelsleut, zu dienen, werde ich das Sechaamt ausfüllen.

Lang lebe die Nisut !

Savertién C. Halmar Mierfink
Akîb ni Semjet
Ser-Neset ni Ordoreum
Administrator DAP

 


 

Wahlrede: Wohlgeboren Angil P. von Aralzin-Estrimanza

Akîbs, Akîbets, Sahets und Sahs des Reiches, haltet inne!

Seht Ihr nicht wie ich, wie der Kleinadel durch seine derzeitigen Secha-Kandidaten sich in Gefahr begibt, die Einigkeit des Reiches, für die wir alle den Grundstock bilden, in Gefahr zu bringen. So sehet:
Seine Hochwohlgeboren, Ser-Neset Mierfink, beispielsweise ist einer der langjährigsten Adeligen des Reiches und ist noch immer nicht in der Lage, den nisutlichen Erlaß des Enthaltungsverbotes auf dem kleinen Konvent zu begreifen, wie man aus seinem Abstimmungsbogen ersehen kann. Darüber hinaus ist er gerade im Hochadel von geringer Beliebtheit, was es ihm kaum einfach macht, für die Belange des Kleinadels im vom Hochadel dominierten Kronrat einzutreten.
Seine Hochgeboren Rachelton Praecator ist ein Mann, dem seine eigene Familie das Führen des Familiennamens untersagt hat. Wenn Ihr einen solchen Mann als Vertreter des Kleinadels haben wollt, so wählt ihn.
Seine Hochgeboren Thoran Malveel dagegen ist ein erst kürzlich in den Baronsstand erhobener Mann, der noch wenig über die Gepflogenheiten des hiesigen Adels weiß. Zudem sagt er selbst, er sei ein Mann der Tat und nicht der Worte - und ich frage Euch, was nützt ein Mann der Tat in einem Kronrat, in dem Worte zählen? Zudem brauchen wir einen Secha, der sich für die Adeligen einsetzt, nicht für sein Handelsunternehmen.
Seine Wohlgeboren Nemekat mag ich als Kemi, der bereits viel für die alleinseeligmachende Boronstaatskirche getan hat, hoch ansehen. Ginge es darum, einen Mann zu wählen, der sich für unser aller Seelenheil einsetzt, würde ich ihm bedenkenlos meine Stimme geben. Doch hat die Nisut nicht höchstselbst für sich entschieden, daß die Vereinigung politischer und kirchlicher Aufgaben auf eine Person nicht vereinbar sind? Ist es nicht so, daß wir diese Entscheidung in Zweifel ziehen würden, wenn wir einen Mann, der sich so sehr für die kirchlichen Interessen einsetzt, auch zum Vertreter unserer politischen Interessen machen? Entscheidet dies für Euch selbst!
Aus diesen Gründen stelle ich mich für eine Kandidatur zum Secha zur Verfügung, damit ein jeder und eine jede von Euch einen Mann wählen kann, der sich für alle Kemi des niederen Adels gleichermaßen einsetzt. Setzt ein Zeichen für die Nisut, daß der Adel gemäß ihrem Wunsche ein Volk ist. Wählt Angil von Aralzin zu Eurem Secha der Einheit, denn ich will Euch derjenige sein, dem das Wohl aller Kleinadeligen gleichermaßen am Herzen liegt!

Lang lebe die Nisut!

Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza

 


 

Wahlrede: Wohlgeboren Angil P. von Aralzin-Estrimanza

Akîbets, Akîbs, Sahs und Sahets der Táhatya Mer'imen!

Erlaubt mir, mich zunächst vorzustellen. Mein Name ist Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza, ich bin der Ser-Nesetet ni Djerres und Sah ni Sefechnu Seba.Nachdem ich mich auf dem Kleinen Konvent dazu entschlossen habe, für das Secha-Amt zu kandidieren, hatte ich kaum mit dem imensen Zuspruch gerechnet, der mir dort entgegengebracht wurde. So bin ich denn zur aussichtsreichsten Alternative zur Kandidatur Eures Mehibs geworden. Nun bin ich bemüht, mich auch den Secha-Wählern und -Wählerinnen des Festlandes, insbesondere aus Mer'imen, vorzustellen, die nicht selbstselbsten auf dem Konvent erscheinen konnten.
So Ihr nach einem Secha sucht, der bei der Vertretung Eurer Interessen im Kronrat nicht auf die konservativen Vorstellungen der Kirche beschränkt, sondern als erfahrener horasischer Adeliger für all Eure Bedürfnisse offen ist, dann schenkt mir Eure Stimme, denn Ihr Mer'imener habt nunmehr in der Hand, wer Secha wird - ich, Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza, oder Euer Mehib.
Gerne will ich auf meiner Rundreise durch Mer'imen Euch einen Besuch abstatten, auf daß Ihr Euch ein Bild von diesem neuen Secha-Kandidaten machen könnt. Nur auf diese Weise mag ich auch Einblick erhalten in die Interessen, die ich für Euch im Kronrat vertreten könnte.
Eure Stimme für einen unabhängigen Secha, einen Secha der Einheit! Wählt Angil von Aralzin-Estrimanza!

Lang lebe die Nisut!

Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza

 

Die Secha-Wahl

 

GESAMT (162 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 53 32,7 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 37 22,8 %
Thoran Mâlveel 37 22,8 %
Savertién Mierfink 31 19,1 %
Rachalton Pecator 4 2.5 %
 
Die Abstimmungsergebnisse der einzelnen Provinzen
 
Táhatya Mer'imen (22 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 5 22,7 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 1 4,5 %
Thoran Mâlveel 6 27,3 %
Savertién Mierfink 10 45,5 %
Rachalton Pecator 0 0,0 %
Tánesetet Ordoreum (19 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 1 5,3 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 0 0,0 %
Thoran Mâlveel 3 15,8 %
Savertién Mierfink 15 78,9 %
Rachalton Pecator 0 0,0 %
Táhátyá Yleha (5 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 4 80,0 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 1 20,0 %
Thoran Mâlveel 0 0,0 %
Savertién Mierfink 0 0,0 %
Rachalton Pecator 0 0,0 %
Táneset Djunizes (20 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 4 20,0 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 13 65,0 %
Thoran Mâlveel 3 15,0 %
Savertién Mierfink 0 0,0 %
Rachalton Pecator 0 0,0 %
Táhátya Tárethon (26 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 15 57,7 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 5 19,2 %
Thoran Mâlveel 3 11,5 %
Savertién Mierfink 2 7,7 %
Rachalton Pecator 1 3,8 % 
Táneset Terkum (20 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 11 55,0 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 3 15,0 %
Thoran Mâlveel 3 15,0 %
Savertién Mierfink 0 0,0 %
Rachalton Pecator 3 15,0 %
Klosterfreiheiten (8 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 8 100,0 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 0 0.0 %
Thoran Mâlveel 0 0,0 %
Savertién Mierfink 0 0,0 %
Rachalton Pecator 0 0,0 %
Táhátya Chrysemis (20 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 3 20,0 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 2 10,0 %
Thoran Mâlveel 13 65,0 %
Savertién Mierfink 2 10,0 %
Rachalton Pecator 0 0,0 %
Tánesetet Djerres (22 Stimmen) Stimmen %
Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr 2 9,1 %
Angil Phexhilf von Aralzin-Estrimanza 12 54,5 %
Thoran Mâlveel 6 27,3 %
Savertién Mierfink 2 9,1 %
Rachalton Pecator 0 0 %
 
 

 

 
Über die dem Kleinen Konvent vorgelegten Fragen wurde wie folgt befunden:

Soll die Táhatya Yleha nach den zahlreichen reichsfeindlichen Ereignissen dort wieder zur Tá'akîb zurückgestuft werden?

Ja: 80
Nein: 82
 

Seid Ihr für die Schaffung des Amtes des Cronanwalts, der in allen Streitfragen der Krone vor dem Crongericht deren Interessen wahrnimmt?

Ja: 124
Nein: 38
 

Soll bei der Schließung des Traviabundes zwischen Adligen das Gespons denselben Titel und Rang mitsamt der damit verbundenen Rechte und Pflichten erhalten, wie sie der Ehepartner oder die Ehepartnerin bereits innehat? Wenn Ihr dagegen seid, wird das Gespons lediglich repräsentative Rechte erhalten.

Dafür: 103
Dagegen: 59
 

Der Große Konvent hat folgende neue Eidesformel vorgeschlagen:
"Im Namen Borons, des Göttergottes, gelobe ich, (Name und Titel), Treue der Alleinseligmachenden und Heiligen Borons-Staatskirche, dem Káhet ni Kemi und Ihrer Majestät, der Nisut. Ich schwöre bei Unserem Herrn Boron und ... (persönliche, anerkannte Gottheit), meiner Lehensherrin/meinem Lehnsherrn ... (Titel und Rang) und der Provinzherrin/dem Provinzherrn ... (Titel und Rang) bedingungslos zu gehorchen und mit meiner ganzen Kraft und, wenn es dem Allmächtigen Boron gefällt, mit meinem Leben für Reich, Provinz und Lehen einzustehen. Denn siehe, ich habe erkannt: Dies ist Sein Heiliges Land, das es zu verteidigen gilt mit meinem Seelenheil. Mein Sinnen und Trachten seien von nun an stets darauf gerichtet, den Wohlstand des Reiches zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden. Das schwöre ich, so wahr mir der Heilige Rabe, Götterfürst, und ... (persönliche, anerkannte Gottheit) helfen."
Seid Ihr einverstanden mit dieser?

Ja: 101
Nein: 61
 

Soll die Befehlsstruktur der Hl. Inquisition aus der regulären Armee ausgegliedert werden?

Ja: 61
Nein: 101
 

Soll es unseren horasischen Verbündeten gestattet werden, Landstreitkräfte permanent in den Festungen Mer'imens zu stationieren?

Ja: 90
Nein: 72
 

Soll der Borons-Staatskirche angeraten werden, Angehörige anderer Kulte und Riten nicht länger als "Irrgläubige" zu bezeichnen?

Ja: 103
Nein: 59
 

Soll das Edikt der Nisut aus dem Jahre 10 S.G. wonach Kemi als erste Amtssprache verwendet werden soll, als rechtsbindend ins Gesetzeswerk des CCC aufgenommen werden und damit für alle Adelige absolute Verbindlichkeit erhalten?

Ja: 94
Nein: 68
 

Soll das Kloster der Hl. Noiona zu Morek in den Rang einer Klosterfreiheit erhoben werden?

Ja: 76
Nein: 86
 

Soll Seine Excellenz, der Reichszehntprüfer, mit der Einrichtung und Verwaltung einer Armenkasse beauftragt werden, in welche die wohlhabenderen Provinzen zugunsten der Förderung der ärmeren Lehen einen mondlichen, noch festzulegenden Obolus einzahlen?

Ja: 103
Nein: 59
 

Seid Ihr für die Benennung von Cronstraßen, für deren Er- und Unterhalt auf Geheiß der Krone die jeweiligen Provinzen zuständig sind?

Dafür: 55
Dagegen: 107
 

Seid Ihr für eine stärkere Gewichtung der Stimme des Niederadels im Kronrate? Der Niedere Adel stellt zahlenmäßig bei weitem die stärkste Gruppe im Reiche, deswegen wird vorgeschlagen, daß der niedere Adel auch eine entsprechend gewichtige Stimme im Kronrate bekommen möge. Der Kronratssitz des Secha soll dazu auf zwei Jahre befristet werden, damit der Niederadel über zwei Stimmen im Kronrate verfüge: Einmal diejenige des alten Secha und diejenige des neuen Secha. Der Secha soll weiterhin auf ein Jahr gewählt werden, nur soll er nach seiner Amtszeit seinen Sitz im Kronrate für einen weiteren Götterlauf behalten, um so "postum" noch die Interessen des niederen Adels zu vertreten.

Ja: 87
Nein: 75
 

Soll ein Beisitzer oder eine Beisitzerin im Reichsgericht durch den kleinen Konvent bestimmt werden, auf daß auch der niedere Adel das verteidigen kann, was Recht ist?

Ja: 108
Nein: 54
 

Soll dem Hochadel (ausgenommen sind die Vertreter oder Vertreterinnen der Borons-Staatskirche und der Nisut, nicht jedoch die hochadeligen Edlen) konsequent der Zutritt zum Kleinen Konvent untersagt werden? Der Kleine Konvent muß allein für den Niederen Adel sein; selbst "Gäste" sollten diesem angehören. Es geht nicht an, daß ein z.B. anwesender Fürst durch unbedachte Äußerungen den Willen des Niederen Adels beeinflußen kann.

Ja: 56
Nein: 106
 

Sollen fürderhin nur Adelige für das Beisitzer- bzw. Beisitzerinnenamt im Krongericht zugelassen werden?

Ja: 77
Nein: 85
 

Soll fürderhin die Tárepa Neu-Prêm durch einen eigenen Secha im Kronrate vertreten werden?

Ja: 29
Nein: 133
 

Sollen fürderhin nur Kandidaten zur Secha-Wahl antreten, die sich am Wahltage persönlich dem Kleinen Konvente stellen?

Ja: 122
Nein: 40
 

Es liegt nun am neugewählten Secha, Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr , diese Wünsche des Kleinen Konvents umzusetzen. Wir wünschem ihm viel Glück!

 


 

Der Kronjustitiar, Rechtsgutachter der Krone

Gutachterliche Stellungnahme zu den Beschlüssen des Kleinen Konventes.

 

Ich lege der nisutlichen Majestät die rechtlichen Kommentare zu den Entscheidungen des Kleinen Konventes vor, die in den Beratungen des Kronrates dem Gesetze nach vom Secha vertreten werden und gegebenfalls vom Kronrat der Nisut unterbreitet werden.

  1. Die Ablehnung der Rückstufung der Táhatya Yleha ist aus rechtlicher Seite nicht zu beanstanden. Hierfür finden sich weder geeignete Präzedenzfälle noch eine Rechtstradition, die für mögliches (noch untersuchtes) Fehlverhalten des Lehnsnehmers eine Novation des Provinzstatus gebietet. Gerade auch im Hinblick auf den offenen Prozeß gegen den vormaligen Hátya halte ich eine Beibehaltung des status quo für geboten.
  2. Die Schaffung eines Cronanwaltes war und ist laut CCC Gerichtsautonomie. Mit der Berufung Eilyn Ardais zur Cronanwältin hat der Kronjustitiar die Frage erledigt.
  3. Gegen die Bejahung der Rechtegleichheit zwischen Ehegatten sind gewichtige Bedenken rechtlicher Natur zu erheben. Das Lehnssystem ruht dogmatisch auf zwei Säulen: der persönlichen Bindung des Vasallen an den Lehnsherren und dann der Belehnung als unmittelbaren Ausfluß der Herrschergewalt. Beide Elemente gingen in einer vollwertigen Adelsstellung verloren, die aufgrund eines Rechtsaktes (der Heirat) erlangt würde, an dem die Krone in keiner Weise beteiligt ist. Selbst vor dem Hintergrund einer nisutlichen Bestätigung des neu erworbenen Adelspatentes ist von dieser Konstruktion abzuraten: der Lehnsspruch der Krone darf nicht zu einer bloßen bestätigenden Formalität werden. Auch staatsorganisationsrechtlich kann nur davon gewarnt werden, in derselben Provinz zwei gleichberechtigte Adelige mit der Lehnsverwaltung zu betrauen. Beide könnten sich durch widersprüchliche Anordnungen völlig neutralisieren. Ein juristisches Konfliktpotential von gefährlicher Kraft. Fazit: es kann in einem Lehen nach Observanz und geltendem Recht nur einen Lehnsnehmer geben. Dieser muß unmittelbar von der Krone die Lehen empfangen, und nur aufgrund des Willensaktes der Krone selbst. Soweit Präzedenzfälle gegen eine entsprechende Annahme von geltendem Recht stehen, sollen jene an dieser Stelle ausdrücklich als verfassungsrechtlich bedenklich bezeichnet werden.
  4. Die Eidesformel entspricht nicht der in der Schlußberatung angenommenen Fassung. Sie ist damit hinfällig, es sei denn der Secha macht von einem Ausführungsrecht Gebrauch, und korrigiert die Vorlage. Insbesondere wurde ausdrücklich auf den Unterschied der Boronkirche und der weiteren Elfgötter als "Staatskirche" hingewiesen, ebenso wie die Formulierungen richtigerweise: ".....für Reich, Provinz, Lehen und Recht" bzw. "...den Wohlstand des Reiches zu mehren, seine Gesetze zu achten und..." lauten müssen.
  5. Gegen die weitere Zugehörigkeit der militärischen Arme der Inquisition zur Heeresstruktur ist nichts einzuwenden. Insbesondere geht auch das neugefaßte Militärstrafrecht davon aus.
  6. Die Frage der horasischen Streitkräfte ist überflüssig, da diese bereits Station genommen haben. Legt man diesen Punkt als Abstimmung über den Verbleib aus, ist hier die Prärogative in diplomatischen Fragen seitens der Krone, beraten durch die Kanzlei, zu wahren.
  7. Die terminologische Neufassung der "Irrgläubigen" ist abzulehnen. Der Kleine Konvent richtet Vorschläge an die Nisut, nicht an die Boronkirche, und zwar nur dort, wo die Nisut Entscheidungen treffen kann. Da die Kirche in ihren Dogmen völlig autonom ist, müßte der Kleine Konvent einen Vorschlag an die Nisut machen, daß diese einen Vorschlag an die Boroniten verfaßt, was den Zweck verfehlt. Darüber hinaus ist "Irrgläubige" ein vom CCC anerkannter terminus juris.
  8. Das CCC geht bereits davon aus, daß Amts- und Gerichtssprache Kemi ist.
  9. Die Frage der Klosterfreiheit ist nur zum Teil rechtlicher Natur. Es soll kurz darauf hingewiesen werden, daß das Kloster von nicht unerheblicher wirtschaftlicher Bedeutung für die umliegende Provinz ist. Ansonsten ist dem Kleinen Konvent beizupflichten, daß eine Umstatuierung des Klosters nicht indiziert ist.. Insbesondere konnten keine Gründe seitens der Befürworter vorgebracht werden, welche die Ermessensentscheidung binden konnten.
  10. Ein Ausgleich zwischen den einzelnen Provinzen ist rechtlich im Grunde nicht zu beanstanden. Die wirtschaftliche Eigenständigkeit einzelner Lehen darf aber keineswegs überbelastet werden. Das CCC hat Aussagen getroffen über strafrechtliche Schwellen der Pfründeziehung aus Lehen; v.a. darf kein wohlhabendes Lehen in diese Richtung gedrängt werden, um die Ausgleichszahlungen zu kompensieren. Es muß eine verbindliche Richtlinie geschaffen werden, die sowohl Kriterien der "Wohlhabenheit" als auch den Verteilungsschlüssel regelt. Andernfalls wäre eine Lehnsbelastung dieser Art rechtswidrig.
  11. Gegen die Einrichtung von Cronstraßen bestehen keine rechtlichen Bedenken. Insbesondere darf eine auf das Gesamtreich ausgerichtete Infrastruktur als ureigenster Bereich der Exekutive gewertet werden. Es stünden den Lehen keine rechtlichen Möglichkeiten gegen eine Festsetzung von Cronstraßen zur Verfügung.
  12. Eine stärkere Vertretung des Kleinadels ist so nicht argumentativ zu stützen. Man bedenke, daß keineswegs der Kleinadel die stärkste Gruppierung stellt, sondern die Reichsbürger. Im übrigen deutet eine solche Betonung des Kleinadels auf ein anderes Verständnis des Kronrates hin, als bisher üblich. Der Kronrat hat beratende, keine parlamentarische Funktion. Deswegen herrscht der Gedanke der absoluten Repräsentation, nicht der einer relativen. Es geht nicht darum, mit Rechtskraft abzustimmen, sondern der Krone als der obersten Exekutive und Legislative Vorschläge zu unterbreiten. Die Krone stützt sich vorwiegend, der Konzeption nach, auf den Wert der Einzelvorträge und ihrer Argumente, nicht auf Endmehrheiten. Solange der Kronrat keine eigenen legislativen Kompetenzen innehat, ist eine andere als eine absolute Vertretung einer Gruppe in dieser Institution nicht verfassungsrechtlich geboten.
  13. Die Auswahl der Beisitzer ist absolute Gerichtsautonomie. Der Kleinen Konvent kann keinen Einfluß auf die Besetzung erlangen. Das Reichsgericht steht in seiner Integrität über Wahlen und deren Ergebnissen, in denen die Qualifikation allenfalls gleichberechtigt mit Beliebtheit ist.
  14. Der Prolog des CCC geht davon aus, daß im Kleinen Konvent "die Last höherer Heeresschilde gemildert ist", d.h. daß bezüglich des Kleinen Konventes keine Gewalt des Hochadels besteht. Insofern ist eine grundsätzliche Ausschließung nicht nötig. Unbedenklich ist es, wenn der Kleinen Konvent sein Hausrecht ausübt und selbst Hochadelige des Raumes verweist oder ihnen völliges Äußerungsverbot erteilt. Hiergegen bestehen rechtliche Möglichkeiten des Hochadeligen, etwa mit dem Vortrag, daß das Raumverbot nicht sachlich gerechtfertigt ist. Dies kann er durch das Krongericht feststellen lassen. Sofern der Konvent bei der Entscheidung des Gerichtes bereits geendet hat, steht eine Fortsetzungsfestellungsklage (der Rechtswidrigkeit der Verweisung) zur Verfügung, als Ergebnis kann das Krongericht eine Entschuldigung des Kleinadels anordnen. Während des Kleinen Konventes läßt sich eine solche Entscheidung nur selten herbeiführen; hier kann das Krongericht die Entscheidung des Konventes suspendieren. Es ist zu beachten, daß ansonsten hier absolute Konventsautonomie herrscht und auch der traditionelle Gesandte der Nisut hier keine Handhabe hat. Es wird der Krone aus konzeptionellen Gründen empfohlen, den Gesandten künftig aus den Reihen des Niederadels zu wählen.
  15. Die Entscheidung korrespondiert mit dem Willen des Krongerichtes.
  16. Ein Sonderstatus Neu-Prêms ist rechtlich nicht indiziert. Die räumliche Entfernung spielt juristisch keine Rolle.
  17. Dieser Gedanke ist vor dem Hintergrund der unmittelbaren Sechawahl mit dem Gesetz vereinbar; allerdings müßte konsequenterweise auch nur den Adeligen Stimmrecht zugebilligt werden, die persönlich anwesend sind. Andernfalls wäre der Konvent überflüssig, da vorgefaßte Meinungen, die nicht durch die Debatte in der Versammlung geprägt sind, sonst entscheidend sein können. Hierin liegt eh eine Schwächung des Konventes und eine Fragwürdigkeit der Entscheidungen.

    Se. Hoheitliche Ehren
    Der Kronjustiar

    als Rechtsgutachter der Krone

    Managarm

     

     

Der Kleine Konvent im Jahre 27 S.G.

Die Ansprache des Secha zum Kleinen Konvent 27 S.G.

Wortlaut der Rede des Sechas, Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr, vor dem Kleinen Konvent

Euer Hoheitliche Ehren,
Euer Durchlaucht, verehrter Repa,
Euer hoheitliche Exellenz Dell`Aquina, verehrte Gastgeberin,
geschätzte Schwestern und Brüder in Amt und Würden,
Edle Damen und Herren!

Da sitzen wir nun, alle versammelt zum Kleinen Konvent in diesem Götterlauf...
Und? - Fühlen wir uns wohl? - Sind wir zufrieden? - War das Essen aus den hoheitlichen Kammern gut? Sind wir alle wohl gemästet und weiden uns an den Früchten unserer Lehnsarbeit? Haben wir nichts, das uns belastet und das uns kränkt? Nein?
Es scheint jedenfalls so, denn niemand hatte bislang etwas vorzubringen hier. Nichts, das uns alle, die Gemeinschaft des Niederadels bewegt und beschäftigt. Nichts, das unseren Anstoß findet. Es scheint so, als sei die kem´sche Welt ganz und gar in bester Ordnung. - Preiset den Herrn! Lang lebe die Nisut!

GAR NICHTS IST IN ORDNUNG!! Gen Firun droht immer noch der ketzerische Feind, auch wenn sein Gebrüll nicht mehr so laut zu vernehmen ist, wie einstmals. Die Bedrohung ist deshalb keinesfalls erloschen. Allein die Lämmer wollen den Wolf ignorieren und schweigen. So wie Ihr, Schwestern und Brüder!

Gen Praios richtet sich die zweite Tochter des Thrones gegen das Reich und seine borongefällige Ordnung. Die Gerüchte von Neokorvikanern machen die Runde. Reichsacht und großer Kirchenbann sind bereits über die Schändliche und ihre Mannen verhängt, doch wo ist die Stimme des Niederadels, der sich geschlossen hinter seine Nisut stellt? Wo ist der Niederadel, der bereit ist, abermals Rabe, Krone und Reich gegen den Feind zu verteidigen? Ein Heer bedroht das Reich und wo ist derjenige, welcher die Diskussion darüber beginnt, wie wir geschlossen gegen den Feind vorgehen können, wie wir unsere Lehen schützen vor Spionage und Unterhöhlung durch den Feind? - Wieder nur Schweigen!

Und aus dem Innern? Im Innern beginnt das Reich seit Monden eine neue Ordnung und Gestalt anzunehmen. Die alten Familien haben wieder erlangt, was sie als das ihre betrachten und ihren Einfluß werden sie mit dem Segen der Krone ausüben. Euch scheint das nicht weiter zu beunruhigen, wo sonst gleich das Geschrei losging, wenn der Hochadel auch nur annähernd seine rechtmäßigen Privilegien einforderte. Aber laßt Euch gesagt sein: Der Konflikt zwischen den einzelnen Familie ist tiefer und größer als jemals zuvor und so alt, wie das Reich selbst. Er nimmt keine Rücksicht auf uns, wo die meisten gerade mal mit Mühe und Not die Sprache dieser Lande über die Lippen bringen. Aber das heißt nicht, daß uns die ganze Sache nichts angeht und sie uns nicht betrifft! Wenn ihr das allerdings so seht...

Dieses Gremium hat, durch die Fundamentalprinzipien dieses Reiches bestimmt, die Aufgabe, der Krone seine Meinung zu unterbreiten. Es ist eine Schande, daß wir zu all diesen Themen und vielen mehr offensichtlich keine Meinung mehr haben. - Wie die Lämmer blöken wir leise und unbedeutend auf unserer selbst geschaffenen grünen Wiese vor uns hin. Haben wir zu all den genannten Dingen und noch vielen weiteren keine Meinung mehr? - Ist dem so?? - Dann ist dieses Gremium überflüssig und ich frage mich letzten Endes nur noch: -- Wozu gibt es dann mein Amt?

Heil dem Alleinseligmachenden Raben!
Lang lebe die Nisut!

 

Zur Kenntnis gegeben durch den Vezir des Káhet Ni Kemi:


Der Große Konvent fasste im Jahre 27 S.G. folgende Beschlüsse zur Vorlage im Cronrat:

 

1. Der Große Konvent fordert Abschaffung des Kleinen Konvents wegen erwiesener Nutzlosigkeit. Der Secha soll fürderhin vom Hochadel bestimmt werden.

 

2. Der fürderhin vom Hochadel zu bestimmende Secha muß auf der turnusgemäßen Sitzung des Großen Konvents mind. 12, aber keinesfalls 13 Anträge einbringen, damit der Hochadel über die Stimmung des Kleinadels informiert ist.

 

3. Immer wenn der Hochadel dem Kleinadel die Ehre gibt, hat der Kleinadel für angemessene Unterkunft und Verpflegung Sorge zu tragen - inklusive der Durchsetzung des Rechtes der ersten Nacht.

 

4. Das erste Tier aus jedem Wurf landwirtschaftlichen Nutzviehs ist an den Provinzherrn abzuführen. Unter Nutzvieh ist Horn- und Federvieh als auch Hufgetier zu verstehen.

 

5. Jeder Vertrag, der lehensübergreifend abgeschlossen wird, bedarf zu seiner Wirksamkeit der Gegenzeichnung durch den Lehensherrn.

 

6. Der große Konvent beschließt die Erhebung einer Devotionssteuer, kraft derer die Verehrung des Provinszherrn in seiner Provinz finanziert wird.

 

7. Der Große Konvent verhängt eine Sondersteuer für alle Provinzen. Diese Steuer soll für eine Mitgift für die Hochzeit der Cronprincessin verwendet werden.

 

8. Jeder Kleinadelige muss vor dem juristischen Gremium angemessene juristische Kenntnisse nachweisen.

 

9. Ebenso muß er vor einem kirchlichen Gremium nachweisen, daß er der kem´schen Amtssprache mächtig ist und darüber hinaus ausreichend Kenntnisse der kem´schen Geschichte und Kultur hat.

 

10. Sollte wider Erwarten den Punkten 8 und 9 nicht entsprochen werden, wird erstmalig eine Geldbuße, die individuell zu bestimmen und an den obersten Lehensherrn zu entrichten ist, verhängt. Die Nachprüfung die seitens des Gremiums innerhalb eines halben Götterlaufes angesetzt wird, bedeutet im Falle des Nichtbestehens die Einsetzung eines Vogtes und Suspendierung des Adeligen bis zur dritten und letzten möglichen Prüfung - Frist wie bereits genannt - deren Nichtbestehen zum Verlust des Adelsranges führt. Dies gilt rückwirkend für alle Kleinadeligen.

 

11. Das alleinige Recht des Brennens, Brauens und Kelterns von Alkohol unterliegt fürderhin dem Hochadel. Dieses Recht kann zeitlich veräußert werden.

 



Abstimmung des Kleinen Konvents:


Diesen Götterlauf hatte Ihre hoheitliche Exzellenz Francesca Dell`Aquina als Gastgeberin nach Djáset geladen. Die unheimlichen und tragischen Ereignisse im Vorfeld des Konventes - die RS-Aktuell berichtete - änderten nichts daran, daß der niedere Adel nahezu vollzählig erschienen war und sich den großen Aufgaben, welche für dieses Treffen anstanden, widmen wollte. Doch die entspannte und teilweise ausgelassene Atmosphäre in deren Rahmen der Konvent stattfand, sollte weit mehr durch die Worte auf dem Konvent überschattet werden, als durch die widernatürlichen Ereignisse zuvor.
Nachdem dem Protokoll genüge getan war und der Konvent offiziell eröffnet worden war, hielt der Secha der Kemi, Seine Wohlgeborene Exzellenz Né`mekâth B. Âk-de Sézàr, eine Rede, die wohl noch lange in den Köpfen des niederen Adels nachklingen wird: von "Untätigkeit", "Gleichmut" und "selbstgefälligen Lämmern" war da die Rede. Alles in allem eine Reihe von wohl begründeten Vorwürfen an die Untätigkeit seiner Schwerstern und Brüder im Amt. Doch waren die Reaktionen auf diese Rede noch recht verhalten, vergleicht man sie mit der, welche auf die durch den Vezir verkündeten Beschlüsse des Großen Konventes folgte - eine glatte Provokation. Die Worte "Anmaßung und Unverschämtheit" standen im Raum. Und dies waren die Beschlüsse, an die im Folgenden die Gegenvorschläge des Kleinen Konventes angefügt sind:

 

1. Der Große Konvent fordert Abschaffung des Kleinen Konvents wegen erwiesener Nutzlosigkeit. Der Secha soll fürderhin vom Hochadel bestimmt werden.

Dieser Punkt wurde einstimmig durch das Gremium abgelehnt. Allerdings sah man durchaus die Berechtigung zur Kritik an der diesjährigen Trägheit des Kleinen Konventes, so daß man beschloß, sich offiziell bei Ihrer kemiköniglichen Majestät dafür zu entschuldigen. Wie es heißt, befindet sich Seine Wohlgeborene Exzellenz Âk-de Sézàr bereits auf dem Weg zur Nisut, um diese Entschuldigung und eine Stellungnahme noch vor der Kronratssitzung vorzubringen. Von einem Verwandten des Autors hieß es derweil aus Ynbeth, daß sich die Nisut auf einer längeren Reise mit unbestimmten Ende befände. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Audienzgesuch und der Reise besteht, konnte noch nicht geklärt werden. Die geneigte Leserschaft wird aber auf dem Laufenden gehalten.

 

2. Der fürderhin vom Hochadel zu bestimmende Secha muss auf der turnusgemäßen Sitzung des Großen Konvents mind. 12, aber keinesfalls 13, Anträge einbringen, damit der Hochadel über die Stimmung des Kleinadels informiert ist.


3. Immer wenn der Hochadel dem Kleinadel die Ehre gibt, hat der Kleinadel für angemessene Unterkunft und Verpflegung Sorge zu tragen - inklusive der Durchsetzung des Rechtes der ersten Nacht.

Auch diese Punkte wurden einstimmig abgelehnt. Heftig ereiferten sich die Konventsteilnehmer aufgrund der ihrer Meinung nach unangemessenen Forderungen.

 

4. Das erste Tier aus jedem Wurf landwirtschaftlichen Nutzviehs ist an den Provinzherrn abzuführen. Unter Nutzvieh ist Horn- und Federvieh als auch Hufgetier zu verstehen.

Mit einer Gegenstimme wurde auch der vierten Empfehlung des Großen Konventes abgelehnt. Es fehle an Mitteln, um dies umzusetzen und die Abgabe des ersten Wurfes würde einen jeden Bauern in den sicheren Ruin treiben, wenn sich dadurch sein Bestand nicht mehr vergrößern könne. Auch sei der Hohe Adel nicht auf diese Abgabe angewiesen, verfüge er doch bereits über genug Pfründe.

 

5. Jeder Vertrag, der lehensübergreifend abgeschlossen wird, bedarf zu seiner Wirksamkeit der Gegenzeichnung durch den Lehensherrn.

Dieser Empfehlung entsprach der Kleine Konvent. Man hielt es für ein sinnvolles Instrument der Kontrolle, da auf diese Art und Weise Fällen, wie dem des schändlichen Da Vancha, Einhalt geboten werden könne.

 

6. Der große Konvent beschließt die Erhebung einer Devotionssteuer, kraft derer die Verehrung des Provinszherrn in seiner Provinz finanziert wird.

Nach Meinung der Versammlung sei eine solche Steuer gänzlich überflüssig und würde nur die ohnehin schon hart belasteten Adligen noch stärker treffen. Wenn jemand das Bedürfnis hätte, seinem Lehnsherrn Verehrung über das gebührende Maß hinaus zu erweisen, dann würde er das aus eigenem Antrieb heraus machen. Man brauche dazu aber keine Devotionssteuer.

 

7. Der Große Konvent verhängt eine Sondersteuer für alle Provinzen. Diese Steuer soll für eine Mitgift für die Hochzeit der Cronprincessin verwendet werden.

Mit einer Gegenstimme stieß diese Empfehlung auf breite Zustimmung bei den Adligen. Allerdings, so betonte man, sei es wichtig, daß diese Abgabe sich streng nach den jeweiligen Möglichkeiten des Lehens richten sollte und davon auch keine Adligen ausgenommen werden sollten. Dies bezog sich ganz besonders auf die scheinbare Enthaltsamkeit des Hohen Adels. Auch sollte diese Abgabe eine einmalige Angelegenheit sein, welche die Lehnskassen nicht auf Dauer belastet.

 

8. Jeder Kleinadelige muss vor dem juristischen Gremium angemessene juristische Kenntnisse nachweisen.

9. Ebenso muß er vor einem kirchlichen Gremium nachweisen, daß er der kem´schen Amtssprache mächtig ist und darüber hinaus ausreichend Kenntnisse der kem´schen Geschichte und Kultur hat.

 

In der vorgeschlagenen Form wurden diese beiden Punkte abgelehnt. Generell sei gegen eine solche Prüfung nichts einzuwenden, denn es zieme sich nur, Kenntnisse über jene Lande zu haben, in welchen man lebt und über die man herrscht. Aber auch hier wurde die Forderung laut, daß auch der Hohe Adel über solche Kenntnisse verfügen müsse und daß die Prüfungen auch für ihn gelten sollen. Ein Vorschlag, wonach der Schwierigkeitsgrad der Prüfung abhängig sein soll von Heeresschild, konnte sich nicht durchsetzen.

10. Sollte wider Erwarten den Punkten 8 und 9 nicht entsprochen werden, wird erstmalig eine Geldbuße, die individuell zu bestimmen und an den obersten Lehensherrn zu entrichten ist, verhängt. Die Nachprüfung die seitens des Gremiums innerhalb eines halben Götterlaufes angesetzt wird, bedeutet im Falle des Nichtbestehens die Einsetzung eines Vogtes und Suspendierung des Adeligen bis zur dritten und letzten möglichen Prüfung - Frist wie bereits genannt - deren Nichtbestehen zum Verlust des Adelsranges führt. Dies gilt rückwirkend für alle Kleinadeligen.


Der vorgeschlagenen Form der Sanktionen im Falle des nicht Bestehens der Prüfung wurde so nicht entsprochen. Man einigte sich auf zwei Prüfungen und ließ die Geldstrafe weg. So soll einem Adligen, welcher den Anforderungen nicht entspricht, direkt ein Ser zur Seite gestellt werden. Beim zweiten Mal soll gleich sein Titel zur Disposition gestellt werden und ein entsprechender Antrag bei der Nisut eingereicht werden.
Auch war es den Damen und Herren wichtig, daß die Gremien von unerschütterlicher Loyalität gegenüber der Krone seien, damit es zu keinen Manipulationen kommen kann.

11. Das alleinige Recht des Brennens, Brauens und Kelterns von Alkohol unterliegt fürderhin dem Hochadel. Dieses Recht kann zeitlich veräußert werden.


Dieser Vorschlag führte zu besonders heftigen Diskussionen und wurde einstimmig und mit größter Überzeugung abgelehnt. Man würde den Adligen, welche selber Brennereien unterhielten, ein Standbein ihrer Einkünfte entziehen und mit dieser Maßnahme mache sich der Hohe Adel der Bereicherung verdächtig.
Es war erstaunlich, als Außenstehender zu beobachten, daß sich die Adligen besonders über diesen Punkt ereiferten, wo doch unter "erstens" bereits die Auflösung ihrer ganzen Versammlung zur Disposition stand...

 

Was aus den Reihen des Niederen Adels selbst noch auf die Tagesordnung gesetzt worden war, wurde dann recht schnell besprochen.

Auch dieser Konvent ging zu Ende und die Adligen kehrten in Ihre Lehenslande zurück. Selten hat man so viel Einigkeit unter den Lehnsleuten gesehen. Am Rande des Konventes wurden nicht wenige Stimmen laut, welche die Arbeit des Sechas würdigten und ihn hochleben ließen. Anscheinend hatten seine Worte wirklich etwas aufweckendes. Ob aber aus den im Rahmen dieses Treffens gemachten Zusagen und Versprechen auch etwas wird und ob der nächste Konvent von mehr Tagesordnungspunkten bestimmt sein wird als der diesjährige, das bleibt etwas, an dem man die wohl- und hochgeborenen Damen Herrn im nächsten Götterlauf messen wird.

(Shêpses'blà)

Der Kleine Konvent im Jahre 28 S.G.

Boraidan ibn Saîd, Akîb Ni Mergyan, Mehib Ni Tárethon:

 

Meine Brüder und Schwestern des Reiches.

 

Wir ihr wisst steht der Kleine Konvent bevor und es wird Zeit das wir uns regen. Ich hoffe ihr alle habt Euch schon Gedanken gemacht was uns denn alle bewegt.

 

Mich, Akîb Ni Mergyan, interessiert brennend die Frage, wie es denn um die Neo-Korvikaner steht. Zu lange schon war nichts mehr Neues davon zu hören. Doch das am meisten bedrohliche an der Sache ist für mich weniger die Tatsache daß die Neo-Korvikaner existieren, nein, vielmehr die Stille mit der auf diese Situation reagiert wird. Keiner im Reich scheint Fragen zu stellen noch sich Gedanken zu machen. Niemand scheint aufzustehen und laut zu sagen, daß wir etwas unternehmen müssen, vielmehr scheinen im Reich die Duckmäuser und Sesselpuper überhand zu nehmen. Verzeiht meine Ausdrucksweise, doch anders vermag ich es wohl nicht mehr vielen verständlich zu machen. Die meisten sind vielmehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und schauen nicht über den Rand der ihnen anvertrauten Lande, ausser es geht an ihre persönlichen Privilegien oder schränkt sie sonst irgendwie ein. Doch dieses Denken wird nicht auf Dauer erfolgreich sein, wir sind EIN Reich und als solches müssen wir auch ZUSAMMEN arbeiten. Es kann nicht angehen das viele die Gefahr nicht sehen, nur weil sie nicht unmittelbar vor ihrer Tür steht. Sicher, wir haben alle den Bann gegen Rhonda befürwortet und unterstützt, doch mit Worten ist es nicht getan. Davon wird sie sich kaum beeindrucken lassen, ja sie wird eher über uns Bürokraten und Schwätzer lachen als uns ernstzunehmen.

 

Nicht die Neo-Korvikaner, die Dämonen, die Al'Anfaner oder die Iri-Maat sind unsere größten Feinde sondern unsere eigene Untätigkeit, das Schweigen, welches sich beim Nieder-Adel breit macht. Mit großer Sorge und Traurigkeit muss ich dabei auf mein heimisches Tárethon blicken. Doch es gibt auch anderswo die Fatalisten. Menschen, die meinen ihre Stimme zähle nichts, die denken sie könnten nichts bewegen. IHR IRRT! Ihr wurdet nicht als Ja-sagende Verwalter in eure Lehen bestallt, um alles auf euch zukommen zu lassen. Allein schon, wenn ihr Eure Meinung kundtut könnt, offen Position gegen die Missstände bezieht, könnt ihr viel bewegen. Ihr seid nicht allein, habt den Mut Euch zusammenzufinden und zusammen mit den anderen für die Nisut und das Reich einzutreten. Geeint können wir alle Probleme beseitigen und in eine glorreiche Zukunft = blicken. Doch ihr müsst nicht nur lauthals Eure Probleme und Meinungen rauss= chreien, ihr müsst auch einander zuhören. Eine Fähigkeit, die zu schwinden beginnt. Eigenbrödlerei und Selbstgefälligkeit sind zwei der größten Feinde die wir je haben können.

 

Auch kann es nicht im Sinne der Nisut sein, daß viele nicht über ihren heimischen Rand hinaussehen und nur in ihrer unmittelbaren Umgebung tätig werden - wenn überhaupt. Es kann zum Beispiel nicht sein, daß die Inseln von vielen auf dem Festland eher belächelt werden und daß man nur unzureichend über die Vorgänge am anderem Ende des Reiches Informiert ist. Die Probleme der anderen könnten schon morgen Eure Probleme sein. Und wer soll Euch dann noch helfen? Es reicht nicht einfach, nur passiv im heimischen Lehen zu sitzen, wir können und müssen aktiv werden. Nur so können wir unser Reich, das Reich der Nisut und Borons, zu Größe führen. Verzeiht meine doch recht schroffen Worte, doch dieses musste meiner Ansicht nach gesagt werden. Zu lange wurde schon geschwiegen und es scheint, daß nur noch laute Worte manche von uns wachrütteln können.

 

Auch möchte ich an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen daß wir alle feierlich erklärten, dieses Jahr mit mindestens 12, aber keinesfalls 13 zu diskutierenden Themen aufzuwarten. Ja, mir liegen die Worte noch sehr gut im Ohr. Und jeder, der gewillt ist sich über die Beschlüsse des letzten Kleine Konventes zu informieren kann dies auch tun. Falls es bei manchen nicht das Schweigen sondern die Vergesslichkeit ist. Ebenfalls steht dieses Jahr die Wahl des Sechas an. Die Amtszeit des bisherigen Sechas Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr läuft aus, und er hat schon angekündigt, daß er aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidieren wird. Es liegt an uns, einen geeigneten neuen Secha zu erwählen, einer, der die Angelegenheiten des Niederadels über persönlichen Ruhm und Vorteil stellt.

 


 

Quenadya Mezkarai, Sahet Ni H'Anyarco:

 

Liebe Freunde und Freundinnen in Amt und Würden!

Leider, und das meine ich mit vollem Ernst, kann ich meinem Vorredner, dem hochgeschätzen Mehib Ni Tárethon, nur zustimmen. Der Kleinadel des Reiches ist seiner Rolle in den letzten Jahren in keinster Weise gerecht geworden! Seht, man lacht doch nur über uns! Und das nicht einmal zu Unrecht!

 

Die Nisut hat uns alle, durch die Schaffung des Amtes des Secha, um unserer Meinung gebeten, uns immer wieder aufgefordert, uns an den richtungsweisenden Entscheidungen des Káhet zu beteiligen! Doch was kam von uns? Nichts... außer Aufregung, wenn es um Branntweinmonopole geht! Ist dies alles, was euch sorgt? Sind die paar Suvar, die ihr mit Selbstgebrannten einnehmt alles, was euch angeht? Wo sind die zwölf Fragen, die wir bis heute zur Entscheidung vorlegen wollen? Wo sind die, die das ehrenvolle Amt des Secha einnehmen wollen? Wo sind die, die für dieses Amt kandidieren, um die schwere Aufgabe anzugehen, aus einem Haufen desinteressierterm, schwacher Akîbs und Akîbets wieder eine Gruppe von tatkräftigen Adeligen zu machen, die die Politik des Reiches wesentlich mitgestalten?

 

Ihr seht mich beschämt, beschämt, weil ich einem Konvente angehöre, der gestorben ist... und damit vor den Augen unserer Heiligen Königin versagt hat. Wir haben diesen Götterlauf unsere letzte Chance, die letzte Möglichkeit, das Ruder herumzureißen, bevor der Kleine Konvent in den Annalen des Reiches zur endgültigen Farce geworden ist..."

 


 

Boraidan ibn Saîd, Akîb Ni Mergyan, Mehib Ni Tárethon:

 

Brüder und Schwestern,

 

heute melde ich mich, aus gegebenem Anlaß, bezüglich der anstehenden Secha-Wahl bei Euch, und ich hoffe das ihr mir Gehör schenkt. Wie ihr wisst, müssen wir einen geeigneten neuen Secha erwählen. Einer, der das Reich und vor allem den Niederadel kennt und würdig vor unserer Nisut und dem Hochadel vertreten kann. Doch es geht bei dieser Wahl nicht um einen Popularitäts-Wettbewerb. Nicht die schönen Reden sollten Euch beeindrucken, sondern die Persönlichkeit und die Taten der Bewerber.

 

Es ist nicht die Sache der Kandidaten sich in dem besten Licht darzustellen wie sie es nur können und mit zuckersüßem Munde zu sprechen und Euch mit Worten benebeln. Es ist Eure Aufgabe die Anwärter nach bestem Wissen und Gewissen zu prüfen und sie aus allen Perspektiven zu betrachten. Nicht auf ihre Worte und Versprechungen kommt es an, sondern auf das, was sie vertreten wollen, wofür sie sich einsetzen wollen. Ein würdiges und ehrbares Verhalten ist nicht an das Amt des Sechas gebunden. Ein würdiger und ehrbarer Kandidat wird sich auch ohne ein Amt, ohne offizielle Bestätigung, ohne die Pflichten des Secha-Amtes ohne Blick auf Ruhm und Anerkennung richtig verhalten.

 

Auch wird es allein mit der Wahl eines geeigneten Mannes oder einer geeigneten Frau nicht getan sein. Wir müssen den neuen oder die neue Secha/t auch weiterhin unterstützen und ihm ermöglichen, sein Amt auch pflichtgemäss auszuüben. Es muss nicht der Secha erahnen, welche Probleme ihr haben könntet und Euch darauf ansprechen, nein, ihr müsst ihm mitteilen was euch bedrückt, was euch auf dem Herzen liegt und ihr unserer geschätzten Nisut gerne mitteilen wollt. Oder reist ihr von Tag zu Tag durch Eure Lehen und fragt jeden Bauern was ihn bedrückt? Habt nicht auch ihr Eure Vertreter, die Euch über die Situation informiert halten? Genau so verhält es sich mit dem Secha-Amt. Ihr seid die Vertreter unseres Sechas, ihr helft ihm bei seiner großen Aufgabe, dem Niederadel Gehör zu verschaffen. Das Secha-Amt ist nicht geschaffen worden um die privaten Ansichten und Meinungen des Amtsinhabers vor der Krone zu präsentieren, sondern um Eure Interessen zu vertreten. Doch wenn ihr auch wollt, daß ihr gehört werden, so müsst ihr auch in der Lage sein, eure Gedanken jemandem mitzuteilen. Dafür wurde das Amt des Sechas geschaffen. Jemand, der Eure Interessen vor der Krone vorschlägt wo sie dann durch die Gnade unserer Nisut auch angehört werden.

 

Durch eben diese uns zugestandene Gnade ist es überhaupt erst möglich, daß auch ihr Gehör finden könnt. Unsere Nisut erschuf das Amt des Sechas aus Güte zu uns, nicht weil sie es musste. Wollt ihr etwa diese Gnade, dieses Recht welches Sie und zugesteht einfach unbeachtet lassen, euch selbst die Möglichkeit nehmen einen Vertreter vor der Krone zu haben dem ihr eure Gedanken, Hoffnungen, Probleme, Befürchtungen, Wünsche und Meinungen mitteilen könnt und der sie dann treu und mit großer Sorgfalt vor der Krone vorträgt.

 

Aus ebendiesen Gründen muss Eure Wahl wohlüberlegt sein. Lasst euch nicht von Äusserlichkeiten beeindrucken, schaut in das wahre Wesen jedes noch kommenden Kanditaten und wählt mit Bedacht. Fällt eure eigene Entscheidung, und lasst euch auch von niemandem in dieser wichtigen Frage beeinflussen. Solltet ihr dies jedoch nicht tun, tretet ihr eure eigenen Priviliegien mit Füssen. Es geht hierbei nicht, ich kann es gar nicht oft genug wiederholen, um Ruhm, Macht oder sonstige Bereicherungen, sondern um die Zukunft von uns allen. Es ist nicht eine Frage des Geldes oder der familiären Unterstützung sondern einzig um die ehrenvolle Aufgabe den Niederadel würdig zu vertreten und ihm Gehör zu verschaffen.

 

Ich habe oft gesagt: "wir sind ein Reich", und daß wir nur zusammen stark werden können. Doch auch ein Reich besteht aus vielen. Bei der kommenden Aufgabe müsst ihr selbst, für euch allein eine Entscheidung treffen. Niemand kann und darf Euch dabei behilflich sein, ihr müsst nach euren eigenem Gewissen enscheiden wen ihr für dieses Amt geeignet haltet und wer nur aus rein persönlichen Gründen kandidiert. Die Vielseitigkeit ist nicht unsere Schwäche, sondern unsere Stärke. Was wir brauchen ist eine gemeinsame Identität. Diese Identität heißt Kemi!

 

Falls jetzt jemand erwartet, daß ich euch nun in meinen Augen geeignete Kandidaten nenne, so muss ich Euch enttäuschen. Diese Wahl, wer geeignet ist, muss von Euch getroffen werden und ich werde niemandem diese Entscheidung abnehmen.

 

Ich danke euch für eure Zeit, die ihr mir geliehen habt und hoffe, daß wir es mit der Unterstützung Boron schaffen werden, einen neuen Secha zu erwählen.

 

"Wir leben mit Borons Wundern in Bewahrung und Befreiung auf Hoffnung.Davon wollen wir singen, in alten und neuen Liedern, mit unseren Herzen und Stimmen, in unserem täglichen Leben."

 


 

Tahark Anchhabos, Akîb ni Seku Kesen

 

Die meisten unter Euch werden mich nicht kennen, denn viele Jahre war ich aus der Heimat fort und erst seit kurzem zahle ich zu diesem Kreis, doch muß ich sagen das mich die Worte des Boraidan ibn Saîd tief bewegt, aber auch angespornt haben. Noch viele Vorgänge im Lande entziehen sich meiner Kenntnis und zu meinem Bedauern muß ich auch zugeben, daß ich noch nicht sonderlich uber die Grenzen meiner eigenen Ta'akîb, gar nicht zu reden von den Grenzen der Táneset Djunizes, hinausgesehen habe. So muß ich bekunden, daß mir die Neo-Korvikaner, Iri-Maat oder die Dämonenplage wohl als Begriffe bekannt sind, doch Begriffe die für mich bis jetzt kaum eine Bedeutung hatten, ich sage bewußt bis jetzt, denn das Schweigen und das Desinteresse muß gebrochen werden, genauso wie der werte Akîb Ni Mergyan bekundet hat.

 

Nun, um auf die 12 strukturierten Themen zu kommen, hierbei muß ich erklären, daß ich hierzu keine Beitrag leisten kann, denn wie eingangs schon erwähnt bin ich noch neu in diesem Kreis und noch immer dabei die Note und Wänsche der Menschen in meinem eigenen Lehen zu erkunden. Doch habe ich mich trefflichst uber die letzten Beschlusse des Kleinen Konventes informiert und kann nur sagen ich bin schockiert. Wie konnte es soweit kommen, das jemand diese unser Gremium als Nutzlos bezeichnen kann? Wie tief ist der Adel unseres Landes gesunken, daß man ihn auf solche wei?e an seine Pflicht erinnern muß?

 

Der letzte Punkt meiner kleinen Antwort soll sich mit der Wahl zum neuen Secha beschaftigen, auch hier kann ich nur den Worten des Boraidan ibn Saîd zustimmen. Gerne würde ich meine eigene Person fur dieses Amt zur Verfügung stellen, doch leider muß ich bekunden, das ich mich selbst noch für unfähig halte, fur die Gesamtheit des kemschen Niederadels zu sprechen. Deshalb kann ich mich nur den Aufruf anschließen und sagen, die, die ihr euch für befähigt haltet, stellt euch zur Wahl und tragt Sorge dafür, daß das Ansehen des Niederadels in unserem eigene Lande wieder steigt.

 


 

Dio C. de Cavazo, Sah Ni Sjepenhusen und Langrep:

 

In der Tat, liebe Kleinadelige, ich bin beeindruckt. Wenn ich mich hier im Rund umsehe, dann stelle ich mithin fest, daß bei einem Thema, das eure ureigensten Reste angeht, lediglich EIN Akîb, der "nur" Akîb ist, das Wort ergriffen hat... wahrlich eine beeindruckende Leistung. Und es ist für mich wenig erstaunlich, daß dieser mutige Mann aus Djunizes kommt, die Provinz, die bisher die einzigen fähigen Sechas hervorgebracht hat...

 

Der Mehib von Tárethon, die ehemalige Miltärgouverneurin von Yleha, sie waren es bisher, die dieses untote Gremium künstlich belebt haben, obschon man wahrlich meinen sollte, ihre kirchlichen beziehungsweise militärischen Pflichten würde ihre Zeit zu sehr in Anspruch nehmen, um sich um den Kleinadel zu sorgen...

 

Ihr aber, von den terkumer Wachteln angefangen, die letztjährig noch vollmundig zwölf Themen versprochen haben und die nun vermutlich den Aufschub des Branntweinmonopols bis zur Besinnungslosigkeit gefeiert haben, bis zu den sogenannten Inselwichten, die vornehmlich mit dem theoretischen Trockenlegen von Sümpfen glänzen, seid ihr wahrhafte Prachtexemplare... nein, nicht von der Sorte "Adeliger", sondern von der Sorte, die man neukem'sch seit einiger Zeit als "Wachteln" bezeichnet...

 

Aber sorgt Euch nicht. Denn ich, obschon ebenso wie meine hochgeehrten Vorredner mit wichtigeren Pflichten als die Rettung dieses Gremiums betraut, will es sein, der das erste Diskussionsthema in den Raum stellt: Schaffen wir den Secha ab, den Kleinen Konvent dazu, und entziehen wir dem Kleinadel das Adelsprädikat, um die Akîbs und Akîbets, wie in den glorreichen Zeiten kem'scher Vergangenheit in die Beamtenschaft einzureihen... eingedenk der in jener Schicht wohl vorherrschenden Abneigung gegen aufgabenfremde Fragestellungen und kreativen Lösungen...

 


 

Managarm, Kronjustitiar des Reiches, Meister der Bruderschaft der Wissenden, Rechtsgutachter der Krone, Reichrat a.D., Baron von Zenach:

[lächelt wie eine Anakonda] Mein lieber Graf, oh Pardon... wir wollen ja niemandem in diesem regen Kreise auf die kleinadeligen Schnabelschuhe treten: mein werter Edler, Ihr sprecht eine Änderung der kemischen Reichsverfassung an... ein beklagenswerter Versuch, einen wie auch immer gearteten Enthusiamus hervorzurufen... zum Scheitern verurteilt, wie die ganze obsolete Farce, welche seid Jahr und Tag die Krankheit verschleppt, anstelle sie auszumerzen. Wir haben doch schon die unterschiedlichsten juristischen Kurpackungen und Schlammbäder unterfangen, und haben festgestellt, daß gerade hierbei immer der größte Aktionismus, precärerweise: widersächlicher Natur, entflammte.
Man denke an die Groteske beim Stimmenthaltungsverbot - wieviele haben leidenschaftlich dafür gekämpft, sich enthalten zu dürfen... Mein guter Graf, glaubt Ihr ernstlich, die Drohung der Auflösung führt zu etwas...?
Nemo posse ultra obligatur. Der Konvent wird soviel Gärung immer haben, um sich im Bottich der Politik zu halten, aber ein rechter Most wird nie daraus werden. Eine Abstimmung über die Umwandlung des Kleinen Konventes in eine Verwaltung wird immer negativ ausgehn, sie liegt schon zu offensichtlich im Bereich des Nachteiligen (was die letztjährige Ablehnung des Antrags, ob 2 Sechas gekürt werden sollen, offenbar nicht war, sancta simplicitas...).
Ich werde diesen Konvent genauestens beobachten. Die Verspottung der Verfassung: Zu Rat und Entscheidung ruft die Nisut zum Kleinen Konvente!! wird das Krongericht ohne weiteres nicht mehr sich fassungslos anschauen. Wenn Unser Eindruck als Rechtsgutachter der Krone, als welcher Wir jedem Reichsgremium ebenfalls beiwohnen, so ungünstig sein wird, wie die letzten Jahre, werden Wir eine entsprechende Verfassungsnovelle ausarbeiten, die Euren Vorschlag, Graf Cavazo, aufgreifen wird, dem Großen Konvent und der Nisut vorlegen, und gutheißen, daß dieser Trauerspiel endlich zum wohlverdienten Schlußakte gelangt. Und nun, unterhaltet Euch über Staßenbau, Biersteuer und Mückenplagen, es könnte das letzte Mal sein.

 


 

Tahark Anchhabos, Akîb Ni Seku Kesen:

 

Bravo, bravo kann ich nur sagen, [böse in die Menge starrend] wieder ist es also soweit, man zweifelt dieses Gremium in seinem innersten an und verlangt von uns, unseren eigenen Konvent für immer aufzulösen. Nein, nicht nur das, auch noch den Status des Adels will man uns aberkennen und uns zu niederen Dienern des Kahet degradieren, nein nein wie konnte es nur soweit kommen? Ist es denn von uns zuviel verlangt einmal im Jahr offen und frei unsere Meinung zu sagen? Nun wie der verehrte Repa Dio Cardassion de Cavozo meint ja. Auch wenn unser Cronjustiziar zu bedenken gibt, daß es dazu erst einer Verfassungsänderung bedarf! Doch wie lange wird der Hochadel brauchen, um eine solche durchzusetzen, wenn wie es ja offensichtlich ist auch auch der Cronjustiziar auf der Seite der Ablehner dieses Gremiums steht.
Nun, ich muß bekennen, ich weiß es nicht. Doch muß ich auch bekennen, daß ich mich in einem anderen Punkt getäuscht habe, sehr wohl kann ich zu den 12 geforderten Themen etwas beitragen und wie ich sehr hoffe wird uns der verehrte Cronjustitiar des Reiches in seiner unermeßlichen Weisheit [Sarkasmus triefend] sicherlich über die Rechtmäßigkeit und Durchführbarkeit dieses Vorschlags informieren. Vielleicht liege ich auch wieder mit meinen transmonarchistischen Vorstellungen zu weit vom göttlichen Weg entfernt, falls dies der Fall ist hoffe ich doch auf einen Hinweis von unserer Kirche, doch hiermit stelle ich zur Diskussion den Vorschlag zur Restauration und Stärkung des Kleinen Konventes:
Von nun an soll jeder Niederadlige, der in diesem unserem Gremium stimmberechtigt ist, seine Stimme auf einen anderen Stimmberechtigten übertagen können, auf daß seine Stimme nicht im Schweigen der Untätigkeit untergehe, sondern von solchen hier geführt wird, die sich bereitfinden laut aufzuschreien und hier vor aller Öffentlichkeit ihre Meinung zum Wohle des Reiches kundzutun. Verzeiht, wenn sich dies nach einem Anfall von Wahnsinn anhört, mitnichten will ich den Einfluss einzelner im Konvent brechen, doch ist es doch eine Tatsache, wer nicht mitdisputiert, dem fehlt der tiefe Einblick in den Sachverhalt und so sollte er seine Stimme bei der Abstimmung auf jemand übertragen, dessen Urteil er vertrauen schenkt.
Doch nun zu Ende, den wie ich bemerke, habe ich mich wieder in Rage geredet. So ende ich mit dem Aufruf: ERHALTET DEN KONVENT!

 


 

Mentia Ui Paratras, Akîbet Ni Sákem:

 

Verehrte Schwestern und Brüder vor dem Herrn,

 

es betrübt mich, so viel Unzufriedenheit unter dem Niederadel des Reiches zu sehen. Aber es ist leider eine traurige Wahrheit, dass viele unter uns ein politisches Desintresse entwickelt haben. Manche mag diese Aussage verwundern, da sie oder er doch tätig dort agieren, wo die Weisheit unserer heiligen Herrin sie oder ihn eingesetzt hat. Es genügt leider nicht!
Wir sind jene die sowohl für das einfache Weib oder den einfachen Mann in unseren Ländereien sprechen. Unser Wille ist ihr Wille, oder sollte es jedenfalls sein, denn wir wiederum sind unserer heiligen Herrin verpflichtet. In ihrem Namen führen wir unsere Lehen. Wie kann es also sein, wenn wir ihr verpflichtet sind, dass wir ihr nicht mit Rat und Tat beiseite stehen? Denn wer ist ein guter Verwalter? Einer der sich auf seiner Aufgabe ausruht und das restliche Dere Dere sein läßt, oder jener, der nicht bestem Wissen und Gewissen auch auf das Andere eingeht? Auch mir ist viel Zeit verloren gegangen und vieles in meinem Lehen beansprucht mich über alle Maßen. Doch Zeit zu finden, um auch jenes zu beachten, welches außerhalb meiner Tá'Akibet liegt, muß eine größere Bedeutung erhalten.
Verehrte Sahet Quenadya Mezkarai Ni H'Anyarco, kaum einer wird über den Niederadel lachen, viel mehr werden sie betrübt sein, darüber wie wir unser Verhalten. Anschuldigungen und Worte alleine werden uns nicht aus diesem Trauertal erlösen. Taten uns Vorschläge sind zu treffen und zu unterbreiten und ein Mensch alleine ist dazu wahrlich nicht in der Lage. Sie oder er kann nur einen Anstoß liefern und danach versuch das zu lenken, was darauf folgen wird.
Hochverehrter Dio C. de Cavazo tut es not, so auf den Adel verbal einzuschlagen, steigert das nicht, den vielleicht vorhandenen Mißmut? Wie ich schon im Bezug auf Sahet Quenadya Mezkarai erwähnt habe, Worte und vorallem solche Worte, werden die Anteilnahmslosigkeit nicht mindern. Was schlagt ihr vor, wenn ihr schon in diesem Maße zu verfahren gedenkt? Anklagen sind um ein Vielfaches leichter aus Gesprochen, als die Taten um ihnen den Boden unter den Füßen zu entziehen. Laßt uns somit gemeinsam voranschreiten und auch gemeinsam unsere Probleme lösen. Gemeinsam sind wir stark genug, um auch für das Reich stark zu sein. Der Ingrimmsstich für einen Erfolg muß aus uns selbst kommen!
Da meine Person nun in erster Linie dem Wohl der heiligen Herrin und meiner Tá'akîbet Sakem verpflichtet ist, aber ich auch nur wenig Bestreben auf der Seite meiner Schwestern und Brüder sehe ihre Bedürfnisse gegenüber dem Reich zu vertreten, will ich mich als Kandidatin für das Amt der Sechat aufstellen lassen. Doch eines muß zu fürderst erwähnen, in diesem Amt würde ich unsere Anliegen vertreten, jedoch darf es dabei nicht zu einer Vernachlässigung meiner sonstigen Pflichten kommen. Wir sind zu allererst Verwalter und Vertreter unserer heiligen Nisut und dann erst eigene Personen!

Möge der Segen des Herrn auf Euch liegen!

 


 

Myrádâ ta al'Areal, Seret ni Antien'Marét:

 

Myrádâ ta al'Areal, Seret ni Antien'Marét bat nach der letzten Rede um Gehör: "Verehrter Kleiner Konvent, verehrter Kleinadel, der ewige und holde Rabe, möge sein weißes Federkleid schützend über uns sein, sei gepriesen! Auch wenn ich erst seit kurzem zu dieser hohen Runde gehöre, denn es es ist kaum einen Mond her, daß ich das Kloster verließ und von meiner Hatyat zu diesem Amt berufen wurde, will ich doch vor Euch sprechen.
Es schmerzt mich mitzuerleben, wie der Wunsch und das Wort der Boronstochter, HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge der weiße Rabe seine Schwingen über sie halten, daß die Boronstochter von euch derartig respektlos behandelt wird, wie Ihr es tut. Ihr Wunsch war es, Ihren Kleinadel in einem Konvent geeint zu sehen und durch den Mund eines gewählten Vertreters zu hören. Also ist es unsere heilige Pflicht, diesem Wunsch zu entsprechen! [energischer] Aber Ihr, Ihr spottet ihr, indem Ihr über den Sinn uns Zweck dieses Konvents diskutiert! Woll Ihr wirklich über den Sinn heiliger Anweisungen diskutieren? Das ist Blasphemie!"
[ruhiger] "Aber wenn sie Nisut, HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge Ihr göttlicher Vater ihre Täume bewachen, meint, ihr eigenes Wort zurück nehmen zu müssen, so sollten wir uns schämen, denn wir waren nicht in der Lage, diesen göttlichen Auftrag zu erfüllen! Und wie ich hier sehe, sind wir nicht in der Lage, den Wunsch der Nisut zu entsprechen, denn wir pervertiern den Konvent zu einer Affengauklerei! Wir haben unsere göttliche Nisut, HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge der weiße Rabe Ihr Haupt küssen, enttäuscht! Wir sind es nicht wert, uns niederer Adel zu nennen.
Deshalb schlage ich vor, anstelle über Brandweinmonopole oder andere Lächerlichkeiten, die wir uns nur ausdenken, um das Maß an Themen zu füllen, zu reden, sollten wir in diesem Götterlauf nur einen Vertreter wählen, dessen einzige Aufgabe es sein soll, sich demütigst für unser Versagen bei der heiligen Boronstochter HEILIG! HEILIG! HEILIG!, möge der ewige Rabe ihr Weisheit auf all Ihren Wegen schenken, zu entschuldigen und um die Auflösung dieses Konventes bitten. Zudem soll er sie bitten, über das weitere Schicksal des Kleinadels zu entscheiden, denn eins ist klar: So geht es nicht mehr weiter!" [mit geschlossenen Augen und zur Decke erhobenen Handflächen]
"Möge der weiße Rabe über unser Schicksal wachen und möge seine Tochter HEILIG! HEILIG! HEILIG! uns weise leiten!"

 


 

Managarm, Akîb Ni Zenach:

 

[mit geschlossenen Augen, fast genießerisch] "Auch so kann man es wohl ausdrücken... aber einen Secha wählen, zum Zwecke, daß er um seine eigene Entlassung nachsuchen möchte...?"

 


 

Akîb Lirobal ni Ladrón ni Táyab:

 

[sich kurz räuspernd und dann ein wenig unsicher aufstehend, um sich auch zu Wort melden] "Nun, auch ich gehöre erst seit wenigen Monden zu dieser erlauchten Runde, und nachdem ich mir so das bisherige angehört habe, brennt meine Zunge darauf, auch meine Meinung kund zu tun. Zu allererst muss ich mein Erstaunen eingestehen. Wohl hat die Mehrheit des hier anwesenden Kleinadels das Anliegen, dem Hochadel eins auszuwischen, seine Macht zu verringern. Und doch, [dabei schweift sein Blick über die Anwesenden] wer von euch hegt nicht insgeheim den Wunsch, selbst in eben diesen Hochadel aufzusteigen?!? Und ich bin überzeugt, dass ein jeder Baron der hier und heute die Macht des Hochadels verringern will, sobald er selbst von eben jener Macht gekostet hat, sie auszubreiten versuchen wird.
Was die Wahl des Sechas betrifft, so muss ich sagen, dass er auf keinen Fall abgeschaffen werden darf, genauso wenig wie auch der Konvent oder der Baronien-Status. Ist es denn nicht so, dass Männer und Frauen, welche mit irgendwelche hochtrabenden Titel und Befehlsgewalten ausgestattet sind, viel eher motiviert und aktiv am Wohle des eigenen Staates gelegen sind, als wenn sie nur einer unter vielen und auswechselbaren Beamten sind?
Und ich glaube, so eine Art von Rechtsreform kann keinesfalls dem Wohle des Staates dienen, sondern dem Eigennutz des Hochadles, der damit noch mehr Macht kosten kann. Und die Nisut kann nur von einem Konvent wie diesem profitieren, stehen wir Akîbs dem Volke doch näher und können so sein Leid, aber auch seine Freude weiterleiten. [hält inne, setzt sich geräuschlos und lauscht weiter aufmerksam]

 

Der Cronrat 28 S.G.

Eröffnungsrede des Îden Praetorius Torben Jandarason

"Geschaetzte Mitglieder des Cronrates,
Kraft meines Amtes als Îden Praetorius erklaere ich diese Sitzung des Cronrates des Kahet ni Kemi für eroeffnet.
Bitte erhebt Euch nun, um Ihre keminisutliche Majestaet, unsere Nisut Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig und Ihre durchlauchtigste Hoheit, die Cronprinzeß Ela XV. Setepen, zu begruessen. Keminisutliche Majestaet, durchlauchtigste Hoheit, wir fühlen uns zu tiefst geehrt durch Eurer Gegenwart.
Zunaechst moechte ich die Anwesenheit der Cronrats-Mitglieder feststellen:
Seine Excellenz, der Cancellarius Dio Cardassion de Cavazo
Ihre Eminenz, die erste Rabendienerin Boronya von Nedjhit
Frau Fédàykîm-Gardekriegsherrin Chanya Al’Mout’pekeret
Seine Excellenz, der Vezir Rodrigo D. de Vivarya con ya Sermo
Seine Excellenz, der Secha Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr
Seine Hochwürden, der Conseilarius Rabenabt Boromil Mezkarai
Zentralrätin Bürgerin Mer'kara Nefret'ka
Seid willkommen und habt Dank für Euer Erscheinen, hier im Thronsaal zu Ynbeth.
Desweiteren moechte ich seine hoheitliche Ehren, den Croniustiziar Managarm begruessen, welcher diesem Gremium mit seinem iuristischen Fachwissen zur Seite stehen.
Wie Ihr bereits festgestellt habt, wird dieser Sitzung zum ersten Mal der Îden Praetorius in meiner Person vorstehen. Es ist mir eine grosse Ehre, dem Ruf Ihrer keminisutlichen Majestaet (*in deren Richtung verbeug*) zu folgen und dieses Amt bekleiden zu duerfen. Der Îden Praetorius wird heute und in Zukunft die Sitzungen des Cronrates leiten und deren geregelten Ablauf sicherstellen. Er wird sich aber nicht an den Diskussionen beteiligen und sich auch sonst der Stimme enthalten."

 

 


 

 
Punkt 1: Abschaffung des Kleinen Konvents wegen erwiesener Nutzlosigkeit. Der Secha wird fuerderhin vom Hochadel bestimmt.
 
 
Punkt 2: Der fuerderhin vom Hochadel zu bestimmende Secha muss auf der turnusgemaessen Sitzung des Großen Konvents mind. 12, aber keinesfalls 13 Antraege einbringen, damit der Hochadel ueber die Stimmung des Kleinadels informiert ist.
 

Der Îden Praetorius Torben Jandarason:

 

"Gut, so moechte ich denn beginnen. Zunaechst soll es die Aufgabe dieses Gremiums sein, die Punkte, welche in den Konventen des Jahres 27 SG als vortragswuerdig befunden wurden, zu vernehmen, anschliessend zu diskutieren und danach darueber abzustimmen.
Dem Îden Praetorius liegen 11 Punkte vor, welche vom großen Konvent verabschiedet wurden und ebenfalls im Kleinen Konvent, allerdings mit einigen Ablehnungen oder Verbesserungsvorschlaegen beschieden, diskutiert wurden. Die Excellenzen Vezir und Secha werden uns im Verlauf der Sitzung gewiss hierzu tiefergehende Erlaeuterungen gewaehren.
Der erste zu diskutierende Punkt, vorgeschlagen vom Großen Konvent, abgelehnt vom Kleinen Konvent, ist folgender: 'Abschaffung des Kleinen Konvents wegen erwiesener Nutzlosigkeit. Der Secha wird fuerderhin vom Hochadel bestimmt.'
Ich bitte um Wortmeldungen."

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

Der Kanzler erhob sich und bat um das Wort. Nach einer tiefen Verbeugung in Richtung Ihrer Majestät wandte sich der Maraskaner an den Cronrat:
"Hohe Damen und Herren, Euer Majestät, zu diesem Punkt habe ich einige Dinge anzumerken, wenn Ihr mir also gestattet...? Nun, die Abschaffung des Kleinen Konvents und die Bestimmung des Secha durch den Hochadel ist in meinen Augen nur ein kleiner Teil eines größeren Plan, den ich vor kurzem im Kleinen Konvent vorgestellt habe. Die bisherigen eher schmalen Leistungen der Sechas, die nach der langen Reihe würdiger Djunizer in diesem Amte folgten, sowie die Unfähigkeit des Kleinadels, provinzübergreifende Initiativen zu ergreifen, entzieht diesem meiner Meinung nach die wertvollste Begründung seiner Nobilität. In der Realität, hohe Damen und Herren, agiert der Kleinadel nicht anders als Beamte, die, von der Kanzlei ausgewählt, die Aufgabe der Provinzverwaltung übernehmen.
Ich sage es in aller Offenheit: Der Versuch, den Kleinadel in die Führung des Reiches einzubeziehen, ist gescheitert! Aus diesem Grunde bin ich nicht nur für die Abschaffung des Kleinen Konventes und die Bestimmung des Sechas, sondern auch dafür, den Kleinadel als Schicht aufzulösen und ihn als Beamte in einer eigenständigen Abteilung der Kanzlei zuzuordnen, mit dem Secha als leitenden Amtsrat. Das Reich braucht meiner Meinung nach nicht unbedingt 50 bis 60 Adelige. Es würde auch mit 10 auskommen, denjenigen, die bisher in unserem Káhet den Hochadel so erfolgreich repräsentieren."

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

Chanya Al'Mout'pekeret, angetan in ihre schlichte aber saubere Uniform der Schwarzen Armee, meldete sich zu Wort. "Was mich angeht, habe ich mir zu diesem Thema noch keine abschließende Meinung gebildet. Aber ich würde vorschlagen, die Diskussion über diesen Punkt auf später zu verschieben. Wir können dies - da es, wie der Kanzler berichtet, nur ein Ausschnitt aus einem umfassenderen Antrag ist, am besten mit dem Thema 'Verbeamtung des Kleinadels' diskutieren."

 

Der Secha der Kemi, Ne'mèkâth Boronmir Âk-de Sézàr:

Nachdem Kanzler und Gardekriegsherrin zu reden aufgehört hatten, erhob sich Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Sézàr und bat um das Wort. - Nach einer kurzen Verbeugung in Richtung Nisut, Eminenz, Vezir und Cronjustitiar begann mit ruhiger Stimme zu sprechen:
"Es freut mich, daß Ihr - verehrter Herr Cancellarius - so um das Wohlergehen des Reiches besorgt seid. Doch leider würde die von Euch vorgeschlagene Maßnahme meiner Meinung nach Euch mehr von Nutzen sein als dem Reich des Alleinseligmachenden. Und allein letzteres sollte unser streben sein. Nein, ich kann Euch nur widersprechen, geschätzter Kanzler. Und dies aus drei Gründen: Erstens, der niedere Adel im Káhet ni Kemi ist von seiner Stellung her in der Herrschaftspyramide schon jetzt nicht mit dem in anderen Reichen zu vergleichen. Schon jetzt gleicht seine Rolle mehr der eines Beamten der Krone als der eines Lehnsmannes. Zum Beispiel wurden Lehen erst unlängst erblich und das auch nicht per se, sondern erst nach Bestätigung. Es entspricht guter Tradition und Sitte, daß AkîbETs und SahETs Salär erhalten, 20 Suvar im Mond, und nicht über die gleichen Privilegien wie im Norden des Kontinents verfügen.
Es gibt also schon mehr von dem, was ihr fordert, als man erst noch einführen müßte. - Soweit der traditionshistorische Exkurs.
Zweitens, ich stimme Eurer sehr polarisierten Darstellungsart - Herr Cancellarius - keineswegs zu. Mit Nichten hat der Hochadel in den letzten Jahrzehnten eine ausschließlich rühmliche Leistung geboten, wohingegen sich der Niederadel mit Tatenlosigkeit, Schweigen und mangelnder provinzübergreifender Einsatzbereitschaft ausgezeichnet hätte.
In den letzten Götterläufen hat es immer und immer wieder Wechsel in den Reihen der Akîbs und Akîbets gegeben. Teilweise in einem Lehen mehrmals in einem Götterlauf. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber bestimmt nicht alle auf Unfähigkeit zurückzuführen. Ein jeder neue Akîb oder eine neue Akîbet mußte sich wieder in seinem Lehen einarbeiten, sich mit individuellen Gepflogenheiten vertraut machen und hatte so kaum Gelegenheit dazu, provinzübergreifende Aktionen einzuleiten. Der Hochadel stand gar nicht vor solcherlei Herausforderungen und folglich konnte er sich auch auf ganz andere Themen konzentrieren und eine andere Leistung bieten.
Der niedere Adel ist die Stütze des Reiches. Er kämpft tagtäglich in vorderster Front gegen die Unbillen der Natur und ihrer Bewohner. Dazu muß er nicht selber aufs Feld gehen, sondern es reicht schon ein Lehen zu haben, in dem es kaum möglich ist, Felder anzulegen. Sei es, weil sie zu versumpft sind und die Mittel für ein Trockenlegen fehlen oder sei es, weil sie überwiegend aus undurchdringlichem Dschungel bestehen. Das Tagesgeschäft eines Niederadligen besteht in der Sicherstellung wichtiger Grundlagen zur Ernährung und zum ÜBERLEBEN seiner Bevölkerung und damit des Reiches! Dies alles und noch viel mehr sollten wir bedenken, wenn wir über die Leistungen des Kleinen Konventes urteilen wollen.
Drittens, die Leistungen des Niederen Adels, auch die provinzübergreifenden, können Euch - verehrter Cancellarius - gar nicht alle bekannt sein. Wenn sie es wären, so würdet Ihr nicht so sprechen. Die Tätigkeiten erstrecken sich auf viele kleine Einzelfälle, die gar keinem in Gänze bekannt sein können. Dafür ist unser Reich zu unübersichtlich, dafür sind die Aktionen zu unscheinbar. Es stellt sich nicht immer alles als reichsweiter Aufruf zum Tempelbau dar und der Absprache, welches Lehen am besten welche Arbeiter bereitstellt. Es ist auch nicht immer eine öffentliche Diskussion, welch angemessenes Geschenk der niedere Adel zur Vermählung der Cronprincess beisteuern könnte und es ist auch nicht immer eine provinzübergreifender Aufruf zu Expeditionen, welche unter Umständen den Wohlstand des ganzen Reiches zu fördern vermögen. - Nein, es sind die vielen kleinen, alltäglichen Dinge, welche die Tätigkeit des Niederen Adels auszeichnet.
Sich einmal im Götterlauf hinzustellen und lauthals Dinge zu verkünden, die dann - zurückgekehrt in die Realität - nicht umgesetzt werden können, das mag mancher Person Leidenschaft sein. Zweifelsohne ist es kurzsichti. Keine juristisch einwandfreie und innen- wie außenpolitisch durchdachte Meinung zu reichsweiten Fragen zu haben, das mag verbesserungswürdig sein. Es genügt aber keinesfalls zur Abschaffung eines über zahlreiche Götterläufe hinweg bewährten Gremiums! Der niedere Adel verdient ein Gremium wie den Kleines Konvent. Dieser und das Amt des Sechas wurde nicht ohne Grund geschaffen und soll auch nicht ohne triftigen Grund abgeschafft werden. Es hat sich bewährt und es wird sich weiter bewähren.
Er verdient eine gemeinsame Argumentationsplattform und die Möglichkeit, sich geschlossen zu artikulieren, auch wenn das oft aus genannten Gründen schwer fällt und den Eindruck des planlosen vermittelt.
Vielleicht sollten wir uns hier lieber über Maßnahmen unterhalten, wie der prosperierende Hochadel und die starken, traditionsreichen Familien ihren treuen Untergebenen unter die Arme greifen können. Nur so kann der niedere Adel - die Stütze des Reiches - wieder zu alter Stärke gelangen. - An der übrigens djunizer Sechas den geringsten Anteil hatten!!"
Ne`mèkâth setzt sich.

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

Gelangweilt und mit einem Gähnen hatte der Kanzler den Monolog des Secha über sich ergehen lassen. Nun antwortete er schläfrig:
"Erstens: Ihr selbst sagt, der niedere Adel gliche eher dem Beamtentum als dem sogenannten 'klassischen' Adel. Warum dann ihn dann nicht so nennen?
Zweitens: Polemik ersetzt keine Fakten. Die Leistungen des Hochadels könnt Ihr also nur schmälern, wenn Ihr konkrete Kritik anbringt. Die Leistungen des Kleinadels, die Ihr ansprecht, würdige ich auch. Aber diese könnten Beamte ebensogut erbringen.
Drittens: In meinem Amte als Yret Ni KKAB sehe ich mich sicher weit besser in der Lage, die angesprochenen Leistungen zu beurteilen als Ihr, der Ihr als Secha lediglich durch höchst ungewöhnliches Schweigen und Untätigkeit auffielt. Ihr wäret im Übrigen erstaunt, was sich so alles in den Akten finden läßt.
Letztens: Eure üble, faktenlose Polemik gegen die Tatkraft der djunizer Sechas Omjakan ibn Dalasch und Thorn Margatnep will ich nun nur deshalb nicht als perfide Infamie verurteilen, da ich einsehe, daß Ihr, der erste Nicht-Djunizer in diesem Amte, diese allein deshalb nicht würdigen könnt, um Euer totales Versagen als Secha zu kaschieren.
Das dazu. Ansonsten stimme ich Ihrer Hoheit zu, diesen Punkt auf später zu verschieben, wenn die Abstimmung des Kleinen Konventes zur Verbeamtung des Kleinadels vorliegt.
Mit Eurer Erlaubnis, Îden praetorius, können wir zum nächsten Punkt übergehen?"

 

 


 

Punkt 3: Immer wenn der Hochadel dem Kleinadel die Ehre gibt, hat der Kleinadel für angemessene Unterkunft u. Verpflegung Sorge zu tragen. Inklusive dem Recht der ersten Nacht.
 

Der Îden Praetorius, Torben Jandarason:

 

"Ich stelle fest, dass die Punkte 1 'Abschaffung des Kleinen Konvents wegen erwiesener Nutzlosigkeit. Der Secha wird fuerderhin vom Hochadel bestimmt' und 2 'Der fuerderhin vom Hochadel zu bestimmende Secha muss auf der turnusgemaessen Sitzung des Großen Konvents mind. 12, aber keinesfalls 13 Antraege einbringen, damit der Hochadel ueber die Stimmung des Kleinadels informiert ist', welche ja rein thematisch zusammengehoeren nach dem Willen des Cronrates dann neu diskutiert werden, wenn der, zur Zeit in den entsprechenden Gremien diskutierte Antrag 'Verbeamtung des Kleinadels des Kahet ni Kemi' sowohl den Großen als auch den Kleinen Konvent passiert hat.
Wenn nun von Eurer Seite also keine Einwaende bestehen, wollen wir nun fortfahren mit Punkt 3, vorgeschlagen vom Großen Konvent 27 S. G.: 'Immer wenn der Hochadel dem Kleinadel die Ehre gibt, hat der Kleinadel für angemessene Unterkunft u. Verpflegung Sorge zu tragen. Inklusive dem Recht der ersten Nacht.' Ich bitte um Wortmeldungen."

 

Der Cronjustitiar der Kemi, Managarm Ni Zenach:

"Der erste Teil des Antrages ist Rechtswirklichkeit. Zweifache Überlegung: die angemessene Beherbergung des Lehnsherrn, beziehungsweise des Provinzherren, ergibt sich bereits aus dem Lehnseid. Sie ist ein Unterfall der Gehorsamspflicht.
Primo: es gab keine Möglichkeit für den Lehnsnehmer, den Übergeordneten auf deren ausdrückliche Anweisung die angemessene Logis zu verwehren.
Secundo: wenn dem nie widersprochen werden konnte, ist es Gewohnheitsrecht, auch und gerade unausgesprochen.
Conclusio: es ist nicht nur das Recht eines Hochadeligen, dies ausdrücklich anzuordnen, es ist Recht, dies unausgesprochen zu erwarten.
Die Beherbergung jener Hochadeligen, welche nicht Adressaten des Lehnseid waren, ist hiernach solange Gewohnheitsrecht (ableitbar aus dem Heerschilde - Prolog des CCC, wonach nämlich die Nähe zum Heerschild der Krone Respekt gebietet), sofern nicht Weisung des Lehns- oder Provinzherren dem widerspricht. Angemessen ist, was nicht übermässig ist, also die realen, rechtlichen und tradierten Möglichkeiten überschritte. Dies soll nicht standardisierbar sein: in einer reicheren Provinz ist anderes angemessen als in einer ärmeren. Ebenfalls Teil dieser Angemessenheit ist eine Würdigung der eidlichen Beziehung zwischen Hoch- und Niederadeligem. Dem unmittelbaren Provinz- oder Lehnsherren gebürt eine andere Aufwartung als einem anderen Hochadeligen. Hier sollte nicht allzu sehr detailliert werden; Angemessenheit ist Ermessensfrage: Gespür für die Situation.
Conclusio: Der Hochadelige hat, auf eine Formel gebracht, den Anspruch, so behandelt zu werden, daß gegenüber den anderen vor Ort sein Rang verdeutlicht wird. Ich schlage vor, eine entsprechende Norm zu formulieren, daß dieRechtslage nicht nur Auslegung oder Gewohnheitsrecht ist, sondern positiviert wird.
Hierbei ist fraglos das Recht der ersten Nacht ein Sonderfall. Ich sagte bereits: angemessen gleich innerhalb der rechtliche Möglichkeiten. Das Ius primae noctis kann nicht eingeführt werden ohne wörtliche Änderungen des CCC und Änderungen in dessen Wertung. Gegen das I.P.N. stehen zur Zeit wörtlich oder wertend Normen wie Nötigung, Erpressung, Menschenraub, Ehrdelikte. All diesen Norm ist gemein, daß sie Minimalstandards der Selbstbestimmung eines Menschen definieren, in die nicht gegen seinen Willen eingegriffen werden kann. Ein Recht auf die körperliche Verfügung über einen Menschen, also abstrakt einklagbares, gegebenfalls gegen den konkreten Willen der Person durchsetzbares Moment (was "Recht", "Ius" ist), ist mit dem Gesetz mit seinem bisherigen Normbestand nicht vereinbar. Damit soll lediglich darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Einführung des I.P.N. von weiteren Gesetzesänderung flankiert werden müßte. Ich nehme davon Abstand, meine persönliche Meinung jenseits der rechtlichen anzufügen."

 

Der Conseilarius des Heiligen Konzils, Rabenabt Boromil Mezkarai:

Der Rabenabt nickt zustimmend, als der Kronjustitiar geendet hat.
"Zunächst einmal erscheint es mir gelinde gesagt ungewöhnlich, daß ein solcher Vorschlag aus den Reihen des Großen Konventes vorgetragen wird, denn impliziert die Forderung nach einer verbindlichen Rechtsnorm nicht, daß dem Gewohnheitsrecht in der Vergangenheit nicht genüge getan wurde? Vielleicht mag Seine Erlaucht de Viviarya einige erläuternde Worte dazu verlieren.
Zum zweiten, und hier spreche ich als Sprecher des Konzils der gesamtkem'schen Geweihtenschaft, sprechen nicht allein weltlich-rechtliche sondern ganz klar geistliche Bedenken gegen die Formulierung einer solchen Rechtsnorm. Sämtlichen Kulten dieses Landes ist eine - ich nenne es der Vereinfachung halber - traviagefällige Vorstellung von Gastfreundschaft gemein, auch jenen Kulten, welche die Frau Travia nicht kennen. Bei den Anhängern Rastullahs ebenso wie bei den mir bekannten Glaubensvorstellungen der Waldmenschen, sowie den Riten der Achaz gilt es als heilige Pflicht, dem Reisenden Nahrung und Unterkunft zu gewähren. Ebenso wie das ebenfalls in allen Kulten vorhandenes Achtungs- und Gehorsamsgebot vor jenen, die, in welcher Form auch immer, als höherrangig innerhalb der bestehenden Strukturen gelten.
Die Festlegung einer Rechtsnorm in Bezug auf traviagefälliger Gastung und allgemein gottgefällige Gehorsamspflicht halte ich sowohl aus den Erfahrungen meines Lebens innerhalb dieses Reiches sowie den Äußerungen und Stimmungen, welche mir durch die vielen Jahre meines Amtes als Sprecher des Konzils zugetragen wurden und werden, für unnötig. Sofern uns Vezir de Vivarya nicht anders belehrt, sondern auch dieser Punkt, wie mir scheint einer von vielen, lediglich zur - profan ausgedrückt - Aufrüttelung des letztjährigen Kleinen Konventes gedacht war, ergeht von Seiten des Konzils der Rat, nicht ohne Not selbstverständliche Gewohnheiten und heilige Pflichten, welche der göttergewollten Ordnung und - soweit ich erkenne - dem Wesen sämtlicher Kulturschaffender innewohnend, als weltliche Rechtsnorm zu formulieren.
Der zweite Punkt, die Einführung des ius primae noctis für Hochadlige, ist unter ganz anderen Vorzeichen dringlichst abzulehnen, geht es hierbei nicht um die positive Formulierung einer wohlgefälligen Rechtsnorm, sondern um die Aberkennung einer solchen. Wie Seine Hoheitliche Ehren ausführte, wären im Vorfeld umfangreiche Gesetzesänderungen notwendig, weche bislang die minimalsten Rechte der Selbstbestimmung einer Person unberührt ließen.
Doch auch und vor allem im Sinne der göttlichen Ordnung sind schwerwiegende Bedenken anzumelden. Unser Reich wurde auf den Grundfesten der göttlichen Gesetze des Raben und seiner Elfkinder erbaut, unter ihnen die Herrin Rahja, deren Gaben auf Freiwilligkeit und einer Art von Gleichheit beruhen, die im Sinne der gemeinsamen rahjatischen Extase selbst die Gehorsamspflicht in diesem Punkte zweitrangig sein läßt. Dieses Reich hat in der Verurteilung und scharfen Bestrafung von Handlungen, die diesem Rahjasgesetz zuwiderlaufen, sich klar von anderen Gesellschaften abgehoben, in denen das Recht auf Selbstbestimmung ganzen Personengruppen beispielsweise durch Sklaverei geraubt wird. In unserem Lande hat eine eine Leibeigene das Recht, ihren Herrn wegen Nötigung verklagen zu lassen, wenn er ohne ihre Zustimmung einen Beischlaf erzwänge, sie hätte gar das Recht, ihn in Notwehr zu töten, auch wenn mir die Komplikationen, die sich durch hierarische Strukturen in einem solchen Falle stets ergeben, durchaus vertraut sind.
Eine derartige Schändung der rahjagefällige Gabe als gewohnheitsmäßiges Recht einer Gruppe von Personen dieses Reiches zu formulieren, einer Gruppe von Personen zumal, die durch ihr herausragendes Amt und ihre hohen Würden insbesondere Vorbildfunktion besitzen, erscheint mir - vergebt mir die drastische Wortwahl - wie finsterste Barbarei. Es darf nicht sein, daß ein Hochadliger oder eine Hochadlige per Gesetz und damit durch das Wohlwollen unserer Nisut, Rabentochter, vom selben heiligen Blute wie die Schöne Göttin, welche der Rabe seine Tochter Ra-îa genannt, dazu legitimiert wird, das heilige Gesetz eben jener Göttin zu brechen."

 

Die Erste Rabendienerin, Ihre Eminenz Boronya von Nedjhit:

Die Erste Rabendienerin erhob sich, als der Rabenabt geendet hatte. Noch immer, auch wenn seit ihrer Befreiung aus den Klauen des Raistlin Deron bereits zwei Götterläufe vergangen waren, wirkte sie wie ausgezehrt. Das Antlitz hohlwangig, die Augen von fiebrigem Glanz erfüllt. Ihre Stimme jedoch war voll und stark wie ehedem zuvor:
"Söhne und Töchter. Zum Punkte des vorgeschlagenen 'Rechtes der Ersten Nacht' folgen Wir den Bedenken des Heiligen Konzils und lehnen eine dahingehende Gesetzesänderung ab. Hingegen befürworten Wir den Vorschlag des Cronjustitiars nach einer Festschreibung der Gastungspflicht. Denn sowohl das Schänden der Rahjasgabe wie auch das Schänden der Traviagabe ist dem Raben ein Greuel. Und so soll beides, je nach Maßgabe, bestraft werden können, und die Erfüllung der Gesetze sowohl der Tochter Rahja wie auch der Tochter Travia sollen als verpflichtend in den Gesetzestext aufgenommen werden, denn beides gehört neben anderem zu den Grundstatuten unseres Reiches.
Vor dem Hintergrund dieser Vorlage schlagen Wir dem Cronrat einen weiteren Punkt zur Diskussion vor:
Wie Vater Boromil richtig ausführte, wurde Kemi auf den Grundfesten der Worte des Heiligen Raben errichtet. Und so sollten Verstöße gegen Gesetze der göttlichen Kinder im Lande des Raben stets auch von Dienern und Dienerinnen des Raben geahndet werden. So ist ein erzwungener Beischlaf nicht allein eine Verletzung der durch weltliche Gesetze gewährleisteten Selbstbestimmung einer Person, er ist ebenso eine schwere Sünde vor den Augen der Göttin. Ebenso wie die Verwüstung eines Feldes die Gaben der Tochter Peraine oder das Vergiften einer Zisterne unmittelbar die Gaben des Sohnes Efferd schändet. Somit beantragen Wir, daß sich Personen, welche sich wider die göttliche Ordnung vergehen, auch vor den Wahrern der göttlichen Ordnung zu verantworten haben, auf daß ihnen durch die Auferlegung einer dem Vergehen angemessenen Buße der Weg zurück zum Heil ermöglicht werde."

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

"Jaja, schöne Theorie", knurrte Chanya. "Aber in der Realität ist es doch ganz anders. Hochwürden, es ist leider nicht nur so, daß uns, die wir den Hochadel repräsentieren, der Kleinadel auf der Nase herumtanzt, sondern sich schon gemeine Bürgerinnen dieses schlechte Beispiel zu Eigen machen. Aus diesem Grunde ist es wohl nötig, die Selbstverständlichkeiten, die Ihr erwähnt, nochmals konkret ins Gesetz aufzunehmen, um es dem Pack unter die Nase zu halten, wenn es denn wieder meint, in - wie der Kanzler es so schön zu formulieren versteht - 'Zardekismus' zurückzufallen. Und man sollte es so formulieren, daß es auch gewisse Inquisitorinnen verstehen. Ansonsten kann ich für nichts garantieren", fügte die Hoheit grummelnd hinzu.
"Ach ja", ergriff sie lächelnd erneut das Wort: "Zum Recht der ersten Nacht: Ich brauche das nicht unbedingt in diesem Gesetz..."

 

Der Secha der Kemi, Ne'mèkâth Boronmir Âk-de Sézàr:

Nachdem Ne`mèkâth das Wort erteilt wurde: "Warum sollte in einer reichen Provinz die Beherbergung feudaler ausfallen als in einer armen? Damit spreche ich nicht die Mittel an, die in einer Provinz zur Verfügung stehen. Von dieser Seite aus betrachtet ist die Argumentation nachzuvollziehen. Aber was ist mit dem Gebot der Bescheidenheit und der Ablehnung von Dekadenz seitens der Lehre des Alleinseligmachenden Raben? Will man einen borongläubigen Lehnsherrn dazu zwingen, zu fördern, was ihm nicht heilig ist? Die Art der Beherbergung sollte auch religiöse Aspekte berücksichtigen und zwar auf gleiche Art die des Gastes wie die des Gastgebers. Ist eigentlich ein Fall bekannt, bei dem man schon einmal gegen das Gebot der Travia bei der Beherbergung Hochadliger Personen verstoßen hat?"

 

Der Conseilarius des Heiligen Konzils, Rabenabt Boromil Mezkarai:

Als der Îden praetorius zu den Ausführungen des Sechas keine Anmerkung machte, bat erneut der Rabenabt um das Wort.
"Werter Bruder", wandte er sich an den Mehib, "bitte gestattet Uns, Euch als Secha darum zu ersuchen, den Willen des Kleinadels bezüglich der angesprochenen Punkte darzulegen. Für Detailfragen über religiöse Aspekte einer Unterbringung von Adelspersonen ist derzeit Unserer Ansicht nach keine Basis geschaffen, da wir bisher noch nicht einmal die Beschlüsse sämtlicher im Cronrat vertretener Gremien zu diesem Punkte gehört haben."

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

Chanya fuhr fort: "In Ordnung, Scherzerei beiseite. Als Oberkommandierende der Streitkräfte kann ich den zur Diskussion stehenden Punkt nur soweit kommentieren:
Für meine nichtadeligen Offizierinnen ist die entsprechend höfliche Behandlung von Hochadeligen eine Selbstverständlichkeit, aus diesem Grunde brauche ich die Festschreibung des Gesetzes nicht unbedingt. Ich werde dennoch dafür stimmen, da das Oberkommando einsieht, daß es wichtig ist, dem Volke ein für die Moral und dem Kampfeswillen zuträgliches Vorbild zu geben und der Kleinadel zu diesem Zwecke entsprechend 'angeleitet' werden muß. Wer kämpft denn schon gerne für einen Popanz, der sich sogar von kleinen Sekretären auf der Nase herumtanzen läßt? Das I.P.N. lehnt das Oberkommando entschieden ab, da der erzwungene Beischlaf ein zu tiefer Eingriff in Ehre und Würde einer Person ist - insofern mag die Gewährung dieses Rechtes auch die Kampfkraft der Armee schwächen, dann nämlich, wenn eine Offizierin durch dieses betroffen ist und somit innerhalb einer Kriegssituation eine unüberbrückbare Distanz zwischen der Betroffenen und dem entsprechenden, sich möglicherweise ebenfalls in Kommandoposition befindlichen Adeligen besteht."

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

Der Kanzler lächelte: "Von Seiten der Kanzlei kann ich der Forderung, die Gastfreundschaftspflicht des Kleinadels ins Gesetz aufzunehmen, nur zustimmen. Wie aus meinen Reihen verlautet, sei innert des Kleinadels das Verlangen groß, zu möglichst allen Punkten des täglichen Lebens konkrete Rechtsnormen an die Hand zu bekommen, um die breite Hilflosigkeit in dieser Schicht zu bekämpfen. Auch um der bürokratischen Ordnung willen stimmt die Kanzlei zu. Zum I.P.N. kann die Kanzlei einen ablehnenden Bescheid geben. Der Aufwand, dieses Recht und die zu erwartenden Rechtsstreitigkeiten in diesem Zusammenhang zu kontrollieren, scheint uns gegenüber dem Vorteil, so es einen gibt, der Einführung des I.P.N. nicht gerechtfertigt."

 

Die Zentralrätin, Bürgerin Mer'kara Nefret'ka:

Verbeugung nach links, Verbeugung nach rechts, ganz tiefe Verbeugung nach vorne.
"Nun, laßt mich den letzten Punkt zu meinem Ersten machen, daß primae noctis. Ist es denn nötig dem Hochadel ein Spielzeug zu geben und dieses auch noch in alle Welt hinaus zu posaunen. Was wird mit Kindern die eventuell aus solchen, ähh Verbindungen entstehen? Nun zugegeben, die Beweisbarkeit dürfte in diesem Fall ziemlich schlecht sein, doch kann man den Angehörigen des Standes der Hochadeligen eine moralische Verantwortung nicht abstreiten. Im übrigen stimme ich meinen Vorrednern in ihrer Meinung über das Beschneiden der rudimentären Freiheitsrechte der einzelnen Einwohner und Einwohnerinnen unseres Landes zu. Sein wir froh das wir etwas Fortschritt haben und keinen Rückschritt worauf dieser Teilpassus ja gewollt oder ungewollt abzielt.
Nun zum zweiten Punkt, dem recht auf angemessene Unterbringung, Verpflegung etc. etc.. Hier stellen sich mir bei einer so schwammig formuliertem Vorlage die Nackehaare auf und ich bekomme Bauchschmerzen, denn was ist angemessen. Meine Vorredner haben auch nur wieder mit schwammigen Ausdrücken um sich geworfen, also was ist angemessen? Der zwanzigste Teil der Monatseinnahmen, der zehnte Teil der Selbigen? Eine einfache Festlegung auf einen Anteil würde diese Vorlage wunderbar übersichtlich und handhabbar machen aber mit einer solchen Formulierung dürfte sie keinerlei Auswirkung haben. Soviel dazu, nun zu meiner Meinung zu diesem ähh Punkt. Wieso soll der so titulierte Kleinadel die Reisekosten für den Hochadel übernehmen? Wieso soll der Hochadel überhaupt reisen? Das belastet doch nur die Staatskasse. Ich sage ja gar nichts dagegen wenn der Hochadel dienstlich auf Reisen geht, doch dann ist er ja quasi im Auftrag der Nisut unterwegs, auch wenn dieser Auftrag eher metaphorisch ist, da er ja nicht direkt erteilt wurde sondern im Eid implementiert ist. Aber wie oft muß der Hochadel auf dieser Grundlage durch das Kahet reisen und wie oft tut er dies aus niederen privaten Gründen? Zum Wohl des Kahet würde ich diese Regelung sowieso nur für die genannten dienstlichen Reisen gelten lassen, sprich wenn der Hochadelige einen triftigen Grund für seine Reise hat soll der Kleinadel ihn kostenlos verköstigen und übernachten lassen, bei den andern Reisen soll der Hochadelige, wie jeder andere auch die Kosten selber tragen. Das damit eingesparte Geld ließe sich sicherlich hervorragend für eine Steuersenkung verwenden."
Verbeugung nach links, Verbeugung nach rechts, ganz tiefe Verbeugung nach vorne, hinsetzen, ENDE.

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

"Blödsinn", knurrte Chanya die Bürgerin an. "Ich bin immer Hoheit und auch immer Oberkommandierende, also immer im Dienst! Und das Futter für mein Pferd habe ich noch immer selber bezahlt, wenn die Stallmeisterin darauf bestand. Aber sicher will Rodrigo", und Chany "stupfte" den Vezir heftig an die Schulter, "noch etwas sagen."

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

Auch der ewig lächelnde Kanzler meldete sich zu Wort. "Meine Teuerste", wandte er sich an die Bürgerin, "in der Tat ein, nun, interessanter Vorschlag. Die Einrichtung einer Spesenbürokratie für den Hoch- und Kleinadel, nein wie putzig."

 

Die Zentralrätin, Bürgerin Mer'kara Nefret'ka:

"Nun, man merkt, daß Ihr etwas abwesend wart, als ich gesprochen habe, verehrter Cancler, ansonsten wäre euch sicherlich aufgefallen, daß ich nur vom Hochadel gesprochen habe, der seine Reiselust etwas einschränken sollte. Ob dies putzig war oder nicht möchte ich nicht kommentieren.

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

"Oh verzeiht, Teuerste", meinte der Kanzler lächelnd. "Ich ändere meinen Antrag für's Protokoll ab. Schreiberling, wandelt meinen letzen Satz bitte in 'Spesenbürokratie für den HOCHadel'. Das 'putzig' mögt Ihr aber bitte belassen."

 

Der Cronjustitiar der Kemi, Managarm Ni Zenach:

Der Kronjustitar, in seinem geschäftsmäßigen, teilnahmslos wirkenden Tonfall.
"Ich habe Bedenken gegen diese Änderung des Antrages. Im Kern geht es um die Unterschiede zwischen dem Adels- und dem Beamtenstand. Damit ließe sich eine Vortragsreihe an der Akademie gestalten. Im Bereich der Finanzverwaltung versuche ich es mit einem Bild: wenn der trifftige Grund, Gelder zu verwalten, ein Zimmer wäre, so ist der Adelige durch seinen Lehnseid in dieses Zimmer gelangt und bleibt dort, bis er es durch die Türe "Lehnsfrevel" verläßt. Der Beamte hat durch seinen Diensteid den Weg zu der Tür gewiesen bekommen, an welche er anklopfen und die Parole nennen muß, die "Warum im Einzelfall" lautet, bevor er in dieses Zimmer gelangt.
Deswegen kann nach der geltenden Rechtslage der Terminus Dienstreise - dem ja das "Warum im Einzelfall" innewohnt - nicht auf den Adeligen angewendet werden. Das höchst komplexe Steuerrecht funktioniert im übrigen nicht nach dem simplen Prinzip: wenn ich da etwas nicht ausgebe, habe ich dort mehr und muß drüber nicht mehr Steuern einnehmen. Ganz zu schweigen davon, daß die Ausgaben der Adeligen für private Reisen bereits von der mondlichen Alimentaion gedeckt werden, die zur freien Verfügung steht und deshalb ein fixer Haushaltsposten ist, an dem sich auch nichts änderte, wenn die Adeligen weniger reisen würden. Ich habe es kurz gedanklich überschlagen: alle Überlegungen, diese Alimentation mit Hinweis auf Einsparmöglichkeiten im 'Transit' zu kürzen, um dann Steuern zu senken, sind sämtlicherweise Zirkelschlüsse.
Conclusio: die geltende Rechtslage widerspricht der Etat- und Spesenauffassung der Zentralrätin. Vor einer Änderung mußich dringlichst eine Überprüfung des Gesetzes empfehlen, welche anderen Normkomplexe berücksichtigt und geändert werden müssen. Dieser Aufwand mag bei einem so unspektakulären Thema erstaunlich sein: aber er bedeutet ja letztlich, die Adeligen - vor die Türe zu setzen.
Nun, es ging auch um Berherbergung, nicht um die Gesamtreisekosten. Die Gründe für die Berherbergung sind genannt. Erörterungswert wären noch eine Spezifizierung des "Standesgemäßen", wie die Zentralrätin es wohl anstrebt.
Ich will noch anfügen: die Norm müßte in der Relativform formuliert werden: 'wenn ein Angehöriger höheren Standes einem niederigeren Standes die Ehre gibt". Denn der Anspruch auf standesgemäße Beherbergung entstammt eben den Ständen der Heeresschilde. Hoch- und Niederadel sind nur durch die Konventszugehörigkeit bestimmte Kategorien von Ständen. In der Praxis: der Bürger beherberge den Edlen, der Edel den Baron, der Baron den Grafen, der Graf den Markgrafen etcetera.'"

 

Die Zentralrätin, Bürgerin Mer'kara Nefret'ka:

"Nun, da gibt es nichts zu verzeihen, wenn ihr Euren Fehler nur einseht, Durchlaucht.
Euer Hochgebohren, eine wunderbare Ausführung in gepflegtestem JurisprocedereKauderwelsch, aber lasst mich nur kurz noch eine Anmerkung anbringen, Euer Beispiel war übrigens hervorragend. Doch die eigentlichen Kosten der Reise habe ich auch nicht gemeint, da diese auch nicht Kernpunkt des Antrages ware, sondern die Kosten die in den einzelnen Ta'akib entstehen. Denn wie Ihr so schön ausführtet, erhält der Adel eine monatliche Donation aus der Staatskasse, der Aufenthalt eines Höheradligen verursacht doch nun eine Mehrausgabe bei der betreffenden Person, da zum größten Teil die monatliche Zahlung bereits verbraucht bzw. zwingend verplant sein dürfte, entseht wohl ein negativer Betrag, der nun aus anderen Positionen gedeckt werden muß also eine Mehrausgabe. Auch habe ich bereits ausgeführt das der Lehenseid vielfach die Begründung für eine Reise bereits beinhaltet, dies ist selbstverständlich voll gerechtfertigt, was ich meinte waren Vergnügungsreisen, wie zum Beispiel der Besuch bei einem Immanspiel am anderen Ende des Kahet, wenn ihr nun die Begründung der Repräsentationspflicht des Adligen gegenüber dem EINFACHEN Volk bringen möchtet, bin ich damit zwar nicht einverstand kann dies aber akzeptieren. Nun zum Abschluß noch eine kurze Bemerkung, doch das Steuersystem ist wie alles ander im Grunde doch so simpel aufgebaut, auf der einen Seite habe ich Einzahlungen auf der anderen Auszahlungen, alles andere ist nur regelmentierendes Beiwerk das man genauso ändern kann wie man es auch aufstellen kann."

 

Der Îden Praetorius, Torben Jandarason:

 

Verzeiht, werte Zentralrätin, aber ich möchte darauf hinweisen, daß seine hoheitliche Ehren, der Croniustiziar, nur als Rechtsberater des Cronrates, nicht aber als dessen MItglied auftritt. Ihr müßt ihn also nicht unbedingt von Eurem Standpunkt überzeugen. Seine hoheitliche Ehren wird nur dann das Wort ergreifen, wenn ihm eine Erläuterung oder Kommentierung eines Sachverhaltes aus iuristischen Gründen als angemessen erscheint.
Gibt es ansonsten noch weitere Wortmeldungen zu Punkt 3. Ansonsten möchte ich vorschlagen, zu Punkt 4 voranzuschreiten: "Das erste aus jedem Wurf landwirtschaftlichen Nutzviehs ist an den Provinzherrn abzufuehren. Unter Nutzvieh ist sowohl Horn- und Federvieh, als auch Huftier zu verstehen."
Dieser Punkt wird ebenfalls vom Großen Konvent eingebracht, der Kleine Konvent lehnt ihn ab. Ich bitte um Wortmeldungen.

 

Der Cronjustitiar der Kemi, Managarm Ni Zenach:

Der Kronjustitiar runzelt unmerklich die Stirn: "Ew. Exzellenz. Es gilt eh einzig die Königin von den Argumenten zu überzeugen. Der Cronrat berät die Königin als 'gesellschaftliche' Quintessenz des Reiches, wie ich dasselbe in juristischen Fragen tue. Es geht tatsächlich - effektiv - nicht darum, mich zu überzeugen, jedwede ausführliche Erörterung, egal an wen unmittelbar gerichtet, dient letztlich mittelbar der höchsten legislativen Instanz. Und da alle Gesetze auch Auslegungssache sind, was wieder Sache der Gerichte ist, ist es für mich auch von Relevanz, den Geist einer Norm in deren Entstehung zu erfassen. Insofern sind die Standpunkte und ihre Darlegung in der Debatte, auch und gerade nach juristischen Kommentierungen meinerseits, von ziemlicher Bedeutung."

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

"Liebe Zentralrätin", lächelte (erneut) der Kanzler der Bürgerin zu, "habt Dank für Eure Belehrung. Un in der Tat kann ich kaum einen Ausdruck für meine Beschämung finden. Seid Euch versichert - ich werde mich bessern..."
Dann, an die illustre Runde gewandt: "Ich bin nicht dafür, bereits nun zum nächsten Punkt überzugehen, da wir zum derzeitigen noch nichts vom Secha und dem Vezir vernommen haben. Das Enthaltungsverbot impliziert meiner Meinung nach durchaus eine umfassende Information der Runde vor der Abstimmung. Deshalb, lieber Ne'mekath, tragt doch der Runde endlich einmal den Willen des Kleinadels vor, anstatt Euch in sinnloser Polemik oder unangebrachtem Werben für geistliche Askese zu verlieren. Auch der Herr Vezir möge sich bitte noch äußern, auf daß wir hier nun die Meinungen aller Gremien vorliegen haben."

 

Der Vezir der Kemi, Rodrigo Diaz de Vivarya con ya Sermo:

Der Vezir erhebt sich und nach einem entsprechenden Gruß in alle Richtungen bzw. an alle Anwesenden meint er:" Nun *kurze Pause*....was ist gemeint mit standesgemäß...für mein Dafürhalten ein sauberes und sicheres Lager für die Nacht sowie Speis und Trank, jedoch nicht im Überfluss sondern gerade so wie es für den Gastgeber Gewohnheit ist und wie er sich dies leisten kann. Ja und was das Recht der Ersten Nacht betrifft...nun da kann ich mich voll und ganz der Meinung der hochverehrten Hékatet anschließen....ich brauche das nicht in diesem Gesetz." Es folgt eine Verbeugung bevor der Vezir wieder Platz nimmt...

 

 


 

Punkt 4: Das erste aus jedem Wurf landwirtschaftlichen Nutzviehs ist an den Provinzherrn abzufuehren. Unter Nutzvieh ist sowohl Horn- und Federvieh, als auch Huftier zu verstehen.
 

Der Îden Praetorius, Torben Jandarason:

 

"Nachdem keine weiteren Beiträge mehr zu kommen scheinen, möchte ich vorschlagen, zu Punkt 4 voranzuschreiten: 'Das erste aus jedem Wurf landwirtschaftlichen Nutzviehs ist an den Provinzherrn abzufuehren. Unter Nutzvieh ist sowohl Horn- und Federvieh, als auch Huftier zu verstehen.' Dieser Punkt wird ebenfalls vom Großen Konvent eingebracht, der Kleine Konvent lehnt ihn ab. Ich bitte um Wortmeldungen."

 

Die Zentralrätin, Bürgerin Mer'kara Nefret'ka:

"Eine nette Umschreibung, für das was es eigentlich ist, eine Steuererhöhung. Oder ist es doch nur eine Verlagerung des Steuerempfängers? Verzeiht aber mit den gesetzlichen Regulierungen der Landwirtschaft kenne ich mich nicht so aus.
Die Frage die sich mir stellt ist jedoch in beiden Fällen, was soll der Provinzherr mit diesen neuerlichen Einnahmen? Welcher konkreten Verwendung sollen sie zugedacht werden? Wenn man darauf keine konkreten Antworten geben kann, muß ich dies als Versuch werten, ohne jegliche Gegenleistung das Auskommen des Adels zu erhöhen, ein Vorgang dem ich erbittert widersprechen müßte."
Lächelnd setzt sich die Zentralrätin wieder hin.

 

Der Secha der Kemi, Ne'mèkâth Boronmir Âk-de Sézàr:

Der Secha erhob sich und sprach dann mit ruhiger Stimme: "Ich kann der Zentralrätin nur zustimmen. Was solte eine solche Regelung bringen und welchen Zweck sollte sie verfolgen, als daß der Hochadel noch wohlhabender würde und die schmale Basis des Niederadels dünner würde. Vieh ist kostbar und die Verluste durch Raubtiere und Krankheiten sind schon hoch genug, als daß man auch noch welches über den Zehnt und die üblichen Steuern abführen muß.
Mir scheint - offen gesprochen- , dem Hochadel liegt mehr an seiner eigenen Bereicherung als am Wohle des Reiches, wenn er dem Niederadel durch nahezu alle Punkte auf der Tagesordnung weiter einschränken möchte. Wie wäre es mal mit etwas konstruktivem, zum Beispiel, wie man den Niederadel unterstützen kann und aktuelle Probleme gemeinsam mit ihm angeht." Zum Kanzler: "Wohl kaum durch Verbeamtung!!"
"Dem Niederadel mag man Untätigkeit und mangelnde Initiative vorwerfen. Dem Hochadel wirft man aber anscheinend zu recht vor, daß er nur in seinen Reihen und nicht in den Dimensionen des Reiches denkt. Ob es das unterm Strich besser macht und wir so weiterkommen?"

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

Chanya grummelte. "Immerhin hat der Kleinadel auch vom Gesetz her mondliche Zuwendungen für die Provinz. Dem Hochadel bleibt also nur für provinzübergreifende Maßnahmen die Einrichtung von Provinzkassen. Und als solche finde ich eine Regelung wie die vorgeschlagene nicht schlecht. Das würde zumindest die Forderungen vereinheitlichen, und für den Kleinadel Planungssicherheit bedeuten."

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

Weiterhin erfreute der Kanuler die illustre Runde mit seinem Lächeln. Fast mitleidig blickte er den Mehib an. "Liebster Ne'mekath, bitte bleibt doch sachlich. Eure Profilierungssucht als Zardek-Reinkarnation steht Euch ganz und gar nicht. In der Tat geht es bei diesem Vorschlag um eine Formalisierung der Provinzkasse, anderweitig würde ich Euch zustimmen, wenn Ihr grundlose Bereicherung unterstellt. Betroffen hierbei sehe ich auch keinesfalls die Bürger/innenschaft", eine galante Verbeugung zur Zentralrätin, "einzig der Kleinadelige und die ihm unterstehenden Unfreien sollen betroffen sein."

 

Die Zentralrätin, Bürgerin Mer'kara Nefret'ka:

"Nun, wenn dem so ist kann ich dem Vorschlag keine allzu negativen Seiten abgewinnen. Lediglich die eher allgemeinen Verwendungszwecke würden mich, wie gesagt, noch interessieren. Ahh, aufbauend auf der Äußerung des Sechas sollte man vielleicht darüber nachdenken, nicht gerade auf das Erste aus dem Wurf zu bestehen, sondern es der Gegebenheit anpassen welches abgeführt wird." Schon setzt sich die Zentralrätin wieder hin.

 

Der Cronjustitiar der Kemi, Managarm Ni Zenach:

Der Kronjustitiar: "Steuern stehen einzig der Krone zu; die Abgabe des ersten Wurfes stellt, da sie den Provinzherren unmittelbar zugeführt wird, keine Steuer, sondern eine Sonderabgabe dar. Diese sind gerade zweckgebunden. Das heißt, während die Steuern per se und ohne spezielle Gegenleistung (ich zahle Steuern, aber nicht, daß ich etwas einen ganz spzeillen Effekt erwarten kann) eingezogen werden, und ein Budget zum Belieben der Krone bildet, können Sonderabgaben nur aus einem speziellen Grund eingezogen (ich leiste die Sonderabgabe, damit folgendes geschieht). Um hier eine Abgabengerechtigkeit zu wahren, gilt es folgendes - Primo: es muß eine einheitliche Gruppe mit der Sonderabgabe belastet werden, daß kein Willkürvorwurf entsteht. Secundo: eine gewisse Sachnähe zwischen Belastetem und Aufgabenzweck (also sollten nicht die Bergarbeiter mit einer Fischereisonderabgabe belastet werden). Tertio: die Sonderabgabe muß dem angegeben Zweck auch nutzbar sein, dies gilt es exakt zu begründen. Soweit die Richtschnur."

 

Der Secha der Kemi, Ne'mèkâth Boronmir Âk-de Sézàr:

"Euer Exellenz, Ihr solltet nicht fortan jemanden loben, der bei seinem wenig rühmlichen Ende Demokratie predigte und wegen Aufstachelung verurteilt wurde. Sein Abgang von der politischen Bühne war bei weitem nicht so gut, wie Ihr seine Amtszeit darstellen wollt. Heilige Inquisition und Gerichtsbarkeit hatten beide reges Interesse an Eurem geschätzten djunizer Secha..."

 

Der Conseilarius des Heiligen Konzils, Rabenabt Boromil Mezkarai:

"Provinzkasse?" Der Rabenabt runzelte die Stirn. "Ich bedauere, aber dergestalt hat das Konzil den Vorschlag nicht betrachtet. Nun denn, ich werde offenbar ein wenig improvisieren müssen.
Um dennoch einen Einblick in die Meinungen der Priesterschaft des Reiches zu gewähren, fasse ich zunächst zusammen: Nach zum Teil mit größter Beharrlichkeit geführten Disputen darüber, welche Vieharten wie oft im Jahre welche Anzahl von Jungtieren zur Welt bringen, und ob ein ganzes Gelege oder tatsächlich nur das erstgeschlüpfte Küken eines Federviehs abzuführen sei...", der Conseilarius schmunzelte in Erinnerung an die mit dem Hochgeweihten der Traviakirche darob in einen beinah handgreiflichen Konflikt geratene Peraine-Priesterin, während der Mawdli der Rastullah-Gemeinde wiederholt darauf verwiesen hatte, daß die meisten der aufgezählten Tiere für einen wahren Gläubigen ohnehin nicht verwertbar seien und somit der Adel des Reiches sich wieder einmal als sündhaft erwiesen habe, "...kamen wir letztlich zu der Ansicht, daß nicht das Erste jeden Wurfes, sondern der erste Wurf bzw. das erste Gelege aus dem Gesamt-Tierbestand des jeweiligen Akîbs - und wir setzten voraus, daß der Hochadel in bewährter Tradition dem Kleinadel und nicht der Bürger- oder gar Priesterinnenschaft diese Last aufzuerlegen wünscht - aus jeweils einem Götterlauf abzuführen sei.
Kurz gesagt, der Vorschlag stieß vornehmlich auf Ablehnung, da in den Augen des Konzils diese Abgabe der erste Schritt in Richtung einer begrenzten Steuerhoheit des Hochadels wäre. Den Ausführungen Seiner hoheitlichen Ehren zufolge hat das Konzil dies offensichtlich fälschlich gewertet, dennoch möchte ich zu bedenken geben, daß meines Wissens nach - und man möge mich korrigieren, sollte ich falsch liegen - bislang eine solche Sonderabgabe von noch keiner Gruppe des Reiches an eine andere erfolgt. Nun, mithin scheint diese Auslegung ohnehin der Regenguß des gestrigen Mittags zu sein.
Kommen wir also zur Provinzkasse. Mir ist nicht ganz klar", und er schaute die Gardekriegsherrin und den Cancellarius zweifelnd an", warum der Hochadel gerade durch die Einforderung von Vieh provinzübergreifende Projekte zu fördern wünscht. Wäre es in einem solchen Falle nicht sehr weit sinnvoller, eine geldwerte Abgabe zu verlangen und den Verkauf oder die sonstige Nutzung des Viehs der jeweiligen Halterin zu überlassen?" Er warf der Zentralrätin einen Blick zu: "Vor allem im Hinblick auf die einzusparenden Kosten, da es doch recht mühsam und wohl auch unnötig kostenintensiv wäre, das Vieh zunächst zur Provinzherrin zu transportieren, die es dann schlachten, verarbeiten und verkaufen läßt, anstatt dies gleich die Leibeigenen des Akîbs handhaben und den geldwerten Erlös in eine Provinzkasse abführen zu lassen.
Die Einrichtung einer Provinzkasse an sich halte ich... nun", er lächelte, "hält das Konzil für sinnvoll, da sich auf diese Weise provinzübergreifende Vorhaben rascher und gezielter in die Tat umsetzen lassen. In mehreren Provinzen des Reiches, wie Tárethon und Ordoreum, wird dies bereits so gehandhabt und bislang hat sich eine solche Regelung als durchweg nützlich erwiesen. Jedoch sollte nicht jede Tá'akîb die gleiche Abgabe zu leisten haben, sondern je nach Vermögen relativiert. Aber gut, diese Festlegung sollte den einzelnen Landesherren und - herrinnen selbst überlassen werden. Sie vermögen es wohl selbst am besten zu beurteilen, welche ihrer Provinzen wieviel zu zahlen in der Lage ist."

 

Die Erste Rabendienerin, Ihre Eminenz Boronya von Nedjhit:

"Papperlapapp", warf die Erste Rabendienerin kurzerhand ein, und einen Augenblick lang blitzten ihre Augen in früherer Streitlust auf, "vergebt Uns, hochverehrter Cancellarius, aber warum hebt Ihr Euch Eure beschönigenden Worte nicht für ein dankbareres Forum auf? Auch Wir waren auf dem letztjährigen Konventum des Hohen Adels anwesend und wissen daher ebenso wie Ihr, daß es bei diesem Punkt keinesfalls um die Formalisierung einer Provinzkasse ging, sondern ebenso wie bei allen anderen darum, durch provozierende Vorschläge einen in Lethargie gefallenen Kleinadel aufzurütteln. Das Vorhaben glückte und gewiß, im Nachhinein lassen sich die meisten der Vorschläge in ein hübsches Gewand zwängen, in eitler Wachtelei jedoch vorzugeben, dies sei ohnehin beabsichtigt gewesen, hieße, unserem ohnehin geplagten Vezir zusätzlich die sündige Bürde der Heuchelei aufzuerlegen. Wir bitten daher, die Selbstdarstellung zugunsten von Wahrheitsliebe ein wenig hintanzustellen.
Provinzkasse also, fein. Wir stimmen für die Einrichtung einer solchen, hegen jedoch Bedenken gegen den Wunsch Seiner Hochwürden von Ordoreum - oder wenn's beliebt auch des Heiligen Konzils - die Regelung derselben den jeweiligen Landesherrinnen zu überlassen. Gewiß, Uns ist bekannt, daß manch ein Landesherr es gar nicht gern sieht, wenn seine angeblichen Kompetenzen beschnitten werden," und ihr Blick in Richtung des Rabenabtes sprach Bände, "aber wie es sich bereits bei der Steuer als bewährt bewiesen hat, sollte auch die Verwaltung der Provinzkasse zentral gelenkt sein. Dieses Reich zeichnet sich durch eine in Verwaltungsaufgaben außerordentlich gut geschulte Beamtenschaft aus - überlassen wir ihr die Berechnung des Schlüssels für die Zahlung in eine Provinzkasse. Alles andere wäre, und hier gehen Wir mit der Meinung des Konzils konform, ein Schritt zu weit in eine Richtung, die letztlich in ein System feudalistischer Willkür führt."

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

"Meine Liebste", begann der Kanzler nachsichtig, "wenn Ihr alleine vor einem Götterlaufe nicht in der Lage wart, aufrüttelnde Absicht mit sinnvollen Neuerungen zu verbinden, ist das Euer Problem." Gelassen winkte der Maraskaner ab. "Und selbst wenn erstere die einizige Absicht war, ist's doch nur soweit wichtig, wie die neueste perückenmode zu Vinsalt, denn es kann nun nur darum gehen, aus jenem Vorschlage Sinnvolles zu extrahieren. Und hier sehe ich die Abgabe zugunsten einer Provinzkasse eben als solches. Eine Abgabe in Naturalien ist ebenso recht wie eine in blanken Goldes, soweit ich das sehe, ist es auch bei den Bürgerinnen und Bürgern statthaft, die Steuer entweder so oder so zu entrichten - also können wir meintwegen den Antrag so erweitern, daß der Kleinadelige die Provinzkasse mit dem Wert des entsprechenden Tieres in Gold bedenken darf."

 

Der Vezir der Kemi, Rodrigo Diaz de Vivarya con ya Sermo:

Torben Jandarason blickte den Vezir an: "Möchte der Vezir noch einen Beitrag zum aktuellen Diskussionspunkt leisten?"
Chanya schaute Rodrigo erwartungsvoll an. "Sicher", meinte sie keck.
Nachdem alle gesprochen hatten erhob sich abermals der Vezir: "Nun, gewisslich habe ich nicht vor mir die sündige Bürde der Heuchelei aufzuerlegen. Dies wäre wohl gar nicht meine Sache, habe ich doch darin keinerlei Übung. Es ist natürlich wahr, dass jene Punkte damals den Kleinadel aus seiner Lethargie holen sollten und wie man sieht scheint dies auch gelungen zu sein. Nichts desto trotz und hier gebe ich nun dem geschätzten Cancellarius recht, ist durchaus Sinnvolles aus jenen Vorschlägen zu extrahieren. Sinnvolles wie es eben eine Provinzkassa wäre. Ich bin gleicherweise dafür, dass der Antrag dahingehend erweitert wird, dass es in der Entscheidung des Kleinadeligen liegen mag ob er den Beitrag entsprechend dem Wert des betreffenden Tieres lieber in Gold darlegen möchte. Überdies halte ich den Vorschlag eines einheitlichen Vorgehens in Bezug auf die Provinzkassa nach Berechnung eines Schlüssel für die Zahlungen für sinnvoll.

 

 

Der Îden Praetorius, Torben Jandarason:

 

"Es erscheint mir in Bezug auf den Punkt 4 eine gewisse Einigkeit im Plenum zu herrschen, und so möchte ich als Essenz der Diskussion bitten, den Antrag so um zu formulieren, dass am Ende der Sitzung darüber befunden werden kann. Mir erschien es so, dass der Antrag nun lauten sollte: 'Es werden Provinzkassen eingerichtet, deren Vermögen für provinz-relevante Ausgaben verwendet werden. Die Abgaben werden in Form von Geld oder Naturalien vom Kleinadel geleistet und vom Provinzherren ihrer Bestimmung zu geführt.' Ehrenwerte Mitglieder des Cronrates, trifft dies Eure Meinung?"

 

 


 

 

Punkt 5: Jeder Vertrag der lehensuebergreifend abgeschlossen wird, bedarf zu seiner Wirksamkeit der Gegenzeichnung durch den Lehensherrn

 

Der Îden Praetorius, Torben Jandarason:

 

"Nachdem alle ihr Einverständnis kundgetan hatten, fuhr der Îden praetorius fort: "Gut, dann lasst uns nun zum Punkt 5 kommen: 'Jeder Vertrag der lehensuebergreifend abgeschlossen wird, bedarf zu seiner Wirksamkeit der Gegenzeichnung durch den Lehensherrn'. Dieser Punkt wird vom Großen Konvent vorgeschlagen und der Kleine Konvent hat ebenfalls zugestimmt. Gibt es hierzu Wortmeldungen?"

 

Die Zentralrätin, Bürgerin Mer'kara Nefret'ka:

"Sicherlich ein gutes vorhaben um koordinierend einzugreifen und vorallem den Kleinadel vor unüberlegten Schritten zu bewahren, die für uns alle nicht von Vorteil wären und auf der oft kurzsichtigen Perspektive des betreffenden Adligen beruhen. Lediglich scheint mir der Begriff Lehensherr wieder einmal etwas zu flapsig zu sein. Was tun wenn ein Vertrag über die Grenzen eines Taneset oder gar des Tarepa hinausgeht? Müssen dann Beide zustimmen oder gleich ihro keminisutliche Majestät?" Damit nimmt die Zentralrätin wieder Platz.

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

"Meine Liebe Zentralrätin", wandte sich der Kanzler erneut betont höflich an die Bürgerin, "Ihr habt einmal mehr Recht. Eine schludrige Formulierung, will ich wohl meinen..." Freundlich deutete der Kanzler eine Verbeugung an. "Überflüssig zu sagen, daß die Kanzlei diesem Antrag zustimmt, scheint ihr der Kleinadel bei derart hochkomplexen Themen - wie sie die juristischen Finessen bei Vertragsabschlüssen nun einmal sind - heillos überfordert."

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

Chanya hatte sich desinteressiert eine Rauchkrautrolle gerollt, die sie nun anzündete und während des Kanzlers Rede genußvoll paffte. "Dem Oberkommando scheint dieser Vorschlag ebenfalls annehmbar. Aus eigener, militärischer, Erfahrung wissen wir, daß die Kenntnisse des Kleinadels über die Ordnung des Káhet nicht so tadellos ausgeprägt sind, um diesen ohne Aufsicht über derart wichtige Vollmachten verfügen zu lassen."

 

Der Cronjustitiar der Kemi, Managarm Ni Zenach:

Managarm hatte aufmerksam gelauscht. "Ich möchte Bedenken gegen diesen Antrag äußern. Zunächst ist die Formulierung "lehnsübergreifende Verträge" unklar. Bereits der Vertrag mit einem Kaufmann, der Exportgüter herstellt und außerhalb des Lehns verkauft, ist faktisch lehnsübergreifend. Selbst wenn einschränkend gemeint ist: Verträge zwischen Kleinadeligen unterschiedlicher Lehen, stellt sich die Frage, ob einfach das lehnsübergreifende Moment bereits eine Kontrolle rechtfertigt, die über die bisherige Bilanzpflicht der Adeligen hinausgeht. Mit der Belehnung ist dem Adeligen ein wirtschaftlicher und auch politischer Spielraum zur Prosperität des Lehns anvertraut worden. Elemente dessen sind etwa die Gewerbefreiheit oder Bodennutzungsrechte. Mit der Belehnung ist ergo zunächst die grundsätzliche Befähigung zu wirtschaftlichen und politischen Lehnsverwaltung von der Krone attestiert worden, sonst hätte sie den Status nicht verliehen. Es hieße diesen Grundgedanken des Lehnsvertrauens aushebeln, wenn ohne konkreten Anlaß allgemeine Genehmigungspflichten für Verträge eingeführt würden. Faktisch bedeutet dies die weitere und effektive Annäherung des Kleinadels an einen Beamtensystem, wo Rechts- und Fachaufsicht über Beamtenhandeln durch übergeordnete Behörden besteht. Die Verfassung ist indes noch nicht auf ein Beamtensystem umgewandelt worden, und solange widerspricht des dem Grundsatz der Verfassungsehrlichkeit, daß sie ihre eigenen Elemente substantiell aushöhlt.
In dem Zusammenhang bestehen weitere Bedenken aus verfassungsrechtlicher Seite. Denn es hieße den Kleinadel stärker einzuschränken als bürgerliche Kaufleute, die für ihre Verträge, gleich welchen Ausmaßes, aufgrund der Gewerbefreiheit, keiner Genehmigungen bedürfen. Verfassungsrechtlich nimmt aber die Privilegiendichte von Heeresschild zu Heeresschild zu. Hier hätten wir eine Systemverkehrung; dies würde sich psychologisch wahrsheinlich auch nachteilig für die wirtschaftliche Tätigkeit eines Lehnsnehmers auswirken, den Beschränkungen behindern sowohl Bereitschaft als auch Möglichkeiten zu wirtschaftlicher Betätigung.
Es spricht nichts dagegen, bei konkretem Anlaß zur Rüge an wirtschaftlichem Handeln, etwa orientiert an den Wertungen des "Lehnsfrevels" einem einzelnen Adeligen insofern eine Beschränkung zur Gegenzeichnung durch den Lehnsherrn aufzuerlegen. Dies müßten insofern noch klar formuliert werden. Was politische Verträge anbetrifft, so hat der CCC die wesentliche Klausel verpflichtend gemacht, das Reich ausdrücklich auszunehmen. Damit bezeichnet das Gesetz bereits eine Grenze für politische Entfaltung in vertraglicher Hinsicht; es hat indes keine weiteren Einschränkungen vorgenommen und stützt diese auf die vorstehenden und zentralen Erwägungen zum Lehnsvertrauen, zur Verfassungsehrlichkeit und zur Priviligiendichte.
Zusammenfassend: eine allgemeine Genehmigungspflicht läßt sich nicht mit dem Moment des "lehnsübergreifenden Vertrages" begründen; ferner ist die Begründbarkeit einer solchen Genehmigungspflicht, wie dargetan, eh fraglich."

 

Der Conseilarius des Heiligen Konzils, Rabenabt Boromil Mezkarai:

Der Rabenabt war den Worten Managarms aufmerksam gefolgt, nun bat er um das Wort. "Nun, die Begründbarkeit läßt sich rasch erklären. Der Ausgangspunkt der damaligen Diskussion lag in diversen durch einzelne Tá'akîbs geschlossene Verträge mit Tá'akîbs anderer Graf- oder Markgrafschaften, ohne Rücksprache mit den jeweiligen Landesherrn zu nehmen. Es handelte sich insbesondere um jene mit der da-Vancha-regierten Provinz Yleha geschlossenen Unterstützungsverträge, die unter anderem von Yunisa und Zenach unterzeichnet wurden.
Als wäre die Entwicklung Ylehas unter da Vancha nicht Lehre genug gewesen, erfuhren wir auf dem Treffen zu Djardyon vor nunmehr fast zwei Götterläufen von einem weiteren Vertrag, durch den die Provinz Yunisa umfangreiche Gelder aus Ordoreum hinaus fließen ließ, obschon Ordoreum selbst, und insbesondere das leidgeprüfte Ahami, diesen Geldsegen wahrlich nötiger gehabt hätte. Wären diese Verträge nicht heimlich und ohne Wissen der damaligen Landesherrin abgeschlossen worden, hätte viel Übel vermieden werden können.
Ich verstehe Euren Hinweis auf die Heeresschilde, doch sollten wir nicht so verblendet sein zu glauben, sämtliche Akîbs und Akîbets diese Landes besäßen tatsächlich die notwendige Reife, die Priviligien, die sie durch ihr Amt erhalten, auch stets verantwortungsbewußt zu nutzen. Es gab Fälle von Verletzung der Lehnspflicht, und dieser Antrag ist ein Versuch, dies für die Zukunft zu unterbinden.
Das Heilige Konzil unterstützt folglich den Antrag, mit Ausnahme der Geweihtenschaft des Fuchses, und, wie nicht anders zu erwarten, des Repräsentanten der Rastullah-Gemeinde."

 

Die Erste Rabendienerin, Ihre Eminenz Boronya von Nedjhit:

"In der Tat", stimmte die Eminenz dem Conseilarius zu. "Der Kleinadel hat in der Vergangenheit deutlich bewiesen, daß sich ihm das tiefe Verständnis für die göttliche Ordnung dahingehend bisweilen zu verschließen scheint, wenn es darum geht, der Gehorsams- und Lehnspflicht vorbildlich nachzukommen. Löblich hingegen die reuige Einsicht, die bekanntlich den ersten Schritt zur Besserung darstellt: Da der Kleinadel selbst erkannt hat, daß er der weisen Führung und regulierenden Hand seiner Lehnsherrinnen und Lehnsherren bedarf, stimmte er dem Antrage gleichfalls zu. Wir werten dies als fromme Erkenntnis und werden Uns diesem vereinten Wunsche des Hoch- wie Kleinadels keinesfalls entgegenstellen."

 

Der Secha der Kemi, Ne'mèkâth Boronmir Âk-de Sézàr:

"Der Kleine Konvent entspricht diesem 5. Tagesordnungspunkt. Man hielt es für ein sinnvolles Instrument der Kontrolle, da auf diese Art und Weise Fällen, wie dem des schändlichen Da Vancha, Einhalt geboten werden könne.
Man baut wohl auf den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Regelung, die von ihrer Idee her keinen Niederadligen mehr einschränken soll als einen Kaufmann. Aber vielleicht sollte man, so es zu einer gesetzlichen Formulierung kommt, den Begriff 'provinzübergreifend' und den Anwendungsbereich näher definieren bzw. einschränken."

 

Der Vezir der Kemi, Rodrigo Diaz de Vivarya con ya Sermo:

"Nun, Tatsache ist es aber, wie sich sowohl aus den Wortmeldungen zuvor, als auch aus der Zustimmung des Kleinen Konvents, ergibt, dass der Kleinadel bei derart gelagerten Verträgen bislang nicht ausreichend zurande kommt. Und dies ist ja nicht nur die Meinung des Hochadels - wie ich hier nochmals betonen möcht - nein es besteht ja durchaus die Zustimmung des Kleinadels hierzu. Es mag natürlich sein, dass die eine oder andere Formulierung noch nicht die vollendete juristische Reife besitzt und ja, dies sollte man natürlich noch ändern, nichts desto trotz stimme ich für diesen Antrag."

 

Der Kleine Konvent im Jahre 29 S.G.

Einleitung

 

Ort: Dreiwegen (westlich von Hôt-Alem)
Tá'akîbet: Sakem
Provinz: Djunizes

 

Wie so oft in den Tagen der Regenzeit viel der Regen stetig auf das kleine Städtchen Dreiwegen hernieder. Die Bewohner ertrugen ihn gleichmütig, denn was sollten sie auch dagegen unternehmen. Tiefe, graue Wolken zogen träge über den Himmel und ließen im Wald selbst ein düsteres Zwielicht entstehen. Da waren die freien Flächen der Reisfelder um Dreiwegen schon ganz anders.
Der Reis spross mit zarten grünen Trieben und gab dem rotbraunen Schlamm der Felder einen grünliches Leuchten. Für die Menschen mochte der Regen und die drückende Schwüle unerträglich sein, doch der Natur war er willkommen. Vielleicht noch zwei Wochen und dann würde die Regenzeit enden. Danach verblieb nur noch die drückende Hitze des Dschungels. Etwas abseits von Dreiwegen auf einen aufgeschütteten Hügel befand sich ein von einer Palisade umfriedetes Gebäude. Es war groß für die ländlichen Verhältnisse und nach maraskanischem Vorbild luftig gebaut. Die hölzernen Dachbalken waren am Ende schwungvoll gebogen, so dass der Regen etwas weiter vom Gebäude fort geführt wurde. Es maß ungefähr vierzig auf zwanzig Schritt und ragte an seiner höchsten Stelle zwölf Schritt in die Höhe. Das Dach war mit feinem Schiefer gedeckt. Die Wände bestanden aus feinem Flechtwerk und ließen die Innenräume luftig und frisch erscheinen. Einzelne mit Ölpapier bespannte Schiebetüren waren im regelmäßigen Abstand in die Wände eingelassen. Sie ließen auch das nötige Licht nach Innen fluten. Ein gepflegter und immer wieder gerechter Kiesweg führte von einem hölzernen Tor auf einer gewunden Bahn um das Gebäude und endete schließlich im Hauptportal. Dort befand sich die einzig massive Tür. Beide Mohagoniflügel der Tür waren mit dem Raben und dem Wappen von Djunizes und dem Reich geschmückt. Perlmutterne Augen ließen die Raben kalt und richtend auf die Eintretenden hernieder schauen.
Durch diese Tür gelangte man in einen kleinen Saal von diesem gingen drei weitere Türen in andere Räume ab. Die Einrichtung war spartanisch. vier niedrige Tische aus Mohagonie und dreiduzend gemütliche Kissen lagen für erschöpfte Ankommende bereit. Um den Raum betreten zu können musste man eine kleine Schwelle überwinden. Davor war eine halbrunde hölzerne Plattform an die Halle angefügt um darauf die Schuhe, Stiefel oder Sandalen abzustreifen. Rechts plätscherte außerdem ein kleiner Brunnen, der zur Zeit durch das Regenwasser gespeist wurde. Hatte man seine Schuhe und den Schmutz der Außenwelt abgelegt, konnte man unbedarft den Saal betreten. Dort war die Decke zum Teil mehr als sechs Schritt vom Boden entfernt und über dem Ausgang durch ein dreieckige Öffnung unterhalb des Daches mit Luft und Licht versorgt.
Linkerhand führte eine Tür in einen kleinen Raum, in dem hinter einem niedrigen Tisch eine Reihe von Truhen und Schränken angeordnet waren, dort würde man vielleicht sein Hab und Gut verwahren lassen können. Vor allem die Schränke waren aus harter Steineiche gefertigt. Jede Lagerstätte hatte ein eigenes Schloss und einen Schlüssel mit eingravierter Nummer. In den Beschlag jedes Schlosses war die selbe Nummer wie auf ihrem Schlüssel eingeprägt worden.
Rechterhand konnte man über die Tür ein kleines Örtchen erreichen, auf dem man, mittels einer durch einen hölzernen Tank gespeisten Toilette, seine Notdurft verrichten konnte. Ein Becken mit frischem Wasser stand in einer Ecke, ebenso lagen Seife und Handtücher bereit. Die Matten der Wände waren ab eineinhalb Schritt lichter gewebt und würden somit für eine gute Belüftung des Raumes sorgen. Wieder im Saal blieb als letztes die große Tür in der Mitte übrig. Zwei Schiebetüren mit dem Motiv eines Kampfes aus dem Unabhängigkeitskrieg gegen das Mittelreich versperrten dort den Blick weiter in den Raum. Mit einem leichten Seufzen öffneten sich die Türen und man konnte den Innenraum dieses Gebäudes betreten. Am Boden lagen Reisstrohmassen und an den Wänden hingen die Wappen der Provinzen des Reiches. An der Stirnseite thronte über allen anderen Wappen das des Kahet! In der Mitte des großen Saales befand sich ein großer runder Tisch, an dem mehrere Stühle standen. Zwei davon waren etwas feiner gearbeitet, der Stuhl des Neset und der des Il'Kilt. Zu den Wänden hin befand sich jeweils längs eine Reihe von Tischen und dahinter wiederum Stühle. Hier würden die Zuhörer des Rate platznehmen.
Von der hohen Decke, wahrscheinlich elf Schritt entfernt, hingen zwei große Kerzenleuchter. Ansonsten waren im Raum einzelne steinerne Lichtständer platziert. Die außen schon entdeckten Türen brachten dem Raum Licht und bei Bedarf Luft. Im Moment wirkte das Licht beruhigend und brach die härte der vereinzelten scharfen Kanten. Unter dem Wappen des Kahet, welches besonders hell erstrahlte, war eine Türe zu erkennen. Dahinter lag bestimmt ein kleineres Verhandlungszimmer. Da der Raum gut fünfundzwanzig Schritte maß und man den großen Tisch umrunden musste, dauerte es selbst schnellen Schrittes, ein paar Herzschläge bis man vor dieser Tür stand. Dort waren die Worte "Einheit fördert, Recht erhält." in golden, altkemischen Schriftzeichen gefasst. Wenn man die Türe behutsam öffnete, glitt sie fast lautlos auf. Dahinter erstreckte sich ein mittelgroßer Raum, der von einem schweren, schwarzen Tisch beherrscht wurde. Zwei Glasfenster malten hellere Kreise aus Licht rechts und links von diesem Tisch auf den Boden. Die zwölf göttlichen Tiere waren in die Platte geschnitzt worden und würden bei Fackel oder Kerzenschein scheinbar zum Leben erwachen. Mehrere gut gepolsterte Stühle standen hier im Raum verteilt. Sie schienen nur darauf zu warten, an den Tisch geholt zu werden. An den Wänden hingen kunstvolle Karten der Provinz Djunizes und der einzelnen darin eingegliederten Lehen, sowie einige Stadtpläne.
Von der Türe aus gesehen, befand sich gegenüber ein kleiner aus Obsidian gefertigter Schrein Borons, auf dem zwei Kerzen und eine Weihrauchschale brannten. Möge denen, die hier beratschlagen würden, der Wille und die Einsicht der Götter zuteil werden. Auf dass ihr Handeln dem Reiche gute Frucht bringe.

 

***
 

Viele Tische und Stühle waren in den Raum gebracht worden. Sie bildeten mehrere Halbrunde um den Stirntisch der Vize-Secha. Würdevoll saß sie an ihrem Platz und betrachtete aufmerksam die Ankunft einiger Adliger. Ihre Gewänder waren hier draussen auf dem Lande einfacher, doch von einigem Geschmeide mochte die Familie eines Bauern mehr als vier Götterläufe ihr Auskommen finden. Man setzte sich meist in Gruppe, die den Provinzen entsprachen zusammen. Alle mitreisenden Lakeien suchten sich ihren Platz auf den Kissen entlang der Wände. Diese waren zum Teil zusammengeschoben, um den Raum mit Luft und Licht zu versorgen.
Als sie meinte, dass der Grossteil eingetroffen war, erhob sie sich. Der Stoff ihr weiten, grünen Leinengewand viel gekonnt und betonte ihre Figur an den richtigen Stellen. In einer beiläufigen Geste strich sie eine Strähne ihres rotbraunen Haares aus ihrer Schläfe und begann, "Schwestern und Brüder, es ist mir eine Ehre Euch in meinem bescheidenen Sakem zu begrüssen. Ich hoffe, Ihr habt Euch gut eingerichtet."
Eine Gruppe von drei schwer bewaffneten Soldaten der Schwarzen Armee ging auf einer Partoulie an einer der Wände vorbei.
"Wir haben uns zusammengefunden um über neue Vorschläge oder schon gesagtes zu diskutieren. Es betrübt mich dabei, dass unser gewählter Secha nicht den Vorsitz führen kann.", Ihr lächeln dabei strafte diese mitleidvollen Worte lügen. Noch immer lächelnd fuhr sie fort, "Ich will keine Kritik an den Entscheidungen unserer geliebten Nisut heilig, heilig, heilig hören! Daher können wir über unsere Möglichkeiten in diesen Zusammenhängen debattieren, jedoch nicht über ihre Worte. Kommen wir doch zur Sammlung der Tagesordnungspunkte. Euch wurde eine Liste mit der letzten Depeche zugesandt, sind dieser noch weitere Punkte hinzuzufügen?"
Jedes Ihrer Worte wurde geschwind von einem Schreiber auf Pergament gebannt, um es bei Bedarf wiederzugeben. "Folgende Tagesordnung wurde also vereinbart: 1. Schaffung einer festen Vertretung des Sechas auf den Inseln (kein neuer Secha) 2. Einrichtung eines durchgängigen Postwegenetzes 3. Duldung und Unterstützung von Öffentlichen Schulen 4. Kontinuierlicher Schiffsverkehr zwischen den Inseln und dem Festland (könnte mit dem 2. Punkt gesehen werden) 5. Offenes Gespräch über die neuen Entscheidungen unserer geliebten Nisut Nun denn, laßt uns beginnen!"

 


 

Schaffung einer festen Vertretung des Sechas auf den Inseln

 

 

Als einer der ersten war Mahmut ben Abdallahin den Sitzungsraum getreten. Seine Reise nach Ynbeth hatte ihn ohnehin ins Herz des Reichs geführt und so hatte er nicht extra von den Inseln anreisen müssen. Gerade ging ein Stück Pergament durch die Reihen der Anwesenden, auf dem die vorläufige Tagesordnung stand. Er erhob sich: "Verehrter Kleinadel. Wie die meisten sich wohl erinnern können brachte ich auf dem letzten Kleinen Konvent den Wunsch vor, dass die Boronkirche oder sonst eine zuständige Institution den Vorgängen in Mekábtá nachgehen sollte, die in einem Brandanschlag gegen unbescholtene Bürger eskalierten. Ich muss nicht näher ausführen, was damals geschah, es steht im Protokoll des letzten Konvents. Der hochverehrte Herr Cronjusticiar versprach, sich darum zu kümmern. Ich fordere nun, dass er oder ein Vertreter die Ergebnisse der Untersuchungen auf diesem Zwischenkonvent verkünden möge und möchte diesen Punkt der Tagesordnung hinzufügen. Ich bin der Meinung, dass ein solcher Zwischenkonvent ungelöste Probleme der letztjährigen Versammlung aufgreifen darf. Wenn eine Mehrheit jedoch dagegen ist, will ich mich damit zufrieden geben, in einem Gespräch unter vier Augen das Untersuchungsergebnis zu hören." Damit setzt der Akîb ni Mekábtá sich wieder.

 

 

Wie die meisten anderen hatte Kemet´amun Ni´jem´ka einige Zeit vor der offziellen Eröffnung des Konventes den Saal betreten. Zwar erntete er den ein oder anderen - abschätzigen - Blick, doch war es vor allem seine Begleiterin, die offensichtlich das Interesse der ankommenden Adeligen auf sich zog.
Die weite, aus purpurgefärbten und brokatdurchwirkten Stoffen bestehende Gewandung mutete vielen der Versammelten - und zweifelsohne Unkundigen - gar seltsam an.
Doch das Aussehen der Sahet aus Tayab liess jede Adelige gewiss einen zweiten Blick riskieren; sobald sich die grauen, silbrig schimmernden Augen jedoch dem Betrachter zuwandten, neugierig und doch verachtend zugleich, wurden die Augen niedergeschlagen...
Als sich der Saal füllte, die Plätze nach und nach besetzt wurden, schlussendlich Ruhe einkehrte und die Adeligen noch einmal einen Blick auf die Liste mit den zur Debatte stehenden Punkten warfen, erhob die Vize-Sechat das Wort und eröffnete den Konvent.
Unmittelbar nach den wohlgewählten Worten der Akibet erhob sich dieser Wüstensohn und palaverte irgendetwas von vorzustellenden Ergebnissen. Kemet´amun seufzte innerlich und erhob sich sofort, nachdem der Akib geendet hatte. "Habt vielen Dank für die Ergänzung der Punkte, bezüglich derer wir uns - die Kleinadeligen - Informationen erhoffen, Hochgeboren." Die Stimme des Akibs ni Taimen klang ruhig und freundlich. "Doch Euer Einverständnis vorausgesetzt - lasst uns doch bitte nun mit Punkt eins der Konventsordnung beginnen. Einen Vertreter des Secha für die Inseln. Nun - wie mag man sich ein solches Amt vorstellen ? Als Adjutant des Vize-Sechas respective der Vize-Sechat ? Oder gar nur als Mit- und Zuarbeiter des Sechas ? Soll es denn ein Adeliger sein ? Wenn ja, wird er zweifelsohne seine Ländereien für den Grossteil der Zeit alleine lassen müssen, was nicht im Sinne der Krone sein kann." Kemet´amun nahm Platz...

 

 

"Ihr stellt viele Fragen, Akîb, und doch gebt Ihr keine Antworten". Mahmut ben Abdallahschien sich noch gut zu erinnern, wer auf dem letzten Konvent sein härtester Rivale gewesen war. "Die erste Antwort möchte ich geben: Natürlich kann der Insel-Secha aus den Reihen der Adligen kommen. Warum auch nicht? Schließlich stammt ja auch der Secha aus dem Kleinadel, ja, es ist ihm sogar gestattet, gleichzeitig noch ein kirchliches Amt auszuüben. Deshalb sehe ich keine Veranlassung, den Insel-Adel von diesem Amt auszuschließen."

 

 

Kemet´amunwar erstaunt von den Worten des Wüstensohnes. "Akib - ist es bei Euch usus, eine Frage zu stellen und zugleich zu respondieren ?" Ein Hauch von Verwunderung stand im Gesicht des Akibs ni Taimen. "Mein Bestreben ist es darüber hinaus keineswegs, die Adeligen von den Inseln von Ämtern auszuschliessen. Doch bedenkt, ein Vertreter des Sechas muss zum Einen die Inseln bereisen. Zum Anderen sollte er sich aber auch mit dem Secha besprechen, der dann die Wünsche der Kleinadeligen im Cronrat vorbringt. Seid doch bitte so gut uns zu schildern, wie lange eine Reise von Khefu in Eure Ta´akib dauert, Hochgeboren ben Abdallah."

 

 

Mahmut ben Abdallahwandte sich rasch Kemet'amun zu. "Lange genug, da habt Ihr recht. Doch ich sehe eben, dass ein Tagesordungspunkt dieser Versammlung sich mit der Erweiterung des Postnetzes beschäftigen wird. Es sollte von nun an also kein Problem mehr sein, sich schriftlich mit dem Secha auszutauschen. Komischerweise widersprecht Ihr eben Euren Reden auf dem letzten Konvent. Damals lehntet Ihr einen eigenen Secha für die Inseln ab, da Ihr davon ausgingt, dass ein Secha genug Zeit habe, auch die Inseln zu besuchen. Nun behauptet Ihr, Festland und Inseln seien nicht unter einen Hut zu bringen - für einen Akîb. Doch lassen wir das. Es ist schließlich nicht wichtig, ob ein Akîb oder jemand anders das Secha-Amt für die Inseln übernimmt. Wichtig ist, dass endlich dieses Amt eingerichtet wird!"

 

 

Die Akîbet Ni Rekmehi betrat den Saal zusammen mit den Sahs und Sahets ihrer Provinz. Schnell war ein Platz gefunden, der passend erschein. Eine Stelle im Saal, die Überblick bot, ohne selbst zu auffällig zu sein. Das war nicht schwer, da Caljinia Han s'Olo, die Sahet Ni Merkem, einiges an Aufmerksamkeit auf sich zog. Wo die Akîbet sehr einfach in borongefälliges Schwarz gekleidet war, erschien die Sahet in einer Gewandung, die mit Sicherheit manch Admiral neidisch gemacht hätte. Man nahm Platz und lies die Präliminarien über sich ergehen. Es dauerte nicht lange, und schon beim ersten Thema bekamen sich die Adeligen in die Haare .. .vor allem Kemet'amun und dieser Irrgläubige. Im'sêth schüttelte kaum merklich den Kopf, dann erhob sie ihre Stimme: "Wer eine Aufgabe übernimmt, trägt die Verantwortung, diese Aufgabe zu erfüllen. So ist es der Wunsch des Raben." Die Laguanerin schaute sich im Saal um. Obwohl sie erst wenige Götternamen Akîbet war, war in ihrem Gesicht keine Scheu noch irgend eine andere Emotion zu lesen. "Übernimmt jemand mehrere Verantwortungen, so ist es seine Pflicht, allen diesen gerecht zu werden. Wenn dies nichtmöglich sein sollte, so hat er sich der höheren Verantwortung zuzuwenden." Eine kurze Pause, dann fährt sie in ihrer Rede fort "Die höchste Verantwortung ist die Pflicht gegenüber dem Raben ... dann folgt die Verantwortung gegenüber der Kirche und unserer geliebten Nisut. Dann folgt die Pflicht gegenüber dem Staat, dem eigenen Lehen, den Untertanen ... und erst ganz zum Schluß folgt die Verantwortung gegenüber dem eigenen Wohlergehen. Ein Vize-Secha für die Inseln kann seine Pflicht gegenüber seinem Lehen nicht mehr erfüllen, da die Verantwortung eines Secha höher einzustufen ist. Daraus folgt ..." die Akîbet macht eine Pause, um die entstehende Unruhe sich legen zu lassen "... daraus folgt, das er, so er eines hat, entweder sein Lehen abgeben oder jeniges in die bewährten Hände eines vom Staat bestallten und finanzierten Ser legen muss. Ich würde die zweite Variante ... die Bestallung eines Ser vorschlagen." Damit setzt sich die Akîbet Ni Rekmehi wieder. Man sieht ihr an, das sie für ihre Verhältniss sehr viel gesprochen hat, das sie der Meinung ist, damit sei alles gesagt und das sie nicht vorhat in nächster Zeit noch einmal ähnlich viele Worte zu machen.

 

 

Aodh Galciano Castanyeda, Akîb ni Sarslundund Laguaner saß alleine in einer Ecke des Raumes, recht nah bei den anderen Adeligen aus Tárethon (falls überhaupt welche anwesend). Obwohl in eine einfache schwarze Kutte gekleidet machte er nicht den Eindruck des steifen Boron-Ritters. Denn anstatt mit geradem Rücken auf seinem Stuhl zu sitzen, "lümmelte" er sich geradezu auf seine Sitzgelegenheit. Das er die Beine nicht auf den Tisch gelegt hatte erschien in diesem Zusammenhang recht ungewöhnlich. Als die Vize-Secha geendet hatte, war ihm der Unmut über ihre äußerungen leicht anzusehen. Sichtlich genervt lauschte er den ersten Reden und kratzte seinen Kinnbart. Hin und wieder verdrehte er bei ihmm mißfallenden Berkungen die Augen. Nachdem seine Laguaner-Schwester ihre Ausführungen beendet hatte konnten ihm nahe Sitzende Konventsteilnehmer ein undeutliches Gemurmel erlauschen: "...bei solch...politischen Situation... Nichtigkeiten.... besprechen... nichts wichtigeres...d iskutieren" Um sein Desinteresse weiter zu bekunden spielte er mit seinem Fingern an einem Geldstück herum, das er aus einer Tasche gezogen hatte.

 


 

Zum Schicksal des Kleinen Konvents

 

Eine Zeitlang hatte der Semau dem Hahnenkampf zwischen Kemet'amûn und Mahmut zugesehen, dann erhob Absinthium von Gogam sich zu voller Größe. "Werte Vize-Akîbet, in Erweiterung der Tagesordnung schlage ich vor, Ihrer Majestät eine Entscheidungshilfe zu gewähren, dahingehend, wie sich der Kleinadel das Schicksal seines Gremiums vorstellt. Laßt uns also nach der Abhandlung der bisherigen Punkte eine Diskussion anstreben, in der wir das für und wieder der Konvente besprechen werden und", der rothaarige Riese blickte lächelnd zum Akîb Ni Sarslund, "ob denn nicht eine Differenzierung zwischen interessierten und gelangweilten Adeligen zu treffen ist. Laßt uns herausfinden, ob der Kleinadel überhaupt noch daran interessiert ist, an der Gestaltung der Struktur dieses Reiches mitzuwirken. Laßt uns einfach versuchen, unsere Leistungen bezüglich der Erwartungen der Nisut offen und ohne Tabus zu diskutieren."

 

Caljinia Han s'OLo, die Sahet Ni Merkem, flätzte in ihrem Sessel und hörte der diskussion mehr oder weniger gelangweilt zu. Irgendwann kam dann auch aus ihrer Richtung eine Bemerkung. "Ich weiss nicht, was ihr alle habt ... wenn ich von jemanden was will, geh' ich zu ihm hin und mache dem das klar. Dazu brauch' ich keinen Secha. Gut, nu gibts den schon ... aber der ist ja nu wohl schon einige Monde krank und ihr habt es alle überlebt, oder? Aber wenn die Inselhei .. adligen unbedingt einen wollen, dann solln sie sich einen aussuchen. Mal sehen, ob die einen finden, der so wahnsinnig ist, das zu übernehmen. Und ... was die Sache mit den Schiffsreisen angeht, mit der 'Sturmfalke' Mach' ich Euch die Mohacca-Passage in weniger als einer Woche."

 

 

Kemet´amun hatte der Debatte, die aufloderte wie ein Feuer, welches in trockenem Stroh willkommene Nahrung fand, amüsiert zugehört. Nach der - für viele Ohren gewiss ketzerisch klingenden - Rede des Semau erhob sich der Akib ni Taimen. "Verehrte Mitadelige. Prüfe sich einmal ein jeder - gleich ob Irrgläubiger oder Boroni - inwiefern er Interesse an einem solchem Conventum hat. Schaut Euch an, nobilis minoris. Wie viele von Euch schweigen ? Doch geschätzter Semau, Ihr habt ganz recht. Konkrete Vorschläge gilt es unserer geliebten Nisut zu unterbreiten. Ich proponiere daher, den Kleinen Konvent abzuschaffen." Auf die aufkommende Unruhe reagierend erhob der Akib die Stimme. "Anstatt des Konventes sollen in Zukunft die Provinzräte dazu dienen, die Belange der Kleinadeligen zu erörtern. Und durch den jeweiligen Provinzherren können die geäusserten Wünsche dann an unsere Nisut herangetragen werden." Kemet´amun setzte sich während Unruhe aufkam.

 

 

Nachdem der Semau geendet hatte, erhob sich ein weiters mal Treles Dornenstein, der Sah ni Stramin. Dies war ein Thema auf das er sich freute. "Ihr fragtet, werter Semau, nach Vorschlägen wie der Kleinadel seine beratende Funktion erhalten könnte, wo doch wie ihr anmerkt wohl ein Großteil sich nicht für Politik interessiert? Nun, ich möchte dazu folgendes sagen: die Rettung des Kleinadels und des Konventes liegt in seiner Abschaffung." Nachdem sich die entstehende Unruhe ein wenig gelegt hatte sprach Treles weiter: "Lasst mich ausreden... ich rede nicht davon, daß ihr darauf verzichten sollt, euch Akib oder Akibet, Sah oder Sahet zu nennen. Ihr alle seht doch, daß das Kahet mehr und mehr an die Formen angeglichen wird, die es vor Jahrtausenden hatte, und dort haben Adlige, zumal nicht dem kem'schen Ritus folgende, keinen Platz. Ihr seit als Adlige hier im Kahet in einer denkbar schlechten Lage, eure Familien und euer Reichtum, ja, eure Ehre ist eng verknüpft mit einem Lehen über das ihr nicht wie Adlige sondern auch jetzt schon nur wie Beamte herrscht und das unter umständen nicht an eure Kinder weitergegeben wird. Welche Macht also bangt ihr, verlieren zu können? Seht ihr denn nicht die wiedererstarkenden urkem'schen Familien?" Treles Gesicht hatte sich leicht gerötet nun machte er eine kurze Pause und faltete die Hände. "Ich glaube nun, daß euch und mir wohl auch am besten damit geholfen ist wenn wir uns überlegen, wie wir versuchen unsere Pfründe zu retten und uns zugleich kompromissbereit zeigen. Nun ja, ich sage nicht, daß wir die Abschaffung des Adels unterstützen sollen, sondern versuchen, die Adelstitel zu retten, indem wir sie von der Verwaltung der Lehen trennen. So euch dies ein Begriff ist: der Vorschlag ist, den bestehenden Adel in Titularadel umzuwandeln. Das bietet dann auch die Möglichkeit, daß besonders verdiente Niederadlige, die es wohl unter den hier Anwesenden gibt, mit einm titular Hochadelstitel zu bedenken und so ihre Leistungen zu gratifizieren. Nun, weiter konkret stelle ich mir vor, daß der Niederadel auf seine Hoheitsrechte verzichtet und für diese von der Krone eine seinem Adlesrang und seinen Verdiensten entsprechende Abfindung in Landbesitz erhält sowie einen erblichen Titulartitel, der dann auch mit der Gewährung der typischen Adlesprivilegien wie Steuerfreiheit und Bürgerrecht verbunden ist. Seht, daß dies bedeutet, daß der Adel die führende Schicht im Kahet bleibt und zugleich seine materielle Basis dergestalt gestärkt wird, daß er unabhängig ist von der Krone und damit auch von den Hochadligen und mit den oftmals weitverzweigten Machtbereichen der urkem'schen Famileen Schritt halten kann. Der Konvent an sich könnte gestärk werden, dadurch, daß sich nur noch die Adligen in ihm beraten werden, die auch aktiv an der Politik des Kahet mitwirken wollen und es andere Konflikte geben wird als die, die wir bisher haben. Zudem, bangt nicht um eure Posten wenn der Niederadel abgeschafft werden sollte: es gibt wohl niemanden der erfahrener ist in der Verwaltung eurer Provinzen als ihr selbst, und so scheint es mir zweifelhaft, daß man euch ersetzen wird. Und an euch, die man Irrgläubige nennt: ihr hättet allen Grund dafür zu sein, den Niederadel abzuschaffen, würde dies doch euren Kindern die Möglichkeit geben, eure Posten zu übernehmen, da für die Beamtenschaft keine konfessionelle Beschränkung gilt, denn welcher Lehrling ist besser als Nachfolger geeignet als der eigene handverlesene Stellvertreter oder Nachwuchs, der mit der Verwaltung der Provinz wunderbar vertraut ist? Seid sicher, an Macht wird keiner von euch verlieren. Es ist eher eine Gelegenheit für die unter euch, die sich verdient gemacht haben über die engen Grenzen des Akibstitel hinaus Macht zu gewinnen. Ich weiß ich stoße mit meinen Worten auf viele verschlossene Ohren, doch hoffe ich, ihr mögt sie abwägen und das Wahre in ihnen erkennen." Treles blickte noch einmal in die Runde und setze sich dann wieder um den Erwiderungen zu lauschen.

 

 

Im'sêthhält es nicht auf ihrem Platz. "Ich kann einfach nicht glauben, was ich da höre! Pfründe retten? Titularadel ohne Lehen? Wohlgeboren, ich bin der Meinung, daß man bei Euch einmal überlegen sollte, ob ihr Eures Titels würdig seit! Mit dem Lehen wurde Euch eine verantwortung übergeben. Ja, eine Verantwortung,dem Reiche gegenüber, das ihr dieses Lehen gut verwaltet und Euren Untertanen gegenüber, das ihr für deren Schutz und Wohlergehen sorget. Titularadel ohne lehen, mich deucht, Ihr wollt Euch aus der Verantwortung stehlen, ohne dafür auf etwas verzichten zu müssen. Ich danke dem Raben, das Ihr kein Typisches Beispiel für den Adel seit. Denn wenn es so wäre, dann täte die Nisut wahrlich besser daran, den Adel abzuschaffen."

 

 

Es zuckte verräterisch in Haldjin ed DjasuhrsGesicht, als er sich erhob, man konnte sehen, dass er zwischen Belustigung und Empörung hin- und herschwankte. "Abschaffung des Adels? Titularadel? Beamten? Und als nächstes schlagt ihr die Einführung der Demokratie vor...welch einzigartige Idee." Haldjin machte ein abfälliges Gesicht. " Wie könnt ihr so etwas nur in Erwägung ziehen? Vielleicht solltet Ihr euch wieder einmal den CCC zu Gemüte führen, und den Prolog 'Von den Heeresschilden' durchlesen, um ihn Euch wieder ins Gedächtnis zu rufen, Wohlgeboren." Er sprach den Titel besonders betont aus. "Ein jeder hier in diesem Konvente ist an dem Platz und in dem Range, der ihm von Borons Gnaden zusteht, und einen Titularadel zu schaffen würde unsere gottgegebenen Bestimmung, den uns Untergebenen ein Vorbild zu sein und sie beschützen, ebenso wie dem Reich und der Nisut treu zu dienen, zu einer reinen Farce degradieren; aus dem hohen Titel eines Adeligen würde nichts weiter als eine Larve werden, mit der jeder Geck sich schmücken kann. Dass in diesem Konvente so wenig vorangeht, liegt weder an dieser von der Nisut geschaffenen Institution, noch am Adelsstand als solchem, sondern nur an denjenigen, die sich im borongefälligen Schweigen üben oder mit solch abstrusen Vorschlägen aufwarten. Oder einfach nur durch ihr bloßes Verhalten ihr Desinteresse bekunden....." Sein Blick wanderte kurz zum Akîb ni Sarslund. "Und da diese ganze Thematik gar nicht die des aktuellen Punktes ist, würde ich vorschlagen, dass wie die Angelegenheit später weitererörtern..."

 

 

Mit einem höhnischen Lächeln erhob sich Treles Dornenstein und blickte zu Hadjin. "Nun, sagtet Ihr nicht, jeder Geck würde Adliger werden? Ich sehe nicht, was das ändern würde, wertes Vorbild. Und was die Sache mit dem CCC und den Heeresschilden angeht, das hätte sich doch nach einer Auflösung des Niederadels und des Konventes ohnehin erledigt. Wo liegt euer Problem, zumal diese Vorschläge nicht halb soabstrus sind wie sie euch erscheinen."

 

 

Freundlich lächelte Haldjin ed Djasuhrden Sah an. "Nun, mein junger Freund, wenn ihr mich schon zitieren müsst, dann zitiert mich auch korrekt. Ich sagte, dass durch eure Reformen aus dem ehrenvollen Adelstitel eine nichtssagende Larve würde, mit der jeder Geck sich schmücken kann. Wie dem auch sei.....und falls ihr wirklich glaubt, die Borongefällige Ordnung der Heeresschilder löse sich in ein Nichts auf sobald man beginnt, sie zu missachten und den Adel abschafft, solltet ihr mal eine kleine Unterhaltung mit eurem Hatya führen..."

 

 

Aodh Galciano Castanyeda erhob das Wort im zu antworten: "Nehmen wir mal an, der Niederadel würde abgeschafft und durch Beamtentum ersetzt. wer garantiert den den 'Irrgläubigen' und ihren Kindern, dass sie in einem Beamtentum nicht auch von Amt und Würden ausgeschlossen würden? So wie die Nisut das beim Adel durchgesetzt hat könnte sie jederzeit in einem Beamtentum verfügen und wir, ihre Untergebenen hätten genauso zu spuren wie es jetzt der Fall ist. So glaube ich nicht werter Sah ni Stramin, dass euer Vorschlag bei den sogenamnnten 'Irrgläubigen' auf mehr Gegenliebe trifft, als die neuesten Erlässe ihrer Majestät."

 

 

Erneut erhob sich der Akîb ni Mekábtá, Mahmut ben Abdallah. "Abgesehen von diesen sehr richtigen Einwänden Akîb ed Djasuhrs frage ich mich, warum wir überhaupt schon wieder über dieses Thema diskutieren. Verehrter Semau, Ihr solltet wissen, dass der Kleinadel vor weniger als einem Jahr dem Antrag des Kanzlers auf Auflösung des niederen Adelsstandes widersprochen hat. Die Idee wird nicht dadurch besser, dass man sie wieder und wieder wiederholt. Der Kleinadel hat seine Meinung abgegeben und sollte diese nicht so schnell widerrufen können. Es scheint mir eine Gefahr dieses Zwischenkonvents zu sein, dass sich durch die geringe Zahl der Anwesenden völlig neue Mehrheiten ergeben können. Ich appelliere deshalb an alle Teilnehmer, diesen Umstand nicht auszunutzen, sondern die Beschlüsse des letztjährigen Kleinen Konvents zu achten. Ich stelle darüber hinaus den Antrag, dass Beschlüsse des Zwischenkonvents, die solche des Kleinen Konvents negieren, nur mit einer qualifizierten Zweidrittel-Mehrheit Geltung erlangen sollen und bitte einen anwesenden Rechtsgelehrten zu prüfen, ob dies mit dem CCC in Einklang zu bringen. ist."

 

 

Tahark Anchhabos, der schon seit dem Provinzrat in Dreiwegen weilt, hatte die bisherigen Diskussionen eher gelangweilt verfolgt. Doch nun ließ er sich zu einem Einwurf hinreisen. "Aber, aber, die Nisut, heilig heilig heilig, hat doch über den Antrag des Canclers noch gar nicht entschieden. Auch wenn ich beim Konvent gegen die einfache Auflösung bzw. Umwandlung des Niederadels war, so muß ich doch zugeben das dieser Vorschlag einiges Positives mehr hat, als der des Canclers."

 

 

Wieder erhob sich Absinthium von Gogam,der Semau, und verschränkte die mächtigen Arme vor der Brust. "Wenn Ihr versucht, Akîb Mahmut ben Abdallah, meine Emotionen zu erreichen, dann seid Ihr gescheitert. Ich denke auch nicht, daß sie für Euch jemals zu tangieren sein werden. Sei's wie's sei, mein Vorschlag sprach nicht, wie Ihr hier erklärt, von der 'Abschaffung' des Kleinadels - Eure Reaktion auf meine Anrefgung scheint also eher dem Refelex vergleichbar, der den Enthaupteten noch blinzeln läßt als dem Versuch, Konstruktives beizusteuern. Meine Anregung, geboren aus dem 'Nein' zur Ausweitung secha-amtlicher Kompetenzen ging lediglich dahin, sich Gedanken zu machen, wie eine Umwandlung des Kleinadels - zur Gänze oder in Teilen - zu einem funktionierenden Beratungsorgan zu bewerkstelligen sein mag. Formalismen wie Abstimmungen und rechtliche Erwägungen sind auf diesem Treffen jedoch völlig albern und brauchen auch nicht von Rechtsgelehrten geregelt zu werden. Eine formale Abstimmung ist bei diesem Treffen sowieso nicht statthaft, denn es wurde nicht als offizieller Kleiner Konvent konstituriert, sondern lediglich als informelles Zusammentreffen. Egal, auch ich bin dafür, dieses Tjema nicht jetzt zu erörtern, sicherlich gäbe es viel zu den Vorschlägen zu sagen, doch ist dies nun hier nicht der Punkt."

 

 

Nachdem der Semau geendet hatte, erhob sich eine schlanke Kemi, die zum ersten Mal als Niederadlige an einem Konvent des Niederadels teilnahm - aber als Hochadlige durchaus bekannt war: Rhonda Mezkarai Ni Ordoreum, Sahet Ni Meria. Sie hatte die bisherigen Zusammenstöße und Debatten mit juristischer Gelassenheit verfolgt. Nun erhob sie sich. "Ich denke, ich kann seiner Wohlgeboren Absinthium von Gogam zustimmen. Es geht hier keinswegs um eine formelle Abstimmung zu bestimmten Themen wie sie dem Kleinen Konvent zugesichert ist. Dieses Gremium hier soll klären und nicht abstimmen. Die Abschaffung des untätigen Kleinadels ist ein gewichtiges Thema, dem sich der Niedere Adel mit großer Ernsthaftigkeit widmen sollte. Man kann die Klagen, die gegen den Niederen Adel wegen Untätigkeit erhoben wurde, nicht von der Hand weisen. Immerhin - dieser Konvent, zusammengerufen auf Wunsch des Kleinen Adels, stellt einen ersten Schritt aus dieser Unätigkeit dar. Oh, es gibt natürlich auch tatkräftige Akîbs und Sahets, Akîbets und Sahs. Das ist unzweifelhaft. Doch wichtig ist jetzt und hier zu beweisen, dass der Kleine Adel nicht das prädikat "untätig" verdient. Insofern würde ich vorschlagen, die Diskussion um den Vertreter eines Sechas auf den Inseln hintenan zu stellen, denn ein solcher wäre erst dann nötig, wenn der amtierende Secha und die Vize-Sechat genügend Resonanz erhalten. Vorerst sollten wir uns wichtigeren Punkten widmen, wie etwa die Einrichtung der öffentlichen Schulen. Zwar sind dies Vorschläge die unserer geliebten Nisut im Cronrat unterbreitet werden, aber dennoch halte ich es für sehr sinnvoll, die effizienteste Durchführung dieses Vorschlages jetzt zu erörtern." Rhonda sah zur Vize-Sechat Mentia. "Werte Vize-Sechat, sofern ich mich nicht irre und ich die Protokolle des kleinen Konventes nicht missverstand, ward Ihr es die diesen Antrag stellte. Wie hattet Ihr Euch die Durchführung genau vorgstellt?"

 

 

Caljinia Han s'OLo, die Sahet Ni Merkem, fühlt sich zu einem Zwischenruf bemüssigt: "Genau! Beim nassen Grab der Ersäuferin, bis jetzt hab' ich nur BlaBla gehört! Wenn hier nix Konstruktives passiert, kann ich genauso gut auf die Sturmfalke zurück und nach Merkem segeln! Dort gibt's genug zu tun ... und die Fahrt auf meinem Schiff macht mehr Spass! Wenn wir die Nisut beraten sollen, dann sollten wir über Themen sprechen, in denen sie unseren Rat braucht. Und nicht, ob irgendwelche Inselgurken jemanden brauchen, der sie bemuttelt." Man merkt, das die Capitanya langsam ungeduldig wird ... aber Geduld war ja nie ihre Stärke.

 

 

Gelangweilt saß Leyla Al'Plane da und horte den anderen Adligen kaum noch zu. "Konnen die endlich mal anfangen? Immer die gleichen alten Sachen, die hunderte Mal wieder aufgeworfen werden!"

 

 

Treles Dornenstein sammelte seine gedanken und meldete sich dann erneut zu Wort. "Nun nachdem also alle Angriffe auf meine Wenigkeit geritten zu sein scheinen, möchte ich den Konvent auch nicht weiter mit meinen Vorschlägen aufhalten und dennoch ein paar Sachen klarstellen." Er wandte sich Im'sêth zu. "Werte Akibet ni Rekehmi, bedenkt, wem Ihr vorwerft, verantwortungslos zu sein! Solltet Ihr wirklich vergessen haben, daß ich eine der schwersten Bürden die dieses Land zu bieten hat auf mich genommen habe? Ich mag mich nur um wenige Menschen sorgen, doch Ihr werdet mir zustimmen das die Sorge um ihrer hochheiligen Nisut Gesundheit ein wahrhaft edles unterfangen ist und eine Verantwortung der einer Akibet wohl ebenbürtig! Bedenkt dies bevor Ihr versucht über mich zu urteilen!" Treles setze sich und sendete noch ein Paar zornerfüllte blicke zur Akibet ni Rekehmi.

 

 

Das Gesicht Im'sêth sun Kem-Atèfsspiegelt keinerlei Emotionen wieder, man könnte es fast steinern nennen. So begegnet sie den zornerfüllten Blicken. "Wer meherere Verantwortungen auf sich vereint, hat allen Verantwortungen gerecht zu werden. Es geht nicht an, das die eine hinter der anderen zurücksteht. Wenn ihr nicht allen Euren Verantwortungen gerecht werden könnt, so wendet Euch der am höchsten einzustufenden Verantwortung vollends zu und gebt die niederen ab. Welche Eure höchste Verantwortung ist, steht wohl ausserhalb jeglicher Diskussion, ihr habt sie soeben selbst genannt. Aber man kann die Nichterfüllung einer Verantwortung nicht mit der Erfüllung einer höheren entschuldigen. Wie gesagt, wenn ihr Euch überfordert fühlt, gebt Eure niederen Verantwortungen ab."

 

 

"Bitte, bitte..." warf Rhonda Mezkarai, die Sahet Ni Meria, ein. "Ergehen wir uns doch nicht in kleinlichen Streitereien. Wen's beliebt, der kann sie in einer Pause austragen. Was mich jetzt interessiert konkrete Pläne: Wie sollen die Anträge gegebenenfalls durchgeführt werden?"

 

 

Noch einmal erhob sich Treles Dornensteinund sein Blick hatte sich bei der letzen Ansprache der Akibet ni Rekmehi noch verfinstert. "Mitnichten habe ich versucht irgendetwas zu entschuldigen, Hochgeboren ( es gelang ihm dieses Wort wie eine Beleidigung auszusprechen ), ich suchte mich vielmehr Eurem Vorwurf zu erwehren, ich würde mich aus der Verantwortung meines Sah-Titels stehlen wollen! Es steht außer Frage, daß ich als Sah ebenso wie als Hofmedicus meine Verantwortung mit der ihr gebürenden Sorgfalt trage, sonst wäre ich nicht hier! Ihr habt mich falsch verstanden, oder seid unfähig mich zu vertstehen: ich habe nicht gesagt, daß nur weil ein Titel nicht mit Hoheitsrechten verbunden ist, das bedeutet, daß der Träger keine Verantwortung trüge, mitnichten! Vielmehr betone ich noch einmal, daß alle die sich Adlige nennen Verantwortung tragen, für alle denen sie Vorbild sind. Aber um ein Vorblid zu sein braucht es keine Hoheitsrechte! So, ich hoffe damit Eurer Verwirrung Abhilfe geschaffen zu haben." Treles wandte sich Hadjin zu und seine stimme wurde ein wenig spöttsich. "Was nun ältere Vorwürfe angeht, daß wenn es Titularadel gäbe jeder Geck eine solchen erhalten würde, möchte ich noch einmal klarstellen, solches habe ich nicht gesagt, ich sagte nicht, dann kann jeder Adliger werden! Ich habe gesagt, daß damit der Niederadel beibehalten werden könnte, wenn er seiner Hoheitsrechte auch entkleidet würde. Ich hoffe, Ihr wolltet damit nicht sagen, werter Hadjin el Djasuhr, daß der bestehende Niederadel sich aus Gecken zusammensetzt oder, schlimmer noch, daß Ihre keminisutliche Majestät nicht in der Lage wäre diejenigen zu Adligen zu erheben, die dieser Würde zur Ehre gereichen, sondern solche die diesen Stand beschämen?"

 

 

Antaris Mezkaraierhob sich nachdem die Diskussion, die er anfangs recht interessiert verfolgte, nun für seinen Geschmack doch zu sehr abschweifte: "Wäre es vielleicht jetzt möglich, sich wieder relevanteren Themen zuzuwenden, geehrte Hoch- und Wohlgeboren. Die Streitereien zwischen einigen von Euch mögen teilweise recht interessant, aber auf keinen Fall relevant für diesen Konvent sein. So möchte ich doch bitten das private Geplänkel hinten anzustellen und uns wieder auf die Punkte der Tagesordnung zu konzentrieren. Sowie die Diskussion auf diese Punkte zu beschränken. Damit wir endlich sinnvoll voran kommen." Er sprach ruhig und gelassen mit lauter Stimme, schien sich aber nicht die Hoffnung zu machen, dass seine Rede fruchten würde.

 

Treles Dornensteingab es auf sich zu sezten und wandte sich an Antaris. "Ich bin gerne bereit, mit Euch weiter über die Themen der Tagesordnung zu reden, wiewohl ich doch auch hoffte, mein Anliegen auf sie zu bringen. Nun aber noch ein letztes Wort zu den Kontroversen aus meinen Vorschlägen." Er wandte sich an die Akibet ni Rekmehi. "Ihr sagtet, wenn ich mich nicht irre, als ihr eintratet, daß die kleinlichen Streitereien des Konventes nicht auf alle Adligen zu übertragen seien, nun hat aber meine Rede doch das Gegenteil bewiesen, den nicht meine Vorschläge habt ihr abgewogen sondern meine Person. Zudem habt Ihr Euch in einer kleinlichen Streiterei mit mir verfangen, somit zeigt sich nur umso deutlicher wie dringend die Ausführungen des Semau doch sind, somit schließe ich mich ihm an und hoffe doch das meine Vorschläge Gehör finden mögen." Danach wandte sich Treles der Vize-Secha zu und verbeugte sich leicht. "Verzeiht, daß ich soviel unserer kostbaren Zeit in Anspruch nahm, lasst uns nun über Schulen reden!"

 

 

"Versucht nicht, mir das Wort im Munde herumzudrehen, Wohlgeboren! Ich habe weder gesagt oder in irgendeiner Weise angedeutet, dass sich der Niederadel aus Gecken zusammensetzt noch dass die Nisut nicht in der Lage wäre, den Adels auf eine dem Stande angemessene Weise zu besetzen. Zudem sagte ich, dass jeder Geck zum Adeligen werden könnte, und nicht würde . Gebt noch weitere solche absonderlichen Schlussfolgerugen von Euch, und ich sehe mich genötigt mir ernsthafte Sorgen über Eure Fähigkeit zu machen, derart komplexen Diskussionen, wie sie hier stattfinden, folgen zu können. Und nun mäßigt Euch und wahrt den Respekt und die Höflichkeit, die ihr im Stande höherstehenden Adeligen schuldig seid." schloss Haldjin ed Djasuhr.

 

 

Treles wandte sich Haldjin zu, sein Gesicht legte sich in tiefe Zornesfalten. "Ihr solltet nicht so rasch urteilen, werter Akib, und schon gar nicht auf Euren Stand pochen. Bedenkt, dies ist ein Konvent auf dem ich frei zu sprechen gedenke, ohne mich von Eurem Titel in Ketten legen zu lassen. Zudem wird mein Lehnsherr wohl in jedem Fall von einer Bestrafung absehen." Er knetete seine rechte Hand. "Und zudem wart Ihr der Erste, der hier Worte verdrehte! Und falls Ihr weiterhin der Meinung sein solltet, ich sei nicht in der Lage komplexen Diskussionen zu folgen und an meinem Verstand zweifelt, so wird meine Dienstherrin sich sicher eure Behauptungen gerne zu Gemüte führen!" Hörbar ausatmend nickte Treles kurz mit dem Kopf und setzte sich dann diesesmal hoffentlich für längere Zeit...

 

 

"Nun, eigentlich sprach ich nicht von meinem Stande, sondern von dem der Akibet ni Rekmehi....und bitte: wenn Ihr wollt, dass ich nicht auf meinen Stand poche, solltet ihr mir nicht mit der Nisut drohen, wenn ich meine Meinung frei äußere. Was Eure übrigen Ausagen angeht: Vergesst es einfach....." Haldjin ed Djasuhrwinkte ab und setzte sich, wieder auf die übrgen Teilnehmer konzentriert und den aufdringlichen Sah ignorierend.

 

Treles Dornensteinhörte die Worte des Akîb, knetete ein wenig die Hände und ließ sich dann ein wenig zurückfallen um dem weitern Verlauf des Konventes folgern zu könne. Sicher, er hatte nicht erreicht, was er erreichen wollte, dafür hatte er aber eine Menge neue Bezeichnungen für sich selbst vorzuweisen und einen Akîb, den er vielleicht zur Versöhnung zu einer Tasse Tee einladen sollte...

 

 

"Schluß jetzt!" Der Semau war aufgesprungen und sein Gesicht war zornesrot. Der sonst so gelassene Mann blickte mit gefährlich funkelnden Augen in die Runde. "Es ist mir einerlei, wenn Ihr hier diese Schmierenkomödie von Angeberei, Beleidigungen, Polemik, Heuchelei und offen zur Schau getragenem Desinteresse im Privaten fortsetzen magt, aber da ich mich ebenso wie Ihr als Kleinadeliger bezeichne, werde ich nicht zulassen, daß Ihr den letzten Rest von Würde, die unser Stand noch besitzt, hier in diesem Affenhaus der Eitelkeiten zu opfern versucht. Also...", der Henker ließ den Blick über die versammelten Adeligen schweifen, "... entweder Ihr bemüht Euch nun um ein wenig Konstruktivität oder ich werde hier und auf der Stelle dieses Trauerspiel verlassen und an die entsprechenden, sehr interessierten Stellen ein wortgetreues Protokoll desselben weitergeben. Vize-Sechat", herrschte er Mentia an, "wir waren bei Punkt 1, der Einrichtung eines Vertretungsamtes für den Secha auf den Inseln, zu dem ich, der Sah Ni Sesahî, das kem'sche Schwert der Gerechtigkeit sage, daß wir es nicht benötigen, weil unser Stand nicht einmal einen Secha mit Arbeit versorgen kann. Wer zu diesem Thema noch etwas argumentativ beitragen will, möge dies tun. Ich lasse mich gerne überzeugen. Ansonsten bitte ich darum, meinen Vorschlag zur Erweiterung der Tagesordnung zu entscheiden um dann zum nächsten Punkt, den Schulen, überzugehen. Hier, geschätzer Akîb Ni Mekábtá, bin ich gespannt, wie Ihr den Bogen schlagen wollt um dieses Thema nicht als Wiederholung des beim Kleinen Konvent erörterten Punktes erscheinen zu lassen."

 

 

"Jetzt ist es aber genug.", donnerte Mentia ui Paratras, die Akibet Ni Sákem, in den Raum und betrachtete mit einem gefährlichen Funkeln in den Augen die Anwesenden. "Ihr Semau, vergreift Euch ein wenig um Ton. Aber auch mich belustigt das Schauspiel nicht. Die Entscheidung ob nun aus dem Kleinadel eine Beamtenschaft wird, ist noch nicht einmal von unseren geliebten Nisut heilig, heilig, heilig entschieden und schon streitet man sich über ungelegte Eier. Zum Thema Inselsecha gibt es nur zu sagen, dass dies nicht der erwähnte Tagesordnungspunkt war. Es ging um eine Vertretung des Secha auf den Inseln. Dabei sollte diese Stelle Sammelpunkt und Verbindungsglied zwischen Festland und Inseln darstellen.", mühsam nahm sie ihre Stimme zurück. Etwas ruhiger fuhr sie fort, "Es liegt wohl weniger am Amt des Secha, dass er unterfordert ist, als am mangelnden Einfallsreichtum mancher Anwesender. Mein Vorschlag ist ein Test, ob es sich lohnt diese Stelle der Vertretung auf den Inseln einzurichten. Sollte innerhalb von einem Götterlauf diese Möglichkeit nicht oder nur spärlich genutzt werden, dann sollten wir ebenfalls ein für alle Mal damit aufhören über das Amt eines Inselsechas nachzudenken. Anderenfalls müsste neu verhandelt werden. Nebenbei bemerkt, wie ist das Befinden unseres Sechas? Ich habe bisher keine Kunde von ihm erhalten." Sie machte eine kleine Pause und sah nocheinmal eindringlich in die Runde, "Meine letzte Warnung, wer den Namen oder das Amt unserer geliebten Nisut heilig, heilig, heilig in diffamierender Art und Weise benutzt, gegen den werde ich rechtliche Schritte einleiten lassen. Ihr Wort ist uns Gesetz, auch wenn es manchem nicht gefallen mag. Unser Eid sollte uns dabei nicht nur mit unserem Stande sondern auch mit unserem Herzen an sie binden." Verstimmt setzte sie sich wieder auf ihren Platz und schien nur auf eine harsche Erwiederung des Semau zu warten.

 

 

Als der Semau mit seinem Ausbruch geendet hatte, sprach Antaris Mezkaraiwieder in die Runde: "Ich teile Eure Meinung in Bezug darauf, dass wir endlich konstruktiv mit dem Zwischenkonvent fortfahren sollten, wehrter Wohlgeboren, Absinthium von Gogam." ein freundliches Nicken in deine Richtung. "Aber was die Vertretung des Secha auf den Inseln angeht nicht." er machte eine kurze Pause bevor er fortfuhr. "Bedenkt das es voreilig wäre jetzt schon Schlüsse von den Aktivitäten auf dem Festland zu den Inseln zu ziehen. Da der Antrag gestellt wurde mit der Begründung, der Secha weile zu selten, bzw. bisher noch überhaupt nicht auf den Inseln, scheint es dort durchaus Bedarf zu geben. Hinzu kommt noch, dass es auf dem Festland recht einfach ist per Schriftverkehr zu kommunizieren, so dass man sich recht schnell untereinander hin und her verständigen kann. Was sicher auch ein Grund für die Unterbeschäftigung des Secha sein könnte. Dies ist zwischen den Inseln und dem Festland nicht gegeben. Bei einer durchschnittlichen Beförderungszeit eines Schriftstückes von zwei Wochen auf einem Weg nur zu Küstennahen Gegenden, kommt da doch recht schnell bei mehreren Antwortschreiben ein Vierteljahr zusammen! Ein Vertreter des Secha könnte dies weitaus schneller bewältigen, indem er von den Inseln auf das Festland reist und die Angelegenheit, respektive das Anliegen, persönlich regelt. Er kann somit sofort reagieren in einem Gespräch und innerhalb von wenigen Wochen mit einer Antwort auf die Inseln zurückkehren. Dies würde auch eine Anbindung der Insellehen an die des Festlandes stärken. Denn manchmal gewinne ich den Eindruck, dass die Akibs und Sahets auf den Inseln sich doch eher als Außenseiter fühlen und auch kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie manchmal auch so gehandelt werden unter den Adligen des Festlandes." Mit ernster Miene rückte er seinen Stuhl zurecht und nahm wieder Platz.

 

 

"Und das aus dem Munde Seiner Wohlgeboren, dem Henker..." Aodh Castanedya, der Akîb ni Sarslund lächelte nur abfällig. "Tut doch was ihr nicht lassen könnt, wenn Opportunismus eueren Lebensinhalt darstellt..."

 

 

Die ganze Zeit über hatte sich Rhonda Mezkarai dieses Geplänkel angehört und die Mienen beobachtet. Sie seufzte leise und nur ihr Nachbar - ihr Vetter Antaris - konnte es vernehmen. Irgendwann kurz nach den Wortend es Semaus erhob sie sich. "Erneut muss ich dem Sah Ni Sesahi zustimmen. Erst wenn der amtierende Secha SOWIE die amtierende Vize-Sechat mit den Aufgaben dieses Amtes nicht mehr fertig werden, sollte der Kleinadel sich überlegen, einen Vertreter für die Inseln zu bestimmen. Erst bei erwiesener Notwendigkeit eines solchen Amtes mag es einen Sinn ergeben, ansonsten wäre es eine Verschwendung von Kräften, Personen und Material. Dass sich die Sahet Ni Merkem uns so ehrlich anbietet ist löblich, doch wird ihre Persona sicher anderweitig benötigt, als dass sie im Archipel von neu-Prem herumfahren kann, um die wenigen interessierten Adligen zu beehren. Meiner Ansicht nach ist die Debatte um diesen Punkt sinn- und zwecklos, ich schlage daher einen Übergang zu Pukt 2 vor."

 

 

Sofort nach Rhonda sprang Valaria al'Menkhauhourauf. Die Sahet Ni Ychet schien gefasst zu sein. "Der Semau und die Nes... Sahet Ni Meria haben Recht. Was soll dieses Palavern über unnötige Ämter. Vize-Sechat, seid Ihr überlastet? Habt Ihr vielzuviele Anfragen? Von den Inseln, vom Festland? Wir haben doch einen Secha und eine Vize-Sechat, das müssen wir ausnutzen." Sie schob sich eine widerspenstige Strähne aus der Stirn. "Auch wenn sowohl die Vize-Sechat als auch der Secha ihre Hauptsitze mehr als 500 Meilen wie der Falke fliegt und noch mehr, wenn frau die vorhandenen Wege nutzt, vom Câbas entfernt sind, würde ich bei Problemen und dergleichen immer das vorhandene nutzen und nicht aus Unbequemlichkeit einen eigenen vertreter für Mer'imen fordern!"

 

 

Die Sahet Ni Merkemsitzt lässig in ihrem Sessel und spielt mit den Fransen ihrer Epauletten, fast unbeteiligt könnte man ihre Stimme nennen, als sie ihren Vorschlag abringt. "Also, wenn die Insulaner wirklich glauben, das sie ein Kindermädchen brauchen, dann mach ich's. Ich hab das verdammt noch mal schnellste Schiff diesseits von Sylla und bin mit der Sturmfalke schon jahrelang zwischen den Inseln rumgeflitzt. Und ein paar Inselhei ... adelige zu hüten, kann ja wohl nicht so schwer sein!"

 

 

"Rondra sein mir bei!" Der Fédàykim-Gardemarschall und Akîb ni Táyârret, Abdul ibn Mehebhat sich erhoben und schaut nun mit einem schlecht gelaunten Blick in die Runde. "Wir sitzen hier und reden und reden und reden, bei Rondra! Und nichts anderes. Wir erbosen uns über die mangelnde Beteiligung des Kleinadels, aber die, die das sagen verzetteln sich in Debatten, die durch ihre Sinnlosigkeit glänzen aber sonst nichts. Ich bin persönlich der Meinung das, so die Inseladeligen einen eigenen Vertreter des Sachas wollen, sollen sie dies im Anschluss an den Zwischenkonvent in einer eigenen Sitzung die nur aus den Adeligen der Inseln besteht, diskuttieren. Kein Festlandsadeliger hat hierzu seinen Kommentar abzu geben, das ist alleine Sache der Inseladeligen. In dieser Debatte können die sich gegenseitig die verrücktesten Angebote machen und halten nicht den Betrieb des Zwischenkonvents auf. Sollten die werten anderen Adeligen aber trotzdem vorhaben, diesen Konvent weiterhin mit ihren sinnlosen Debatten zu verzögern, bitte ich mir das zu sagen, ich habe nämlich besseres zu tun und keine Luast mir das anzuhören. Deshalb schließe ich mich den Worten der Sahet ni Meria an und schlage einen übergang zu Punkt zwei vor." Nachdem er diese Worte in einem schafen Ton, der eher einer Belehrung von Militärrekruten ähnelte, zu den anderen Adeligen gesagt hat, setzte sich Abdul wieder und gibt seinem Adjutanten demonstrativ, aber leise einige Anweisungen.

 

 

Völlig unberührt vom eher plumpen Provokationsversuch Aodhs meinte der Semaunur: "Ich verspreche Euch, Akîb Ni Sarslund, Euch mit Oppertunismus zu verschonen, wenn Ihr im Gegensatz Euer kindisches halbstarkes Angebergehabe ablegt und vielleicht Euch zu Thema äußert, wie es unter Punkt als Frage gestellt wurde. Zu Punkt zwei, Vize-Sechat, fehlt mir immer noch die Erklärung, was für einen Sinn denn dieses Tema hat, das ausgiebig beim letzten Kleinen Konvent diskutiert, aber von Ihrer Majestät noch nicht entschieden wurde."

 

 

Nachdem so manch' wilde Worte in die Runde gingen, erhebt sich aus der Mitte des djunizeer Blocks der Sah ni Yryet, Kerret ni Naareb. Nachdem er bisher zum Erstaunen des Ein oder Anderen, welcher ihn bereits auf dem Kleinen Konvent begegnet war oder ihn gar persönlich kannte, der Diskussion ruhig und ohne Regung gefolgt war, schien es, als ob die letzten Aussagen erheblich gereizt haetten... "Brüder und Schwestern im Amte," beginnt Kerret mit seiner typisch einschläfernden Redeweise, "dies ist ein Zwischenkonvent. Vom Kleinadel einberufen, und insofern löblich, aber eben nur ein Zwischenkonvent. Dieser Konvent ist nicht dazu bestimmt, Entscheidungen zu treffen. Er ist auch nicht dazu geeignet, gar Forderungen zu erheben." Kerret wird bei den letzten Worten unmerklich lauter. "Dieser Zwischenkonvent ist allein zur Standpunkt-Diskussion zunuetze. Der Kleinadel mag sich hier austauschen, miteinander debattieren, die Worte der weisen Nisut loben oder seinen eigenen Kleinen Konvent vorbereiten. Sollten hier aber einzig persönliche Eitelkeiten im Vordergrund stehen, welche in Wortgefechten zur Schau gestellt werden sollen, dann kann ich dem Semau nur zustimmen: Schämt Euch! Wenn Euch nicht mehr einfällt, um diesen Zwischenkonvent mit Leben zu erfüllen, dann ist der Antrag auf Auflösung des Kleinadels keine Provokation, sondern einzig eine Erlösung!" Wutschnaubend setzt sich Kerret.

 

 

Ohne auch nur mehr als geringfügige Emotionen wegen ebenfalls recht plumpen Erwiederung des Henkers zu zeigen unterbrach ihn der Akîb ni Sarslund: "Wer gibt denn hier an und versucht sich hier wichtiger zu machen als er ist? Ich jedenfalls habe im Gegensatz zu euch zu keinem Zeitpunkt versucht mit Beziehungen zu protzen oder mich als 'großer' Wortführer zu profilieren. Ihr müsst hier nicht den Kettenhund der Majestät spielen und das Gespräch in gewünschte Bahnen lenken. Wir haben immer noch das Recht frei über alles zu diskutieren oder eben nicht, ganz wie es einem jeden von uns beliebt. Also lasst die Vize-Sechat ihres Amtes walten, damit wir wenigstens die Entscheidungen treffen können, die man uns noch übrig lässt....und die es Wert sind getroffen zu werden. Und DAS sind sowieso schon wenig genug." Ungerührt blickte der Laguaner dem Henker ins Gesicht.

 

 

"Hochgeboren!" meinte Rhonda Mezkarai gelassen. "Was genau implizieren Eure Worte? Unzufriedenheit? Klage? Meiner Ansicht nach bewegt Ihr Euch auf einem schmalen Grat. Wir sollten alle über unsere Wort nachdenken, bevor sie ausgesprochen sind.

 

 

"Was ihr unter meinen Worten versteht sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich klage niemanden an, doch Unzufriedenheit könnt ihr gerne darunter verstehen...müsst es aber nicht. Es sollte nur ein kleiner Denkanstoss für die Anwesenden sein um sich mal Gedenkan über die eigene Situation zu machen. Zu welchem Schluß ein jeder danach kommt liegt nicht in meiner Hand... Und glaubt mir, ich habe mir wohl überlegt was ich gesagt habe und ich bin immer noch der Meinung, dass getan werden musste...!" Merklich engagierter, aber immer noch ruhig hatte Aodh Castanedya, der Akîb ni Sarslund, geantwortet.

 

 

"Eine indivuduelle Auslegung Eurer Worte kann bedenklich werden." meinte Rhonda Mezkarai, die Sahet Ni Meria. "Wenn Ihr meint, dass es korrekt war..." Sie zuckte mit den Achseln. "Wie war das jetzt noch mit Punkt 2? Oder wollen wir doch darüber diskutieren, was der Kleinadel als Beamtentum leisten könnte?"

 

"Herrliche Worte..." Absinthium v

on Gogam lachte laut über die letzten Worte Aodhs, erfreut über dessen Reaktion auf seine Rede. Wenn dieser Pseudo-Rebell nur wüßte... "Diese logisch-klare Argumentation zur Sache sollte sich jeder und jede hier im Raume auf der Zunge zergehen zu lassen... Ansonsten, Hochwohlgeboren Kerret, bitte seid objektiv: ein Aodh Castanedya macht nicht den Kleinadel aus. Es gab hier bereits viele vernünftige Ansätze, mag man sie teilen oder nicht, die über spätkindliches Gehabe hinausgingen und zur Sache beitrugen." Er wandte sich breit lächelnd erneut Mentia zu. "Nun, Vize-Sechat, ich bitte Euch erneut um eine Erklärung des nächsten Punktes, es sei denn, Herr Castanedya kann sich doch noch dazu durchringen, sich zu Punkt 1 zu äußern."

 

 

"Nun, ich habe schon mehr Worte vergeudet als eigentlich notwendig wären, und so werte Vize-Sechat fahrt doch bitte fort...es sei denn der Henker möchte diese Runde noch länger mit seinen heiteren Worten beglücken..." Ein leicht belustigtes Zucken umspielte Aodhs Castanyedas Mundwinkel und er lächelte wissend, während er sich genüsslich zurücklehnte.

 

Der Cronrat 29 S.G.

Leise schloss ein Diener die Tuer des Raumes, in dem sich die Cronratsmitglieder versammelt hatten: Seine Excellenz, der Cancellarius Dio Cardassion de Cavazo, Ihre Eminenz, die erste Rabendienerin Boronya von Nedjhit, Frau Fédàykîm-Gardekriegsherrin Chanya Al’Mout’pekeret, Seine Excellenz, der Vezir Torben Jandarason, Seine Excellenz, Seine Hochwürden, der Conseilarius Rabenabt Boromil Mezkarai, Zentralrätin Bürgerin Mer'kara Nefret'ka und auch Cronjustitiar Managarm von Zenach. Unter ihnen saß eine junge Frau, Vize-Sechat Mentia Ui Paratras, die sich in einer ziemlich ungewohnten Situation vorfand. Das einfache, hellgrüne Gewand einer Novizin der Hesinde, das sie dabei trug, scheint von einem Schneider noch etwas überarbeit worden zu sein. Doch fehlte ihm jeglicher Schmuck, der häufig bei einer Adligen erwartet worden wäre. Ihr Haar war streng zu einem Knoten am Hinterkopf geflochten, der aber ihre roten bis kastanienbraunen Haare kaum bändigen konnte. Zuerst waren ihre Augen erfürchtig und fasziniert auf die Nisut gerichtet. Tapfer versuchte sie immer wieder, den Blicken ihrer Herrin standzuhalten. Dabei betrachtete sie fast ebenso interessiert Ela. Ihre günen Augen blitzten oefters träumerisch auf. Diese Anwandlungen hielten jedoch nicht lange an, denn sie war sich bewußt, daß sie als Vertreterin des Kleinadels in diesem Rat anwesend war. Innerlich seufzte sie, als sie an den Zwischenkonvent zurückdachte. Es war Zeit vergangen, seit der letzten, aufsehenerregenden Sitzung, doch alles schien so, wie es damals war. Streng blickte die in eine schlichte, schwarze Robe gehüllte Königin in den Rund, sie schien noch bleicher und eingefallener als noch im Jahr zuvor. Daneben ihre Tochter Ela, kraftvoll, energisch und schön, bald schon würde sie um Aufnahme in den Orden bitten. Ela war es auch, die die Stimme erhob. "Wir stellen Vollzähligkeit dieses ehrenwerten Gremiums fest", sagte sie. "Für den Kleinadel wird dieses Jahr nach dem Abschluss der Dienstzeit Secha Ne'mekaths und der Erkrankung des gewählten Sechas Boroaidan ibn Said, die Akîbet Menti Ui Paratras sprechen. Für den Hochadel wird statt des letztjährigen Vezirs Rodrigo con ya Sermo Repa Jandarason sprechen. Alle anderen Vertretungen bleiben zur letzten Sitzung unverändert. Wir werden nun also durch die Tagesordnungspunkte gehen, alleine jene, die sich mit dem Schicksal des Kleinadels und seiner Gremien befassen, werden Wir zusammengefasst ans Ende der Diksussion stellen. Bitte, Îden Praetorius, beginnt." Auffordernd nickte die Prinzessin dem "Holzbein-Ferschten" zu.

 

Der îden wandte sichan die Runde: "Eure keminisutliche Majestät, Eure durchlauchtigste Hoheit Cronprinzeß, Eure durchlauchte Eminenz, Eure hoheitliche Ehren, Eure Hoheit, Eure Hochwürden, Eure Excellenzen, Geehrte Mitglieder des Cronrates, bBitte erhebt Euch nun, um Ihre keminisutliche Majestät, unsere Nisut Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig und Ihre durchlauchtigste Hoheit, die Cronprinzeß Ela XV. Setepen, zu begrüssen.
Keminisutliche Majestät, durchlauchtigste Hoheit, wir fühlen uns zutiefst geehrt durch Eurer Gegenwart. Kraft meines Amtes als Îden Praetorius erkläre ich hiermit im Namen Ihrer keminisutlichen Majestät, Peri III. Setepen, heilig, heilig, heilig die 47. ordentliche Sitzung des Cronrates des Kahet ni Kemi für eröffnet. Bitte nehmt Platz.
Zunächst möchte ich die Anwesenheit der Cronrats-Mitglieder feststellen: Ihre Heilige Eminenz, die erste Rabendienerin Boronya von Nedjhit, Seine Excellenz, der Cancellarius Dio Cardassion de Cavazo, Frau Fédàykîm Gardekriegsherrin Chanya Al’Mout’pekeret, Seine hohe Excellenz, der Vezir Torben Jandarason, Ihre Excellenz, die Vize-Sechat Mentia Ui Paratras, Seine Hochwürden, der Conseilarius Rabenabt Boromil Mezkarai, Zentralrätin Bürgerin Mer'kara Nefret'ka. Als beratendes Mitglied ist anwesend: Seine hoheitliche Ehren, den Croniustiziar Mangarm.
Ich möchte auch meinerseits Ihre Excellenz Vize-Sechat Mentia Ui Paratras in Vertretung des erkrankten Secha Boroaidan ibn Said in diesem Gremium willkommen heißen und Ihr einen guten Einstand wünschen. Der Îden Praetorius möchte im Namen des Cronrates den turnusgemäß ausgeschiedenen Mitgliedern des letzten Cronrates, Seine Erlaucht, Hatya Rodrigo con ya Sermo ni Chrysemis und Seine Hochwürden Ne`mèkâth Boronmir Âk-de Szézàr für die geleistete Arbeit als Vezir bzw. Secha danken.
Nun zur Tagesordnung: Vorbehaltlich der Genehmigung Ihrer Keminisutlichen Majestät, liegen die folgende Punkte zur Diskussion vor:


Ich möchte anmerken, dass nach keminisutlichem Wunsche die Thematik des Schicksals des Kleinadels und seiner Gremien erst im Anschluß an die reguläre Beratung zur Sprache kommt. Dazu ist weiterhin zu bemerken, dass sämtliche Punkte, welche diese Themen behandeln, aussnahmslos vom Kleinen wiewohl Großen Konvent abgelehnt wurden, so dass weder Secha noch Vezir dem Cronrat Vorschläge diesbezüglich vorlegen werden


Punkt 1: Für die Stimmabgabe beim Kleinen Konvent bestehen für Hoch- und Kleinadelige derzeit - neben der persönlichen Abstimmung - die Möglichkeiten, sich bei Abwesenheit durch eine Seret/ einen Ser vertreten zu lassen, oder seine Meinung per Briefwahl kundzutun. Sollen letztere Ersatzregelungen abgeschafft und zugunsten einer vor Beginn des Konventes durchzuführenden Stimmübertragung auf einen Bruder oder eine Schwester in Amt und Würden ersetzt werden oder soll vorgeschlagene Stimmenübertragung zusätzlich zu dem bisherigen Recht der Abstimmung über Brief beziehungsweise der Entsendung eines Sers oder einer Seret eingeführt werden?


Punkt 2: Soll die gegenwärtig abwartende Politik hinsichtlich Hôt-Alem zugunsten einer offensiveren Vorgehensweise aufgegeben werden?


Punkt 3: Sollen bestimmte Gebiete, die mehrheitlich von ethnischen bzw. religiösen Minderheiten bewohnt sind, von der Missionierung der Boronstaatskirche freigestellt werden, um innere Spannungen zu vermeiden?


Punkt 4: Sollen in allen Tárepa/ts und der Tá'hátya Mer'imen Provinzräte für ein Jahr auf Probe verpflichtend eingeführt werden?


Punkt 5: Soll nach wie vor ausschließlich das KKAB sich mit der Bekämpfung der horasfeindlichen Untergrundorganisation der ‚Iri-Maaten' beschäftigen, während der Kleinadel bis auf die "Führung und Erziehung" seiner Untertanen keinerlei Maßnahmen in diesem Fall ergreifen soll?


Punkt 6: Soll die derzeit bestehende Armenkasse auf zwölf Geber- und sechs Empfängerprovinzen erweitert werden, soll sie beibehalten werden, wie sie derzeit ist, oder soll sie gänzlich abgeschafft werden, und gesetzt der Fall, die Armenkasse würde weiterhin existieren, sollen die Empfängerprovinzen jährlich vor dem Kleinen Konvent Rechenschaft über die erhaltenen Gelder ablegen müssen?


Punkt 7: Soll, da die letzten verläßlichen Informationen über die militärische Entwicklung in Anûr (Ost-Yleha) schon über ein Jahr alt sind, bei der Nisut darum gebeten werden, dem Niederadel über die aktuelle Situation bezüglich des Aufstandes der Neo-Corvikaner unter der geächteten Prinzessin Rhônda neuere Informationen zukommen zu lassen? Soll unsere weise Nisut zudem darum gebeten werden, stärker gegen die Neo-Corvikaner vorzugehen?


Punkt 8: Soll unserer Nisut der Vorschlag unterbreitet werden, allen in Kemi lebenden Thorwalern und Thorwalerinnen die bis dato zugestandenen Autonomierechte wieder abzuerkennen, da es des öfteren zu Übergriffen von Seiten dieses Volkes auf unsere Bündnispartner aus dem Horasreich kam, und sie diese auch auf kem´schen Boden verlagerten?


Punkt 9: Soll eine Strafabgabe für Adelige erhoben werden, die ohne triftigen und zwingenden, beim Secha oder dem Vezir angezeigten Grund den Konventen fernbleiben?


Punkt 10: Sollen öffentliche Schulen eingerichtet werden, die das einfache, begabte Volk auf bestimmten, noch festzulegenden Gebieten in grundlegendem Wissen unterrichten?


Punkt 11: Sollen wir einer neuen, einfühlsamen und verständnisvollen Eingeborenenpolitik zustimmen, die beiderseitig auf flexible Weise die Kultur und die Werte der jeweils anderen Volksgruppe respektiert oder soll gar in Zukunft schärfer und kompromißloser gegen vertragsbrüchige (Kaulata) Eingeborene vorgegangen werden?


Punkt 12: Soll ein Ausschuß mit je einem Vertreter der Grafschaften und Markgrafschaften gebildet werden, um einen Katalog an Themen für eine Beratungsprärogative des Kleinadels zu erarbeiten, welcher der Nisut zur Billigung vorgelegt werden soll (d.h. Themen zu entwickeln, bei denen allein der Kleinadel Vorschlagsrecht bei der Nisut genießt)?


Punkt 14: Soll der Kleine Konvent bzw. der Große Konvent das Recht erhalten, Auskunft vom KKAB und der Schwarzen Armee zu verlangen, und, gesetzt der Fall, die Konvente erhielten ein Auskunftsrecht: Besteht dieses Auskunftsrecht coram publico (vor dem Konvente) oder soll ein Geheimdienst- und Militärausschuß des Konventes gebildet werden, welcher den Konvent ohne Weitergabe von Details in solchen Fragen berät, wobei der Yret des KKAB resp. das Oberkommando das Vorschlagsrecht an den Konvent hat, der den Ausschuß dann wählt?


Punkt 15: Soll die Gegenzeichnungspflicht des Hochadels bei provinzübergreifenden Verträgen wieder abgeschafft werden?


Punkt 16: Sollen fortan durch den Kleinadel zwei Secha/ts bestimmt werden, und wenn ja, soll dann davon zwingend eine/r vom Festland, eine/r von den Inseln stammen?


Punkt 17: Soll ein Sitzungsgeld eingeführt werden, das jeder und jede an den Konventen Teilnehmende in gleicher Höhe erhält, oder soll zumindest ein Sitzungsgeld eingeführt werden, mit dem die Teilnehmenden an den Konventen ihre Anreise- und Unterbringungskosten abdecken können?


Punkt 18: Soll zu den Konventen ein offizielles Rahmenprogramm (Bälle, Feste, usw.) eingeführt werden, und, gesetzt der Fall, es würde so beschlossen: Sollen die Kosten für Sitzungsgeld und Ballausrichtun

g vom Gastgeber/der Gastgeberin oder aus einer Konventskasse (evtl. Armenkasse) bestritten werden?
Punkt 19: Stimmt Ihr dem Antrag zu, die Anzahl der Adeligen im Kemi-Reich durch Abschaffung des Adelsstatus aller derzeit amtierender Kleinadeliger zu reduzieren? Der Kleine Konvent soll aufgelöst, die amtierenden Kleinadeligen fortan den Status von Beamtinnen und Beamten (Provinzgouverneur/in) innerhalb der Kanzlei des Káhet Ni Kemi innehaben. Stimmt Ihr in Erweiterung dieses Antrages dem Vorschlag zu, dem gesamten Adel (also auch dem Hochadel) des Káhet Ni Kemi einen Beamtenstatus zuzuweisen?


Dies sind die Punkte, welche vom Secha und/oder Vezir vorgetragen werden. Selbstverständlich könnt Ihr, werte Cronratsmitglieder, weiter Punkte zur Diskussion vortragten.
Ich bitte nun das Plenum um die Genehmigung der Tagesordnung, bzw. um Einwände oder Diskussion evtl. strittiger Punkte." Der Kanzler, angetan in einen rot-weißen Traum aus Spitzen, Brokat und Rüschen schüttelte dezent den Kopf unter seiner hellbraunen Alongeperücke. "Ich habe nichts dagegen, mit der Tagesordnung zu beginnen." Fröhlich lächelte der Maraskaner in die Runde.
Chanya Al'Mout'pekret, die gerade versuchte, eine dicke Rauchkrautrolle in Gang zu setzen, paffte eine Rauchwolke in Richtung des Vezirs und nuschelte: "Meinetwegen gerne. Ich hab später, zum Adelsthema einiges zu sagen..."
"Nun dann sollte wohl jemand beginnen", sprach Mer'kara Nefret'ka während sie eiligst noch einige Notizen auf ihre Tagesordnung kritzelte.
Die Eminenz bekundete mit einem wohlwollenden Nicken ihre Zustimmung zum Wunsche, den Cronrat zu beginnen und blickte ihren holzbeinigen Bruder im Amte erwartungsvoll an. Sie wirkte erholter, ja beinahe jugendlich im Vergleich zum letzten Cronrat, den sie bleich, ausgezehrt und ohne viele Erwartungen begonnen hatte, und von den Verkündigungen der Nisut ebenso wie alle anderen vollkommen überrascht worden war. Hundertfach hatte sie seitdem den Raben gepriesen und tausendfach Abbitte geleistet für ihre Schwäche und ihre Sünden. Die Kraft in ihr wuchs mit jedem neuen Tag und machte es ihr heute leichter als damals, die Sache der Kirche vor diesem Gremium zu vertreten und dem Raben zum Wohlgefallen zu dienen. Dankbarkeit durchströmte sie.
Neben ihr seufzte der Rabenabt leise, als auch er kurz den Kopf neigte, um seine Zustimmung zum Beginn der Gespräche kundzutun. Im Vergleich zu seiner Ordensmarschallin wirkte der grauhaarige Konzilssprecher zum ersten Mal wirklich alt. Kaum eine Spur von der bisherigen Lebensfrische, dem Elan, ja dieser Art von jugendlichem Übermut, welche den alten Kemi stets umgeben hatte wie eine unerschütterliche Aura. Dunkle Schatten lagen unter den sorgfältig mit Kohol umrahmten, tiefblauen Augen, das stolze kem'sche Antlitz wirkte eingefallen und blaß, und seine wettergegerbten schwertgewohnten Hände lagen wie haltsuchend auf dem dunklen Holz des Tisches. "Laßt uns beginnen", sprach er mit ruhiger Stimme.
Auch Mentia nickte zustimmend und war ein wenig zu sehr in den Augenblick versunken. Was mochte die junge Akibet wieder in ihrem Geiste wälzen?

 

 


 

 

Geehrte Mitglieder des Cronrates, der erste zu diskutierende Punkt, vorgeschlagen vom Kleinen Konvent, ist folgender:
Punkt 1: Für die Stimmabgabe beim Kleinen Konvent bestehen für Hoch- und Kleinadelige derzeit - neben der persönlichen Abstimmung - die Möglichkeiten, sich bei Abwesenheit durch eine Seret/ einen Ser vertreten zu lassen, oder seine Meinung per Briefwahl kundzutun. Sollen letztere Ersatzregelungen abgeschafft und zugunsten einer vor Beginn des Konventes durchzuführenden Stimmübertragung auf einen Bruder oder eine Schwester in Amt und Würden ersetzt werden oder soll vorgeschlagene Stimmenübertragung zusätzlich zu dem bisherigen Recht der Abstimmung über Brief beziehungsweise der Entsendung eines Sers oder einer Seret eingeführt werden?


Der Vezir der Kemi, Torben Jandarason:

"Als Vezir möchte ich hierzu nur kurz Stellung beziehen: Der Hochadel lehnt alle Änderungen der bisherigen Vorgehensweise ab, da sich diese bewährt hat und es nicht nötig ist, weitere Ergänzungen und/oder Erweiterungen vorzunehmen. Wir sehen nicht, daß dieser Vorschlag geeignet ist, das Konventsverhalten allgemein zu verbessern. Im Gegenteil, jede Aufweichung der Anwesenheitspflicht führt nur zu Hintertürchen, die von disziplinlosen und.pflichtvergessenen.Elementen für Ausreden genutzt werden können." Ich bitte um weitere Wortmeldungen.

 

Die Zentralrätin, Bürgerin Mer'kara Nefret'ka:

Mer'kara Nefret'ka räuspert sich und verneigt sich in alle Richtungen. "Werte Anwesende, ich kann keinerlei Unterschied sehen, ob man nun einen Ser schickt oder seine Stimme überträgt, wobei bei der Entsendung eines Sers oder einer Seret wieder Reisekosten entstehen, die bei der Stimmübertragung nicht der Fall wären, aber darum geht es hier wohl nicht. Somit kann ich der Argumentation meines Vorredners nicht folgen. Allerdings könnte man darüber nachdenken die Briefwahl abzuschaffen, wenn man den disziplinlosen und pflichtvergessenen.Elementen, wenn ich Eure Worte gebrauchen darf, die Ausreden nehmen will." Damit setztesie sich wieder hin.

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

Der gütig lächelnde Kanzler strahlte in die Runde. "Die Kanzlei lehnt die erweiterten Stimmmöglichkeiten rundweg ab. Grund hierfür ist der enorme zusätzlich Verwaltungsaufwand in der Überprüfung und Wertung der Rechtsmäßigkeit der übertragenen Stimmen, würde eine solche Regelung - insbesonder bei der doch arg gering einzuschätzenden politischen Weisheit des Kleinadels - doch Tür und Tor für Stimmenkauf und Mauscheleien eröffnen; und die Kanzlei hat dringlichere Aufgaben, als das KKAB mit der Untersuchung eventueller Rechtsbrüche bequemer und intriganter Kleinadeliger zu übefordern."

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

Gelangweilt hatte Chanya ihren Rauchringen nachgestarrt, dann meldete sie sich ebenfalls zu Wort. "Das Oberkommando lehnt den Antrag des Kleinadels ebenfalls ab. Um es mal ganz drastisch zu sagen, ist es den Soldatinnen und Soldaten der Schwarzen Armee, die sich Tag für Tag für unser Land den Allerwertesten aufreißen, nicht zu vermitteln gewesen, daß der Kleinadel sich zu einem großen Teil nicht einmal die Mühe machen möchte, den eigenen Konvent zu nutzen. In der Armee herrscht die Meinung vor, daß jede Kleinadelige ihre verdammte Pflicht zu tun hat und nicht nach Auswegen suchen soll, um statt im Konvent für die Interessen ihrer Bürgerinnen und Bürger zu streiten - zu denen die Soldatinnen ja auch gehören - sich faul in der Sonne zu fläzen. Das gilt im Übrigen auch für den Großen Konvent."

 

 

Der Cronjustitiar der Kemi, Managarm Ni Zenach:

 

Der Kronjustitiar wölkte sich wieder ein. Er trug einen tadellosen, dunkelblauen Gehrock mit schwarzer Weste, schwarzen Beinkleidern und einem glänzenden Wargpelzkragen. Zwischen zwei Zügen bemerkte er: "Die Erörterung des Kleinen Konvents zu dieser Frage ist mir noch gut erinnerlich. Ich möchte den Unterscheid zwischen der Entsendung eines Sers und der eines Mandatsträgers hervorheben.
Der Unterschied ist folgender: bei der Mandatierung findet ein politischer Dialog statt, aufgrund dessen sich ein Mandatsträger Stimmen verschafft: indem er für bestimmte politische Überzeugungen wirbt. Bei der Entsendung eines individuellen Sers findet diese politische Vorarbeit nicht statt; vielmehr ersetzt sich der Adelige selbst, ohne politische, sondern nur mit organisatorischer Motivation. Dies halte ich für unqualificiert, es sei denn, es sind wirklich unvermeidliche Umstände, wie Krankheit, eingetreten, die ein persönliches Erscheinen unmöglich machen. Ich bin gegen das System der Briefwahl. Der kleine Konvent ist, wie der große, das höchstpersönliche Beratungsorgan der Krone. Der Briefwähler nimmt nicht an den Erörterungen teil; seine Meinung hat keine Argumente gehört und fußt nicht auf den Perspectiven, die ihm der Konvent vermitteln konnte.Also ist die Briefstimme eine unsachliche, eine zufällige.
Ich möchte das Mandatssystem unter dem Gesichtspunkt der politischen Erörterung vor dem Konvent besprechen. Die Option einer Mandatierung ermöglicht in anderem Maße politisches Engagement im Vorfeld als bisher möglich. Ich denke, in viel zu großem Umgang "warten" Adelige die Zeit zwischen den Konventen ab, und treten einmalig in Erscheinung,ohne vorher einer intensive Auseinandersetzung betrieben zu haben. Mandatswillige Adelige würden als Katalysator der Debatten wirken, und bereits im Vorfeld die Erörterungen anfachen. Bisher wird dieses System ja im Falle des Sechas auch geübt und wir wissen, daß im Vorfeld eines Konvents nichts so sehr diskutiert wird, wie die Sechawahlen. Diese Diskussionskultur würde ich mir auch für die übrigen politischen Entscheidungen wünschen.
Ich glaube zudem nicht, daß es einen erhöhten Überwachungsaufwand bedeuten würde. Man könnte auch sagen: dadurch daß sich diverse Mandatsträger exponieren, sei die Überwachung etwaiger Bestechlichkeiten und Vorteilsannahmen sogar leichter, weil auf die Mandatskandidaten focussierbar. Heute ist es sogar schwieriger, weil natürlich kann Stimmenkauf und Mauschelei stattfinden - nur eben steht keiner der Betreffenden per se in der Öffentlichkeit und insofern hat man nicht die üblichen Verdächtigen Stücker 10 Mandatsträger, sondern Stücker 100 Adelige (natürlich keine Realzahl).
Verfassungsrechtlich ist das Mandatssystem weniger problematisch. Zum einen wird keiner gezwungen, ein Mandat zu geben, auch wenn es Kandidaten gäbe. Jeder kann weiterhin persönlich anreisen. Zum anderen ist die gegenwärtige Praxis mit Briefwahl oder Ser in meinen Augen bedenklicher, da das eine sachlich unflexibel und das andere sachlich unfeflectiert ist."

 

Der Conseilarius des Heiligen Konzils, Rabenabt Boromil Mezkarai:

"Augenblick bitte", unterbrach der Rabenabt die Ausführungen des Cronjustitiars. "Offenbar gibt es unterschiedliche Auffassungen von der Auslegung dieser 'Stimmübertragung auf einen Bruder oder eine Schwester in Amt und Würden'. Ich muß gestehen, ich war bislang nicht davon ausgegangen, daß der Kleinadel damit ernsthaft den Inhalt seiner Stimme beeinflußt sehen möchte. Dies wäre meiner Meinung nach auch gar nicht statthafft, denn schließlich soll im Konvente die Stimme der jeweiligen Provinz gehört werden und nicht die der Nachbarprovinz, wenn sie dafür einige Suvaren freigibt. Ich erkannte in dem Vorschlag lediglich eine gewisse Bequemlichkeit des Kleinadels, nicht aber den Versuch durch Mauschelei und Stimmenkauf das kem'sche Konventsrecht ad absurdum zu führen. Nun, offenbar unterlag ich aber nicht als einziger dieser Verwirrung, da auch die hochachtbare Bürgerrätin den Unterschied zum bisherigen Ser-System nicht zu erkennen vermochte." Er wandte sich an die Vizesechat. "Daher bitte ich Euch, Hochgeborene Mentia, uns noch einmal genau zu erläutern, ob der Antrag des Kleinen Konventes tatsächlich dahingehend zu bewerten ist, daß nicht lediglich die Seret-Funktion auf eine Schwester in Amt und Würden übertragen werden soll, sondern tatsächlich einem Bruder in Amt und Würden das Recht eingeräumt werden soll, die übertragene Stimme nach seinem eigenen Gutdünken zu nutzen."

 

 

Die Vize-Sechat der Kemi, Mentia Ui Paratras:

 

Mentia hob ihren Blick von einem Stapel Notizen, die sie anscheinend noch vom Kleinen Konvent mitgebracht hatte. Ihr Blick war eindringlich auf den Rabenabt gerichtet. Ein ernster Ausdruck lag auf ihrem Gesicht. "Im Kleinen Konvent wurde erörtert, ob es statthaft und vonnöten ist eine Stimmübertragung auf einen anderen zu ermöglichen und der Kleine Konvent kam zu diesem Rat. Nun lasst mich kurz unsere Punkte erörtern, denn es geht hier nicht darum, dass der Kleinadel sich faul in der Sonne wälzen würde, wenn er von dieser Möglichkeit gebrauch machen würde. Denn nicht immer sind die Ansichten eines Adligen gleich der seines Sers, damit ergibt sich bei Krankheit oder Unabkömmlichkeit anderer Art das Problem der politischen Vertretung der Ansichten eben dieses Adligen. Sie erkennen wohl, dass sie im Wohl ihrer Provinz und des Kahet beraten sollen, damit ist eben ihr persönlicher Rat gemeint. Diesen wie gesagt teilen sie sich nicht immer mit ihren Sers. Beiden gemein ist das Wohl des Kahet, aber oft auf unterschiedliche Weise. Daher sollte es einem Adligen ermöglicht sein, wenn er unabkömmlich oder verhindert ist, einen Vertreter seiner Wahl die Stimme zu übertragen, wenn dieser nach der Meinung des Überträgers besser seinen Ideen und Vorschlägen entspricht. Ob damit dem erfolgreichen Stimmenkauf Tür und Tor geöffnet wird, wage ich zu bezweifeln. Dafür müsste im Vorfeld des öfteren Briefverkehr oder gar ein Treffen zwischen dem Käufer und Verkäufer stattfinden. Nach meiner Erfahrung ist der Adelsstand eine endliche Grösse und derzeit sehr gut durch die Organge des Kahets 'behütet'. Es dürfte somit ein solches Vorgehen leicht zu entdecken sein."

 

Der Conseilarius des Heiligen Konzils, Rabenabt Boromil Mezkarai:

Höflich wartete der Rabenabt noch einige Augenblicke darauf, ob die Vizesechat nach ihrer beinah zardek'sch anmutenden Verteidungsrede für die Belange des Kleinadels noch zum eigentlichen Kern seiner Nachfrage vorzudringen gedachte. Dann räusperte er sich. "Hochgeboren, Ihr spracht davon, die Stimme demjenigen zu übertragen, dessen Meinung sich am ehesten mit derjenigen des Amtsträgers deckt, also stelle ich fest, daß es sich bei diesem Punkte tatsächlich lediglich um die Ausweitung der Ser-Funktion handelt und mitnichten um die Beugung bisherigen Konventsrechtes. Soweit so gut, und korrigiert mich bitte, falls ich Eurer doch recht ausführlichen Antwort die falsche Quintessenz entnahm." Er lehnte sich zurück. "Damit dürften die Grundlagen geklärt sein. Bevor ich jedoch auf das Votum des Konzils zu sprechen komme, kann ich nicht umhin, es einigermaßen befremdlich zu finden, daß der Kleinadel es offensichtlich seinen eigenen Vertretern weniger zutraut, für die Belange seiner Provinz einzutreten, als irgendwelchen fernen Brüdern oder Schwestern in Amt und Würden, obschon diese mit den Gegegebenheiten der fremden Provinz wohl weitaus weniger bekannt sein dürften. Immerhin werden die Sers und Serets von den Adligen in den allermeisten Fällen selbst eingesetzt. Und selbst wenn in Ausnahmefällen die Einsetzung durch eine übergeordnete Hochadelige erfolgte, wäre dies nicht umsomehr ein Grund, sich dem Urteil eines solchen Vertreters zu beugen? Das Konzil jedenfalls ging nicht davon aus, daß das Verhältnis zwischen dem Kleinadel und seinen selbst gewählten Sers und Serets derartig nachhaltig gestört ist, und so sprach es sich gegen die Ausweitung der Stimmübertragung aus, aus oben angedeuteten Gründen: Daß nämlich anzunehmen ist, daß die Seret einer Provinz viel eher für ebenjene Provinz zu sprechen in der Lage ist als ein mit den Gegebenheiten nicht so vertrauter Akîb einer fremden Provinz." Er schüttelte mit einem Hauch von Gereiztheit den Kopf. "Aber wie schon so oft in den vergangenen Jahren ist der Kleinadel doch immer wieder für eine Überraschung gut."

 

 

Die Erste Rabendienerin, Ihre Eminenz Boronya von Nedjhit:

 

Ihre Eminenz nickte huldvoll.

 

 

Die Vize-Sechat der Kemi, Mentia Ui Paratras:

 

Mentia war die Gereiztheit des Rabenabtes nicht entgangen. Jedoch gefiel ihr die Art seiner Conclusio in keinster weise. Sie betrachtete ihn mit ernsten Blick. Nach einem kurzen Räuspern wandte sich sich an ihren Vorredner. "Ihr habt Recht, dass das Kleine Komvent immer für eine Überraschung gut ist. Denn wenn im Vorfeld schon alles feststehen würde, wozu bräuchten wir dann noch den Rat unserer Schwestern und Brüder in Amt und Würden einholen? Der Stimmübertrag, so wie ihr es schon festgestellt habt, ist keine Verletzung des Konventsrechts. Sie stellt ein wirksames Mittel dar, damit auch verhinderte Schwestern und Brüder sich gut vertreten wissen. Ihr betontet, dass der Ser zumeist vorgeschlagen wurde. Ihr habt damit wie immer Recht. Doch die Meinungen zu bestimmten Themen können sich in unterschiedliche Richtungen entwickeln. Jeder hat nur das einzige Ziel dem Kahet bestmöglich zu dienen, meist jedoch auf unterschiedlichen Wegen. Ihr zum Beispiel werdet den Weg der KKAB manches mal nicht gut heissen, doch verfolgen sie das Ziel wie ihr. Sie dienen dem Kahet." Sie wandte sich erfürchtig an die Nisut. "Herrin bitte vergebt mir im Vorfeld die nachfolgende etwas derbe Ausführung. Doch einfache Bilder führen oft zu einem klärenden Verständnis." Wieder richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf den Rat, "Der Stimmenübertrag kann missbraucht werden, dies war auch Thema im Kleinen Konvent. Denn der Stimmenkauf ist auch unter diesen Umständen, wie schon vorher von fachkundlicher Seite ausgeführt, möglich. Er scheint dadurch nicht einfacher zu werden. Aber der Nutzen der Stimmübertragung steht nach der Meinung meiner Schwestern und Brüder über den Problemen. Denn jedes Ding hat seine zwei Seiten und es obligt oft den Betroffenen darüber zu entscheiden, ob nun das Gute das Schlechte überwiegt. Ein Küchenmesser schneidet sowohl Gemüse wie auch Fleisch. Es ist ein nützliches Werkzeug. Aber es kann ebenso in das Herz eines anderen gestoßen werden. Ist damit nun das Küchenmesser für seinen Benutzer zum Gebrauch zu gefährlich, oder für den Gast der bei ihm später erscheinen wird? Wohl kaum, eher wird die mögliche Einzeltat geahndet und nicht jedes Küchenmesser beschlagnahmt." Ihr Stimme wurde eindringlich, "Der Stimmenübertrag ist ein fähiges Werkzeug für den einzelnen Adligen seinen Rat noch besser als bisher bei Abwesenheit in den Dienst des Kahet zu stellen!"

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

Der Kanzler lächelte Mentia freundlich an. "Meine Liebe, Eure Argumentation geht einmal mehr am Ziel vorbei. Eure eloquenten Verteidigungsreden sind doch nichts als purer Zardekismus, denn wozu brauche ich ein Werkzeug zur Verdeutlichung des Willens des Kleinadels, wenn dieser gar keinen Willen hat, wie zuletzt so eindrucksvoll im Zwischenkonvent demonstriert?"

 

 

Die Vize-Sechat der Kemi, Mentia Ui Paratras:

 

Interessiert blickte die junge Adlige den Kanzler nach dessen Anmerkung an. Ein leichtes Schmunzeln huschte über ihre Lippen. Ihre Stimme klang ein wenig zu fröhlich, als sie dem Kanzler entgegnete, "Derzeit muss ich den Kleinadel nicht verteidigen. Ausser mir ist entgangen, dass wir uns hier in einer Verhandlung gegen ihn befinden. Ich lege im Moment nur den Standpunkt des Kleinen Konvents dar. Wir sind immer bemüht dem Kahet auf jeder erdenklichen Weise mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Auch wenn einige Mitglieder in fast demagogischer Art und Weise unsere Leistungen zu schmälern versuchen. Doch um auch den letzten Wachteln eine Möglichkeit zur Entschuldigung für eine fehlende Meinung zu nehmen, ist dieser Vorschlag auch einiges wert. Oder seht Ihr es anders?"

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:

"Oh ja!" entzückte sich der Kanzler. "Ich habe da einen noch besseren Vorschlag: Warum entziehen wir den Wachteln nicht gleich die Erlaubnis, ihre Stimme abzugeben?" Mit einem Grinsen wandte sich der Kanzler in die Runde. "Und was die Leistungen angeht... welche Leistungen?"

 

 


 


Cronprincessin Ela XV. Setepen:

 

"Einen Moment", wandte Cronprinzessin Ela ein, als der Repa Punkt 2 zur Diskussion stellen wollte. "Wir verfuegen hiermit eine Aenderung der Tagesordnung. Wir haben beschlossen, die Punkte 12, 14, 16 und 19 aus der Diskussion auszuklammern. Die Klaerung dieser Fragen soll in einem Verfassungskonvent unter der Leitung des Cronjustitars erarbeitet werden, in dessen Rahmen Wir eine vollstaendige Ueberpruefung und Neuordnung des Adelssystems des Káhet abhalten wollen. Dieser Konvent soll zu Khefu am Ende des Efferdmondes stattfinden. Raete, fahrt nun fort."

 

 


 

 

Geehrte Mitglieder des Cronrates, wenn zum Punkt 1 keine Wortmeldungen mehr vorliegen, so laßt uns nun zum Punkt 2 kommen. Der zweite, hier zu diskutierende Punkt lautet:

 

Punkt 2: Soll die gegenwärtig abwartende Politik hinsichtlich Hôt-Alem zugunsten einer offensiveren Vorgehensweise aufgegeben werden?


Der Vezir der Kemi, Torben Jandarason:

 

Als Vezir möchte ich mich folgendermaßen äußern: Der Hochadel des Kahet ni Kemi beantwortet diese Frage mit einem eindeutigen Nein. Der Hochadel hat vollstes Vertrauen in die Entscheidungen der Nisut und der Gardekriegsherrin. Deren Einsichten, welche aus Quellen stammen, die dem Hochadel nur bedingt oder gar nicht zugänglich sind, können durch eben diese Unkenntnis nicht nachvollzogen werden. Daher wäre es vermessen, aus einer Position der Unwissenheit heraus sich hier einen Anspruch auf Mitspracherecht anzumaßen.

 

Die Oberkommandierende der Schwarzen Armee, Chanya Al'Mout'pekeret:

Chanya schüttelte den Kopf und blickte Mentia an, die ständigen versuche des "inkompetenten Adels", in ihre Domäne hineinzuregieren störten sie mehr und mehr. "Ich bin nach wie vor gegen jegliche Einmischungen des Kleinadels in militärische Belange. Sollte das irgendwann einmal anders sein, dann könnt Ihr Euren Mist alleine machen. Ich habe zu diesem Punkt nur eines zu sagen, und das ist, daß ich mich darüber mit Ihrer Majestät regelmäßig austausche. Ihre Befehle befolge ich. Die Antwort des Oberkommandos zu diesem Punkt ist ein Nein."

 

 

Der Cancellarius der Kemi, Dio C. de Cavazo:Der Kanzler meldete sich fröhlich zu Wort. "Ich schließe mich den Worten der Vorrednerin und des Vorredners an. Die Entscheidung über ein Vorgehen im Falle Hôt-Alem geht aufgrund der Informationslage (die naturgemäß dürftig bleiben muß) und andersweitiger Hemmnisse mancher Beteiligter weit über die Beurteilungsfähigkeit des Kleinadels hinaus. Aus den der Kanzlei und insbesondere dem KKAB vorliegenden Informationen stimme ich hier ebenfalls mit Nein."

 das KKAB sich mit der Bekämpfung der horasfeindlichen Untergrundorganisation der ‚Iri-Maaten' beschäftigen, während der Kleinadel bis auf die "Führung und Erziehung" seiner Untertanen keinerlei Maßnahmen in diesem Fall ergreifen soll?